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kleinbrina
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Köln

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Insgesamt 1369 Bewertungen
Bewertung vom 27.09.2012
Kristin, Julia; Bachmann, Daniel Oliver

Online fühle ich mich frei / Mein Leben Bd.3


gut

“Online fühle ich mich frei” ist Teil der “Mein Leben”-Reihe, die in regelmäßigen Abständen im Arena Verlag veröffentlicht wird. In dieser Reihe schreiben Jugendliche und Erwachsene ihre Erfahrungen nieder, die sie in der Jugend erleben haben. Dabei gibt es auch keine Tabuthemen: Selbstverletztendes Verhalten (SVV), Magersucht und Aufenthalte in der Justizvollzugsanstalt werden u.a. angesprochen. Da ich “Mein Leben” bislang sehr intensiv verfolgt habe, war schnell klar, dass ich auch diesen Band lesen möchte.

Julia Kristin war lange Zeit süchtig nach Computern, dem Internet und insbesondere dem Social Media. Zusammen mit Daniel Oliver Bachmann, der bereits an “Mit 18 mein Sturz: Mein Leben im Gefängnis” beteiligt war, schreibt sie ihre Erfahrungen nieder.
Bislang habe ich den Schreibstil der jeweiligen Autoren immer sehr gemocht, da man oftmals merkt, wie sehr sie noch mit der Vergangenheit hadern, bei Julia Kristin war ich allerdings nur mäßig begeistert. Man merkt, dass sie sich große Mühe gegeben hat, alles sehr detailliert zu schildern, allerdings wirkt manches auch sehr lieblos und zu kalt. Mir haben auf vielen Seiten die nötigen Emotionen gefehlt, um mich voll und ganz auf ihr Schicksal einlassen zu können. Allerdings schreibt sie ihr Leben und dessen Verlauf sehr authentisch nieder, was wiederum ein Pluspunkt ist. Wie gesagt, Emotionen haben klar gefehlt, allerdings macht sie einiges wieder gut, indem sie über ihre Vergangenheit schonungslos berichtet.

Das Thema Onlinesucht ist dagegen sehr interessant. Für jeden, der oft online ist, stellt sich irgendwann einmal die Frage, ob man onlinesüchtig ist, bzw. ob man auch mal auf das Internet komplett verzichten könnte. Bei Julia Kristin merkt man jedoch schnell, dass sie ohne das Internet und ihren Computer nicht kann. So wünscht sie sich sogar, dass ihre Adoptivmutter ebenfalls bei Facebook ist, damit sie wenigstens dort Freunde sein und darüber kommunizieren können, damit sie z.B. nicht einmal mehr hinunter ins Wohnzimmer muss. Als man ihr den Computer im Arbeitszimmer verboten hat, hat sie aus Frust die Tür eingetreten, was schon deutlich zeigt, dass sie die Realität immer mehr verliert und sich an ein Leben im World Wide Web klammert.

Aber es geht in diesem Buch nicht nur um das Thema Onlinesucht. Julia Kristin musste in ihrem Leben einiges durchmachen: Ihr Stiefvater hat sie immer unter Druck gesetzt, bei Geschenken wurde eine Gegenleistung erwartet und er hat ihr durch eine gewisse Tat einen großen Traum zerstört. Dazu wird sie immer wieder von Verletzungen und Krankheiten geplagt, die alles andere als angenehm sind.

Etwas befremdlich finde ich die Statusmeldungen auf Facebook. Pro Kapitelanfang wird eine Statusmeldung abgedruckt, wirklich informativ sind diese allerdings nicht, erst recht nicht, wenn es ein Zitat ist, das nicht einmal von ihr selbst stammt.

Die Covergestaltung gefällt mir leider überhaupt nicht. Auf dem Cover ist die Autorin abgebildet, was ich prinzipiell gar nicht mal so schlecht finde, allerdings passt das Cover so gar zum Rest der Reihe, denn dort sind die Cover allesamt im Comicstil, was mir deutlich besser gefällt. Ich kann es leider nicht nachvollziehen, wieso der Verlag so plötzlich die Gestaltung verändert hat.

