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Baerbel82

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Insgesamt 993 Bewertungen
Bewertung vom 05.08.2019
North, Alex

Der Kinderflüsterer


gut

Wenn die Tür halb offen steht...

Nach dem Tod seiner Frau Rebecca zieht Tom Kennedy mit seinem Sohn Jake ins beschauliche Featherbank. Bald hört er Gerüchte über einen „Kinderflüsterer“, der vor 20 Jahren fünf Kinder ermordet hat. Und plötzlich erzählt sein Sohn, dass unter seinem Fenster geflüstert wird.

So oder so ähnlich hat man das alles schon einmal gelesen. Dem starken Anfang folgt ein schwacher Mittelteil. Das geht zu Lasten der Spannung. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Tom und Jake sind mir sofort ans Herz gewachsen. Beide haben ihr Päckchen zu tragen.

„Der Kinderflüsterer“ von Alex North ist eine packende Geschichte über eine Vater-Sohn-Beziehung. Der Bestseller des Jahres ist es aber sicher nicht!

Fazit: Solider Spannungsroman. Gruselig und emotional.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.07.2019
Riel, Ane

Harz


ausgezeichnet

Herrlich makaber

Dies ist der erste Satz: „Im weißen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umgebracht hat. Ich war da. Carl war auch da, aber ihn haben sie nicht entdeckt.“
Was für eine skurrile Familie. Der Vater hat die Großmutter getötet und auch die Mutter fürchtet, dass er ihr möglicherweise eines Tages das Leben nimmt.
Jens Haarder lebt isoliert auf einer kleinen Insel. Er führt eine Schreinerei und lebt mit seiner Familie in einem duftenden Kiefernwald. Jens‘ Leben verläuft jedoch nicht wie geplant, da Verlust um Verlust ihn allmählich bricht.
Jens ist ein Messie, ein krankhafter Sammler, der sich nicht von Dingen trennen kann. Er ist davon besessen, seine Tochter zu verlieren, wenn sie zur Schule muss. Deshalb meldet er sie bei den Behörden als tot. Seitdem lebt Liv in einem Container, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen, in Harz konservierten Tieren...
„Harz“ von Ane Riel ist kein typischer Thriller, sondern eine grausame und ergreifende Darstellung der Erziehung der kleinen Liv. Es ist eine Geschichte von Krankheit und Verrat sowie von Loyalität und Fürsorge.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Liv, in einer schönen, ganz eigenwilligen Sprache. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Man merkt, dass der Autorin ihre Figuren sehr wichtig sind. Liv ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn sie hat viel Empathie.

Fazit: Eine spannende und herzzerreißende Geschichte. Unbedingt lesen!

Bewertung vom 26.07.2019
Lodge, Gytha

Bis ihr sie findet / DCI Jonah Sheens Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Geheimnisse und Lügen

„Bis ihr sie findet“ ist das Krimidebüt der britischen Autorin Gytha Lodge - und hat mich begeistert. Denn Cold Cases faszinieren mich immer. Doch worum geht es?
Südengland an einem heißen Juliabend des Jahres 1983: Sieben Jugendliche treffen sich, um gemeinsam im Wald zu zelten. Drei von ihnen sind fünfzehn, zwei sechzehn, einer ist achtzehn und eine, Aurora, erst vierzehn Jahre alt. Am nächsten Morgen ist Aurora verschwunden.
Dreißig Jahre später wird in eben jenem Wald eine Leiche gefunden. Detective Chief Inspector Jonah Sheens weiß sofort, wen man nach all der Zeit endlich gefunden hat: Aurora. Die anderen sechs sind mittlerweile beruflich erfolgreich und halten alle an ihrer Unschuld fest.
Was genau ist damals geschehen? Wurde Aurora ermordet? War es einer ihrer Freunde? Jonah Sheens versucht das Netz aus jahrzehntealten Lügen, polizeilichen Versäumnissen und wohlgehüteten Geheimnissen zu entwirren. Aber auch er hat etwas zu verbergen…
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Heute und vor 30 Jahren.
Gytha Lodge ist ein Neuling auf dem Krimimarkt. Dennoch hat sie mit „Bis ihr sie findet“ eine wirklich spannende und komplexe Geschichte geschrieben, die sich flott und flüssig lesen lässt. Zudem erfährt man in dem Buch Einiges über das Feeling der 80er Jahre: die unbeschwerte Jugend, die erste Liebe, die Musik, aber auch die ersten Erfahrungen mit Alkohol und Drogen.
Alles in allem fordert die Geschichte den Leser, allerdings nicht auf unangenehme oder anstrengende Weise. „Bis ihr sie findet“ ist zweifellos ein Krimi, welcher einige Überraschungen bereit hält und der einen nicht so schnell loslässt. Vergnügen im eigentlichen Sinne wird man beim Lesen angesichts der Geschehnisse dagegen eher nicht empfinden.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Jonah ist mir sofort ans Herz gewachsen. Auch, wenn er mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat. Seine Kollegen Juliette Hanson und Ben Lightman kommen ebenfalls sympathisch rüber. Man darf gespannt sein, wie es mit ihnen weiter geht - wenn es denn eine Fortsetzung gibt.

