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harakiri
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Ostalb
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Bewertungen

Insgesamt 1196 Bewertungen
Bewertung vom 22.09.2018
Konrath, J. A.

Webcam - Er sieht dich


sehr gut

Erinyes räumt auf. Er tötet alle, die Schuld auf sich laden. Seien es allzu freizügige Frauen, Prostituierte oder auch jemand, der einfach nur im Weg ist. Besonders perfide sind seine Morde an Frauen, die Kendal heißen. Er stalkt sie regelrecht, hackt ihre Smartphones und PCs und dringt des Nachts in ihre Schlafzimmer ein. Detective Tom Mankowski ist ihm auf der Spur. Allerdings wird dann seine Freundin entführt und das nimmt er persönlich.
Bereits die ersten Seiten sind sehr gruselig. Zwar lässt der Autor jetzt nicht Mengen an Blut fließen, er spielt eher mit der Einbildungskraft seines Lesers und lässt Schreie erklingen und bestellt Peitschen im Internet. Mit den Opfern hätte ich gerne ein wenig mehr mitgelitten, die Beschreibung ging etwas schnell. Sehr schnell war auch das Ende.
Konradts Schreibweise hat mir gut gefallen, er schreibt flüssig und anschaulich. Allerdings kamen mir seine Charaktere nicht so richtig nahe. Mit sämtlichen 4 Protagonisten konnte ich nicht viel anfangen, hier hätte ich mir mehr Input gewünscht, auch wenn das Privatleben durchaus kurz gestreift wurde.
Dies ist mein erstes Buch von J.A. Konradt, aber wohl nicht mein letztes. Querverweise im Buch zeigen zu Jaqueline (Jack) Daniels, die mir ein interessanter Charakter zu sein scheint.
Fazit: gut zu lesen, aber mit kleinen Schwächen.

Bewertung vom 20.09.2018
Gruber, Andreas

Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3


ausgezeichnet

Wien. Evelyn Meyers kommt einem dubiosen Fall auf die Spur: warum gesteht Michael von Kotten einen Mord, den er nicht begangen hat? Bei ihren Nachforschungen stößt sie in ein Wespennest.
Zeitgleich hat es in Leipzig Kommissar Walter Pulaski mit rätselhaften Todesfällen zu tun, in die alle eine Frau mit einem roten Kleid verwickelt zu sein scheint. Persönlich wird der Fall durch den Tod des Vaters einer Schulfreundin seiner Tochter und dass die beiden Mädchen sich neugierig auf die Suche nach dem Mörder machen. Und bald überschlagen sich die Ereignisse.

Wieder ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten hat. Ich mochte es gar nicht mehr weglegen. Und das, obwohl es fast 600 Seiten hatte, mich keine Sekunde gelangweilt hat. Gruber schafft es mit seinen Büchern jedes Mal wieder, mich zu begeistern.
In Rachewinter beschreibt er einen Fall, der anscheinend unlösbar ist. Doch nach und nach kommen Pulaski und Meyers, unabhängig voneinander, auf eine Spur, die sie letztendlich in einem furiosen Finale wieder einmal zusammenführt. Ein wenig lange hat es mir allerdings schon gedauert, bis sich die Fälle schließlich trafen, so wurde man ständig zwischen Leipzig und Wien hin- und hergeschubst und besonders zu Anfang musste man schon aufpassen, welcher Mord und welcher Verdächtige gerade dran waren.
Fazit: Rachewinter ist bereits der dritte Fall von Walter Pulaski und Evelyn Meyers und ich hoffe, dass ich noch einige von ihnen zu lesen bekommen werde.

Bewertung vom 16.09.2018
McLean, Russel D.