Insgesamt ist “Online fühle ich mich frei: Mein leben im Netz” ein Buch, dass leider viel zu häufig unter seinem zu nüchternen Schreibstil leidet. Allerdings ist die Thematik sehr interessant, da man in der heutigen Zeit (leider) nicht um das Thema Internet herumkommt und somit schnell selbst betroffen sein kann. Ich kann mir das Buch sehr gut als Schullektüre vorstellen und hoffe, dass die “Mein Leben”-Reihe bald mehr Aufmerksamkeit erhält.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.09.2012
Brockmann, Suzanne

Für einen Kuss von Frisco / Operation Heartbreaker Bd.3


sehr gut

Nachdem ich Band 1 und 2 der “Operation Heartbreaker”-Reihe überraschend schnell gelesen habe, musste der dritte Band relativ zeitnah folgen. Am Anfang habe ich Suzanne Brockmann überhaupt nicht zugetraut, dass sie mich so in den Bann ziehen könnte, nun ist es doch geschehen.

Der dritte Band “Für einen Kuss von Frisco” ist für mich bislang der beste Teil, was vor allem an der Steigerung beim Schreibstil und den Charakteren liegt. Die Geschichte liest sich flüssig und zu Teil auch spannend und die Autorin schafft es immer mehr, die richtigen Worte zu finden.

“Für ein Kuss von Frisco” ist nicht nur der bislang beste Band, sondern auch der emotionalste. Die Autorin hat den Charakteren sehr viele Ecken und Kanten gegeben, ihre Gefühle und Gedanken werden sehr gut geschildert und somit war es für mich sehr leicht, Frisco und Mia in mein Herz zu schließen.

Frisco hat sich bei einem Einsatz verletzt, die Verletzungen sind sogar so schwerwiegend, dass er nicht mehr in der Navy arbeiten kann. Er wird dadurch depressiv und lässt keinen Menschen mehr wirklich an sich heran – bis er Mia trifft. Dazu gibt es immer wieder Rückblicke auf seine Vergangenheit, die ebenfalls alles andere als leicht war. Wenn man diese mit seiner Gegenwart vergleicht, kann man schon verstehen, wieso er auf einmal so stur und verbittert ist. Mia ist eine unglaublich liebenswerte Protagonistin, die das Herz auf dem richtigen Fleck hat und weiß, was sie im Leben will. Sie versucht immer mehr, Frisco aus seinem Kummer herauszuholen und gibt trotz so mancher Niederlage nicht auf.
Obwohl es die Beiden zunächst alles andere als leicht haben, ist es doch sehr vorhersehbar, was am Ende aus Mia und Frisco wird, allerdings ist der Weg bis dahin sehr schön und spannend geschrieben.

Auffällig ist jedoch, dass in diesem Band deutlich weniger Thrillerelemente als sonst vorkommen und dafür mehr auf die Liebe gesetzt wird. Für Fans von Romanticthriller ist dies sicherlich enttäuschend, ich fand es dagegen großartig, da es zu den Charakteren besser gepasst hat.

Einen riesengroßen Pluspunkt gibt es für die Darstellung von Frisco, der alles andere als der knallharte Navy Seal ist. In den ersten beiden Bänden habe ich die Darstellung der Navy und dessen Seals noch relativ hart kritistiert, hier war es jedoch sehr angenehm und es wurde nicht allzu übermenschlich oder patriotisch dargestellt. Hoffentlich bleibt sich Suzanne Brockmann dieser Linie nun treu.

Das Cover gefällt mir unglaublich gut. Die Farben sind gut ausgewählt und die Szene, in der Mia und Frisco dargestellt werden, wirkt unglaublich sinnlich. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen. Sie enthält das Wichtigste und macht Lust auf mehr.

Insgesamt ist “Für ein Kuss von Frisco” der bislang beste Band der “Operation Heartbreaker”-Reihe. Suzanne Brockmann konnte sich erneut steigern und mich mit zwei sehr sympathischen Protagonisten in den Bann ziehen. Ich werde der Reihe weiterhin treu bleiben und freue mich schon auf die nächsten Bände.

Bewertung vom 27.09.2012
Janzen, Rhoda

Fix und forty


schlecht

Als mir "Fix und forty" damals angeboten wurde, habe ich einen leichten, kurzweiligen Roman erwartet, der zu den typischen Frauenromanen gehört. Da habe ich mich nur leider getäuscht und somit konnte ich mich nicht so ganz auf die Geschichte einlassen.

Das Kleid, der Titel und die Kurzbeschreibung deuten zunächst auf einen Frauenroman hin, der mich für eine kurze Zeit unterhalten sollte, leider war dieser dann doch deutlich ernster und tiefgründiger. Normalerweise ist eine gewisse Tiefe immer gut, allerdings war ich nicht darauf vorbereitet, sodass es sehr lange gebraucht hat, bis ich dem Buch wirklich eine faire Chance geben konnte.

