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Luise
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Luckenwalde

Bewertungen

Insgesamt 85 Bewertungen
Bewertung vom 26.05.2025
Hoven, Elisa

Dunkle Momente


ausgezeichnet

Spannend und unerwartet
"Dunkle Momente" von Elisa Hoven ist kein Wohlfühlbuch, aber ein Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe.
Es geht um jenen Moment, an dem ein Opfer zum Täter wird, um eine Grenze, die schnell überschritten sein kann.
Eva Herbergen hat als Strafverteidigerin mit den unterschiedlichsten Tätern zu tun und fragt sich oft, warum Recht und Gerechtigkeit nicht immer das Gleiche sind.
Auch in Evas eigenem Leben gab es solche Entscheidungen, die sie an den Punkt führten, an dem sie steht.
In diesem Rahmen werden mehrere Geschichten erzählt, Fälle geschildert, die eindeutig zum nachdenken bringen, die nicht so eindeutig sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.
Das Buch ist sehr gut geschrieben, sachlich, aber trotzdem sehr spannend. Was ich wichtig finde, es werden Situationen beleuchtet, die zum Nachdenken bringen, die im Gedächtnis bleiben werden. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Bewertung vom 24.05.2025
Schünemann, Christian

Bis die Sonne scheint


ausgezeichnet

Lebendige Familiensaga
„Bis die Sonne scheint“ von Christian Schünemann erzählt aus der Perspektive des jüngsten Sohnes eine bewegte Familiengeschichte. Zugleich ist es eine Reise durch die Generationen, in der ich mich selbst wiederfand und viel Vertrautes entdeckte. Die Handlung springt zwar zeitlich hin und her, doch dank der überschaubaren Figurenzahl bleibt der Lesefluss angenehm. Auffällig ist, wie in jeder Epoche Probleme verborgen werden – nach innen wie außen, denn der Schein muss stets gewahrt bleiben. Besonders faszinierend war Daniels Perspektive: Er beobachtet viel, urteilt wenig. Der Schreibstil ist klar und anschaulich, die jeweilige Zeit wird durch Mode, Filme und Sprache lebendig eingefangen. Das Generationenübergreifende hat mir besonders gefallen – man sieht hautnah, wie falsche Entscheidungen noch Jahre später nachhallen.

Bewertung vom 22.05.2025
Jarr, Simon

Jasper Field (eBook, ePUB)


sehr gut

Lang, aber nicht langatmig
"Simon Jarr " von Simon Jarr ist eine sehr umfangreche Geschichte und ein sehr guter Debütroman.
Von blondy67
Max Sandberg steht hier im Mittelpunkt, nach dem Unfalltod seiner Eltern ist er der Erbe eines Verlagsimperiums und muss sein Leben komplett ändern.
Jasper Field ist ein sehr vielschichtiger Protagonist, bei dem man sich nie sicher ist, wie weit ihm Max trauen sollte. Dieser hat diese Bedenken aber nicht. Obwohl Max von vielen Seiten gewarnt wird, lässt er sich auf Jasper ein und die beiden begeben sich auf die Suche nach einer ganz anderen Wahrheit.
Es werden hier sehr viele Themen angesprochen, der Roman ist sehr umfangreich, ein klein wenig Straffung hätte mir sehr gut gefallen. Allerdings ist der Schreibstil gut und flüssig zu lesen, es kommt zu keiner Zelt Lageweile auf, teilweise ist es auch richtig spannend.
Die Protagonisten werden lebensecht dargestellt und entwickeln sich im Laufe der Zeit auch weiter.

Bewertung vom 22.05.2025
Bußmann, Nina

Drei Wochen im August


gut

Nicht komplett fassbar
"Drei Wochen im August" von Nina Bußmann ist die Geschichte einer Beziehung, eine Familiengeschichte, aber auch noch so viel mehr.
Elena fährt in ein Ferienhaus nach Frankreich, beide Kinder, eine Freundin der Tochter und das Kindermädchen begleiten sie. Ihr Ehemann, Kolja, bleibt zu Hause und das hat auch Gründe.
Diese Geschichte wird abwechseln aus den Gedanken von Elena und Eve, dem Kindermädchen erzählt. Wir sehen durch ihre Augen und lesen die so verschiedenen Gedanken.
Die Gedanken blieben mir manchmal fremd, mal bringen sie uns die Protagonistinnen etwas näher. Die Atmosphäre ist spannungsgeladen, fast bedrohlich, obwohl sich kein genauer Grund dafür abzeichnet.
Irgendwie ist es eine Aneinanderreihung von Gedanken und eher belanglosen Geschehnissen, von Besuchern und kleineren Katastrophen.
Ich habe es teilweise sehr gerne gelesen, mir hat aber irgendwie ein zentrales Thema gefehlt.

