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GeheimerEichkater
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Bewertungen

Insgesamt 1629 Bewertungen
Bewertung vom 06.03.2020
Troi, Heidi

Feuertaufe. Lorenz Lovis ermittelt


ausgezeichnet

gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe

Bei "Feuerteufel" von Heidi Troi ermittelt Lorenz Lovis das erste Mal; es handelt sich um den Auftakt einer neuen Reihe, von der sich der zweite Band schon in Arbeit befindet.

Lorenz Lovis' Leben steht an einem Wendepunkt: Sein Onkel, bei dem er aufgewachsen ist, nimmt ihm auf dem Totenbett das Versprechen ab, seinen Hof weiterzuführen, der nahe Brixen liegt. Lovis hat sich immer vor der Hofarbeit gedrückt, hat eine Ahnung davon und arbeitet seit 20 Jahren bei der Brixener Polizei, hat dort innerlich schon lange gekündigt.
Nach einem erneuten Zwist mit seinem Vorgestzten spricht er seine Kündigung aus und versucht sich als Bauer, hat dabei zwei Unterstützer vor Ort.

Auf Grund von Schulden muß sich Lovis einen Nebebjob suchen, versucht sich in dem Ort als Privatdetektiv. Schon bald ermittelt er in mehreren Fällen und steht selber unter Mordverdacht...


Heidi Troi beschreibt Land und Leute so gut, dass es leicht fällt, sich alles genau vorzustellen, wobei der Leser viele Details seler ausschmücken kann. Das Landleben wird mit einem leichten Augenzwinkern geschildert, vor allem auch Lovis, der sich bei seinen Arbeiten immer wieder ziemlich ungeschickt anstellt und von alten Freunden aus seiner Jugendzeit auf den richtigen Weg geschubst wird. Am Ende des Buches scheint er endlich auf seinem Hof und in dem kleinen Dorf angekommen zu sein und sein neues Leben zu schätzen.
Hedi Troi erzählt recht abwechslungsreich, läßt unterschiedliche Personen in ihrem eingenen Dialakt sprechen, wobei ich die der italienischen Polizisten zum großen Teil nicht verstanden hab; ich spreche kein Italienisch, habe zunächst einen Übersetzer hinzugezogen und es später einfach überlesen. Jemand, der der italienischen Sprache mächtig ist, wird an diesen kurzen Passagen bestimmt mehr Freude haben als ich, aber man versteht den Roman auch ohne diese Passagen.

Die Fälle und die Geschehnisse drumherum wurden lebendig und schön erzählt, mit viel Lokalkolorit. Einiges wurde noch nicht ganz aufgelöst, schreit also nach einem schnellen zweiten Band, beispielsweise die Situation mit Nachbar und Weinberg.

Mich hat dieser südtiroler Heimatkrimi sehr gut unterhalten; er war schön erzählt, war zuweilen recht witzig und ich warte nun gespannt auf eine Fortsetzung...

Bewertung vom 03.03.2020
Doms, Rosemarie

Träumereien am Seerosenteich


ausgezeichnet

zauberhaft und für sich einnehmend

Rosemarie Doms hat einzelne kleine Träumereien am Seerosenteich und, besonders Spaziergänge im Laufe der Jahreszeit um eben diesen und Gedanken, die ihr dabei einfallen in mehreren kleinen Erzählungen in diesem wunderschönen Büchlein zusammengefügt und mit etlichen Seerosenbildern Monets ganz zauberhaft ergänzt.

Unschwer wird man erkennen, dass ich Monets Bilder schon seit vielen Jahren liebe und dieses Büchlein mich sofort neugierig gemacht und gefangen genommen hat. Die kleinen Erzählungen, allesamt leicht verträumt und stimmungsvoll, erinnern mich sehr an Traumreisen. Beim Lesen kann man einfach abtauchen, genießen und entspannen. Ich würde sie auch empfehlen zum Vorlesen, beispielsweise auch, am Krankenbett, denn die Erzählungen zaubern eine sehr schöne Stimmung und lassen träumen...