"Fix und forty" ist der erste Roman von Rhoda Janzen. Obwohl mir der Schreibstil gut gefallen hat, brauchte es doch eine ganze Weile, bis ich voll und ganz in der Geschichte war. Die Handlung wird eindringlich, authentisch und sensibel erzählt und das Buch liest sich flüssig.
Allerdings hat es mir bei diesem Buch deutlich an Humor gefehlt. Zwar wird das Buch als sehr humorvoll und spritzig betitelt, wirklich viel gemerkt habe ich davon jedoch nicht. Sehr schade, denn es war massenhaft Potential für witzige Momente vorhanden, leider wurden diese nur nicht genutzt.

Rhoda Janzen hat mit Sicherheit kein einfaches Leben. Bereits als Kind war sie anders als die anderen Kinder, denn sie gehört zu den Mennoniten, die streng gläubig sind und viele Verbote und Regeln geschaffen haben. Als sie alt genug ist, versucht sie sich ein normales und bodenständiges Leben aufzubauen, doch leider ist auch dies nicht wirklich gelungen. Sie heiratet, verliert ihren Mann jedoch an einen anderen Mann und dazu hat sie öfters mit ihrer Gesundheit zu kämpfen. So wird ihr z.B. die Gebärmutter entfernt, was sie zusätzlich belastet.
Leider ist sie - meiner Meinung nach - dumm genug, zurück zu den Mennoniten zu gehen. Für viele ist dies vielleicht die einzige nachvollziehbare Entscheidung, ich musste jedoch mit dem Kopf schütteln. Sie fühlte sich früher nie wohl dort und ist regelrecht in ein neues Leben geflüchtet, aber dennoch kehrt sie reumütig zurück. Das passt meiner Meinung nach nicht so ganz, aber gut, Einstellungen können sich schließlich ändern.

Dazu hat mich die Geschichte der Mennoniten nicht wirklich interessiert. Hätte ich gewusst, dass dieses Buch so dermaßen religiös angehaucht ist, hätte ich vermutlich meine Finger davon gelassen. Von daher kann man dem Verlag einen Vorwurf machen, dass sie das Thema nicht deutlicher in der Kurzbeschreibung erwähnt haben. Ich wette, ich bin nicht die Einzige, die vom Inhalt irritiert ist und etwas anderes erwartet hat.

Positiv zu betrachten ist allerdings, wie sehr die Autorin ihre Familie schätzt und daran erinnert, wie wichtig es doch ist, eine Familie zu haben, zu der man immer wieder zurückkehren kann und die einen trotz mancher Fehlentscheidungen erneut in die Arme schließt.

Die Covergestaltung ist ganz hübsch anzusehen, allerdings nichts wirklich etwas besonderes. Die Kurzbeschreibung ist dagegen eine absolute Katastrophe. Man denkt schnell an einen Chick-Lit Roman, doch weit gefehlt. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn man das Thema Religion deutlich angesprochen hätte, denn so sorgt die Kurzbeschreibung nur für Verwirrung und lässt enttäuschte Leser zurück.

Insgesamt hat mir "Fix und forty" leider nicht gefallen. Dabei mag ich der Autorin noch nicht einmal die große Schuld zuweisen, sondern eher dem deutschen Verlag, der seine Leser mit der Beschreibung in die Irre führt. Hätte ich von Anfang an gewusst, was mich bei dem Buch wirklich erwartet, wäre ich mit Sicherheit anders mit dem Inhalt umgegangen. So bleibe ich leider enttäuscht zurück.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.08.2012
Evers, Horst; Falk, Rita; Klüpfel & Kobr

Urlaub mit Punkt Punkt Punkt


weniger gut

Als ich "Urlaub mit Punkt Punkt Punkt" als Geschenk erhalten habe, war ich zunächst sehr skeptisch, da ich bislang Bücher von Horst Evers immer gemieden habe. Dann wurde ich jedoch noch neugierig und wollte ihm und anderen Autoren in diesem Buch eine Chance geben.

Leider war mein erstes Gefühl genau das Richtige, denn das Buch konnte mich nur in sehr wenigen Momenten überzeugen. Erstaunlicherweise war direkt die erste Geschichte diejenige, die mich überzeugen konnte, alle anderen waren eher müde und eintönige Erzählungen, die ich nicht unbedingt am Strand hätte lesen wollen. Es ist schon erstaunlich, dass ausgerechnet der Autor, den ich immer eher skeptisch betrachtet habe, mich nun unterhalten konnte.

