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Benutzername: Sago
Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 188 Bewertungen
Bewertung vom 20.09.2020
Die Insel der wilden Träume
Braun, Susanne;Schwarz, Alexander

Die Insel der wilden Träume


sehr gut

Als Pferdehalterin, die auch fasziniert von Island und seinen Pferden ist, hat mich dieses Buch begeistert. Hut ab vor Susanne Braun, die ihrem Traum folgt und Pferdetierärztin auf Island wird, aller Widrigkeiten zum Trotz. Und das sind viele. Lange kalte Winter, rückständige Praxisbedingungen, die Trennung von der Herkunftsfamilie...

Besonders beeindruckt hat mich, wie Susanne im Sinne der Pferde kämpft, als eine ansteckende Erkrankung umgeht und dies von offizieller Seite einfach geleugnet wird. Denn auch hinter Islandpferden stecken ganz handfeste wirtschaftliche Interessen. Aber die von den Isländern Knochenknackerin genannte Tierärztin und Osteopathin geht weiter ihren Weg und man kann als Leser nicht anders, als ihr dabei von Herzen alles Gute zu wünschen.

Der zauberhafte Charme Islands mit seinen Vulkanen, Elfen und Geysiren wurde wunderbar eingefangen. Etwas enttäuscht hat mich, dass man so wenig Details über Susannes Pferde erfährt. Sie beiben allenfalls Randfiguren, was bedauerlich ist, da das Buch wohl vor allem Pferdefreunde lesen werden.Auch manche Entwicklung in Susannes Partnerschaft war für mich nicht ganz nachvollziehbar. Hier wurde etwas angerissen, war dann vielleicht zu persönlich und blieb im Raume stehen. Geschrieben hat denn auch nicht Susanne Braun selbst, wie es der Titel verheißt, was die fehlenden Details vielleicht erklären mag.

Bewertung vom 20.09.2020
Unsere Rache ist süß / Get Even Bd.1
McNeil, Gretchen

Unsere Rache ist süß / Get Even Bd.1


sehr gut

Don't get mad - das hätte ich mir am Ende des Buches beinahe selbst zugerufen, denn ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass es sich hier um einen Mehrteiler handelt. Die große Frage Whodunnit bleibt also einstweilen unbeantwortet, was natürlich unvermittelt einige Frustration auslöst.

Eigentlich ist DGM oder Don't get mad aber der Name einer Geheimorganisation auf einem katholischen Internat, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Täter von Mobbingverhalten zu bestrafen. Die Situation spitzt sich allerdings dramatisch zu, als einer der Mobber kurz nach einem blamablem Racheakt ermordet aufgefunden wird. Wer außerhalb der Gruppe hat hier einen Revange auf die Spitze getrieben, um sie DGM anzulasten? Oder steckt insgeheim doch ein DGM-Mitglied dahinter?

Wie alle Thriller spielt das Buch raffiniert mit der Frage "Wem kannst du trauen?" Als Leser erfahren wir von Beginn an, wer hinter DGM steckt: die vier Schülerinnen Olivia, Bree, Margot und Kitty, die außer DGM kaum etwas verbindet. Nur rückblickend wird geschildert, wie sie als Folge eines Schulprojekts den Racheclub gegründet haben. Da die Mädchen weder Freundschaft noch Gemeinsamkeiten verbindet und zum Teil sogar Abneigung im Spiel ist, hätte dieser Teil viel sorgfältiger ausgearbeitet werden müssen, um plausibel zu machen, wie sie sich plötzlich so sehr vertrauen können.

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich überhaupt in der Geschichte zurecht gefundenhabe, was mir sonst nie passiert. Sie startet mit einem Prolog, der seltsam unplatziert wirkt, weil er überhaupt keine Spannung produziert. Anschließend wird man mitten in die Geschichte geschleudert und versucht mühsam, sich zwischen einer Menge gesichtsloser Highschool-Schüler erstmal zurecht zu finden. Hat sich der Nebel aber gelichtet, macht die Story dann allerdings wirklich Spaß, die vier Mädchen gewinnen allmählich Konturen und man möchte unbedingt erfahren, wer hinter dem Mord steckt. Dass das Buch auch als Serie, die ich leider nicht kenne, gut funktioniert, kann ich mir lebhaft vorstellen. Allerdings hätte ich mir auf dem Buchrücken einen Hinweis gewünscht, dass der Fall erst in einem nächsten Teil aufgeklärt wird.

