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Insgesamt 1275 Bewertungen
Bewertung vom 10.04.2019

Freytag & Berndt Autokarte Allgäu. Algovia


ausgezeichnet

Nichts für reine Autobahnfahrer...

denn diesen wird wahrscheinlich so ein elektronisches Helferlein namens Navi reichen. Wer aber landschaftliche Schönheit auf kleinen Landstraßen erleben beziehungsweise erfahren möchte, liegt mit dieser Straßenkarte richtig. Der Maßstab ist groß genug gewählt, um auch wenig befahrene, schmale Verbindungsstraßen zu finden. 1:100.000 wäre zwar noch schöner, aber dafür ist der Begriff "Allgäu" dann doch etwas zu weit gefasst. Die Karte deckt die Region von (im Uhrzeigersinn) Biberach - Memmingen Fürstenfeldbruck - Murnau - Garmisch-Partenkirchen - Axams (A) - Umhausen - Landeck - Arlberg - Bludenz - Sargans (CH) - Wattwil - St. Gallen - Wil - Konstanz - Radolfzell - Sigmaringen ab. Die Appenzeller werden sich also bedanken, als Allgäuer bezeichnet zu werden. Und die Überlinger oder Sigmaringer ebenfalls.

Dennoch, für diejenigen, die schon bei der Planung einer schönen Tour, sei es mit dem Moped oder mit dem Cabrio, zur Not halt auch mit einem normalen PKW zu einem hervorragenden Kartenmaterial greifen wollen, liegen hier goldrichtig.

Da weder der Namlospass noch das Hahntennjoch, der Riedbergpass (landschaftlich sehr schön, kurventechnisch eher Durchschnitt) oder Schloss Linderhof, Ottobeuren und so weiter verlegt wurden, lohnt sich die Karte für alle, die die oben angegebene Landschaft erkunden wollen auch noch ein paar Jahre nach der Drucklegung.

Bewertung vom 09.04.2019
Fohrer, Eberhard

Gardasee Reiseführer Michael Müller Verlag


ausgezeichnet

Nach neun oder zehn Reisen an den Gardasee
an den Gardasee lässt sich die Aktualität, das Bildmaterial, die zahlreichen Tipps, lassen sich die Beschreibungen in ihrer -Vielfalt sicher beurteilen.
Mal waren die Reisen mit zwei Übernachtungen am See eher kurz, mal hatten wir eine Woche oder zehn Tage Zeit. Was das Taschenbuch hier bietet ist derzeit mit Sicherheit das Beste, was es zu kaufen gibt. Exakte Orts- und Wegbeschreibungen, schöne Farbfotos, die dazu animieren, gleich wieder den Koffer zu packen und ins Auto zu tragen. Alles stimmt am Inhalt.
Im Vergleich zu früheren Auflagen ist der Text jetzt mit Ausnahme des jede Ortbeschreibung einleitenden Absatzes zweispaltig gesetzt. Was dem Lesefluss zu Gute kommt. Die Seitenzahl hat um knapp dreissig Seiten zugenommen. Was der Möglichkeit, den Gardasee und das Hinterland noch besser kennen zu lernen zu Gute kommt. Die Farbfotos wurden teilweise ersetzt. Die Adressen von Hotels, Telefonnummer, Internetadresse etc. sind natürlich auf dem aktuellen Stand.
Sogar 'unsere' zwei glücklicherweise recht unbekannten Hotels sind wieder dabei.
Eines mit zwei Sternen, aber mit Ausnahme der knochenharten Brötchen zum Frühstück und einem viel zu kleinen Pool, ansonsten aber super.
Das zweite Haus hat gerade mal sechs oder acht Zimmer, liegt ein paar Kilometer von Lazise entfernt. Den im Buch aufgeführten zu der Locanda gehörenden Tennisplatz kann man absolut vergessen. Aber das Frühstück ist für italienische Verhältnisse hervorragend. Der Chef feuert jeden Nachmittag gegen 17:00 Uhr den Holzkohlegrill an, damit die Glut von den Holzscheiten parat ist, wenn auch die auswärtigen Gäste zum Abendessen erscheinen. Es erscheinen viele. Was für die Qualität der Küche spricht.
Ein paar absolut empfehlenswerten Restaurants in einem kleineren Ort am Ost-Ufer des Sees werden nicht nur aufgeführt, sondern auch noch korrekt beschrieben. Nur einen Hinweis vermisse ich: das Strandbad ‚Lido Mirabello‘ in Bardolino ist einerseits mit seiner tollen Lage, der gepflegten Liegewiese, der dazu gehörenden Bar/Restaurant tadellos geschildert. Geschätzt lassen die Betreiber höchstens um die 200 Personen (es können auch 250 sein) auf den abgesperrten Liegebereich. Mehr als einmal habe ich es mitbekommen, dass Pauschaltouristen, die einen von ihrem Hotel ausgestellten Voucher fürs Mirabello vorgelegt haben, nicht mehr eingelassen wurden. Um elf, halbzwölf Uhr vormittags ist eben jeder Liegestuhl vergeben – typische Fall von Pech gehabt. Oder zu spät aufgestanden…
Der acht Vorschläge umfassende kleine Wanderführer im Anhang runden den Reiseführer ab. Wer nicht in unmittelbarer Nähe des Gardasees verweilen möchte: auch der Lago di Ledro, der Lago di Tenno werden erwähnt. Der Lago d’Iseo (der mit der Insel, dessen Zugangssteg von Christo in gelben Stoffbahnen verpackt wurde) hat leider nur ein paar Zeilen abbekommen.

