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Baerbel82

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Insgesamt 992 Bewertungen
Bewertung vom 30.12.2018
Pollard, Belinda

Verschollen in der Poison Bay: Ein Neuseeland-Krimi (Wild Crimes, #1) (eBook, ePUB)


sehr gut

Wem kannst du trauen?

„Verschollen in der Poison Bay“ von Belinda Pollard ist der erste Band der Wild Crimes-Reihe und spielt in Neuseeland. Eine Geschichte mit Gänsehaut-Garantie. Worum geht es?
Callie und ihre Jugendfreunde freuen sich auf ein Wiedersehen nach vielen Jahren. Bryan hat sie zu einer Wanderung durch die Wildnis Neuseelands eingeladen. Doch die acht Freunde sind kaum unterwegs, da überschlagen sich die Ereignisse und einer nach dem anderen stirbt. Jemand hat es auf sie abgesehen.
Die Wildnis ist unerbittlich. Doch die wahre Gefahr droht von ganz anderer Seite. Wem kann Callie noch trauen?
Belinda Pollard hat ihren Krimi packend und atmosphärisch in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven aus Sicht der Gruppe und der Polizei sorgen für Dynamik. Man kann die Kälte und Nässe quasi am eigenen Leib spüren.
„Verschollen in der Poison Bay“ ist nicht einfach nur Krimi, sondern vor allem spannendes Drama. Eine Geschichte, die zeigt, wie (Mutter-)Liebe, Freundschaft, aber auch Eitelkeiten, Neid, Missgunst und Hass das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen.
Im hellen, hektischen Alltag unseres städtischen Lebens ist das alles kein Problem. Aber wie sieht es aus, wenn wir in der Einsamkeit der Natur oder in den dunklen Bereichen unseres Daseins auf uns selbst zurück geworfen werden? Bis wohin sind wir Herr unserer Gefühle, unserer Ängste und Befürchtungen?

Fazit: Tödliche Wanderung in der endlosen Wildnis Neuseelands. Düster und beklemmend!

Bewertung vom 29.12.2018
Reinartz, Philipp

Fremdland / Jerusalem Schmitt Bd.2


sehr gut

Was war damals geschehen?

„Fremdland“ von Philipp Reinartz ist bereits der zweite Fall für den Berliner Kommissar Jerusalem „Jay“ Schmitt. Nichtsdestotrotz bin ich gut in die Geschichte rein gekommen, auch, wenn ich den ersten Band nicht kenne. Worum geht es?
Der Kriminalroman basiert auf wahren Begebenheiten. Gleich mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Ein senegalesischer Drogendealer wider Willen und eine tote Sängerin im Altersheim. Wo ist die Verbindung? Jedenfalls scheint auch die Polizei in die Sache verstrickt zu sein.
Rückblicke in die Vergangenheit und Abschnitte aus Tätersicht verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Erst ganz am Ende schließt sich der Kreis.
„Fremdland“ ist ein Buch, das Polizeigewalt thematisiert. Die Sätze sind kurz, abgehackt, geradezu Stakkato-haft. Spannend, keine Frage. Auch mit Gesellschaftskritik spart der Autor nicht. Aber auch ein bisschen konstruiert. Die rätselhaften Botschaften und Zahlenspiele waren mir dann doch „too much“.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Wer ist gut, wer ist böse? Philipp Reinartz lässt die Grenzen verschwimmen. Es geht um Vielschichtigkeit. Denn es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Jay, Sonya und Marcel, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte.

Fazit: Jay Schmitt ermittelt in Berlin. Hochaktuell!

Bewertung vom 24.12.2018
Adolfsson, Maria

Fehltritt / Doggerland Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Vielversprechender Auftakt