Bewertung vom 13.09.2020
Moonlight Touch / Chroniken der Dämmerung Bd.1
Jager, Jennifer Alice

Moonlight Touch / Chroniken der Dämmerung Bd.1


sehr gut

Ich liebe Geschichten um dunkle Elfen, und so musste ich auch dieses wunderschön aufgemachte Buch unbedingt lesen. Hier ist Hauptfigur Sheera Abendhauch selbst eine sogenannte Nachtalbe, die elternlos in einer Welt aus eitlen, magisch begabten Hochalben, Mischlingen und verfeindeten Menschen bestehen muss. Ihr eigenes Volk ist geächtet, magielos und in dunkle Wälder verbannt. Für Sheera ist es darum vollkommen rätselhaft, warum ausgerechnet sie in den Wettkampf um den Thron der sterbenden Hochalben-Königin eintreten soll. Allerdings wird ihr keinerlei Wahl dabei gelassen.

Raffiniert verknüpft die Autorin zwei Erfolgrkonzepte: Fantasy meets Selection- Story. Während Sheera die ihr gestellte Aufgabe im Wettkampf lösen muss, begegnet ihr ausgerechnet der Kronprinz des Menschenvolkes, Lysander. Dessen Anwesenheit und Anziehungskraft macht die Intrigen, in die Sheera sich verwickelt sieht, nicht gerade leichter...

Insgesamt hat mir die Geschichte viel Spaß gemacht, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Tiefgang gewünscht hätte. Absolute Pluspunkte waren für mich Sheera Abendhauch und die Schilderung der Nachtalben. Allerdings hätte der innerliche Seufzer von Ich-Erzählerin Sheera "Ich bin eben eine Nachtalbe" etwas seltener auftauchen können. Auch mit Kronprinz Lysander bin ich nicht ganz warm geworden. Mit seiner überbordenen Bereitschaft, für die Frau die er liebt ohne Weiteres alle Privilegien zu opfern, gleicht er etwas zu sehr einer Mädchen-Fantasie. Lange Zeit entfaltete ein anderer, tiefgründiger gezeichneter Konkurrent um Sheeras Herz daher für mich mehr Strahlkraft.

Der Spannungsbogen wurde bis zum Schluss auf hohem Niveau gehalten und gipfelte in einem Cliffhanger, der mich zweifellos dem Abschlussband der Dilogie ungeduldig entgegensehen lässt.

Bewertung vom 06.09.2020
Die Zeiterben von London / Meridian Princess Bd.2
Ukpai, Anja

Die Zeiterben von London / Meridian Princess Bd.2


ausgezeichnet

Anja Ukpai schafft es spielend zu vermeiden, woran viele Trilogien leiden: einen langweiligen Mittelteil, der nur Zeit schindet. Dieser zweite Band hat mich vielmehr restlos von der Reihe überzeugt.

Die Welt der Zeiterben in diesem magisch verwandelten London mit ihren Zeitstillständen, den Schattenhunden, Galeonen und Prognosetieren hat mich nun völlig in ihren Bann gezogen und etwas Unverwechselbares bekommen.

Den ersten Teil sollte man meiner Meinung nach unbedingt gelesen haben, um die ganze Lesefreude zu erfahren.

Mit dem Auftauchen eines Schattenhundes geht es gleich fulminant zu Sache. Dessen Erscheinen wird aber ausgerechnet Jade in die Schuhe geschoben, so dass sie sich glech zu Beginn ihres zweiten Jahres an der Academy vor einem Tribunal verantworten muss. Jade bekommt es mit heimtückischen Gegnern zu tun. Nicht nur an der Academy hat sie zu kämpfen, auch die gefährlichen Timeknights treiben ihr Unwesen und werfen Jade auf der Suche nach den Geheimnissen ihrer Familie und dem zweiten verschwundenen magischen Uhrzeiger viele Steine in den Weg. Erneut muss sich Jade auf die Hilfe ihrer Freunde, allen voran Mat, Orla und Geistermädchen Harper verlassen. Ihr Schwarm Henry bleibt weiterhin undurchschaubar und scheint selbst von dunlen Familiengeheimnissen umschattet. Kann Jade ihm überhaupt trauen und wird es ihr gelingen, den Uhrzeiger zu finden, derallein Mat seine Zeiterben-Kräfte zurückgeben kann?

Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss auf hohem Niveau und erfährt im Epilog noch einmal eine unerwartete Wendung. Der bildhafte Erzählstil, Fantasiereichtum und plastische Protagonisten haben mir wirklich viel Spaß bereitet. Ich freue mich auf den nächsten Band!

