Benutzer
Benutzername: 
hapedah

Bewertungen

Insgesamt 773 Bewertungen
Bewertung vom 10.11.2020
Hoover, Colleen

All das Ungesagte zwischen uns


ausgezeichnet

Ein emotionales Highlight, wie ich es von Colleen Hoover erwartet habe

In ihrer Jugend waren sie beste Freunde, Morgan, ihre Schwester Jenny, ihr Freund Chris und dessen bester Freund Jonah. Seit Morgan mit siebzehn Jahren schwanger wurde, ist sie mit ihrer Chris verheiratet, ihre Tochter Clara ist mittlerweile sechzehn Jahre alt. Als Chris und Jenny bei einem Autounfall sterben, muss sich Morgan der schmerzhaften Erkenntnis stellen, dass ihre heile Welt nur eine Fassade war. Um Clara zu schützen, versucht Morgan, das perfekte Bild von Chris und Jenny zu erhalten, doch in ihrem Schmerz entfernen sich Tochter und Mutter immer weiter voneinander.

"All das Ungesagte zwischen uns" von Colleen Hoover zeigt wieder einmal, dass die Autorin es meisterlich versteht, ihre Leser*innen die Gefühle der Protagonisten nicht nur beobachtend wahrnehmen, sondern regelrecht mit empfinden zu lassen. Dieses Buch hat mich gemeinsam mit Morgan und Clara in die tiefsten Abgründe der Trauer gestoßen und nach einigen tränenreichen Lesestunden wieder daraus auftauchen lassen. Beide Figuren waren mir sympathisch, auch wenn sie sehr unterschiedlich mit der Situation und ihren Emotionen umgehen.

Morgan tut, was sie schon immer getan hat, sie versucht alles Schlechte von ihrem Kind fern zu halten und die Fassade der vermeintlich heilen Welt zu bewahren. Clara, die sich insgeheim die Schuld an dem Unfall gibt und auch bemerkt, dass ihre Mutter Geheimnisse vor ihr hat, reagiert auf typische Teenagerart mit Rebellion. Da die Erzählperspektive zwischen Mutter und Tochter wechselt, konnte ich mich in beide Frauen gut hinein versetzen und ihre jeweiligen Gefühle nachvollziehen.

Dass manche Probleme zwischen ihnen nur entstanden sind, weil sie nicht offen miteinander geredet haben, schien mir ein durchaus realistisches Szenario zu sein, schließlich war nur ich als Leser in der komfortablen Lage, beide Ansichten und Gedanken zu kennen. Dabei hat mich Colleen Hoovers Schreibstil von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, die Frau kann es einfach und nach Beendigung des Buches habe ich mich rundum wohl und zufrieden gefühlt. Deshalb empfehle ich den Roman an Jeden, der emotionale Geschichten mag, gerne weiter.

Fazit: Wie ich es von Colleen Hoover kenne, hat mich dieses Buch auf eine emotionale Achterbahnfahrt mit genommen und am Ende positiv gestimmt zurück gelassen. Dafür gebe ich sehr gern eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 10.11.2020
Campino

Hope Street (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Es ist schon interessant, zu sehen, wie viele Leute ein Buch lesen wollen, das vom Verlag hauptsächlich als Geschichte über die Leidenschaft für einen Fußballverein angepriesen wird - ohne selbst auch nur ein Fünkchen Interesse an dem Sport zu haben. Auch ich gehöre zu diesen Banausen, denen der Lieblingssport der Deutschen ganz weit hinten vorbei geht, dennoch hatte ich einige spannende Lesestunden mit dieser Lektüre und habe das Buch mit einem Lächeln im Gesicht beendet.

