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Elaine
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Horn-Bad Meinberg

Bewertungen

Insgesamt 871 Bewertungen
Bewertung vom 26.10.2021
Prange, Peter

Im Bann der Bilder / Der Traumpalast Bd.1


sehr gut

Zu neuen Ufern

Mit "Der Traumpalast" liegt der erste Band eines Zweiteilers von Peter Prange über die Geschichte des Kinos und konkret der Ufa in Deutschland vor. Allein schon vom äußeren macht dieses über 800 Seiten starke Werk einiges her. Es verspricht ein spannendes Lesevergnügen, mensch muss aber auch Zeit mitbringen. Inhaltlich geht es um die junge Arbeiter_intochter Rahel und den Bankiersohn und Finanzverantwortlichen für die Ufa Tino, die einander begegnen und mit den Irrungen und Wirrungen des Lebens und der Liebe zu tun haben. Eingebunden ist diese fiktive Geschichte in die Beschreibung der Gründung und Expansion der Ufa, den aufkommenden Revanchismus und Erstarken der faschistischen Kräfte und den allgegenwärtigen Sexismus und Antisemitismus.
Das Buch ist spannend geschrieben, so dass die Seiten wie im Fluge vergehen, aber gleichzeitig auch das Gefühl bleibt wachsam sein zu müssen und sich gegen all die zu wenden, die gesellschaftlich erreichten Fortschritt zurückdrehen wollen. Wehret den Anfängen ist aktueller denn je.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.10.2021

Book Rebels


sehr gut

Sei wer du sein willst

Wer an klassische Kinder- und Jugendliteratur denkt, wird feststellen müssen, dass cis- männliche - weiße Helden hier überproportional häufig vertreten sind und es an Vorbildern für weibliche oder LBTIAQ Held_innen fehlt. Das hier vorliegende Buch will Abhilfe schaffen, indem die Autor_innen insgesamt 75 Held_innengestalten wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Unter den Porträtierten finden sich so bekannte wie "Pippi Langstrumpf", "Ronja Räubertochter" oder "Alice im Wunderland". Aber auch mir eher unbekanntere wie z.B. "Won-a-pa-lai", "A" aus dem Buch "Letzendlich sind wir dem Universum egal" oder auch Ilse Macket.
Das Buch ist so aufgebaut, dass es zu jeder Held_in eine Seite Text und eine Seite Bild gibt. Die Texte und die Bilder ermöglichen so einen guten Einstieg in die jeweiligen Charaktere und mache neugierig darauf, die verschiedene Bücher (noch) einmal zu lesen.
Ich finde die Umsetzung ganz gut gelungen, hätte mir aber noch eine größere Berücksichtigung von LBTIAQ Charakteren gewünscht.

Bewertung vom 12.10.2021
Grauer, Sandra

Drachenprinz / Flame & Arrow Bd.1


sehr gut

Welchen Weg wählst du?

Mit "Flame & Arrow" liegt der Auftakt der neuen Romantasy Duologie von Sandra Grauer vor, die es definitiv in sich hat. Inhaltlich geht es um den Konflikt zwischen den Drachen und Fae Volk in Irland und mehrere junge Menschen, die zum Spielball von Intrigen und Lügen werden und aufeinander angesetzt werden: Die Fae Kailey, ihre Mitbewohnerin Cassandra, der Drachenprinz Aiden und die Drachenprinzessein Sharin. Es entwickelt sich ein hin und her aus Vertrauen, Verrat, Intrige und romantischen Gefühlen. Wird es den vieren gelingen sich von den Anforderungen ihrer jeweiligen Familien zu lösen und eigenständige Entscheidungen zu treffen? Oder bleiben sie Marionetten, die von anderen gesteuert werden?
Die Geschichte wird von der Autorin spannend und berührend erzählt, so dass es schwer fällt, sich vom Buch zu lösen, bevor alle Seiten gelesen wurden. Wer die Buchreihe "Clans of London" kennt, wird einigen lieb gewonnen Charakteren wieder begegnen, das Buch kann aber auch ohne Kenntnis dieser Duologie gut gelesen und nachvollzogen werden.

Bewertung vom 12.10.2021
Hertz, Anne

Bis ans Ende aller Fragen


sehr gut

Ein Wohlfühlroman

Mit "Bis ans Ende aller Fragen" liegt ein Gute - Laune Roman für zwischendurch von Anne Hertz vor, der sich dem großen Thema der Liebe widmet. Als Leser_innen lernen wir die 40 jährige Maxi kennen, die beginnt, sich von ihrem Traum nach Kindern und einer gelungenen Beziehung zu verabschieden. Doch manchmal, ja manchmal hat das Leben andere Pläne und auf einmal gerät alles in Bewegung. Was dabei alles passiert und welche Irrungen und Wirrungen das Leben für Maxi bereit hält, dürfen die geneigten Leser_innen auf knapp 350 Seiten mitverfolgen und es ist garantiert, das die Lachmuskeln dabei ziemlich gefordert werden.
Die Geschichte wird von den beiden Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, die hinter dem Pseudonym Anne Hertz stecken, sehr lebendig und humorvoll erzählt, so dass mensch sich gut unterhalten fühlen kann. Für gemütliche Momente eingekuschelt im Bett oder am Strand lohnt sich das Buch definitiv, mensch darf aber nicht allzu große Tiefe erwarten, denn die findet sich im Buch eher nicht.

