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seschat
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Insgesamt 938 Bewertungen
Bewertung vom 13.12.2015
Meier, Beatrice

Alleine war gestern


ausgezeichnet

INHALT
Fünf unterschiedliche Personen aus Köln, alle um die sechzig, gründen eine Senioren-WG, um nicht mehr länger allein zu sein. Ihr Ruhestand ist ihnen zu eintönig und sie sehnen sich nach Abwechslung und Spaß. Alles läuft auch super an, bis Uschi unerwartet einen Schlaganfall erleidet und die WG zu verbrechen droht...

MEINUNG
Die Autorin Beatrice Meier hat mit "Alleine war gestern" einen sehr berührenden Roman übers Älterwerden und dessen Tücken und Chancen geschrieben. Mir hat dieser Roman aufgrund seiner lebensechten Charaktere und der realistischen bzw. authentischen Handlung ausnahmslos sehr gut gefallen.

Das WG-Leben im Alter ist längst nicht so lässig wie in der Jugend-/Studentenzeit. Denn geregelte Tagesabläufe haben sich eingeschlichen, Krankheiten und auch viele Eigenheiten. Die fünf Mittsechziger aus dem Roman bilden eine bunte Truppe. Ricarda, ehemalige Psychologin mit Helfersyndrom, Philip, ehemaliger Arzt, und Harry, Taxifahrer mit Hippielebensstil, kennen sich noch aus Jugendtagen. Dementsprechend locker und neckend gehen sie miteinander um. Der ruhige Ex-Sparkassenangestellte Eckart und die flotte Wurstverkäuferin Uschi stoßen neu hinzu. Eines wird bei diesen verschiedenen Persönlichkeiten schnell klar, der WG-Alltag ist alles andere als gewöhnlich. So chillt Harry am liebsten rum und hat immer einer frechen Spruch auf den Lippen, während Uschi in der Wohnung Aerobiclektionen von Jane Fonda durchturnt und Eckart lieber die Gemeinschaft meidet und sich in sein Zimmer zurückzieht. Mir hat besonders gefallen, wie sie mit der Zeit lernen, auf den jeweils anderen Rücksicht zu nehmen und ihr Leben durch die WG einen frischen Wind bekommt. Ich könnte mir im Alter durchaus vorstellen, auch in solch einer quirligen WG zu leben, anstatt allein in den eigenen vier Wänden zu hocken.

Sicherlich bringt das Alter einige Rückschläge mit sich, was Uschis Schlaganfall verdeutlicht. Gerade da ist es wichtig, dass man zusammenhält und nicht beim ersten Problem resigniert. Denn gemeinsam ist man stark und das ist in diesem Fall keine abgedroschene Plattitüde.

Beatrice Meier kann sich ausgesprochen gut in die seelischen Zustände ihrer Protagonisten hineinfühlen. Ob nun Trauer, Verlustängste oder Liebe, die gesamte Klaviatur der menschlichen Gefühlswelt wird bedient. Denn das Leben endet mit 60 noch lange nicht ;-)

Die Autorin setzt auf einen leicht verständlichen und witzigen Erzählton, der selbst ausweglos erscheinende Wendungen erträglich werden lässt. Vor allem der Wechsel innerhalb der Erzählperspektive hat mich angesprochen, weil auf diese Weise nicht nur die fünf Charaktere mit deren Hoffnungen und Nöten zu Wort kommen, sondern auch Pflegehund Ralf.

Das Cover mit den bunten, aufeinander geschichteten Macarons wirkt freundlich und macht richtig Lust, dieses Buch zu lesen. Ich finde das Design mehr als gelungen, weil es zugleich Zusammenhalt und Unterschiedlichkeit transportiert.

FAZIT
Ein Roman mitten aus dem Leben, der Hoffnung und viel Menschlichkeit verbreitet. Absolut lesenswert.