Horst Evers hat in seiner Geschichte zwar enorme Wortwiederholungen drin, allerdings hat mich dies - wenn man die anderen Geschichten vergleicht - kaum gestört. Anders dagegen die anderen Geschichten, die zwar allesamt eine recht gute Länge haben, aber sonst mich nicht vom Hocker gerissen haben. Vor allem von Rita Falk bin ich enttäuscht, da ich von ihr deutlich mehr erwartet habe.
Die jeweiligen Urlaubserlebnisse waren stellenweise 0815-Momente, die man nicht unbedingt aufs Papier bringen musste, weil es diese allesamt in besserer Form schon einmal gab.

Die Schreibstile sind jedoch allesamt ganz nett, es fehlte mir nur das Besondere, was ich in dem Buch schmerzlich vermisst habe. Besonders Kurzgeschichten müssen mich direkt mit dem ersten Satz ansprechen, bei einigen war es dagegen eher abschreckend. Hätte ich dieses Buch mit in den Urlaub genommen, hätte ich mich maßlos über das unnötige Gepäck geärgert, denn "Urlaub mit Punkt Punkt Punkt" ist, zumindest für mich, nicht gerade die perfekte Urlaubs-, bzw. Strandlektüre.

Wie gesagt, die Geschichten, die allesamt von Urlaub handeln, sind nicht unbedingt schlecht, aber es fehlt in nahezu jeder Geschichte mindestens die Besonderheit und die Lockerheit. Ich kann mir vorstellen, dass es für Autoren schwer ist, eine Kurzgeschichte zu schreiben, erst recht, wenn sie mehrere hundert Seiten lange Bücher gewohnt sind, aber dennoch fehlt bei einigen schlicht und ergreifend das Talent, auch bei einer Kurzgeschichte zu überzeugen. Positiv ist dagegen, dass ich nun endlich Horst Evers für mich entdeckt habe und ihm in Zukunft eine Chance geben werde.

Das Cover ist ganz hübsch und ist passend zum Thema Urlaub. Allerdings erlebt man die Situation auf dem Cover nur selten in den jeweiligen Geschichten, was ich ein wenig schade finde. Die Kurzbeschreibung ist ganz okay, allerdings wird da so dermaßen übertrieben, dass ich im Nachhinein nur müde drüber schmunzeln kann.

Insgesamt ist "Urlaub mit Punkt Punkt Punkt" nicht die perfekte Urlaubslektüre, wie sie vom Verlag dargestellt wird. Müde Geschichte und Handlungen ohne Höhen und Tiefen gibt es hier dagegen mehr als einmal. Eine Geschichte für zwischendurch ist sicherlich mal nicht schlecht, allerdings würde ich empfehlen, dieses Buch nicht mit in den Urlaub zu nehmen.

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.08.2012
Rice, Morgan

Verwandelt


schlecht

Nachdem ich über "Verwandelt" bislang nur negative Rezensionen gelesen habe, hätte ich es eigentlich besser wissen müssen und das Buch ignorieren sollen, leider war meine Neugierde dann doch größer.

Ich habe ehrlich gesagt selten so ein undurchdachtes Buch gelesen. Die Grundidee selbst war gar nicht mal so schlecht, allerdings sind die Ideen dann dermaßen schlecht umgesetzt worden, dass ich nur mit dem Kopf schütteln konnte.
Der Schreibstil ist extrem holprig, die Dialoge wirken unfertig, ständig hatte ich das Gefühl, dass sich die Charaktere gegenseitig abwürgen würden. Obwohl das Buch gerade einmal um die 170 Seiten hat, ist die Geschichte so dermaßen langatmig, dass jede Seite vollkommen überflüssig erscheint. Der Autor, der sich hier Morgan Rice nennt, hält seinen echten Namen geheim. Wenn ich sehe, was bei diesem Buch fabriziert wurde, hätte ich dies an seiner Stelle wohl auch getan, denn stolz kann man auf diese Reihe wirklich nicht sein.

Die Charaktere wirken ebenfalls unfertig. Selbstverständlich ist Caitlin ein absolut durchschnittliches Mädchen, ohne eine Besonderheit, aber dennoch wirkt sie auf andere Menschen anders. Ein Zustand, den man bereits aus vielen anderen Büchern kennt. Ihre Verwandlung ist unfassbar schlecht beschrieben, sodass ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen soll. Ganz plötzlich ist sie so wütend und mutig, dass sie übermenschliche Kräfte entwickelt und großen Durst auf Blut hat. Tut mir leid, aber was für ein Schwachsinn.
Anstatt dann verwirrt zu sein, scheint Caitlin dies alles als selbstverständlich anzusehen, dazu hat sie keinerlei Angst und reagiert auf quasi sämtliche Situationen in diesem Buch nahezu emotionslos. Gleiches gilt für Jonah und Caleb, die vollkommen uninteressant waren. Keiner der Charaktere konnte mich nur ansatzweise unterhalten oder mich dazu bringen, ihn, bzw. sie interessant oder sympathisch zu finden.