Die monierte fehlende Karte fehlt in der Tat ABER: bei freytag & berndt, einem Kartenverlag aus Österreich gibt es es für den Gardasee und Umgebung eine Strassenkarte im Massstab 1:150.000 - ein Traum von Karte. Die knapp zehn Euronen machen den Kohl dann auch nicht mehr fett. Wobei es auch abseits der Beschreibungen im 'Fohrer' so viel zu entdecken gibt. Man muss halt nur wissen, wie man hin kommt. freytag & bern

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.04.2019
Becht, Sabine;Talaron, Sven

Ligurien Reiseführer Michael Müller Verlag, m. 1 Karte


ausgezeichnet

Weswegen denn immer nur auf der Autostrada vorbei brettern?

OK, diese sorgfältig, nahezu mit Zollstock, Geodreieck und vielleicht sogar Wasserwaage 'wunderschön' nebeneinander mit genau identischem Abstand zwischen den Liegestühlen und Sonnenschirmen ausgerichteten spiagge (Badestrände) sind sicher nicht jederfraus/-manns Geschmack. Schon sehr gewöhnungsbedürftig. Teuer dazu.

Wer will aber bei diesen schönen Städten, Städtchen, dem wundervollen Hinterland mit den bisher von Touriströmen zum Glück verschonten Dörfern, den tollen, kleinen, engen, kurven- und serpentinenreichen Strässchen den ganzen Tag nur am Strand liegen. Denn dazu ist Ligurien viel zu schön und abwechslungsreich.

Bis vor vier, fünf Jahren war ich zugegebenermassen selbst ein 'Auf-der-Autobahn-Vorbeibretterer'. Nach dem Motto Mailand - Genua - und ab nach Nizza.

Auf der Rückfahrt von der nahezu jährlich stattfindenden Kurzreise nach Nizza kamen ein paar kurze Abstecher nach Ventimiglia, San Remo und Imperia hinzu. Dann, wieder ein, zwei Jahre später ein paar Tage Aufenthalt in einem Hotel in San Remo. In dem schon Sissi (genau, DIE SISSI) übernachtete, weckte das weitergehende Interesse an Ligurien. Untermauert mit der 2016er Ausgabe des Ligurien-Reiseführers aus dem Michael Müller Verlag.

Die seit Jahren gewohnte sehr gute Aufmachung der aller Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag und vor allem deren Inhalt ermöglichte es zu entdecken, was Ligurien alles zu bieten hat.

