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Petra Sch.
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Gablitz

Bewertungen

Insgesamt 597 Bewertungen
Bewertung vom 03.10.2018
Dawson, Lucy

Pfad der Lügen


gut

Thriller ohne Thrill, langatmige Wiederholungen, unglaubwürdige Auflösung
2,5 Sterne


Kurz zum Inhalt:
Sally wacht plötzlich in einem Taxi auf, an den Klippen von Cornwall. Über 200 Meilen von ihrem Zuhause entfernt, bekleidet nur mit einem Nachthemd, ohne Handy. Und nur mit 400 Pfund Bargeld - genau die Summe, um die Taxifahrt zu bezahlen. Und einem Abschiedsbrief. Sie kann sich an die letzten 10 Stunden nicht mehr erinnern.
Doch niemand glaubt ihr, dass sie nicht Selbstmord begehen wollte, nicht mal ihr Ehemann Matthew und ihre Eltern.
Sally ist fest der Meinung, betäubt worden zu sein. Doch wer hat ihr das angetan? Und vor allem: warum?


Meine Meinung:
Der Schreibstil lässt sich wahnsinnig schnell und flüssig lesen, und ich war noch nie so schnell mit einem Buch fertig.
Allerdings fehlt diesem Thriller eindeutig der Thrill. Und wenn, dann fällt es in die Kategorie Psycho-Thriller. Jedoch mit so einer haarsträubenden Auflösung, dass man sich nur fragen kann: Was? Echt jetzt?
Auch werden viele Dinge ständig wiederholt, v.a. die Schlafprobleme von Söhnchen Theo. Und dass er nur 10 min. am Stück schläft. Und dass bittebitte niemand einen Pieps von sich geben soll, da Theo sonst wieder aufwacht.
Anfangs fand ich diese Familien- und die Eheprobleme von Sally und Matthew noch spannend zu lesen, man erhält einen Einblick in die Familie und einen Überblick, und kann sich als Mutter auch mit etlichen Dingen identifizieren. Aber das dies immer und immer wieder durchgekaut wird, ist mit der Zeit etwas langatmig.
Auch hat mich gestört, dass niemand Sally geglaubt hat, als sie immer wieder beteuert hat, dass sie sich nicht umbringen wollte. Nicht mal ihre Eltern!!
Nur die heftigen Streitereien und Sticheleien zwischen Sally und Kelly, ihrer zukünftigen Schwägerin, haben etwas Pepp in die Geschichte gebracht.
Und so eine haarsträubende Erklärung für die Tat ist mir noch nie untergekommen. Leider total unglaubwürdig und in meinen Augen konstruiert. Schade.


Fazit:
Thriller ohne Thrill, aber wahnsinnig schnell zu lesen. Hat nach einem guten Anfang leider nachgelassen, und eine total unglaubwürdige Auflösung, daher nur 2,5 Sterne.

Bewertung vom 28.09.2018
Pfeifer, Günther

Der letzte Sterz


sehr gut

Ein schräges Duo aus Wien ermittelt in der Steiermark

Kurz zum Inhalt:
Die Wiener Kriminalermittler Hawelka und Schierhuber (beide Josef), werden nach Stainz in der Weststeiermark abbeordert, um dort einen Mord aufzuklären.
Eine männliche Leiche wurde ausgeblutet, die Genitalien abgeschnitten und mit einem Betongemisch als Statue anstelle der Erzherzog-Johann-Statue aufgestellt.
Der Tote ist der im Ort unbeliebte Herwig Mitteregger, und die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da die beiden Wiener in Stainz nicht sehr beliebt sind und keiner mir ihnen reden will.
Ist es ein persönlicher Racheakt? Oder hat es etwas mit dem vom Bauunternehmer Gautsch geplanten Erzherzog-Johann-Land zu tun?


Meine Meinung:
"Der letzte Sterz" ist der dritte Fall für die beiden Kommissare Hawelka und Schierhuber aus Wien. Die Geschichte ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Alles Wichtige aus der Vergangenheit der beiden wird ausführlich genug beschrieben.

