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Sago

Bewertungen

Insgesamt 610 Bewertungen
Bewertung vom 07.10.2019
Siegmann, Claudia

Das letzte Dornröschen / Märchenfluch Bd.1


ausgezeichnet

Wer wie ich die Märchenserie Once Upon a Time liebt wird auch von diesem Jugendroman, in dem Märchen auf Moderne trifft, begeistert sein.
Als Flora eine seltsame Einladung in eine alte Mühle erhält, gerät sie mitten hinein in ein fantastisches Abenteuer. Lange Zeit kann sie nicht glauben, dass sie tatsächlich die letzte Nachfahrin Dornröschens ist. Gemeinsam mit anderen Märchen-Abkömmlingen soll sie nun lernen, die Menschen vor Vergiftung durch magische Gegenstände zu schützen. Dabei trifft sie auf eine Schneewittchen-Verwandte, eine Rapunzel- Nachfahrin und gleich zwei junge Männer, die ihr wie veritable Märchenprinzen vorkommen. Aber nicht alles was glänzt ist Gold und schon bald bekommt Flora zu spüren, wie gefährlich Märchen in Wirklichkeit sein können...

Der Roman glänzt nur so vor fantasievollen Details wie einem heimtückischen Taschenspiegeln, dem Märchen-Gen und einercverzauberten Kröte. Mit der Ich-Erzählerin Flora punktet er zudem mit einer durchweg sympathischen, patenten Protagonistin. Die Autorin erzählt so fesselnd, dass ich das Buch an nur einem Wochenende gelesen habe. Nicht nur wegen des packenden Endes bin ich froh, dass es eine Trilogie wird. Ich habe wirklich Lust, in diese zauberhafte Welt zurückzukehren.
Ein absolutes Highlight ist auch der wunderschöne, passende Buchumschlag. Das ganze Buch ist liebevoll gestaltet. Es ist auch ohne Umschlag ein Schmuckstück und innen mit Rosen-Zeichnungen illustriert. Ein echtes Märchenbuch!

Bewertung vom 03.10.2019
Perry, Sarah

Melmoth


sehr gut

Ich war sehr gespannt auf „Melmoth“, hatte mir doch „Die Schlange von Essex“ von Sarah Perry als sehr ungewöhnliches Buch herausragend gefallen.

Tatsächlich findet sich in beiden Büchern die gleiche sprachliche, nahezu poetische Brillanz. Dennoch hat mich „Melmoth“ etwas weniger begeistert als sein Vorgänger.

Zu fesseln wusste mich der atmösphärische, düstere Auftakt, in dem der in Prag lebende, deutschstämmige J.A. Hoffmann dem Gelehrten Dr.Karel Prazan von einer absonderlichen Gestalt berichtet, die ihn zu verfolgen scheint, doch stets in den Schatten bleibt. Hier wurden wunderbare Anklänge zur schwarzen Romantik und an die englische gothic novel sichtbar. Auch Hoffmann heißt sicherlich nicht zufällig so wie der berühmte Autor des „Sandmann“.

Als Hoffmann auf mysteriöse Weise verstirbt, scheint sich die titelgebende Schattengestalt Melmoth zunächst an Karels, dann an die Fersen seiner Bekannten, der Historikerin Helen zu heften. Helen ist die Hauptprotagonistin des Romans und selbst von einem Geheimnis ihrer Vergangenheit umschattet. Ist es das, was Melmoth zu ihr zieht?

