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Baerbel82

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Insgesamt 973 Bewertungen
Bewertung vom 06.11.2017
Gray, David

Sarajevo Disco


sehr gut

Hardboiled in Hamburg, zweiter Teil

„Sarajevo Disco“ ist nach „Kanakenblues“ der zweite Band um den Hamburger Kommissar Lewis Boyle. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Juni 2004: Polizeidirektor a.D. Becker begeht Selbstmord. Das Problem: Er hatte geheime Dossiers, auch eins zu Lewis Boyle. Anschließend ein Rückblick in die Vergangenheit, in das Jahr 1984, als Boyle und Becker sich kennenlernten.
Danach begegnen wir der Polizistin Jale Arslan. Sie hat türkische Wurzeln und eine Vorliebe für Schusswaffen. Boyle rettet ihr den A… Gut ein Jahr später, im September 2005: Ein neuer Player scheint tödliche Drogen in den Markt zu drücken. Nur, warum?
Zur gleichen Zeit wird in Teddys Club der Türsteher erschossen. Es sieht aus wie eine Hinrichtung. Das Problem: Teddy Amin ist ein Jugendfreund von Boyle - und ein Gangster. Die Retourkutsche folgt prompt und löst damit einen Bandenkrieg aus. Boyle und Jale geraten zwischen die Fronten…
David Gray hat seinen neuen Polizeithriller wieder spannend in Szene gesetzt. Wie bereits in „Kanakenblues“ geht es um Drogen, Gewalt und Korruption. Selten so coole, harte Sprüche gelesen! „Sarajevo Disco“ ist keine Gute-Nacht-Lektüre, sondern ein Buch mit einem hohen Ekelfaktor. Blutig und brutal. Schauplatz ist der Kitz - und ein altes Krokodil.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Boyle und Jale kämpfen beide mit den Dämonen ihrer Vergangenheit und überschreiten im Job auch schon mal eine Grenze. Boyles Methoden sind unkonventionell. Aber er ist ruhiger geworden. Jale ist ehrgeizig und nimmt Drogen. Ihre Unfähigkeit sich einzufügen, macht sie als Person aber nur interessanter.

Fazit: Knallharter Hamburg-Thriller. Nichts für Leute mit sanftem Gemüt und schwachem Magen.

Bewertung vom 03.11.2017
Kamal, Sheena

Untiefen / Nora Watts Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Wo ist Bonnie?

Da ich Kanada, British Columbia und Vancouver liebe, musste ich dieses Buch unbedingt haben. Worum geht es?
Nora Watts ist Privatdetektivin. Sie soll dem Ehepaar Walsh helfen, ihre Tochter Bonnie wiederzufinden. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Noras eigene Tochter, die sie vor 15 Jahren zur Adoption frei gegeben hatte.
Als Bonnie davon erfuhr, ist sie weggelaufen, um ihren richtigen Vater zu suchen. Dabei wurde sie in eine Falle gelockt und entführt.
Nora wurde einst brutal vergewaltigt und im Wald entsorgt. Doch Mike Starling hatte sie noch rechtzeitig gefunden. Nun liegt der Reporter ermordet in seiner Badewanne. Denn die Täter beseitigen Mitwisser und haben auch Nora bereits im Visier.
Macht, Lügen und Vergeltung, aber auch das Bergbauwesen sowie Immigranten aus Asien und Korruption, das sind die Zutaten für das Debüt von Sheena Kamal. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Nora.
Nora hat indianische Wurzeln. Sie ist eine Frau mit einer dunklen Vergangenheit, eine ehemalige Sängerin und trockene Alkoholikerin. Sie lebt im Keller eines schwulen Pärchens in Vancouver und hat eine streunende Hündin „adoptiert“.
Mit Nora konnte ich mich nicht identifizieren, ihr Handeln oft nicht nachvollziehen. Schade, war doch die Leseprobe so vielversprechend. Und dann ist da auch noch Brazuca, genannt Bazooka, ihr erster Sponsor bei den Anonymen Alkoholikern.
Letztlich mündet die Geschichte in einen blutigen Showdown. Leider bleiben am Ende zu viele Fragen offen.

Fazit: Der erste Fall für Privatdetektivin Nora Watts, der für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.