Ed ist tot


ausgezeichnet

Unfreiwillig gerät Jen Carter in Schwierigkeiten. Als sie versehentlich ihren Freund mit dem Brotmesser ersticht, zieht das weite Kreise und bald ist sie eine gesuchte Serienmörderin. Dabei muss sie sich doch bloß ihrer Haut wehren! Denn ihr Freund war im Drogenmilieu tätig und seine Auftraggeber finden es nicht witzig, dass er ihnen noch Geld und Ware schuldet, die sie jetzt bei Jen vermuten.
Zugegeben: schon ein bisschen bizarr, die ganze Handlung. Aber auch zum Schmunzeln. Wie schnell man zum Serienmörder werden kann, wenn man selber überleben möchte. Das Buch ist locker geschrieben, fast hofft man mit Jen, dass sie entkommt und ein besseres Leben beginnen kann. Wobei sie auch Dinge tut, die ich beim Lesen eher verurteilt habe. Beinahe stolpert sie von einem Mord zum Anderen und kann ja (fast) nichts dafür, dass sie alle umbringt 
Fazit: nicht ganz ernst zu nehmender Noir-Krimi, der sich aber locker lesen lässt.

Bewertung vom 15.09.2018
Cantor, Jillian

Das Mädchen mit dem Edelweiß


ausgezeichnet

Das gestohlene Leben
Als Katie die Briefmarkensammlung ihres Vaters schätzen lassen will, stößt der Experte Benjamin auf eine besondere Briefmarke aus den 30er Jahren. Katie und Benjamin wollen dem Geheimnis dieser Briefmarke und des ungeöffneten Briefes, auf dem sie klebt, auf die Spur kommen und reisen nach England, Österreich und Deutschland. Was sie dort herausfinden, überrascht alle.
Jillian Cantor ließ sich durch einen Brief an ihre Großeltern für dieses Buch inspirieren. Ihre Recherchen führten sie auf die Spur von Widerständlern im Zweiten Weltkrieg, die mit Druckplatten falsche Papiere herstellten. Aus diesen „Zutaten“ mixt die Autorin einen Cocktail, der es in sich hat. Auf zwei Erzählebenen lernen wir die Geschichte von Christoph und Elena, sowie die Suche nach dem Empfänger des Briefes in der Gegenwart kennen.
Der Schreibstil von Cantor hat mir sehr gut gefallen. Das Buch liest sich sehr schnell und man mag es gar nicht aus den Händen legen, bis man weiß, was das Schicksal für Christoph, Elena und ihre Angehörigen, vorgesehen hatte und was aus ihnen wurde. Manche Stellen treiben einem gar Tränen der Rührung in die Augen. Allerdings fand ich den Schluss ein klein wenig unglaubwürdig, aber gut, es ist ein Roman, da darf das sein.
Besonders berührt hat mich folgendes, sinngemäßes, Zitat „… was wäre gewesen, wenn mir keiner mein Leben gestohlen hätte?“ Dieser Satz sagt so viel aus, was in der damaligen Zeit passiert ist und welche Einzelschicksale sich darum ranken.
Fazit: ein wunderschöner Roman, angesiedelt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Sehr gut recherchierte und ausgearbeitete Figuren machen es zu einem Vergnügen, dieses Buch zu lesen.

Bewertung vom 13.09.2018
Hannah, Kristin

Liebe und Verderben


ausgezeichnet

Als Lenis Vater ein Grundstück in Alaska erbt, sehen die Allbrights dies als Chance. Seit er aus Vietnam zurück ist, war er immer ruhelos, Alaska soll ein Neuanfang sein. Anfangs gelingt dieser Neuanfang auch, doch die langen Winter zehren an Ernt und ohne die Hilfe der Dorfbevölkerung hätte die Familie keine Möglichkeit, in Alaska Fuß zu fassen. Doch Ernts Trauma ist schrecklich und bald kommt es zur Eskalation.