Die Erzählung entfaltet sich unter anderem auch in schriftlichen Berichten der Vergangenheit unterschiedlichster Herkunft, was mir normalerweise gut gefällt. Hier scheinen sie jedoch zum Teil unvermutet quasi aus aller Herren Länder aufzutauchen, was mir ein etwas zerfaserndes Bild lieferte und den Lesefluss in Stocken geraten ließ. Achtung Spoiler: Zudem machte die Autorin völlig unvermittelt das Grauen der NS-Zeit, anderweitigen Völkermord und die Situation heutiger Geflüchteter zum Thema. Bewegende Themen, auf die mich im Klappentext jedoch nichts vorbereitet hatte. Zufällig lese ich gerade ein anderes Buch über die Aufarbeitung des düsteren Kapitels der deutschen Geschichte. Bei letztgenanntem Buch wusste ich aber von Beginn an, worauf ich mich einlasse. Bei „Melmoth“ habe ich mich daher leider etwas hinters Licht geführt gefühlt, denn ich hatte mich auf ein in ganz anderer Hinsicht schauriges Lesevergnügen gefreut. In dem „Melmoth“ einen Bogen von früheren Greueltaten zur aktuellen Geflüchteten-Debatte schlägt, will die Autorin sehr viel erreichen. Für mich persönlich ist sie dabei etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Wer den Hintergrund der „Melmoth the wanderer“-Legende oder des Ahasverus-Mythos nicht wie ich beinahe sein Leben lang kennt, mag ohne Erwartungen an den Roman herangehen, die dann auch nicht enttäuscht werden können. Den unvergleichlichen Charme der „Schlange von Essex“ konnte Sarah Perry mit „Melmoth“ für mich nicht wiederholen. Mit Helen und ihren Bekannten hat sie zwar ähnlich ungewöhnliche, sperrige Protagonisten erschaffen, die für mich jedoch teilweise blasser blieben. Das gilt insbesondere für Helen. Trotzdem war der Roman sprachlich erneut schön wie ein Gemälde, so dass ich nicht bereue, ihn gelesen zu haben. Auch Prag wurde märchenhaft dargestellt. Und der Buchumschlag ist absolut zauberhaft.

Bewertung vom 02.10.2019
Storl, Christine

Unsere grüne Kraft - das Heilwissen der Familie Storl


ausgezeichnet

Mit GU-Ratgebern habe ich noch nie falschgelegen. Auch dieser ist sehr übersichtlich gestaltet und mit aussagekräftigen, schönen Farbfotos bebildert. Die Familie Storl habe ich vor einiger Zeit auf Facebook entdeckt, da ich seit langem viel von der Phytotherapie, also dem Heilen mit Pflanzen, halte. Natürlich gibt es Krankheitssituationen, in denen man damit an seine Grenzen kommt. Es gibt aber auch vieles, wogegen im wahrsten Sinne des Wortes ein Kraut gewachsen ist. Der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl führt zunächst in die Thematik ein, bevor seine Frau in zwei Teilen dann das Heilen mit Kräutern und nachfolgend Heilmittel aus der Küche vorstellt.  Jede Heilpflanze wird sehr persönlich eingeführt, mit Schilderungen, in denen die Storls es schon persönlich erfolgreich zur Heilung benutzt haben. Zur Illustration dienen auch persönliche Fotos der Familie Storl, vorwiegend auf ihrem Einödhof aufgenommen.

Rezepte zur Zubereitung des Heilmittels fehlen auch nicht, wobei sie nie den Rahmen sprengen. Das habe ich als sehr angenehm empfunden, da das Buch so nicht zu einer bloßen Auflistung wird, sondern sich ein gewisser Lesefluss entwickelt. Ein Erfolgserlebnis war für mich, dass mir die meisten Pflanzen bekannt waren und ich auch einige durchaus ohne weiteres in der freien Natur erkenne.

Schließlich wird auch nicht ausgespart, dass sich viele Kräuter auch durchaus zum Räuchern eignen.

Schon das Durchblättern des Buches hat durch die beruhigenden Grüntöne einen entspannenden Effekt. Auch nach dem Lesen werde ich es bestimmt immer mal wieder zur Hand nehmen, um etwas nachzulesen. Ziel erreicht!

 

Bewertung vom 29.09.2019
Lyons, Jenn

Der Untergang der Könige / Drachengesänge Bd.1


ausgezeichnet

Als lebenslanger Fantasy-Fan bin ich immer auf der Suche nach Büchern, die es noch schaffen, sich vom üblichen Strickmuster abzuheben und noch elektrisieren können. Mit dem ersten Teil der Drachengesänge ist das der Autorin tatsächlich gelungen. Dabei muss sie sich nicht einmal von einem der üblichen Ausgangspunkte, einem jungen Mann ungewisser Herkunft, verabschieden. Was sie dann zaubert, ist in der Tat ungewöhnlich und faszinierend.