„Doggerland. Fehltritt“, der erste Band der Doggerland-Trilogie, hat mich begeistert. Es handelt sich um eine fiktive Inselgruppe in der Nordsee. Die Hauptstadt ist Dunker. Worum geht es?
Kommissarin Karen Eiken Hornby, Ende 40, hat lange in London gelebt, bevor sie nach Doggerland zurückgekehrt ist. Ihre Familie war dort bei einem Autounfall ums Leben gekommen, den sie selbst verschuldet hatte.
Es ist Sonntag, der Morgen nach dem großen Austernfest, als Karen neben ihrem Chef Jounas Smeed in einem Hotelzimmer aufgewacht. Kaum zuhause erhält sie einen Anruf vom Polizeichef: Susanne, die Ex-Frau ihres Chefs, wurde brutal ermordet.
Smeed kann den Fall nicht übernehmen, da er zu den Verdächtigen gehört. Deshalb soll Karen die Ermittlungen leiten. Wie sich herausstellt, kam Susanne in einer Hippie-Kommune zur Welt. Liegt hier das Motiv?
Maria Adolfsson ist mit „Doggerland. Fehltritt“ ein großer Wurf gelungen. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Falsche Fährten und überraschende Wendungen halten den Spannungsbogen hoch.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Rückblenden, die mit „Langevik 1970“ überschrieben sind, verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Ganz am Ende schließt sich der Kreis - und der Untertitel, Fehltritt, bekommt eine ganz neue Bedeutung.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Karen ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie ist tough und macht einen guten Job. Auf die Fortsetzung, „Doggerland. Tiefer Fall“, die Ende nächsten Jahres erscheinen soll, freue ich mich daher schon heute.

Fazit: Vielversprechender Start einer Trilogie. Starker Stoff. So muss Krimi!

Bewertung vom 05.12.2018
Schütte, Carsten

Im Fokus


ausgezeichnet

Wenn der Jäger zum Gejagten wird

Carsten Schütte, Leiter der Operativen Fallanalyse (OFA) Niedersachsen, hat seine Erfahrungen in den Kriminalroman „Im Fokus“ einfließen lassen. Worum geht es? Ein Mörder tötet wahllos und hinterlässt keinerlei Spuren. Der Fallanalytiker Thorsten Büthe aus Hannover jagt ihn - und gerät dadurch selbst in den Fokus des Täters…
Carsten Schütte hat „Im Fokus“ packend in Szene gesetzt. Kaum zu glauben, dass es sich um einen Debütroman handelt. Unerbittlich dreht der Autor an der Spannungsschraube. Die Geschichte nimmt viele überraschende, dramatische und auch brutale Wendungen und mündet in einen fulminanten Showdown auf einem Kreuzfahrtschiff.
Die Geschichte lässt sich flott und flüssig lesen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Büthe und seine Familie sind mir sofort ans Herz gewachsen. Der Profiler und sein Team, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte.

Fazit: Vielversprechendes, hochspannendes Erstlingswerk. Über eine Fortsetzung würde ich mich daher sehr freuen.

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Bewertung vom 30.11.2018
Stocklassa, Jan

Stieg Larssons Erbe (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Cui bono?

Als großer Fan von Stieg Larsson und seiner Millennium-Trilogie musste ich dieses Buch unbedingt haben und wurde nicht enttäuscht.
Kurz vor der Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme am 28. Februar 1986:
Wir begleiten Stieg Larsson bei seiner Arbeit als Illustrator. Er ist bei seinen Großeltern aufgewachsen, was ihn geprägt hat. Denn Severin war eine „rote Socke“ und so hatte Larsson sich schon früh dem Kampf gegen den Rechtsextremismus verschrieben. Seine Recherchen gingen fast nahtlos in den Palme-Mord über und formten sich zu konkreten Theorien.
Zehn Jahre danach setzt der schwedische Journalist Jan Stocklassa die Puzzleteile aus Stieg Larssons Archiv zusammen, folgt dessen Spuren zu möglichen Tätern nach Zypern und Südafrika und lässt den Leser an den oft lebensgefährlichen Ermittlungen teilhaben. Dabei enthüllt der Autor unbekannte Fakten und präsentiert neue Verdächtige im Mordfall Palme. Er liefert sogar das Motiv. Wem nützt es?
„Stieg Larssons Erbe“ ist eine Geschichte, die auf Tatsachen basiert, aber auch Verschwörungstheorien enthält. Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil beschreibt in erster Linie Larssons Recherchen, der zweite Teil Stocklassas eigene Nachforschungen. Gut geschrieben, ohne Frage. Spannend wie ein Krimi. Ein Stück Zeitgeschichte. Interessant zu lesen. Besonders der zweite Teil. Ob der Tod von Olof Palme in ein oder zwei Jahren tatsächlich aufgeklärt sein wird?

