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harakiri
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Insgesamt 1199 Bewertungen
Bewertung vom 02.11.2020
Follett, Ken

Der Morgen einer neuen Zeit / Kingsbridge Bd.4


ausgezeichnet

Der junge Edgar verliert bei einem Wikingerangriff seine Geliebte und seinen Vater. Mit seiner Mutter und seinen Brüdern gelangt er in einen kleinen Weiler und versucht dort, sich ein neues Leben aufzubauen. Gewieft wie er ist, arbeitet er sich schnell nach oben, muss allerdings kleinere Rückschritte einstecken und findet schließlich doch noch seine Passion.
Dass Ken Follett toll schreiben kann, weiß man ja. Auch mit Kingsbridge ist ihm wieder ein total guter Roman gelungen, der mich begeistert hat. Allein Edgar ist mir von der ersten Seite an ans Herz gewachsen und auch Ragna mochte ich gleich. Follett gelingt es immer wieder, starke Persönlichkeiten zu entwickeln, die lebensecht wirken und beim Lesen Sympathien entwickeln.
Das Buch spielt Ende des 10. /Anfang des 11. Jahrhunderts und der Autor fängt die harte Zeit richtig gut ein. Kriege, Überfälle, Intrigen, Armut und Unterdrückung – alles findet Platz in seinem neuen Epos.
Kingsbridge ist die Vorgeschichte des Romans „Die Säulen der Erde“ und ich fand es interessant zu lesen, wie alles begann. Und wie sich ein kleines Dorf zu einer funktionierenden Stadt entwickelt.
Über 1000 Seiten umfasst der neue Roman und ist auf keiner Seite langweilig. Man bangt mit den Charakteren, hofft mit ihnen und ist empört über so manche Ungerechtigkeit. Ganz untypisch für den Autor umfasst das Buch allerdings nur 10 Jahre. Die hatten es allerdings in sich. Vor allem Wynstan hat für allerhand Unruhe gesorgt und auch sonst hatten Edgar und Ragna nicht nur Freunde.
Fazit: genauso lesenswert wie die anderen 3 Bände um Kingsbridge.

Bewertung vom 31.10.2020
Di Fulvio, Luca

Es war einmal in Italien


sehr gut

Bei diesem Buch fand ich schon das Cover megaschön.
Der Waisenjunge Pietro bekommt eine einmalige Chance: er wird von der Contessa Nella adoptiert. Leider kann er sein neues Leben nicht lange genießen, denn der Mann der Gräfin hat sich verspekuliert und alles verloren. Doch die beiden geben nicht auf und beginnen noch einmal ganz unten.
Marta ist ebenfalls ein Kind ohne Eltern. Sie lebt mit ihrem Ziehvater Melo in einem Zirkus und trifft in Rom auf Pietro. Sie verliebt sich heillos in ihn und verliert ihr Herz an die Befreiung Roms.
DiFulvios Charaktere sind immer etwas Besonderes. Von der ersten Seite an lebt und liebt man mit ihnen. Stellenweise war mir die Handlung zwar etwas zu politisch, aber im Großen und Ganzen hat der Autor wieder eine wunderschöne Geschichte über Liebe, Gerechtigkeit und Patriotismus geschrieben.
Vor allem Marta hatte es mir sehr angetan. Das Mädchen, das nicht weiß, wer es war – doch lernt, dass das nur wichtig ist, wer man ist.
Die Schreibweise des Buches ist sehr flüssig und anschaulich. Man fühlt sich fast mitten ins alte Rom versetzt.
Fazit: ein historischer Roman, der zu begeistern weiß.