Diese Auflage Nummer 5 des Reiseführers ist nach wie vor gespickt mit vom Motiv her schönen, qualitativ guten Farbfotos. Schon sie wecken die Lust, die Landschaft, die Städte und Städtchen etwas besser kennen zu lernen. Die allgemeinen Informationen sind im Buch von den ersten Kapiteln nach hinten zu den letzten versetzt. Alle allgemeinen Informationen von Anreise, Baukunst, Camping, Flora und Fauna, Essen und Trinken, Geschichte, Kinder, Sport bis hin zu Übernachten, Zeitungen und Zoll nachzulesen. Die Reiseregion selbst ist in sechs Regionen unterteilt. Reisebeschreibungen mit Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten, Besonderheiten der Region, der Ortschaft an. Wobei die größeren Städt(ch)e(n) jeweils einen Auszug aus einem Stadtplan spendiert bekamen. Die Orientierung sollte demnach nicht schwerfallen. Wobei die beigelegte Straßenkarte im Maßstab 1:300.000 einen guten Überblick über die gesamte Region ermöglicht.

Die Texte sind durch ihren zweispaltigen Druck in etwas grösserer Schrift im Vergleich zur Auflage Nummer 4 besser lesbar. Einige Texte wurden gestrafft, einige Farbfotos sind entfallen. Aber Alles wurde auf den aktuellen Stand gebracht. Nach wie vor zum Ende des Buches sind neun Wander-vorschläge aufgeführt.

Nach dem Kennenlernen der wunderschönen Altstadt von Triest, ausgelöst durch einen Reiseführer ebenfalls aus dem Michael Müller Verlag, steht Genua auf der Liste der unbedingt zu besuchenden italienischen Städte. Denn wie an Triest auf dem Weg nach Kroatien als auch an Genua auf dem Weg nach Süd-Frankreich brettert man für gewöhnlich achtlos auf der Autobahn vorbei. Nach dem zu urteilen, was auf den 48 Seiten über die sechst größte Stadt Italiens geschrieben und beschrieben wird, ist Genua ein ‚Must-see‘.

Bewertung vom 01.04.2019
Adler, Yael

Darüber spricht man nicht


ausgezeichnet

Gar Manches ist und bleibt peinlich - aber es ist zumindest mal verständlich, weil normal...

Yael Adler gelingt es, über Themen, die warum auch immer tabu sind, ganz locker, voller Humor, mit originellen Vergleichen und eben solchen Formulierungen die 'Wände des Schweigens' einzureissen. OK, nicht immer gleich einzureissen, aber diese ganz gewaltig ins Wanken zu bringen.

Logischerweise wird man nach der sehr unterhaltsamen Lektüre, die bei allem Humor auch eine geballte Ladung an Informationen und Wissen bietet, weder im Foyer der Wiener Staatsoper beim Opernball noch während eines Konzertes in der Elbphilharmonie in Hamburg gnaden- und hemmungslos seinen Blähungen ungehemmt freien Ausgang gewähren. Aber sollte sich dieser Fauxpas irgendwann doch mal beim besten Willen nicht verhindern lassen - nachträglich zu ändern ist es nicht. Zumindest weiss man, wieso es zu dem 'Ereignis' kommen konnte.

Frau Doktor macht vor keinem Tabu-Thema Halt. Seien es diverse "Frisuren untenrum", sei es "Sex mit Tüte", seien es "Sieger nach Punkten: Warzen, Knubbel, Flecken" oder "Symphonien des Grauens: vom Kotzen, Schmatzen und anderen Körpergeräuschen".

Sie geht auch auf die körperlichen und psychischen Auswirkungen des Älterwerdens ein. Als da sind immer mehr und immer neue Falten im Gesicht, am ganzen Körper, diverse Körperteile, die es wegen der Kombination Gravitation und nachlassender Gewebefestigkeit zum Erdmittelpunkt zieht. Wobei Yael Adler häufig a.) auf die Risiken und Auswirkungen moderner Gegenmittel eingeht. Beispiel und Zitat Seite 289: "Die Zeichen des Alters unter einem toten Botox-Sarkophag zu begraben, ist eindeutig keine gute Idee!" Womit zugleich ein Beispiel für der Autorin lockeren Schreibstil gegeben ist. Und b.) gibt sie, Yael Adler, an vielen Stellen auch Tipps, was wofür, besser wogegen besonders geeignet ist. Beispielsweise bei Nagelveränderungen (14 Gründe hierfür und jeweilige Abhilfe) oder den leise rieselnden Schnee sprich Kopfschuppen (3 Möglichkeiten samt Wirkweise und Kommentar) möglicherweise los zu werden.

