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sommerlese
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Zu meinen Hobbies gehört Lesen einfach dazu. Meine Rezensionen erscheinen auch auf meinem Blog. Schaut doch bei Interesse mal rein! https://sommerlese.blogspot.com/
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Bewertungen

Insgesamt 2734 Bewertungen
Bewertung vom 21.05.2022
Bergmann, Renate

Dann lassen wir eben die Heizdecke weg! / Online-Omi Bd.17


gut

Sparen ist eine Tugend und bald wieder ein neuer Trend

"Sparen ist ein bisschen aus der Mode gekommen, aber doch eine Tugend. Ich sage Ihnen: Sparen Sie in der Zeit, so haben Sie in der Not. Man kann an so vielen Dingen sparen: Strom, Benzin, Geld, Nerven … und manche könnten es sich auch sparen, zu allem ihren Senf dazu zu geben." Zitat Renate

Renate Bergmann ist eine Frau vom alten Schlag, sie gehört noch zu der Generation, die den einzelnen Pfennig ehrt und weiß, wie man Suppen streckt und mit wenig Geld über die Runden kommt. Vielen Menschen ist diese Tugend inzwischen abhanden gekommen, aber dank Renate wurden hier 100 Tipps zusammengetragen, die vielleicht nicht für jeden einen persönlichen Nutzen bringen, aber doch sinnvoll und machbar sind. Und im Großen und Ganzen bietet dieses Büchlein einige Denkanstöße, die sicherlich Sparen möglich machen.

Angesichts der steigenden Energie- und Lebensmittelpreise kommt dieses Buch zur richtigen Zeit, denn Sparen wird sicher bald wieder ein wichtiger Trend.

Renates Tipps sind für alle möglichen Lebenslagen und von ganz unterschiedlicher Art und Weise. Die Online-Omi startet mit Hinweisen zum Energiesparen beim Waschen, erklärt das Kochen mit Topfdeckel und Dampfeinsatz und wie man Reste verwertet und erklärt, warum man ein Haushaltsbuch führen sollte. Sie nutzt Werbepost als Schmierpapier, häkelt und strickt und geht auch mit der Zeit, denn sie hat eine Solarlampe auf dem Balkon, außerdem Energiesparbirnen und nutzt das Bonusprogramm der Krankenkasse. Sehr witzig ist ihre Anleitung zu ihren "Smufies" oder zur Gebissreinigung. Und auch zu Autos und Fahrrädern hat sie ihre eigene Meinung. Das alles erklärt sie mit einer Prise ihres typischen Humors, sodaß man hier gut unterhalten wird und vielleicht etwas zum eigenen Sparen nutzen kann.

Nicht ganz ernst nehmen sollte man allerdings ihren Hinweis, sich mit einem Vogelhaus das Katzenfutter sparen zu können. Und überhaupt war für mich die persönliche Ausbeute an nennenswerten Spartipps nicht so groß.

Dieses Büchlein fasst alte und neue Tipps der sparsamen Renate zusammen, manchmal mit einem Augenzwinkern und mal mehr und mal weniger hilfreich. Es lässt sich gut und unterhaltsam lesen und ist für Fans der Online-Omi sicherlich eine Freude.

Bewertung vom 20.05.2022
Cronin, Marianne

Die hundert Jahre von Lenni und Margot


gut

Ein anrührendes Buch über Tod und Leben
Der Roman "Die hundert Jahre von Lenni und Margot" von Marianne Cronin erscheint im Bertelsmann Verlag.

Lenni ist siebzehn Jahre alt, unheilbar krank und lernt in einem Glasgower Krankenhaus in einem Kunstprojekt die 83 jährige Margot kennen. Beide stehen vor dem Ende ihres Lebens und sind zusammen 100 Jahre alt. Das möchten sie mit gemalten Bildern festhalten, für jedes Jahr ein Bild. Denn die kostbaren Erinnerungen ihres Lebens sind es wert, sie stecken voller Liebe und Glück, Lachen, Weinen und Leiden. Werden sie ihr Ziel schaffen?

