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kleinbrina
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Köln

Bewertungen

Insgesamt 1388 Bewertungen
Bewertung vom 25.11.2015
Slaughter, Karin

Tote Blumen (eBook, ePUB)


gut

Ich muss zu meiner Schade gestehen, dass "Tote Blumen" mein erstes Buch überhaupt von Karin Slaughter ist. Hier habe ich mich bewusst für eine Kurzgeschichte entschieden und was wäre passender als das neueste Werk der Autorin?! Meine Erwartungen waren allerdings dennoch nicht riesengroß, da ich erst einmal abwarten wollte, wie mir der Schreibstil gefallen wird, letztendlich muss ich aber sagen, dass ich die Geschichte gut fand, auch wenn es nicht unbedingt ein Highlight ist.

Obwohl "Tote Blumen" gerade einmal knapp siebzig Seiten lang ist, hat die Autorin es dennoch geschafft, dass man nicht nur die Figuren, besonders Julia, sehr gut kennen lernt, sondern auch dauerhafte Spannung erzeugt, sodass man hier trotz der Kürze eine interessante Lesestunde erleben darf. Allerdings hatte ich auch ein Problem mit der Geschichte und das ist Julia.

Man kann zwar sagen, dass man sie in der Geschichte wirklich gut kennen lernt und auch einiges über ihre Familie und Freunde erfährt, Problem ist allerdings, dass ich sie leider total unsympathisch fand, sodass mir ihr Schicksal fast schon egal war. Mit ihren 19 Jahren wirkt sie noch sehr verwöhnt, betont aber immer wieder, wie unabhängig sie ist und auf eigenen Beinen stehen möchte. Dennoch wäscht sie ihre Wäsche weiterhin bei ihren Eltern und ist auch sonst fast täglich bei ihnen, was für mich nicht wirklich zu dem passt, was sie während der Geschichte ausstrahlen möchte. Dazu wirkt sie im Bezug auf die Liebe nahezu kindlich naiv, was ebenfalls nicht zu ihrem restlichen Verhalten passen wollte.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Julia arbeitet neben dem Studium für eine Zeitung und möchte unbedingt einen Artikel über ein Mädchen schreiben, dass vor einigen Wochen spurlos beim Einkaufen verschwunden ist. Wenige Wochen später verschwindet ein weiteres Mädchen, das ebenfalls in Julias Alter ist. Interessant ist hierbei, dass sie beide auffällig hübsch sind und blaue Augen haben - genau wie Julia. Sie ist von dem Fall fasziniert und möchte immer mehr erfahren und merkt erst viel zu spät, dass sie selbst auch ins Visier gerät...

"Tote Blumen" ist die Vorgeschichte zu Karin Slaughters neuestem Thriller "Pretty Girls". Dieser spielt knapp 25 Jahre nach dem, was in "Tote Blumen" geschehen ist, von daher ist noch nicht ganz genau bekannt, was Julia mit der Geschichte zu tun haben wird, von daher darf man sich in diesem Fall nur überraschen lassen.

Das Cover ist sehr schön anzusehen und die Blume passt perfekt in die Schatten der beiden Mädchen. Die Kurzbeschreibung ist gelungen, verrät aber meiner Meinung nach schon ein bisschen zu viel, sodass es kaum noch großartige Spannungsmomente gegeben hat.

Insgesamt ist "Tote Blumen" eine interessante und spannende Kurzgeschichte, die auf Slaughters neuesten Thriller "Pretty Girls" aufmerksam machen soll. Obwohl mir die Figuren hierbei nicht ganz zugesagt haben, bin ich dennoch neugierig geworden und werde somit auch "Pretty Girls" eine Chance geben.

Bewertung vom 25.11.2015
Engelmann, Julia

Wir können alles sein, Baby


gut

Als im letzten Jahr Julia Engelmanns Debüt "Eines Tages, Baby" das Licht der Welt erblickte, war ich noch sehr skeptisch und habe viele ihrer Texte als zu kommerziell empfunden. Dementsprechend skeptisch war ich nun auch bei ihrem zweiten Buch "Wir können alles sein, Baby", allerdings wollte ich mir ihre neuesten Poetry-Slam Texte dann doch nicht entgehen lassen. Nun, ich muss zwar sagen, dass ich einige Texte immer noch sehr kommerziell finde, ich mit "Wir können alles sein, Baby" dennoch meinen Spaß hatte.