Ein wirklich nettes, unterhaltsam zu lesendes, informatives, im besten Sinne aufklärendes und zumindest die eigenen Tabus abbauendes Buch!

Bewertung vom 01.04.2019
Taschler, Herbert

La Cucina Sarda


sehr gut

Rezepte und Geschichten einer traumhaften Insel

Es handelt sich zwar um ein Kochbuch, aber keine reines Kochbuch, in dem Rezept für Rezept nach der sonst üblichen Reihenfolge "Vorspeisen - Salate - Suppen - Fleisch - Geflügel - Fisch - Beilagen - Dessert" oder ähnlich aufgeführt wird.

Sondern die beiden Autoren stellen in netten Geschichten die verschiedenen Regionen Sardiniens vor. Die Köche, deren Restaurants und deren Rezepte. Wobei die eine oder andere Zutat in Deutschland sicher nur mit etwas Mühe zu bekommen sein wird. Beispielsweise Bottarga aus Cabras (Der sizilianische Kaviar, im Behältnis belassener, zwischen zwei Holzscheiten gepresster luftgetrockneter Rogen der Meeräsche, nach der bis zu zweiwöchigen Trockenzeit in Form von Carpaccio serviert).

Der Druck, die Aufmachung des Buches ist sehr gut. Ein recht grosses Format, auf mattem Papier gedruckt, mit Farbfotos nicht nur der fertigen Gerichte reich illustriert.

Die aufgeführten Rezepte sind zumindest für hiesige Verhältnisse zum grossen Teil aussergewöhnlich. Wer bereits Gelegenheit hatte, auf Sardinien zu verweilen, wird sich gerne an das eine oder andere Gericht erinnern. Wer noch nicht auf Sardinien war, wird die Insel bald und gerne besuchen wollen. Auch um dort sehr lecker essen zu können.

Bewertung vom 31.03.2019
Hawking, Stephen

Kurze Antworten auf große Fragen


ausgezeichnet

Ein paar Sätze müssen zweimal gelesen werden, um sie zu verstehen. Aber dann..!

Wer kennt Stephen Hawking nicht? Was der geniale Mensch hier auf den 236 Seiten an Gedanken äussert, ist allemal lesenswert. Auch wenn man bis dato weder mit höherer Mathematik noch mit der Erforschung des Universums allzu viel bis gar nichts zu tun hatte. Das Buch liest sich sehr gut, auch wenn die eine oder andere Feststellung zwei-, dreimal gelesen werden muss, um sie zu verstehen.

Die Fragen, auf die Stephen Hawking eine Antwort gibt oder bei manchen auch zu geben versucht, lauten
1. Gibt es einen Gott?
2. Wie fing alles an?
3. Gibt es intelligente Lebewesen im Universum?
4. Können wir die Zukunft voraussagen?
5. Was befindet sich im Inneren der Schwarzen Löcher?
6. Sind Zeitreisen möglich?
7. Werden wir auf der Erde überleben?
8. Sollten wir das All besiedeln?
9. Wird uns künstliche Intelligenz den Rang ablaufen?
10. Was hält die Zukunft bereit?

Ohne der Lektüre vorgreifen zu wollen: die Antworten, die Stephen Hawking auf diese Fragen gibt, sind zum Grossteil absolut schlüssig. Wobei man nicht bei all seinen Antworten aus Überzeugung zustimmen muss. Es steht zu befürchten, dass die Menschheit schlicht zu blöd, zu eigennützig ist, die Antwort auf Frage Nummer 9 so zu übernehmen in Stephen Hawkings ernst gemeintem Sinn zu übernehmen. Dabei denke mal an die Entwicklungsbemühungen der USA und auch Russlands, 'intelligente' Kampfroboter für den Krieg der Zukunft zu entwickeln. Die selbständig über Ihre taktische Vorgehensweise und auch darüber entscheiden, wen sie umbringen...