Khirin sitzt im Gefängnis. Vor seinem Kerker kauert Klaue, ein gestaltwandelndes Ungeheuer, das ihn nötigt, seine Geschichte zu erzählen. Doch Klaue ist damit noch nicht zufrieden, denn Khirin beginnt nicht früh genug, so dass sie selbst zu erzählen beginnt. So entfalten sich Khirins Erlebnisse auf zwei Zeitebenen. Und wir müssen uns fragen, ist Khirin, der bei Pflegeeltern aufwuchs, in Wirklichkeit ein Prinz oder selbst ein Ungeheuer?

Da beide Handlungsstränge nicht all zu weit auseinanderliegen, erfordert das Lesen, vor allem, wenn man nur sporadisch dazu kommt, wirkliche Konzentration. Mit der komplexen Welt, komplizierten Familienverhältnissen und mehrfachem Körpertausch, untermalt von Fußnoten eines Chronisten, ist es nicht immer leicht, die Übersicht zu behalten. Die farbenprächtige Erzählweise und Dialoge mit witzigem Schlagabtausch machen das aber mehr als wett und lassen ungeduldig auf den nächsten Teil warten.

Bewertung vom 20.09.2019
Russo, Andrea

Green Witch


ausgezeichnet

Schon das märchenhafte Cover mit der blauhaarigen Hexe, die ausgesprochen gut zum Inhalt passt, hat mich verzaubert. Auch die Geschichte hat mir einfach nur Spaß gemacht. Elisabeth stammt aus einer Hexenfamilie, was ihre beste Freundin Stine nicht wissen darf. Zu Elisabeths 12. Geburtstag soll sich nun entscheiden, zu wem sie in die Ausbildung gegeben wird. Vielleicht zu einer Lichthexe, wie ihre Mutter eine ist, oder gar zu einer Schattenhexe? Als plötzlich 14 Hexen zur Feier erscheinen, ahnen wie schon auf Grund unserer Erfahrung aus der Lektüre von Märchen, dass das nichts Gutes bedeutet. Elisabeth aber ist fasziniert von der zu spät aufkreuzenden Wasserhexe Ava und würde am liebsten von ihr ausgebildet werden. Doch der Hexenrat teilt Elisabeth der Kräuterhexe Camilla zu. Mit Kräutern kann Elisabeth gar nichts anfangen, Freundin Stine dafür umso mehr.

Glücklicherweise darf Stine Elisabeth zu Camilla begleiten, was jedoch die Geheimhaltung von Elisabeths Status als Hexe in Ausbildung nicht gerade vereinfacht. Auf den Anwesen von Camillas Gärtnerei erleben die Freundinnen gemeinsam mit dem Gestaltwandler Tim schon bald ein fantastisches Abenteuer. Ganz nebenbei und ohne erhobenen Zeigefinger wird vermittelt, wie wichtig Freundschaft, Zusammenarbeit, Kreativität und das regelmäßige Überprüfen alt hergebrachter Verfahrensweisen sind. Zudem ist die ganze Geschichte mit äußerst fantasievollen Details ausgestattet, so zum Beispiel Elisabeths intelligente Hexen-Spinne und ihre Kuscheldecke.

Eigentlich mag ich ja Einzelbände. Ich fand das Buch aber so zauberhaft, dass ich trotzdem hoffe, Elisabeths Erlebnisse werden zu einer Serie.

Bewertung vom 15.09.2019
Peters, Veronika

Die Dame hinter dem Vorhang


sehr gut

In ihrem Roman gewährt Veronika Peters Einblicke in das Leben der englischen Exzentrikerin und Literatin Edith Sitwell. Edith wird Ende des 19. Jahrhundert in einem adligen Haus geboren, entspricht jedoch weder äußrlich noch charakterlich den Konventionen ihrer Zeit. Ihren Eltern, die ihre Brüder bevorzugen, bleibt sie ihr Leben lang nicht nur fremd, sondern muss auch erdulden, als Jugendliche in eine Art eisernen Rahmen gespannt zu werden, um ihr mehr körperliche Vorzüge zu verleihen. Edith bleibt dennoch ihr Leben lang unverheiratet und teilt ihr Leben mit Bediensteten und berühmten Künstlern. Zwei dieser Angestellten sind Emma und ihre Tochter Jane, aus deren Perspektive wir Edith unkonventionelles Leben geschildert bekommen.

Der Roman hat mich stets gefesselt. Obwohl ich nun viel mehr über Edith Sitwells Leben weiß als vorher, muss ich doch sagen, dass mir sowohl Edith als auch die beiden Ich-Erzählerinnen Emma und Jane ein wenig fremd geblieben sind. Durch den Blick der beiden Bediensteten bleibt Edith trotz aller Nähe die Kunstfigur, als die sie sich selbst stets inszenierte. Emma verschwindet, nachdem sie ihr Leben an Edith Seite ihrer Tochter abgetreten hat, mit wenigen Ausnahmen fast spurlos aus der Erzählung. Warum Jane, die als außergewöhnlich schön beschrieben wird und sowohl warmherzig als auch pfiffig wirkt, sich dafür entscheidet, ihr Leben lang lediglich Edith Vertraute und Beobachterin zu bleiben, hat sich mir nicht erschlossen. Auch das zu Beginn aufgeworfene Rätsel um Janes Geburt wird am Schluss seltsam blass aufgelöst.
Dennoch ein lesenswerter Roman für alle, die mehr über Edith Sitwell erfahren wollen, dazu noch mit edler Ausstattung.

Bewertung vom 10.09.2019
Ernst, Gustav;Fleischanderl, Karin

Romane schreiben


sehr gut

Es war angenehm, mich wieder einmal in der Theorie mit dem Schreiben zu beschäftigen, aber wirklich Neues erfahren habe ich nicht. Der Ratgeber ist stark am österreichischen Markt orientiert und konzentriert sich auf das Verfassen von gehobener Literatur und nicht von Unterhaltsliteratur. Wirklich interessant fand ich die Ausführungen dazu, wie man einen literarischen Blick auf ein Geschehen entwickelt.  Weiterhin werden Tipps geliefert, wie man ins regelmäßige Schreiben kommen kann. Allerdings ist der Anspruch der Autoren, sich vor allem zu Beginn eines Romans täglich vier Stunden Zeit zum Schreiben zu nehmen, für mich als Vollbeschäftigte mit stundenlanger Fahrzeit und privaten Verpflichtungen absolut utopisch. Ich bleibe also vorläufig dabei, meine Kurzgeschichten zu verkaufen oder entwickle einfach die Meinung, das muss auch anders gehen.

Relativ kompakt werden die Ausführungen zur Dramaturgie, Perspektive und zu Dialogen abgehandelt. Den Verweis auf Ratgeber zu Drehbüchern fand ich hilfreich, bin allerdings zwiegespalten, da zumindest in der Unterhaltungsliteratur mich so mancher Roman in abschreckender Weise nur noch an ein Drehbuch erinnert.

Die zur Illustration gegebenen Beispiele sind immer dann herausragend, wenn große Literatur bemüht wird, z. B. Gustave Flaubert. Hiervon hätte ich gern viel mehr gelesen. Die selbst verfassten Beispiele haben mir dagegen durchweg nicht gefallen. Ich hätte diese Texte leider nicht lesen mögen

Das Kapitel „Katastrophen im Text“ hilft sicherlich vor allem Schreibanfängern weiter und enthält Hinweise, die nicht nur bei Romanen zu beherzigen sind. Allerdings wird nicht ausgespart, dass herausragende Autoren unter Umständen gerade deswegen herausragen, weil sie sich immer wieder bravurös über diese Regeln hinwegzusetzen verstehen.

Abgerundet wird der Ratgeber durch knappe Tipps zum Verkauf des fertigen Manuskripts.

Für mich wurde das Schreiben durch die Lektüre wieder mehr in den eigenen Fokus gerückt, so dass ich mich daran gemacht habe, meine einzige noch unveröffentlichte Kurzgeschichte erfolgreich an den Mann bzw. die Zeitschrift zu bringen. Insgesamt hätte ich mir heutzutage ein moderneres Layout gewünscht.

Bewertung vom 08.09.2019
Green, Sally

Die Verschwörung von Brigant / Kingdoms of Smoke Bd.1


ausgezeichnet

Mit ihrer Idee um den Dämonenrauch hat mich die Autorin wirklich begeistert. Es handelt sich hier um den ersten Teil einer Serie. Ich hoffe wirklich, dass die Folgebände auch auf Deutsch erscheinen und es Kingdom of Smoke nicht ergeht wie der hervorragenden Half Bad-Serie, ebenfalls von Sally Green. Denn hier erschien bisher nur der erste Teil auf Deutsch, etwas, was sich Verlage wirklich einmal abgewöhnen sollten!