Denn weit mehr als der Ballsport haben mich die Passagen aus Campinos Leben interessiert und in dieser Hinsicht kann ich sagen, dass ich bekommen habe, was mir der Klappentext versprach. Unterhaltsam und nahbar erzählt der Frontmann der Toten Hosen aus seinem Leben, vom Kennenlernen seiner Eltern über Kindheitserinnerungen bis hin zu aktuellen Ereignissen. Dabei entspricht die Reihenfolge der Geschichten nicht unbedingt einer chronologischen Ordnung, was meinen Lesefluss nicht wirklich gestört hat. Möglich, dass hier meine Sympathie für den Autor eine Rolle spielt, ich habe schon Bücher gelesen, bei denen mich diese ungeordnete Erzählweise tierisch genervt hat. Der unkomplizierte Schreibstil macht es allerdings auch leicht, den roten Faden nicht zu verlieren.

Die Art, wie Campino über "seinen" Verein berichtet, die Entwicklung seiner Fußballleidenschaft, Spiele, die er besucht hat und auch Ereignisse aus der Vereinsgeschichte des FC Liverpool runden das Bild ab, das mir dieses Buch über Andreas Frege vermittelt hat. Jedes Kapitel beginnt mit der Auflistung einiger Spiele, der Endergebnisse, Torschützen sowie der Beschreibung, wie Campino das jeweilige Spiel gesehen hat - und besonders amüsant, sein persönliches Fazit.

Für Fußballfans dürften nicht nur die Beschreibungen der Spiele, sondern auch einige Anekdoten aus der Freundschaft des Autors mit Liverpool-Trainer Jürgen Klopp von Interesse sein. Nicht zu vergessen, die Vereinshymne "You´ll never walk alone", mit der mir Campino einen Ohrwurm verschafft hat - denn natürlich hat mich meine Neugier dazu getrieben, das Lied nach Beendigung des Buches auf Youtube zu suchen..... inzwischen überlege ich, mir "Hope Street" auch als Hörbuch anzuschaffen, dass Campino selbst den Text vorliest, ist für mich dabei ein ziemlicher Anreiz.

Fazit: Dieses Buch hat für mich gehalten, was der Klappentext versprochen hat, kleine Einblicke in das private Leben des Frontmanns der Toten Hosen, garniert mit viel Begeisterung für den FC Liverpool. Eine Lektüre, die meiner Meinung nach nicht nur für Fußballfans interessant ist und die ich Jedem empfehle, der etwas mehr über den Menschen Andreas Frege erfahren möchte.

5 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.11.2020
Schlegl, Tobias

Schockraum (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Kim ist Notfallsanitäter, sein Dienstalltag spielt sich zwischen kollegialem Geplänkel auf der Wache und täglichen Einsätzen im Rettungswagen ab. Um etwas gesellschaftlich Wertvolles zu tun, hatte er einst seinen gut bezahlten Job in der Werbebranche an den Nagel gehängt, doch in letzter Zeit ist Kim immer öfter unkonzentriert und müde, ein wiederkehrender Albtraum lässt ihm keine Ruhe. Ein Trip ans Meer mit seinem besten Freund Benny ist erst der Anfang seines Weges zum Erkennen des Problems.

"Schockraum" von Tobias Schlegl ist ein fesselnder Roman, der schonungslos aus dem harten Alltag eines Notfallsanitäters berichtet. Dabei thematisiert der Autor den Frust, wenn der RTW wegen sinnloser Lappalien gerufen wird, genau so deutlich, wie die wirklich harten Einsätze, in denen es um Leben und Tod geht. Damit hat mich Tobias Schlegl, der selbst als Notfallsanitäter arbeitet und den ich, wie viele Andere, bisher "nur" als VIVA-Moderator auf dem Schirm hatte, nachhaltig beeindruckt und zum Grübeln angeregt.

Protagonist Kim erkennt erst spät seine posttraumatische Belastungsstörung, lange Zeit hat er einfach weiter funktioniert und sein Problem lieber verdrängt, anstatt ihm auf den Grund zu gehen - woran letztendlich auch die Beziehung zu Marie gescheitert ist. Obwohl die spannend erzählte Handlung des Buches fiktiv ist, hat der Autor seine eigenen Erfahrungen im harten Berufsalltag in die Geschichte eingebracht. In einem Zeitungsinterview berichtet Schlegl davon, dass er während seiner Ausbildung zeitweise von einem Kriseninterventionsteam betreut wurde - eine Hilfe die sein Protagonist, aber auch viele Ersthelfer in der Realität, nicht erhalten.