Bewertung vom 30.08.2020
Zugvögel
McConaghy, Charlotte

Zugvögel


sehr gut

"Es war einmal , vor langer Zeit, eine Frau, die ihr Leben lang Federn aushustete, und eines Tages, als sie längst grau und knorrig war, erwuchs aus der Frauengestalt die eines schwarzen Vogels. Von da an hielt die Dämmerung sie in ihrem Bann, und der große gähnende Schlund der Nacht verschluckte sie ganz und gar."
Eine ebenso rätselhaftes Wesen wie diese Vogelfrau scheint auch Franny zu sein. Vaterlos aufgewachsen an der irischen Küste, hat sie statt Flügeln sprichwörtliche Wanderfüße und ist unfähig, lange an einem Ort zu bleiben. Dies scheint schon bei ihren Vorfahren so gewesen zu sein. Auch ihre Mutter ist eines Tages nicht mehr da. Überhaupt ist Frannys Geschichte eine voller Geheimnisse, so düster, dass sie selbst sie nicht zu sehen vermag. Als sie eines Tages dem Professsor Niall Lynch begegnet, scheint sie so etwas wie Heimat zu finden. Aber wird ihre Liebe stark genug sein, sie zu halten? Überschattet wird alles zudem vom Aussterben der Wildtiere. Selbst Vögel sind ene echte Rarität geworden. Warum ist Franny so besessen davon, den letzten Küstenseeschwalben auf ihrer Wanderung um die halbe Welt zu folgen?
Erzählt wird die Geschichte von Franny selbst in Rückblenden. Immer tiefer wird man als Leser in die Abgründe von Frannys Vergangenheit gesogen, während sie auf einem Fischerboot voller exentrischer Fischer den Schwalben folgt. Manches was man erfährt ist so düster, dass es einem zusammen mit dem beklemmenden Artensterben herunterzieht wie Blei. Die Autorin erzählt packend und sprachlich dicht. Dennoch ist mir Franny bis zum Schluss in ihrer Andersartigkeit fremd geblieben. Immerhin kann man ihre Beweggründe umso besser nachvollziehen, je mehr man von ihrer traurigen Vergangenheit erfährt. Glücklicherweise stimmt das Ende etwas hoffnungsvoller. Eine teils beklemmende Geschichte auf sprachlich hohem Niveau, die durchgehend zu faszinieren weiß.

Bewertung vom 23.08.2020
Immernacht
MacKenzie, Ross

Immernacht


ausgezeichnet

"Entsprungen aus Feuer, entsprungen aus Mut,
entsprungen aus Mutter Erdes Glut,
Benutze es weise, benutz es bedacht,
mein Herz, mein Blut, zum Zauber erwacht."

Mit seiner Immernacht hat mich der Autor buchstäblich von der ersten Seite an verzaubert. Heimlicher Star des Buches war für mich ausgerechnet ein Bösewicht, der Dschinn Schattenjack, der unglaublich düster und bildgewaltig beschrieben wird. Gleichzeitig gelingt es, keine schwarz-weiß-Malerei zu betreiben, sondern den Dschinn als Gefangenen zu präsentieren, der nicht anders kann, als der dunklen Seite zu dienen. Diese besteht hier vorrangig aus der Zauberin Mrs. Hester, die an der Spitze der weißen Magier steht. Diese Magier sind jedoch alles andere als mächtig. Ihrer Seelen beraubt, fristen sie im Grunde ein sklavenartiges Dasein, dazu verdammt, im Akkord die immer gleichen, farblosen Zauber zu schaffen. Für das Gute kämpfen Hexen, deren Zauber dagegen wunderbar wild-exotisch beschrieben werden.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Waise Lara, die sich allein durchs Leben schlägt, indem sie verlorene Dinge aus der Kanalisation fischt. Als durch Schattenjacks Schuld dort ein gewaltiger Zauber verschwindet und dieser in Laras Hände gelangt, wird sie unversehens zu Mrs. Hesters Gegenspielerin. Denn diese plant nichts Geringeres, als die Immernacht über die Welt zu bringen…
Wie schon anhand von Schattenjack aufgezeigt, lebt die Geschichte von ihren Protagonisten und zeichnet sich auch durch die Nebenfiguren aus, die immer wieder ins Zentrum des Geschehens rücken. Besonders ans Herz gewachsen sind mir Doppelacht, ein aufmüpfiger weißer Magier mit einem kleinen Seelenrest, sowie Mondflügel, ein Zaubervogel mit gewaltigen Kräften.
Auch als erwachsenen Fantasy-Fan hat mich der Roman begeistert. Hier trifft Magie auf Steampunk und die beiden ergeben ein wunderbares Ganzes.

