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Benutzername: hapedah
Danksagungen: 10 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 384 Bewertungen
Bewertung vom 21.09.2021
An Nachteule von Sternhai
Sloan, Holly Goldberg;Wolitzer, Meg

An Nachteule von Sternhai


ausgezeichnet

Bett und Avery sind zwölf Jahre alt und jedes der Mädchen lebt bei ihrem allein erziehenden Vater. Als sich die beiden Väter ineinander verlieben und mit ihren Töchtern zu einer Familie zusammen wachsen möchten, sind sich Bett und Avery einig, dass das niemals passieren darf. So beginnt ein reger Austausch per Email, mit dem die Mädchen die Pläne ihrer Väter durchkreuzen wollen - dabei kommen sie sich unbemerkt näher und aus der anfänglichen Abwehr entsteht eine wunderbare Freundschaft.

"An Nachteule von Sternhai" von Holly Goldberg Sloan und Meg Wolitzer ist ein zauberhaftes Buch über Familie und Freundschaft für junge Leser ab 10 Jahren. Aber auch ältere Semester, wie ich, können von der hinreißenden Geschichte begeistert werden, selbst im Nachhinein muss ich immer wieder lächeln, wenn ich daran zurück denke. Bett und Avery sind grundverschieden und leben an entgegengesetzten Enden der USA, doch Jede ist auf ihre Art entzückend und mir waren beide Protagonistinnen sofort sympathisch.

Der gesamte Handlungsverlauf wird in Form von Emails und Briefen wieder gegeben, diese Schreibweise war für mich etwas ganz Neues und hat dazu beigetragen, das Leseerlebnis zu etwas Besonderem zu machen. Den Erzählstil habe ich als authentisch empfunden, angepasst an das Alter der Zielgruppe, die grafische Gestaltung hat meiner Meinung nach zur Einzigartigkeit des Romans beigetragen - die Emails von Bett (Sternhai) und Avery (Nachteule) waren mit einer kleinen Hai- bzw. Eulenfigur gekennzeichnet, die wenigen Nachrichten von anderen Personen zierte ein Briefsymbol oder ein stilisierter Papierflieger.

Es hat mir viel Spaß gemacht, die Entwicklung der Freundschaft zwischen den Mädchen mit zu erleben und obwohl man meinen könnte, dass die Briefform der Geschichte den Leser auf Abstand hält, hatte ich immer das Gefühl, emotional direkt dabei zu sein. Die warmherzig geschriebene Lektüre hat mich praktisch von der ersten Seite an bezaubert und gefesselt, so dass ich am Ende ein wenig traurig war, mich wieder aus dem Leben von Bett und Avery verabschieden zu müssen. Deshalb spreche ich für dieses wunderbare Buch eine begeisterte Empfehlung an junge und auch ältere Leser aus.

Fazit: Die herzerwärmende Geschichte über Familie und Freundschaft hat mich bezaubert, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Bewertung vom 20.09.2021
Bleistiftherz
Hansson, Elin

Bleistiftherz


ausgezeichnet

Bezaubernde Teenagergeschichte

Ohne ihre verstorbene Oma und ohne ihre beste Freundin, die weg gezogen ist, sind die Sommerferien für die fast dreizehnjährige Liv ziemlich öde. Mit ihrem ausgefallenen Kleidungsstil und ihrer altmodischen Art, sich auszudrücken, kommt sie bei den Gleichaltrigen nicht so gut an, das macht ihr allerdings erst dann etwas aus, als Frans in der Stadt auftaucht. Mit den schönen grünen Augen und seinem Skatebord scheint er Liv so viel cooler als sie selbst ist, so dass sie sie sich unbedingt ändern möchte.

"Bleistiftherz" von Elin Hansson ist eine wunderbare Teenagergeschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite bezaubert hat. Schnell war ich in Livs Welt versunken, ihre Schüchternheit und das unangenehme Zusammentreffen mit den Jungen aus ihrer Schule waren für mich emotional sehr greifbar dargestellt, ein wenig habe ich mit ihr gelitten. Die Zuneigung, die Liv für ihre Oma empfunden hat, war besonders am Anfang deutlich zu spüren und es hat mir sehr leid getan, dass sie sowohl ihre engste Vertraute als auch die beste Freundin verloren hat. Doch als Frans auf der Bildfläche erscheint, hat sich die Atmosphäre gewandelt, er geht wunderbar locker mit Livs altmodischer Art um und findet sie witzig.