Ein wunderschönes Büchlein, zum Selberlesen und Genießen oder auch sehr gut geeignet als kleines Mitbringsel.

Bewertung vom 03.03.2020
Rechsteiner, Kevin

Tiny House - Das grosse Praxisbuch


ausgezeichnet

tolles, anschauliches und hilfreiches Praxisbuch

Kevin Rechsteiner hat sich in diesem umfassenden Praxibuch mit dem Thema ganzheitlich auseinandergestzt.

Zunächst stellt er verschiedene Kleinwohnformen, wie beispeilsweise Tinyhouse, Zirkuswagen, Erd-, Containerhaus vor. Danach werden, auch reichlich illustriert, ganz anschaulich persönliche Modelle aufgezeigt, zu denen die jeweiligen Planer und Nutzer oder Erbauer einiges erklären und ihre Erfahrungen weitergeben. Immer wieder finden sich das Thema ergänzende links zu Websites, die weitere Erfahrungsberichte, Informationen und Produkte enthalten, wobei es sich keinesfalls um eine Werbebroschüre handelt!

Mir persönlich gefällt in diesem Buch das Aufzeigen der verschiedenen persönlichen Lösungen, angereichert durch Erfahrungsberichte, die, in einem Fall sogar durch ein Umbautagebuch ergänzt werden. Viele Gedanken und Überlegungen stoßen die eigenen Ideen gut an. Ebenfalls die Vorstellung der verschiedenen Möglichkeiten, sei es bei der Toilette, Wasserversorgung oder Beheizung finde ich sehr hilfreich dargestellt. Mich interessieren einige Lösungen auch außerhalb des Tiny House Gedanken, wie beispielsweise der Showerloop oder intelligente Einbau- und Schranklösungen, die Raum sparen und mehrfach nutzbar machen. Die vielen Fotos der Lösungen finde ich sehr anschaulich; lediglich beim Serena house habe ich den Eindruck, dass Fotos zweier Häuser hintereinandergezeigt wurden und selbst in diesem Fall im zweiten Haus der zweibettige Schlafplatz räumlich für mich nicht zuordnungsbar ist.

Insgesamt zeigt das Buch viele gelungene Lösungen des Ausbaus und gibt Einblicke in Betriebe, die ausbauen. Egal ob Wasser-, Stromversorgung, Toiletten-  oder Heizmöglichkeiten werden aufgezeigt, Planungshilfen, rechtliche Vorgaben sowie Lösungsmöglichkeiten für einige Probleme gegeben. Ich finde das Buch rundum gelungen, um sich zu informieren, einen Überblick zu erhalten, sich inspirieren zu lassen und weiterführende Quellen zu erhalten.

Bewertung vom 01.03.2020
Staun Petersen, Søren

Rhabarber - Raffinierte Rezepte für Süßes und Herzhaftes


sehr gut

abwechslungsreiche, manchmal auch recht spannende Rezepte

Soren Staun Petersen, dänischer Foodfotograf, liebt Obst und Gemüse und hat für dieses Buch Rezepte mit Rhabarber ganz neu interpretiert.

Schöne Fotos der Speisen, der Besuch des größten Rhabarberbauern (auf Fünen) Lars Skytte, der viel Wissenswertes zum Anbau, zur Ernte und zu einzelnen Rhabarbersorten beisteurt, ergänzen das Buch sehr gut.

Die Rezepte sind kapitelweise eingeteilt in: Herzhaftes, Süßes, Kompott, Chutney & Relish sowie Getränke. Alle Rezepte sind gut erklärt, eigentlich recht einfach und ebenso nacharbeitbar. Es finden sich unter ihnen auch Klassiker wie "Pavlova mit Rhabarber", aber hauptsichlich Neukreationen, bei denen der Rhabarber als Zutat hinzukommt, beispielsweise in den Kartoffelsalat oder das Bananenbrot. Sehr ansprechend finde ich auch das Rezept "Hühnchen mit Perlgraupen" oder "Süßsaures aus dem Wok" oder den Auflauf/Kuchen "Blondie mit Pistazien". Bei vielen Gerichten wirkt die süßsaure Zutat sehr interessant und gibt sicherlich auch eine besondere Würzung, beispielsweise zum Lachs, im grünen Salat oder zum Seehecht an Risotto.