Damit regt er - hoffentlich - seine Leser an, darüber nachzudenken, wie in unserer Gesellschaft mit Menschen umgegangen wird, die jeden Tag im Einsatz sind und die jeder von uns möglicherweise einmal brauchen wird. Mich hat dieses Buch nicht wieder los gelassen, gemeinsam mit Kim konnte ich beim Lesen erst nach und nach heraus finden, was die Ursache seiner Störung ist. Die Geschichte wirkt authentisch und rückt den harten Alltag im Rettungsdienst in den Focus der Öffentlichkeit, für dieses eindringliche Buch gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung!

Fazit: Anhand der fiktiven Geschichte des Notfallsanitäters Kim zeigt Tobias Schlegl den Alltag und auch die Missstände im Rettungswesen. Das Buch ist spannend geschrieben und lässt den Leser nachdenklich zurück, ich empfehle jedem, es zu lesen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.11.2020
Belitz, Bettina

Aqua Mystica (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Vicky ist anders als ihre Altersgenossen, sie hat eine seltsame Schuppenflechte, leicht hervorstehende Augen, die beinahe immer weinen und auch ihre wilden Haare sind alles andere als normal. Als Vickys Onkel Till wieder einmal nach Mexico reist, um als Berufstaucher eine neu entdeckte Cenote zu erforschen, dürfen Vicky und Tills Lebensgefährtin Sandra mit ihn begleiten. In der Cenote scheint ein geheimnisvolles Wesen zu leben, das Till für sehr gefährlich hält, doch Vicky schleicht sich nachts heimlich zum Wasser, denn sie fühlt sich beinahe magisch von diesem Wesen angezogen.

"Aqua Mystica" von Bettina Belitz ist eine zauberhafte Geschichte für Kinder, die ich mit viel Freude gelesen habe. Vicky ist eine sehr besondere Protagonistin, für erwachsene Leser ist es nicht schwer zu erraten, um was für eine Art Wesen es sich bei ihr handelt. Dabei ist mir das einfühlsame Mädchen schnell ans Herz gewachsen. Der Schreibstil ist angenehm leicht und an das empfohlene Lesealter angepasst, der farbenfrohe Hintergrund des mexikanischen Dschungels ist detailliert und bildhaft beschrieben, so dass ich beim Lesen jederzeit das Szenario vor Augen hatte.

Die Handlung habe ich als wunderbar mystisch und spannend empfunden, dabei werden die jungen Leser auch angeregt, über die Natur und unseren Umgang mit der Umwelt nachzudenken. Die Geschichte hat mich in eine nahezu märchenhafte Stimmung versetzt und dabei auch ein wenig zum Träumen gebracht, ich gebe daher sehr gern eine Leseempfehlung.

Fazit: Die Autorin hat eine faszinierend mystische Geschichte mit traumhaft schönem Setting für Kinder geschaffen, die sich mit dem Thema Umweltschutz auseinander setzt und die ich von Herzen an junge, aber auch ältere Leser weiter empfehle.

Bewertung vom 05.11.2020
Wambach, Leni

Gezeichnete der Schatten / Elfenmal Bd.1


sehr gut

Wie jede gezeichnete Elfe, wird Neia wird von den Menschen mit Misstrauen betrachtet und ausgegrenzt. Nur die einflussreiche Lady Renna unterstützt Neia, die für sie als Spionin unterwegs ist. Als die Elfe erste Zeichen dunkler Magie beobachtet und dann auch noch mit ansehen muss, wie ein Prinz aus dem Nachbarland von dieser Art Magie getötet wird, muss sie fliehen. Lady Renna schickt ihr als Begleitung Neias beste Freundin Mirri und den jungen Adligen Elys hinterher, der das Herz der jungen Elfe bald zum Rasen bringt.

