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Sago

Bewertungen

Insgesamt 610 Bewertungen
Bewertung vom 17.03.2019
Dabos, Christelle

Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1


sehr gut

Die Welt ist in 21 Archen zerbrochen, auf denen verschiedenen Clans mit bemerkenswerten Fähigkeiten ihr Zuhause gefunden haben. Die junge Ophelia hat gleich zwei Begabungen: Sie kann mt ihren Händen die Vergangenheit von Gegenständen lesen und von einem Spiegel zum anderen reisen. Als Leiterin eines Museums ist sie eigentlich mit ihrem Leben zufrieden, doch ihre Familie hat andere Pläne: Ophelia soll zum Pol reisen, der auf einer anderen Arche liegt und dort Thorn aus dem Drachenclan heiraten. Als Thorn seine Verlobte und ihre Tante Berenilde abholt, gebährdet er sich so unsympathisch und abweisend, dass man Ophelia nur bedauern kann. Ebenso unwirtlich scheint auch der Pol mit seinem ewigen Winter und seinen Bewohnern, die mit Gedankenkräften verletzen oder raffinierte Illusionen spinnen können.

Bald finden sich Ophelia und ihre Tante in einem Netz von Intrigen wieder. Können sie irgendjemanden trauen und was geht in dem verschlossenen Thorn wirklich vor?

Die Geschichte hat etwas gebraucht, bis sie mich voll eingefangen hatte. Ophelia ist eine Protagonistin mit Ecken und Kanten, die mir langsam, aber dann umso nachhaltiger ans Herz gewachsen ist. Vor allem Details wie ihr lebendiger Schal und ihre Brille, die je nach Ophelias Stimmungen die Farbe wechselt, sind einfallsreich und liebenswert. Thorn ist ein ungewöhnlicher Protagonist, den ich zunächst wegen seiner Unhöflichkeit hätte schütteln mögen. Nach und nach zeigte er weitere Facetten, blieb aber weiterhin undurchsichtig, was durchaus seinen Reiz hatte.

Auch die Gestaltung des schönen Bandes hat mir ausnehmend gut gefallen. Es steht fest, dass ich mit Ophelia weiter durch die Spiegel reisen werde, um dieses ungewöhnliche Universum weiter zu erkunden.

Bewertung vom 14.03.2019
Müller, Karin

Nordlicht, Band 03 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

"Die Magie der wilden Pferde" ist nun der dritte und leider auch abschließende Teil der Nordlicht-Serie um Islands wilde Pferde, Elfen und die junge Deutsche Elin. Auch als Erwachsene hat mir die Reihe unwahrscheinlichen Spaß gemacht. Die Kombination aus Elfen-Fantasy und Islandpferden hat mich sehr gut unterhalten. Am liebsten wäre ich bei jedem Band sofort nach Island aufgebrochen und habe nebenbei viel darüber gelernt.

Das Buch schließt unmittelbar an den zweiten Teil an. Durch ihre Gehirnerschütterung kann Elin mit ihrer Mutter länger in Island bleiben. Leider darf sie nun nicht reiten, so dass die Pferde diesmal etwas in den Hintergrund treten. Dafür tritt diesmal Kári von Beginn an häufiger in Erscheinung. Mit Raik, dem Neffen des Hofbetreibers Gunnar, bekommt Elin sogar einen zweiten Verehrer. Besonders spannend war, dass ich wirklich nicht wusste, wie das alles enden würde. Auch das Geheimnis um Elins Lieblingsstute Ljosadis, den mysteriösen Goden und die Elfen blieb bis zum Schluss fesselnd und wurde immer dramatischer. Hier stellte sich für Elin und ihre Freunde wirklich eine große Herausforderung. Auch das runde Ende hat mich voll zufriedengestellt. Nun bleibt mir nur zu hoffen, dass es och noch einmal eine Rückkehr zu Islands Pferden und den Elfen geben wird.