Bewertung vom 30.10.2020
Kodiak, Frank

Amissa. Die Verlorenen / Kantzius Bd.1


ausgezeichnet

Amissa ist eine Organisation, die sich mit der Suche nach verschwundenen Kindern befasst.
Als die Privatermittler Rica und Jan Kantzius bei einem Unfall unfreiwillig auf die Fährte eines verschwundenen Mädchens stoßen, wissen sie noch nicht, in welches Wespennest sie gestochen haben.
Ich mag schon die Bücher von Winkelmann immer gerne, Kodiak steht dem in nichts nach. Die Schreibweise ist wie immer sehr flott und spannend. Durch die Einschübe mit den Mädchen, die eher harmlos beginnen und sich im Laufe des Buches dann steigern, steigt die Spannung noch weiter an.
Obwohl man Jan Kantzius und den Polizeibeamten Olav Thorn schon aus dem Buch „Das Fundstück“ kennt, ist Amissa keine Fortsetzung, sondern der Beginn einer neuen Trilogie. Zugegeben: Sympathiepunkte sammelt Jan mit seiner Art nicht gerade, dafür wirkt aber Rica durch ihre ruhige Art und ihr Talent für die IT als Gegenpol.
Das Thema des Buches hat mich sehr berührt und ich habe mit den Mädchen mit gebangt und gehofft. Kodiak schreibt keine Kuschelkrimis, ganz im Gegenteil. Die Beschreibung der Grube ist nichts für schwache Mägen und auch sonst gibt es einige Szenen im Buch, die schocken könnten.
Fazit: ich freue mich auf den nächsten Band.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.10.2020
Ludwig, Stephan

Zahltag / Hauptkommissar Claudius Zorn Bd.10


ausgezeichnet

Zorn und Schröder sind zurück 28.10.
Und das Buch war wieder viel zu schnell durch. Ich liebe ja die Wortgefechte der beiden und in diesem Band kam ich dann auch voll auf meine Kosten.
Es dauerte zwar ein wenig, bis die Handlung so richtig Fahrt aufnahm, aber Stephan Ludwig hat den Leser durch die privaten Verhältnisse von Zorn, Schröder und Brock mehr als entschädigt. Auch die Einführung von zwei neuen Polizisten, Hendryk und Hannah und dem Geheimnis, das Hannah mit sich herumträgt, hat mir sehr gut gefallen.
Ludwig baut seinen Fall logisch und strukturiert auf, als Leser kann man immer sehr gut folgen und als das Rätsel um Hannah gelüftet wird, wird es erst so richtig spannend. Auch wenn sie als böse dargestellt wird, hat sie doch meine Sympathie erringen können. Ludwig schont seine Charaktere nicht, das muss Zorn wieder am eigenen Leib spüren. Schade nur, dass Edgar in diesem Buch ein wenig zu kurz kam.
Die Story ist etwas anders angelegt als andere Thriller. Man kennt sehr bald die Hintergründe, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: ich fand das sehr erfrischend anders und abseits vom Mainstream.
Die Schlussszene fand ich besonders gelungen. Zwar sehr unfein angelegt, aber auch sehr raffiniert ausgeklügelt.
Fazit: auch wenn der eigentliche Fall etwas im Hintergrund abläuft, ist keine einzige Zeile des Buches langweilig und ich freue mich schon auf einen neuen Band.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.10.2020
Fitzek, Sebastian

Der Heimweg


sehr gut

Kennt ihr das? Man liest einen Klappentext und stellt sich schon ein wenig vor, wie der Inhalt des Buches sein könnte. Auch bei Fitzek versuche ich das immer wieder – und scheitere kläglich. Denn seine Bücher sind jedes Mal von Neuem überraschend und gut.
Klara hat Selbstmordgedanken und telefoniert mit Jules, der alles versucht, sie davon abzubringen. Durch eine List gelingt ihm das auch, dennoch beginnt ein Alptraum für sie, den sie sich so nie hätte ausmalen können.
Und der Leser auch nicht. Fitzek schreibt wieder einen Krimi, der atemlos macht. Man klebt an den Seiten und kann das Buch kaum zur Seite legen. Vor allem weil man als Leser automatisch überlegt, wer jetzt wohl der Täter ist und wie alles zusammenhängt. Aber Fitzek macht es einem hier nicht leicht und den Plot hätte ich so auch nicht erwartet. Eben typisch Fitzek. Kein Mann für 08/15 Geschichten.
Natürlich ist die Story an den Haaren herbeigezogen, die vielen Zufälle machen die Handlung recht unglaubwürdig. ABER: das ist ja egal, wenn die Geschichte spannend ist. Und das ist sie auf jeden Fall.
Seit Jahren lese ich Fitzek mehr als gerne, auch wenn – wie ich finde – die neueren Bücher nicht mehr an den Augensammler herankommen. Dennoch muss ich jedes neue Buch immer sofort haben und wurde auch jetzt bei „Der Heimweg“ nicht enttäuscht.
Natürlich gibt es auch wieder ein Lob an das Cover. Die Nachtschwärze passt wunderbar zum Inhalt und die silbern schimmernde Schrift hebt sich davon auch sehr gut ab.
Fazit: Ich hoffe, Fitzek sitzt schon wieder an einer neuen Story.