Fazit: Faszinierende True Crime-Story. Beste Unterhaltung!

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Bewertung vom 24.11.2018
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Endlich ein neuer Fall für Pia und Oliver

Um es gleich vorweg zu sagen, „Muttertag“ von Nele Neuhaus ist der Hammer! „Im Wald“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen, so wie alle anderen Bände zuvor. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Der neue Taunus-Krimi startet mit einem Rückblick in das Jahr 1981. Ein Dreizehnjähriger tötet die junge Nora. Wer ist dieser Junge und - wer ist ER? Alles sehr mysteriös.
Danach ein Sprung nach Zürich in das Jahr 2017. Nach dem Tod ihrer Mutter trifft sich Fiona zum ersten Mal mit ihrem Vater und erfährt, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind.
Anschließend ein Wiedersehen mit Kriminalhauptkommissarin Pia Sander, die zu einem Tatort gerufen wird. In Mammolshain wurde ein Toter gefunden. Wie sich herausstellt, handelt es sich um den 84-jährigen Theodor Reifenrath, der offenbar schon vor Tagen starb.
Pia und Oliver ermitteln in ihrem neunten Fall. Unterstützung bekommen sie diesmal von Dr. David Harding, einem US-amerikanischen Profiler. Auch Pias Schwester Kim ist wieder dabei…
Inspiriert wurde die Autorin vom Fall des mutmaßlichen Schwalbacher Serienmörders Manfred S. Ein Mann, der hinter der bürgerlichen Fassade ein Doppelleben führte und zahlreiche Frauen ermordete. Hauptschauplatz des Romans ist Königstein.
Der Aufbau des Plots ist besonders zu loben. Wie hier langsam aber sicher die Handlung immer wieder neue Wendungen bis hin zum Finale erfährt, ist sehr gelungen. Der Showdown des komplexen, dennoch hochspannenden Romans spielt schließlich in den Katakomben des Frankfurter Flughafens.
Das Talent Nele Neuhaus‘ als Schriftstellerin lässt sich auch daran ermessen, dass sie die Qualität der Taunus-Krimis offenbar mühelos von Mal zu Mal steigern kann. Muttertag ist - wie gesagt - der neunte Band, und ganz gewiss einer der besten, weil man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Fazit: Band 9 der Sander und von Bodenstein-Reihe. Düster und beklemmend!

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Bewertung vom 18.11.2018
Castillo, Linda

Ewige Schuld / Kate Burkholder Bd.9


sehr gut

Die Vergangenheit holt einen immer ein

„Ewige Schuld“ von Linda Castillo ist bereits der neunte Fall für Kate Burkholder, Polizeichefin in Painters Mill, Ohio. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Joseph King sitzt seit zwei Jahren wegen Mordes an seiner Frau Naomi hinter Gittern. Er gilt als ein „gefallener“ Amischer, einer der ständig mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Doch diese Tat hat er immer bestritten. Jetzt ist er ausgebrochen, hat seine fünf Kinder als Geiseln genommen.
Als Kate, die einst selbst zu den Amischen gehörte und Joseph von früher kennt, vermitteln will, wird sie von ihm überwältigt. Kate soll den Fall wieder aufrollen. Zitat: »Jemand hat es getan«, sagt Glock.»Wenn nicht Joseph, wer dann?«, frage ich.
Linda Castillo hat ihren Roman spannend in Szene gesetzt. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Kate. Über das Wiedersehen mit Kate und ihrem Lebensgefährten John Tomasetti habe ich mich sehr gefreut. Ich mag es, wie sie sich in die Fälle verbeißt. Und so fiebert und leidet man mit ihr mit.
Einem gruseligen Prolog folgt die Ermittlungsarbeit, die authentisch und nachvollziehbar dargestellt wird. Es geht um ein Netz aus Lügen, Untreue und Korruption, in das auch dir Polizei verstrickt zu sein scheint. Erst ganz am Ende schließt sich dann der Kreis. Die Auflösung ist stimmig, allerdings nicht wirklich überraschend.

Fazit: Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe. Vorhersehbar.