Der Schreibstil ist leicht und entspannt zu lesen, meiner Meinung nach passt er gut zum Alter der empfohlenen Zielgruppe (ab 11 Jahren). Da Frans eine Zeitlang in den USA gelebt hat, verwendet er viele englische Redewendungen in seiner Ausdrucksweise - was ich nicht als Problem empfunden habe, auch für meine Tochter, die genau in Livs Alter ist, war Alles gut verständlich. Die Botschaft - bleib du selbst und verstell dich nicht, um Anderen zu gefallen - war anschaulich in die Geschichte eingebunden und die Figuren habe ich sehr gemocht. Nicht nur Liv, sondern auch ihre Freunde waren liebevoll beschrieben, so dass ich sie beim Lesen beinahe vor mir sehen konnte. Insgesamt fand ich die Geschichte ganz entzückend, so dass ich dafür gern eine Empfehlung an jugendliche und auch ältere Leser ausspreche.

Fazit: Nicht nur die "Minirentnerin" Liv, sondern auch die Figuren in ihrem Umfeld waren mir schnell sympathisch, es hat Spaß gemacht, sie durch die Handlung zu begleiten. Für die liebevoll verfasste Teenagergeschichte spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 16.09.2021
Du hast mir gerade noch gefehlt
McFarlane, Mhairi

Du hast mir gerade noch gefehlt


ausgezeichnet

Humorvolle Geschichte mit ernstem Hintergrund

Schon seit Jahren ist Eve in Ed verliebt, der wie Susie und Justin zu ihren engsten Freunden gehört. Doch er ist leider bereits seit Studienbeginn mit Hester zusammen, die keiner von Eds Freunden wirklich mag. Als Hester und Ed sich verloben, ist Eve am Boden zerstört, doch ein tragischer Unfall stellt kurz darauf ihr ganzes Leben noch mehr auf den Kopf. Dass Susies Bruder Finlay auftaucht, der sich ihr gegenüber zunächst unfreundlich und abweisend verhält, bringt Eve dazu, ihre Vergangenheit und Zukunft ganz neu zu überdenken.

"Du hast mir gerade noch gefehlt" von Mhairi McFarlane ist ein wunderbarer Roman, in dem neben der Liebesgeschichte einige ernste Themen vorkommen, es geht um Tod, Trauer, aber auch Freundschaft und Familie. Dennoch habe ich den Schreibstil der Autorin wieder als leicht und locker empfunden, es gelingt ihr, den empfundenen Schmerz ihrer Figuren nicht erdrückend wirken zu lassen. Dabei war es für mich vor allem die unnachahmliche Art der sympathischen Protagonistin Eve, die durch ihren teilweise verblüffenden Humor immer wieder Entspannung und ein angenehmes Lesegefühl in die Handlung gebracht hat.

Aber auch die Personen in Eves Umfeld sowie den Hintergrund fand ich authentisch beschrieben, es hat mir Spaß gemacht, in die Geschichte einzutauchen und die Freunde für einige Lesestunden zu begleiten. Insgesamt habe ich mich von diesem Buch gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich sagen muss, dass der Klappentext meiner Meinung nach bereits zu viel von den Ereignissen vorweg nimmt. Dadurch war die Handlung zu einem großen Teil vorhersehbar, was allerdings dem Gesamteindruck des Romans für mich keinen Abbruch getan hat. Für die angenehme und durchaus fesselnde Lektüre spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Neben der für Mhairi McFarlane typischen leichten Liebesgeschichte werden hier auch tiefgründige Themen eingebracht, die die Autorin einfühlsam und dennoch humorvoll mit der Handlung verknüpft. Von dem Leseerlebnis habe ich mich gut unterhalten gefühlt, so dass ich den Roman gern weiter empfehle.