Der Schreibstil von Günther Pfeifer ist humorvoll zu lesen und strotzt nur so von Wortwitz, und man hat die beiden Ermittler, aber vor allem das "Auskunftsbüro" Herta Berlakovic, sofort ins Herz geschlossen.
Die Charaktereigenschaften der einzelnen Personen sind detailliert beschrieben, so dass man alle genau vor Augen hat.
Viel Lokalkolorit, der Einbau der Steirischen Sprache und Erklärungen in Form von Fußnoten machen die Geschichte lebendig.
Leider haben Hawelka und Schierhuber für meinen Geschmack zu wenig ermittelt und der Showdown am Schluss war mir zu viel von allem: zu viel Alkohol, zu viele Aggressionen, zu viele Schießereien. Ansonsten wurde ich sehr gut unterhalten und musste oft lachen, und die Auflösung war realistisch und nachvollziehbar!


Fazit:
Unterhaltsamer humorvoller Heimatkrimi mit viel Lokalkolorit, jedoch mit zu überzogenem Showdown. 4 Sterne von mir.

Bewertung vom 27.09.2018
Carter, Chris

Blutrausch - Er muss töten / Detective Robert Hunter Bd.9


ausgezeichnet

Wie gewohnt ein blutrünstiger Pageturner


4,5 Sterne


Kurz zum Inhalt:
Die beiden Detectives von der Spezialeinheit UV (Ultra violent) des LAPD, Robert Hunter und Carlos Garcia, werden an einen Tatort gerufen, an dem eine weibliche Leiche in ihrem eigenen Bett liegt. Arme und Beine am Körper, Hände und Füße fehlen, komplett gehäutet. Das ganze Zimmer ist mit Blut verschmiert und auf dem Rücken befindet sich auf der einzige Stelle, wo noch Haut ist, eine eingeritzte Botschaft: "Schönheit umgibt sie".
Kurz darauf schaltet sich das FBI ein, da es vor einigen Monaten ebenfalls zwei Leichen mit ähnlichen, in den Rücken geritzten Nachrichten, gab.
Der Täter, vom FBI "der Chirurg" genannt, versteht sich als Künstler und erschafft seine eigenen Galerie der Toten.
Bald gibt es einen viertes Opfer - und FBI und LAPD müssen nun zusammenarbeiten, um den Täter zu finden, bevor er weiter töten kann!


Meine Meinung:
"Blutrausch" ist der 9. Fall für den Profiler Robert Hunter und seinen Kollegen Robert Garcia. Die Geschichte ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Der Schreibstil ist wie gewohnt schnell und flüssig zu lesen. Die kurzen Kapitel und die Cliffhanger am Ende der Kapitel lassen einen nur so durch das Buch fliegen. Wie immer lassen einen viel Blut und Brutalität die Gänsehaut aufkommen.
Leider war mir der Showdown zu schnell, zu unlogisch, und nicht authentisch. Das Motiv hingegen war für mich glaubwürdig.
Fix ist, dass es auf jeden Fall noch mindestens einen neuen Fall für Robert Hunter geben wird, denn die Geschichte ist: to be continued...

Das Cover ist eher aussagelos, lässt aber aufgrund der Gestaltung und der Schrift sofort einen Chris Carter Thriller erkennen.
Leider ist der Titel grottenschlecht gewählt und hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Im Gegenteil! Er ist rundum falsch! Denn der Täter hat in diesem Fall keinen Blutrausch, sondern möchte sich Schönheit erhalten. Der englische Titel "Gallery of the dead" - Gallerie der Toten - passt hingegen perfekt. Warum hat man das nicht eins zu eins übersetzt??


Fazit:
Ein typischer Carter, der beim Lesen fesselt, aber im Nachhinein etliche Fragen aufwirft und einiges unlogisch erscheinen lässt. Trotzdem super spannend, daher diesmal 4,5 Sterne.

Bewertung vom 27.09.2018
Carver, Tania

Er will dein Herz / Marina Esposito Bd.7


ausgezeichnet

Grandioser Thriller, Spannung von Anfang bis zum Ende


Kurz zum Inhalt:
In Birmingham wird eine weibliche Leiche im Fluss gefunden - ihr fehlt das Herz.
Es stellt sich heraus, dass diese Frau, Gemma Adderley, mit ihrer Tochter Carly vor ihrem gewalttätigen Mann Roy in ein Frauenhaus fliehen wollte - dort ist sie jedoch nie angekommen. Carly wurde streunend auf den Straßen gefunden. Die Polizei zieht die Kriminalpsychologin Marina Esposito zu Rate. Ist Roy Adderley der Täter?
Als eine weitere weibliche Leiche in einem Park gefunden wird - überfahren, aber auch ihr fehlt das Herz - kommen die Zusammenhänge ans Tageslicht. Die Polizei gibt ihm den Spitznamen "Der Herzensbrecher". Es sind schon mehr Frauen verschwunden, die auf dem Weg in dieses eine spezielle Frauenhaus waren.
Kann Detective Inspector Phil Brennan mit Hilfe seiner Frau Marina Esposito den Täter stoppen, bevor es noch mehr tote Frauen gibt?