Was für ein geniales Buch! Hannahs Bücher mag ich schon lange und ich habe ihre Bücher bisher alle verschlungen. Doch „Liebe und Verderben“ ist für mich das bisher beste Buch. Wortgewaltig erzählt sie die Geschichte der Allbrights, die keine Einfache ist. Die Krankheit des Vaters, Lenis Liebe zu Matthew, der ständig Kampf – all das baut sich zu einer Handlung auf, die es in sich hat. Wie bangt man mit Leni und ihrer Mutter mit, wie hatte ich Herzklopfen bei Lenis erstem Date, was hatte ich Angst um die beiden Frauen, wenn der Vater wieder einmal gewalttätig wurde. Hannahs Worte besitzen eine unglaubliche Sogwirkung, einmal begonnen konnte ich das Buch nicht wieder zur Seite legen. Mit jeder Seite spürt man auch eine Liebe zu Alaska, beinahe vermeint man sich selbst dort zu sein und die Strapazen der Ansiedlung mitzuerleben. Besonders die Beschreibung der Hütte zu Anfang hat mich gegruselt: zu realitätsnah geschildert, aber die Familie hält zusammen und macht sie bewohnbar!
Die Charaktere fand ich alle sehr liebevoll gezeichnet, allen voran natürlich die dicke Marge. Resolut und doch mit einem sehr weichen Herz ausgestattet, wuchs sie mir gleich an selbiges. Aber auch Leni und Matthew mochte ich gleich sehr gerne. Lenis Mutter allerdings war mir etwas zu weich, zu nachgiebig, aber auch sie lernte ich zu verstehen.
Fazit: Dieses Buch wird wohl noch lange in mir nachklingen.

Bewertung vom 09.09.2018
Schweikert, Ulrike

Hoffnung und Schicksal / Die Charité Bd.1


ausgezeichnet

Eine aufregende Zeit in der Geschichte der Medizin: das frühe 19. Jahrhundert. Operationen werden ohne Betäubung durchgeführt, man kämpft gegen Wundbrand und die Cholera und Frauen dürfen sich nur als Krankenwärterinnen verdingen, statt selbst als Ärztinnen tätig zu werden.
In dieser Zeit spielt Ulrike Schweikerts neuer Roman. Teils fiktive Personen werden mit realen Persönlichkeiten vermischt und alles zu einer sehr lesenswerten Story verwoben, die den Leser in seinen Bann zieht. Tragische Einzelschicksale, auferlegte Gesellschaftszwänge und wunderbare Erfolge in der Medizin – das alles macht die Geschichte aufregend und lädt zum Mitfiebern und Bangen ein.
Fazit: Ulrike Schweikert schafft es immer wieder, die Vergangenheit einzufangen und lesenswert aufzubereiten

Bewertung vom 08.09.2018
Carver, Tania

Er will dein Herz / Marina Esposito Bd.7


sehr gut

Rätselhafte Morde geschehen. Die Frauen werden entführt und das Herz herausgeschnitten. Ein schwieriger Fall für Phil Brennan und Maria Esposito, die auch noch mit ihrer Beziehung zu kämpfen haben.
Doch der Täter begeht Fehler, die es den Ermittlern gestatten, ihm auf die Spur zu kommen. Allerdings ist er schneller als sie und entführt eine Polizistin. Jetzt läuft die Zeit gegen die Ermittler…

Wieder mal ein spannungsgeladener Thriller von Tania Carver. Bereits von der ersten Seite an ist der Spannungsbogen sehr hoch und flacht auch nur selten ab. Meistens in den Szenen, in denen das Beziehungsdrama von Brennan und Esposito thematisiert wird. Das hat mich mit der Zeit etwas gelangweilt. Vor allem auch Brennans Totalabsturz und sein Verhalten den Verdächtigen gegenüber waren nicht gentlemanlike, so kenne ich ihn gar nicht.
Carver schreibt sehr flüssig und hat mit dem Vorgehen des Täters auch einen erfrischend neuen Ansatz in einem Thriller gefunden, den ich sehr gut aufgebaut fand. Die misshandelten Frauen, die nie im Frauenhaus ankamen. Leider hatte ich schon sehr bald einen Verdacht auf den Täter, hier hat sich die Autorin zu früh verraten, was mir das Lesen ein klein wenig verleidet hat.