Bewertung vom 06.12.2015
Bentz, Jennifer

Frühstück mit Sophie


ausgezeichnet

INHALT
Louisa ist 28 und in allem, was sie tut, sehr korrekt und staatskonform. Nichts überlässt sie dem Zufall und so weiß sie auch, dass sie bald ihren spießigen und lahmen Dauerfreund Steffen heiraten wird. Doch Kontrollfreak Louisa hat nicht damit gerechnet, dass ihr Steffen ausgerechnet am Valentinstag einen Seitensprung beichten würde. Daraufhin gerät ihre ach so heile Welt komplett aus den Fugen und sie zieht kurzerhand in die Studenten-WG von Sophie und Paul. Doch überraschenderweise ist das Studentenpärchen bereits Anfang 70 und noch dazu sehr chaotisch und hippiemäßig eingestellt. Louisa ist gezwungen, ihre bisherige, kontrollierte Lebenseinstellung gründlich zu überdenken...

MEINUNG
Die Autorin Jennifer Bentz hat einen flüssigen, frischen und witzigen Schreibstil, der das Lesen einfach macht. Man wird in Louisas Lebensgeschichte hineinkatapultiert und kann sich sehr gut in die Hauptprotagonistin hineinversetzen. Als Spießerin ist der Fehltritt ihres blutleeren Freundes Steffen natürlich ein Weltuntergang und die Lebensplanung ist mal eben im Eimer. Aber sollte Louisa nicht froh sein, dass sie die eintönige und unaufgeregte Beziehung nun hinter sich hat? Ich denke schon.
Mir hat besonders ihre Wandlung innerhalb der Geschichte gefallen. Wie ihre selbst aufgestellte To-do-Liste in sich zusammenfällt und sie lernt mehr auf ihr Bauchgefühl und weniger auf ihren Kopf zu hören, das hat hohen Unterhaltungswert. Denn Louisa ist den Tücken des Alltags nicht immer gewachsen und will nicht länger das brave Mädchen von nebenan sein.
Dass sie sich dann noch in den vorbestraften Umweltaktivisten und Informatiker Ben verliebt, der so gar nicht mit ihrem bisherigen Sicherheitsdenken vereinbar ist, fand ich in Hinblick auf den Plot sehr erfrischend. Auch ihre rüstigen WG-Genossen Paul und vor allem Sophie erwiesen sich als sympathische und authentische Lebensratgeber. Sie leben ihr das wahre und glückliche Leben vor. Sie muss nur noch lernen mehr an sich und ihre Träume zu glauben. Denn Leben bedeutet auch den Dingen ihren Lauf zu lassen und nicht alles kaputt zu planen.
Auch das bunte Cover mit den scherenschnittartigen Figuren weiß zu begeistern und macht insgesamt einen lustigen Eindruck.
Mein Lieblingszitat:
"Man fragt nicht nach dem Sinn des Lebens, sondern man gibt ihm einen." (S. 164)

FAZIT
Ein kurzweiliges Buch, das sich sehr gut als Pausen- bzw. Urlaubslektüre eignet. Ich habe es wegen seiner witzigen und zugleich nachdenklichen Grundhaltung mit viel Freude gelesen.

Bewertung vom 04.12.2015
Richter, Martina

Mopswinter / Holmes und Waterson Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

INHALT
In Knieslingen hat die Skisaison begonnen. Überraschend wird ein Langläufer nach dem anderen in der Loipe erschossen. Der zweijährige Mopsrüde Holmes und sein menschlicher Kompagnon, Kommissar Johannes Waterson, haben alle Hände voll zu tun, die Morde aufzuklären. Sowohl der ambitionierte Förster als auch zwei verschmähte Geliebte geraten ins Radar der Ermittler...

MEINUNG
Ich bin im Fall von Kommissar Holmes ein Wiederholungstäter, denn ich habe bereits den ersten Band "Mopshimmel" für vorablesen lesen und rezensieren dürfen. Ich habe die Lektüre sehr geliebt und mich daher "tierisch" darauf gefreut, Holmes und Waterson wiederzubegegnen ;-)

Wieder einmal konnten mich Mops Holmes Ausführungen vollends mitreißen. Die Geschichte wird aus seiner Sicht, also aus der Sicht eines Hundes erzählt, was zugleich sehr unterhaltsam und lehrreich ist. Die Autorin kann sich als vielfache Mopsmama sehr realistisch in die Mops'sche Gedanken- und Lebenswelt einfühlen. Ich-Erzähler Holmes ist ein Kapitel für sich, immer mopsfidel und smart unterwegs und damit ein verdammt sympathischer Charakter. Er lebt in einem großen Haus zusammen mit 4 neugierigen Katzen, seinen leiblichen Eltern Nelly und Marquez und mit seinen aufopferungsvollen und tierlieben Besitzern Marlene und Miro; einfach ein sehr lebendiges Haus mit hohem Unterhaltungswert.
Auch Holmes Best Buddy Waterson konnte durch seine einfühlsame und verständige Art wieder punkten, wenngleich eine private Überraschung ihn ganz schön aus der Bahn geworfen hat.