Meine Meinung:
"Er will dein Herz" ist der 7. Band der Marina Esposito-Reihe. Ich kannte noch kein Buch dieser Reihe, aber das macht gar nichts, denn jeder Band ist eigenständig zu lesen und hat einen in sich geschlossenen Fall. Lediglich die privaten Details von Marino und Phil entwickeln sich, aber die Vergangenheit der beiden wird ausführlich genug beschrieben.
Der Schreibstil ist flüssig und extrem schnell zu lesen, auch aufgrund der kurzen Kapitel.
Die Autoren schaffen es wunderbar, den Spannungsbogen von Anfang an aufrecht zu halten. Auch springt man von einer Sicht zur nächsten (mal aus Sicht von Marina, dann Phil, dann des Täters ("er").
Weiters ist es wunderbar gelungen, einen in die Irre zu führen. Ich hatte immer wieder mal einen anderen Verdächtigen vor Augen.
Die privaten Probleme von Phil und Marina und deren Beziehung machen eine Entwicklung durch, die interessant zu verfolgen ist.
Besonders gut hat mir gefallen, dass die Auflösung in diesem Thriller für mich so richtig glaubhaft war.
Ich werde mir auf jeden Fall die Vorgänger-Bände holen und bin schon auf weitere Fälle des erfolgreichen Duos Marina&Phil gespannt!

Das Cover ist zwar optisch eher nichtssagend, aber haptisch ist es ein Traum! Die abgebildeten Klebebänder fühlen sich tatsächlich geriffelt und rau wie echtes Klebeband an!


Fazit:
Packender temporeicher Thriller, der einen von Anfang an fesselt. Toller Plot und authentische Auflösung. 5 verdiente Spannungs-Sterne!!

Bewertung vom 17.09.2018
Iland-Olschewski, Barbara

Achtung, gruselig! / Tiergeister AG Bd.1


ausgezeichnet

eine fantasievolle Geschichte über eine etwas andere Schule von verstorbenen Haustieren

Kurz zum Inhalt:
Die Schule Sankt Ethelburg verwandelt sich des Nachts in die Geisterschule Spuk Ekelburg, eine Schule für verstorbene Haustiere.
Der Rauhaardackel Arik landet nach einem Autounfall im Wald rund um Spuk Ekelburg, und wird dort von 4 anderen Geistertieren aufgenommen: Chamäleon Plato, Katze Tara, Wüstenspringmaus Chili und Kaninchen Honig.
Nur langsam kann er akzeptieren, dass er nicht mehr zu seinen Menschen zurückkann; die anderen Tiere helfen ihm dabei. in der Geisterschule lernen die Tiere sich unsichtbar zu machen und Menschen zu erschrecken.
Doch die fünf Freunde gründen die Tiergeister AG, um dies zu ändern und gleichzeitig die (Geister-)Schule zu retten.


Meine Meinung:
"Die Tiergeister AG - Achtung, gruselig!" ist der Auftakt einer Reihe um die Geistertiere auf Spuk Ekelburg.
Auch wenn ich als Mutter anfangs skeptisch war, wie das Thema 'verstorbene Haustiere' auf meine Tochter wirken wird, und ob es nicht zu gruselig sein wird, war ich letzten Endes doch überzeugt von dieser außergewöhnlichen Kindergeschichte. Und meine 8jährige Tochter, die genau zur Zielgruppe (8-10jährige Kinder) gehört, war total begeistert!!
Der Schreibstil ist kindgerecht und leicht verständlich. Zwei Handlungsstränge werden zu einem Ganzen zusammengefügt, was aber überhaut nicht schwer für die Kids zu verfolgen ist. Die Tiere sind teilweise süß dargestellt, die Dialoge sind witzig, und die Kids lernen, sich mit dem Thema Tod auseinander zu setzen. Auch halten die Tiere toll zusammen, erarbeiten Problemlösungen und können so gemeinsam mit den Kindern die Schule retten.