Für mich waren gerade die Rezeptefür Kompott sowie Chutneys & Relish die Highlights. Allerdings findet sich in diesen sowie im Gin samt Zubereitungen eine Zutat, die mich gar nicht glücklich macht, selbst, wenn sie mit "evt." gekennzeichnet ist. Gut, man kann sie einfach weglassen, aber warum steht sie überhaupt in diesem Buch? Ich muß gestehen, mir sagte sie überhaupt nichts; ich hab soetwas nicht im Haus und mußte googeln, wofür man denn diesen häufig verwendeten "1TL Natiumbenzoat" benötigt, denn er erscheint nicht nur in mehreren Rezepten, sondern es wird ein Teil dieser Zubereitungen in etlichen anderen Rezepten weiterverarbeitet. Nun also kurz: Vor dem Einsatz von Natriumbenzoat oder E 211 wird gewarnt, da es Erbanlagen und Genaktivität verändert. Man findet es meistens in Industrienahrung aus Fabriken und ich frage mich schon, warum jemand, der Obst und Gemüse liebt und bestmöglich verarbeiten will, dieses in seinen Rezepten überhaupt angibt. Für mich ein Wermutstropfen in diesem sonst sehr schönen Buch...

Bewertung vom 01.03.2020
N'Diaye, Tabara

Körbe


ausgezeichnet

sehr anschaulich, ausführlich erklärte und gut nacharbeitbare Werkstücke

Tabara N'Diaye, in Paris aufgewachsen, besuchte mit ihrer Familie schon in ihrer Kindheit regelmäßig ihre Heimat Senegal. Dort lernte sie die in traditioneller Handwerkskunst der Korbflechterei hergestellten Körbe lieben und widmet sich ihnen mittlerweile beruflich - als Designerin, als Betreiberin der erfolgreiche Marke "La Basketry", stellt mit Handwerkerinnen aus dem Senegal stylische Korbprodukte her.


In diesem Buch erklärt sie nach einem Einblick in Geschichte und Kultur genau, wie man sein eigenes Korb-Objekt herstellt - eingeteilt in vier Kapitel: Gras, Peddigrohr, Kordel (mit Nähmaschine) sowie Flechten mit Schnur. Jedes Kapitel beginnt mit der Einführung in das Material des Kapitels und stellt zudem die Grundtechniken vor. Das Kapitel zur Verwendung von Gras ist eindeutig das Ausführlichste. In jedem Kapitel werden zunächst ganz einfache Werkstücke vorgestellt, beispielsweise Glas- oder Topfuntersetzer oder Platzsets, so dass jeder dank der ausführlichen Schritt-für-Schritt anleitungen sofort loslegen kann ohne viel Erfahrung zu haben. Unter den Werstücken befinden sich unter anderem einfache Körbe, Schalen, Blumenübertöpfe, "Handtaschen", verschiedene, auch aufwändigere Körbe, auch welche mit Deckel.

Sehr gut gefällt mir auch, dass man die Anleitungen auch als Inspiration sehen kann, denn das Endstück wird individuell ausfallen und man solle Geduld mit sich und seinen Werken haben. Das tut gut, denn tatsächlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und man sollte sich Zeit zum Üben und besseren Ergebnissen zugestehen. Ausgesprochen ansprechend empfinde ich auch die Hinweise zum Material, beispielsweise, welche einsetzbaren Gräser man sammeln oder im Garten pflanzen könnte und, ganz besonders, dass die Werkstücke in ihrem Schwierigkeitsgrad ansteigen und man sich so durch das jeweilige Kapitel "durcharbeiten" kann, die eigenen Fähigkeiten sich in gleichem Maße entwickeln.

