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Tintenherz
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Kronshagen

Bewertungen

Insgesamt 540 Bewertungen
Bewertung vom 19.06.2011
Neeb, Ursula

Das Geheimnis der Totenmagd


sehr gut

Willenlose Seelen

"Das Geheimnis der Totenmagd" von Ursula Neeb
erschienen im Ullstein Verlag, Seitenanzahl: 425


Inhalt:

Frankfurt am Main, Oktober 1509. In der Welt der Hübscherinnen geschieht ein Mord. Katharina Bacher, Tochter des städtischen Totengräbers, arbeitet als Totenwäscherin und findet bei der Leiche ein rotes Stück Seidenstoff. In der Nacht von Allerseelen beobachtet ihr Vater Heinrich Sahl Menschen mit Kapuzen bei einem Ritual auf dem Friedhof. Einige Zeit später findet er im Beinhaus eine Leiche. Er wird verdächtigt, den Mord verübt zu haben. Katharina beteuert seine Unschuld, trifft auf unerwartete Verbündete und versucht den Mord aufzuklären.


Autorin:

Ursula Neeb, geb. 1957 in Bad Nauheim, studierte Kulturwissenschaften, Geschichte und Soziologe in Frankfurt am Main. Sie lebt und arbeitet als freie Archivarin und Autorin im Taunus. Ihre bisherigen historischen Romane: Die Siechenmagd, Der Wundermann und Madame empfängt.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Vorab eines: Ich bin ein absoluter Thriller- und Krimi-Fan und ich bin mit gemischten Gefühlen an dieses Buch herangegangen. Aber dieses Buch hat mich davon überzeugt, doch mal öfter einen historischen Roman in die Hand zu nehmen.
Das Buch ist mit einem einfachen und leicht verständlichen Schreibstil angenehm zu lesen.
Die Spannung wird gleich auf den ersten Seiten aufgebaut und hält sie bis zum Ende hin aufrecht.
Das Buch gibt viele Einblicke auf das Leben und Treiben in Frankfurt am Main im Jahr 1509. Die Foltermethoden und auch die düstere Atmosphäre werden anschaulich beschrieben und haben mich auf die Reise in ein anderes Jahrhundert versetzt.


Fazit:

Ein fesselnder, interessanter sowie düsterer historischer Roman. Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 05.06.2011
Jensen, Liz

Endzeit


sehr gut

Ungewöhnlicher Thriller

"Endzeit" von Liz Jensen
erschienen bei dtv, Seitenanzahl: 395


Inhalt:

Gabrielle Fox, seit einem Autounfall am Rollstuhl gefesselt, arbeitet im Oxsmith Hospital als Psychotherapeutin, in dem die gefährlichsten Kinder "beheimatet" sind. Ihr wird die 16jährige Bethany Krall als Patientin zugeteilt, die ihre Mutter ermordet haben soll. Bethany gilt als nicht therapierbar und soll ihrer eigenen Meinung nach Klimakatastrophen vorhersehen. Gabrielle versucht das Rätsel um ihre neue Patientin zu ergründen.


Autorin:

Liz Jensen studierte Englisch in Oxford, arbeitete als Journalistin in Hongkong und Taiwan, danach als Produzentin für die BBC sowie als Journalistin und Bildhauerin in Frankreich. Sie lebt in London und Kopenhagen und hat schon mehrere Romane veröffentlicht.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Der ungewöhnliche Schreibstil (Präsens und Ich-Form) ist anfangs etwas beschwerlich zu lesen, aber nach einigen Seiten kommt man gut in die Geschichte hinein.
Die Protagonistin Bethany wird anschaulich beschrieben. Ihre zynische und aggressive Art macht sie zwar nicht unbedingt sympathisch, aber ich konnte sie mit sehr bildlich vorstellen.
Die Empfindungen und die alltäglichen Schwierigkeiten der gelähmten Gabrielle Fox werden gut herausgearbeitet.
Auch wenn ich immer noch die Bilder der Katastrophe in Japan im Kopf habe, konnte ich dieses Buch nicht aus der Hand legen. Zum Ende hin musste ich immer schneller lesen, denn ich konnte den Ausgang des Buches kaum erwarten.
Ich habe es auf keinen Fall bereut, dass ich mir dieses Buch gekauft habe.