Viele farbige detaillierte Illustrationen untermalen das Gelesene, und die Bilder sind auch nicht zu gruselig.
Das Cover ist - passend zu Titel und Inhalt - in dunklen Farben gehalten und zeigt Rauhaardackel Arik im Wald vor Spuk Ekelburg; und in Ariks Schatten seine 4 Geisterfreunde.


Fazit:
Ein außergewöhnliches und fantasievolles Kinderbuch mit vielen tollen Illustrationen, welches ein Tabu-Thema auf liebevolle Weise und mit viel Kreativität behandelt. Trotz anfänglicher Skepsis meinerseits spreche ich eine große Leseempfehlung aus, weil meine Tochter so begeistert war! Nun werden wir uns schnellstmöglich Band 2 zulegen und vergeben 5 Sterne. Tomato Salata!

Bewertung vom 14.09.2018
Slaughter, Karin

Ein Teil von ihr


gut

Gute Idee, aber teilweise langatmig und eine nervige Protagonistin

3,5 Sterne


Kurz zum Inhalt:
Andrea Oliver dachte, sie kennt ihre Mutter.
Bis ein Bewaffneter in dem Diner, in dem Andy mit ihrer Mutter Laura zu Mittag war, zwei Personen erschossen hat und nun auch Andy und ihre Mutter bedroht. Und ihre Mutter diesen dann tötet. In Notwehr? Oder mit Absicht?
Doch statt Antworten zu erhalten, schickt ihre Mutter Andy quer über den Kontinent nach Illinois.
Doch Andy will unbedingt herausfinden, wer ihre Mutter in Wirklichkeit ist, und begibt sich in große Gefahr.
Kann ihre Mutter sie rechtzeitig retten?


Meine Meinung:
Der Plot klang vielversprechend, aber die Umsetzung hat mir leider nicht ganz so gut gefallen.
Andy, die Protagonistin, fand ich bis zum Schluss nervtötend. Sie ist 31 Jahre alt, und verhält sich aber wie ein Kleinkind. Sie gibt auf die Fragen sowohl von den Polizisten als auch andern Leuten einfach keine Antwort. Sie redet nicht, sie antwortet nicht, sie verhält sich nervig.
Ihre Mutter Laura hingegen ist eine starke Frau, die sich durchzusetzen weiß, und alles tut, um ihr Kind zu schützen. Auch wenn das Kind bereits erwachsen ist. Das hat mir imponiert und gefallen. Aber erst die erwachsene Laura. Das Verhalten der jungen Laura hingegen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wie kann man sich nur so stark in Abhängigkeit eines Mannes begeben, dass man sogar Gewaltverbrechen begeht? Und nur deshalb kam es zu dem ganzen Eklat.
Der Schreibstil ist zwar gut zu lesen, aber der Spannungsbogen flacht leider immer wieder ab, und eben auch das nervige Verhalten von Andy hat mich immer wieder aus dem Lesefluss gebracht. Auch die abwechselnde Erzählweise der Gegenwart und 1986 hat sich erst nach und nach zu einem Faden verwebt.
Außerdem empfinde ich die Story eher weniger als Thriller.
Leider hat mir dieses Buch von Karin Slaughter nicht so zugesagt, ich kenne Besseres von ihr.
Das Cover gefällt mir leider auch nicht. Das zerkratzte Bild einer Frau soll wohl die Mutter darstellen, von deren Vergangenheit man überhaupt nichts weiß und deshalb sauer auf sie ist. Aber was soll der Schmetterling?


Fazit:
Gute Idee des Plots, aber nicht ganz so gelungene Umsetzung. Für meinen Geschmack zu wenig Thriller und eine nervige Protagonistin. Daher leider nur 3,5 Sterne.

Bewertung vom 10.09.2018
Winkelmann, Andreas

Das Haus der Mädchen / Kerner und Oswald Bd.1


ausgezeichnet

Wohin sind die Mädchen aus der Wohnung in Hamburg verschwunden?

4,5 Sterne

Kurz zum Inhalt:
Leni reist für ein Praktikum bei einem Verlag für drei Wochen nach Hamburg und hat sich über eine Internet-Plattform ein Zimmer gemietet. Dort lernt sie gleich am ersten Abend ihre Zimmernachbarin Vivien kennen, die in Hamburg ist, um sich einen Millionär zu angeln. Trotz der extremen Unterschiede der beiden Mädchen freunden diese sich an. Bis Vivien eines Tages verschwunden ist.
Leni kann nicht glauben, dass Vivien zu 'ihrem' Millionär auf sein Boot gezogen ist, auch wenn ein handschriftlicher Zettel von Vivien ihr genau dies weismachen soll, und macht sich auf die Suche nach ihr.
Und dann ist da noch Freddy, der mal ein erfolgreicher Geschäftsmann war und nun obdachlos auf den Straßen Hamburgs lebt. Er ist auf der ständigen Flucht vor einem Mörder - denn er hat einen Mord gesehen und wird nun verfolgt.