Bei diesem Buch taucht man in zwei Lebensgeschichten ein, wo sich Margot und Lenni im Krankenhaus Einblicke über ihr Leben erzählen. Wechselseitig kommen so traurige und ernste Erinnerungen ans Licht, aber auch zahlreiche schöne und glückliche Momente, die uns die Leben der beiden Frauen näher bringen.
Die junge Lenni sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum sie sterben muss und kommt so auch in die Krankenhauskapelle, wo sie mit dem Pater Arthur einen intensiven Austausch beginnt. Diese Gespräche haben mir sehr gefallen, die Freundschaft zu Margot fand ich dagegen nicht so deutlich herausgearbeitet. Denn es fand kaum ein Austausch über das Erzählte statt. Alles blieb gesagt, ausgesprochen und irgendwie ohne Gegenhall. Da hatte ich eigentlich Nachfragen erwartet oder zumindest ein Wort des Verstehens der anderen Frau.

Der Schreibstil wirkt bildhaft und leicht und bringt Tiefe und etwas Humor gut zum Ausdruck. Der Roman lässt einige Emotionen zu und sorgt mit dem nahenden Tod für wichtige Fragen über das Leben. Allerdings muss man sich auf die häufigen Perspektivwechsel einlassen, dann wird man von den Geschichten der beiden Frauen ergriffen. Wie sich hier eine junge und eine alte Frau annähern, ist berührend, es kommt zu aufschlussreichen Gesprächen und es wird manchmal lustig. Doch viel entscheidender sind ihre Erzählungen über ihre gelebten Jahre und Erlebnisse, die für das Leben stehen. Jeder Augenblick zählt, ob gut oder schlecht, es ist das, was das Leben ausmacht und nicht die Länge des Lebens.
Auch wenn man wegen Lennis Alter ihrem nahenden Tod traurig entgegen sieht, so spürt man, wie sie die Gemeinschaft mit Margot genießt. Und auch Margot fühlt sich Lenni verbunden.

Interessant waren für mich die Lebensgeschichten, die sich die Frauen gegenseitig erzählen. Allerdings fand kaum ein Austausch über das Gehörte statt und es uferte auch in viele Einzelheiten aus, die eigentlich Nachfragen zwischen Freunden als selbstverständlich gewesen wären. Deshalb hatte ich das Gefühl einer recht oberflächlichen Freundschaft, die gerade bei wichtigen Themen etwas mehr Aufeinander Eingehen erfordert hätte.

Dieser emotional wirkende Roman steckt voller Höhen und Tiefen des Lebens und das macht das Leben auch aus. Im Leben zählt jeder gelebte Moment.

Bewertung vom 19.05.2022
Heine, Florian

Holbein


ausgezeichnet

Sehr schön ausgearbeitetes Buch über Holbeins Leben und sein umfangreiches Schaffenswerk
"Holbein" von Florian Heine erscheint in der Paperback-Reihe "Große Meister der Kunst" vom Prestel Verlag.

Der deutsche, später schweizerische Maler und Zeichner Hans Holbein der Jüngere (1497/98 - 1543) zählt zu den bedeutendsten Malern der Renaissance. Er wurde in einer Künstlerfamilie groß und wurde schon früh von seinem Vater Hans Holbein dem Älteren unterrichtet. Nach Stationen in Basel und Frankreich zog er nach London, wo er 1536 Hofmaler König Heinrichs VIII. wurde. Seine Porträts von Königen und bekannten Persönlichkeiten machten ihn berühmt.

