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bärin
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Bamberg

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Insgesamt 693 Bewertungen
Bewertung vom 04.09.2019
Born, Leo

Brennende Narben / Mara Billinsky Bd.3


ausgezeichnet

Die Frankfurter Ermittlerin Mara Billinsky, genannt die Krähe - weil sie stets dunkel gekleidet und geschminkt ist, hat mal wieder alle Hände voll zu tun. Erst wird der brutale Mord an einer Edelprostituierten bekannt, die vor ihrem Tod auch noch brutal gefoltert wurde und dann geht auch noch eine Bombe mit einem Kleinbus in die Luft, in dem viele Frauen waren, die als Nachschub für ein Frankfurter Bordell gedacht waren. Zudem erreicht sie ein geheimnisvoller Anruf, in dem ihr mitgeteilt wird, dass der Wolf in der Stadt ist und er hat noch eine Rechnung mit Mara offen ....


Mara, die ja bekanntlich sehr stur und eigensinnig ist, verfolgt aber auch noch private Ermittlungen zum Mord an ihrer Mutter, der schon vor 20 Jahren stattfand. So lässt sie sich weder von ihrem Chef noch vom Staatsanwalt abhalten, hier weiter zu suchen und zu bohren. Auch ihr Vater beschwört sie, endlich Ruhe zu geben, aber auch das beeindruckt sie nicht. So wird dies nicht nur ihr persönlichster Fall sondern auch noch ein sehr schmerzhafter dazu.

Ich habe auch diesen dritten Fall aus der Reihe um Mara Billinsky wieder mit großem Vergnügen gelesen. Mara ist eine unruhige, sehr eigenwillige Frau, die sich von niemandem etwas vorschreiben lässt und die ständig im Clinch mit ihrem Vater liegt, aber sie ist auch eine scharfsinnige Ermittlerin. Zusammen mit ihrem Kollegen Rosen, der sich immer mehr zutraut, treten sie erfolgreich gegen eine kriminelle Bande an - Mara muss aber leider auch Federn lassen. Dieser spannende Thriller um Mara hat mir wieder kurzweilige und interessante Lesestunden beschert, auch wenn es manchmal sehr brutal und grausam zuging. Ich freue mich schon jetzt auf den vierten Teil, der im Januar erscheint.

Bewertung vom 29.08.2019
Svernström, Bo

Opfer / Carl Edson Bd.1


ausgezeichnet

In einer Scheune nahe Stockholm wird ein brutalst misshandelter Mann aufgefunden. Entgegen aller Annahmen lebt er noch, stirbt aber dann im Krankenhaus. Das ist nur der Auftakt zu einer Reihe von weiteren, sehr grausam durchgeführten Morden an Männern, die alle keine ungeschriebenen Blätter bei der Polizei sind. Hauptkommissar Carl Edson, der hier mit seinem Team ermittelt, vermutet zuerst einen Bandenkrieg unter Kriminellen, glaubt aber später, dass es um persönliche Motive geht. Die Journalistin Alexandra Bengtsson berichtet von Anfang an über diese Mordserie im Aftonbladet.

Dieser Thriller geht unter die Haut mit seinen ganzen grausamen Beschreibungen der gefolterten Toten, mit seinen interessanten Rückblicken in die Kindheit, mit der Erkenntnis, was bestimmte Erziehungsmethoden bei Kindern auslösen können. Im zweiten Teil kommt der Mörder zu Wort, seine Erinnerungen und was ihn zu den Taten gebracht hat. Dadurch war zwar klar, wer der Täter ist, das tat der Spannung aber keinen Abbruch, da es noch einige unvorgesehene Wendungen gab. Das Buch ist für zartbesaitete Leser eher nicht so geeignet, da die Beschreibungen der Morde schon recht grausam sind. Die Spannung blieb bis zum überraschenden Schluß sehr hoch. Ich hoffe, dass wir bald mehr von diesem talentierten Autor lesen dürfen!

Bewertung vom 26.08.2019
Merchant, Judith

ATME!


sehr gut

Nile ist glücklich mit Ben. Noch 14 Tage - dann ist der Scheidungstermin mit Flo und dann ist Ben frei für sie und sie können heiraten. Als sie bei einem spontanen Einkaufsbummel ein tolles Kleid für die Hochzeit in einer Boutique entdeckt, probiert sie es an. Doch als sie aus der Umkleide kommt, ist Ben spurlos verschwunden, geht auch nicht an sein Handy. Nile gerät in Panik, sucht Hilfe bei Bens Freunden und Verwandten, doch nur Flo, seine Noch-Ehefrau ist bereit, ihr bei der Suche zu helfen.