Die Story empfand ich wie schon beim ersten Band "Mopshimmel" als sehr spannend und facettenreich. Es ist kein typischer Krimi, bei dem das oder die blutigen Gewaltverbrechen im Vordergrund stehen. Hier geht es eher um die umfangreichen Ermittlungen, also um Holmes eigenwillige Spurensuche.

Das Cover ist wie immer ein Hingucker für Mopsfreunde und Tierliebhaber. Im Vergleich zum ersten Band hat sich eigentlich nur die Kleidung von Holmes, trendiger Hundepullover, und die Umgebung geändert; was mich aber nicht im Geringsten gestört hat - denn so ist der Wiedererkennungswert recht groß. Ich könnte den knuffigen Protagonisten mit seinem treuen Augenaufschlag sofort drücken.

FAZIT
Tierisch gute Unterhaltung, die sehr gut zur Jahreszeit passt. Ich freue mich schon auf den dritten Band.

Bewertung vom 27.11.2015
Farago, Sophia

Der Heiratsplan / Lancroft Abbey Bd.1


ausgezeichnet

INHALT
England um 1811. Der Viscount of Panswick ist bereits seit einem Jahr tot und hat seiner großen Familien (Ehefrau und 5 Kinder) einen immensen Schuldenberg hinterlassen. Seine Witwe weiß nur eine Lösung: Ihre zweitälteste und hübscheste Tochter Penelope muss so schnell wie möglich einen vermögenden Ehemann finden; sonst ist die Familie und der Familiensitz Lancroft Abbey für immer verloren.

Um den Heiratsplan der Mutter in die Tat umzusetzen, werden die beiden ältesten Töchter – Penelope und Frederica - nach London geschickt. Die Ältere von beiden, Frederica, muss gezwungenermaßen als Anstandsdame herhalten, um in höheren Kreisen akzeptiert zu werden. Denn unverheiratete Frauen dürfen noch nicht allein reisen und uneingeschränkt Spaß haben. Anfangs ist sie, der eigentlich als Erste das Recht zusteht, als Debütantin in die Gesellschaft eingeführt zu werden, etwas angesäuert, doch fügt sich schnell der mütterlichen Anweisung. Denn das Stadtleben ist so ganz anders. Es ist laut, prunkvoll, aber auch ungerecht. Mithilfe der reichen Lady Derryhill besuchen beide bald exquisite Soireen und Bälle mit einigen Ehekandidaten (sog. Dandys) nicht nur für Penelope. Und alles kommt anders als erwartet…

MEINUNG
Die Autorin Sophia Farago versteht es vortrefflich, den Leser mitzureißen und für eine völlig andere Zeit zu begeistern. Ohne den üblichen Pathos und mit Mut zu lebensechten Figuren ist dieses Buch ein wahrer Lesegenuss gewesen. Mit Spannung habe ich die Reise der beiden Schwestern aus der englischen Provinz in die Großstadt und deren Behauptung in der von angestaubten Moral- und Sittenvorstellungen vollen Gesellschaft verfolgt. Als Leser bekommt man durch die zweigeteilte Erzählperspektive einen sehr guten Einblick ins Seelenleben von Frederica und Penelope. Beide sind altersmäßig nicht weit voneinander getrennt, gerade mal 2 Jahre liegen sie auseinander. Frederica ist 22 und Penelope 20. Und doch ist Frederica als Ältere die Reifere und Intelligentere von beiden. Penelope ist noch etwas verträumt und liebt Tiere und das Landleben sehr. Für beide ist der Ausflug nach London ein großes Abenteuer, das viele neue Erfahrungen mit sich bringt. Mir hat besonders Fredericas kämpferische und direkte Art gefallen. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und findet in ihrem vermeintlichen Onkel nicht nur einen ebenbürtigen Debattierpartner…
Alles in allem hat mir Faragos leicht zu lesender und geistreicher Erzählstil sehr gefallen. Auf den altertümlichen Sprachduktus der Zeit wurde größtenteils mit Ausnahme der Anredeformeln Gott sei Dank verzichtet.

