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Nele33

Bewertungen

Insgesamt 822 Bewertungen
Bewertung vom 23.10.2020
Bielendorfer, Bastian

Die große Pause


ausgezeichnet

Die große Pause war mein erstes Buch von Bastian Bielendörfer und ich wurde angenehm überrascht, hatte ich doch keine große Erwartungen an das Buch.

Corona brachte die Welt im März zum Stillstand und Bastian Bielendörfer wurde von dem "Lockdown" aus seinem Leben, in dem er mehr unterwegs als zu Hause ist in den Stillstand katapultiert. Er nutzte diese Stillstand Zeit um ein Corona-Tagebuch zu führen, in dem er über die unterschiedliche Stadien dieses Lockdowns geschrieben hat.

Über die Fassungslosigkeit mit der die Mehrheit der Deutschen zu Begin der Pandemie Abend für Abend die "extras" zum Thema und die darauf folgenden Talkshows inhalierte. Virologen in den Fokus rückten und um sie ein Hype wie früher um Rockstars ist. Dann die unsäglichen Hamsterkaufe von Toilettenpapier, Nudeln und Konserven. Humorvoll beschreibt er die Veränderung seines Lebens, eine WG mit der Schwiegermutter, Homeshooling, Autokinoauftritte und was sonst noch alles jedem in der jetzigen Zeit bekannt vorkommen wird. Es ist ein Leichtes sich in den beschriebenen Situation ein wenig wieder zu finden. Dies alles beschreibt Bastia Bielendörfer mit viel Humor- was gab es da für skurille Situationen-für jeden von uns.
Doch nicht alle Situationen in der ZEit waren lustig, auch diese haben einen Platz im Buch und geben ihm dadurch einiges an Tiefe.

Bastian Bielendörfer hat auf seine Art ein kleines Zeitzeugnis geschaffen, in dem es zum Glück auch noch etwas zu lachen gibt-ohne Humor an der passende Stelle wären diese Zeiten doch gar nicht auszuhalten...oder?

Bewertung vom 21.10.2020
Benning, Anna

Der Tag, an dem die Welt zerriss / Vortex Bd.1


ausgezeichnet

Das Debut Vortex von Anna Benning reiht sich in die Dystopie/Fantasy Jugendbücher ein.

Die Vortexe zerstörten unsere Welt. Wir lernten in ihnen zu laufen. Doch niemand ahnte, was sie in uns entfachen würden...
Elaine, deren Mutter von den Zündlern ermordet wurde hat nur ein Ziel in ihrem Leben, sie will Läuferin werden um die Vermengten in Zonen umzusiedeln. Ihr wichtigster Tag ist der Tag des Vortexrennens, an denen die Gewinner offiziell zu Läufern gekürt werden. Als sie in den Vortex springt um durch den Energiestrom an einen anderen Ort zu gelangen geschehen seltsame Dinge und in ihr wird eine Macht in ihr entfesselt, die die Welt schon wieder komplett verändern könnte. Danach ist für Elaine nichts mehr so wie es war-ihr bisheriges Weltbild gerät völlig aus den Fugen und ihr stellt sich die Frage: Wem kann sie eigentlich noch trauen?

Dieses Debut hat mich von der ersten Seite begeistert. Der Schreibstil ist für Jugendliche sehr gut gewählt, die erschaffene Welt spannend und futuristisch. Auch an eine kleine Lieneseinlage ist gedacht worden, die allerdings nicht zu viel Raum einnimmt und darum nicht ins kitschige abdriftet. Elaine als Protagonistin macht in der Geschichte eine gewaltige Entwicklung durch, wurde sie am Anfang der Geschichte noch unnahbar und abgeklärt dargestellt, so wächst sie im Laufe des Buches mit ihren Aufgaben.
Das gesamte Buch lebt von tollen Charakteren und einer stimmig entworfenen Welt.
Bei Vortex handelt es sich um ein spannendes und lohnenswertes Jugedbuch.

Bewertung vom 20.10.2020
Kodiak, Frank

Amissa. Die Verlorenen / Kantzius Bd.1


ausgezeichnet

Mit Amissa ist der erste Teil einer Trilogie erschienen die es in sich hat und aktueller und der Wirklichkeit so nah, dass es einen gruseln lassen kann.