Fazit: Wow, was für ein Krimidebüt! Eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 26.07.2019
Siebold, Henrik

Inspektor Takeda und das doppelte Spiel / Inspektor Takeda Bd.4 (eBook, ePUB)


sehr gut

Der letzte Samurai

„Inspektor Takeda und das doppelte Spiel“ ist bereits der vierte Fall für den japanischen Ermittler Kenjiro Takeda. Er kommt aus Tokio und hält sich im Rahmen eines Austauschprogramms in Hamburg auf. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
In einem Gewerbehof in Hamburg-Schnelsen wird die Leiche eines Mannes gefunden - brutal hingerichtet. Der Tote war ein prominenter Profifußballer: Ryūtarō Matsumoto, genannt Matsu, stammte aus Japan und stand beim HSV unter Vertrag.
Takeda und seine Kollegin Claudia Harms ermitteln. Die Spur führt zu einer obskuren Sekte und zur Yakuza, der japanischen Mafia, viele Teezeremonien später zu einer Gruppe Ewiggestriger.
Nach der Hälfte des Buchs ist der Kriminalfall zwar gelöst, aber dessen Hintergründe liegen immer noch im Dunklen. Und so beschließen Takeda und Claudia spontan nach Japan zu reisen…
Die Einblicke in die Kultur und Denke der Japaner sowie die zeitgeschichtlichen Hintergründe fand ich sehr interessant. Nichtsdestotrotz war es mir letztlich von allem etwas „too much“: zu viel Fußball, zu viel Love Story, zu viel Zen-Buddhismus, zudem Takeda „unkaputtbar“ - unglaubwürdig.

Fazit: Fall Nr. 4 für Takeda-San. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.

Bewertung vom 21.07.2019
Svernström, Bo

Opfer / Carl Edson Bd.1


ausgezeichnet

Düster und erschütternd

Wow, da kann sich Chris Carter in Punkto Grausamkeit noch eine Scheibe abschneiden!
Bo Svernström geht gleich in medias res: Nördlich von Stockholm wird ein Mann in einer Scheune aufgefunden, nackt und brutal gefoltert. Als Kommissar Carl Edson von der Reichsmordkommission eintrifft, stellt er fest, dass der Mann noch lebt. Auch die Presse ist schon vor Ort. Allen voran Journalistin Alexandra Bengtsson.
Das Opfer, Marco Holst, ist ein Schwerverbrecher. Bevor er eine Aussage machen kann, stirbt er. Als weitere Kriminelle grausam ermordet werden, vermutet Carl, dass das Motiv in der Vergangenheit liegen muss. Wo ist die Verbindung?
Bo Svernström hat mit „Opfer“ einen wirklich rasanten und spannenden Thriller geschrieben. Kaum zu glauben, dass es sich um einen Debütroman handelt. Man merkt gleich, dass der Autor ein Profi ist. Er arbeitete jahrelang als Journalist für Aftonbladet, genau wie seine Protagonistin Alexandra.
Zu Beginn gibt es viele Hinweise, die sich nicht alle als relevant erweisen, aber es bleibt am Ende kein loser Faden übrig. Alles wird erläutert und erklärt. Die einzelnen Schritte der Ermittlung mit ihren Erfolgen und auch Sackgassen werden anschaulich geschildert, so dass keine Langeweile aufkommt.
Abschnitte in Kursivschrift, erzählt in der Ich-Perspektive, verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Nach der Hälfte des Buchs weiß man zwar, wer der Täter ist, aber nichts ist wie es scheint. Denn eine böse Überraschung hält der Autor für seine Leser am Ende noch bereit.
Ja, es ist ein hartes Buch und nichts für zartbesaitete Gemüter. Denn es gibt einige Momente, in denen es einem eiskalt den Rücken runter läuft, und wenn man als Frau alleine zu Hause ist und vor dem Einschlafen dieses Buch liest, ist das nicht unbedingt förderlich für eine gute Nachtruhe.