Bewertung vom 14.09.2021
Das Avery Shaw Experiment / Science Squad Bd.1
Oram, Kelly

Das Avery Shaw Experiment / Science Squad Bd.1


sehr gut

Avery und Aiden sind vom Tag ihrer Geburt an beste Freunde und machen praktisch alles zusammen. Bis Aiden plötzlich Zeit für sich alleine fordert und Avery, die heimlich in ihn verliebt ist, damit das Herz bricht. Um ihren Kummer zu verarbeiten, beginnt Avery ein wissenschaftliches Experiment, in dem sie die sieben Phasen ihres Liebeskummers für ein Schulprojekt analysieren will. Unterstützt wird sie dabei von Aidens Bruder Grayson, der zusätzliche Leistungspunkte für seinen Schulabschluss benötigt - doch ist das wirklich der einzige Grund?

"Das Avery Shaw Experiment" von Kelly Oram ist eine zuckersüße Liebesgeschichte aus dem Teenager-Bereich - schon die Leseprobe hatte mir Lust auf das Buch gemacht und im Nachhinein kann ich sagen, dass ich genau das bekam, was ich erwartet hatte. Die Protagonistin war mir auf Anhieb sympathisch und auch Grayson habe ich sehr gemocht. Dass die Autorin sich bei der Entwicklung ihrer Figuren an einigen Klischees bedient hat (sie ist der Nerd, deren versteckte Schönheit erst im Lauf der Handlung erblüht, er der Sportler, dessen schulische Leistungen eher mittelprächtig bis unterirdisch sind), ist recht offensichtlich, das hat dem Unterhaltungswert des Roman aber meiner Meinung nach keinen Abbruch getan.

Wer die Behandlung tiefschürfender Probleme erwartet, sollte die Finger von diesem Buch lassen, dass Avery eine Angststörung hat und später auch in eine Depression verfällt, wird zwar angesprochen, aber eher oberflächlich abgewickelt. Der Schreibstil ist locker und leicht, wie ich es schon von anderen Büchern der Autorin kenne, auch hier habe ich das Leseerlebnis wieder als sehr angenehm empfunden. Wie schon in einem anderen Buch von Kelly Oram ist mir allerdings der beste Freund (in diesem Fall Aiden), etwas zu übertrieben negativ dargestellt, dafür dass er und Avery sechzehn Jahre lang fast wie Zwillinge aufgewachsen sind, zeigte er dann plötzlich eine Gefühlskälte, die mir suspekt erschien. Davon abgesehen, hat mich die Geschichte ganz wunderbar unterhalten, so dass ich gern eine Leseempfehlung an Freunde von Teenie-Romanzen ausspreche.

Fazit: Die Handlung kommt nicht ganz ohne Klischees aus, manche Figuren sind leicht übertrieben gezeichnet, aber insgesamt bietet der Roman eine Atmosphäre zum Wohlfühlen und locker-leichte Unterhaltung, so dass ich die Geschichte gern weiter empfehle.

Bewertung vom 13.09.2021
Crave / Die Katmere Academy Chroniken Bd.1
Wolff, Tracy

Crave / Die Katmere Academy Chroniken Bd.1


sehr gut

Spannende Jugendfantasy, trotz mancher Klischees sehr unterhaltsam

Ausgerechnet nach Alaska muss Grace nach den Tod ihrer Eltern umziehen, obwohl sie ihr ganzes bisheriges Leben im sonnigen Kalifornien verbracht hat. Denn ihr Onkel leitet die Katmere Academy, die Grace vom ersten Tag an seltsam erscheint. Beinahe alle Schüler starren die Neue an und außer ihrer Cousine Macy spricht kaum jemand mit ihr - bis sie auf Jaxon Vega trifft, zu dem sie sich sofort hin gezogen fühlt. Doch Jaxon verhält sich ihr gegenüber manchmal erstaunlich freundlich und dann wieder extrem abweisend, zusätzlich passieren Grace immer wieder merkwürdige Unfälle.....

"Crave" von Tracy Wolff ist eine Fantasy-Geschichte für Jugendliche und obwohl ich inzwischen deutlich älter bin als die Zielgruppe, hat mich das Buch von der ersten Seite an abgeholt und in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, so dass ich schnell durch die Kapitel geglitten bin. Grace, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, ist eine Protagonistin, die mir schnell sympathisch war, auch wenn es durchaus Stellen gab, an denen ich sie recht blind und naiv fand. Dafür, dass sie bekennender Fan von Fantasy-Literatur und den einschlägigen Fernsehserien ist, hat es meiner Meinung nach recht lange gedauert, bis sie sich Gedanken um die außergewöhnlichen Ereignisse in ihrem Umfeld und die ständigen Andeutungen und Versprecher ihrer Mitschüler macht.