Fazit:

Ein absolut schockierender Endzeitthriller mit garantiertem Gänsehautfeeling!

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Bewertung vom 19.05.2011
Bray, Libba

Ohne. Ende. Leben.


sehr gut

Der gefiederte Freund


"Ohne. Ende. Leben." von Libba Bray
erschienen im dtv premium, Seitenanzahl: 558


Inhalt:

Cameron, 16 Jahre, ist sehr selbstsüchtig und macht sich keine Gedanken um andere Menschen in seiner Nähe. Dann erkrankt er an Rinderwahnsinn und muss ins Krankenhaus. Es scheint wenig Hoffnung auf Heilung zu geben. Ihm erscheint Dulcie, ein Engel, der Cameron mit der Aufgabe betraut, das Universum zu retten. Und das Abenteuer beginnt.


Autorin:

Libba Bray, geb. 11.03.1964 in Alabama, wächst in Texas auf und macht mit 26 Jahren ihren Uni-Abschluss im Fach Drama, verlässt daraufhin Texas und zieht nach New York City. Sie lebt jetzt mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn in Brooklyn, New York.
Sie ist Autorin der Bücher-Trilogie "Der geheime Zirkel".


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Das phantasievolle Cover ist für diesen Roman, der sich an die Zielgruppe der 14 - 16 jährigen Leser richtet, perfekt gestaltet.
Der Buchrückentext mit der "Besetzung" dieser Geschichte entlockte mir ein Schmunzeln.
Mit kurzen, knappen Sätzen und eindeutigen Aussagen beinhaltet dieser Roman einen Schreibstil mit einer sehr klaren und direkten Teenagersprache.
Cameron kämpft mit Hilfe von Dulcie (dem Engel), Gonzo (seinem Krankenbettnachbarn) und einem Gartenzwerg mit Wahnvorstellungen gegen die Gehilfen des Chaos. Es geht um parallele Dimensionen, Dr. X, Zeitreisen und um das Wurmloch. Alles hängt mit allem zusammen. Wie Don Quijote tritt er gegen Windmühlen an.
Ich stelle zwar nicht die Zielgruppe dar, finde dieses Buch aber interessant zu lesen. Durch diesen Roman wird man daran erinnert, dass es die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen und dass man aktiv am Leben teilnehmen soll.


Fazit:

Ein sehr lehrreicher und humorvoller Roman, der den Sinn des Lebens dem Leser näher bringt. Sehr empfehlenswert!

Bewertung vom 20.04.2011
Hayes, Sam

Das verbotene Zimmer


sehr gut

Zerbrochene Seelen


"Das verbotene Zimmer" von Sam Hayes
erschienen im List Verlag, Seitenanzahl: 507


Inhalt:

Ava wächst im Roecliffe-Kinderheim auf. Dort geschehen grausame Dinge und sie wird Zeugin seltsamer Ereignisse. Sie deckt den Skandal bei der Polizei auf, ändert ihre Identität und führt später ein sorgloses Leben mit ihrer Familie. Doch die Vergangenheit holt sie wieder ein.


Autorin:

Sam Hayes, geb. im englischen Coventry, will nach dem Schulabschluss Pilotin werden und lernt fliegen. Danach ist sie als Privatdetektivin, Buchhalterin und Kellnerin tätig. Sie lebt in ihrer Heimat mit ihrem Mann und drei Kindern. Nach mehreren Preisen für Kurzgeschichten wurde ihr erster Roman Blutskinder in Deutschland sowie in England erfolgreich.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Der Schreibstil ist leicht und verständlich zu lesen.
Dieses Buch behandelt ein aktuelles Thema. Missbrauch von Kindern ist leider immer wieder in den Nachrichten zu finden. Die Angst beherrscht das Leben der Opfer und manchmal kann nur der "Tod" sie retten.
Das Leben in dem Kinderheim wird anschaulich beschrieben. Das Gefühl der Waisenkinder, unerwünscht zu sein, wird gut herausgearbeitet.
Es werden verschiedene Handlungsstränge erzählt. Die Geschichte wechselt von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Anfang und Ende des Buches fügen sich geschickt zusammen.