In diesem mit vielen Bildbeispielen versehenen Buch hat sich der Kunsthistoriker und Herausgeber Florian Heine der Person Hans Holbeins angenähert und sein Leben und sein Werk in der Kürze des Buches wunderbar beschrieben. Dabei bekommt man einen guten Eindruck über das Zeitgeschehen, den Lebensweg und die Schwierigkeiten, als Maler finanziell und künstlerisch vom jeweiligen Willen der Auftraggeber abhängig zu sein. Viele seiner bekanntesten Werke werden im Buch vorgestellt und im Kontext der Zeit und Darstellungsweise erklärt.

Holbeins Leben war geprägt von schaffensreichen Phasen, sein Werk ist so umfangreich wie einzigartig. Mit großem darstellerischen Können hat er viele Details und Bezüge in seine Werke eingebaut, die erst auf dem zweiten Blick etwas über die Personen aussagen. Dieses Buch enthält 55 farbige Abbildungen und weitere in Schwarz-Weiß. Darunter das Bildnis der Anna von Kleve 1539/40, bei dem fraglich ist, ob sich Holbein bei der Darstellung realistisch an das wirkliche Aussehen Annas gehalten hat. Die Geschichte ihrer Eheschließung und späteren Scheidung scheint das auszuschließen.

Für solche tiefer gehenden Informationen mag ich das Buch, denn beim Betrachten von Bildern, erhält man jeweils nur den eigenen Eindruck, nicht aber das nötige Hintergrundwissen, das Florian Heine hier in seine Beschreibung einfließen lässt.

Außerdem gezeigt wird auch das Werk des Georg Gisze von 1532, in dem Holbein die ganze Pracht des kaufmännischen Erfolges zeigt und damit andeutet, dass auch diese Gilde finanziell durchaus in der Lage war, sich porträtieren zu lassen und damit ihrer Macht Ausdruck zu geben.

Dieses schön ausgearbeitete Buch lässt uns einen umfassenden Blick hinter die Entstehungsgeschichte von Holbeins Werken und in seine Biografie werfen. In Wort und Bild wird sein Leben erklärt, man spürt seine Vielseitigkeit und seine Schaffenskraft, die ihn als namhaften Künstler der Renaissance auszeichnet. Ein tolles Geschenk für Kunstbegeisterte!

Bewertung vom 17.05.2022
Fölck, Romy

Nebelopfer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.5


sehr gut

Sehr fesselnder und interessanter Fall um ein altes Familiendrama

Im nebeligen Grau eines Februarmorgens in der Elbmarsch wird ein gruseliger Fund gemacht, dort hängt ein Toter an einem Galgenbaum. Es stellt sich heraus, dass dieser Tote sich nicht selbst getötet hat, denn eine handgeschriebene Nachricht klagt ihn der Falschaussage in einem Familiendrama vor 15 Jahren an. Ist der damals Verurteilte Bauer Johannsen tatsäch unschuldig und wer übt jetzt Rache? Kurze Zeit später erkennen Frida und ihre Kollegen den Ernst der Lage, denn nun sind auch noch andere Zeugen von damals in Gefahr. Sie bekommen Unterstützung durch Leonard Bootz, einen früheren SEK-Mitarbeiter.


Bei Romy Fölck mag ich die abwechslungsreiche Mischung aus düsteren Mordfällen und einer gegensätzlichen lebendigen Seite voll unterhaltsamer Privatsphäre von Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Auch im vorliegenden Mordfall wird es sehr grausam und geheimnisvoll, was der vorherrschende Frühjahrsnebel noch dramatisch untermalt. Hier übt scheinbar ein Racheengel für Vergeltung und tötet falsche Zeugen. Frida und Bjarne müssen schnell handeln, denn sonst gibt es weitere Opfer.