Jaxon ist....tja wie soll man ihn nur beschreiben? Nach außen hin gibt er den unnahbaren Bad Boy, doch Grace gelingt es, immer mal hinter seine Fassade zu sehen, was seine Anziehungskraft auf sie natürlich noch verstärkt - hier lässt so manches Klischee grüßen und man kann sich sicher darüber streiten, ob die eine oder andere Parallele zu den Twilight-Büchern rein zufällig erkennbar ist. Da ich zu den bekennenden Twilight-Fans gehöre, haben mich die kleinen Gemeinsamkeiten zwischen den Figuren regelmäßig zum Schmunzeln gebracht. Auch die humorvollen Kapitelüberschriften mochte ich sehr, die witzig-sarkastischen Formulierungen haben mich immer wieder amüsiert.

Die Erzählweise habe ich als sehr fesselnd empfunden, ich mochte das Buch zwischendurch kaum aus der Hand legen und trotz des beachtlichen Umfangs von 688 Seiten hatte ich das Gefühl, viel zu schnell am Ende angelangt zu sein - der enthaltene Cliffhanger lässt mich nun gespannt auf den Erscheinungstermin des zweiten Teils der Trilogie warten. Als kleinen Bonus gab es am Schluss ein paar Zusatzkapitel, in denen Jaxons Sicht auf einige der Ereignisse geschildert wird - für mich der krönende Abschluss der Geschichte. Insgesamt habe ich mich ganz wunderbar unterhalten gefühlt, so dass ich für dieses Buch gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Trotz einiger Klischees habe ich die Geschichte sehr gemocht, für mich war das Leseerlebnis ein wunderbares Vergnügen, das ich mit Freude an alle Freunde jugendlicher Fantasy weiter empfehle.

Bewertung vom 13.09.2021
Der letzte Rabe des Empire (eBook, ePUB)
Hertweck, Patrick

Der letzte Rabe des Empire (eBook, ePUB)


sehr gut

London im Jahr 1888 - die Stadt wird durch eine Mordserie an Prostituierten erschüttert, die Polizei sucht vergeblich nach dem Täter, den die Gazetten als "Jack the Ripper" bezeichnen. Auch der Straßenjunge Melvin beobachtet die Ereignisse mit kaltem Grausen, hatte doch jedes der Opfer einst im Dienst seiner Ziehmutter gestanden. Als auch das Mädchen, für das er heimlich geschwärmt hat, durch die Hand des Rippers stirbt, beginnt Melvin auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei trifft er auf eine Gruppe unheimlicher Gestalten und ahnt noch nicht, wie weit er selbst im Mittelpunkt des düsteren Geschehens steht. Auch den einbeinigen Raben bemerkt Melvin erst, als dieser ihm in einer bedrohlichen Situation zu Hilfe kommt.

"Der letzte Rabe des Empire" von Patrick Hertweck ist eine spannende Geschichte, in der die historischen Fakten um Jack the Ripper gekonnt in eine Fantasygeschichte eingearbeitet wurden. Dabei hat sich die Spannung für mich konsequent durch die gesamte Handlung gezogen und mich während der Lektüre gefesselt. Dennoch muss ich sagen, dass ich das empfohlene Lesealter (ab 12 Jahren) kritisch sehe, der Schreibstil ist zwar unkompliziert, doch im Verlauf des Buches gibt es einige äußerst düstere Stellen, die ich eher einer älteren Lesergruppe zuordnen würde. Auch die häufigen Szenenwechsel finde ich für ein Jugendbuch nicht passend, besonders am Anfang werden so viele verschiedene Orte und Personen vorgestellt, dass es dem Leser gute Konzentration abnötigt, den Überblick nicht zu verlieren.