Fazit: Ein Thriller mit enormer Sogwirkung. Schwedisch. Schnell. Spånnend.

Bewertung vom 17.07.2019
Douglas, Claire

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet


gut

Geheimnisse und Lügen

Um es gleich zu sagen, „Missing“ von Claire Douglas kenne ich nicht. Aber die Inhaltsangabe von „Still Alive“ ließ auf einen psychologisch raffinierten Thriller hoffen, doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Libby Hall ist Lehrerin. Sie ist mit Jamie verheiratet, aber ihre Ehe ist nicht glücklich. Nach einem Brand in Libbys Schule hat sie eine Fehlgeburt. Als sie ein Angebot für einen Haustausch in Cornwall bekommen, nutzen sie die Chance, Urlaub am Meer zu machen. Alles scheint gut, bis Libby feststellt, dass sie offenbar beobachtet werden. Seltsame Dinge geschehen und beide fliehen zurück in ihre Wohnung. Dort erfährt Libby die Wahrheit: Jemand aus ihrer Vergangenheit ist zurück, um sich zu rächen.
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Libby erzählt. Bei Ich-Erzählern bin ich immer etwas vorsichtig. Denn das schafft Nähe, aber stimmt es auch, was die Person erzählt? Nichts ist wie es scheint, niemand wer er zu sein scheint. Spannend, keine Frage. Mit konstruierten Wendungen und der unrealistischen Auflösung bleibt dieser Roman jedoch hinter seinem Potenzial zurück.

Fazit: Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.

Bewertung vom 15.07.2019
Carter, Chris

Jagd auf die Bestie / Detective Robert Hunter Bd.10 (eBook, ePUB)


sehr gut

Der siebte Kreis der Hölle

„Jagd auf die Bestie“ ist bereits der 10. Fall für Robert Hunter, Leiter der Ultra Violent Crimes Unit des LAPD, und seinen Partner Carlos Garcia. Zugleich ist es eine Fortsetzung. Sie knüpft an die Handlung von „Die stille Bestie“ an, den 6. Band der Reihe. Die Bestie alias Lucien Folter ist das Böse in Menschengestalt. Doch worum geht es?
Einst waren Robert und Lucien Freunde, doch nun ist Lucien auf dem Rachetrip. Er konnte aus dem Gefängnis entkommen und will Robert leiden sehen. Ein perfides Spiel beginnt. Lucien arbeitet immer noch an seiner ‚Enzyklopädie des Mordens‘. Vieles hat er ausprobiert. Aber bislang hat Lucien noch nie einen Massenmord begangen. Wird es Robert gelingen, dies zu verhindern?
Es ist ein hartes Buch und nichts für zartbesaitete Gemüter. Der Thriller hat alles, was das halbwegs gesunde Menschenhirn an Obsessionen, Foltern und Metzeleien ausbrüten kann einschließlich eines actionreichen Showdowns. Unendlich grausam, blutig und brutal. Gewalt allein macht jedoch noch keinen guten Thriller aus. Vorhersehbare Abgründe gehen zu Lasten der Spannung.
Was soll jetzt noch kommen? Aber, ich lasse mich auch gerne überraschen...

Fazit: Kurzweilig und unterhaltsam, aber nicht der beste Band der Reihe.

Bewertung vom 13.07.2019
Voosen, Roman;Danielsson, Kerstin Signe

Schneewittchensarg / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.7


ausgezeichnet

Was hat eine verschwundene Braut mit dem Mord an Olof Palme zu tun?

Es handelt sich beides um Cold Cases. Aber das ist noch nicht alles. „Schneewittchensarg“ ist bereits der 7. Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss, die ungleichen schwedischen Kommissarinnen. Ihre Ermittlungen führen sie diesmal ins småländische Glasreich.
Bei einer Ausstellungseröffnung wird ein skelettierter Leichnam in einem gläsernen Sarkophag entdeckt. Es soll sich um die vor 50 Jahren verschwundene Berit handeln. Sie wurde anlässlich ihrer Hochzeit mit Gunnar Gustavsson entführt.
Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson haben ihren neuen Krimi vielschichtig und komplex, dennoch hochspannend in Szene gesetzt. Es geht um Lüge und Verblendung, Eifersucht und Verrat - und eine junge Frau auf dem Selbstfindungstrip.
Ab und zu sind Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die bisherigen Bände (noch) nicht kennen. Irrungen und Wirrungen, nichts ist wie es scheint. Auch für den geübten Krimi-Leser halten die Autoren viele Überraschungen bereit.
Das Privatleben der beiden Ermittlerinnen nimmt wieder viel Raum ein. Mehr und mehr erinnert mich Stina an die rebellische Lisbeth Salander aus den Romanen von Stieg Larsson. Auch der rätselhafte Kent Vargen und Stinas ungeliebter Vater, beide inzwischen tot, spielen wieder eine Rolle. Ingrid hat den Tod ihrer Schwiegertochter Healey noch nicht verkraftet und ist von Hass zerfressen.

