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TochterAlice
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Köln

Bewertungen

Insgesamt 1453 Bewertungen
Bewertung vom 03.01.2025
Wurster, Sandra

Bring dein Herz zum Tanzen


gut

Ziemlich provokant
Natürlich nicht denen gegenüber, deren Herz und vor allem auch der Körper zum Tanzen gebracht werden sollen. Sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist - gut und schön. Nicht auf die gängigen Schönheitsideale zu achten - noch besser.

Aber deswegen alle herauszufordern, ja zu provozieren, die diese Werte mißachten (könnten) - nein, das ist nicht der richtige Weg. Es gibt hier relativ wenig Neues und/oder Wertvolles. Ich finde, dieses Buch muss man nicht haben, geschweige denn lesen!

Bewertung vom 30.12.2024
Knoll, Jessica

Bright Young Women


weniger gut

Zieht sich wahnsinnig

Und ständig sind alle von allen genervt in dieser Geschichte um einen Serientäter und seine Opfer, vor allem jedoch um dessen Umfeld, die maßgeblich in den 1970er Jahren spielt, jedoch weit bis ins 21. Jahrhundert hinein greift.

Eigentlich ein spannendes Thema: Ein Serienmörder schleicht sich in ein eigentlich für Männer verschlossenes Wohnheim einer Studentinnenverbindung, verletzt mehrere Frauen und ermordet zwei. Offenbar ist es nicht das erste Mal, dass er dies tut - so langsam (also wirklich sehr, sehr langsam) fließen die Handlungen zusammen.

Es sind mehrere Frauen, die im Fokus stehen, aber sie sind nicht so eindeutig dargestellt, dass es eine klare Abgrenzung voneinander gibt. Das machte die Lektüre für mich zusätzlich schwer und so kann ich diesen Roman leider nicht weiterempfehlen. Mit Spannungsliteratur hat er aus meiner Sicht ausgesprochen wenig zu tun!

Bewertung vom 27.12.2024
Hahn, Anna Katharina

Der Chor


sehr gut

Ich habe als Teenagerin in einem Chor mit einem ebenfalls baltischen Dirigenten gesungen, der war allerdings Lette und mein Onkel. Was zunächst auf sanften Druck seinerseits begann, machte bald richtig viel Spaß, zumal meine gleichaltrigen Freundinnen dort auch mitsangen.

Wir sangen allerdings nur auf Lettisch, wenn auch viele Nichtlettinnen mit dabei waren - Ehefrauen lettischer Männer, die umgekehrte Version gab es nicht im Chor. Allerdings waren viele Kinder lettischer Elternteile wie ich dabei, die teils die Sprache beherrschten. Was aber durchaus vergleichbar war mit dem Chor von Anna Katharina Hahn: wir waren allesamt Laien, sangen nur zum Vergnügen, auch wenn wir gelegentlich auftragen. Wahrscheinlich war das Niveau unseres gemischten Chores deutlich niedriger als das des hier vorgestellten Stuttgarter Frauenchores mit estnischer Dirigentin.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen, insbesondere die Passagen, in denen der Chor übte. Die meisten Gedanken der einzelnen Sängerinnen waren mir zum großen Teil überhaupt nicht fremd, sondern für eine so willkürlich zusammengewürfelte Gruppe durchaus üblich.

Allerdings verließ die Handlung für meinen Geschmack zum Ende hin zu sehr das musikalische Umfeld und wurde zu einer Art Gehacke untereinander. Die Situation der schon älteren Sängerin Lena hätte deutlich eindringlicher und in Teilen auch würdevoller dargestellt werden können - jedenfalls nach meinem Geschmack.

Aber insgesamt war es ein musikalischer Lesegenuß, bei dem ich viele Lieder - auch unter den estnischen (mein Vater war Este) - wieder erkannte und es vor allem musikliebenden Leser:innen jedweder Herkunft von Herzen empfehle!

Bewertung vom 23.12.2024
Brady, Fern

Strong Female Character


ausgezeichnet

Ich bin mir nicht sicher, wie "strong" die Stand-up-Comedienne, Autorin und Autistin Fern Brady ist bzw. überhaupt sein kann, aber eines ist sie vor allem: mutig.

Sie versteckt sich nicht aufgrund ihrer Andersartigkeit, die oft ganz schön anstrengend sein kann und das nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Mitmenschen, die sie deswegen oft bestaunen, irritiert oder genervt sind oder sie sogar ächten.

Im Gegenteil, Fern Brady geht auf Konfrontationskurs. In diesem Buch erzählt sie uns ihre Geschichte seit ihrer Kindheit in einer Arbeiterfamilie in der schottischen Provinz. Ihre Umgebung hatte möglicherweise nie von Autismus gehört und war vollkommen unfähig, ihre Reaktionen und Handlungen zu bewerten oder zu tolerieren. Das inkludierte ihre eigene Familie, die völlig überfordert war.