Wenn ich daran denke, dass die Reihe insgesamt 8 Bände enthält, wird das ganze Buch noch unverständlicher für mich, denn ich hatte sehr oft das Gefühl, dass der Autor rein gar nichts zu sagen hatte. Wenn schon der erste Band vollkommen überflüssig erscheint, wie sieht es denn dann bitte erst bei den anderen Bänden aus?!

Nach knapp einhundert Seiten war für mich Schluss - und ich denke, dass ich nichts verpasst habe. Ein absoluter Fehlkauf.

Bewertung vom 22.08.2012
Marr, Melissa

Gegen das Sommerlicht / Sommerlicht Bd.1


schlecht

Nachdem das Buch bereits mehrere Jahre auf meinem SUB gelegen hat, war es dringend an der Zeit, diesem Buch nun endlich eine Chance zu geben. Als Motivation gab es zu dem Buch eine Leserunde, allerdings bin ich dabei kläglich gescheitert, weil mir die Geschichte absolut nicht zugesagt hat.

Melissa Marr konnte mich weder mit ihren Charakteren, noch ihrem Schreibstil überzeugen, auch die Handlung selbst hat mich eher gelangweilt als unterhalten. Dabei möchte ich nicht unbedingt sagen, dass der Schreibstil schlecht ist, er war nur so langatmig, zu oberflächlich und stellenweise zu detailliert, dass ich oftmals dachte, dass die Autorin selbst nicht weiß, wohin sie mit der Geschichte will. Alles war mir zu sehr gewollt und zu undurchdacht, sodass ich mich mehrfach dabei erwischt habe, wie ich quergelesen oder einfach weitergeblättert habe. Hätte man die Geschichte spannender und weit weniger oberflächlich erzählt, wäre ein solides Jugendbuch entstanden, aber das war einfach nichts.

Spannung oder ein gewisser Zauber, den ich bei solchen Büchern erwarte, konnte ich auf keiner Seite vorfinden, sodass das Buch gleich doppelt zur Qual wurde. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, wie man derartig viele gute Ideen haben kann, davon aber jede einzelne ordentlich in den Satz setzt.
Dazu sind Keenan, Seth und Ash alles andere als interessante oder gar liebenswürdige Charaktere. Sie existieren, aber mehr auch nicht. Sie drehen sich oftmals im Kreis und ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass mich die Autorin mit ihnen bekannt machen wollte. Vielmehr bleibt man hier eine stiller Zuschauer von weiter weg, als mittendrin dabei zu sein.

Nicht einmal das wirklich schöne Cover konnte die Geschichte retten. Zwar hat der Verlag es geschafft, das Buch durch seine Kurzbeschreibung enorm gut zu verkaufen, allerdings ist dieser im Gegensatz zum restlichen Inhalt ein Unterschied wie Tag und Nacht.

"Gegen das Sommerlicht" war für mich eine große Enttäuschung und daher werde ich die Reihe nicht mehr verfolgen. Ärgerlich ist nur, dass ich mir im Laufe der Zeit alle Bände nach und nach gekauft habe. Das Geld hätte ich mir getrost sparen können. Sehr schade, wieder einmal wurde vorhandenes Potential nicht genutzt. Auf Seite 274 war endgültig Schluss für mich.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.08.2012
Bogdan, Isabel

Sachen machen


gut

Als ich "Sachen machen" zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich zunächst sehr skeptisch und wusste absolut nicht, was ich mit diesem Buch anfangen könnte. Ich habe es mehrfach vom Schreibtisch aus betrachtet und irgendwann war doch der nötige Ehrgeiz vorhanden, um diesem Buch eine Chance zu geben.

Auch jetzt weiß ich immer noch nicht, was ich so ganz von dem Buch halten soll. Auf der einen Seite weiß die Autorin mit einem flüssigen und angenehmen Schreibstil zu überzeugen, auf der anderen Seite ist die Thematik nicht unbedingt das, was ich gerne lese, da mich manche Sachen leider gar nicht interessieren.