"Elfenmal 1: Gezeichnete der Schatten" ist das erste Buch, das ich von der Autorin Leni Wambach gelesen habe und ich war schnell in Neias Welt eingetaucht. Den Schreibstil habe ich als angenehm empfunden und die Spannung hat sich konsequent durch die ganze Geschichte gezogen, so dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Der Hintergrund der magischen Welt hat sich mir erst nach und nach erschlossen, je weiter sich Neia von ihrer ungeliebten Heimatstadt fort bewegt, umso mehr hat auch der Leser über das Land und seine verschiedenen Regionen erfahren.

Neia und ihre Reisegefährten waren durchaus sympathisch dargestellt, doch obwohl die Kapitel aus ihren verschiedenen Perspektiven geschrieben sind und ich beim Lesen einen kleinen Einblick in die jeweilige Gedankenwelt bekam, blieben die Charaktere für meinen Geschmack stellenweise etwas oberflächlich, dafür ziehe ich einen Stern in meiner Bewertung ab. Wie beim Setting, habe ich auch über die Figuren im Lauf der Handlung immer mal wieder kleine Schnipsel aus ihrer Vergangenheit erfahren, die dazu beigetragen haben, mein Bild der entsprechenden Person zu vervollständigen.

Wie schon die Zahl im Titel andeutet, stellt dieser Roman den Auftakt einer Reihe dar, so fand ich es nicht weiter verwunderlich, dass die Geschichte mit einem Cliffhanger endet. Alles in Allem empfinde ich das Buch als soliden und gelungenen Auftakt einer romantisch angehauchten Fantasy-Serie und gebe dafür gern eine Leseempfehlung.

Fazit: Obwohl die Figurenbeschreibung für meinen Geschmack etwas tiefgründiger hätte ausfallen dürfen, habe ich die Geschichte sehr gemocht. Der angenehme Schreibstil, die fantastische Welt im Hintergrund und der konstante Spannungsbogen haben mir einige schöne Lesestunden verschafft und ich empfehle das Buch gern weiter.

Bewertung vom 02.11.2020
Lunde, Maja

Als die Welt stehen blieb


gut

März 2020, der Beginn der Corona-Pandemie verändert weltweit den Alltag, auch in Norwegen wird der Lockdown eingesetzt. Die Autorin Maja Lunde erzählt, wie sie die ersten Wochen der angeordneten Ausgangssperre mit ihrer Familie empfindet. Ihren geplanten Roman kann sie nicht schreiben, zu sehr kreisen die Gedanken um die aktuellen Ereignisse, außerdem hat sich das erdachte Thema der Dystopie auf erschreckende Weise in der Realität überholt.

"Als die Welt stehen blieb" ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, den Schreibstil habe ich als angenehm empfunden, das Büchlein ließ sich dadurch flüssig lesen. Wir alle sind von den Pandemie bedingten Einschränkungen betroffen gewesen, so wird sich beinahe Jeder in der einen oder anderen Textpassage wieder finden können. Homeoffice, Homeschooling, die Sorge um Familienmitglieder und Freunde stellt Maja Lunde auf sehr persönliche Weise in einer Art Tagebuch dar. Ob der Zeitpunkt der Veröffentlichung passend gewählt war, darüber scheiden sich die Geister, mich hat das Thema genau jetzt interessiert.

Dennoch habe ich lange gebraucht, mich für eine Sternebewertung zu entscheiden, nach den Kritiken von Maja Lundes bisherigen Büchern hatte ich mehr erwartet. Einerseits setzt sich die Autorin sehr intensiv mit ihren Gedanken und Gefühlen auseinander - der Vergleich der Situation in ihrer Heimat Norwegen mit dem Nachbarland Schweden, der Gedankengang, dass doch jedes Volk seiner Regierung bereitwillig vertraut und den eingeschlagenen Weg zumindest eine Zeitlang als den einzig richtigen betrachtet, das Alles hat mich beeindruck und selbst zum Nachdenken angeregt.