Die Figuren, insbesondere der Protagonist Melvin, sind umfassend und lebensecht beschrieben, auch der Hintergund ist sehr deutlich dargestellt, ich konnte die Handlung beinahe wie einen Film vor meinem geistigen Auge ablaufen lassen . Die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten, so dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, ständig von einem Schauplatz zum anderen zu springen, für meinen Geschmack war das dem Lesefluss nicht wirklich zuträglich und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich erkennen konnte, wie die vielen wechselnden Episoden sich zu einem Gesamtbild zusammen fügen. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, die düstere Geschichte war bis zur letzten Seite hin spannend und ich empfehle sie gern weiter - allerdings an Leser, die etwas älter sind, als der Verlag empfiehlt.

Fazit: Der Autor vermischt historische Ereignisse mit einem fantastischen Hintergrund, insgesamt fand ich die Geschichte spannend geschrieben. Allerdings denke ich, dass sowohl einige sehr düstere Szenen sowie der sprunghafte Wechsel der kurzen Kapitel zu vielen verschiedenen Personen und Orten eher für eine ältere Leserschaft geeignet sind, für die ich gern eine Empfehlung ausspreche.

Bewertung vom 09.09.2021
Das Schwarze Lied / Rabenklinge Bd.2
Ryan, Anthony

Das Schwarze Lied / Rabenklinge Bd.2


gut

Spannender Dilogieabschluss mit viel blutigem Schlachtengetöse

Durch das Blut des sterbenden Ahm Lin erhält Vaelin Al Sorna ein neues Lied, allerdings ist es ihm unvertraut düster und bringt eine grausame Freude am Töten mit sich. Immer noch ist er im fernen Süden unterwegs um den Krieg der Stahlhast und ihren Anführer, der sich für einen Gott ausgibt, aufzuhalten. Doch Vaelin muss sich nicht nur seinen äußeren Feinden stellen, auch das schwarze Lied in seinem Inneren bekämpft den freien Willen des Kriegers und versucht, einen wahnsinnigen Blutrausch in ihm zu entfesseln.

"Das schwarze Lied" von Anthony Ryan ist der zweite Band der Rabenklinge-Dilogie, zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zuerst den Vorgänger gelesen zu haben - möglichst zeitnah, denn nach einem Jahr Leseabstand fiel es mir am Anfang etwas schwer, mich wieder in die Fantasywelt hinein zu finden. Noch vor diesen beiden Büchern spielt die Rabenschatten-Trilogie, die sich ebenfalls um den Protagonisten Vaelin Al Sorna dreht, wer wie ich mit Rabenklinge erstmalig in Anthony Ryans Geschichten eintaucht, dem fehlen am Anfang einige Informationen zur Vergangenheit der Figuren und dem gesamten Weltenaufbau.

Den Schreibstil des Autors kann ich nur als fesselnd bezeichnen, der Hintergrund, den er erschaffen hat, ist umfangreich und fantasievoll. Auch die Figuren sind allesamt plastisch und lebensecht beschrieben, so dass ich sie beim Lesen beinahe vor meinem geistigen Auge sehen konnte. Weniger gefallen hat mir die ebenfalls sehr deutliche Darstellung der zahlreichen blutrünstigen Schlachten, für meinen Geschmack hätten diese Abschnitte etwas kürzer und nicht ganz so detailgetreu ausfallen dürfen. Die Handlung hat sich durchaus auf spannende Weise weiter entwickelt, wurde aber immer wieder durch lang gezogenen Kampfszenen unterbrochen, dabei ist mir stellenweise die Leselust etwas verloren gegangen.

Deshalb war ich trotz des zufrieden stellenden Endes ganz froh, als ich mich komplett durch das Buch durch gekämpft hatte. Wobei der Abschluss die Möglichkeit beinhaltet, dass die Geschichte weiter erzählt wird, ich bin allerdings nicht sicher, ob ich Interesse habe, eine Fortsetzung zu lesen. Für Anthony-Ryan-Fans ist dieses Buch sicherlich ein absolutes Muss, auch für alle Leser des ersten Bandes empfehle ich es weiter, allen Anderen kann ich nur raten, sich vor dem Kauf des Buches eine Leseprobe zu Gemüte zu führen, damit jeder selbst beurteilen kann, ob ihm die detaillierte Beschreibung des ganzen Schlachtengetöses liegt.

Fazit: Die Handlung ist durchaus spannend und den Schreibstil kann ich nur als fesselnd bezeichnen. Aber für meinen Geschmack gab es zu viele Szenen, in denen die grausamen Schlachten in jedem blutrünstigen Detail dargestellt waren, deshalb gebe ich meine Leseempfehlung nur an eingefleischte Anhänger des Autors.