Frida ist mit Torben liiert, der nach seinem Unfall nicht mehr in der Lage ist, als Rechtsmediziner zu arbeiten. Das macht ihm natürlich schwer zu schaffen und belastet ihre Beziehung. Doch Frida hat nicht viel Zeit, um sich um Torben zu kümmern, denn ein Serienmörder sorgt in der Geest für Unruhe und beschäftigt Frida und ihren neuen Kollegen Leonard Bootz rund um die Uhr.
Es wird sehr spannend, die Einblicke in das Familiendrama sind erschütternd und der einzige Überlebende kann nichts zu dem Täter von damals aussagen. Ein paar Wendungen sorgen für Verwirrung und man kann immer mal wieder in einigen Alltags- und humorvollen Szenen verschnaufen.

Ich war schnell von den Taten und den Ermittlungen gefesselt, habe Vermutungen nach dem wahren Täter angestellt und wurde in einen spannenden Lesesog gezogen, wofür auch der flüssige Erzählstil und die Cliffhanger gesorgt haben. Binnen zwei Tagen hatte ich den Krimi durchgelesen und kann ihn trotz der Vorgehensweise des Mörders auch zartbesaiteten Leser:innen empfehlen, weil die Tatbeschreibungen nicht in speziellen Details gezeigt werden.

Der private Teil war dieses Mal sehr intensiv und persönlich und zeigte sowohl bei Frida als auch bei Bjarne, dass sie mit ihrer Lebenssituation hadern und auf Veränderungen hoffen. Das Miteinander zwischen Frida und Torben war mir insgesamt etwas zuviel und hat mich etwas vom Fall abgelenkt. Daher ziehe ich einen Stern ab.

Ein interessanter und intensiv erzählter, stimmiger Krimi mit einer Mischung aus altem Fall und Rachetaten und einem sympathischen Ermittlerteam. Auf die Folgefälle bin ich schon sehr gespannt und hoffe, Paulsen und Bootz übernehmen auch in Band sechs wieder gemeinsam die Ermittlungen.

Bewertung vom 16.05.2022
Winter, Claudia

Ein Lied für Molly


sehr gut

Schöne Liebesgeschichte mit Irlandflair und musikalischen Ohrwürmern

Bonnie Milligan lebt mit ihrem 6-jährigen Sohn Josh unverheiratet in Dublin, was dort nicht gerade gern gesehen wird. Ihr Job in einem Imbiss hält sie gerade so über Wasser. Als sie im Bus eine Mappe mit handgeschriebenen Noten findet, möchte sie den Besitzer des Liebesliedes ausfindig machen und es beginnt für sie eine abenteuerliche Reise an die Westküste Irlands, auf der sie der deutsche ehemalige Konzertpianist Robert Brenner begleitet. Auch er hat Interesse an den Noten. Aber warum?

Claudia Winter hat hier eine besondere Geschichte erdacht, die sie auf eine besondere Weise durch zahlreiche klassische oder irische Musiktitel bezaubernd untermalt. Beim Lesen vermischen sich die Klänge mit der Handlung und diese Verbindung finde ich richtig schön. Gleichzeitig lernt man bei den authentischen Schauplätzen der Reise durch Irland nicht nur Land und Leute, sondern auch die Küche näher kennen und bekommt richtig Reiselust. Es gibt passenderweise im Anhang ein paar Rezepte und auch eine Playlist der Autorin, durch die man den Roman noch ein bißchen mehr genießen kann.

Wie gewohnt ist der flüssige Erzählstil sehr bildhaft und führt auf gefühlvolle und abwechslungsreiche Weise durch die Handlung, wo sich allmählich ein Geheimnis aufklärt. Die Figuren haben Ecken und Kanten und sprühen vor Leben, sie tragen alle ihre Sorgen und Nöte mit sich. Bonnie, Josh und Robert habe ich auf ihrer Reise gern begleitet und sie sind mir dabei auch ans Herz gewachsen. Robert war nach seiner Karriere als Pianist Lehrer an einer Privatschule, jetzt ist er alt und bekommt durch die Reise noch einmal neuen Lebensmut.