Bewertung vom 10.03.2019
Forester, Kim

Der Zorn des Pegasus / Clans von Cavallon Bd.1


sehr gut

Willkommen in Cavallon, einer Welt, wo Einhörner sich Menschen als Sklaven halten, Pegasus durch die Lüfte segeln, Zentauren studieren und Kelpies die Seen und Flüsse bewohnen. Eigentlich gibt es seit 100 Jahren Frieden in dieser Welt. Doch dann greifen merkwürdig mutierte Pegasus mit schuppigen Köpfen die freie Stadt an und verbrennen das Friedensabkommen. Wir folgen verschiedenen Jugendlichen bei ihren Abenteuern: dem Menschenjungen Sam, der aus der freien Stadt fliehen muss, Nixi, die sich unversehens in ein Meermädchen verwandelt findet, der jungen Pegasusstute Aquilla und dem Zentauren Lysander. Durch die unterschiedlichen Handlungsstänge ist die Erzählung abwechslungsreich und actiongeladen, für Kinder aber vielleicht nicht einfach zu verfolgen.

Ich bin gespannt, wie das alles in weiteren Teilen der Serie zusammengeführt werden wird. Unterdessen ist der schön aufgemachte erste Band schon mal ein Schmuck im Regal.

Bewertung vom 03.03.2019
Ilisch, Maja

Das gefälschte Siegel / Die Neraval-Sage Bd.1


sehr gut

Als lebenslanger Fantasy-Fan dachte ich eigentlich, High-Fantasy mit einer genretypischen Queste könnte mich nicht mehr unbedingt hinter dem Ofen hervor locken. Schon allein wegen des schönen Buchumschlags konnte ich hier aber nicht vorbei gehen. Die Autorin hat mich dann vollends überzeugt, dass ich doch noch einen weiteren Fantasy-Roman dieser Bauart unbedingt lesen musste. Zum einen fand ich die Grundidee um einen tödlichen Dämon, der in eine Schriftrolle gebannt wurde, sehr interessant. Zum anderen haben mich die Protagonisten wirklich in ihren Bann gezogen. Da ist die aufmüpfige, hochbegabte, aber äußerst junge Magierin Eniden zu nennen, weiterhin ein geschwätziger, eitler Prinz namens Tymur, der heruntergekommene Fälscher Kevron und Lorcan, ein Soldat, der die dämonische Schriftrolle früher bewachte. Als herauskommt, dass das Siegel der Schriftrolle gefälscht wurde, vereint Prinz Tymur diese unterschiedlichen Gesellen, um die unsterbliche Zauberin zu suchen, die den Dämon einst bannte. Dass Tymur nicht weiß, ob er Männer oder Frauen oder gar niemanden liebt als sich selbst, aber sowohl Lorcan als auch Eniden Gefühle für ihn hegen, macht die Suche ebenso wenig einfacher wie Kevrons Trunksucht.
Mit atmospärisch dichten Beschreibungen des Anderwaldes und des geheimnisumwobenen Nebelreiches punktet das Buch weiter. Einzige Kritikpunkte sind, dass die Geschichte mit einem gehörigen Cliffhanger endet, der mich nun sehr ungeduldig auf die Fortsetzung wartet lässt und dass es über 80 Seiten dauerte, bis mit Enidin auch eine Frau in den Kreis der Protagonisten rückte. Bis dahin hatte ich mich schon beinahe gefragt, wo denn in dieser Welt die Frauen sind und woher Tymurs zahlreiche Brüder kommen.

Bewertung vom 24.02.2019
Speer, Natalie

Waldkind


sehr gut

Erst durch das Buch habe ich erfahren, dass Natalie Speer auch Christiane Spies ist, deren ungewöhnliche Werwolf-Romane mir vor einigen Jahren schon ausnehmend gut gefallen hatten. "Waldkind" spielt in der Welt von "Frostseelen", das ich bisher noch nicht gelesen habe. Die Romane können aber völlig unabhängig voneinander für sich stehen. Dennoch werde ich Frostseelen unbedingt im Nachhinein lesen.
Natalie Speer greift atmösphärisch dicht und wunderbar bildhaft-magisch das aktuelle Trendthema Wald auf. In den verwunschenen, aber gefährlichen Deamhain sollte man sich nur bewaffnet wagen. Doch wer ist das Kind, das die Bürgerstochter Cianna eines Tages am Waldrand findet? Die behütet aufgewachsene, naive Cianna wird mitten hineingesogen in ein Abenteuer aus alten Mächten, Geheimdiensten, Machtspielen, Unterdrückung und Liebe. Ihre Ich-Erzählungs-Handlungsstränge wechseln sich ab mit denen der Agentin Eva. Eva ist ein tougher Widerpart zu Cianna mit geheimnisvoller Vergangenheit. Die Autorin versteht es, plastische Protagonisten zu kreieren. Hier ist nichts auschließlich Schwarz oder Weiß, vor allem nicht das überraschende Ende.
Für ein Taschenbuch ist das Buch wirklich schön und hochwertig ausgestattet, so dass man es gern in die Hand nimmt.