Bewertung vom 16.08.2020
Cursed - Die Auserwählte
Wheeler, Thomas;Miller, Frank

Cursed - Die Auserwählte


ausgezeichnet

Schon mein Leben lang fasziniert mih die Sage um Arthur und Avalon. Insofern konnte ich mir diese Neuinterpretation nicht entgehen lassen. Mit den bekannten Protagonisten wird hier mehr als frei umgegangen, was für mich persönlich aber gerade den Reiz des Buches ausmachte. Man erlebt dabei nämlich die eine oder andere Überraschung, wie bei einer spannenden Schnitzeljagd.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht die junge Nimue vom Himmelsvolk der Fey. Die Fey sehen sich der Verfolgung uns Auslöschung durch die Roten Paladine ausgesetzt, fanatische Glaubenskrieger. Als Nimue an das uralte Schwert der Macht gelangt, wird sie in seinen Bann gezogen und steht unversehens an der Spitze des Kampfes, um ihr Volk zu retten.

Besonders begeistert hat mich die vielfältige und exotische Beschreibung der Feyvölker. Davon konnte ich gar nicht genug bekommen. An anderer Stelle hätte sich Thomas Wheeler tatsächlich viel mehr Zeit nehmen können, Szenen und Charaktere tiefgründiger auszuarbeiten. Die Handlung schreitet meistens beinahe atemlos voran. Die eingestreuten, von Comic Legende Frank Miller geschaffenen Illustrationen haben meinen persönlichen Geschmack gar nicht getroffen und hatten auch wenig Ähnlichkeit mit den beschriebenen Figuren. Ich habe sie eher ausgeblendet.

Die ganze Gestaltung der Geschichte ist so neu, dass es für mich dennoch ohne Weiteres für fünf Sterne gereicht hat. Merlin als Säufer ohne Magie, Arthur als Söldner - das sind alles frische moderne Ideen. Ich werde Nimues Abenteuern ganz sicher weiter folgen. Mal sehen, ob aus Arthur tatsächlich ein König wird.

Bewertung vom 09.08.2020
Alles, was zu ihr gehört
Sligar, Sara

Alles, was zu ihr gehört


sehr gut

Ich bin immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Romanen, die sich nicht ohne Weiteres einem Genre zuordnen lassen, und dieser gehört zweifellos dazu. Allerdings wäre hier an mancher Stelle weniger tatsächlich mehr gewesen, denn die Autorin hat ihre Geschichte nach meinem Gefühl doch ein wenig überfrachtet.

Die Journalistin Kate verliert nach einem Skandal, über den der Leser lange im Dunkeln bleibt, ihren Anstellung bei einer Zeitung. Sie flieht zu ihrer Tante in eine Kleinstadt und übernimmt dort die Sortierung des Nachlasses der berühmten, verstorbenen Fotografin Miranda Brand. Bald wirft diese Sammliúng viele Fragen auf. Hat sich Miranda tatsächlich umgebracht, oder war ihr damals 11jähriger Sohn Theo gar in den Tod verwickelt? Dass sich Miranda zu Hausherr Theo hingezogen fühlt, vereinfacht die Situation ebenso wenig wie Kates eigene mysteriöse Vergangenheit.

Die Geschichte wird überwiegend aus Kates Sicht erzählt. Eingestreut sind Dokumente aus Mirandas Nachlass, die raffiniert oft mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Kommt Miranda selbst durch ihr Tagebuch zu Wort, ist ihre Wortwahl äußerst drastisch, fast schockierend. Dies findet jedoch seine Erklärung. Die Autorin schafft sperrige Charaktere, die nicht richtig sympathisch sind, jedoch trotzdem ihren Reiz entwickeln.

Es dauert lange, bis die Erzählung Fahrt aufnimmt, da sie sich doch sehr verzweigt. Die Parallelen zwischen Miranda und Kate waren mir etwas zu konstruiert. Vor allem habe ich mich gefragt, warum Theo von Miranda angezogen wird, obwohl sie ihn doch ziemlich an seine Mutter erinnern muss, zu der sein Verhältnis schlecht war. Auch nicht ganz so viel Me too hätte dem Roman nach meinem Geschmack gutgetan.

Dennoch ein äußerst lesenswertes, vielschichtiges Buch, das mich gut unterhalten hat. Die Auflösung um Mirandas Tod hätte jedoch durchaus spektakulärer sein können.