Ob der Seifen-Opern-Darsteller, der momentan den amtierende US-amerikanische Präsident mimt, dazu fähig ist, die Antworten auf Frage 7 zu verstehen, muss leider stark bezweifelt werden. In dem Zusammenhang, auch der 'smarte' Vorsitzende der FDP, der in Folge der Dotcom-Blase mi seiner Firma Moomax Kredite in Höhe von zwei Millionen Euro in den Sand setzte, wird diese Antworten kaum verstehen. Soweit er fordert, die Bemühungen, das Weltklima zu retten 'Profis' (wie ihm?) zu überlassen. Anstatt die Schüler, die mit ihren Freitags-Protesten endlich politisch aktiv werden, zu unterstützen.

Zitat Seite 46:
"Aber es gibt auf diesem Planeten noch andere Herausforderungen, andere große Probleme, die beantwortet werden müssen. Dafür brauchen wir eine junge Generation, die interessiert, engagiert und wissenschaftlich gebildet ist. Wie werden wir eine ständig wachsende Weltbevölkerung ernähren? Für sauberes Wasser sorgen, erneuerbare Energie erzeugen, Krankheiten verhindern und heilen sowie die globale Klimaerwärmung drosseln? ... Wir alle sind Zeitreisende, die gemeinsam auf dem Weg in die Zukunft sind."
Das steht ja wohl in diametralem Gegensatz zu Lindners Aussage, die er im März 2016 bei einer Veranstaltung namens "FuckUp Night" an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main von sich gab: "„Mit 19 habe ich meinen ersten Porsche gekauft. Ich hätte auch mit dem Geld sinnvolleres machen können – NEIN! Wenn man einen Traum hat, muss man ihn leben, sobald man kann.“

Stephen Hawkings Buch sei nicht nur Herrn Lindner dringendst empfohlen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.03.2019
Moll, Sebastian

Baedeker Reiseführer New York


ausgezeichnet

Big Apple ohne BAEDEKER? Unvorstellbar.

Obwohl, es kommt darauf an, was man von New York erwartet, erhofft. Will man diese Mega-Stadt, mega interessante Stadt kennen lernen? Oder will man nur mal kurz rüber fliegen, hektisch einkaufen und nach ein, zwei Tagen Shopping-Abenteuer in New York wieder zurück nach Deutschland?

Für den zweiten Fall (shoppen) ist der BAEDEKER zwar auch kein Fehlkauf. Immerhin bietet er auf zwölf Seiten jede Menge Tipps, Hinweise, Adressen von Märkten, Lebensmittelgeschäften, Malls, Outlets, Klamotten- und Schuhgeschäften (die Umrechnungstabelle für Kleider- und Schuhgrössen steht auf Seite 367), Elektronikläden, Büchern, Juwelieren, Spielsachen etc.
Das Schönste und Beste an diesem BAEDEKER würde dann aber unbeachtet bleiben.

Als da sind die umfangreichen allgemeinen Informationen, die sieben 'Zu-Fuß-Touren' durch die Stadt. Durch Midtwon, Downtown, Chinatown, Chelsea und so weiter. Dass die einzelnen Sehenswürdigkeiten wie die Freiheitsstatue, das Rockefeller Center, Central Park, Empire State Building, Battery Park, Harlem Nightlife, Park Avenue, Times Square und was es sonst noch alles zu entdecken gibt, im Detail mit vielen interessanten Hintergrundinfos beschrieben werden, steht ohnehin ausser Frage.

Ebenso wenig fehlen die Erläuterungen zu den vielen Museen, den Musicals, Tipps zum Erleben und Geniessen, zu Hotels, Delis, Bars, Musik-'Kneipen', Diskotheken, Möglichkeiten, Konzerte oder Opernaufführungen zu besuchen.

Die Spaziergänge sind jeweils in einem dazugehörenden abgedruckten Ausschnitt eines Stadtplans kommentiert (was-ist-wo) eingezeichnet. Wer einen kompletten Überblick über Manhattan und die angrenzenden auf den gegenüber liegenden Ufern befindlichen Stadtteile haben möchte, findet diese auf dem beigefügten Stadtplan. In dem dann auch vergrösserte Ausschnitte beispielsweise des Theater Districts, die Linien der U-Bahn zu finden sind.