Da gibt es z.B. das Thema Fett-Weg-Hose, die getestet wird. Ist zwar an sich schön und gut, aber ist dies wirklich etwas, was man auch erfahren will? Interessant sind allerdings dagegen andere Sachen, wie z.B. der Besuch eines Festivals und Backstagebesuche bei einem Musical. Eigentlich sind es relativ normale Dinge, die die Autorin gemacht hat, die nicht einmal unbedingt viel Geld oder Zeit benötigen. Vielmehr geht es darum, dass es eher die kleinen Dinge im Leben sind, die oftmals vergessen werden oder die man sich einfach ab einem gewissen Alter nicht mehr traut.

Der Schreibstil ist wie gesagt sehr angenehm. Die Kapitel über ihre jeweiligen Erfahrungen lesen sich flüssig, selbstkritisch und humorvoll und man fliegt trotz manch langweiliger Thematik nur so durch die Zeilen. Da das Buch aus relativ kurzen Berichten steht, muss man dieses nicht unbedingt in einem Rutsch lesen, die Kapitel lassen sich sehr gut einzeln lesen und man muss nicht unbedingt immer wieder zurückblicken.

Auch wenn das Buch nun nicht unbedingt schlecht ist, konnte es mich dennoch nur mäßig begeistern und erst recht nicht zu den geschilderten Erlebnissen animieren. Es steht natürlich jedem frei, wie er/sie das Buch sehen will, sei es als Aufforderung, selbst etwas zu erleben oder einfach nur als Erlebnisbericht. Für mich wird es beim Erlebnisbericht bleiben, denn auf manche Sachen kann ich gut und gerne verzichten. Der Humor, die Lebensfreude und die Leichtigkeit, die von der Autorin ausgestrahlt werden, sind jedoch sehr ansteckend.

Die Covergestaltung ist sehr schön geworden. Obwohl dies zunächst sehr schlicht aussieht, zeigt es doch einige Situationen, in denen die Autorin bei ihren Erfahrungen selbst gesteckt hat. Vor allem das Schwein sieht sehr niedlich aus und hat einen würdigen Platz auf dem Cover erhalten.

Insgesamt ist "Sachen machen" ein Buch, dass mich stellenweise zwar ganz gut unterhalten hat, allerdings würde ich es kein zweites Mal lesen. Empfehlenswert ist dieses Buch besonders für Menschen, die gerne einen Blick in das Leben anderer werfen und selbst experimentierfreudig sind.

Bewertung vom 20.07.2012
Salvi, Manuela

Tod oder Liebe


sehr gut

Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, musste ich spontan an die "Arkadien"-Trilogie von Kai Meyer denken und wusste nicht so wirklich, ob ich mich daher auf das Buch einlassen kann, weil ich "Arkadien" unglaublich toll finde.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr schwer gefallen. Erst in der Mitte konnte ich mich immer mehr auf das Buch einlassen und habe es zumindest zum Teil sehr genossen. Die Charaktere sind alles andere als perfekt, konnten mich aber dennoch von sich überzeugen, da sie sehr authentisch wirken.

Der Schreibstil hat mir von Anfang an gefallen. Zwar ist er nicht unbedingt typisch für ein Jugendbuch, was mir zunächst Probleme beschert hat, aber dennoch sehr unterhaltsam und fesselnd. Die Geschichte liest sich flüssig und leicht und die Autorin beschreibt die Szenen sehr ausführlich, sodass ich mir vieles bildlich vorstellen konnte.

Obwohl die Handlung an sich absolut nicht neu ist, hat die Autorin dennoch versucht, das Buch zu etwas Besonderem zu machen. Während eine Liebesgeschichte oftmals zwischen verfeindeten Mafia-Clans stattfindet, findet sie hier zwischen einem Mafiamitglied und einem normalen Mädchen statt, dessen Vater als Richter gegen die Mafia kämpft.

Bianca und Manuel sind durch ihre Lebensumstände sehr verschieden, man kann sagen, dass Bianca zu den Guten und Manuel zu den Bösen gehört. Der Vergleich hinkt vielleicht, aber zumindest am Anfang war die Rollenverteilung deutlich sichtbar. Bianca wirkt oftmals sehr in sich gekehrt, ist in der Schule und privat alleine und liest gerne. Manuel ist dagegen häufig bei der Mafia, wirkt dort aber recht verloren, weil er seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat.
Die Liebesgeschichte ist ganz nett gemacht. Zwar war es mir stellenweise schon zu emotional, allerdings darf man bei italienischen Liebesgeschichten kaum etwas anderes erwarten, von daher war es für mich doch noch ganz erträglich. Die Leidenschaft zwischen den beiden Protagonisten ist spürbar und wird trotz mancher Emotionen weder zu kitschig, noch zu naiv erzählt.