Hier werden zwei Geschichten nebeneinander auf zwei Zeitschienen erzählt, einmal der aktuelle Part des Roadtrips von Bonnie und Robert nach Ballystone und dann die Story aus Roberts Vergangenheit, seine frühere Karriere, seine große Liebe zu Putzfrau Molly und ihren Sohn Mark, einen begabten Violinschüler, die er alle verloren hat. Ein wenig zu abrupt und schnell erfolgten meiner Meinung nach die häufigen Wechsel der Perspektive und Zeit, wobei das auch die Spannung erhöht hat.

Dieser schön zu lesende Roman verbindet einen Roadtrip durch Irland gefühlvoll mit Musik und besonderer Romantik und deckt dabei ein Geheimnis auf. Für schöne Lesestunden ist damit gesorgt und man sehnt sich automatisch an die erwähnten Schauplätze.

Bewertung vom 14.05.2022
Hess, Megan

Christian Dior


ausgezeichnet

Ein traumhaft schönes Gesamtkunstwerk

Die Australierin Megan Hess ist eine weltweit gefragte Mode-Illustratorin. Zu ihren Kunden zählen Luxus-Labels wie Chanel, Prada und Dior und bekannte Hochglanzmagazine.

Christian Dior revolutionierte als Modeschöpfer die Modewelt, sein Name steht für klassische Eleganz und zeitloses Design, wie das Bar Jacket und auch sein Parfum Miss Dior.

In diesem Buch erleben wir einen biografischen Rückblick auf sein Leben und seine Entwicklung zum erfolgreichen Modezar.

Christian Dior (1905-1957) gilt als einer der einflussreichsten Modedesigner der Welt, seine Marke steht für luxuriöse Eleganz.

Bei diesem Buch fällt sofort die edle Aufmachung mit Goldschnitt und Goldfolie auf und die wunderbaren Illustrationen laden zum Anschauen und Entdecken ein.

Megan Hess zeichnet wunderbar elegant und absolut stilvoll, sie fängt bewundernswert detailliert die Gesichter, Kleidung, Räumlichkeiten und die ganze Atmosphäre ein, sodaß man die Illustrationen einfach nur staunend bewundern kann. Die vorherrschenden Farben der Modekreationen sind in zartem Rosa, Gold oder Grau gehalten. Die Lieblingsfarben von Christian Dior.

Sie zeigt uns in den drei Kapiteln "Der Mann", "Die Marke" und "Die Legende" die verschiedenen Lebensstationen Christian Diors. Er erlebte eine behütete Kindheit und Jahre in der Pariser Bohème, gründete das Haus Dior, verlor in der Weltwirtschaftskrise fast sein ganzes Vermögen, seine jüngere Schwester überlebte als Widerstandskämpferin das KZ. Er widmete ihr sein Parfum "Miss Dior". Seine Haute Couture wurde international gefeiert und sein Modehaus wurde zu einem Imperium von Weltruf. Als Dior mit 52 Jahren verstarb, folgte ihm sein Assistent Yves Saint Laurent als Leiter des Hauses.

Neben den biografischen Stationen Diors, haben mir auch die eingefügten einzelnen Anekdoten und Zitate gut gefallen. Sie machen die Persönlichkeit des Modeschöpfers deutlich und lassen die Welt des Modehauses erstrahlen. Seine kunstvollen und außergewöhnlichen Roben zeugen von größter Eleganz und seine Kostüme sind legendär, damit erschuf er in der damaligen Zeit einen neuen Look, der bis heute anhält.

Diese zauberhaft illustrierte Kurzbiografie beschreibt neben den bewegenden Lebens-Stationen von Christian Dior auch die kunstvollen Kreationen seines Schaffens, durch die er berühmt wurde.