Bewertung vom 01.11.2017
Kramer, Gerd

Das Flüstern im Watt


ausgezeichnet

Ein Rheinländer ermittelt in Nordfriesland

Zwei Männer und zwei Frauen wurden entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eines der Opfer, ein 62-jähriger Bauer, kam dabei ums Leben. Wo ist die Verbindung?
Hauptkommissar Waldemar Flottmann, der sich vom Rheinland nach Husum hat versetzen lassen, und sein Kollege Gustav Hilgersen ermitteln. Unerwartete Unterstützung bekommen sie von Leon Gerber, einem Musiker mit hochsensiblem Gehör.
Gerd Kramer ist mit „Das Flüstern im Watt“ ein richtig schöner Regio-Krimi mit viel Lokalkolorit gelungen. Der Erzählstil des Autors ist überaus angenehm und vermag mit leisen Tönen zu fesseln. Selbst wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut. Auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Gerd Kramer ist Akustiker und Software-Entwickler. Und so wundert es einen nicht, dass Geräusche und Drohnen in seinem Krimi eine besondere Rolle spielen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Waldi und Gustl, ein ungleiches, aber erfolgreiches Team. Auch Gerber kommt sympathisch rüber. Und es knistert gewaltig. Der heimliche Held der Geschichte ist aber eindeutig Bogomil, Flottmanns Kater.
Dass der Autor im Finale nochmal richtig Gas gibt, steigert das Lesevergnügen. Denn einige Überraschungen gegen Ende des Krimis hält der Autor für seine Leser noch bereit. Auch, wenn die eine oder andere Frage offen bleibt.
Waldi, Gustl und Leo Gerber, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.

Fazit: Atmosphärischer Küsten-Krimi mit einer Thematik, die nicht schon x-fach kriminalliterarisch abgearbeitet wurde.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.10.2017
Nesser, Hakan

Der Fall Kallmann


ausgezeichnet

Gut, besser, Nesser

Die Van-Veeteren-Reihe von Håkan Nesser habe ich geliebt. Stand-alones wie „Strafe“ hatten mich begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Eine Kleinstadt in Nordschweden, 1995. Lehrer Eugen Kallmann kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Die Polizei stuft seinen Tod als Unfall ein. Da findet sein Nachfolger an der Bergtunaschule, Leon Berger, Kallmanns Tagebücher. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Wer war Kallmann wirklich?
In seinen Aufzeichnungen behauptet Kallmann, seine Mutter getötet zu haben, weil sie einen Liebhaber hatte. Seitdem könne er in den Augen anderer Menschen erkennen, ob sie gemordet haben. Tatsächlich scheint er kurz vor seinem Tod einem alten, nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Wurde Kallmann deshalb ermordet?
Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie? Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint. Leon begibt sich auf die Suche…
Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Aus Sicht von Leon und zwei Lehrerkollegen, Ludmilla und Igor. Aber auch aus Sicht der 15-jährigen Schülerin Andrea. Irgendwie scheint sie der Schlüssel zu dem unbekannten Verbrechen von damals zu sein.
Håkan Nesser, der früher selbst als Lehrer tätig war, gibt gute Einblicke in den Lehreralltag. Auch mit Gesellschaftskritik spart der Autor nicht. Es geht um Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Erst ganz am Ende schließt sich dann der Kreis. Die Auflösung ist erschütternd, aber absolut stimmig.
Gut geschrieben, ohne Frage. Ähnlich wie „Strafe“ ist „Der Fall Kallmann“ ein spannender, brillant erzählter Roman, mehr Belletristik als Krimi.

Fazit: Ein anspruchsvolles, sehr besonderes Leseerlebnis!

Bewertung vom 22.10.2017
Pflüger, Andreas

Niemals / Jenny Aaron Bd.2


sehr gut

Niemals wieder sehen?

„Niemals“ ist die Fortsetzung von „Endgültig“ mit der blinden Polizistin Jenny Aaron. Die Geschichte führt uns zehn Jahre zurück in die Vergangenheit nach Rom. Jenny gerät zusammen mit dem Informanten Leon Keyes (nomen est omen) in einen Hinterhalt. Wird es ihr gelingen zu entkommen?
Heute: Seit einem misslungenen Einsatz in Barcelona vor fünf Jahren ist Jenny blind. Nichtsdestotrotz ist sie Mitglied einer international operierenden Elitetruppe der Polizei. Jenny erfährt, dass sie von ihrem alten Feind Ludger Holm zwei Milliarden Dollar geerbt hat. Allerdings muss sie dafür nach Marrakesch reisen…
„Endgültig“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen. „Niemals“ stand deshalb schon lange auf meiner Wunschliste. Action und Gewalt sind die Eckpfeiler in Andreas Pflügers zweitem Band um die blinde Heldin Jenny Aaron. Jenny folgt noch immer dem Bushidō, dem Weg des Kriegers. Außerdem raucht sie noch immer zu viel. Ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger, erscheinen alte Bekannte.
Andreas Pflüger hat seinen neuen Thriller wieder packend und actionreich in Szene gesetzt. Es geht um Geld und Macht. Eine Geschichte mit vielen Wendungen und einem intensiven Spannungsbogen. Nichts ist wie es scheint. Die Vergangenheit wirft lange Schatten, die der Autor gründlich ausleuchtet. Erst ganz am Ende schließt sich dann der Kreis und mündet in ein Inferno aus Tod und Tränen.
Aber es gibt auch Hoffnung. Eine Therapie und vielleicht ein neues Leben?