Bewertung vom 02.08.2020
Ich will dein Leben
Jennings, Amanda

Ich will dein Leben


sehr gut

Dieser Roman punktet eher mit psychologischen Thriller-Elementen als mit nägelkauender Spannung. Darum ist der Titel auch etwas zu reißerisch gewählt und wird der Geschichte nicht gerecht. Wer wie ich Cornwall und die 80er Jahre mag, ist hier genau richtig.

Tamsyn ist die einzige Ich-Erzählerin des Romans und ist mir als Leserin daher am nächsten gekommen. Dennoch spürt man früh, dass mit Tamsyn etwas ganz und gar nicht stimmt. Mit Mutter, Bruder und schwer krankem Großvater lebt sie in sehr einfachen Verhältnissen, nachdem ihr Vater verunglückt ist. Heimlich hat er sich einst mit Tamsyn zu einem Ferienhaus an den Klippen geschlichen. Von diesem Haus ist Tamsyn nahezu besesssen. Durch ein Fernglas beobachtet sie die reiche Familie Davenport, die Besitzer des Hauses. Als deren Tochter Edie aus dem Internat zu Besuch kommt und die beiden Mädchen aufeinandertreffen, entwickelt sich nicht nur eine sehr eigenartige, nicht wirklich als Freundschaft zu bezeichnende Beeziehung. . Vielmehr werden auch verhängnisvolle Ereignisse in Gang gesetzt, deren Ausgang ich bis zum Schluss nicht vorausahnen konnte.

Die Autorin spielt mit verschiedenen Perspektiven und Erzählzeiten. Es gelingt ihr, eine düstere Stimmung zu kreieren, wobei noch nicht alle Stilelemente vollendet eingesetzt werden. So kam das wiederholte Auftauchen düsterer Raben etwas platt daher.

Mir persönlich hat aber gefallen, dass hier nicht mit plumpen Knalleffekten aufgewartet wurde. Vielmehr gleicht die Geschichte einem Schneeball, der langsam, aber unaufhaltsam einen Berg hinabrollt und schließlich wie eine Lawine das Leben der Protagoniten auf den Kopf stellt. Ein ungewöhnlicher Roman, der mich bis zum Schluss gefesselt hat.

Bewertung vom 05.07.2020
Das Geheimnis des Träumers / Strange the Dreamer Bd.3
Taylor, Laini

Das Geheimnis des Träumers / Strange the Dreamer Bd.3


ausgezeichnet

Lange habe ich überlegt, ob ich einen Stern abziehe für das absolut unverständliche und unglückliche Auseinanderreißen des Originalbuches. Wie schon beim ersten Teil der Reihe trennt der Verlag das Buch erneut in zwei schmalere Bände auf. Persönlich fand ich den gewählten Cut diesmal noch misslicher, denn er wurde kurz nach dem Beginn des zweiten Teils gesetzt, was schon rein formell seltsam wirkt, denn dieser dritte Teil itz von der Autorin nicht so angelegt, dass er für sich allein stehen kann oder mit einem Cliffhanger endet.

Eigentlich läuft sich Laini Taylor nun in diesem Band lediglich warm für das sicherlich zu erwartende große Finale. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen, durch Vergabe der vollen Punktzahl Vorschusslorbeeren zu verteilen, da ich von der Autorin schon lange absolut überzeugt bin und sie die Verfahrensweise des deutschen Verlages nicht zu verantworten hat. Schließlich schafft sie auch in dieser Geschichte eine absolut traumhafte, üppig-märchenhafte Atmosphäre und weiß stets mit gekonnten Formulierungen zu überraschen.

Inhaltlich wirkte der Band auf mich eher wie ein langes Präludium. Der Handlungsstrang um Sarai und Lazlo tritt ein wenig auf der Stelle. Auf einer anderen Ebene erfährt man dagegen mehr über die Hintergründe der Mesarthim, auch wenn wir noch weit von der Lösung aller Rätsel entfernt bleiben. Amüsiert haben mich die Geschehnisse um Thyon Nero, der in seiner Oberflächlichkeit eigentlich unbelehrbar wirkte, aber nun doch eine interessante kleine Weiterentwicklung erfährt.

Hervorzuheben ist wie immer Taylors einzigartig fantasievolles, überzeugendes Worldbuilding.

Als Trostpflaster bezüglich der Aufteilung des Buches kann gesagt werden, dass der letzte Teil wenigstens kurz nach dem vorliegenden erscheinen wird.