Ein wunderbares Buch über diesen einzigartigen Modedesigner, das durch die Schönheit an herrlichen Illustrationen wie ein Kunstwerk wirkt. Diors Lebenswerk wurde mit seinen Designs in der Modewelt zu einem feststehenden Begriff, der bis heute noch gilt. Dieses herrliche Gesamtwerk feiert den großen Modeschöpfer!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.05.2022
Bernard, Carine

Lavendel-Grab / Lavendel-Morde Bd.4


sehr gut

Ein grundsolider Krimi um ein rätselhaftes Manuskript

Lilou Braque hat ihr Praktikum als angehende Kommissarin in Carpentras beinah abgeschlossen, als ein junger wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Bibliothek vermisst wird. Er forschte an einem geheimnisumwitterten Buch im Bereich der Alchemie über ein lebensverlängerndes Elixier aus dem 17. Jahrhundert. Kurz darauf verschwindet auch noch Lilous Kollege Commandant Pouffin. Lilou vermutet einen Zusammenhang und macht sich auf die Suche.

In die Handlung taucht man dank des flüssigen Erzählstils schnell ein und wird von der Geschichte mitgezogen. Was steckt hinter diesem mysteriösen Manuskript? Anfangs beginnt die Suche noch recht schleppend, aber dann sorgen die verschiedenen Fährten für spannende Nachforschungen und erzählen auch einiges über Lilou und ihr Leben in Carpentras. Ihre Freundschaft mit Simon ist jetzt schon eine recht feste Beziehung und mittlerweile kommt sie auch mit ihren Kollegen von der Polizei gut klar.

Carine Bernard baut hier durch das mysteriöse Manuskript eine gewisse Grundspannung auf und sorgt mit geschickt gelegten Fährten für Rätselraten. Nach einem spannenden Finale wird der Täter überführt und die Auflösung wirkt stimmig gelöst, wie man es von einem guten Krimi erwartet.

Bei diesem Fall hat sich Praktikantin Lilou Braque mit ihrer Ermittlungsarbeit endlich die Anerkennung ihrer Kollegen verdient und niemand möchte sie gerne ziehen lassen. Auch Lilou fühlt sich hier in der Provence wohl, kann sie in dieser Polizeistelle bleiben?


Dieser Krimi hat mich wunderbar unterhalten, insgesamt fehlte mir jedoch das gewisse Etwas an Provence-Atmosphäre, um aus diesem Cosy Crime einen echten Urlaubskrimi zu machen.

Bewertung vom 10.05.2022
Sellano, Luis

Portugiesisches Gift / Lissabon-Krimi Bd.7


gut

Das Ende hat mich dieses Mal leider etwas enttäuscht

Expolizist Henrik Falkner hat in Lissabons Altstadt das Antiquariat seines verstorbenen Onkels Martin übernommen und findet immer noch versteckte Hinweise auf unaufgeklärte Verbrechen. Gleichzeitig ist seine Freundin, die Kriminalkommissarin Helena Gomes, an einem Todesfall eines Jungen eingesetzt, der an einem allergischen Schock gestorben ist. Haben die Eltern hier ihre Führsorgepflicht verletzt oder war es ein Unfall? Die Staatsanwältin setzt Helena gezielt auf diesen Fall an, verbirgt die Familie etwas?

Diese Reihe lese ich immer besonders gern, weil sie mit dem Setting Lissabons etwas Urlaubsgefühl zaubert und mit den Krimianteilen für spannende Unterhaltung sorgt. Den ersten Punkt hat das Buch auf alle Fälle erfüllt, die Ermittlungen fand ich auch interessant, aber das Ende hat mich doch etwas enttäuscht zurückgelassen.

Wie gewohnt ist der Erzählstil sehr flüssig, wortgewandt und lässt sich gut lesen. Was mir besonders gut gefällt, sind die eingestreuten historischen Hintergründe Portugals zu Zeiten Salazars, die die Entwicklung des Landes und die Schwierigkeiten dieser Zeit verständlich beschreiben. Außerdem malt Luis Sellano mit wunderbaren Beschreibungen Stadtteile und Stimmungen Lissabons so stimmungsvoll, das man die Szenen alle bildlich vor Augen hat.