Fazit: Band 2 der spannenden Thriller-Trilogie um eine ungewöhnliche Heldin.

Bewertung vom 13.10.2017
Gerritsen, Tess

Blutzeuge / Jane Rizzoli Bd.12 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Eine Frage der Perspektive

„Blutzeuge“ von Tess Gerritsen ist bereits der 12. Fall für Detective Jane Rizzoli und Rechtsmedizinerin Dr. Maura Isles. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
In Boston wird eine junge Frau tot aufgefunden. Jemand hat ihr die Augen rausgeschnitten und in die Hände gelegt. Kurze Zeit später taucht die Leiche eines Mannes auf - mit drei Pfeilen in der Brust. Die Morde scheinen religiös motiviert: „Irgendetwas ist da, Jane. Etwas, was mit Heiligen und Märtyrern zu tun hat.“ Die Spur führt weit zurück in die Vergangenheit zu einem Missbrauchsfall in einer Kindertagesstätte, als die damals neun Jahre alte Lizzie verschwand…
Was einen guten Spannungsroman ausmacht, hat Tess Gerritsen erneut unter Beweis gestellt. „Blutzeuge“ punktet mit vielen unvorhersehbaren Twists & Turns, mit denen die Autorin die Geschichte voran und die Spannung in die Höhe treibt. Eine Geschichte, die sich zudem flott und flüssig lesen lässt. Nichts ist wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut.
Erzählt wird die komplexe Geschichte aus wechselnden Perspektiven, auch in der Ich-Perspektive aus Sicht der 30-jährigen Holly. Ein seltsames Mädchen. Sie kannte beide Opfer. Und sie kennt ein Geheimnis. Es geht um Manipulation. Darum, wie Erinnerungen im Lauf der Zeit verzerrt werden. Und dass die Wahrheit eigentlich nur eine Frage der Perspektive ist.
Die Vergangenheit wirft lange Schatten, die die Autorin gründlich ausleuchtet. Die Auflösung ist erschütternd, aber absolut stimmig. Eine fesselnde Reise in die dunkelsten Winkel der menschlichen Psyche. Faszinierend düster.

Fazit: Thrillerstoff erster Güte, der nicht nur den Schlaf raubt, sondern auch Fingernägel in existenzielle Gefahr bringt.

Bewertung vom 11.10.2017
le Carré, John

Das Vermächtnis der Spione / George Smiley Bd.9 (eBook, ePUB)


sehr gut

Die Vergangenheit holt einen immer ein

John le Carrés neuer Roman „Das Vermächtnis der Spione“ knüpft an die Handlung seiner Erfolge „Der Spion, der aus der Kälte kam“ und „Dame, König, As, Spion“ an. Im Mittelpunkt steht allerdings nicht der berühmte britische Agent George Smiley, sondern sein ehemaliger Assistent Peter Guillam. Worum geht es?
Guillam, halb Engländer, halb Franzose, der seinen Ruhestand auf einem alten Bauernhof in der Bretagne genießt, wird nach London zitiert. Es geht um seine damalige Rolle in der Operation WINDFALL, die mitten im Kalten Krieg gegen die STASI geführt wurde und 1961 mit dem Tod des britischen Top-Spions Alec Leamas und seiner Freundin Liz Gold endete.
Die Kinder der Spione drohen nun, die Regierung zu verklagen. Warum mussten die beiden Agenten an der Berliner Mauer sterben? Zitat: „Da George nicht verfügbar ist, haben sie mich [Guillam] in der Rolle des Bösewichts besetzt.“ Oder soll Guillam den Sündenbock geben? Guillam muss sich auch damit auseinandersetzen, wie er selbst eine Frau verriet, die er liebte.
Gekonnt verbindet John le Carré, in „Das Vermächtnis der Spione“ Vergangenheit und Gegenwart zu einem spannenden Plot über die dunklen Seiten der Geheimdienste. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Guillam. Ab und zu werden aber auch Briefe und Berichte aus jener Zeit eingestreut.
Das Verhör ist interessant und informativ, keine Frage. Aber das Lesen der Protokolle ist durch die vielen Decknamen und Abkürzungen anstrengend und ermüdend. Das geht ein bisschen zu Lasten der Spannung. Am Ende ist Guillam auf der Flucht: Zitat: „Wenn die Wahrheit dich einholt, sei kein Held, lauf weg.“ Doch Guillam entschließt sich stattdessen, Smiley aufzuspüren...
Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Über das Wiedersehen mit Smiley & Co. habe ich mich sehr gefreut. Denn „Der Spion, der aus der Kälte kam“ und „Dame, König, As, Spion“ gehören für mich zu den besten Spionageromanen, die ich je gelesen habe.