Die vielen Fotos und Skizzen, die guten und leicht nacharbeitbaren Schritt-für-Schritt-Erklärungen machen das Nacharbeiten der einfachen Stücke leicht, lassen mit wachsenden Fähig- und Fertigkeiten auch mit der Zeit die anspruchsvolleren Schätze gelingen. Die Vielfalt an Techniken und Modellen finde ich sehr gelungen und schon beim Durchblättern setzt man gedanklich seine Lieblingsstücke auf die to-do-Liste. Eine echte Fundgrube für die eigenen geflochtenen und gewebten Lieblingsstücke...

Bewertung vom 01.03.2020
Schöne, Horst

mdr Garten - Das grüne Telefon


ausgezeichnet

hilfreicher Praxisratgeber, der durchs Jahr begleitet

Horst Schöne, unter anderem erfahrener Gärtner, Diplom-Ingenieur für Gartenbau und Moderator der Radio-Sendung „Das grüne Telefon“, in der er über 15 Jahre zusammen mit der leider so früh verstorbenen Claudia Look-Hirnschal auf Fragen der Anrufer einging und Hilfe bot.

In diesem schön illustrierten praxisnahen Ratgeber, der nach Monaten sortiert ist, finden sich pro Monat eine Übersichtsseite mit anfallenden Tätigkeiten sowie ungefähr 20 Fragen und Antworten um beispielsweise Rückschnitt, Überwinterung, Pflege von Problem“kindern“ oder auffallenden Leiden der Pflanze. Jeder Leser wird da reichlich interessante Tipps finden, unter anderem, wie er einen Weihnachtsstern oder eine Amaryllis zum Blühen bekommt oder den Weihnchtsbaum am Leben erhält.

Regelmäßig wird mit einer Rubrik „Claudia Look-Hirnschal hat erzählt“ ihrer gedacht und auch Horst Schöne trägt persönlich jeden Monat inspirierendes auf einer ähnlich gestalteten Seite bei.

Die Sortierung nach Monat, die Auflistung der Tätigkeiten, die dann anfallen und Fragen mit Antworten, die zu Pfege, Schnitt und Pflanzung zeitgenau passen, finde ich ausgesprochen praktisch. Alle Erklärungen sind leicht verständlich, die Tipps sehr hilfreich – ein guter Praxisratgeber für Garten, Balkon und Zimmerpflanzen, der einen anschaulich durchs Jahr begleitet.

Bewertung vom 01.03.2020
Stamets, Paul

Fantastische Pilze


ausgezeichnet

vielfältige Nutzungs- und Problemlösungen sehr interessant aufgezeigt

Paul Stamets, unter anderem führender Mykologe in den USA und Bestsellerautor, hat in diesem Buch Essays, Interviews und Aufsätze verschiedener Autoren aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammengestellt, unter anderem von Professoren, Filmemacher, Privatforschern.

Das Buch wurde thematisch aufgeteilt in die Kapitel: "Für den Planeten", "Für den Körper" und "Für den Geist", wobei in jedem Kapitel Experten zu Wort kommen. Durch das ganze, sehr hochwertig erstellte Buch finden sich unzählige Fotos bekannter sowie noch unbenannter Pilze. So wird dieses auf dem rückwärtigen Klappendeckel als "Lesebuch" bezeichnete Werk auch zugleich ein wundervolles und reichhaltiges Fotobilderbuch.

Insgesamt werden Pilze sehr vielfältig dargestellt, samt ihrer Nutzung im Rahmen von Biomimikry, als erneuerbare Ressource oder bei der Mykosanierung ( z.B. für Altöl, TNT oder Agent Orange). Auch Pilzanbau sowie Pilzaktivismus, Gemeinschaftslabore in der Art von Gemeinschaftsgärten, in denen sich jeder eingeben kann oder die Bedeutung als proteinreiche Nahrung und Bienenschutz vor der Varroamilbe werden beschrieben. Ein weiterer wichtiger Aspekt bleibt der Einsatz als Medikament, beispielsweise in der Krebsbehandlung ( u.a. SchmetterlingsTramete-Kapseln), oder als Nahrung, wobei im Buch auch einzelne Kochrezepte zu finden sind. Das dritte Kapitel widmet sich den psycheaktiven Pilzen, die gezielt beispielsweise zur Bewußtseinserweiterung oder zur Entspannung bei Depressionen genutzt werden können. Immer wieder finden sich Querverweise zur Nutzung in Naturmedizin oder TCM.