Bewertung vom 07.09.2021
Dunkelsplitter / Midnight Chronicles Bd.3 (eBook, ePUB)
Iosivoni, Bianca; Kneidl, Laura

Dunkelsplitter / Midnight Chronicles Bd.3 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Immer noch ist Roxy auf der Jagd nach den Geistern, die sie einst versehentlich aus der Unterwelt befreit hat und Wardens Ghostvision zeigt ihr die Koordinaten des jeweiligen Spirits an, der gerade am Nächsten ist. So reist sie kreuz und quer durch Europa, Shaw, der die Erinnerungen an seine Vergangenheit noch nicht wieder gefunden hat, ist dabei stets an Roxys Seite. Bis er plötzlich erfährt, wer er vor dem Gedächtnisverlust war und sich zwischen den Huntern und seinem früheren Umfeld entscheiden muss.

"Midnight Chronicles - Dunkelsplitter" von Bianca Iosivoni und Laure Kneidl ist der dritte Band einer Reihe, die auf insgesamt sechs Bücher angelegt ist. Im Mittelpunkt der Handlung stehen dieses Mal wieder Roxy und Shaw, die ich bereits im ersten Teil kennen lernen durfte und schon dort sehr gemocht habe. Der Hintergrund war mir teilweise ebenfalls aus den Vorgängern vertraut, dennoch gab es auch neue Schauplätze zu entdecken und es hat mir viel Spaß gemacht, die Protagonisten während ihrer Jagd durch Europa zu begleiten. Den Schreibstil habe ich als fesselnd empfunden, für meinen Geschmack zog sich die Spannung konsequent durch die gesamte Geschichte.

Der Handlungsverlauf wurde abwechselnd aus der Sicht von Roxy und Shaw dargestellt, wodurch ich beim Lesen immer einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten bekommen habe. Auch die Romantik ist nicht zu kurz gekommen, das Knistern zwischen den Hauptfiguren war für mich sehr greifbar dargestellt. Wie ich es bei einem Buch dieser Reihe inzwischen nicht anders erwartet hätte, gab es am Ende einen Cliffhanger, der mich nun gespannt auf den vierten Band warten lässt - allerdings wird es dort um Ella und Wayne gehen, so dass ich befürchte, ich muss mich für die Fortsetzung der Geschichte um Roxy und Shaw noch bis zum Teil fünf gedulden. Nichtsdestotrotz spreche ich für dieses Buch und die beiden vorangegangenen Romane (die man unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen sollte, da es Handlungsstränge gibt, die fortlaufend weiter erzählt werden) eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Wer die beiden Vorgängerbände mochte, wird auch diese Geschichte lieben, für mich hat das Buch wieder die richtige Mischung aus Fantasyunterhaltung, Spannung und Romantik mit gebracht, so dass ich es gern weiter empfehle.

Bewertung vom 06.09.2021
Blutmagie / Midnight Chronicles Bd.2 (eBook, ePUB)
Iosivoni, Bianca; Kneidl, Laura

Blutmagie / Midnight Chronicles Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Früher waren sie Kampfpartner, nachdem Wardens Familie von Vampiren angegriffen wurde und Cain ihm in seinem blinden Wunsch nach Rache nicht helfen wollte, haben sich ihre Wege getrennt. Doch nun, drei Jahre später, wird Cains neuer Kampfpartner, ihr Cousin Jules, vom Vampirkönig Isaac entführt. Nach nur drei Tagen Suche erklären die Hunter Jules für tot und im Quartier Edinburgh kehrt der Alltag zurück. Doch Cain will sich damit nicht abfinden und sucht auf eigene Faust weiter, unterstützt wird sie dabei ausgerechnet von Warden, der weiterhin seine Rache an Isaac verfolgt. Dabei kommen ihre längst verloren geglaubten Gefühle wieder an die Oberfläche.