Fazit: Das große Finale der George Smiley-Serie, spannend und faszinierend zugleich.

Bewertung vom 09.10.2017
Silva, Daniel

Die Attentäterin / Gabriel Allon Bd.16 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Inside IS

Die Legende ist zurück. In Paris und Amsterdam explodieren Autobomben. Zu den blutigen Anschlägen bekennt sich der IS. Auch eine alte Freundin des israelischen Geheimagenten Gabriel Allon kommt dabei ums Leben. Statt es sich im Chefsessel „des Dienstes“ bequem zu machen, schmiedet Gabriel Rachepläne und schleust die junge Ärztin Nathalie in die Terrororganisation ein. Als Schwarze Witwe Leila soll sie Mastermind Saladin ausspionieren.
Ein erschreckendes Szenario das Daniel Silva sich ausgedacht hat. Eine der Wirklichkeit nur wenig vorauseilende, im Grunde ziemlich realistisch anmutende Vision. Denn das sogenannte Kalifat hat nach den Attentaten in Europa nun die USA im Visier. Leilas Erlebnisse im Islamischen Staat in Syrien werden eindringlich beschrieben. Gänsehaut garantiert.
„Die Attentäterin“ ist bereits der 16. Band aus der Gabriel Allon-Reihe. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte.
Viele Handlungsstränge und ein Herr von Protagonisten, das sind die Zutaten dieser komplexen Geschichte. Gabriel ist mir in mittlerweile 17 Jahren ans Herz gewachsen, auch wenn er ein Profikiller ist. Denn er ist auch ein begnadeter Restaurator, liebender Ehemann und Vater.
Auch im neuen Thriller geht die Jagd durch viele Länder, der Spannungsbogen wird ständig gesteigert und das dramatische Finale ist besonders gelungen. Hervorragender Mix aus Fakten und Fiktion, fundiert recherchiert. Ein Thriller mit dem Finger am Puls der Zeit.

Fazit: Beste Unterhaltung für Fans von Agenten-Thrillern, aktuell wie nie!

Bewertung vom 07.10.2017
Gerling, V. S.

Die Farm


sehr gut

Abgründig und packend zugleich

„Die Farm“ von V.S. Gerling ist bereits der 4. Fall für das Ermittlerpaar Nicolas Eichborn und Helen Wagner. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Gleich mehrere spannende Handlungsstränge, häufig in der Ich-Perspektive aus Sicht von Nicolas erzählt, gilt es zu verfolgen:
Nicht nur in Deutschland verschwinden Ehepaare. Es gibt keine Lösegeldforderungen, keine Leichen. Allen Fällen gemeinsam: die Paare sind jung und kinderlos.
In Deutschland werden zudem mehrere Geldtransporter überfallen. Günther Maria Helmes vom Amt für innere Sicherheit entdeckt eine Verbindung. Nicolas und Helen ermitteln…
Last but not least bekommt Nicolas Stress aus den eigenen Reihen. Kriminalrat Gunkel intrigiert und setzt ausgerechnet den ehemaligen Generalstaatsanwalt Stoll auf ihn an.
Es geht um Organisierte Kriminalität, Menschenhandel und Korruption - und um ein furchtbares Verbrechen. Die Spuren führen in die höchsten politischen Kreise - und in tiefste menschliche Abgründe.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Über das Wiedersehen mit Helen, Nicolas, Frettchen Helmes und Aspie Patrick Ebel habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Aber auch Nicolas‘ alte Feinde Stoll und Semjonow sind wieder mit dabei.
Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die ersten Bände (noch) nicht kennen. Gefallen haben mir auch wieder die witzigen Dialoge: „Ich brauche ihn lebend.“ „Gatzke (Präsident des BKA) oder den Killer?“ […] „Den Killer.“

Fazit: Eine skurrile, abgedrehte Geschichte mit ernstem Hintergrund, die aber nicht an die Klasse der ersten Bände heranreicht.