Doch mich hat auch beschäftigt, welche Informationen dieses Buch für nachfolgende Generationen transportiert, kann jemand, der den Corona-Lockdown nicht selbst erlebt hat aus Maja Lundes Tagebuch ein Bild der Ereignisse gewinnen? Oder ist es doch eher eine ganz private Aufzeichnung, die vor Allem innerhalb ihrer eigenen Familie von Interesse ist und weniger für die Öffentlichkeit? Am Ende habe ich mich für drei Sterne entschieden, so ganz schlecht war die Erzählung nicht, ein Buch dass man lesen kann, aber nicht muss.

Fazit: ich bin hin und her gerissen, einerseits hat mich die offenen Darstellung der Ängste und Gedanken der Autorin beeindruckt, andererseits habe ich mich nach Ende des Buches gefragt, was sie mir mit dieser Lektüre jetzt eigentlich sagen wollte.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.10.2020
Licht, Kira

Wer das Dunkel ruft / Kaleidra Bd.1


ausgezeichnet

Kurz vor dem Schulabschluss besucht Emilia mit ihrer Klasse ein Museum, in dem das geheimnisvolle Voynich-Manuskript ausgestellt ist. Zu ihrem Erstaunen liest sie einen verschlüsselten Text, wo ihre Freunde nur seltsame Zeichen sehen. Kurz darauf wird sie von Ben angesprochen, der sich als Goldalchemist einer geheimen Loge entpuppt. Von ihm erfährt Emilia, das sie selbst eine Silberalchemistin ist, zu deren besonderen Gaben das Entschlüsseln von Geheimcodes gehört und dass die Goldloge ihre Hilfe benötigt. Doch auch der rivalisierende Quecksilberorden möchte Emilias Talent für sich nutzen und greift sie immer wieder an.....

"Kaleidra - Wer das Dunkel ruft" ist der erste Teil einer fantastischen Trilogie von Kira Licht, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Bisher hat mich die Autorin mit keinem ihrer Bücher enttäuscht, auch Kaleidra hat mich wieder ganz überzeugt, ich kann also sagen, dass Kira Licht inzwischen in die Reihen meiner liebsten Autoren aufgestiegen ist. Mit Emilia hat sie eine Protagonistin geschaffen, die mir schnell sympathisch war, auch die anderen Figuren waren umfassend beschrieben, so dass ich die Personen beinahe vor mir gesehen habe.

Den Hintergrund der Geschichte bildet dieses mal Rom, es ist eine der Stärken der Autorin ihre Romane immer wieder an neuen Orten anzusiedeln, auch inhaltlich unterscheidet sich dieses Buch von Allem, was ich bisher gelesen habe. Die Alchemisten kämpfen mit verschiedenen Elementen, diese Idee hat mir besonders gut gefallen - nebenbei werden Kenntnisse aus dem Chemieunterricht aufgefrischt.

Auch der Schreibstil und die Spannung, die sich konsequent durch die gesamte Handlung zieht, haben mich begeistern können. Einige witzige Dialoge zwischen Emilia und den anderen Alchemisten haben für mich das Tüpfelchen auf dem i gebildet. Damit hat dieser Roman alles, was ich von einer guten Fantasygeschichte erwarte und ich gebe gern eine Leseempfehlung dafür. Da es sich um den ersten Band einer fortlaufenden Trilogie handelt, endet das Buch mit einem überraschenden Cliffhanger und ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung in die Finger zu bekommen.

Fazit: Der Auftakt der fantastischen Kaleidra-Trilogie hat mich gefesselt und begeistert, ich empfehle es gern an Alle weiter, die Fantasy mit einem Hauch Romantik mögen.