Fazit:

Ein bewegender Roman mit absolutem Tiefgang und Spannung. Sehr empfehlenswert!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.03.2011
Murray, Liz

Als der Tag begann


sehr gut

"Als der Tag begann" von Liz Murray
erschienen im Diana Verlag, Seitenanzahl: 479


Inhalt:

Das Leben von Liz ist eine ständige Odyssee. In der Bronx ist sie vielen Gefahren ausgesetzt. Ihre Eltern, eine Hippie-Generation, sind drogenabhängig und leben von staatlicher Unterstützung. Liz bricht die Schule ab, ist obdachlos und verliert nach Jahren der Qual ihre Mutter. Sie versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen.


Autorin:

Liz Murray wird 1980 in der Bronx geboren. Mit 15 Jahren ist sie obdachlos, mit 16 Jahren Halbwaise und mit 19 Jahren schafft sie ihren Highschool-Abschluss. Sie wird für ein Stipendium ausgewählt und absolviert die Uni 2009 erfolgreich. Ihre Lebensgeschichte wurde in den USA verfilmt. Sie leitet heute eine Coaching-Agentur in New York.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Liz kämpft bei ihren Eltern um Aufmerksamkeit. Sie versucht im Gegensatz zu ihrer Schwester Lisa eine pflegeleichte Tochter zu sein. Ihre Angst vor jedem neuen Tag und die Sehnsucht nach Nähe werden tief bewegend beschrieben. In diesem Buch wird die ungeschminkte Wahrheit über Liz Leben erzählt. Sie lernt Gefühle zu unterdrücken, um keinen zu verletzen oder von sich zu stoßen. Ihre Lebensvorstellung gleicht der ihrer Mutter, die auch kein Ziel vor Augen hatte.
Obdachlos mit 16 Jahren setzt Liz, ein Opfer der Umstände, ihre Vorsätze in die Tat um und erhält unerwartet Hilfe.
In Bezug auf die Titelvergebung "Entstehung einer Perle" wurde ich von der Beschreibung einer Auster in diesem Buch inspiriert. Menschen sehen Perlen als wunderschöne Schmuckstücke an. Sie entstehen aus Schmerz und sind in der Auster gefangen. Das Leid der Familie hat Liz verinnerlicht, so wie eine Auster auch und sammelt viele kleine Verluste (Perlen).
Das Buch liest sich leicht verständlich und flüssig. Die Geschichte von Liz hat mich tief berührt und mir gezeigt, dass jeder es schaffen kann, das Leben zu meistern und sein Glück zu finden. Es macht Mut, den beschwerlichen Weg des Lebens zu gehen.


Fazit:

Eine sehr anrührende Lebensgeschichte, die tief unter die Haut geht und mich noch nachhaltig weiter beschäftigt.

Bewertung vom 21.03.2011
Marion, Isaac

Mein fahler Freund


ausgezeichnet

Liebe heilt alles?


"Mein fahler Freund" von Isaac Marion
erschienen im Klett-Cotta Verlag, Seitenanzahl: 298


Inhalt:

R., ein Zombie im frühen Stadium des Zerfalls, "lebt" auf einem stillgelegten Flughagen, in der Mitte von Gleichgesinnten. Auf einer "Fresstour" verliebt er sich in eine junge Frau, nachdem er das Hirn ihres Freundes gegessen hat und nimmt sie mit. Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.


Autor:

Issac Marion, geboren 1981 im Bundesstaat Washington, lebt in Seattle als Grafiker und Autor. Nach der Veröffentlichung einiger Kurzgeschichten ist "Mein fahler Freund" sein erster Roman. Die Filmrechte wurden sofort an Hollywood verkauft.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

"Ich bin tot, aber es ist nicht so schlimm. Ich habe gelernt, damit zu leben." Diese beiden Sätze haben mich schon auf einen wunderschönen Roman mit Biss eingestimmt.
R., ein sensibler Zombie, mag niemandem weh tun und ist auf der Suche nach Nähe. Er ist eine Leiche, die keine sein möchte und er hofft auf ein Wunder. Beim "Essen" der Hirne seiner Opfer sieht er deren Erinnerungen und nutzt sie für seine Zwecke aus.
Das Buch liest sich mit einem einfachen Schreibstil leicht und flüssig. Mit einem "normalen" Zombie-Reißer ist dieser Roman in keinem Fall zu vergleichen.
Der ganz normale Alltag eines Zombies wird heiter und sensibel beschrieben. Die Gefühlswelt des verliebten Zombies wird ausführlich dargestellt.
"Mein fahler Freund" wird von Summit Entertainment in Hollywood verfilmt. Die Dreharbeiten haben schon begonnen. Die Rolle des sympathischen Zombies spielt Nicholas Hoult.