Wichtig, dementsprechend auch sehr ausführlich werden die strengen Einreisebedingungen, Zollbestimmungen etc. erklärt. Nebenbei festgestellt: sollte sich der Leser dieses BAEDEKERS nach dem 01.03.2011 in Ian, Irak, Syrien, Sudan, Libyen, Jemen oder Somalia aufgehalten haben, kann er seine Reisepläne in die USA knicken. Er bekommt kein Einreisevisum mehr...

Es wäre kein BAEDEKER, wenn der Grund für diese verschärften Einreisebestimmungen, also 9/11 nicht ebenfalls erläutert werden. Diese umfassenden Informationen machen den Wert und Reiz der BAEDEKERs aus. Im konkreten Fall New York beispielsweise erfährt man etwas über die Verteilung der Einwanderer in den verschiedenen Wohnvierteln, man bekommt Informationen zu den Vereinten Nationen oder zur Geschichte der diversen Wolkenkratzer. Man kann also nicht nur sehr viel erleben, man wird auch immer etwas schlauer. Um es mit Goethe auszudrücken: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“

Bewertung vom 25.03.2019
Beck, Johannes

MM-City Lissabon Reiseführer, m. 1 Karte


ausgezeichnet

10. Auflage! Kein Wunder!

Johannes Beck verrät in der komplett überarbeiteten und natürlich aktualisierten zehnten Auflage seines City Guides so gut wie alles, was er über mehrere Jahre verteilten langfristigen Aufenthalten in seiner zweiten Heimatstadt Lisboa kennen und schätzen gelernt hat.

Unterteilt in zwölf Touren durch die verschiedenen Bezirke, dazu noch drei Vorschläge für Ausflüge rund um Lissabon führt er mit seinem lockeren, lesenswerten Schreibstil durch Portugals Hauptstadt. Wobei er mit seinen ganz persönlichen Einschätzungen und Erfahrungen nicht hinter dem Berg hält. Als Beispiel sei der Hinweis zu einem der touristischen Sightseeing-Klassiker, dem Elevador de Santa Justa genannt. Ein 32 Meter senkrecht nach oben (oder unten) führender Aufzug, gebaut anno 1902. Er verbindet die Baixa mit dem Nachbarviertel Chiado. Zitat Seite 12: "Ich selbst verwende ihn praktisch nie, da mir die Schlange vor dem Eingang zu lang ist und ich schneller zu Fuß oben angelangt bin. Mein Tipp: nach unten fahren, denn da ist die Aussicht genau so gut und man muss nur selten warten."

Die beschriebenen 12 zu-Fuss-Touren durch die verschiedenen Bezirke Lissabons sind mit einem in guter Michael Müller Manier kommentierten Auszug aus einem Stadtplan versehen. Alle zwölf Touren bieten Tipps zu Restaurants, Cafés, Kneipen, Einkaufen, Museen, weitere Sehenswürdigkeiten. Wobei, sehr angenehm, alle im laufenden Text erwähnten Lokalitäten im letzten Teil des Stadtführers "Nachlesen & Nachschlagen" nochmals zusammen gefasst mit Angabe der entsprechenden Seitenzahl im Text aufgeführt werden. In diesem Teil gibt der Autor auch sehr gute praktische Hinweise zu allen möglichen Themen. Botschaften, Kriminalität, Konzerten, Fundbüros, Polizei, Ärzten und Apotheken, Feiertagen etc.

Sogar die verbindlichen Regelungen der EU, die bei verspäteten oder abgesagten Flügen greifen, gibt Johannes Beck an. ebenso Hinweise für eine möglichst preiswerte Anreise per Bahn... Wer die rund 26 Stunden Bahnfahrt pro Strecke auf sich nehmen will.

Der beigefügte Stadtplan im Massstab 1:12.000 wird in der Neuauflage offensichtlich auf einem etwas strapazierfähigerem Papier gedruckt. Eine Kleinigkeit, aber eine weitere Verbesserung der MM-CityGuides.

Dass die schon seit Jahren üblichen Textkasten mit wissenswerten Nebensächlichkeiten wie "Weinberg in Lissabon" oder "Grausames Ende eines Brandstifters" nach wie vor zu finden sind, machen aus dem Stadtführer eine lesenswerte Lektüre Abends im Hotelzimmer. Wobei es natürlich ausreichend Hinweise zu empfehlenswerten Hotels gibt.