Bewertung vom 29.10.2020
Kingsley, Claire

Cheeky Room Mate (eBook, ePUB)


sehr gut

Die Lektorin Kendra hat sich vor kurzem selbstständig gemacht und möchte ein Zimmer ihres Hauses vermieten, um den finanziellen Engpass zu überbrücken. Der erfolgreiche plastische Chirurg Weston benötigt vorübergehend eine Unterkunft, da sein Haus renoviert wird, Kendras Bruder vermittelt Weston das Zimmer, ohne zu ahnen, dass der es gewöhnt ist, seine Mitmenschen durch Unfreundlichkeit auf Distanz zu halten. Doch nach einem Unfall ist Kendra die Einzige, die sich um Weston kümmert und langsam lässt er sie hinter seine schroffe Fassade blicken.

"Cheeky Room Mate: Weston und Kendra" ist der zweite Teil von Claire Kingsleys Bookboyfriends-Reihe. Da in jeder der Geschichten ein anderes Paar im Mittelpunkt steht, kann der Roman auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden. Es handelt sich hier um einen netten Liebesroman, der mir einige angenehme Lesestunden beschert hat, sich aber nicht großartig aus der Masse ähnlicher Literatur abheben konnte.

Kendra ist eine Protagonistin, die mir von der ersten Seite an sympathisch war, Weston dagegen lässt erst mal seine unfreundliche Seite raus hängen. Doch das liegt natürlich nur daran, dass er seine Mutter früh verloren hat und er sich von seinem forderndem, kalten Vater abgrenzen möchte. Damit bedient der Gute das Harte-Schale-Weicher-Kern-Klischee perfekt. Denn nach und nach öffnet er sich Kendra gegenüber und sieht ein, dass auch andere Leute keine perfekte Familie habe und dennoch freundlich sein können. Auch die Wandlung von Abneigung zu Liebe entspricht einem altbewährtem Schema, das die Autorin mit leichter Feder zu einem angenehmen Leseerlebnis gestaltet hat. Für Freunde romantischer Literatur durchaus ein lesenswertes Buch.

Fazit: Der Schreibstil führt locker und flüssig durch die Liebesgeschichte, für mich ist der Roman eine leichte Unterhaltung für zwischendurch, angenehm zu lesen, aber nichts, was bleibenden Eindruck hinterlässt

Bewertung vom 29.10.2020
Gurian, Beatrix

Alabasterball


gut

Vor einem Jahr wurde Amy zum geheimnisvollen Alabasterball eingeladen, doch ihre Schwester Sunny hatte sich Amys Kleid und Einladung angeeignet und ist seit der Ballnacht wie vom Erdboden verschwunden. Um sie zu finden verschafft sich Amy mit einer fremden Einladung Zugang zur Insel Kallystoga, auf der in drei Tagen der märchenhafte Ball statt finden soll. Nur drei Jungen und drei Mädchen sind eingeladen, dort um die Ehrung als Ballkönig und -königin zu kämpfen. Doch in den drei Tagen auf der Insel geschehen mysteriöse Dinge und Amy glaubt immer wieder, ihre Schwester zu hören....

"Alabasterball" von Beatrix Gurian habe ich durch eine Leseprobe kennen gelernt, die mich auf den Rest der Geschichte neugierig gemacht hat. Der Anfang ist spannend und geheimnisvoll und ich war schnell in der Geschichte versunken. Leider konnte sich dieser gute Eindruck nicht über die gesamte Handlung hinweg halten. Dabei ist weder das Grundgerüst der Erzählung noch der Schreibstil wirklich schlecht, ich habe das Buch in einem Rutsch durch gelesen, es war also auch durchaus spannend.

Dennoch hatte ich zwischendrin das Gefühl, die Autorin hat verschiedene märchenhaft-mythische und stellenweise auch düstere Abschnitte von bekannten Geschichte in den Mixer geworfen und alles wild vermischt. Das Ergebnis wirkte auf mich ziemlich unrund und teilweise oberflächlich abgehandelt. Damit verschenkt der Roman leider viel Potential, auch beim Ende hätten mir eine etwas längere Ausarbeitung besser gefallen.

Fazit: So richtig hat dieser Roman nicht gehalten, was ich mir vom Klappentext und der Leseprobe her versprochen hatte - doch trotz der teilweise unrunden Handlung hat sich die Geschichte spannend lesen lassen.