Dieses leicht verständlich geschriebene Buch lässt sich sehr gut lesen und die vielen verschiedenen Aspekte zur Nutzung von Pilzen, die weitaus vielfältiger beschrieben werden, als ich hier kurz angerissen habe, beeindrucken zutiefst. Offensichtlich sind Pilze die Lösung für etliche Probleme und bergen noch viele Geheimnisse und Lösungsmöglichkeiten, die erforscht werden müssen. Auch die vielen wundervollen Fotos bereichern dieses Buch und machen es zu einem ganz besonderen Wegweiser.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.02.2020
Papouschek, Elke;Schubert, Veronika

Das Servus-Gartenbuch


sehr gut

schön gestaltet, mit Gartentipps und Pflanzen durch das Jahr

Nach einer kurzen Einstimmung in Gartenbepflanzung und heimische Pflanzen beginnt das Gartenjahr: Nach Jahreszeiten gegliedert werden Blumen, Obst, Gemüse, Gewürzkräuter und Teichpflanzen vorgestellt, die sich im heimischen Garten ansiedeln lassen.

Tipps zur Aussaat, zur Pflanzung, auch zu Zwiebeln ( besonders der Frühblüher) oder Stecklingsvermehrung werden genauso gegeben wie Tipps zur Pflege, beispielsweise Boden, Bewässerung oder Düngung, Einkaufs-, Ernte und Küchentipps.

Dabei wartet das Buch mit vielen gelungenen Fotos auf: Übersichten mit kleinen Fotos verschiedener Pflanzen und größeren stimmungsvollen Fotos der abwechslungsreichen Beete oder Beetausschnitten im Verlauf des Jahres.

Insgesamt bietet das Buch eine schöne Übersicht der geeigneten heimischen Pflanzen und den anfallenden Tätigkeiten im Verlauf des Jahres ohne auf irgendein Thema besonders intensiv einzugehen. Auch bei den Pflanzen hält sich die Auswahl in einem überschaubaren Rahmen und bietet ebenfalls eher Grundlegendes, wodurch ich das Buch eher als Einstiegsliteratur zum Thema betrachte und es empfehlen würde für Gartenneulinge, die sich grob einen Überblick verschaffen möchten.

Bewertung vom 28.02.2020
Wilhelm, Dorothea;Wilhelm, Birgitt

Mein selbst genähtes Dirndl


ausgezeichnet

sehr hilfreich: anschaulich und nachvollziehbar erklärt

Bei Dorothea & Birgitt Wilhelm handelt es sich um Mutter und Tochter und Betreiberinnen des Blogs "Dirndlschleifen".

In diesem Buch geben sie ihr Wissen über Dirndl und das Nähen eines eigenen weiter: Sie erläutern verschiedene Stoffe, Muster, Kombinationen, zeigen verschiedene Trachten.

In einzelnen Kapiteln vermitteln sie das Nähen der Dirndlbestandteile, wobei jeweils verschiedene Möglichkeiten gezeigt werden, die sich kombinieren lassen, sei es beim Mieder, beim Ausschnitt, der Schürze oder der Schleife. Besonders gelungen finde ich auch die Kapitel zum Ändern, Weiten, enger nähen, Kürzen sowie zum Auszierschmuck, wie beispielsweise die Froschgoscherl. Am Ende des Buches sind Schnittmusterbögen eingeheftet für zwei Dirndl in den Größen 34-50, die sich, genau wie im Buch gezeigt, in ihren einzelnen Teilen kombinieren und das eigene Dirndl bis ins kleinste Detail nach eigenen Wünschen selber gestalten lassen. Viele Fotos, auch Schritt-für-Schritt und Erklärungen machen es einer geübten Näherin leicht, genau diese Idee in die Tat umzusetzen oder auch nur ein einfaches Dirndl zu pimpen oder zu ändern.