Bewertung vom 22.05.2025
Groschupf, Johannes

Skin City


sehr gut

Mit Abstrichen
"Skin City" von Johannes Groschupf ist nicht mein erstes Buch des Autors und so wusste ich auch in etwas, was mich erwartet. Der Schreibstil ist meist recht hart und ungeschönt, die Zusammenhänge ergeben sich meistens erst etwas später.
Die Perspektiven wechseln sich hier ab, was ich meist recht gerne mag, es bringt etwas Bewegung in die Sache. Die Spannung ist hier vordergründig nicht immer gegeben, zum Ende hin dann allerdings schon.
Es geht hier auch nicht nur um ein Verbrechen, nein, es ist schon fast eine Milieustudie, aus dem Umfeld und der Mitte von Berlin. Gerade die Stadt wird hier gut mit einbezogen, macht Spaß, wenn man manches wiedererkennt.
Auch die Charaktere sind Unikate und treffend gezeichnet, obwohl nicht alles glaubwürdig für mich ist.
Mir hat dieses Thriller gut gefallen, gerade aufgrund der harten Art.

Bewertung vom 22.05.2025
Eui-kyung, Kim

Hello Baby


sehr gut

Kinderwunsch
"Hello Baby" von Kim Eui-kyung ist von der Handlung in Südkorea angelegt, dadurch bekommt man ganz nebenbei noch Informationen über das Leben im Land. Informationen hauptsächlich über Frauen, über Mütter und Frauen, die Mütter werden wollen.
Die sechs Frauen, die hier abwechselnd erzählen, lernen sich in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen und halten mit dem Gruppenchat "Hello Baby" untereinander Kontakt. Sie geben sich gegenseitig Halt, begleiten sich zu schmerzvollen Behandlungen und trösten sich nach Fehlgeburten. Diesen Zusammenhalt mochte ich sehr.
Eine Unfruchtbarkeit wird teils immer noch verschämt verschwiegen, hier wird darüber geredet, was es mit den betroffenen Paaren macht, hauptsächlich mit der Frau. Sie alle hier nehmen lange, teure und teils schmerzhafte Behandlungen auf sich, für ihren Kinderwunsch. Dieses Kind wird teilweise mehr von der Schwiegermutter gefordert, was diese jungen und modernen Frauen noch hilfloser zurücklässt.
In der Arbeitswelt werden diese Mütter auch bedroht, bloß nicht auszufallen oder weniger zu arbeiten, das kam aber auch so nebenbei zur Sprache, für mich hätte das Buch in alle Richtungen gerne noch ausführlicher sein können.
Die Geschichte wird sehr sachlich, ohne große Emotionen, geschrieben, was ihr sehr zugut kommt. Ich habe sie sehr gerne gelesen.

Bewertung vom 21.05.2025
Groeningen, Isabelle van

Mein wunderbarer Cottage-Garten


sehr gut

Informativ und schön
„Mein wunderbarer Cottage-Garten“ von Isabelle Van Groeningen ist ein Buch, das mich sofort begeistert hat. Als Fan von Gartenliteratur habe ich bereits viele Werke gelesen, einige davon dienen mir heute als Referenz.
Dieses Buch lädt eher zum Schmökern ein – ich hatte parallel noch ein Nachschlagewerk griffbereit, um Pflanzen zu recherchieren.
Der Fokus liegt hier auf der Gestaltung von Gartenbereichen und dem Gesamtkonzept. Es wird nach Jahreszeiten, Höhe, Farbe und sogar Duft geplant, was sehr inspirierend umgesetzt ist.
Auch ohne eigenen Garten ist das Buch ein Genuss: Der Stil ist leicht und charmant, mit vielen ansprechenden Fotos und zarten Illustrationen.
Neben Designaspekten betont die Autorin Naturnähe, gibt Tipps zur Pflanzenpflege und hilft bei der Schädlingserkennung.
Mehr detaillierte Pflanzenporträts mit Bildern wären noch schön gewesen.
Trotzdem hat mir das Buch viele Ideen geliefert, es war unterhaltsam – und jetzt geht’s ab in den Garten!