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Andreas Winkelmann ist flüssig und der Spannungsbogen ist von Anfang an da - man fliegt nur so durch die Seiten, auch aufgrund der kurzen Kapitel, die oft mit einem Cliffhanger enden.
Die abwechselnden Perspektiven lassen zusätzlich Spannung aufkommen.
Toll war auch die Zusammenführung mehrerer Erzählstränge, die das Schicksal verschiedener Personen beschreiben und sich zu einem Ganzen verweben.
Leider fand ich das Tatmotiv und den Grund für die Entführung der Mädchen nicht wirklich authentisch; bzw. gab es keine richtige Aufklärung dazu und man musste sich den Grund zusammenreimen. Obwohl man den Täter lange Zeit nicht wirklich auf dem Schirm hatte und somit überrascht wurde.
Auch gab es zu viele Klischees: Leni Landei-das naive Dummchen vom Land; Vivien-das sexy Mädel, das sich einen Millionär angeln will...
Sympathisch war mir der plötzlich obdachlos gewordene Freddy, der wirklich mutig ist und Leni bei der Suche nach Vivien hilft, und der darauf ernsthaft über seine vergangenen Taten nachdenkt und sich ändern will.
Betonen möchte ich auch die wunderbare Beschreibung von Hamburgs Kanälen und Wasserwegen, ich konnte mir alles bildlich vorstellen!
Das Cover gefällt mir gut; es zeigt ein blutiges Türschloss und passt somit perfekt zum Titel (auch wenn besagtes Haus in der Geschichte immer offen stand).


Fazit:
Spannender und fesselnder Pageturner, aber von der nicht vorhandenen Aufklärung der Gründe für die Taten bzw. des sich-selbst-zusammenreimen-müssens war ich leider nicht ganz so begeistert. 4,5 Sterne von mir.

Bewertung vom 03.09.2018
Cooper, Ellison

Todeskäfig / Sayer Altair Bd.1


ausgezeichnet

extrem spannender und rasanter Thriller-Auftakt

Kurz zum Inhalt:
In Washington, D.C. wird ein totes Mädchen in einem Keller gefunden - eingesperrt in einem Käfig, der von der Decke hängt; verdurstet. Mit im Käfig war ein Hundewelpe, der es gerade so noch geschafft hat.

Special Agent beim FBI Sayer Altair wird die Leitung der Ermittlungen übertragen, weshalb sie ihre neurologischen Forschungen an den Gehirnen von Serienmördern unterbrechen muss. Ihre Forschungen sollen beweisen, dass bei Serienmördern bestimmte Teile des Gehirns unterentwickelt sind - bloß bei drei ihrer Probanden, verurteilten Serienmördern, scheint das Gehirn normal zu sein, was Sayer an ihren Forschungen zweifeln lässt.

Und der öffentliche Druck bei den Ermittlungen ist enorm, da das Opfer die Tochter eines hochrangigen Senators ist.
Als dann auch noch ein weiteres Mädchen - eine von Sayer befragte Zeugin - verschwindet, wird die Zeit immer knapper, um das Mädchen zu finden. Wird Sayer es - mithilfe ihrer Forschungen - schaffen, den Mörder zu stoppen?


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Ellison Cooper ist flüssig und extrem schnell zu lesen. Die kurzen Kapitel, die meist mit einem Cliffhanger enden, lassen einen nur so durch das Buch fliegen. Die Spannung ist von Anfang an da und bis zum Schluss gleichbleibend hoch.
Die Autorin schafft es auch wunderbar, einen auf die falsche Fährte zu locken. Den tatsächlichen Mörder hatte ich erst kurz vor Auflösung auf dem Schirm!

Die handelnden Personen sind lebendig gezeichnet und kommen authentisch rüber, vor allem die FBI Ermittlerin Sayer Altair ist mir persönlich sehr sympathisch, aber auch ihr Kollege Vik Deveraux. Besonders ins Herz geschlossen habe ich aber Sayers Nachbarn, Tino. Er ist so liebenswürdig und kümmert sich freiwillig und aufopfernd um den kleinen Hundewelpen, den Sayer bei sich aufnehmen musste.