Dieses Buch ist aus der Sichtweise von Nile erzählt, die offenbar psychisch nicht sehr stabil ist. Immer wieder muss sie mit den Monstern ihrer Vergangenheit kämpfen und oft bleibt unklar, ob alles, was sie sagt und denkt, auch den Tatsachen entspricht. So wird der Leser hin und her gerissen zwischen der Wahrheit und der Einbildungskraft von Nile. Mit ziemlich abenteuerlichen, sogar kriminellen Aktionen lässt sie nichts unversucht, um ihren geliebten Ben wieder zu finden.

Die Geschichte lässt sich dank kurzer Kapitel schnell und flüssig lesen und ich fand sie auch spannend geschrieben. Leider konnte ich für Nile keine große Sympathie empfinden, ihre Aktionen waren für mich nicht recht nachvollziehbar. Wer gerne psychologisch beklemmende Romane liest, ist hier genau richtig.

Bewertung vom 07.07.2019
Oetker, Alexander

Zara und Zoë - Rache in Marseille / Die Profilerin und die Patin Bd.1


sehr gut

Zara und Zoe sind Zwillingsschwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Zara ist Profilerin bei Europol und hält sich strikt an das Gesetz - ihre Schwester Zoe dagegen arbeitet für die Mafia und hat kein Problem damit, auch mal jemanden umzulegen. Als Zara in Südfrankreich die brutal zugerichtete Leiche eines sehr jungen Mädchens sieht, weiß sie, dass etwas Schlimmes passieren wird. Und dass ihr in diesem Fall nur ihre Zwillingsschwester helfen kann, zu der sie seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hat - denn sie steht auf der anderen Seite des Gesetzes.

Dieser äußerst spannend geschriebene Thriller führt in die Welt der Vororte und Banlieus, wo sich die Gesetzeshüter nur in Armeestärke hintrauen, in die Welt von Terror und Korruption, Politik und Mafia. Drogen und Gewalt sind ebenso an der Tagesordnung wie Mord. In dieser Welt bewegen sich die beiden Schwestern normalerweise auf verschiedenen Seiten. Es ist sehr interessant, zu lesen wie sie sich nach so langer Zeit wieder annähern und dazu beitragen, eine große Katastrophe zu verhindern. Die Schreibweise mit den kurzen Kapiteln hat mir sehr gut gefallen, ich hoffe auf eine Fortsetzung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.07.2019
Sigurdardóttir, Yrsa

R.I.P. / Kommissar Huldar Bd.3


sehr gut

Ein brutaler Täter schlägt erbarmungslos auf ein junges Mädchen ein, filmt das Ganze und sendet die Videos per Snapchat an ihre Freunde. Zuvor muss sie sich immer wieder entschuldigen. Dann schleift er sie weg von ihrem Arbeitsplatz, wo er ihr aufgelauert hat. Sie wird später tot in einem Hinterhof gefunden. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Fall - ein Junge wird aus seinem Elternhaus entführt und hinterlässt nur eine Blutspur. Wieder bekommen seine Freunde Snapchat-Nachrichten von seinem Handy. Kommissar Huldar, der immer noch große Schwierigkeiten mit seiner Vorgesetzten Erla hat, stürzt sich in die Ermittlungen. Als Beistand bei der Befragung der Jugendlichen holt er sich wieder die Psychologin Freyja an seine Seite, für die er nach wie vor schwärmt, die aber nichts mehr von ihm wissen will. Zusammen kommen sie den Tätern auf die Spur und hinter das Motiv.

Dies ist der dritte Fall aus der Reihe mit Kommissar Huldar und der Psychologin Freyja. Die Fälle sind aber in sich abgeschlossen und können auch ohne Vorkenntnisse gut gelesen werden. Der Thriller ist sehr spannend, mit einigen brutalen Szenen, geschrieben. Die Folgen von Mobbing unter Kindern und Jugendlichen sind hier sehr ausführlich beschrieben und auch, dass diese selten wirksame Hilfe erfahren. Was die Täter nur als Scherz darstellen, hat für die Betroffenen oft gravierende Folgen. Mir hat das Buch und der Schreibstil gut gefallen und ich kann es für spannende Lesestunden empfehlen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.06.2019
Voosen, Roman;Danielsson, Kerstin Signe

Schneewittchensarg / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.7


ausgezeichnet

Bei diesem spannenden Krimi aus Schweden handelt es sich um den 7. Teil einer Reihe um die beiden so verschiedenen Kommissarinnen Stina Forss und Ingrid Nyström. Dies ist ihr kompliziertester Fall und die langwierigen und schwierigen Ermittlungen führen sie annähernd 50 Jahre zurück in die Vergangenheit, was natürlich nicht so einfach ist, denn viele Zeugen leben nicht mehr.