Jan, ein ehemaliger Polizist und seine Freundin Rica erleben auf dem Weg nach Hause auf der Autobahn ein grausames Szenario mit: Ein junges Mädchen läuft plötzlich auf die Autobahn und verursacht einen Massenunfall. Jan, der zu dem verletzten Mädchen eilt kann nicht mehr für sie tun, als die letzten Atemzüge bei ihr zu bleiben. Ein Wort bringt sie noch heraus und in ihrer Hand findet Jan einen Zettel. Fast gleichzeitig brennt auf der Raststätte ein Wohnwagen. Für die Polizei handelt es sich schnell um Selbstmord, doch Jan und Rica können dies so nicht akzeptieren und stoßen bei ihren Nachforschungen bald auf aussergewöhnliche Tatsachen.

Dieses Buch war für mich ein Pageturner der es in sich hatte und das aktuelle Thema "soziale Medien" und die Gefahren die dort lauern sehr gut in die Story eingebaut hat. Der Schreibstil war gewohnt spannend und klar. Die Protagonisten waren klar und kantig charakterisiert und ich als Leserin habe einen kleinen Einblick in ihre heftige Vergangenheit erhalten. Beide sind mir sehr sympathisch.

Andreas Winkelmann hat hier unter seinem Pseudonym Frank Kodiak wieder einmal unter Beweis gestellt, wie ein guter Thriller sein sollte. Ich freue mich schon auf den zweiten Band um zu sehen wie es mit Jan und Rica weitergeht.

Bewertung vom 16.10.2020
Schäuble, Martin

Cleanland


sehr gut

Mit Cleanland hat der Autor Martin Schäuble hochaktuelles und spannendes Jugendbuch geschrieben.

Die 15-jährige Schilo lebt in Cleanland in der Zeit "Danach", der Zeit nach der goßen Pandemie. Ihre Mutter arbeitet beim Ministerium für Reinheit. Cleanland ist eine Welt, in der wirklich alles klinisch rein gehalten wird, Kontakte sind strikt reglementiert, sogar Berührungen sind äußerst gefährlich. Shilo scheint angepasst, ihre Freundin Samira ist da kritischer. Als diese in Schwierigkeiten gerät, fängt auch Schilo an das System von Cleanland zu hinterfragen. Unterstützung bekommt sie ihrer ersten großen LIebe, die es so auch nicht geben darf.

Das Buch läst sich leicht und schnell lesen, der Schreibstil ist für Jugendliche angemessen. Die Protagonistin mit all ihren Ängsten und Sorgen wurde sehr gut charakterisiert. Erzählt wird die Geschichte durchweg aus der Sicht von Schilo.

MIt Cleanland hat der Autor eine Dystopie für Jugendliche geschrieben, die jetzt mit Corona einen ganz anderen Blickwinkel ermöglicht, Manche Regeln, wie Abstand halten und desinfizieren sind uns leider auch nicht mehr unbekannt. Das Szenario welche Schäuble weiterführt zeigt was aus einer Pandemie entstehen kann, es sind keine schönen Aussichten.
Mein einziger Kritikpunkt ist das sehr schnell herbeigeführte Ende, was für mich zu reibungslos von statten ging und dem im Verhältnis zum Rest des Buches ein wenig die Tiefe abhanden gekommen ist.
Gute 4 Sterne für dieses Jugendbuch.

Bewertung vom 15.10.2020
Campino

Hope Street


weniger gut

Mich und meine Famile kann ich schon als Tote Hosen Fans bezeichnen, gehen wir doch mitlerweile mit 3 Gernerationen zu einem Konzert.

Auf das Buch von Campino dem Frontmann war ich wirklich gespannt und habe mir so einiges erwartet. Dies war ein Fehler, denn die Enttäuschung war dadurch leider groß. Das Campino ein Liverpool Fan ist, war bekannt, aber das sich so vieles in seinem Leben danach richtet und dann der doch von ihm gepriesene Umweltschutz ausser Acht gelassen wird hat mich sehr erschreckt und hinterlässt einen faden Nachgeschmack.
Er erzählt in dem Buch von seiner Liebe zu England und dem FC Liverpool die untrennbar miteinander verbunden sind. Den Besuchen bei seiner Tante als er ein kleiner Junge war, einer Begegnung mit der Queen und anderen sehr persönlichen Dingen. Am Rande natürlich auch immer wieder Ausschnitte von den Toten Hosen.