Bewertung vom 01.09.2018
Cooper, Ellison

Todeskäfig / Sayer Altair Bd.1


sehr gut

Ein Killer, der seine Opfer in einen Käfig sperrt und verdursten lässt. Ein ungewöhnlicher Fall für FBI-Agent Sayer Altair. Zusammen mit ihrem Team findet sie heraus, dass der Täter nicht zum ersten Mal gemordet und schon wieder ein Mädchen verschleppt hat. Die Zeit läuft!
Ein sehr spannendes Buch, wenn auch manche Szenen sehr konstruiert erschienen, vor allem das Ende. Da wurden dann noch einige forensische „Leckerbissen“ aufs Tapet gebracht, was nicht zwingend nötig gewesen wäre.
Ich mochte das Buch sehr gerne, konnte es kaum aus den Händen legen. Mir hat Sayer als Protagonistin sehr gut gefallen, auch Vik mochte ich sehr gerne und fast verliebt habe ich mich in Toni, der strahlte so viel Positives aus. Was mich gestört hat, waren die vielen falschen Verhaftungen, aber die sind nun mal der Story geschuldet und gehören dazu. Bei der dritten habe ich allerdings nur noch mit den Augen gerollt und mir gewünscht, dass der Fall etwas anders laufen würde.
Letztendlich hat mich der Täter dann aber doch überrascht. Begeistert war ich eh von seiner Schläue und wie er all die falschen Spuren gelegt hatte. Das hat Sayer ganz schön zu beißen gegeben und auch den Leser überrascht.
Fazit: Ich freue mich auf weitere Bücher mit Sayer und ihrem Team.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.08.2018
Fellowes, Jessica

Unter Verdacht / Die Schwestern von Mitford Manor Bd.1


gut

Louisa ist 19 und lebt in ärmlichen Verhältnissen. Als ihr Onkel sie prostituieren will, muss sie fliehen. Sie landet als Kindermädchen in Mitford Manor, wo sie sich gleich sehr wohl fühlt und sich mit Nancy, einer der 6 Töchter, anfreundet. Gleichzeitig beschäftigt ein Mord in einem Zug den Umkreis Londons. Und Louisa und Nancy ermitteln heimlich. Unterstützt von Polizist Guy, der sein Herz für Louisa verloren hat.
Eine Mischung aus Krimi und Romanze, so würde ich diesen Roman beschreiben. Teilweise etwas zäh, gegen Ende recht spannend, aber so richtig fesseln konnte mich das Buch leider nicht. Erst beim Lesen des Nachwortes wurde mir bewusst, dass es die Mitfordschwestern tatsächlich gegeben hat und so habe ich die Familie gegoogelt.
Louisa mochte ich auf Anhieb, sonst blieben die Handelnden eher blass. Von Nancy hatte ich mir lt. Klappentext mehr erhofft. Die Stellen mit Louisas Onkel konnten mich immer fesseln, der Aufenthalt bei Tante Rose ebenso, aber die Stimmung auf Mitford Manor fand ich eher öde. Was weniger dem guten Schreibstil der Autorin als eher der wohl authentischen Stimmung in dem Anwesen geschuldet war.
Fazit: Der Auftaktband einer Reihe, die ich nicht unbedingt weiter verfolgen muss.

Bewertung vom 29.08.2018
Lehane, Dennis

Der Abgrund in dir


gut

Rachel Childs ist auf der Suche nach ihrem Vater, doch was sie findet, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht auszumalen gewagt. Als sie ihren Ehemann, den sie auf Geschäftsreise wähnt, in ihrer Heimatstadt sieht, beginnt sie zu recherchieren. Sie verfolgt ihn und findet heraus, dass er nicht der ist, der er zu sein scheint. Und dass er noch viel mehr verbirgt…

Bereits zu Beginn liest man, dass Rachel ihren Mann erschießt. Doch aus welchem Grund? Das dauert ziemlich lange bis sich die ganze Handlung aufzulösen beginnt. Anfangs – die Suche nach dem Vater – fand ich das ganze Buch noch etwas zäh und langatmig, diesen Teil hätte es in meinen Augen gar nicht gebraucht, um Rachel zu verstehen. Denn verstehen wie sie tickt, muss man schon, um der Handlung komplett folgen zu können. Erst als Rachel dann ihren Mann verfolgt, war ich ganz in der Handlung gefangen. Und hier wurde das Buch dann auch sehr spannend. Die Wendungen, die die Story nimmt fand ich sehr faszinierend.
Fazit: braucht ein wenig bis es in Fahrt kommt, ist dann aber spannend und die Handlung unerwartet.