Doch was ist heute geschehen? Bei einer Ausstellungseröffnung im Glasmuseum taucht eine Leiche im blutbefleckten Brautkleid in einem Glassarg auf. Der Ausstellungsleiter identifiziert sie anhand des Kleides als seine 1972 an der Hochzeitsfeier verschwundene Braut Berit. Er ist geschockt, denn all die Jahre wusste niemand, was aus ihr und ihrem Adoptivbruder geworden ist. Zuletzt wurden sie in einem Ruderboot gesehen, das sie im Rahmen der Brautentführung genutzt hatten. Dann wurde es stürmisch und man dachte, die beiden wären ertrunken - ihre Leichen wurden aber nie gefunden.

Das Team um Stina und Ingrid muss lange in der Vergangenheit wühlen und viele Zeugen befragen - Verwandte, Freunde und Geschäftspartner des Bräutigams und der Braut und es kommen einige Familiengeheimnisse ans Licht. Daneben kommt das spannende Familienleben der Ermittlerinnen auch nicht zu kurz. Sie haben beide große Probleme und nach eher ruhigen Nachforschungen kommt es am Schluss noch zu einer richtigen blutigen Action-Szene. Ich habe alle Teile dieser Reihe gerne gelesen und freue mich schon auf den nächsten!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.05.2019
Löhnig, Inge

Unbarmherzig / Gina Angelucci Bd.2


ausgezeichnet

Als Gina Angelucci, die Spezialistin für Cold Cases, nach der Babypause wieder anfängt zu arbeiten, hängt sie sich gleich wieder mit voller Kraft in einen mysteriösen Fall rein. Auf einer Kieshalde wurden die Knochen einer Frau und eines Mannes gefunden, die schon lange tot sind. Gina will nicht eher ruhen, bis sie die Toten identifiziert hat und ihr Schicksal geklärt ist. Privat ist sie sehr glücklich mit ihrem Kollegen Tino und ihrer gemeinsamen Tochter Chiara, die behindert ist. Doch dieses Glück ist in Gefahr, eine geheimnisvolle Frau verfolgt sie und ihre Familie.

Auch der zweite Fall mit Gina hat mir wieder sehr gut gefallen - ich liebe den Schreibstil von Inge Löhnig. Dieses Buch ist nicht nur einfach ein Krimi, es ist auch eine Familiengeschichte und es beleuchtet auch Historisches wie den 2. Weltkrieg und das Schicksal von Zwangsarbeitern. Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt - einmal die heutigen Ermittlungen und daneben geht es zurück in das Jahr 1944 und die tragischen Ereignisse dort. Auch das Privatleben von Gina und ihrer Familie kommt nicht zu kurz. Ich habe mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt.

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.05.2019
Page, Libby

Im Freibad


ausgezeichnet

Die 86-jährige Rosemary aus dem Londoner Stadtteil Brixton geht regelmäßig jeden Morgen in das Freibad, das sie vom Balkon ihrer Wohnung aus sehen kann. Mit diesem Bad verbinden sie viele schöne Erinnerungen, denn mit ihrem verstorbenen Mann

George erlebte sie schon von frühester Jugend an dort schöne Stunden. Nun will die Stadt es an eine Wohnungsbaugesellschaft verkaufen, da es nicht rentabel ist. Es soll ein exklusiver Klub mit Tennisplatz für die Kunden dieser Gesellschaft darauf gebaut werden. Die einsame, junge Reporterin Kate interviewt Rosemary dazu und lässt sich überreden, auch dort baden zu gehen. Was sie anfangs noch widerstrebend getan hat, wird für sie nach und nach zu einem Genuss. Die beiden so unterschiedlichen Frauen kommen sich in ihren Bemühungen, das Bad zu erhalten, näher und werden Freundinnen.



