Benutzer
Benutzername: 
Marie aus E.

Bewertungen

Insgesamt 885 Bewertungen
Bewertung vom 23.05.2021
Mayer, Gina

Die Prüfung / Das Internat der bösen Tiere Bd.1 (1 Audio-CD)


ausgezeichnet

Wir kennen schon das Buch - allerdings ist es schon länger her, dass wir es gelesen haben und wir haben so gut wie alles vergessen, so dass das Hörspiel für uns tatsächlich wie eine neue Geschichte war.

Das Buch ist ja schon etwas speziell, so kommuniziert man im Internat quasi über Gedankensprache (daran konnte ich mich noch erinnern) - und ich war gespannt, ob das als Hörspiel umsetzbar ist. Ja - ist es!

Die Geschichte ist spannend und gruselig. Eigentlich wollten wir sie zum Einschlafen hören, aber bereits nach wenigen Minuten kam da eine Eule und wir mussten aufhören, wir hätten uns zu sehr gegruselt vor dem Einschlafen.
Bei Tageslicht sieht die Welt dann schon anders aus und der Sprecher hat seine Sache sehr gut gemacht. Der Spannungsbogen wurde mit ihm gleich noch größer. Er ist so abwechslungsreich in seiner Stimme und haucht jedem Tier mit seiner Stimme Leben ein, wirklich eine ideale Sprecherbesetzung.

Die Kombination aus Spannung, Gefahr, etwas Fantasy und einem aufregenden Abenteuer hat uns jedenfalls sehr gut gefallen.
Alle Geheimnisse sind am Ende des Hörbuches nicht aufgelöst - aber es endet auch nicht mit einem üblen Cliffhanger.
Und Band 2 gibt es glücklicherweise auch bereits als Hörbuch, so dass man nahtlos weiterhören kann.

Ach ja; hier würde ich wirklich erst ab zehn Jahren empfehlen, das Spannungs- und Gefahrenlevel ist schon sehr hoch, nicht dass es zu arg wird.

Bewertung vom 22.05.2021
Golz, Manuela

Sturmvögel


ausgezeichnet

Emmy verbringt ihre Kindheit auf einer kleinen Nordseeinsel, wird geliebt von Vater und Mutter, auch wenn sie in sehr bescheidenen Verhältnissen aufwächst. Doch dann beginnt der Erste Weltkrieg und ihre Kindheit endet jäh.
Sie muss als Dienstmädchen nach Berlin ziehen - mit gerade einmal knapp vierzehn Jahren.

Wir begleiten Emmy durch harte Zeiten - trotzdem verbittert sie nicht und bewahrt sich ihre Tatkraft und ihren Humor.
Im Wechsel erzählt das Buch Emmys Leben, immer abwechselnd damals und heute, als 86-Jährige.
Emmy blieb sich immer treu - und ihre Einstellung zum Leben ist auch bei Kleinigkeiten fein "Eine Nachbarin hatte ihr empfohlen, nach 18 Uhr keine Kohlenhydrate zu essen, doch Emmy glaubte nicht, dass Nudeln die Uhrzeit kannten". So ein schöner Satz - und es gibt viele davon.

Fast 100 Jahre Emmy, aber auch ebenso viele Jahre deutsche Geschichte. Voller Tragik, Elend, aber auch vielen schönen Momenten.
Ein Buch, das mich berührt hat, zu Herzen geht, aber trotzdem eine gewisse Leichtigkeit hat. Man kann es einfach so dahinlesen - und es macht mal wieder bewusst, wie gut es uns heute geht, trotz aller Widrigkeiten gerade.

Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch so "echt" wirkt. Alle Figuren sind so geschildert, dass sie so gar nicht fiktiv wirken, sondern quicklebendig. Und auch wenn ich über all die Ungerechtigkeiten oft sehr schlucken musste, ist das Buch nie in eine Betroffenheitsecke abgedriftet - der Schreibstil gefällt mir auch ausgesprochen gut.

Schliches Cover, treffender Titel, starke und herzliche Hauptdarstellerin.
Hachz!