Die Charaktere werden mit vielfältigen Eigenschaften ausgestattet, Henrik und Helena wachsen immer mehr als Paar zusammen und bilden mit der kleinen Sara eine kleine Familie. Auch wenn hier so einige Figuren auftreten, behält man immer noch einen Durchblick und kann die Personen einordnen.

Luis Sellano lässt hier zwei Kriminalfälle nebeneinander herlaufen, was durch den Kapitelwechsel klar wird, mich aber auf Dauer auch gestört hat.

Der Krimi liest sich durch das Flair Lissabons und die privaten Einblicke der Ermittler recht gut. Es werden geschichtliche Hintergründe sowie das Wissen über Henriks Erbe des Onkels eingebaut, sodaß auch Neueinsteiger den Krimi gut lesen können. Dafür gefällt mir aber das abrupte Ende nicht und die Auflösung des Falls ist irgendwie unbefriedigend. Sehr schade, denn bis dahin fand ich den Krimi richtig gut. Leider kann ich dieses Mal nur 3 Sterne vergeben.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.05.2022
Foster, Craig;Frylinck, Ross

Sea Change - Eindrücke einer bedrohten Schönheit


sehr gut

Grandiose Einblicke in die faszinierende Unterwasserwelt

In diesem Buch präsentieren uns die Autoren nicht nur atemberaubende Fotos ihrer Tauchgänge, sie lassen uns auch an persönlichen Erlebnissen teilhaben und vermitteln ihre tiefe Verbundenheit mit den Unterwasserlebenwesen.

Craig Foster & Ross Frylinck sind die Väter der Oscar-prämierten Netlix-Doku "Mein Lehrer, der Krake". Beide tauchen ohne Neoprenanzüge in den kalten Tiefen des Atlantiks und nehmen uns mit auf eine wunderbare Reise unter Wasser. Die bekannte Tierforscherin Jane Goodall schrieb das begeisterte Vorwort.


*Ein Tangwald, auch Kelpwald oder Algenwald genannt, ist ein Ökosystem, das in den Uferzonen von Meeren der gemäßigten Breiten zu finden ist.

In diesem Bildband erleben wir neben den tollen Aufnahmen des Biotops Unterwasserwelt auch den Bericht über den Beginn der Freundschaft beider Autoren. Ross Frylinck erzählt uns von seinen persönlichen Lebensumständen und Wegscheiden, die das Leben ihm vorgab und so den Weg zur Craig ermöglichte.

Die Unterwasserwelt ist wirklich spektakulär, doch nur Taucher können diese Wunderwelt aus nächster Nähe erleben. Mit diesem Buch kann jeder Tauchgänge unternehmen, die herrlichen Naturfotos beeindrucken mit ihrer Vielfalt und mit der direkten Nähe, aus der die Tiere fotografiert wurden.

Ob zauberhafte Seesterne, farbenfrohe Meerbrassen, nachtaktive Froschfische, giftige Portugiesiesche Galeeren oder harmlose Scharfzahn-Hundshaie, die herrlichen Naturaufnahmen begeistern und die Textbeiträge informieren über die Begegnungen und die Lebensweisen dieser Tiere. Wir treffen auch dem großen Weißen Hai, sehen kleine Katzenhaie bei ihrer Eiablage. Durch die tollen und nahen Aufnahmen im Großformat kann man sich wie ein Taucher fühlen und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Sehr interessant ist die Beschreibung der Entwicklung der kleinen Haie in ihren Eihüllen bis zu ihrer Geburt, alles wird wunderbar anschaulich mit Fotos begleitet. Aber am meisten haben mich die Berichte über Craigs "Freundschaft" mit einer Krake begeistert. Diese Annäherung in freier Natur und nicht in einem Aquarium ist so einzigartig und faszinierend zugleich.