"Wir können alles sein, Baby" besteht aus zahlreichen Texten und Illustrationen von Julia Engelmann, die sich bei der Ausarbeitung des Buches wieder einmal wirklich große Mühe gegeben hat. Allerdings ist Optik auch hier nicht alles. Ich muss zwar sagen, dass mir ihre Texte dieses Mal weitaus besser gefallen, der Funke allerdings wieder einmal nicht vollends übergesprungen ist. Manche Texte haben mich zwar durchaus begeistern und berühren können, andere wiederum waren mir zu aalglatt und zu konstruiert, sodass hier vielmehr an die Leserschaft, als an die eigenen Gedanken und Gefühle gedacht wurde.

Natürlich ist so ein Buch, das bei einem großen Verlag erscheint, grundsätzlich kommerziell, allerdings sollte das speziell beim Poetry-Slam nicht der Fall sein. Von daher kann ich zwar sagen, dass ich die Texte zum Großteil sehr gelungen finde, mir dennoch das gewisse Etwas gefehlt hat, um vollends begeistert zu sein. Dennoch werde ich das Buch sicherlich irgendwann auch noch ein zweites Mal in die Hand nehmen und den ein oder anderen Text noch einmal nachschlagen - und wer weiß, vielleicht empfinde ich den ein oder anderen Text dann doch anders, als genau in diesem Moment.

Wunderschön ist wieder einmal die Aufmachung des Buches. Obwohl dies wieder relativ dünn ist, hat man sich dennoch wieder sehr viel Mühe gegeben. Dies fängt mit der Covergestaltung an und endet mit den Zeichnungen im Buch, die gut zu den einzelnen Texten passen. Die Kurzbeschreibung ist wieder einmal schwammig, allerdings habe ich hierbei auch nicht allzu viel erwartet, da man die Texte schließlich nicht vorweg nehmen kann.

Insgesamt ist "Wir können alles sein, Baby" ein unterhaltsames Buch voller neuer Poetry-Slam Texte, die mich mal unterhalten, mal zum Nachdenken anregen konnten. Stellenweise war es mir zwar zu durchdacht und zu kommerziell, allerdings ist dies wie immer Geschmacksache.

Bewertung vom 25.11.2015
Born, Mirko

Aufgestiegen dringeblieben


ausgezeichnet

Ich bin ein großer Fan von Kolumnen und lese diese bereits seit sehr vielen Jahren. Von Promis wie Late Night-Moderator Harald Schmidt oder auch Sarah Kuttner bis zu den Redakteuren irgendwelcher wöchentlichen Zeitschriften war bereits alles dabei und somit ist es auch kein Wunder, dass ich "Aufgestiegen dringeblieben", ein Buch, das nur aus Kolumnen besteht, unbedingt lesen musste.

Mirko Born - dieser Name dürfte jeden Fan des 1. FC Köln, der regelmäßig die Kölner Zeitung "Express" liest, ein Begriff sein, denn mit seiner Kolumne "Born staubt ab" hat er zahlreiche Fußball-Fans, inklusive mich, unterhalten können. Nun wurden seine Kolumnen aus den Jahren 2013 bis 2015 in Buchform veröffentlicht und natürlich konnte ich mir das nicht entgehen lassen.

Ich weiß noch, wie ich in der Bundesliga-Saison 2013/2014, als der 1. FC Köln noch in der 2. Bundesliga gespielt hat, die Kolumnen von Mirko Born entdeckt und immer wieder verschlungen habe, denn auch wenn hier viele Kolumnen mit einem dicken Augenzwinkern versehen sind, war der Kern der Aussage am Ende doch immer wahr.