Bewertung vom 16.05.2021
Fleck, Anna

Geheimnis in der Tiefe / Meeresglühen Bd.1


sehr gut

Eingangs muss ich erwähnen, dass das Genre Fantasy nicht gerade mein Lieblings-Genre ist. Aber ab und an spricht mich ein Klappentext oder ein Cover einfach an, hier war es beides.

Insofern musste ich sehr lachen, als ich die Danksagungen der Autorin las, ich bin dann wohl wie Birgit, "die diese Geschichte mag, obwohl sie sowas sonst nicht liest".

Hier handelt es sich um einen Romantasy-Roman, eine fantastische Handlung mit Kampf gegen das Böse, dazu aber eine herzerwärmende Liebesgeschichte.

Die Kombi war echt super.
Die Unterwasser-Fantasy-Geschichte war fein, wobei mir der "reale" Teil oberhalb der Wasserkante noch besser gefallen hat. Vermutlich, weil da der fantastische Anteil deutlich geringer war. Vielleicht aber auch, weil es unter Wasser für mich etwas dahingeplätschert ist, was bei dem Element wohl nicht verwundern sollte (-;
Aber die Gegensätze oben/unten fand ich eine sehr gute Idee, damit ist es abwechslungsreich und auch für "nicht so Fantasy-Fans" schön zu lesen.


Meine Lieblingsfigur ist Ella; sie führt ständig innere Monologe und die sind so herzerfrischend rotzig. Das hat mich oft zum Lachen gebracht.
Das passt gut zur Zielgruppe der 14-16-Jährigen - genauso wie die zarte Liebesgeschichte, die altersangebracht eben ganz zart ist. Und sooooo schön, wirklich zum Dahinschmelzen.

Für Fantasy-Fans sowieso, aber auch für Menschen wir Birgit und mich: ein lohnenswerter Ausflug in ein anderes Genre.

Bewertung vom 14.05.2021
Mohlin, Peter;Nyström, Peter

Der andere Sohn / Karlstad-Krimi Bd.1


ausgezeichnet

Der Thriller beginnt gleich mit 100%. Ein anfangs etwas unübersichtliche und sehr dramatische Szene hat gleich einen rasanten Einstieg ermöglicht.
Dann ein Szenenwechsel - plötzlich sind wir nicht mehr in den USA, sondern in Schweden.

John Adderley beginnt mit einer neuen Identität bei der Polizei und bekommt Mona zur Seite gestellt. Sie ist von der Landeskriminalpolizei und richtig tough. Während sich John ständig zu völlig gefährlichen Aktionen hinreißen lässt, wäscht Mona ihn zu Recht den Kopf. Ein Dreamteam - das ich gerade in der Kombi toll fand.

Aber auch die weiteren Charaktere fand ich super, z. B. Johns Freund aus alten USA-Zeiten.

Dazu noch der harte Kontrast aus wichtigem FBI-Leben früher und nun als gar nicht gehypter Polizist in einer schwedischen Kleinstadt.

Die Story hat mich auch überzeugt, spannend, temporeich und wie ein Actionfilm - das Buch könnte man auch gut auf die große Kinoleinwand bringen.

Ja - das war ein Buch ganz nach meinem Geschmack, wie fein, dass Band Zwei schon in Vorbereitung ist!

Bewertung vom 13.05.2021
Suiter Clarke, Amy

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden


ausgezeichnet

Puh, was für ein Thriller!
Elle ist Podcasterin und zwar True Crime Podcasterin. Ungeklärte Verbrechen sind ihr Thema und sie ist völlig fixiert auf den "Coutdown-Killer".

Der Schreibstil ist ungewöhnlich, da immer wieder Podcast-Szenen eingearbeitet sind, als Transkript, also die komplette Verschriftlichung der Audio-Datei, einschließlich Titelmusik, Geräusch-Einspieler usw - das hat mir gut gefallen. Es lockert auf und lässt sich schön lesen.

