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leseratte1310
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Niederrhein
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Insgesamt 3670 Bewertungen
Bewertung vom 13.06.2022
Menger, Ivar Leon

Als das Böse kam (eBook, ePUB)


sehr gut

Die 16-jährige Juno und ihr jüngerer Bruder Boy leben mit ihren Eltern in den Wäldern auf einer kleinen Insel. Das Festland ist zwar zu sehen, aber weit entfernt. Dort lauern große Gefahr. Sie werden unterrichtet, gehen fischen, backen Kuchen und spielen Gesellschaftsspiele. Es gibt Gebote, die unbedingt befolgt werden müssen, sonst werden die Kinder hart bestraft. Niemand darf wissen, dass die Kinder auf der Insel sind. Wenn montags Onkel Ole auf die Insel kommt, müssen sich Juno und Boy in einem Schutzraum verstecken. Die Angst, dass Fremdlinge auf sie stoßen, ist ständig präsent, denn sie wollen Rachefür etwas, was der Vater vor langer Zeit getan hat. Doch dann begegnet Juno Luca auf der Insel und damit wird sich alles ändern.
Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen und die Geschichte macht neugierig. Anfang konnte mich dieser Thriller noch packen, denn man spürt, dass irgendetwas nicht richtig läuft, doch schon sehr bald ahnte ich, was hinter all dem steckt.
Juno und ihr Bruder Boy kennen kein anderes Leben als das streng reglementierte auf der Insel. Ihnen wird dauern erklärt, wie gefährlich außerhalb alles ist. Doch Juno ist auch neugierig und beginnt zu hinterfragen. Sie kommt einem zwar etwas naiv vor, was aber auch kein Wunder ist bei dem Leben, das sie führen. Als sie Luca begegnet, erwachen Gefühle in ihr. Boy dagegen ist nicht so risikobereit wie seine Schwester. Doch die Eltern sind paranoid und ihr Verhalten nicht vorhersehbar. Wenn nicht alles nach ihrem Willen geht, gibt es drastische Strafen. Mir taten Juno und Boy leid. Es war gefährlich für sie und ich hoffte, dass es ein gutes Ende nehmen würde.
Der Plot hat mir gefallen, aber für einen Thriller hätte es doch mehr Spannung und Thrill haben dürfen.

Bewertung vom 12.06.2022
Mai, Manfred

1:0 für Paul! Eine Fußballgeschichte - Leserabe ab 2. Klasse - Erstlesebuch für Kinder ab 7 Jahren


ausgezeichnet

Paul beobachtet, dass im Nachbarhaus eine Familie einzieht. Der Junge spielt später im Garten Fußball. Als der Ball über den Zaun fliegt, fängt ihn Paul auf. Der Junge fordert ihn auf, den Torwart zu machen. Obwohl der Junge kaum Deutsch spricht, verstehen die beiden sich gut und es wird an den folgenden Tagen auch immer besser. Als die beiden dann in einer Mannschaft angemeldet werden, ist Paul total unsicher, doch Amir gibt ihm Selbstvertrauen und Paul wird immer besser.
Auch wenn Kinder nicht dieselbe Sprache sprechen, finden sie eine Möglichkeit miteinander zu kommunizieren; einzelne Wörter und ein paar Handzeichen genügen um miteinander zu spielen. Auch Paul und Amir verstehen sich auf Anhieb. Paul ist ein Junge, der sich nicht viel zutraut, aber doch einen gewissen Ehrgeiz hat. Dank Amir Zuspruch wird er selbstbewusster und mutiger und schon bald stellt sich Erfolg ein.
Der Text ist bis auf einige etwas schwierigere Wörter einfach zu lesen. Die Schrift ist schön groß und die Illustrationen passen auch gut. Zwischendurch gibt es einige Verständnisfragen und die Rätsel am Ende des Buches bereiten auch Spaß.
Ein schönes Buch über Fußball, Freundschaft und Verständigung für Leseanfänger.

Bewertung vom 11.06.2022
Vigan, Delphine

Die Kinder sind Könige


ausgezeichnet

Mélanie wollte schon als junges Mädchen berühmt werden. Inzwischen ist sie Mutter von zwei Kindern und hat ihr Ziel erreicht. Auf Youtube hat sie sehr viele Follower, die ihre Kinder hautnah miterleben können. Doch ihre Kinder, ganz besonders die sechsjährige Tochter Kimmy, haben seit einiger Zeit keine Lust mehr darauf, sich ständig filmen zu lassen, was Mélanie nicht versteht. Dann verschwindet Kimmy beim Verstecken spielen spurlos.
Wieder einmal ist es Delphine de Vigan gelungen, mich gleich in die Geschichte hineinzuziehen, denn die Geschichte ist sehr realitätsnah. Es gibt Menschen, die ihr Leben in den Sozialen Medien leben und die Realität kaum noch wahrnehmen. Auch ihre Kinder werden dort präsentiert, ohne dass die Kleinen darauf Einfluss nehmen können.
Der Schreibstil ist recht nüchtern und etwas distanziert. Meist wird aus der Perspektive von Mélanie und Clara erzählt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Kinder mehr zu Wort kommen, um ihre Gefühle mitzuerleben.
Mélanie fühlte sich in ihrer Familie nicht wirklich geliebt. Sie war ein Fan von Reality-Shows und wollte genauso viel Aufmerksamkeit. Die bekommt sie nun auf Kosten ihrer Kinder. Ihr Youtube-Kanal ist erfolgreich und das Einkommen nicht zu verachten. Als Kimmy keine Lust mehr hat, schiebt sie es auf eine Laune und übersieht dabei, dass ihre Bedürfnisse und Träume nicht die von Kimmy sind.
Die Polizistin Clara Roussel übernimmt diesen Fall. Es wird nicht leicht, denn wie soll man ein Motiv und einen Verdächtigen ausmachen, wenn die ganze Welt mit dem Leben der Kinder so vertraut ist. Mélanie ist verzweifelt und begreift nicht, was sie anders hätte machen können. Zum Glück geht Clara die Sache nüchtern an. Was sie herausfindet, ist wirklich tragisch.
Später bekommen wir noch einen Einblick, wie die Kinder diese Medienpräsenz rückblickend sehen, denn das alles ist nicht einfach an ihnen vorbeigegangen. Sie haben dieses böse Spiel ihrer Mutter zuliebe mitgespielt.
Dieser Roman ist bedrückend, spannend und macht nachdenklich.

Bewertung vom 11.06.2022
Bock, Roland

Jetzt verstehe ich die Bäume


ausgezeichnet

Bei einem Spaziergang fragt man sich oft „Was ist da nur für ein Baum?“. Aber auch Kinder wollen das wissen. Dieses Buch macht vertraut mit den typischen heimischen Baumarten. Dabei begleiten uns nicht nur die Schulkinder Valentina und Linus, sondern auch der kleine Siebenschläfer Pepe und der große Rehbock Paule.
Das Buch ist gut strukturiert und die einzelnen Baumarten sind gut erklärt. Man erfährt aber nicht nur, wie man die Bäume erkennen kann, sondern auch gleich, wie die Tiere davon profitieren und wie wir Menschen sie nutzen. Dazu gibt es viele Fotos und tolle Illustrationen. Es kann Spaß machen, Neues zu lernen.
Am Ende gibt es noch allerlei Wissenswertes und Mit Rätsel können wir das Erlernte anwenden.
Ein empfehlenswertes-Natur-Sachbuch. Uns hat es gutgefallen.

Bewertung vom 11.06.2022
Kempf-Luley, Bärbel

Mensch, Oma!


ausgezeichnet

Nora ist gerne bei ihrer Oma, denn bei der Oma ist es immer toll. Da wird gebastelt, gemalt und Apfelpfannkuchen gebacken. Aber Nora hat ihren eigenen Kopf und dann kommt oft ein „Mensch, Oma“. Doch Oma kann auch gut mit Noras Launen umgehen, denn ihr fällt immer etwas ein. Aber manchmal weiß sich auch Nora besser zu helfen als ihre Oma.
Dieses Buch ist ein tolles Vorlesebuch. Die Kapitel sind von der Länge her genau richtig. In den einzelnen Geschichten erkennen sich die Kinder gut wieder. Die schwarz-weißen Illustrationen sind auch sehr schön und passend.
Nora hat einen Dickkopf und versucht damit ihren Willen durchzusetzen. Doch welches Kind erlebt das nicht auch hin und wieder. Gut, dass die Oma dann richtig reagiert und auf Nora eingeht und sie ernst nimmt.
Das Buch thematisiert viele alltägliche Situationen, die manchmal schwierig, manchmal aber auch einfach schön sind.
Es macht viel Spaß, Nora und ihre Oma bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

Bewertung vom 09.06.2022
Winkelmann, Andreas

Das Letzte, was du hörst


ausgezeichnet

Der Podcast „Hörgefühlt“ von Marc Maria Hagen hat viele begeisterte Fans, die sich gerne von der samtweichen Stimme einlullen lassen. Sie ahnen nicht, welcher Abgrund dahinter lauert.
Als Roya Mayer auf ihrem Handy-Display die Nachricht „Hilf mir … ich bin am Baum…“ sieht, weiß sie, dass sie Martina helfen muss, denn diese reagiert nicht mehr auf ihren Anruf. Roya ist abgelenkt, gerät in den Gegenverkehr und dann vor einem Baum.
Die Altenpflegerin Sarah Henschel steht beruflich mächtig unter Druck. Sie braucht den Podcast, um diesen Druck abzubauen, was ihr Freund Björn nicht versteht.
Dann gibt es da noch den Mann, der Maurerarbeiten ausführt und eine Frau gefangen hält.
Widerwillig macht sich Kommissarin Carola Barreis du dem Unfall auf, zu dem sie gerufen wird. Doch dann will sie die Wahrheit herausfinden. Was hat es mit dem Podcast und Marc Maria Hagen auf sich?
Wie schon bei einige anderen Thrillern von Andreas Winkelmann, wurde ich auch dieses Mal wieder gepackt. Das erste Kapitel, dass „Damals“ überschrieben ist, lässt ahnen, dass es entsetzlich wird. Mir hat der Junge leidgetan, der seinen Mut zusammennimmt und doch keine Chance hat. Natürlich hänge alle Handlungsstränge mit dem Podcast zusammen. Doch was steckt dahinter? Das wollte ich natürlich wissen und konnte daher nicht aufhören zu Lesen. Es wird grausam und gewalttätig; der Thriller ist also nichts für schwache Nerven.
Die Charaktere sind gut und glaubhaft dargestellt. Carola Barreis ist eine harsche Person, die wenig Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Anderen nimmt. Aber sie ist intelligent und hat Scharfblick. Mir hat diese Frau mit ihrer ehrlichen Art gut gefallen. Auch gefallen hat mir das Zusammenspiel mit dem Rechtsmediziner Paul Müller.
Es gibt eine Reihe von Wendungen, die unerwartet sind und die Spannung so hochhalten. Natürlich fügen sich die einzelnen Handlungsstränge am Ende zu einem schlüssigen Ganzen.
Ein spannender und packender Thriller.

Bewertung vom 08.06.2022
Romanelli, Giulia

Träume über dem Meer / Villa Amalfi Bd.1


sehr gut

Ida ist es gewohnt, dass ihr Vater Raffaele aggressiv, gewalttätig und ein Säufer ist. Doch als er sie mit einem alten Mann verheiraten will, schickt ihre Mutter Maria Grazia sie zu ihrer Schwester. In der Familie wird Ida herzlich aufgenommen und sie findet auch bald eine Arbeit in einem Hotel an der Amalfi-Küste. Auch hier wird sie freundlich aufgenommen, nur die Tochter des Hauses Guendalina macht es ihr sehr schwer. Dann verlieben sich die jungen Frauen beide ausgerechnet in denselben Mann.
Dieser Roman lässt sich wundervoll lesen. Die Autorin Giulia Romanelli beschreibt das Leben an der Küste in den fünfziger Jahren sehr gut und die Umgebung ist schön bildhaft dargestellt, so dass bei mir Urlaubsgefühle aufkamen.
Maria Grazia schickt schweren Herzens ihre Tochter weg, damit diese ein besseres Leben führen kann. Das ist ihr bestimmt nicht leichtgefallen und ist daher bewundernswert. Ida ist eine sympathische junge Frau, die ihre Chancen nutzen möchte. Sie stellt sich geschickt an, ist freundlich und erobert so die Herzen der Hotelbesitzer Annaliesa und Vittorio, ihrer Kollegen und auch der Gäste. Auch wenn man Ida nach der schlimmen Kindheit wirklich alles Gute wünscht, so lief doch vieles ziemlich glatt ab. Die verwöhnte und zickige Guendalina ist natürlich nicht erfreut, dass alle Ida mögen und geht sogar sehr weit, um ihre Nebenbuhlerin auszuschalten. Bei Ranieri hatte ich von Anfang an das Gefühl, als wenn er nicht der richtige Mann für Ida ist, doch ihre Beziehung hält trotz der ständigen Trennungen. Aber auch hier versucht Guendalina dazwischen zu funken. Einige der Handlungen der Protagonisten konnte ich allerdings nicht wirklich nachvollziehen
Anfangs verläuft die Geschichte eher ruhig, doch später zieht das Tempo merklich an. Dass es in dieser Geschichte meiner Meinung nach einige Ungereimtheiten gibt, wird wieder wettgemacht durch den angenehmen Schreibstil und die atmosphärische Darstellung der Handlungsorte. Es gibt dann auch noch einige unverhoffte Wendungen und am Ende bleiben einige Fragen offen, die neugierig machen auf den Folgeband „Villa Amalfi - Versprechen unter azurblauem Himmel“, der im nächsten Jahr erscheinen soll.
Mir hat dieser Roman gut gefallen.

Bewertung vom 05.06.2022
Engelmann, Julia

Lass mal an uns selber glauben


sehr gut

In diesem Buch gibt es eine Auswahl von Gedichten der Poetry-Slammerin und Dichterin Julia Engelmann, teils sind es Neue Gedichte, teils bereits veröffentlichte.
Ich habe zuvor noch nichts von Julia Engelmann gelesen und hätte auch nicht zu diesem Buch gegriffen, da Gedichte nicht so meins sind. Doch nun ist das Büchlein bei mir gelandet und ich habe es natürlich auch gelesen.
Die Texte sind unterhaltsam und nachdenklich stimmend, lebensbejahend und emotional, poetisch und kritisch. Nicht alle haben mich angesprochen, aber ich denke, das ist normal bei so einer Zusammenstellung.
Das Buch ist liebevoll gestaltet mit all den kleinen Illustrationen, die mir gefallen haben.
Dieses Buch muss man sicher mehrere Male lesen und wird dabei immer wieder neues entdecken. Manches hat sogar mich angesprochen. Also lasst euch überraschen.

Bewertung vom 05.06.2022
Hertmans, Stefan

Der Aufgang


sehr gut

Im Spätsommer 1979 sieht Stefan Hertmans bei einem Spaziergang ein heruntergekommenes Haus im Genter Stadtviertel Patershol, das ihn gleich anzieht. Noch am gleichen Tag vereinbart er einen Besichtigungstermin und kauft das baufällige Objekt dann. Erst viele Jahre später erfährt er, dass er zwanzig Jahre im Haus eines ehemaligen Mitglieds der SS gewohnt hat. Er macht sich auf die Suche nach Spuren der früheren Bewohner.
Dieses Buch ist eine Mischung aus Roman und Biografie. Der Autor Stefan Hertmanns hat akribisch recherchiert und konnte dabei auf Tagebücher, Briefe und andere Dokumente zurückgreifen. Außerdem befragte er die Kinder von Willem Verhulst. Dazu gibt es Fotos, die dem Leser einen zusätzlichen Eindruck verschaffen. Es gibt dabei Lücken, die gekennzeichnet sind und die der Autor nicht durch Vermutungen füllt. Der Schreibstil ist sehr unterschiedlich. Die Beschreibung des Hauses und der Umgebung ist bildhaft und atmosphärisch, so dass ich gleich abgeholt wurde. Ich hatte die Bilder vor Augen und den Geruch des modernden Hauses in der Nase. Doch als er auf die Geschichte der früheren Bewohner stieß, ging das leider verloren und werde eher sachlich berichtend.
Im Focus der Geschichte stehen Willem Verhulst und seine Frau Harmina, genannt Mien. Der Flame fühlt sich schon als Kind gegenüber den französisch sprechenden Wallonen benachteiligt und schließt sich einer radikalen Gruppierung an. Er ist schwierig, ich-bezogen und rücksichtslos. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, fühlt er sich von deren Ideologie angesprochen und wird zum willigen Kollaborateur. Er strebt nach oben, ringt um Anerkennung, denunziert und bringt viel Leid über seine Mitbürger. Dabei macht er sich selbst nicht die Finger schmutzig, kann es sogar kaum ertragen, wenn die Menschen gefoltert werden. Selbst am Ende seines Lebens bereut er seine Taten nicht. Seine zweite Frau Mien ist mit seinem Tun nicht einverstanden und findet ihren Weg, ihm Widerstand zu leisten. Sie ist eine starke Frau, die sich durchkämpft und alles für ihre Familie tut und dabei die Eskapaden von Willem erträgt.
Mir wurde das oft zu ausschweifend beschrieben, so dass die Geschichte doch einige Längen hatte. Am Ende dagegen sind viele Informationen noch untergebracht, die dem Autor nach seinen umfangreichen Recherchen wohl erwähnenswert erscheinen.
Ein interessantes und informatives Buch, das ich vielleicht nicht mit Begeisterung, aber gerne gelesen habe.

Bewertung vom 04.06.2022
Leciejewski, Barbara

Für immer und noch ein bisschen länger (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Konzertpianistin Anna Trost war sehr glücklich mit ihrem Verlobten Jeremias. Doch dann stirbt Jeremias bei einem Verkehrsunfall und für Anna bricht eine Welt zusammen. Sie zieht sich von allem zurück und überlässt sich ihrem Schmerz. Als ihr die Wohnung gekündigt wird, sucht sie eine neue Unterkunft und findet nur ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. So lernt sie Gunilla kennen, die sich auch von der Welt zurückgezogen hat, genau wie die anderen Mitbewohner. Anna will diese Menschen ins Leben zurückholen, aber dafür muss sie ihre Trauer ablegen.
Der Autorin Barbara Leciejewski ist wieder einmal ein toller, sehr berührender Roman gelungen. Der Schreibstil ist leicht und sehr angenehm zu lesen.
Die Charaktere sind sehr gut und sympathisch dargestellt. Anna hat es nicht leicht gehabt in ihrem Leben bis sie Jeremias kennenlernte. Ihre Mutter starb bei der Geburt und bei den Großeltern, bei denen sie aufwuchs, bekam sie auch keine liebevolle Zuwendung. Nach dem Tod von Jeremias verlässt sie ihre Wohnung sechs Jahre lang nur, um zur Arbeit zu gehen. Auch der Kontakt zu Freunden ist abgebrochen. Es verschlägt sie nun in die Wohngemeinschaft von meist älteren Menschen, die sich wie sie vom Leben zurückgezogen haben. Ob wohl Anna sich selbst nicht viel anders verhält, will sie die Menschen ins Leben zurückholen. Das gelingt ihr und sie tut nicht nur den anderen damit etwas Gutes. Ihre Mitbewohner werden zu einer herzlichen Gemeinschaft, wo jeder für den anderen da ist. Der blinde Nachbar Anders Fröhlich unterstützt Anna dabei, wieder nach vorne zu schauen.
Ein wundervoller und zu Herzen gehender Roman, den ich nur empfehlen kann.