Wer bereits einige Mafia-Geschichten gelesen hat, weiß, dass diese oftmals sehr brutal sein können. Zwar wird dies noch sehr jugendgerecht beschrieben, allerdings merkt man schnell, in welchen Verhältnissen Manuel lebt und wie er stellenweise selbst dort behandelt wird. Kein Mafiamitglied scheint sicher zu sein, was man Manuel oftmals anmerkt, da er sich trotz seiner Rolle dort nicht wohlfühlt.

Weniger gefallen hat mir das Cover. Es wirkt sehr schlicht und es fehlt mir die Besonderheit, die die Geschichte verdient gehabt hätte. Allerdings hat mir das Originalcover auch nicht gefallen. Die Kurzbeschreibung liest sich dagegen sehr gut und animiert dazu, das Buch zu lesen.

Insgesamt hat mir "Tod oder Liebe" gut gefallen. Zwar fehlten mir manchmal einige Höhen und Tiefen, aber dennoch kann ich mit der Handlung und dessen Ausgang zufrieden sein. Wer Geschichten rund um die Mafia mag wird mit diesem Buch mehr als glücklich sein.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.07.2012

Urlaubslesebuch 2012


gut

Zugegeben: Als ich dieses Buch in der Buchhandlung meines Vertrauens entdeckt habe, habe ich nur den Namen Dora Heldt gelesen und wusste sofort, dass ich mir dieses Buch kaufen muss. Bei einem Preis von gerade mal 6,95 EUR kann man schließlich kaum etwas falsch machen.

Ganz am Anfang hat mich nur die Geschichte von Dora Heldt interessiert, die zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. Erst später habe ich mich auch für die restlichen Geschichten interessiert, die es mir stellenweise sehr angetan haben.

Passend zum Sommer gibt es nur ein Thema: Urlaub!
Dabei werden die Geschichten vollkommen verschiedenartig erzählt. Mal handelt es sich um Kindheitserinnerungen, mal geht es um andere Urlauber, mal um Erlebnisse mit Kindern und der Familie. Natürlich gibt es bei einer Anthologie immer Höhen und Tiefen, bei dem "Urlaubslesebuch" gibt es erfreulicherweise mehr Höhen, allerdings gibt es auch Geschichten, die das Niveau deutlich herunter gestuft haben, weil die Thematik entweder zu langweilig war oder lediglich um den heißen Brei geschrieben wurde.

Meine Lieblingsgeschichte stammt selbstverständlich von Dora Heldt, die von Kindheitserinnerungen auf Sylt erzählt. Die Geschichte ist an sich sehr schlicht, besticht aber gleichzeitig mit dieser, da die Erinnerungen alleine ausreichen, um mich zu unterhalten. Kaum scheint die Sonne, haben sich Familie und Freunde am Strand versammelt und sich amüsiert, indem man zusammen Sandburgen gebaut hat und den Tag genossen hat. Dennoch wird gleichzeitig von der Arbeit im Hotel erzählt, was mich ein bisschen an "Urlaub mit Papa" erinnert hat. Eine sehr schöne und ruhige Geschichte die zeigt, wie einfach und schön das Leben manchmal sein kann.

T. C. Boyle, Ewald Arenz, Renate Welsh, Harald Martenstein, Milena Moser und konnten mich ebenfalls mit ihren Geschichten überzeugen. Sie haben mich zum Schmunzeln gebracht und haben es gleichzeitig geschafft, mich in Urlaubsstimmung zu versetzen.
Enttäuscht war ich dagegen von Rafik Schami, Ralf Capus und Arno Geiger, die mich leider nur gelangweilt haben und ich mich dabei erwischt habe, wie ich ein paar Seiten vorgeblättert habe, um zu schauen, wie viele Seiten die jeweilige Geschichte noch hat. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen.

Das Cover hat mich etwas enttäuscht. Es passt sich zwar seinen Vorgängern aus den letzten Jahren an, allerdings hätte man so viel mehr daraus machen können. Ich vermisse den Strand, das Meer, Sandburgen und Menschen. Buchstaben, die aus Wolken bestehen und strahlend blauer Himmel gibt es leider schon zu oft auf Covern. Schade, dass man es so schlicht gehalten hat.

Insgesamt ist das "Urlaubslesebuch" eine Kurzgeschichtensammlung, die man am besten auf dem Balkon, im Garten oder am Strand genießen sollte. Wer bei den Geschichten nicht zu viel erwartet, wird eine abwechslungsreiche Lesezeit haben, die zum Großteil Spaß gemacht hat.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.07.2012
Mint, Josephine

Smalltown Girls - Der Tod kommt selten allein


sehr gut

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich um dieses Buch herumgeschlichen bin und mit mir gehadert habe, ob ich dieses Buch kaufen soll oder nicht. Durch einen Büchereibesuch wurde mir diese Entscheidung jedoch abgenommen, denn erfreulicherweise war das Buch gerade vorrätig. Kurz gesagt: Ich musste es einfach lesen!