Bewertung vom 24.02.2019
Lambertus, Hendrik

Erste Stunde Geisterkunde / Die Mitternachtsschule Bd.1


ausgezeichnet

Auch als Erwachsene hat mir das Lesen dieses Kinderbuches allergrößten Spaß bereitet. Milan Finstermann ist ein Kind mit ungewöhnlichem Namen. Nach einem Umzug mit seinem zerstreuten Vater erhält er eine Schuleinladung mit äußerst überraschenden Lehrzeiten: Der Unterricht beginnt Punkt Mitternacht!
Was sich hinter den auf mysteriöse Weise auftauchenden Schulttoren entfaltet, sprüht nur so vor Originalität, Erzählfreude und Einfallsreichtum, wunderbar untermalt von hochwertigen, farbigen Illustrationen. Denn es handelt sich um eine Monsterschule! Den Fragen, warum es Milan dorthin verschlagen hat, was sich im Keller verbirgt, dessen Betreten höchstallerstrengstens verboten ist und welchen ungeheuerlichen Vorgängen eine behördliche mitternächtliche Inspektorin an der Schule auf die Schliche kommt, sollte jeder selbst auf den Grund gehen.
Besonders gefallen hat mir, wie hier für Toleranz und ein Miteinander mit Andersartigen kindgerecht geworben wird, völlig ohne erhobenen Zeigefinger.

Bewertung vom 17.02.2019
Pettersen, Siri

Fäulnis / Die Rabenringe Bd.2


ausgezeichnet

Kann Fantasy heutzutage noch innovativ sein? Und wie sie kann, zumindest wenn sie von Siri Petterssen verfasst wurde! Erneut hat mich der Einfallsreichtum der Autorin sprachlos gemacht.
Es handelt sich um den zweiten Teil der Rabenringe-Trilogie. Den ersten Teil sollte man unbedingt gelesen haben. Hirka hat die Steintore durchquert und landet in unsere Welt. Schon allein diese Idee stellt alles, was man bisher gelesen hat, mal eben auf den Kopf. Wie Hirka lernt, sich zurecht zu finden, ist so authentisch beschrieben, als wäre man selbst mal eben durch Alices Kaninchenloch gepurzelt. Daneben scheint die Parallelhandlung um Rime in Ymsland zunächst fast zu verblassen. Doch um sich durchzusetzen, durchläuft Rime eine Entwicklung, die nicht jedem gefallen wird, doch den Handlungsstrang gleichfalls spannend macht. Überhaupt ist in diesem Buch kaum jemand, was er scheint. Das gilt selbst für Hirkas Raben Kuro.
Während Rime daran arbeitet, Hirka wiederzusehen, erfahren wir vieles Überraschende über die Blinden. Die Autorin hält den Spannungsbogen bis zum Ende hoch und endet erneut mit einem Knalleffekt, der seines Gleichen sucht. Vom typischen Dahinplätschern der Handlung im Mittelteil einer Trilogie hat Peterssen anscheinend glücklicherweise noch nie gehört.
Ein echter Geheimtipp, der hoffentlich keiner bleibt! Einfach nur herausragend.

Bewertung vom 10.02.2019
Doyle, Catherine

Das Geheimnis von Arranmore / Sturmwächter Bd.1


ausgezeichnet

"Sturmwächter" ist ein Jugendbuch, das mir auch als Erwachsene ausgezeichnet gefallen hat, vor allem, weil es von irischer Mythologie durchwoben ist. Der junge Fionn und seine ältere Schwester Tara müssen den Sommer auf der irischen Insel Arranmore bei ihrem Großvater verbringen. Ihr Vater kam dort früher bei einem Sturm ums Leben und ihre Mutter ist nun in einer psychiatrischen Klinik. Vom ersten Moment an spürt Fionn, dass die Insel vor Magie nur so übersprudelt. Bald erkennt er, dass sein schusseliger Großvater mehr ist, als er zu sein scheint, nämlich der zauberkundige Sturmwächter der Insel. Und ein Nachfolgekampf ist bereits im Gange...