Dieser liebevoll geschriebene Roman zeichnet die verschiedensten Personen dieses liebenswerten Viertels detailgetreu auf, die früher oder später alle Fans diese Freibades werden. Auch die Geschäfte und lokalen Örtlichkeiten dieser Gegend werden lebhaft beschrieben. Sogar ein Stadt-Fuchs, immer auf der Suche nach Essensresten, kommt hier vor. In Rückblenden wird die besondere Liebesgeschichte von Rosemary und George sehr rührend erzählt. Auch in der Gegenwart bahnt sich eine Romanze an und die schüchterne Kate gewinnt dank ihrer neuen Freundin Rosemary immer mehr an Selbstvertrauen. Der Zusammenhalt der Leute in Brixton ist sehr stark und mit verschiedenen Aktionen bemühen sich alle, das Unvermeidliche zu verhindern. Mir hat der familiäre Schreibstil gut gefallen. Die starken Emotionen der Protagonisten, die äußerst sympathisch waren, wurden mitfühlend beschrieben. Ein schöner Roman, den ich an einem Tag gelesen habe!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.05.2019
Ahnhem, Stefan

Zehn Stunden tot / Fabian Risk Bd.4


gut

Der schwedische Ermittler Fabian Risk muss ein traumatisches Erlebnis verkraften - seine Tochter wurde angeschossen und lag im Koma. Seine Familie scheint darüber zu zerbrechen und er tut alles, um sie wieder zu vereinen. Obwohl er noch einen längeren Urlaub vor sich hat, beginnt er doch wieder seinen Dienst, da mehrere Mordfälle auch seinen Einsatz fordern.

Ein syrischer Flüchtlingsjunge wurde brutal umgebracht, eine junge Frau wurde gestalkt und vergiftet, ein Supermarkt-Verkäufer in aller Öffentlichkeit abgestochen. Zudem versucht Fabian noch, in einem alten Mordfall an den Verdächtigen ran zu kommen. Ein Mörder bedient sich eines komplizierten Verfahrens, mittels Würfeln sein nächstes Opfer und die Tötungsmethode heraus zu finden. Es gibt also viele Handlungsstränge und das wird alles sehr spannend erzählt. Leider kenne ich die Vorgängerbände nicht - dies ist der vierte Fall einer Reihe - und so fehlten mir einige Informationen. Der Ermittler Fabian blieb für mich etwas blass und nichtssagend, seine Kollegin Lilja - eigentlich eine taffe Frau - ließ sich meiner Meinung nach viel zu viel von ihrem Freund gefallen. Das Ende war leider nicht nach meinem Geschmack - es blieben viel zu viele Fragen offen - schade! Die Antworten darauf bekommt der Leser wohl erst im nächsten Band dieser Reihe.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.05.2019
Läckberg, Camilla

Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10


ausgezeichnet

Liegt noch immer der Fluch der Hexe über den Nachkommen der von ihr Verfluchten? Man könnte es meinen, wenn man die vielen unglücklichen Menschen und die noch überwiegend sehr jungen Todesopfer am Ende betrachtet.

Dies ist der zehnte Band der Fjällbacka-Reihe um den Polizisten Patrik und seine Frau, die Schriftstellerin Erica und ich fand ihn wie
alle bisher wieder äußerst spannend bis zum Schluss.

Die 4-jährige Nea wird von ihren Eltern als vermisst gemeldet und eine große Suchaktion wird gestartet. Vom gleichen Hof verschwand vor 30 Jahren schon einmal ein kleines Mädchen im gleichen Alter, das dann tot aufgefunden wurde. Zwei 13-jährige Teenager hatten auf Stella aufgepasst, sie haben ihre Tat gestanden, aber später widerrufen. Helen wohnt noch am Ort, iihre damalige Freundin Marie kehrt als gefeierte Schauspielerin dorthin zurück, um einen Film zu drehen. Da wird auch die kleine Nea tot gefunden - nur ein Zufall, dass Marie wieder hier ist - eine der mutmasslichen Täterinnen von damals?

Dieser äußerst kurzweilig in knappen Kapiteln erzählte Krimi wird in drei Zeitebenen erzählt. Einmal geht es um die Gegenwart mit dem Tod von Nea, dazwischen erzählen Einschübe von der Tat vor 30 Jahren mit der kleinen Stella und daneben kommen noch Kapitel vor, die im 17. Jahrhundert spielen und die Geschichte einer armen, unschuldigen Frau erzählen, die von ihrer bösartigen Schwester verleumdet wird und dadurch in arge Bedrängnis gerät. Bis zum bitteren Finale war nicht klar, wer nun der Mörder ist. Die Autorin versteht es, bis zum Ende zu fesseln, arbeitet auch gesellschaftskritische Themen wie die Flüchtlingsproblematik und Mobbing unter Jugendlichen mit ein. Ich habe mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt!