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harakiri
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Insgesamt 1196 Bewertungen
Bewertung vom 12.02.2022
Goldammer, Frank

Im Schatten der Wende


sehr gut

Deutschland zur Zeit der Wende. Polizeianwärter Tobias Falck bekommt es mit mehreren Fällen zu tun. Zum einen verschwinden ständig Leichen, zum anderen werden junge Frauen belästigt, aber sofort wieder in Ruhe gelassen.
Das junge Team im neuen Kriminaldauerdienst muss sich erst zusammenfinden und das ist bei so verschiedenen Charakteren gar nicht so einfach.
Der Einstieg in das Buch ist etwas verwirrend. Es startet im Jahr 1989, blendet dann zurück ins Jahr 1988, und kommt dann zurück nach 1989. Hier fand ich den Übergang etwas abrupt. Jedoch hatte ich mich bald festgelesen. Tobias‘ „Ausflug“ undercover hat mir sehr gut gefallen. Außerdem mochte ich Tobias Falck gleich sehr gerne, ebenfalls seine Kollegin Bach. Zudem waren die Hintergründe der ehemaligen DDR sehr authentisch.
Besonders nachhaltig bleibt mir sicher das Verschwinden der Leichen im Kopf – hier musste ich manches Mal breit schmunzeln. Tobias‘ Arbeit war sehr vielschichtig und das machte das Buch so interessant. Das Team verfolgt nicht nur einen Fall, sondern hat es gleich mit mehreren Fällen zu tun, die einer wie der andere sehr gut aufgebaut und gut zu lesen waren.
Fazti: Ich fand es schade, dass die Reihe um Max Heller beendet ist, die Reihe um Tobias Falck versöhnt mich aber mit dieser Tatsache.

Bewertung vom 12.02.2022
Peters, Katharina

Ufermord / Romy Beccare Bd.11


ausgezeichnet

Als am Ufer der Sellin kurz nacheinander zwei Leichen gefunden werden, wird aus einem aktuellen Fall ein Cold Case.
Wer hatte eine solche Wut auf den Tierarzt, dass er ihn ersticht? Und was hat der zweite gefundene, ältere Leichnam mit damit zu tun? Denn zwei Morde am selben Platz scheinen dann doch etwas zu viel des Zufalls. Romy und ihre Ermittler haben es schwer. Denn keiner will so richtig mit der Wahrheit heraus.
Ich mag es, wenn eine Story Anlass zum Rätseln bietet und ein schier aussichtslos scheinender Fall Schritt für Schritt aufgeklärt wird. Peters gelingt das in „Ufermord“ wieder grandios. Stück für Stück, Schicht für Schicht kommt Romy der Lösung des Falls näher und oft sind es nur Winzigkeiten, die sie weiterbringen und die auch mich als Leser überraschen konnten.
Romy Beccare verfolge ich seit dem ersten Band und immer wieder gelingt es der Autorin, neue Facetten der Protagonistin zu Tage zu fördern. Romy ist eine starke Persönlichkeit und die Gewichtung zwischen Fall und Privatleben immer sehr ausgewogen.
Ein wenig negative Kritik muss ich aber dennoch üben: „Sie beschloss, das Thema endgültig abzuschließen.“ Am Ende des 2. Kapitels wird ein Verdächtiger verhaftet, obwohl Romy starke Zweifel an seiner Schuld plagten. Und sie will es dabei belassen? Das hat mich etwas verärgert, kommen doch Zweifel an der Ermittlungsarbeit der Polizei auf.
Fazit: wieder total gut gelungen, man rast nur so durch die Zeilen und kann sich nicht vorstellen, wie Romy diesen Fall denn lösen soll.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.02.2022
Cross, Ethan

Die Stimme des Wahns / Ackerman & Shirazi Bd.3


sehr gut

Als Ackerman und Shirazi entdecken, dass ein gefährlicher Killer gar nicht im Hochsicherheitsgefängnis sitzt, sondern ein Double, stechen sie in ein Wespennest und geraten in tödliche Gefahr.
Das Buch startet wieder spannend und mitreißend und gleich nach den ersten Zeilen war ich voll in der Handlung gefangen.
Dieses Mal wird es auch für Ackerman schwierig, der Überlegene zu sein, denn mit Demon scheint er seinen Meister gefunden zu haben. Manipulativ und ihm immer einen Schritt voraus, spielt Demon ein fieses Spiel. Und das fand ich sehr gelungen. Flaut die Spannung zwar nach dem 1. Drittel ein klein wenig ab, sorgt das furiose Finale dann wieder dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.
Leider kommt Shirazi in diesem Band etwas zu kurz. Sie hat am Anfang einen etwas größeren Auftritt und am Ende ein kleines Gastspiel. Mir gefällt ja vor allem das Zusammenwirken der beiden Charaktere, da hat mir dann schon etwas gefehlt. Dafür lesen wir wieder von Marcus und seinem Sohn Dylan, was mich dann wiederum sehr gefreut hat.
Die Handlung ist teilweise recht spannend, teilweise flaut sie aber auch ein wenig ab. Das Ende ist irgendwie überraschend, weist aber darauf hin, dass es auf jeden Fall noch einen Folgeband geben wird, dem ich schon jetzt entgegenfiebere.
Fazit: ich bin etwas zwiegespalten: einerseits war das Buch wirklich rasant und toll zu lesen, andererseits fehlte mir die weibliche Ermittlerin dieses Mal doch sehr.

Bewertung vom 05.02.2022
Natt och Dag, Niklas

1795 / Winge und Cardell ermitteln Bd.3


sehr gut

Keine leichte Zeit
Stockholm 1795
Anna Stina Knapp st die Schlüsselfigur in Natt och Dags neuem Roman. Von Winge und Cardell, aber auch anderen Verfolgern dringend gesucht, vegetiert sie seit dem Tod ihrer Zwillinge mehr vor sich hin als dass sie lebt. Erst ein einschneidendes Erlebnis reißt sie aus ihrer Trance. Währenddessen jagen Winge und Cardell einen Psychopathen, der ihnen aber immer einen Schritt voraus ist.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Den ersten teilen sich Winge und Cardell auf ihrer Suche nach Anna Stina, sowie dem Brutalo Tycho Ceton. Der zweite Abschnitt handelt von Tycho, teilweise zeitgleich, was einige offene Dinge aus dem ersten Teil aufklärt. Der dritte – und für mich beste – Abschnitt lässt den Leser wissen, was Anna Stina passiert ist. Im abschließenden Abschnitt laufen alle Stränge zusammen. Leider ist das Ende ein wenig offen. Da aber 1795 der letzte Teil der Trilogie ist, darf man sich als Leser vielleicht noch selber ergänzen, was am Ende mit Emil und Elias geschieht.
Der Einstieg fiel mir nicht ganz einfach. Zu lang ist der letzte Band her. Allerdings gibt es im Prolog einen kleinen Rückblick, so dass ich zumindest die wichtigsten Ereignisse wieder griffbereit hatte. Diesen Band als Einzelband zu lesen macht also nicht viel Sinn, man sollte mit 1793 und 1794 starten, um alle Zusammenhänge richtig zu verstehen.
Teilweise hat das Buch einige Längen und manche Handlungsstränge fand ich unnötig, manche auch verwirrend. Dennoch wollte ich es nach ca der Hälfte nicht mehr aus der Hand legen. Zu intensiv fand ich die Schilderungen um Anna Stina und Elias und die Listen, die sich Winge und Cardell ausgedacht hatten.
Fazit: ein gelungener Abschluss einer Trilogie, die es in sich hat, die aber leider mit Band 1 schon den Höhepunkt erreicht hatte.

Bewertung vom 30.01.2022
Prose, Nita

The Maid / Regency Grand Hotel Bd.1


ausgezeichnet

Molly ist Zimmermädchen in einem gehobenen Hotel. Sie nimmt für sich in Anspruch, perfekte Arbeit leisten zu wollen. Als sie eines Tages einen der Gäste leblos auf dem Bett vorfindet, gerät ihr perfektes kleines Leben aus den Fugen. Sie wird des Mordes verdächtigt und benötigt die Hilfe ihrer Freunde. Doch wer ist Freund und wer ist Feind?
Zugegeben: der Einstieg fiel mir etwas schwer. Da war zum einen die Ich-Perspektive und zum anderen die etwas naive Art von Molly. Aber bald hatte ich Molly liebgewonnen, wenn sie auch etwas leichtgläubig war und das teilweise etwas genervt hat. Vor allem Rodney gegenüber hätte ich ihr am liebsten zugerufen, was für eine linke Bazille das zu sein scheint.
Das Buch erzählt die Gegenwart, Molly schweift aber in Gedanken oft in die Vergangenheit ab. Da ist der Tod der Großmutter, den sie noch nicht verarbeitet hat, der ehemalige Freund, der es nicht gut mit ihr meinte und die etwas seltsame Freundschaft zu einem weiblichen Gast. Diese Einblicke sind wichtig für die Handlung, zeigen sie doch Mollys Charakter und der ist nun wirklich nicht zu tadeln.
Besonders ab Mollys Verhaftung wollte ich das Buch dann nicht mehr zur Seite legen und war gespannt, wer denn nun der wahre Täter war. Mit dem Epilog hat mich die Autorin dann noch einmal kurz schmunzeln lassen.
Fazit: locker geschriebener Cosy-Krimi um ein sympathisch-naives Zimmermädchen, von dem ich gerne mal wieder lesen würde.

Bewertung vom 29.01.2022
Hancock, Anne Mette

Grabesstern / Heloise Kaldan Bd.3


ausgezeichnet

Journalistin Heloise Kaldan begleitet einen älteren Mann beim Sterben. Dieser hat nur noch wenige lichte Momente, scheint aber in der Vergangenheit Schlimmes erlebt zu haben. Heloise will helfen, Jan Fischhofs Gewissen zu erleichtern und begibt sich auf die Suche nach Spuren aus der Vergangenheit. Obwohl alle mauern, erfährt sie Hilfe von ungeahnter Seite. Und der Twist am Ende kam ganz schön überraschend.


Ein sehr gewaltiges Buch. Das Thema Sterbebegleitung hat mich schon sehr mitgenommen, allerdings schafft es die Autorin, dies nicht allzu sehr in den Vordergrund zu stellen. Die Haupthandlung liegt in der Ermittlung, bzw. der Recherche von Kaldan und Kommissar Schäfer. Auch das Privatleben von Heloise fand ich sehr schön beschrieben.

Das Buch ist in meinen Augen allerdings eher ein Krimi denn ein Thriller, denn Spannung kommt nicht so viel auf. Dennoch lebt man als Leser die Szenen mit, weil sie gut und authentisch beschrieben werden. Und so manche Szene nötigt dann doch zum Schlucken. Die Suche nach Mia gestaltet sich mitreißend und undurchsichtig und ich konnte mir nicht vorstellen wie alles zusammenhängt.

Grabesstern ist der dritte Teil der Reihe und kann auch unabhängig gelesen werden. Ich hoffe, bald wieder von Heloise und Erik lesen zu dürfen.

Fazit: eigentlich wollte ich nur mal kurz reinlesen und beginnen, doch irgendwann war es dunkel und die letzte Seite des Buches angebrochen.

Bewertung vom 29.01.2022
Haig, Matt

Der fürsorgliche Mr Cave


sehr gut

„Es gibt viele Wendepunkte im Leben“
Mr. Caves Wendepunkt war eindeutig der Tod seines Sohnes Reuben, den er mit ansehen musste. Wie von einem Fluch verfolgt verliert er alle, die er liebt und so ist es nur mehr als verständlich, dass er seine Tochter Bryony mit allen Mitteln zu beschützen versucht – und dabei über das Ziel hinausschießt.
Das Buch beginnt mit dem Tod von Reuben und hat einen durchwegs düsteren Unterton. Als Eltern kann man Mr. Caves Handeln zu Beginn durchaus noch nachvollziehen. Seine Ängste müssen furchtbar sein und werden von Matt Haig auch authentisch und plausibel dargestellt. Doch irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man merkt, er macht eigentlich alles falsch. Seine Fürsorge erstickt und wirkt bedrohlich.
Haig geht ein Thema an, das viele Eltern kennen: die Angst um ihre Kinder und wie Menschen mit einem schweren Verlust umgehen. Im Falle von Mr. Cave gelingt das nicht wirklich. Er befindet sich in einer Abwärtsspirale, hat Wahnerscheinungen und dies alles führt zu einer Überfürsorge, die er nicht mehr kontrollieren kann und die bei seiner Tochter nur zu noch mehr Ablehnung führt.
Fazit: Ein sehr beklemmendes Buch, dem ich dennoch viel abgewinnen konnte, auch wenn ich mit den Protagonisten, außer der Oma, nicht wirklich warm wurde.

Bewertung vom 26.01.2022
Schneider, Anna

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht / Jahn und Krammer ermitteln Bd.2


ausgezeichnet

Der zweite Grenzfall im Deutsch-Österreichischen Grenzgebiet verlangt Krammer und Jahn alles ab. Diesseits und jenseits der Grenze verschwinden 5 junge Menschen und es gibt keine Spur. Wie soll es Alexa und Bernhard gelingen, die Vermissten zu finden?
Schon der Einstieg ins Buch war spannend und mitreißend. Man spürte förmlich die Kälte, in der sich die junge Frau befindet. Die Handlung wird abwechselnd aus Alexas und Bernhards Perspektive erzählt. Beide ermitteln unabhängig und unbewusst voneinander. Die Stränge laufen erst sehr spät, dann aber mit einem Kracher, ineinander. Besonders aufwühlend fand ich jeweils die Kapitel mit den jungen Frauen in ihrem Gefängnis.
Beide Fälle fand ich authentisch und logisch aufgebaut und auch die Ermittlungsarbeit konnte ich gut nachvollziehen.
Schön fand ich auch Alexas Privatleben und bin gespannt, wie es mit Konstantin weitergeht.
Immer wieder wird auch bereits ein Sidekick auf die Handlung des im Frühjahr 2023 erscheinenden nächsten Band geworfen, auf den ich mich jetzt schon freue.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.01.2022
Osman, Richard

Der Mann, der zweimal starb / Die Mordclub-Serie Bd.2


sehr gut

Ein Wiedersehen mit Donna, Elisabeth, Ron und Ibrahim. Ich hatte mich sehr auf das neue Abenteuer des Donnerstags-Mordclubs gefreut und ich wurde nicht enttäuscht.
Der neue Fall ist noch kniffliger als der vorhergehende und viel komplexer. Was habe ich mich amüsiert über die Zusammenhänge und Elisabeths Einfälle. Viele Wendungen halten die Spannung auf hohem Niveau, wobei diese erst so circa nach dem halben Buch verstärkt wird. Anfangs wird die Handlung erst ausführlich aufgebaut, was zwingend nötig ist, denn es sind schon sehr viele Namen, die man sich als Leser merken und zuordnen muss.
Doch der typisch britische Humor (teilweise auch ganz schön schwarz) sorgt für kurzweilige Unterhaltung und die sympathischen Charaktere sowieso. Vor allem Bogdan hat es mir in diesem Roman angetan.
Fazit: Viele Tote, spannende Rätsel und ein Millionenschatz – das sind die Zutaten für eine vergnügliche Fortsetzung des Donnerstags-Mordclubs.

Bewertung vom 15.01.2022
Holm, Line;Bolther, Stine

Gefrorenes Herz / Maria Just Bd.1


sehr gut

Ein aufsehenerregender Mord erschüttert Kopenhagen: der Generalsekretär des Roten Kreuzes wird gekreuzigt und mit einer skurrilen Wunde aufgefunden. Dieses Zeichen bringt die Ermittler letztlich dem Täter näher. Aber alles fußt auf einem Ereignis aus der Vergangenheit und die Zeugen sind alle schon tot.
Polizeihistorikerin Maria Just ermittelt währenddessen auf eigene Faust und mit mehr Erfolg als die Polizei.
Die Handlung wechselt sich ab zwischen Marias Geschichte und Polizist Mikaels. Das baut Spannung auf und als Leser fragt man sich, wie wohl alles zusammenhängt. Ganz langsam und mit einem Puzzleteil nach dem anderen entwickeln die beiden Autorinnen die Story, die es in sich hat und die auf wahren Fakten beruht.
Ich fand ein wenig schwer in die Handlung hinein, weil es anfangs sehr viele Charaktere gibt und die politischen Zusammenhänge fand ich auch nicht einfach.
Die Polizeihistorikerin Maria war mir gleich sympathisch. Ihre ruhige Art und ihre Ängste konnte ich gut nachvollziehen. Auch Mikael hat sich mit dem Buch mitentwickelt und ich konnte immer mehr eine Beziehung zu ihm aufbauen. Man spürt ein leises Knistern zwischen den beiden und ich mochte den Schluss sehr gerne. Am Ende sind alle losen Fäden aufgeklärt und zusammengeführt.
Fazit: ein Krimi, der weniger auf Spannung, denn auf Ermittlungsarbeit beruht, dadurch aber durch Authentizität punktet und der kaum vorhersehbar ist.