"Todeskäfig" ist der Auftakt einer Reihe um die FBI-Ermittlerin Sayer Altair. Man merkt in der Geschichte, dass es noch weitere Bände geben wird, denn zB die Geschichte um Sayers toten Ehemann ist noch nicht aufgeklärt.

Das Cover lässt aufgrund der düsteren Farben gleich einen Thriller erkennen; jedoch hätte mir ein Cover mit mehr Bezug auf den Inhalt (zB ein abgebildeter Käfig) besser gefallen.


Fazit:
Extrem spannender und nervenaufreibender Auftakt einer Reihe um FBI Senior Special Agent Sayer Altair. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen. Eindeutige Leseempfehlung!

Bewertung vom 27.08.2018
Egan, Jennifer

Manhattan Beach


ausgezeichnet

eine starke Frau zur Zeit des Zweiten Weltkrieges

Kurz zum Inhalt:
New York der 1940er: Anna Kerrigan arbeitet, wie so viele Frauen in Kriegszeiten, in einer Schiffswerft für Kriegsschiffe. Sie muss für ihre Mutter und ihre behinderte Schwester sorgen, nachdem ihr Vater vor etlichen Jahren verschwunden ist.
Anna möchte aber unbedingt Taucherin werden, nachdem sie einen Taucher bei der Arbeit gesehen hat. Doch das ist nicht so einfach, und Anna werden viele Steine auf dem Weg zu ihrem Traum in den Weg gelegt.
Und außerdem ist da noch Dexter Styles, der Unterweltboss, den Anna bereits als Kind bei einem Ausflug mit ihrem Vater kennengelernt hat. Sie hofft, dass ihr Dexter Styles bei der Suche nach ihrem Vater helfen kann...


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Manhattan Beach ist der damaligen Zeit angepasst, man hat das Gefühl, mitten im New York der 1930er und 1940er zu sein.
Man erfährt zuerst über die Kindheit von Anna, dann von Anna als 19jähriger, um die es hauptsächlich geht. Rückblicke in die Kindheit von Annas Vater schmücken die Geschichte aus, und auch über den Gangsterboss Dexter Styles erfährt man Vieles. Und alles verwebt sich dann zu einem Ganzen zusammen.
Anna ist eine starke Frau, die sich nicht nur aufopfernd um ihre schwerstbehinderte Schwester kümmert und um ihren großen Traum kämpft, Taucherin zu werden, sondern auch darum zu erfahren, was mit ihrem Vater passiert ist.
Die handelnden Personen und Darstellungen der damaligen Zeit sind sehr authentisch.
Einige kleine Längen konnten das Lesevergnügen nicht trüben, lediglich der Schluss hat mich nicht so ganz zufrieden gestellt; ich hätte gern noch mehr über Annas neues Leben und ihre Zukunft erfahren.

Besonders gut hat mir das Interview mit der Autorin Jennifer Egan am Anfang des Buches gefallen, in dem sie beschreibt, warum es ihr Herzenswunsch war, dieses Buch zu schreiben, um das harte Leben der Frauen aufzuzeigen, deren Männer im Krieg waren und die nun auch die Arbeiten der Männer, wie eben zB das Schweißen in der Schiffswerft, übernehmen mussten. Jennifer Egan hat auch die jahrelange Recherche betont, die man wirklich sehr gut in dem Buch fühlen kann. Es sind so viele liebevolle und genaue Details vorhanden und man hat dadurch das Gefühl, New York, die Werft, Manhattan Beach und die Zustände der damaligen Zeit selbst miterlebt zu haben.

Obwohl oder gerade weil dieser Roman so gar nicht meinen Lieblingsgenres entspricht, hat er mich total gefesselt, und auch wenn jetzt keine großartige Spannung vorhanden ist, war es für mich total interessant zu erfahren, wie es zu Kriegszeiten in New York war und wie Anna es schafft, ihren Weg zu gehen.


Fazit:
Toll gelungener Roman über die Zeit New Yorks und dessen Unterwelt in den 1930er und 1940er Jahren, dargestellt anhand der Lebensgeschichte einer jungen Frau und deren Familie. Hat mir überraschenderweise sehr gut gefallen, daher 4,5 Sterne von mir.