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Insgesamt 1275 Bewertungen
Bewertung vom 15.07.2019
Schönrock, Dirk

Santorini Reiseführer Michael Müller Verlag


ausgezeichnet

Die idealtypische Griechenland-Postkartenidylle

Schneeweisse Gebäude an einen Abhang, der mehr oder minder schroff aus dem dunkelblauen Meer aufsteigt aufsteigt, blauer Himmel - eben alles, was einem spontan bei der Begriffskombination "Griechenland - Insel - Sommer - Urlaub" so in den Sinn kommt.

Das Bild auf dem Umschlag des Reiseführers unterstützt dieses pauschale Bild bestens. Im Buch selbst erfährt der Leser dann aber sehr viel Wissenswertes über den Ursprung des aus fünf Inseln bestehenden Archipels vulkanischen Ursprungs. Über deren Geschichte, Pflanzen und Tierwelt, Feste, Gebräuche etc. Natürlich wie es sich für einen Reiseführer gehört einschliesslich der allgemeinen Informationen wie Anreise per Flieger oder Fähre, Wetter und Klima, Wirtschaft, Mietfahrzeuge (Santorini hat laut dem Autoren die höchste Unfallhäufigkeit, also Vorsicht) etc.

Die Hauptinsel des Archipels Thira schildert Dirk Schönrock in vier nach der Geographie unterteilten Kapiteln. In Kapitel 5 kommen dann sehr knapp aber doch die weiteren zum Archipel gehörende Inselchen zur Erwähnung. Thirassía und die eher als Felsen aus dem Meer ragend denn als Insel zu bezeichnenden Eilande.

Das Buch offeriert eine ungewöhnliche Fülle an Hinweisen zu Hotels und anderen Unterkünften, zu Restaurants, Tavernen, Cafés. Ebenso zu Badestränden, Aussichtspunkten, von denen aus idealtypische Fotos vom Griechenland-Urlaub erstellt werden können. Für einen Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag ist die Tatsache, dass in einem der letzten Kapitel einige Wandertouren vorgeschlagen werden. Hier sind es konkret deren zehn. Jeder Tour-Vorschlag ausführlich beschrieben. Einschliesslich einer knapp vier Stunden dauernden Tour auf Thirassía, bei der es gilt, 11 Kilometer zu erwandern.

Das Einzige, was mich an dem Reiseführer stört beziehungsweise ärgert: an keiner Stelle wird die Flut der Kreuzfahrtschiff-Pest erwähnt. Täglich kommen bis zu acht dieser schwimmenden Plattenbauten in das malerische Insel-Archipel. Zwar hat die Verwaltung mittlerweile die Anzahl der zugelassenen Tages-Touris, die die schwimmenden Unterhaltungsparks ausspucken, von 12.000 auf 8.000 reduziert. Aber dass diese Schwemme die griechische Idylle massiv beeinträchtigen, liegt auf der Hand.

Ansonsten ist "Santorini" absolut empfehlenswert.

Bewertung vom 14.07.2019
Sorges, Jürgen

Baedeker Reiseführer Elba


ausgezeichnet

Nicht nur Elba – das toskanische Archipel wir beschrieben, erklärt. Für alles viele Tipps.

Die toskanische Inselwelt zwischen Korsika und dem italienischen Festland, zwischen dem Mare Ligure und dem Mare Tirreno umfasst neben einigen kleinen Eilanden und Felsen die Inseln Capraia, Giannutri, Giglio, Gorgona, Pianosa und auch die durch den Abenteuerroman von Alexandre Dumas bekannt gewordene Isola di Montcristo. Mit dem nach dem 10 km² grossen Felsen benannten Grafen. Letztgenannte besuchen zu dürfen wird ein sehr schwieriges Unterfangen. Jedes Jahr erhalten gemäss dem aktuellen Auswahlverfahren nur maximal 1.000 Personen das von gerade mal zwei Dauerbewohner ‚belebte‘ Inselchen zu besuchen. 600 Schüler und Studenten, weitere 400 Erwachsene. Wobei bei der Gruppe der Erwachsenen bereits vorab 100 Plätze für die Einwohner von Portoferrario, wozu Montecristo verwaltungstechnisch gehört, reserviert sind.

Wie bezüglich Montecristo ganz und sehr eventuell dennoch zum Reiseziel werden könnte, beschreibt der Baedeker unter genauer Beschreibung des Bewerbungsablaufs genau.

Weitaus ausführlicher und interessanter sind die Beschreibungen der anderen zu diesem Archipel gehörenden Eilande. Wobei Elba der Grösse und Bedeutung wegen die meisten Seiten eingeräumt bekam. Angefangen bei der Geschichte mitsamt Napoleons Zeit in seinem Exil. Mit Fauna, Flora, Topographie, Bodenschätzen, Badestränden, praktischen Infos von Anreise, zu empfehlende Reisezeiten. Natürlich jede Menge Tipps zum Erleben, Geniessen und Übernachten. Die auch bei den nach ihrem Namen alphabetisch aufgeführten Ortschaften beziehungsweise Inseln zu finden sind. Alleine für Giglio, etwas mehr als doppelt so gross wie die oben genannte Insel des Grafen werden vier Lokale und acht Unterkunftsmöglichkeiten empfohlen. In dem konkreten Fall mal nichts zu Shopping, weil diese Angebote auf Giglio rar sind. Im Gegensatz zu Elba.

Wie von den Baedekers gewohnt liegt der Schwerpunkt des Reiseführers im informativen Bereich. Also keine Top-Secret-absolut-geheim-Tipps. Sondern fundierte Infos zu den Sehenswürdigkeiten, zur Geschichte, den Dörfern, der Wirtschaft, Festen und Feiertagen etc.

Die sechs Tourenvorschläge, um Elba kennen zu lernen, nehmen trotz ihrer naturbedingten kurzen Distanz (im Durchschnitt um die 30 Kilometer) jeweils etwa einen Tag in Anspruch. Schliesslich ist man nicht auf der Fluchte. Sondern auch mit dem Baedeker in Urlaub, um Elba ein ganzes Stück weit kennen zu lernen.
Die beigefügte Strassenkarte (1:37.000) macht ebenso wie die kommentierten Auszüge aus dem betreffenden Ortsplan der grösseren Städtchen die Orientierung leicht. Auf dieser Faltkarte wird nicht nur Elba, sondern auch Capraia und Pinosa dargestellte. Giglio ist flächenmässig so klein, dass diese Karte auf Seite 165 des Reiseführers Platz gefunden hat.

Die sonstige Aufmachung dieses Baedekers entsprich dem bekannten hohen Standard: gut gebunden, die Seiten fallen also nicht nach dem dritten Umblättern auseinander. Viele wenn auch kleine, dafür aber schöne Farbfotos, Infografiken, Grundrisszeichnungen einiger sehenswerter historischer Gebäude. Und immer wieder Überraschendes an Informationen.

Bewertung vom 11.07.2019
Schmid, Marcus X.

Korsika Reiseführer Michael Müller Verlag


ausgezeichnet

Ein Gebirge im Meer

Obgleich der höchste Gipfel auf Korsika, der Monte Cinto, etwa nördlich der Inselmitte, in eine Höhe von 2.702 Metern aufreckt, gibt es auf der viertgrössten Insel des Mittelmeers genügend Badestrände. Bei den Bergen, die über 2.000 Meter Höhe erreichen existieren, je nachdem, wo man nachschlägt, 50 bis 70 Gipfel. Somit ist die nominell zu Frankreich, vom Gefühl und der Mentalität der Einwohner doch nicht so ganz zu Frankreich gehörenden Insel nicht nur ein Bade- sondern ebenso ein Wanderparadies.

In diesem Reiseführer macht Marcus X. Schmidt gegen Ende des Buches auf 34 Seiten Vorschläge für acht Wanderungen. Mit zu absolvierenden Distanzen von knapp bis etwas über 10 Kilometer, Zeitaufwand im Durchschnitt dreieinhalb Stunden. Idealerweise im Frühjahr oder Frühsommer zu erleben. Ansonsten wird es im Sommer zu heiss und im Herbst zu regnerisch. Auf diese Wanderungen wird im Hauptteil des Reiseführers hingewiesen. Einschliesslich Angabe der Seitenzahl, auf der die Wanderung im letzten Teil zu finden ist.

Von den weiteren Informationen, die der Autor aus seinem jahrelangen Erfahrungsschatz preis gibt, entspricht der Reiseführer dem von der vielen anderen aus dem Michael Müller Verlag gewohnten hohen Standard: leicht und locker zu lesen, mit vielen schönen, wenn auch dem Buchformat geschuldet eher kleinformatigen Farbfotos. Es fehlen weder die ausführlichen Hinweise, was es wo und warum zu sehen gibt. Der Autor gibt viele Hinweise zu Restaurants, Unterkunftsmöglichkeiten, Cafés und so weiter. Über den Stand dieser Informationen nennt der Autor auf Seite 336 das Jahr 2018. Möglicherweise hat sich an den genannten Preisniveaus oder Öffnungszeiten mittlerweile etwas geändert. Dank der stets angegebenen Internetadressen und/oder Telefonnummern ist es kein Problem, sich die gerade aktuellen Preise/Zeiten zu verschaffen.

Der Informationsgehalt des ‚Korsika‘-Bandes ist also gewohnt hoch. Durch den Text in den immer wieder eingestreuten gelb unterlegten Kasten mit ‚Nebenbei-und-nett-zu-wissen-Informationen“ bietet das Buch auch Lesestoff für das Verweilen in einem Café oder abends im Hotelzimmer. Wenn’s denn sein soll auch im Zelt.
Für die in absehbarer Zukunft geplante Traumreise „Mit dem Cabrio einmal rund um das Tyrrhenische Meer“ (Genua – Korsika – Sardinien – Sizilien – und wieder den italienischen ‚Stiefel‘ hoch) wird dieser Reiseführer ganz sicher im Kofferraum seinen Platz finden. Zusammen mit den anderen Strassenkarten und Reiseführern. Navi hin oder her.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.07.2019

Say yes to new adventures - Mein Reisetagebuch


ausgezeichnet

Ein sehr robustes Notizbuch

Das Buch im Format eines Taschenbuches ist stabil gebunden, hat Seiten aus dickem Papier. Beides ermöglicht es, die Notizen, Bemerkungen etc. einzutragen, ohne eine feste Unterlage suchen zu müssen. Das Gummiband hält entweder das Buch zusammen oder kann als eine Art Lesezeichen verwendet werden. Zwischen den verschiedenen Rubriken sind immer wieder mal interessante Farbfotos zu finden, die das Alles auflockern. Ebenso wie die immer wieder mal eingestreuten Zitate wie das von Oscar Wilde "Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf."

An Rubriken herrscht kein Mangel:
Reise-(Wunsch-)ziele
Unterkünfte
Erlebnisse
Eindrücke und Gefühle
Adressen
Packliste
Wo und wann
interessante Begegnungen und so weiter.

Ein Mini-Mini-Wörterbuch Deutsch-Italienisch-Spanisch-Schwedisch, welches auf zwei weiteren Seiten handschriftlich ergänzt werden kann, ist ebenso dabei wie eine Weltkarte, in der die bereisten Länder ausgemalt werden können.
Platz zum Einkleben von selbst erstellten Fotos, Tickets etc. ist ebenfalls vorhanden.

Ein Reisetagebuch, welches zu führen a.) Spass machen kann und b.) bei fortgeschrittener Jugend hilft, die diversen Reisen aus der Vergessenheit zu kramen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.07.2019
Weiß, Walter

Reise nach Vietnam


ausgezeichnet

Der Band macht Spass. Und weckt die Lust, das Land, seine Bewohner und seine Küche kennen zu lernen.

Um es gleich vorneweg festzustellen: ja, der Vietnam-Krieg, den die USA unseligerweise in Nachfolge der französischen Kolonialmacht gegen die Vietnamesen geführt und verloren haben, kommt auch vor. Allerdings auf acht der insgesamt 175 Seiten: zum einen der Vinh-Moc-Tunnel, der der Bevölkerung Schutz vor dem Bombenhagel der US-Bomber bieten sollte. Und danach auf der linken Seite Text mit einigen Schwarz/Weiss-Fotos, auf der rechten Seite das um die Welt gegangene und die Welt aufrüttelende Foto von Phan Thị Kim Phú, der damals Neunjährigen, die von Nick bei ihrer Flucht vor dem von amerikanischen Napalm-Bomben entfachten Brand ihres Dorfes flieht, dabei von Nick Út fotografiert wurde.
Etwas weiter hinten noch eine Doppelseite über den Ho Chi Minh Trail sowie der ursprünglich über 200 Kilometer langen verzweigten Tunnelanlage von Cu Chi.

Ansonsten bewirkt dieser recht grossformatige Bildband nur eines: Lust darauf, das vom Massentourismus noch nicht ganz zerstörte ost-asiatische Land endlich kennen lernen zu können. Sehr schöne und von der Druckqualität her sehr gute, teils doppelseitige, teils kleinere Farbfotos von Landschaft, Städten, Tieren, Pflanzen, wiederentdeckten Kulturdenkmälern, leckeren vietnamesischen Speisen, Alltagsleben, Badebuchten und so weiter.

Die Texte sind kurz, gut zu lesen und dennoch informativ. Trotz der im Anhang befindlichen Stadt- und Übersichtskarten bei weitem kein Reiseführer. Aber das will der Band ganz sicher auch nicht sein. Er will nur das Interesse an und die Lust auf eine Reise nach Vietnam wecken. So lange das Land vom Massentourismus noch nicht ruiniert ist. Das schafft der Bild-/Textband locker.

Bewertung vom 07.07.2019
Bestler, Anita

Baedeker Reiseführer Sizilien


ausgezeichnet

Ein BAEDEKER eben - informativ, umfassend und ausführlich...

Die BAEDEKERs sind eine Fundgrube für alle, die das im jeweiligen Band beschriebene Reiseziel wirklich kennen lernen wollen.

So auch die Neuauflage zu Sizilien: nach den ersten Seiten, die das 'Gefühl' für Sizilien wecken, schliessen sich fünf per Auto oder Moped zu absolvierende Tourenvorschläge an. Deren längste voraussichtlich drei Wochen Zeit in Anspruch nimmt. Obgleich wie bei der Tour Nummer 5 etwas mehr als 1.000 Kilometer Fahrstrecke zu absolvieren sind. Bei Tour 5 sind diese aber mit einem Zeitaufwand von einer Woche angegeben. In den drei Wochen, die zum allergrössten Teil entlang der Küste mit einigen Abstechern ins Hinterland führt, lernt man die ganze Insel kennen. Tour Nummer 5 hingegen konzentriert sich auf den Teil westlich einer gedachten Linie Palermo - Menfi und danach auf dem Ostteil von Milazzo - Catania - Siracusa - Noto. Logischerweise nach einer zweieinhalbstündigen Fahrt von Ost nach West quer durch Sizilien.
Wer sich lieber zu Fuss bewegt, wird ebenso zufrieden sein: sechs Wandervorschläge mit einer Distanz zwischen 3,5 und 15 Kilometern (2 bis 6 Stunden lang) wird ebenso zufrieden gestellt.

An diesen Kennenlern-Vorschlagsteil schliesst sich der BAEDEKER-typische, nach den Ortsnamen in alphabetischer Reihenfolge aufgeführte Teil an. von Agrigento bis Trapani beziehungsweise Ustica. Letztgenannter Name weist darauf hin: da Ustica eine etwa 70 km nordwestlich von Palermo gelegene winzige Vulkaninsel ist, werden selbstverständlich die Äolischen Lipari, Vulcano, Stromboli, etc.) , Ägadischen (Levanzo, Stagnone) und Pelagischen Inseln (Lampedusa, Linosa und die unbewohnte Isola Lampione) zumindest kurz erwähnt. Logischerweise nicht in dem Umfang wie Sizilien selbst. Hier hat alleine das faszinierende Palermo über 50 Seiten, unterteilt in die verschiedenen Stadtteile der knapp 700.000 Einwohner beherbergenden grössten Stadt Siziliens abbekommen. Einschliesslich kommentierten Ausschnitten aus dem Stadplan. Einschliesslich der bekannten Grundrisszeichnungen der wichtigsten Gebäude. Einschliesslich der Museen und auch der näheren Umgebung wie das Jugendstil-Badehaus Stabilimento Balneare.

Bei nahezu jeder aufgeführten Stadt und auch kleineren Ortschaft sind ausser den Informationen über die Sehenswürdigkeiten viele Hinweise zu nach Ansicht der Autorin empfehlenswerten Unterkünften von Luxus-Hotels bis zu B&B-Unterkünften, zu Bars, Cafés und Restaurants zu finden.
Neben diesen Infos wird, klar, es geht ja um Sizilien, auch das (Un-) Wesen der Mafia behandelt. Teils an passender Stelle im laufenden Text, teils im allgemeinen Teil mit Hintergrundinfos zu Geschichte, interessanten Menschen und Persönlichkeiten, Architektur, Anreise, Shoppen, Baden, Sprache und so weiter. Die beiliegende Strassenkarte (1:270.000) ist ob dieses Massstabes sehr hilfreich, sich auf Sizilien nicht zu verfahren. Wer es noch detaillierter mag: vom österreichischen Kartenverlag freytag & berndt wird eine noch sehr viel grössere Strassenkarte angeboten. Da ist dann sogar der tolle Strand bei Porto Palo ein paar Kilometer südlich von Menfi eingezeichnet.

Persönliche Anmerkung: das Foto auf Seite 448 wurde auf der Dachterrasse des Hotels Ambasciatori in der Via Roma in Palermo aufgenommen. Ein Hotel in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes? In Palermo? JA, klar doch. die sehr sauberen, gepflegten Hotelzimmer befinden sich in den obersten Stockwerken des ansonsten als Wohnhaus genutzten Gebäudes. Ganz oben Terrassen über drei Etagen, ideal, um sich nach einigen Stunden Spaziergang samt Shoppen etwas Sonne und Ruhe zu gönnen, für italienische Verhältnisse ein Frühstücksbuffet vom Allerfeinsten.

Auf Seite 522 sin

Bewertung vom 06.07.2019
Sigg, Marco

Der Zweite Weltkrieg


ausgezeichnet

Wahrlich kein Unterhaltungsroman...

Man sollte bei Lesen dieses samt des zwölf Seiten umfassenden Literaturverzeichnisses 254 Seiten starken Buches erstens einen Atlas, zweitens den bei dtv erschienenen Band "Den Zweiten Weltkrieg verstehen - 1939 - 1945 in Infografiken" neben dem marixwissen oder zumindest griffbereit haben. Für diejenigen, die Interesse daran haben, sich über die Biografie des einen oder anderen Generals, Regierungschefs wie Churchill, Roosevelt und weiteren zu informieren, ist entweder ein Brockhaus oder, im Zuge der Zeit, eine Zugriffsmöglichkeit auf das Internet eine gute Idee.

Womit auch der relative Nachteil des Buches schon genannt ist: Es werden so viele Namen von Angehörigen der Wehrmachtsführung, der US-, der französischen, japanischen, englischen Truppen genannt, dass man sich diese sicher nicht merken kann. Was dem hervorragenden Buch aber keinen Abbruch tut. Der Atlas ist angebracht, weil in dem Buch selbst leider keine einzige Übersichtskarte zu finden ist. Was aber für das Verständnis der rein geografischen Dimensionen dieses im wörtlichen Sinne zu verstehenden Weltkrieges notwendig ist. Der bei dtv erschienene Titel mit den Infografiken ermöglicht es, die im Buch genannten Zahlen von Toten, Verwundeten, ermordeten Zivilpersonen, der Brutto-Tonnage an versenkten Handels- und Kriegsschiffen, Flugzeugträger zumindest halbwegs vorstellbar zu machen.

Abgesehen von diesen kleineren, einfach zu behebenden Mängeln ist das Buch von Marco Sigg absolut lesenswert. Wobei ein paar Vor-Informationen, die man sich durch die Lektüre anderer Bücher zu dem Thema "Zweiter Weltkrieg" angeeignet hat, kein Hindernis sind. Der Autor geht im Gegensatz zu der Flut der anderen Bücher auch auf die ideologischen Aspekte der kriegsführenden Parteien, also nicht nur der Ideologie der NSDAP und des Dritten Reiches oder der Briten, Amerikaner, sondern auch der der Japaner, Chinesen etc. ein. Bei der Ideologie der japanischen Militärbefehlshaber bis runter zum 'einfachen Soldaten' wird klar, welchen Einfluss die japanische Gesellschaftsform mit dem gott-ähnlichen Kaiser an der Spitze auf den Verlauf des Krieges im Pazifik hatte. Bei den Achsenmächten mit dem Deutschen Reich an erster Stelle wird die Obrigkeitshörigkeit, über Jahrzehnte andressiert, erklärt. Die zu den grausamsten Verbrechen der Wehrmacht an der russischen, belgischen Zivilbevölkerung führte (um nur zwei zu nennen).
Aus welchem Grund der Zweite Weltkrieg als erster totaler Krieg unter Einbeziehung der totalen Kriegsziele, der totalen Kriegsmethoden, der totalen Mobilisierung und der totalen Kontrolle zu bezeichnen ist, erläutert Marco Sigg eindrucksvoll. Nicht nur im Hinblick auf das Dritte Reich, sondern wie diese Aspekte auch in Grossbritannien, den USA oder der Sowjetunion zum Erreichen der jeweiligen Kriegsziele eingesetzt wurden.