10 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.10.2020
Riebe, Brigitte

Weihnachten am Ku'damm


sehr gut

Ein Weihnachtsmärchen bei der Familie Thalheim
Dieses Sequel spielt zwischen den Bänden „Wunderbare Zeiten“ und „Jahre des Aufbaus“ und umfasst die Woche vor Weihnachten 1946. Die Familie Thalbach hat viel verloren, ihr Kaufhaus liegt in Trümmern, aber sie geben nicht auf. Als die Schwestern vor dem Kaufhaus einen kleinen, halb erfrorenen Jungen finden, nehmen sie diesen bei sich auf. Der Beginn eines kleines Weihnachtswunders.
Zwar ein sehr kurzer Band, aber ein sehr intensiver. So viel Freude leuchtet aus dem Buch, so viel Hilfsbereitschaft und ja – erste Weihnachtsstimmung durch die Lieder. Natürlich gibt es auch Unschönes, hier sei Herr Brahms namentlich erwähnt, aber die guten Seiten überwiegen.
Wie schön fand ich es, dass die Schwestern sich so rührend um den kleinen Erich und seine Mutter gekümmert haben und wie findig Flori in Sachen Weihnachtsbaum ist. Die Charaktere muss man einfach wieder ins Herz schließen und ich habe mich sehr gefreut, Weihnachten mit den Thalheim-Schwestern feiern zu dürfen.
Eingestimmt auf das Buch wird man durch ein Gedicht von Erich Kästner „Morgen Kinder wird’s nichts geben“ Durch die Thematik des Hungerwinters im Buch passt dieses Gedicht sehr gut und macht nachdenklich. Man ist froh, dass man in der heutigen Zeit leben darf.
Fazit: klein aber fein.

4 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.10.2020
Stern, Anne

Scheunenkinder / Fräulein Gold Bd.2


ausgezeichnet

Die Hebamme ist zurück.
Ein Kind verschwindet, einige tote Kinder werden gefunden. Besteht hier ein Zusammenhang? Die Hebamme Hulda Gold und ihr Freund, der Kriminalkommissar Karl North sind beide in diese Fälle eingebunden.
Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen, allerdings kam der Kriminalfall ein wenig zu kurz. Und das Kribbeln zwischen Karl und Hulda fehlte mir. Die beiden verstehen sich gut, aber mehr will keiner der beiden, was ich etwas schade finde. Dafür taucht Felix wieder auf – und auch er könnte Hulda wieder gefährlich werden, denn um seine Ehe steht es nicht so gut. Und was sollen diese Blicke zwischen Hulda und dem Rabbi Esra? Der Fokus des zweiten Bandes liegt fast eher im Privatleben von Hulda, denn auf dem Kriminalfall. Doch auch das ist durchaus interessant. Und dann ist da ja auch noch Huldas Geheimnis, das sie lange mit sich herumgetragen hat.
Zu allem Übel merken die Juden nun auch noch, dass sie nicht mehr gelitten sind. Das erschwert Huldas Leben zusätzlich, denn auch sie gerät auf einmal mitten zwischen die Fronten.
Vor einem interessanten geschichtlichen Hintergrund entwickelt Anne Stern ihren Roman und bindet ihre Charaktere sehr authentisch darin ein. Sie schildert die Probleme der Juden, aber auch der anderen Menschen, die bei der großen Inflation unter der Entwertung des Geldes leiden. Diese Aspekte fand ich sehr interessant und sie passten gut zur Handlung.
Fazit: wieder ein sehr unterhaltsamer Band und ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