Bewertung vom 12.10.2021
Sandgren, Lydia

Gesammelte Werke


sehr gut

Ein Auftakt

Mit "Gesammelte Werke" liegt der Debütroman der Schwedin Lydia Sandgren vor, für dessen Erstellung sie knapp zehn Jahre brauchte, Und diesen langen Schaffensprozess merkt mensch diesem Buch im Umfang von über 850 Seiten definitiv an. In ihm widmet sich die Autorin anhand der Verlegers Martin Berg, seiner verschwundenen Frau Cecilia und seiner Tochter Rakel den ganz großen Themen des Lebens und nimmt sich Zeit Freude und Schmerz, Gewinn und Verlust, Liebe und Ablehnung vor den Augen der Leser_innen sichtbar werden zu lassen. Diese Zeit benötigen auch die Leser_innen, um sich auf die Geschichte und die Charaktere näher einzulassen und den Ereignissen zu folgen.
Die Sprache der Autorin ist lebendig und skizzierend, ohne dabei die Phantasie zu sehr einzuengen oder die Leser_innen fesseln zu wollen. Dies führt dazu, dass dieses Buch auch gut in Etappen gelesen werden kann und zwischendurch der Raum für andere Gedanken und Impulse bleibt.
Wer bereit ist, sich auf ein längeres Leseabenteuer zu begeben, ist hier genau richtig.

Bewertung vom 09.10.2021
Lindemann, Clara

Der schwarze Winter


ausgezeichnet

Nie wieder

Wer die Vergangenheit verstehen will muss denen zuhören, die sie erlebt haben oder aber Bücher über Menschen in dieser Zeit lesen. Bücher wie das hier vorliegende von Clara Lindemann, das die Erlebnisse zweier Frauen im Hungerwinter 1946/1947 in Hamburg erzählt. Als Leser_innen lernen wir die beiden Schwestern Silke und Rosemarie kennen, die sich auf der Flucht nach Hamburg durchschlagen und versuchen auf legalen und illegale Wegen zu überleben. Dabei geraten beide in Intrigen und Fehden hinein, schenken andere durch ihre Tätigkeiten Freude und Zuversicht und finden eine neue Liebe. Wird diese halten können?
Der Schreibstil der Autorin Clara Lindemann ist von der ersten Seite an spannend und berührend und geht richtig unter die Haut. Eigene scheinbare wichtige Probleme geraten beim Lesen über Hungersnot, Zwangsprostitution, erlittene Traumata und Reaktivierung der alten faschistischen Garde schnell in den Hintergrund. Lasst uns alle dafür sorgen, das so eine Zeit auf keinen Fall wieder kommt.

Bewertung vom 09.10.2021
Heitz, Markus

Die Rückkehr der Zwerge 1 / Die Zwerge Bd.6


sehr gut

Fantasy pur

Mit "Der Rückkehr der Zwerge" liegt die lang erwartete Fortsetzung der Fantasy Reihe über die Zwerge und ihre Abenteuer vor. Der Autor Markus Heitz ist für spannende Fantasy Abenteuer bekannt, so dass ich voller Vorfreude mit dem Lesen begann.Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht.
Inhaltlich geht es um den Zwerg Goïmron, der sich auf die Suche nach einen über tausend Jahre alten Helden der Zwerge macht: Tungdil Goldhand. Auf diesen Weg muss er viele Abenteuer bestehen und stößt Ereignisse an, die in Kriege zwischen Zwergen, Menschen, Drachen und Albae münden.
Die Geschichte wird vom Autor Markus Haitz sehr spannend erzählt und lebt auch von Perspektivwechseln, indem verschiedenste Geschichtsfäden erst mit der Zeit zu einander geführt werden. Ob es nun um eine Puppenspielerin, die Botin der Drachin oder einen Erfinder geht: Die Charaktere werden vor den Augen der Leser_innen schnell lebendig und trotz aller Dramatik gibt es viele Prisen Humor zwischendurch. Ich bin jetzt schon auf die Fortsetzung gespannt.

Bewertung vom 03.10.2021
Revedin, Jana

Flucht nach Patagonien


sehr gut

Eine besondere Reise

Wer sich mit der europäischen Kultur- und Kunstszene der 1930er Jahre beschäftigt, wird an der Chilenin Eugenia Errázuriz nicht vorbei kommen, die sich im Umfeld Coco Chanels, Pablo Picassos oder auch Igor Strawinskis bewegte. Diese Welt war aber durch den aufkommenden Faschismus stark bedroht, so dass eine Flucht oft notwendig war. Über genau eine solche berichtet das hier vorliegede Buch von Jana Revedin, indem die Autorin im Rahmen eines Romanes beschreibt, wie Eugenia Errázuriz und Jean - Michel Frank per Schiff 1937 nach Chile reisen. Dabei steht aber nicht so sehr die Beschreibung der jeweils aktuellen Geschehnisse, sondern eher der Rückblick in die Vergangenheit und Sinnfragen im Vordergrund.
Der Autorin gelingt es auf besondere Art und Weise den Leser_innen ein Gefühl für die damalige Zeit zu ermöglichen. Es fällt leicht sich auf die Charaktere und Geschehnisse einzulassen und dabei viel über die damalige Zeit und die vorherrschende Stimmung zu lernen.
Wer sich für diese Zeit interessiert, ist bei diesem Roman definitiv richtig.