Elle und ihr Mann sind sehr sympathisch, ich mochte sie von Anfang an. Elles unermüdlicher Kampf mit dem Fokus auf die Opfer von abscheulichen Verbrechen ist sehr spannend und die Lage spitzt sich immer mehr zu.
Das war ein Thriller genau nach meinem Geschmack - ein ständig steigender Spannungsbogen, zwar brutal, aber nicht so scheußlich brutal, dass ich es nicht mehr lesen kann und eine überraschende Erkenntnis. Auch wenn man als Lesender schon bald eingeweiht ist, bleibt es spannend.

Die Kombination aus erfrischenden Schreibstil mit den Podcasts und den überzeugenden Charakteren hebt für mich die Story ab von unzähligen anderen Thrillern, die ich schon gelesen habe.
Die Autorin werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen.

Bewertung vom 08.05.2021
Hauff, Kristina

Unter Wasser Nacht


ausgezeichnet

Ein zwar dünnes, aber doch großes Buch über Familie, Freundschaft, Trauer, Neid, Verlust und Hoffnung.

Zwei Paare, beste Freunde, leben in engster Nachbarschaft.
Doch die Freundschaft hat einen tiefen Riss, seitdem Sophie und Thies ihr Kind verloren haben und in einer Mischung aus Trauer und Schuldgefühlen, aber auch Neid auf das scheinbar perfekte Leben ihrer Freunde versinken.

Als ein fremde Frau in den Ort und ihr Leben kommt, beginnt eine eigenartige Dynamik im Leben der zwei Familien.

Ich mochte die Entwicklung, die die Geschichten nahm. Zeitweise hatte der Roman auch Züge eines Krimis - er war tragisch, aber auch sehr spannend.
Die Figuren so, dass ich mich in fast alle hinein versetzten konnte, lediglich bei Thies habe ich mich schwergetan.

Interessant fand ich auch die mal völlig andere Beschreibung eines Kindes, fernab der klassischen Zuweisung bei so jung Verstorbenen. Und was dies mit den Eltern gemacht hat.

Bei all der Düsternis war es aber nie richtig hoffnungslos.

Es fällt mir schwer, die Sogwirkung des doch relativ dünnen Buches zu beschreiben, es passt nicht richtig in meine Schubladen.
Aber vielleicht habe ich es gerade deswegen so gerne gelesen?

Bewertung vom 04.05.2021
Mayer, Gina

Die Reise / Das Internat der bösen Tiere Bd.3


ausgezeichnet

Hui, das war wieder ein aufregender Ritt durch das Buch.
Auch Band 3 ist wieder mega-spannend und nichts für ängstliche Kinder.
Die Altersempfehlung von 10 Jahren aufwärts sollte man hier schon einhalten.

Noël fühlt sich sehr wohl auf der Insel und er hat endlich richtig gute Freunde.
Dann bekommt er von der Schulleiterin völlig überraschend ein Bündel mit Briefen seiner verschwundenen Mutter. Und Noël ist wild entschlossen, das Rätsel seiner Vergangenheit zu lösen.

Dazu muss er aber die Insel verlassen und dort draußen lauert weiter eine große Gefahr!

Die wilde Reise Noëls ist dramatisch und an Spannung kaum zu überbieten. Super auch hier wieder das Spiel mit Klischees, die dann aufgehoben werden. Wir kategorisieren ja meist schon in süße Haustiere und ekliges Ungeziefer. Manchmal - aber nicht immer, man kann nie sicher sein - wird hier alles umgedreht und man ist erstaunt, wie toll man auf einmal Tier X findet (nun ja, in der Realität wohl eher doch wieder nicht).

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat: das Buch ist sehr deutlich ein Abschnitt in einer Reihe, wirklich aufgeklärt wird nichts, es ist mehr ein Abenteuer zwischendrin, ohne allzu große Entwicklung. Die Fragen, die man vor Band 3 hatte, sind alle weiterhin nicht beantwortet.
Auf Dauer könnte das etwas ermüdend werden, hier hat der Thrill aber eindeutig noch überwogen, deshalb keinen Sternchenabzug.

Ach ja: man sollte hier unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, herausgerissen macht das m. E. nicht so viel Sinn.

Die Erkenntnis des Buches: "Wahre Freunde...sind wichtiger als alles andere auf der Welt."