Bewertung vom 28.02.2020
Pearce, Fred

Fallout


ausgezeichnet

sollte Pflichtlektüre sein

Fred Pearce, unter anderem Umweltjournalist und Umweltberater, hat Stätten des Atomzeitalters besucht, an denen sich innerhalb der letzten 70 Jahre Katastrophen ereigneten. Dabei berichtet er über Hiroshima, Nagasaki, dem Bikini-Atoll, Windscale/Sellafield, Tschernobyl, Fukushima, Mettino/Tetscha und anderen mehr.

Hierfür besuchte er die Stätten, sprach u.a.  mit Überlebenden, Wissenschaftlern, ehemaligen Kraftwerksangestellten und vermittelt das Bild, dass rund um den GlobusVerantwortliche überfordert waren, unter Zeitdruck standen und in dieser Situation eher unreflektiert drauflosgewerkelt haben. Eine Mischung aus Unwissenheit und Ungeduld, staatlicher Geheimhaltung, Vertuschung, Verschleierung und auch falsche Darstellungen gegenüber der Bevölkerung werden ganuso thematisiert wie Versuche an der Bevölkerung, bewußt falschen Informationen und Diagnosen bei Erkrankungen durch "Zwischenfälle" und dem Mißbrauch der Opfer als "Laborratten", an denen man die Krankheitsverläufe studieren konnte.

Etliche der beschriebenen Vorfälle fanden vor meiner Zeit statt und ich hatte gar nicht oder vielleicht nur in einem Halbsatz von ihnen gehört. Die Vielzahl der angesprochenen Katastrophen und auch, dass sie sich weltumgreifend ereigneten, war mir so nicht bewußt. Bei den Reaktorunfällen, die sich zu meiner Lebenszeit ereigneten, ist mir schon aufgefallen, dass nach einer kurzen Phase keine weitere Berichterstattung erfolgte. Umso erstaunter war ich über die Ausführungen zu den Selbstsiedlern in Tschernobyl, zu den Vergleichen in der Sterbensrate bezüglich der umgesiedelten und der zurückgekehrten Bewohner Fukoshimas und auch bezüglich der vielen Angaben zu Halbwertzeit und Reststrahlung, die eine enorme Zeitspanne angibt. Gerade auch die Beschränkung auf zwei Maßeinheiten in der Strahlung und Vergleiche mit Höhe der natürlichen Strahlung oder Ereignissen im Leben, wie MRT, CT oder Langstreckenflügen lassen die gennten Werte der Reststrahlung ein wenig besser begreifen.

Pearce erklärt sehr gut verständlich, ist stets bemüht nicht zu verwirren, sondern zu vermitteln. Manchesmal war ich über Aussagen, wie harmlos die Reststrahlung an bestimmten Stellen wäre, äußerst überrascht und muß für mich feststellen, dass mir auch hier schwerfällt zu glauben und zu vertrauen. Genau das ist auch der Punkt, auf den Pearce zum Ende des Buches, gemeinsam mit den Berichten über die Endlagerungen eingeht: Es ist soviel einfach in Kauf genommen, naiv außer Acht gelassen worden, dass man Verantwortlichen die mutmaßen und nicht wissen, kein Vertrauen entgegenbringt.

Insgesamt hat Pearce sehr aufwändig recherchiert und berichtet, durchleuchtet aus mehreren Winkeln und kann selbstverständlich auch keine allwissende Lösung bieten. Die Auseinandersetzung mit dem Thema wirkt sehr kompetent und sachlich, manchmal auch etwas gutgläubig - aber wer weiß? Ganz wichtig finde ich, dass keiner der erwähnten Vorfälle in Vergessenheit gerät und die Gespräche und Lösungsversuche lebendig und hinterfragt bleiben. Dieses Buch leistet dazu einen guten Beitrag und ich würde es mir als Pflichtlektüre wünschen.