Durch die fantastischen Fotos erlebt man die zauberhafte Unterwasserwelt hautnah und authentisch, als wäre man selbst unter Wasser. Die Textbeiträge erklären die Beobachtungen und informieren über wissenswerte Erkenntnisse von Tieren und Pflanzen. Die persönlichen Lebensschilderungen von Ross Frylincks sind mir persönlich etwas zu ausführlich geraten, sie lesen sich aber insofern recht interessant, weil sie seinen Lebensweg beschreiben und seine Naturverbundeheit und den intensiven Bezug zum Tauchen erklären. In einem Bildband hätte ich das allerdings nicht erwartet.


Dieser wunderbare Bildband macht deutlich, wie eng die Natur und alle Lebensformen auf dieser Erde miteinander verbunden sind. Sea Change begeistert nicht nur Taucher und Unterwasserfreunde, er lässt uns alle diese faszinierende Welt unter Wasser miterleben und zeigt die enge Verbundenheit zwischen allen Lebensformen, ob über oder unter Wasser. Sea Change ist meine Empfehlung für Naturfreunde!

Bewertung vom 07.05.2022
Motte, Anders de la;Nilsson, Måns

Der Tod macht Urlaub in Schweden / Die Österlen-Morde Bd.1


sehr gut

Ein gelungener Cosy Crime made in Sweden

Der Stockholmer Mord-Ermittler Peter Vinston reist zur Geburtstagsfeier seiner Tochter Amanda nach Österlen. Er ist krankgeschrieben und soll sich dringend erholen. Kurz nach seiner Ankunft stirbt eine prominente Maklerin auf mysteriöse Weise, sie plante ein von der Bevölkerung abgelehntes Luxusbauprojekt am idyllischen Strand Österlens. Dieser Fall weckt sofort Peters Interesse und er unterstützt die örtliche Ermittlerin Tove Esping bei ihrer Arbeit.

Schwedische Krimis gehörten lange Zeit zu meinen liebsten Krimis. Dieser Auftaktband kann diese Vorliebe durchaus wieder entfachen. Es geht um den Tod einer unbeliebten Maklerin, bei dem lange Zeit nicht klar ist, ob es sich um einen Unfall oder einen Mord handelt. Vinston geht von Mord aus und es gibt eine Reihe Verdächtige, die durchaus ein Motiv hätten. Die Kommissarin Tove kommt aus Österlen und kennt die Bewohner und ihre besonderen persönlichen Hintergründe näher. Die recht spontane Zusammenarbeit des Anzugträgers Vinston und der jungen Ermittlerin Tove klappt trotz aller Unterschiede und sie werden zu einem eingespielten Team.

Der lockere Erzählstil führt mit etwas Humor durch die Handlung und sorgt mit den ausgefallenen Charakteren und den zahlreichen Spuren für eine abwechslungsreiche Tätersuche, bei der man gut mitraten kann. Das Duo Peter und Tove rauft sich trotz gegensätzlicher Persönlichkeiten schnell zusammen und bringt frischen Wind in die Ermittlergarde. Der Fall ist vielschichtig und es gibt reichlich Tatverdächtige, das Spannungslevel ist eher niedrig, da gibt es noch reichlich Luft nach oben. Doch dieser Krimi will auch viel mehr einfach nur gut unterhalten und das gelingt sehr gut.

In diesem Krimi werden viele schwedische Namen genannt, doch dank des Personenregisters behält man gut den Überblick über die verschiedenen Personen und lernt sie auch schnell näher kennen. Auch Hund und Katze haben ihre Auftritte, bei denen Peters extreme Abneigung zu Tierhaaren schon manchmal etwas zu häufig erwähnt wird.


Dieser Auftaktband ist ein gelungener Cosy Crime und konnte mich mit den Ermittlungsschritten, dem stimmig gezeigten Landesflair und den besonderen Charakteren rundum gut unterhalten. Ein neues Ermittlerduo und ein kniffliger Fall sorgen für gute Krimiunterhaltung made in Sweden.