Bewertung vom 30.04.2021
Bagci, Tarkan

Die Erfindung des Dosenöffners


ausgezeichnet

Gibt es analog zum Begriff Soulfood (passt gerade so schön zum Titel) auch etwas zu Büchern? Dann wäre das hier genau angebraucht.
Ein schräger Titel, ein sehr schlichtes Cover und auch der Klappentext kommt eher unauffällig daher.
Doch das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert.

Timur Aslan ist jung, lebt bei seinem Vater und arbeitet als Freelancer bei der Lokalredaktion. Dabei langweilt er sich entsetzlich, er will ja "richtig" journalistisch arbeiten, nicht immer nur 70 Zeilen über das Jubiläum eines Kleinzuchtvereins schreiben.
Um an das begehrte Volontariat zu kommen, braucht er aber erst einmal eine richtige Story .
Und da kommt die 70-jährige Annette ins Spiel, die ihm genau diese verspricht. Schließlich hat sie doch den Dosenöffner erfunden...

Ich liebe den Schreibstil. Leicht zu lesen, witzig und voll von Sprüchen, die ich am liebsten alle hier zitieren möchte.
Dazu das Lebensgefühl, wenn man jung ist und stets befürchtet, irgendetwas zu verpassen und in einer Welt lebt, die vom Social-Media Schein lebt.
Oder auch
"Es ist erstaunlich, wie tief dieser Reflex sitzt, sich sofort mit dem Handy abzulenken, sobald man das Gefühl hat, man hätte auch nur die kleinste Kleinigkeit an Arbeit vollbracht".

Dazu der langsame Wandel vom Suchen nach DER Story zu einer Freundschaft und vom Verhältnis von Eltern und Kinder.

Hach, es war ein Buch, das ich mit einem behaglichen Seufzen zugeschlagen habe.
Kommt mit in meine Top Ten 2021.

Bewertung vom 30.04.2021
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub / Die Mordclub-Serie Bd.1


gut

Eine Seniorenresidenz der Luxusklasse in der Grafschaft Kent. Ob Pilates oder Puzzle, das Angebot ist groß.
Aber vier der Bewohner*innen treffen sich nicht im Puzzlezimmer nicht dazu, nein, sie widmen sich alten, ungelösten Verbrechen. Und als dann plötzlich ein Mord vor ihrer Haustür geschieht, nehmen sie die Ermittlungen auf.
Klar, dass das nicht auf Begeisterung bei der zuständigen Polizeibehörde stößt.

Die Grundidee und auch die Charaktere sind super. Das Buch hat einen speziellen Humor, der mir gut gefällt, die trockenen und meist abseitigen Kommentare der Hobbyermittler sind sehr erfrischend.

Jetzt kommt das große Aber: davon abgesehen war das Buch einfach langweilig und auch nicht spannend. Die eigentliche Handlung war mit zu zerfleddert und zu langatmig.

Schade, schade, denn wie die vier Hobbyermittler*innen waren wirklich köstlich.

Bewertung vom 23.04.2021
Wrobel, Stephanie

Darling Rose Gold


sehr gut

Nichts ist, wie es scheint und das beginnt hier schon mit dem Cover. Es entspricht überhaupt nicht meinem Buch-Beuteschema. Darling und rosegold, üble Liebesschnulze, das dachte ich. Bis ich etwas über das Buch gelesen habe und neugierig wurde.

Rose Gold wurde als Kind von ihrer Mutter krank gemacht, Rose entkam, die Mutter landete im Gefängnis und kurz vor der Freilassung nähern sich die beiden wieder an. War es so? Oder ganz anders?

Das Buch erzählt wechselweise aus Sicht von Mutter und Tochter. Und relativ schnell wird klar, das ist ganz schön fies. Man ahnt schon, auf was es hinausläuft, aber ob das auch tatsächlich so sein wird, tja, da kann man sich nicht sicher sein. Wer ist Lügner? Wer ist Böse?

Ich habe oft so meine Probleme mit Büchern, in denen Kinder gequält werden. Hier war das Lesen aber kein Problem, der Schreibstil ist nicht so, dass er mich betroffen und verstört zurücklässt.


Fiese Unterhaltung, das Buch hat mir gut gefallen.