Fazit: Ehrliche und solide Ermittlertätigkeit. Ein Muss für Fans des skandinavischen Krimis.

Bewertung vom 11.07.2019
Haller, Elias

Küstenstill / Kommissare Hardy Finkel und Greta Silber Bd.1


ausgezeichnet

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Sommer, Sonne, Meer. Passend zur Urlaubszeit entführt uns Elias Haller mit seinem neuen Thriller an die Küste. Doch Hardy Finkel, der nach zwanzig Jahren beim BKA in die Ostseeregion zurückgekehrt ist, kriegt von diesem Idyll nicht viel mit. Zusammen mit seiner Kollegin Greta Silber von der Kripo in Anklam wird er mit einem grausamen Mordfall betraut: Das Foto einer schrecklich zugerichteten Frauenleiche wurde zusammen mit einer kryptischen Botschaft auf Instagram gepostet.
Hardy lebt mit seiner Freundin Lara und deren achtjährigen Sohn Benjamin in Greifswald. Eines Tages bekommt er ein Paket mit einem Hautstück zugeschickt. Gibt es ein weiteres Opfer? Und dann verschwindet auch noch Benni. Irgendjemand scheint neidisch auf Hardy zu sein und geht dabei äußerst hinterhältig vor.
Elias Haller hat „Küstenstill“ atmosphärisch und mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Es wird sofort Spannung aufgebaut - und durchgehend gehalten. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der flüssige Schreibstil tut sein Übriges dazu, so dass man hier wirklich von Verschlingen statt Lesen sprechen kann. Der Fall bietet bis zum Ende Komplexität und viele Verdächtige. Die Auflösung ist überraschend, aber absolut stimmig.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Hardy ist mir sofort ans Herz gewachsen. Auch, wenn er mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen und zudem eine seltene Krankheit hat. Greta kommt ebenfalls sympathisch rüber. Sie hat es nicht leicht. Ihre Kinder leben beim Ex und sie muss auch noch Unterhalt zahlen. In ihrer Freizeit schreibt sie Krimis. Man darf gespannt sein, wie es mit den beiden weiter geht - wenn es denn eine Fortsetzung gibt.

Fazit: Spannende Strandlektüre, nicht nur für Ostsee-Urlauber.

Bewertung vom 11.07.2019
Kreutner, Bernhard

Der Preis des Lebens (eBook, ePUB)


sehr gut

Big Data macht es möglich

„Der Preis des Lebens“ ist ein österreichischer Krimi, der Organraub thematisiert.
Dr. André Keller und Dr. Eva Vekete sind spezialisiert auf Organtransplantationen. Mittels Krankenkassendaten finden sie Zielpersonen mit den passenden Organen für solvente Kunden. Wobei die Organspender das nicht überleben. Das System der beiden funktioniert reibungslos, bis ein Missgeschick auf dem Wiener Zentralfriedhof passiert und zwei strafversetzte Polizisten einer Abteilung für Sonderfälle, Michael Lenhart und Sabine Preiss, zu ermitteln beginnen.
Ein erschreckendes Szenario, das Bernhard Kreutner sich ausgedacht hat. Dem starken Anfang folgt ein etwas schwächerer Mittelteil. Der Leser ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Denn die Täter sind ja von Anfang an bekannt. Das geht zu Lasten der Spannung. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel. Was die Reichsbürgerbewegung damit zu haben soll, hat sich mir nicht erschlossen.
Österreich und seine Titel: Frau Ministerin, Brigadier Fritsch, Major Lenhart, Leutnant Preiss etc. Die Figuren sind zu glatt, zu perfekt gezeichnet, ohne Ecken und Kanten. Aber auch der berühmte Wiener Schmäh kommt nicht zu kurz. Als Nicht-Wiener fällt es allerdings schwer zu entscheiden, wie authentisch das ist. Last but not least viel Politik und Philosophie trüben den Lesegenuss. Alles in allem eine Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.

Fazit: Morbider Krimi mit brisantem Thema, der mich kurzweilig unterhalten hat.