Bewertung vom 12.10.2020
Bradford, Chris

Soulhunters Bd.1


sehr gut

Als Genna bei einer Ausstellungseröffnung auf Damien trifft, gerät ihr Leben aus den Fugen. Allerdings im negativen Sinn. Denn Damien hat es auf ihre Seele abgesehen. Genna muss geopfert werden, doch Phoenix rettet sie. Was sie dann erfährt, hätte sich Genna nie im Leben zu träumen gewagt.
Auch der Leser nicht. Denn Bradford entspinnt eine Handlung, die es in sich hat und die ihre Fäden weit in der Vergangenheit hat. Ein bisschen undurchsichtig fand ich zwar die Erklärung, warum gerade Genna sterben muss, aber die rasante Handlung lenkte davon dann gleich wieder ab. Irgendwie ist das Mädchen ständig in Gefahr und gegen Ende war mir das dann schon fast zu viel, diese ständigen Kämpfe.
Die Schreibweise von Chris Bradford fand ich total flüssig und ansprechend. Anfangs fand ich ein bisschen schwer ins Buch, auch wenn mich die Handlung gleich mitgenommen hat. Aber mir hat ein wenig der Faden gefehlt, warum das alles passiert. Erst als Phoenix ihr dann erklärt, dass er immer schon ihr Retter war, mochte ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen.
Sehr schön fand ich auch immer die Rückblicke in Gennas früheres Leben und dass Genna (und somit der Leser auch), nie richtig weiß, woran man ist und wem man vertrauen kann.
Fazit: Ein starkes Jugendbuch, das aber kleine Schwächen aufweist. So konnte ich mit den Charakteren noch nicht so ganz warm werden. Da es aber eine Trilogie wird, freue ich mich schon, bald wieder vor den Seelenjägern zu flüchten.

Bewertung vom 11.10.2020
Beckett, Simon

Versteckt


sehr gut

3 dunkle Geschichten vom Autor der Hunter-Reihe.
Der Eckpfeiler
Ein kurzer Bericht
Mutter Gans


Der Nachteil an Kurzgeschichten ist ja, dass sie so schnell durch sind. Im Falle von „Ein kurzer Bericht“ umfasst die Story sogar nur 6 Seiten, was mir nun wirklich zu kurz war und auch irgendwie keine dunkle Geschichte beinhaltet hat, erst gegen Schluss ein klein wenig gruselig wurde.
Der Eckpfeiler beschreibt die Jugendjahre einer Jugendgruppe, deren Abenteuer geschildert werden. Als ein Mord geschieht und die Jugendlichen bedroht werden, driften die Freundschaften auseinander.
Mutter Gans ist eine moderne Hexe. Sie sammelt Kinder und mästet diese. Sehr eindringlich fand ich diese Geschichte und das Schicksal des kleinen Terry.
Ausdrucksstarke Kurzgeschichten, keine Frage. Auch super geschrieben, Becketts Schreibstil ist auch hier unübertroffen. Allerdings halt doch etwas kurz. Im nächsten Jahr erscheint ein neues Buch von Simon Beckett. Um die Wartezeit zu überbrücken sind die kleinen Geschichten allerdings sehr gut geeignet.
Becketts Einfälle, die Kurzgeschichten betreffend, finde ich auch sehr gelungen und eigentlich fand ich die sogar großteils zum Stand-Alone-Buch ausbaufähig. Bei allen 3 Geschichten kommt der Aha-Effekt nämlich erst zum Schluss. Und bei „Der Eckpfeiler“ wurde am Ende gar noch auf die Vorstellungskraft des Lesers gebaut.
Fazit: kleine Geschichtensammlung für die Handtasche, zum Lesen in der Pause oder auf Reisen. Gewohnt Beckett-like mit bösem Ende.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.