"Der Tod kommt selten allein" ist der Auftakt der "Smalltown Girls" Trilogie, der sich hauptsächlich um Freundschaften, Liebe, Tod und Prophezeiungen befasst. Klingt im ersten Moment spannend, ist es im Prinzip auch, allerdings lässt die Geschichte aufgrund der Charaktere ordentlich Federn, was mehr als schade ist.

Josephine Mint ist das Pseudonym von drei Autorinnen, die aus Jeanette Wagner, Miriam Sachs und Ulrike Molsen bestehen. Die Geschichte liest sich schnell, flüssig und stellenweise salopp. Erzählt wird die Handlung aus der Sicht von Charlie, die man dabei gut kennen lernt. Leider nervt sie auch ziemlich, denn sie ist nicht unbedingt die sympathischste Protagonistin, da sie auf der einen Seite sehr erwachsen wirken will (eigene Wohnung mit 15), auf der anderen Seite aber schrecklich naiv mit allem umgeht. So geht sie Freitags mit ihrer Freundin Lu in eine Kneipe und hofft auf Mitfahrgelegenheiten zu einer Disco, sie trinkt für ihr Alter recht viel und auch vor Drogen und ungeschützten Geschlechtsverkehr schreckt sie nicht zurück. Ein Vorbild wird sie damit allemal nicht. Noch schlimmer ist allerdings ihre Freundin Lu, der das Wort "unsympathisch" quasi auf der Stirn steht. Sie ist wahnsinnig schnell beleidigt, zickig, verschlossen, ungerecht und auf alles und jeden eifersüchtig. Dennoch hält Charlie immer zu ihr und verfällt in die gleiche Schiene, die Lu täglich an den Tag legt. Aber auch Sunshine ist nicht wirklich besser. Joints und Alkohol gehören für sie zum Alltag und sie wirkt sehr geheimnisvoll, was sie immerhin ein wenig interessant wirken lässt. Dennoch ist auch sie kein Charakter, mit dem ich mich identifizieren würde.

Allerdings ist nicht alles schlecht an diesem Buch. Die Handlung an sich ist unglaublich spannend und unvorhersehbar. Stellenweise wusste ich lange nicht, worauf das Autorinnentrio hinaus möchte, was in meinen Augen immer ein gutes Zeichen ist, da ich Geschichten, die viel zu offensichtlich sind, meistens nur als langweilig empfinde.
Die Wenden in dem Buch sind hervorragend ausgearbeitet und ich habe mich bei dem Buch unglaublich unterhalten gefühlt. Zwar gibt es hier und da einige Szenen, bei denen ich mit den Kopf schütteln musste, aber diese verzeihe ich der Autorin gerne.

Die Liebesgeschichte zwischen Charlie und Linus hat viele gute Ansätze, wirkt nicht allzu kitschig und hat eine gewisse Tiefe, die beiden Charaktere gut steht. Zwar sind die als Einzelpersonen nicht unbedingt interessant, dafür aber als Paar. Die Liebe beginnt sehr oberflächlich, entwickelt sich aber von Kapitel zu Kapitel weiter. Zwar wundert es mich, wie schnell sich die Gefühle entwickeln konnten, aber das müssen Charlie und Linus schließlich unter sich ausmachen. Potential ist jedenfalls noch massig vorhanden.

Die Covergestaltung hat mir ebenfalls gut gefallen. Abgebildet sind Lu, Charlie und Sunshine. Besonders schön, dass man hier Mädchen gefunden hat, die haargenau so aussehen, wie sie im Buch beschrieben sind. Das ist auf vielen Covern ja oftmals nicht der Fall. Die Motten sind ebenfalls ein schönes Detail, da sie direkt auf die Geschichte und die Prophezeiung Bezug nehmen. Die Kurzbeschreibung liest sich gut und animiert dazu, direkt weiterlesen zu wollen. Kompliment an den Verlag!

Insgesamt hat mir der erste Band der "Smalltown Girls" Trilogie trotz einiger Schwächen sehr gefallen. Für den zweiten Band wünsche ich mir eine deutliche Weiterentwicklung der Charaktere, sodass diese auf mich ein bisschen angenehmer wirken. "Bis ihr nicht gestorben seid" erscheint am 26. November 2012.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.