Sprachlich hatte ich mit auch mehr erwartet und fand den Stil dann wirklich sehr einfach, er erinnerte mich eher an einen Schulaufsatz von einem 5 Klässler. Für mich als Tote Hosen Fan kein Buch was es sich zu lesen lohnte,

2 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.10.2020
Strobel, Arno

Die App - Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst.


gut

Nachdem ich von "Offline" ziemlich enttäuscht war, habe ich gehofft "Die App" würde wieder an den anderen Thrillern von Arno Strobel anschließen.
Das Thema smart home finde ich sehr interessant und aktuell und ich war auf die kriminalistische Umsetzung gespannt.

Linda ist mitten in der Nacht verschwunden und Hendrik ist fassungslos. Die Polizei beschwichtigt die Sache und geht davon aus, dass Linda ihn einfach verlassen hat. Nach einem Suchaufruf bei Facebook erfährt Hendrik, dass auch andere Menschen in Hamburg spurlos und aus heiterem Himmel verschwunden sind. Eins haben alle gemeinsam das Smart Home System. Hängt LIndas verschwinden mit der smart home app zusammen?

Der Prolog hat mich direkt in seinen Bann gezogen und die Situation war bedrückend und erschreckend geschildert. Doch leider wurde die Geschichte dann sehr vorhersehbar und konstruiert. Die einzelnen Charaktere waren mir zu blass und flach, da waren keine Ecken und Kanten ausgearbeitet. Die spannenden und psychologischen Dialoge der vorherigen Bücher habe ich vergeblich gesucht, diese waren eher hölzern, langatmig und leider auch vorhersehbar.
Einzig die wirklich spannenden Zwischenkapitel haben mich am Lesen gehalten, es könnte der Eindruck entstehen diese wären von jemand anders geschrieben.
Für die Zwischenkapitel vergebe ich 3 Sterne.

Bewertung vom 07.10.2020
Tsokos, Michael

Zerrissen / Fred Abel Bd.4


ausgezeichnet

Nach einem vermeintlichen Abschluss der Fred Abel Thriller Reihe, war ich sehr gespannt auf den überraschend doch noch erschienen 4. Teil.

Der Autor Michael Tsokos, Rechtsmediziner und Autor ist einer meiner Favouriten im True Crime Bereich.

Schon der Prolog war bedrückend und spannend. Eine ganz neuer Modus operandi für mich und wirklich grausam zu lesen. Diesmal trifft es Abels Kollegin Sabine Yoa stark, und auch Abel und sein Umfeld werden tief in den zu ermittelnden Fall herein gezogen. Hinzu kommt noch die unvorstellbare Clan Kriminalität in der Hauptstadt. Wie hängt der Saad Clan mit den ganzen dubiosen und brutalen Verbrechen zusammen? Kann Abel durch sein Wissen den Clan zu Fall bringen?

Wie immer habe ich als Leserin tiefen und detailierten Einblick in die Obduktionen bekommen, was ich auf der einen Seite immer ein wenig gruselig aber auch gleichzeitig auch faszinierend finde. Wieder hat es Michael Tsokos geschafft mich von der ersten Seite an zu fesseln und einen super spannenden Fall zu Papier gebracht.
Ich freue mich schon auf die nächsten Bücher von ihm. Eine ganz klare Leseempfehlung für alle die nicht zu zartbesaitet sind.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.10.2020
Carter, Chris

Bluthölle / Detective Robert Hunter Bd.11


ausgezeichnet

Endlich wieder ein Chris Carter-für mich ein Garant zu einem Pageturner.

Es beginnt mit einem vermeintlich harmlosen Diebstahl. DOch mit dem was sich in der Ledertasche befindet hat Taschendiebin Angela Wood nicht wirklich gerechtnet. Ging sie doch von einem Laptop aus. Die Enttäuschung ist dementsprechend groß, als sich in der Tasche nur ein Notizbuch befindet. Doch der Inhalt dieses Notizbuches lässt Angela vor Ekel und Abscheu erstarren, zeigen sie doch reale Morde.
Sie spielt das Buch der Polizei zu und es landet durch einen glücklichen Zustand bei Robert Hunter. Er vermutet einen Serienkiller hinter dem Buch.
Der Täter will nur eins: Sein Vermächtnis zurück bekommen: Er stellt Hunter ein Ultimatum und dieser hat keine andere Wahl als darauf einzugehen, will er Angelas Leben retten.