Bewertung vom 21.05.2025
Hadler, Colin

Seven Ways to Tell a Lie


sehr gut

Freunde sein
„Seven Ways to Tell a Lie“ von Colin Hadler ist ein typisches Jugendbuch – und das merkt man auch. Jugendliche Leser dürften begeistert sein, obwohl ich es ebenfalls genossen habe.
Es geht um Videos, die verschickt, geteilt und bewertet werden. Das Besondere: Eine Gruppe Jugendlicher entdeckt sich darin wieder, doch die Wahrheit wird verfälscht.
Wer steckt dahinter? Warum? Und was ist wirklich passiert? Langsam enthüllt die Geschichte immer neue Details.
Jonah erzählt aus seiner Perspektive, doch nach und nach lernt man auch die anderen kennen. Dabei zeigt sich: Selbst in Lügen steckt oft ein Funken Wahrheit.
Wie die Jugendlichen damit umgehen und was wirklich dahintersteckt, sorgt für Spannung.
Mir hat das Buch gefallen – der Schreibstil ist locker und leicht. Noch besser wären abwechselnde Perspektiven der Gruppe gewesen.

Bewertung vom 19.05.2025
Jónasson, Jón Atli

Schmerz / Dora und Rado Bd.1


ausgezeichnet

Fesselnder Serienstart
„Schmerz“ von Jón Atli Jónasson eröffnet eine neue Krimireihe, die das Außenseiter-Duo Dora und Rado von der Reykjavíker Polizei in den Mittelpunkt stellt. Der Auftakt überzeugte mich so sehr, dass ich den Folgeteil bereits vorgemerkt habe.
Im Thingvellir-Nationalpark verschwindet eine Schülerin während einer Exkursion. Da alle Beamten in einem Großprojekt eingesetzt sind, übernimmt Dora die ersten Ermittlungen – obwohl sie nach einer Dienstverletzung normalerweise nur Büroarbeit leistet. Auch Rado ist ein Einzelgänger. Die Zusammenarbeit der beiden muss sich erst entwickeln, was authentisch dargestellt wird.
Der Stil ist schlicht und schnörkellos, passend zur isländischen Kulisse. Kurze Abschnitte und klare Sprache prägen den Text. Der Fall bleibt eher nebensächlich; im Vordergrund stehen die Charaktere, deren Beziehung detailliert aufgebaut wird.
Spannung sucht man hier vergebens – kein klassischer Krimi. Wer Action und rasanten Plot erwartet, liegt falsch. Das Buch ist eine Milieu- und Figurenstudie, ansprechend für Leser, die sich auf den nüchternen Erzählton einlassen können.

Bewertung vom 19.05.2025
Moore, Liz

Der Gott des Waldes


ausgezeichnet

Ganz große Klasse
„Der Gott des Waldes“ von Liz Moore lässt sich schwer einer bestimmten Kategorie zuordnen. Aber unabhängig davon, ob man das Buch als Krimi, Thriller oder Gesellschaftsroman betrachtet, ist es fantastisch strukturiert.
Im Sommer 1975 ist die 13-jährige Barbara aus einem Feriencamp in den Adirondack Mountains verschwunden. Sie ist die Tochter der Besitzer. Das Besondere daran ist jedoch, dass hier vor 14 Jahren bereits einmal ein Kind verschwand, Bear. Und er war Barbaras Bruder. Aber so richtig spricht niemand darüber.
Das Besondere daran ist, dass wir die Geschichte aus zahlreichen Perspektiven erleben, wobei die jeweiligen Namen über den Kapiteln stehen. Auch in den Zeiten wechseln wir, die Überschriften sind klar und man hat stets Gewissheit.
Es ist geschickt, dass sich die Geschichte nach und nach aufbaut und jeder ein anderes Detail zum Gesamtbild hinzufügt. Es war ein Staunen, ein Unglaube, ein Grauen – manchmal war mir unklar, welche Reaktion angemessen wäre.
Das Buch behandelt eine Vielzahl von Themen, die sich allmählich vertiefen und dadurch noch eindringlicher im Gedächtnis bleiben.
Die Spannung steigt sehr schnell und wird sehr hoch; am liebsten hätte ich es direkt in einem Stück gelesen.
Insbesondere die Unterschiede der sozialen Klassen und deren Auswirkungen auf die Menschen sind gut veranschaulicht. Auch die Darstellungen der Natur dieser Wälder und der dortigen Landschaft haben mich tief beeindruckt.