"Midnight Chronicles - Blutmagie" von Bianca Iosivoni und Laure Kneidl ist der zweite Band einer Reihe, die auf insgesamt sechs Bücher angelegt ist. Mich hat die Geschichte schnell gefesselt und insgesamt gut unterhalten, Roxy und Shaw, die Protagonisten aus dem ersten Teil, waren wieder mit von der Partie, hatten aber eher eine Nebenrolle inne. Warden gab ebenfalls schon im Vorgängerband seinen Auftritt, doch nun als Hauptfigur habe ich ihn noch viel besser kennen lernen können. Und auch Cain war mir schnell sympathisch, es hat mir gefallen, nach und nach ihre und Wardens Vorgeschichte zu entdecken.

Einige Wiederholungen der Ereignisse aus dem ersten Band haben es mir nach einem Jahr erleichtert, wieder in die Handlung hinein zu finden und mich mit den bekannten Figuren vertraut zu machen. Wie schon bei "Schattenblick" wird auch hier die Geschichte abwechselnd aus der Sicht beider Protagonisten erzählt, diese Schreibweise mag ich sehr, denn so bekomme ich beim Lesen einen guten Einblick in die Gedankenwelt der Hauptpersonen. Die Jagd nach den Vampiren, immer in der Hoffnung eine Spur zu Isaac und Jules zu finden, war für meinen Geschmack spannend geschrieben, die romantischen Momente zwischen den Kampfszenen haben den Roman für mich abgerundet. Deshalb spreche ich gern eine Leseempfehlung aus, allerdings sollte man zunächst den ersten Band kennen lernen, weil es Handlungselemente gibt, die durch alle Bücher hinweg fortgeführt werden.

Fazit: Der zweite Band konnte mich noch mehr begeistern als sein Vorgänger, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, so das ich die Reihe gern weiter empfehle.

Bewertung vom 01.09.2021
Stärker als die Nacht / April & Storm Bd.1 (eBook, ePUB)
Ashley, Karen

Stärker als die Nacht / April & Storm Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Nach einer überstandenen Krebs-Erkrankung hatte April gemeinsam mit ihrem Freund die deutsche Heimat hinter sich gelassen und einen Neuanfang in San Francisco gewagt. Doch nun steht sie vor den Scherben ihrer Beziehung und muss schnell einen Mitbewohner finden, um weiterhin in ihrer hübschen kleinen Mietwohnung bleiben zu können.

Auch Storm hat schwere Zeiten hinter sich, weder er noch April wollen ihre Vergangenheit zum Thema machen. Dennoch fühlen sie sich zueinander hin gezogen, doch werden sie es schaffen, im Lauf der Zeit ihr Misstrauen zu überwinden und sich emotional zu öffnen?

"April & Storm - Stärker als die Nacht" von Karen Ashley ist der Auftakt einer Trilogie, in den beiden Folgebänden wird die Geschichte um April und Storm fort gesetzt. Mich hat der Roman von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr los gelassen. Das lag unter Anderem an dem spannenden Handlungsverlauf, ständig passierte etwas Neues, ruhig dahinplätschernde Alltagsszenen sucht man hier vergeblich. Außerdem habe ich mich sehr schnell in der Atmosphäre des Buches wohl gefühlt, immer wenn ich den E-Book Reader zur Hand genommen habe, war es für mich wie nach Hause in eine gemütliche Umgebung zu kommen.

Die Protagonisten April und Storm waren mir von Anfang an sympathisch, beide haben schwere Zeiten hinter sich und halten sich zunächst ziemlich bedeckt und dennoch hatte ich sehr bald das Gefühl, sie gut zu kennen, so dass ich emotional immer an ihrem Leben beteiligt war. Auch die anderen Figuren im Buch fand ich umfassend und lebensecht beschrieben, ich habe sie alle als greifbare Personen empfunden, nicht als flache Papiergestalten. Damit hat die Autorin einen Roman nach meinem Geschmack geschaffen, der Cliffhanger am Ende lässt mich gespannt auf den zweiten Band hin fiebern. Für dieses fesselnde und für mich trotz der schweren Themen auch romantische und humorvolle Leseerlebnis spreche ich gern eine Empfehlung aus.

Fazit: Obwohl die Protagonisten schwere Ereignisse aus ihrer Vergangenheit mit sich tragen, habe ich die Geschichte als leicht erzählt empfunden, die spannende Handlung und die Wohlfühlatmosphäre haben mir einige wunderbare Lesestunden beschert, so dass ich dieses Buch gern weiter empfehle.