MIt Bluthölle hat Carter wieder einen spannenden Pageturner geschrieben, der trotz des blutigen Titels diesmal für Carters Verhältnisse erstaunlich unblutig daher kommt. Mich faszinieren immer wieder aufs Neue die Abgründe in die Carter die Leser mitnimmt.
Die Charaktere sind wieder excellent ausgearbeitet und die Spannung wird von Anfang an gehalten und zum Ende hin gesteigert.
Für Thriller Fans ein absolutes must read.

Bewertung vom 06.10.2020
Powell, James Lawrence

2084


ausgezeichnet

Der Autor und Wissenschaftler James Powell hat ein sehr wichtiges Buch veröffentlicht, welches aus heutiger Sicht als Dystopie angesehen werden kann, aber alle Anzeichen dafür da sind, dass sie Wirklichkeit werden kann.. Schon das Vorwort von Ernst Ulrich von Weizensäcker ist mehr als aufwühlend.

Wir befinden uns mitten im Klimawandel und die Regierungen dieser Welt haben leider viele Leugner dieser feststehenden Tatsache. Im Buch schreiben wir das Jahr 2084 und die Welt und ihre Lebensräume sind völlig verändert.
Wasser ist das kostbarste Gut der Menschen geworden, es haben und finden Völkerwanderungen statt(Wassermigration), da große Teile durch Dürre und Hitze nicht mehr bewohnbar sind. Die Katastrophe war absehbar.

Der Autor wählt für sein Buch die Interview- Erzählweise, was die Geschichte sehr eindringlich macht. In allen Teilen der Welt findet er Gesprächspartner, die zwischen den Jahren 2000 und 2010 geboren sind. Viele sind Nachfahren heutiger Wissenschaftler, aber auch einfache Menschen kommen in den Interviews zu Wort. DIe Interviews erstrecken sich über die ganze Welt. In den Interviews wird häufig vom Zustand der Welt und den Regierungen zwischen 1986 bis 2020 berichtet-dies ist unsere heutige Zeit und zeigt auf: Wir, die wir jetzt Leben haben es in der Hand, das Ruder noch mal herum zu reissen, auch wenn sich manche DInge nicht mehr rückgängig machen lassen. Sonst haben unsere Enkel und Urenkel keine lebenswerte Erde mehr auf der sie leben könnten.

Am Ende wird eine mögliche Lösung präsentiert, die ich als äusserst bedenklich finde. Der Autor hat mit 2084 ein Buch verfasst, welches jeder wirklich jeder lesen sollte.

Bewertung vom 27.09.2020
Robert, Peter

Dunkler Raum (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Nach der Leseprobe von "Dunkler Raum" war ich mir nicht so ganz schlüssig was mich bei der Lektüre erwarten wird.

Lutz Helsinger ist überglücklich, als er mit seiner Patchworkfamilie das Hamburger Problemviertel Neuwarder verlassen kann. Seine Nachbarin, die alleinerziehende Regina Adebaye, bleibt mit ihren Kindern in dem von Arbeitslosigkeit und Drogenkriminalität geprägten Stadtteil zurück, wo ihre Familie zwischen Sozialbürokratie und immer aggressiveren Jugendgangs zerrieben zu werden droht.
Aus dem vermeindlichen Sprung in die schöne neue Welt für Lutz und seine Familie wird zu einem Horrortripp, als ihr Sohn unerkläliche Ausraster bekommt und dies ist erst der Anfang.

Die ersten Seiten werfen ein Bild auf die ehemaligen Nachbarsfamilien, diese Seiten ziehen sich ein wenig in die Länge, sind jedoch für den weiteren Verlauf und den Zusammenhang sehr wichtig. Die Protagonisten sind gut charakterisiert und die Sprache ist sehr ausgefeilt und klar. Die Wechsel zwischen dem Hier und dystopischen Elementen waren teilweise anstrengend. Dies ist kein Buch für zartbesaitete, mir hat es ausgesprochen gut gefallen und mich sehr nachdenklich zurückgelassen.