Die Autorin besticht durch eine wunderbar bildhafte Sprache und eine originelle Art der Magie. Sie versteht es, Themen wie Angst, Verlust eines Familienmitglieds und Krankheit so zu verpacken, dass es berührt, aber einen trotzdem nicht rettungslos runterzieht. Es freut mich wirklich, dass es sich offensichtlich hier um den ersten Band einer Serie handelt. Auf jeden Fall Fionn und seiner Familie weiter folgen!

Bewertung vom 10.02.2019
Wolf, Sara

Der Kuss der Diebin / Heartless Bd.1


ausgezeichnet

Eines vorweg: Mir hat das Buch einfach Spaß gemacht. Es ist nicht nur optisch wunderschön. Die Autorin hat ein düsteres Märchen geschaffen, präsentiert neues Fantasypersonal und hat mich von Beginn an in Bann gezogen. Dafür muss man aber damit leben, dass sie zu der Riege junger Fantasyautorinnen gehören, deren Weltenentwurf nicht mehr stringent wirkt, weil sie ihre Wortwahl nicht gut genug im Griff haben. Damit meine ich jetzt nicht dass Schandmaul der Hauptprotagonistin Zera, sondern moderne Begriffe wie „pubertierende Teenager“, die den Leser völlig unnötig aus einer eher mittelalterlichen Welt katapultieren.

Die junge Zera ist im Bann einer Hexe, die Zeras Herz in einer magischen Flasche aufbewahrt. Zera unterliegt dadurch allerlei Beschränkungen, wie das sie sich von rohem Fleisch ernähren muss und ihre Wut oft nicht im Griff hat. Um sich gegen eigene Verfolger wehren zu können, wollen die Hexen Prinz Lucien in ihre Gewalt bekommen und ebenfalls zu einem Herzlosen machen. Der Prinz ist auf Brautschau, und die schöne Zera soll ihn für sich gewinnen. Als Lohn winkt ihr die Rückgabe ihres eigenen Herzens…

Trotz der oben angeführten Schwächen bekommt das Buch von mir die volle Punktzahl. Ich wollte es gar nicht aus der Hand legen und habe es in zwei Tagen quasi eingeatmet. Nun warte ich ungeduldig auf den nächsten Band.

Bewertung vom 09.02.2019
Pearson, Mary E.

Der Klang der Täuschung / Die Chroniken der Hoffnung Bd.1


sehr gut

Mit „Klang Der Täuschung“ bietet sich noch einmal die Chance in die Welt der „Chronik der Verbliebenen“ zurückzukehren, diesmal im Rahmen eines Zweiteilers, wodurch der typische handlungsarme Mittelteil hoffentlich vermieden werden kann. Im ersten Teil erfährt man erfreulicherweise, wie es den Hauptakteuren der ersten Reihe weiter ergangen ist.
Der vorliegende erste Teil des Zweiteilers setzt einige Jahre später ein und präsentiert mit dem Clanführer Jase Ballenger und der Diebin Kazi zwei neue Hauptcharaktere. Ich habe ein Weilchen gebraucht, um mit beiden warm zu werden, denn auch wenn Kazi, nachdem sie von Königin Lia aus ehemaligem Elend errettet wurde, nun in ihrer Garde dient, kann sie doch von Diebereien nicht lassen. Jase, nach dem Tod seines Vaters frisch zum Anführer ernannt, wirkt zu Beginn eher verlottert. Als beide von Sklavenhändlern entführt werden, fliehen sie schließlich aneinander gekettet und kommen sich gegen ihren Willen näher. Was Jase nicht weiß: Kazi wurde von der Königin in sein Territorium entsandt, um ihn auszuspionieren und einen berüchtigten Kriegsverbrecher dingfest zu machen.
Während das Worlbuilding der Autorin immer mehr überzeugt, findet sie leider über weite Strecken nicht zur Raffinesse des Verwirrspiels in „Kuss der Lüge“ zurück. Nicht nur das Aneinanderketten der Hauptdarsteller ist ein Ladenhüter. Auch der Auftritt von Rafe aus den Vorgängerbänden, auf den ich lange gewartet habe, wirkte auf mich eher seltsam und unangenehm kindlich-putzig. Mit dem kurzen letzten Kapitel wird dann aber glücklicherweise ein mehrdeutiger Cliffhanger geliefert, der mich doch nägelkauend auf den nächsten Band warten lässt!