FAZIT
Die Lektüre des Romans hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich konnte mich hervorragend in die Lebenswelt Englands Anfang des 19. Jahrhunderts hineinversetzen und mit den weiblichen Hauptfiguren mitfiebern. Eine romantische Zeitreise ganz nach meinem Geschmack. Jane Austen lässt grüßen.
PS: Ich sehne schon den zweiten Teil dieser Romanreihe herbei.

Bewertung vom 15.11.2015
Foley, Lucy

Die Stunde der Liebenden (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

INHALT
Die 27-jährige Fotografin Kate entdeckt eines Tages zufällig die Porträtzeichnung einer Frau,die ihrer verstorbenen Mutter verblüffend ähnlich sieht. Zusammen mit einigen Briefen kommt der Verdacht auf, es könnte sich um Kates unbekannte Großmutter handeln. Infolge setzt Kate alles daran, die porträtierte Frau ausfindig zu machen und damit ein Stück eigene Familiengeschichte zurückzugewinnen. Bei ihrer Recherche stößt sie auf den zurückgezogen lebenden Künstler Thomas Stafford. Ist er der fehlende Schlüssel zur Klärung der Identität der Unbekannten?

MEINUNG
Lucy Foleys Debütroman hat mich sehr bewegt zurückgelassen. Es ist eine berührende Familien- und zugleich eine ungewöhnliche, über mehrere Jahrzehnte reichende Liebesgeschichte. Einfühlsam, sehr bildhaft und mit leisen Tönen weiß die Autorin den Leser für ihre Geschichte zu begeistern. Die persönlichen Schicksale von Kate und ihrer Großmutter Alice machen betroffen und erzeugen irrsinniger Weise gleichzeitig Hoffnung. Die ungestüme Alice verliebt sich 1928 in ihren besten Freund Thomas. Auch wenn sie in verschiedenen Städten leben, so schreiben sie sich über Jahre hinweg Briefe und treffen sich sporadisch. Leider läuft Alice immer vor Thomas weg, wenn es ernst wird. Sie will der Karriere des sensiblen Freundes nicht im Wege stehen. Klara zieht sich nach dem Tod ihrer Mutter und ihrer besten Freundin im Jahr 1986 immer mehr ins Private zurück. Erst durch die ominöse Zeichnung werden ihre Lebensgeister wieder geweckt und ein anfangs sehr abweisender Architekt tritt in ihr Leben. Spielerisch kombiniert die Autorin fiktive Geschichte und Zeitgeschichte miteinander. Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg spielen eine Rolle. Foleys fesselnde Erzählung lebt vom ständigen Wechsel von Handlungsort (Paris, London, New York, Korsika), Erzählzeit und -perspektive. Am Ende werden beiden Geschichten fulminant zu einer zusammengefügt. Auch das Happy End ist mehr realistisch als kitschig.

FAZIT
Alles andere als eine seichte, vor Pathos triefende Liebesgeschichte, sondern zwei mitreißende, realistische Lebensgeschichten. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 22.10.2015
Adam, Jasmin

Felsenmond


ausgezeichnet

INHALT
Der Roman "Felsenmond" nimmt 5 Frauenschicksale aus den Jemen in den Blick. Die jungen Frauen, 15 bis 20 Jahre alt, versuchen sich in der von Männern dominierten Gesellschaft selbst zu finden und geraten dabei mehr als einmal an staatliche, familiäre und religiöse Grenzen.

MEINUNG
Jasmin Adam hat mit ihrem Romandebüt eine sehr überzeugende Lektüre geschaffen, die statt auf Schwarzweiß-Malerei und Klischees auf Emotionalität und ungeschönten Realismus setzt.

Jede der fünf Geschichten vermag es den Leser mitzureißen, ihn aufzuwühlen und nicht mehr los zu lassen. Mithilfe einfühlsamer, feiner Beschreibungen kann man spielerisch in das Leben der 5 unterschiedlichen Frauen eintauchen.