Schon alleine das letzte Kapitel "Das Ende und das Erbe des Zweiten Weltkrieges" ist die Ausgabe und die Lektüre wert. Denn das Erbe der acht Kriegsjahre wirkt sich bis heute aus.

Bewertung vom 05.07.2019
Stieglitz, Andreas;Behrmann, Andrea

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Sardinien


ausgezeichnet

Es wird höchste Zeit...

Vor vier oder fünf, es können auch sechs sein, Jahren waren wir das erste Mal zehn Tage lang auf Sardinien. Mit dem Flieger nach Olbia, am Flughafen einen grässlichen Mietwagen übernommen, und die Nordhälfte von Sardinien erkundet. Wobei da natürlich a.) der Badespass an diversen Stränden der 'Karibik Europas' nicht zu kurz kam. Und b.) die Fahrten über die verschiedenen Strassen der Küste entlang oder vom Ost-Ufer an's West-Ufer trotz dieser Chevrolet-Schüssel unheimlich schön waren und Spass gemacht haben,

Alleine in diesem Frühjahr/Frühsommer waren drei bekannte Familien bis zu zwei Wochen auf Sardinien. Übereinstimmende Meinung nach der Rückkehr: Sardinien ist schlicht der Über-Hammer. Nur schön, tolle Strände, tolle Landschaft, super Strassen, ab und zu mit Schlaglöchern, aber von der Kurvenführung ein Genuss. Ein noch grösserer Genuss das Essen, egal wo. Wobei anzumerken ist, dass ein Urlaub während der Schulsommerferien in Italien den Genuss deutlich trüben kann. Während dieser Wochen scheint sich die gesamte Bevölkerung Italiens auf Sardinien zu versammeln und die Preise explodieren förmlich.

Wer also ausserhalb dieser Ferienwochen nach Sardinien kann und einen Sinn für oben erwähnte Genüsse hat, sollte die Gelegenheit nutzen. Idealerweise in Begleitung dieses Reise-Handbuches. Es ist kein typischer Reiseführer. Es ist eine Mischung aus demselben, Leseteile, Tourenvorschläge mit motorisierten Untersatz oder per pedes. Die grösseren/grossen Ortschaften können mit Hilfe der kleinen kommentierten Auszüge aus dem jeweiligen Stadtplan erkundet werden. Wo es was zu Essen, zu Trinken gibt, verraten die zahlreichen Tipps und Hinweise. Unter Angabe der Adresse, Telefonnummer. Diejenigen, die sich wegen der in Italien hinzunehmenden Flexibilität der Gastronomen hinsichtlich der Preisgestaltung vorab informieren wollen, finden auch die entsprechenden Internet-Adressen.

Das Reise-Taschenbuch ist mit vielen Farbfotos illustriert. Die Texte sind in einem lockeren Stil verfasst, informativ und unterhaltsam. Dass im Stile des klassischen Reiseführers der rein informative, praktische Teil mit Reiseinfos, Klima, Hinweisen zu Verkehrsmitteln, Ladenöffnungszeiten, Notrufnummern etc. zu finden sind, ist trotz des Zusatzes im ‚Reisetaschenbuch‘ im Titel selbstverständlich. Die beigelegte Strassenkarte (1:325.000) zeigt sogar den kleinen Hafen (Costa Carolina), von dem das damals besuchte Hotel rund 400 Meter entfernt liegt. Wer noch mehr Spass beim befahren der sardischen Strassen haben möchte, sollte ein Cabrio mieten und die Sardinien-Karte von freytag & berndt dabei haben. Oder sie/er er-fährt Sardinien per Fähre mit dem eigenen Auto oder Moped.

Wobei das Reise-Taschenbuch auf jeden Fall dabei sein sollte! Bei unserer nächsten Reise nach Sardegna wird es das auf jeden Fall sein!