Ebenso wie Fern selbst mit ihrem Leben. Sie erzählt ihre Geschichte, indem sie begründet, warum sie auf eine bestimmte Art und Weise gehandelt hat.

Ich bin beeindruckt von diesem sehr mutigen und ungewöhnlichen Werk, hätte mir jedoch gewünscht, dass einige Begriffe in der deutschen Übersetzung erläutert werden, die einfach so dahingestellt bleiben. Im Herkunftsland dieses sehr besonderen Buches mögen sie bekannt sein, für mich jedoch sind sie böhmische Dörfer!

Bewertung vom 21.12.2024
Hehenberger, Caroline;Tiesenhausen, Alexander

Vom Dating-Frust zur glücklichen Beziehung


ausgezeichnet

Dieses Buch ist dafür da, Menschen zur Beziehungsfähigkeit zu verhelfen und zwar in jeder Hinsicht.

Immer wieder wird deutlich, dass die Selbsterkenntnis dafür der wichtigste Faktor sind. Daher gibt es eine Menge von Übungen und es werden diverse Faktoren einbezogen, von denen zumindest ich bisher nicht einmal ahnte, dass sie eine Rolle spielen könnten.

Man darf also gespannt sein auf die Vielfalt der Themen. Ich selbst bin seit Jahren verheiratet und defitiv nicht auf der Suche nach einer neuen Beziehung und auch für mich ist dieses Buch ein Gewinn! Man kann die hier gewonnenen Erkenntnisse nämlich auch in diversen anderen Bereichen nutzen und natürlich auch, um die bestehende Beziehung "aufzumöbeln"!

Bewertung vom 15.12.2024
Cambridge, Colleen

Der Krimidinnermord / Phyllida Bright Bd.3


ausgezeichnet

Phyllida ermittelt wieder
Nämlich Mordermittlung, ein Genre, in dem die Haushälterin der Krimilegende Agatha Christie schon zweimal ausgesprochen erfolgreich war und sich inzwischen einen gewissen Ruf erarbeitet hat - wenn auch nur in dem kleinen Dorf, in dem sie lebt und - wie bereits erwähnt - als Haushälterin bei Agatha Christie und ihrem zweiten Ehemann beschäftigt ist. Das Zepter liegt sicher in ihrer Hand und Agatha kann sich voll auf sie verlassen - allerdings kennen sich beide auch seit dem großen Krieg und sind einander in Freundschaft verbunden. Phyllida ist nicht gerade auf den Mund gefallen und denkt so schnell, dass manch einer nicht mitkommt. Doch nicht nur das passt zu ihrem Familiennamen Bright, sondern auch ihre leuchtend roten Haare.

Diesmal vertritt Phyllida ihre Herrschaften bei einer Einladung neuer Dorfbewohner, wo ein Mord nachgestellt werden soll. Es sollte ein heiteres Spiel werden, nur dass das Opfer - der Hausherr - tatsächlich ermordet wird.

Ganz klar, dass Phyllida dem ermittelnden Polizisten - sein Chef befindet sich gerade auf Reisen - bei den Verhören gerne zur Seite steht.

Ein unterhaltsamer Krimi, wobei sich um die ermittelnde Haushälterin Phyllida auch so manches Geheimnis rankt. Es kommt eine ganze Armee von Charakteren vor - Gäste und Personal sowie noch einige mehr, aber es lohnt sich sehr, sich auf sie und auf die Erzählkunst der Autorin Colleen Cambridge einzulassen.

Die Handlung spielt irgendwann in der Zwischenkriegszeit und hat mir auch diesmal - dies ist bereits der dritte Fall, den ich genießen durfte - Freude bereitet, wenn auch nicht so sehr wie die beiden vorherigen. Denn leider empfand ich die Auflösung schon früh als absehbar und auch einiges andere passte nicht so ganz. Dennoch im Rahmen der gesamten Reihe eine angenehme Lektüre!

Bewertung vom 12.12.2024
Winterberg, Linda

Hoffnung der Frauen / Die Berghebamme Bd.1


sehr gut

Die harte Arbeit einer Frau für die Frauen: Und das im 19. Jahrhundert. Denn wir Leser dürfen hier die Geschicke von Maria verfolgen, die zunächst in der Ausbildung, dann mit Berufsabschluss die Tätigkeit als Hebamme ausübt. Von ihrem Jugendfreund Max lässt sie sich überreden, zurück zu ihrem kleinen Bergdorf nahe Rosenheim zu kommen, aber viele der anderen sehen sie immer noch als "Bankert", das vor die Tür des Waisenhauses gelegt wurde.

Auch wenn das schmerzhaft ist und die bisherige, inzwischen alt gewordene wie auch veraltet praktizierende Amme Alma sie anfeindet - Maria lässt sich nicht beirren. Sie weiß, dass sie es kann und es schafft. Auch wenn es manchmal noch so sehr weh tut. Vor allem jedoch ist es ihr ein Anliegen, die Frauen nach den neuen Maßstäben der Hygiene zu betreuen.