So trifft man u.a. auf die junge Latifa, die gegen ihren Willen zwangsverheiratet wird und dafür vom Dorf in die Stadt ziehen muss. Zudem lernt man die intelligente Sausan kennen, der Bildung alles bedeutet und der eine illegale Beziehung zu einem Kommilitonen zum Verhängnis wird. Im Gegensatz dazu ist Sausans 15-jährige Schwester Hanna wenig an Schule und Lernen interessiert und sucht ihr Glück in einer Ehe mit einen viele Jahre älteren und vermögenden Saudiarabier. Darüber hinaus wird Aischas Schicksal dargestellt, die mit zwei Kindern und ihren Schwiegereltern auf dem Land lebt, während ihr Mann nur alle drei Monate nach Hause kommt. Zu guter Letzt rückt Malika in den Focus. Die Studienkollegin von Sausan und ausgebildete Lehrerin sucht mangels Schmiergeld vergeblich nach einer Anstellung und verfasst über diese soziale Schieflage reißerische Zeitungsartikel.

Mich haben alle 5 Geschichten angesprochen und nachdenklich gestimmt. Sie zeigen, wie weit der patriarchische Orient in der Behandlung von Mann und Frau noch vom demokratischen Okzident entfernt ist. Auch die Bürgerkriegszustände werden angesprochen. Mir gefällt, dass die Autorin nie etwas bewertet, sondern den Leser sich seine eigene Meinung bilden lässt. Dadurch wirkt dieses Werk umso stärker nach.

Das Cover passt vortrefflich zum Inhalt. Es wirkt geheimnisvoll und bekommt durch die orientalischen Muster einen traditionellen Touch.

FAZIT
Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte, weil es neue, ungeschönte Einblicke in die jemenitische/orientalische Lebenswelt liefert. Nicht nur ein Buch für Jugendliche und Frauen, sondern für jedermann.

Bewertung vom 22.10.2015
Klemm, Hans-Georg

Ewig dein ..., m. Audio-CD


weniger gut

INHALT
Der Gymnasiallehrer Hans-Georg Klemm berichtet in insgesamt 10 Kapiteln von den glücklichen und bisweilen unglücklichen Liebesgeschichten der weltbekannten Komponisten Beethoven, Berlioz, Chopin, Liszt und Schumann. Der Einfluss der weiblichen Partner/Geliebten auf die Meisterwerke der genannten Musikgrößen ist nicht zu unterschätzen.

MEINUNG
Ich habe mich sehr auf die Lektüre dieses Buchs gefreut, gerade weil es mal wieder ein Sachbuch mit biografischen Zügen gewesen ist.
Leider hielt meine Begeisterung nicht lang an. Das lag daran, dass der Autor die einzelnen Liebesgeschichten nicht in getrennten Kapiteln abhandelt, sondern stringent über die gesamten zehn Kapitel miteinander vermischt, was dem Verständnis nicht zuträglich ist. Ich hatte Probleme, die einzelnen Geschichten auseinander zu halten, besonders wenn darüber hinaus Originalquellen, wie z.B. Briefe, Gedichte etc., zitiert wurden. Ich hätte mir einen roten Faden und ein besseres Konzept gewünscht. Die Zeittafel und die CD am Buchende haben nur marginal darüber hinweggetröstet. Zwischen den Zeilen habe ich mich oft gefragt, muss diese iterative Schilderung nun sein. Vieles geriet mir zu langatmig und etwas zu spröde, so dass ich einiges überfliegen musste, um bis zum Ende durchzuhalten. Einzig die Erzählung über Chopin hat mir gefallen und konnte mich begeistern. Sicher hat der Autor versucht die Verbindungen der Komponisten untereinander aufzuzeigen, was ihm auch gelungen ist, aber das etwas besonderes oder lehrreiches hängen geblieben wäre, kann ich leider nicht behaupten. Durch die beschriebene Anlage des Buchs und den häufigen Perspektivwechsel habe ich das Sachbuch als nichtssagend empfunden.Das Cover gefällt mir im Vergleich zum Inhalt hingegen sehr gut. Es ist weder antiquiert noch zu modern gestaltet, sondern verfügt über ein gutes, atmosphärisch ansprechendes Design. Die Porträts von Clara und Robert Schumann vor dem Notenblatthintergrund, das hat was.

FAZIT
Leider mitnichten das Buch, das ich erwartet habe. Die Lektüre ist zu lahm und zu verworren geraten. Nicht mein Fall.