Fazit:

Ein sehr sympathischer und bewegender Roman über einen lebenden Toten. Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 12.03.2011
Adler-Olsen, Jussi

Erbarmen / Carl Mørck. Sonderdezernat Q Bd.1


ausgezeichnet

Im Vorhof der Hölle

"Erbarmen" von Jussi Adler-Olsen
erschienen im dtv premium Verlag, Seitenanzahl: 416


Inhalt:

Merete Lynggards, Parlamentsabgeordnete, wird 2002 auf einer Fähre zwischen Rødby und Puttgarden entführt und gefangengehalten. Dieser Fall wird nicht geklärt und zu den Akten gelegt. 2007 wird ein Sonderdezernat mit dem Spezialermittler Carl Mørck eingerichtet und der Fall wird wieder aufgerollt. Es werden Unstimmigkeiten in den Ermittlungsarbeiten aufgedeckt und der Sonderling Carl Mørck untersucht Fährten in allen möglichen Richtungen.


Autor:

Jussi Adler-Olsen, geb. am 02.08.1950 in Kopenhagen, studierte Medizin, Soziologe, Politische Geschichte und Film. 1995 begann er mit dem Schreiben. Sein Hobby: Das Renovieren alter Häuser. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Der Schreibstil ist leicht verständlich und flüssig zu lesen.
Der ständige Wechsel in den Jahreszahlen 2002 und 2007 baut die Spannung unerträglich gut auf. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Beim Lesen habe ich mir immer wieder die Frage gestellt: Was kann der Organismus und die Psyche eines Menschen alles aushalten? Lt. diesem Buch auf jeden Fall eine Menge.


Fazit:

Das Buch ist zwar unbeschreiblich grausam, aber unheimlich spannend.

1 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.03.2011
Neuhaus, Nele

Schneewittchen muss sterben / Oliver von Bodenstein Bd.4


sehr gut

Ein verschlafenes Dorf

"Schneewittchen muss sterben" von Nele Neuhaus
erschienen im List Verlag, Seitenanzahl: 535


Inhalt:

Tobias Sartorius, verurteilter Mädchenmörder, kehrt nach seiner Haft auf den elterlichen Hof zurück. Er wird von allen im Dorf gemieden und körperlich und seelisch gequält. Ein Mädchen aus der Umgebung hält zu ihm und versucht seine Unschuld zu beweisen. Auch die Polizei mit den Ermittlern Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein rollen den Fall wieder auf.


Autorin:

Nele Neuhaus, geb. in Münster/Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus. Sie arbeitete in einer Werbeagentur, studierte einige Semester Jura, Geschichte und Germanistik. Ihre Krimiserie, angesiedelt im Taunus, mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff, macht sie zu einer der meistgelesenen Krimiautorin im deutschsprachigen Raum.


Meine Meinung zu dem o. g. Buch:

Das Buch, mit einem verständlichen und einfachen Schreibstil, liest sich leicht und flüssig.
Anfangs ist es durch die Vorstellung vieler verschiedener Personen etwas verwirrend. Aber danach ist man sofort von der Geschichte um die Mädchenmorde gefangen.
Das ganz normale Dorfleben wird hier ausdrucksvoll beschrieben. Jeder weiß alles über den anderen und mit Verdächtigungen ist man schnell bei der Hand. Man tratscht über Verfehlungen, Niederlagen und Krankheiten. Ein Dorf schweigt und Existenzen, Ehen und Leben werden ruiniert.
Dem Leser werden viele interessante Fährten auf der Suche nach dem Mörder aufgezeigt. Mit massiven Druck und toller Ermittlungsarbeit werden die Verdächtigen von den sympathischen Polizisten, selbst mit eigenen privaten Problemen behaftet, zermürbt.


Fazit:

Ein super spannender Krimi und keine langweilige Märchenstunde.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.