Zu jedem Spieltag gibt es eine Kolumne, die den Weg des glorreichen 1. FC Köln auf den Weg in die 1. Bundesliga begleitet. Neben Gedanken zum eigentlichen Spiel gibt es dabei kleine Anekdoten und Erinnerungen an frühere Spiele, die man stellenweise nur auf VHS-Kassetten sehen konnte, bzw. lediglich von Fotos her kannte.

Hier ist für jeden Fan etwas dabei, denn hier werden nicht nur Niederlagen unterhaltsam geschildert, sondern auch an alte Zeiten erinnert, Spieler hochgejubelt, gegnerische Mannschaften und deren Fans mal mehr, mal weniger veräppelt und das Leben und Leiden im Rhein-Energie-Stadion geschildert. Auch die Saison in der 1. Bundesliga 2014/2015 wird höchst unterhaltsam analysiert und es schön zu wissen, dass auch Mirko Born einen gewissen Kevin "Fußballgott" McKenna dabei nicht vergessen hat.

Aber auch Fans von anderen Mannschaften kommen hier auf ihre Kosten, denn um diese Kolumnen zu mögen, muss man nicht zwingend ein Fan vom 1. FC Köln sein, denn hier geht es um pure Leidenschaft, Wortwitz und natürlich jede Menge Fußball, der in all seinen grandiosen und furchtbaren Momenten geschildert wird.

Kurz gesagt: Mirko Born konnte mich mit insgesamt 68 Kolumnen rund um den 1. FC Köln vollauf begeistern, sodass ich "Aufgestiegen dringeblieben" allen Fußball-Fans nur empfehlen kann!

Bewertung vom 25.11.2015
Baker, Dorothy

Zwei Schwestern


gut

Auf "Zwei Schwestern" von Dorothy Baker war ich ganz besonders gespannt, denn bislang habe ich viele Meinungen gehört, die doch sehr weit auseinander gingen, von daher wollte ich unbedingt herausfinden, wie mir das Buch gefallen wird. Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, muss ich dann doch leider sagen, dass ich eher zu den Menschen gehöre, die von dem Buch eher weniger begeistert sind.

Man merkt dem Buch bereits auf den ersten Seiten an, dass es schon viele Jahre auf dem Buckel hat, denn die Autorin ist bereits vor fast fünfzig Jahren verstorben, sodass man schnell merkt, dass die Sprache nicht allzu modern ist. Dies kann man mögen, ich habe mich hierbei allerdings auf etwas vollkommen anderes eingestellt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass der Schreibstil schlecht ist, denn die Autorin konnte definitiv schreiben, das Problem ist jedoch, dass in der Geschichte meiner Meinung nach viel zu wenig geschehen ist.

Hierbei wird die Geschichte der Zwillingsschwestern Cassandra und Judith erzählt. Während Judith ihr eigenes Leben lebt und in Kürze einen Arzt heiraten möchte, will Cassandra, die Judith am liebsten ständig kontrollieren möchte, die Hochzeit unbedingt verhindern, da sie Judiths zukünftigen Ehemann als unwürdig ansieht. Dabei wird die Geschichte oftmals sehr schonungslos erzählt, nimmt allerdings erst viel zu spät an Fahrt auf.

Mit 280 Seiten ist das Buch noch verhältnismäßig dünn, sodass man eigentlich davon ausgehen darf, dass hier auf wenigen Seiten viel passieren muss, doch dies ist leider nicht der Fall, denn die Geschichte hat durchaus ihre Längen, sodass ich mich häufiger dabei erwischt habe, wie ich immer wieder vorgeblättert habe, um zu schauen, wann das Kapitel zuende ist, was bei mir normalerweise nur sehr, sehr selten vorkommt.

Insgesamt ist "Zwei Schwestern" eine gut durchdachte Geschichte, die allerdings viel zu viele Längen hat und einen recht eigenwilligen Schreibstil besitzt, sodass ich hier nicht immer meinen Spaß mit hatte. Dennoch: Wer ein Fable für Familiengeschichten hat, sollte "Zwei Schwestern" eine Chance geben.

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