Ein Roman mit viel Gefühl, aber auch einer, der Faszinierendes aus einem Frauenberuf der Vergangenheit berichtet. Einem, den es im Gegensatz zu den meisten immer schon gab. Insgesamt ein spannendes und Berührendes Buch über das Arbeitsleben der Frauen, den ich kaum aus der Hand legen konnte!

Bewertung vom 11.12.2024
Lunde, Maja

Für immer (eBook, ePUB)


sehr gut

Die Welt bleibt stehen: Die Entwicklung der Menschheit ist gestoppt. Niemand stirbt, niemand wird geboren. Und keine Krankheit entwickelt sich weiter, nein, sie lässt die Leidenden nicht einmal ihre Folgen und Nebenwirkungen spüren.

Autorin Maja Lunde begleitet in ihrem Roman mehrere Menschen in ihrem Leben - wir erleben sie kurz davor und dann während der "neuen" Zeit. Da ist der Rentner Otto, der seinen geliebten Garten verlassen muss, weil seine Frau für sie beide eine Seniorenwohnung organisiert hat. Ellen, die Extremsportlerin, die in einem Bestattungsunternehmen arbeitet. Ihr Freund Philip, der auf die neue Situation ganz anders reagiert als sie selbst. Jenny, die Familienmutter, mit einem tödlichen Tumor im Körper, eigentlich schon ihrem Schicksal ergeben. Jakob, der werdende Vater. Und niemand kann sagen, ob es nun für immer so bleibt, oder ob irgendwann wieder alles beim Alten ist.

Maja Lunde schreibt klar und in einer für alle verständlichen Sprache und dass sie gerade darin starke Worte und Bilder findet, macht sie in meinen Augen zu einer besonderen Autorin!

Bewertung vom 09.12.2024
Hawkins, Paula

Die blaue Stunde


gut

Vielschichtig und ein klein wenig vorhersehbar
Der gesamte künstlerische Nachlass einer berühmten Malerin, nämlich Vanessa Chapman, einschließlich Tagebüchern und Korrespondenz ist einer Stiftung vererbt worden, deren verstorbener Leiter etwas mit ihr hatte. Sein Sohn und Nachfolger verlor seine Verlobte an den von ihm als Kurator eingestellten James Becker und die allseits als hässlich bezeichnete Vertraute Vanessas, die diese bis zu ihrem Tod gepflegt hat und ausgerechnet Grace heißt, scheint irgend etwas zu verbergen.

Wobei allerdings die Handlung zeitweise aus ihrer Sicht bzw. der von James geschildert wird, aber sind sie offen uns, den Lesern gegenüber?

Ein Story, die zumeist packend geschildert wird, stellenweise aber auch Längen aufweist. Ja, ich gebe es zu: so ganz meines war dieses Buch nicht und ich empfand einiges auch als vorhersehbar. Für mich kein Werk, das ich weiterempfehlen würde, auch wenn es durchaus seine Stärken hat.

Bewertung vom 08.12.2024
Käppler, Juliane

Love Me Like It's Yesterday


sehr gut

Juno, eine junge Tischlerin, in Leipzig lebend, hat dem digitalen Leben in Gänze den Rücken gekehrt - bei ihr gibt es nur "echte" Kommunikation: nämlich die der guten alten Art. Sie hat sich nicht aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen, nein: sie hat Freunde, mit denen sie per Telefon kommuniziert und vor allem: sie hat ein eigenes Unternehmen, nämlich ihre Tischlerei, in der sie alte Möbel aufs Liebevollste restauriert.

Eines Tages bittet der Psychologe Taro um ihre Unterstützung bei der Restauration eines alten japanischen Möbelstückes aus dem Erbe seiner Oma. Was Juno nicht ahnt: die Geschichte ist erfunden, Taro ist Blogger und hat auf seinem Blog, in dem der Männer zu Partnerschaftsfragen berät, eine Wette laufen. Nämlich, dass er Juno für sich gewinnen kann. Wobei Taro alles andere als einer dieser bierseligen Krakeeler und Besserwisser ist. Nein, er ist ausgesprochen einfühlsam und so findet auch Juno, die dem anderen Geschlecht gegenüber ausgesprochen zurückhaltend ist, Gefallen an ihm.

Es ist eine dieser Geschichten, die auf Mißverständnissen basiert und die seit Jahrzehnten sowohl als Romane wie auch als Filme die Welt begeistern. Autorin Juliane Käppler hat sie gekonnt in die Gegenwart transferiert und zeigt, dass sie nichts von ihrer Aktualität und Attraktivität verloren hat.

Ein Liebesroman mit Tiefgang - das gibt es heutzutage selten und diesen hier kann ich vor allem geduldigen Lesern, die auch für Informatives Drumherum und warmherzige Ränke offen sind, empfehlen!