Brigant, Calidor und Pitoria sind drei Reiche, die zum Teil im Zwist miteinander liegen. Eine Ehe zwischen Catherine von Brigant und Print Tzsayn von Pitoria soll nun Frieden stiften. Für Catherine könnte diese Ehe durchaus Vorteile bieten, denn in Pitoria führen Frauen ein viel freieres Leben. Wäre da nicht ihre Zuneigung zu ihrem Leibgardisten Ambrose, die dieser durchaus erwidert. Weitere Protagonisten sind Tash, eine junge Dämonenjägerin, sowie Edyon, ein Dieb rätselhafter Herkunft, und March, letzter Abkömmling eines ausgerotteten Volkes. Sie alle verfolgen ihre eigenen Motive und werden nach und nach in eine wirklich gewaltige Verschwörung verwickelt, in der der Dämonenrauch eine große Rolle spielt. Tash spielt den Lockvogel, um die gefährlichen Dämonen zu erlegen. Ihre entweichende Seele lässt sich wegen der berauschenden Wirkung teuer verkaufen. Doch dieser Rauch kann insgeheim noch viel mehr...

Vor allem über die Dämonen hätte ich gern noch viel mehr gelesen, daher warte ich nun ungeduldig auf den zweiten Teil. Erst ziemlich gegen Ende des Buches vereinen sich die Handlungsstränge der Protagonisten, von denen mich jeder zu fesseln vermochte. Auch die ganze Ausstattung des Buches hat mir hervorragend gefallen.

Bewertung vom 08.09.2019
Oakes, Colleen

The Black Coats - ... denn wir vergeben keine Schuld


sehr gut

Auch wenn es sich hier um ein Jugendbuch handelt, sollte dem Leser klar sein, dass es darin in Sachen Gewalt und Rache nicht gerade feinfühlig von statten geht. Bei den Black Coats handelt es sich um einen geheimen Bund, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Gewalt, die Mädchen erfahren haben, zu rächen und zum Teil mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Die junge Thea wird nach dem Tod ihrer Cousine von den Black Coats angeworben. Besonders ist hier, dass die Black Coats selbst weiblich sind. Wie weit Rache und Gerechtigkeit auseinander liegen können und ob Selbstjustiz wirklich weiterhilft, mit diesen moralischen Fragen muss sich Thea bald auseinandersetzen. Denn auch hier Freund Drew gerät ins Visier der Black Coats…

Mit den Black Coats, ihren Aufnahmeritualen und dem Ordenshaus hat die Autorin ein faszinierendes Setting erschaffen, auf dessen Grundlage sich die Spannung kontinuierlich steigert. Trotzdem wurde mir vor dem Hintergrund der ernsten, fast philosophischen Fragen, manches einfach zu schnell abgehandelt. Das Ende hat es geschafft, mich zu überraschen. Dennoch hätte ich mir so manches Mal noch etwas mehr Tiefe gewünscht, auch bei der Charakterzeichnung.

Das Cover wurde nach meinem Geschmack etwas zu monochrom gestaltet. Das Buch würde mir in der Buchhandlung nicht ins Auge fallen.

Bewertung vom 01.09.2019
Benkau, Jennifer

Von Sternen gekrönt / One True Queen Bd.1


ausgezeichnet

Wie einst Alice im Wunderland findet sich die junge Irin Mailin auf einmal in einer fantastischen Welt wieder. Eben trainierte sie noch in einer Kampfsportschule, nun flieht sie vor seltsamen, nie gesehenen Raubtieren und landet in einem mörderischen Baum. Kein Wunder, dass ihr der junge Mann, der ihr zu entkommen hilft, vorkommt wie Peter Pan. Seinen Namen verrät er lange nicht und bleibt auch ansonsten wirklich geheimnisvoll. Doch auch als Mailin erfährt, dass er Liam heißt, bleibt immer die Frage: Kann sie ihm trauen? Liam scheint der geborene Lügner zu sein. Und was hat es damit auf sich, dass er sie warnt, Mädchen aus unserer Welt würden in Lyaskye geopfert?

Was als typisches Jugendbuch beginnt, entwickelt sich schnell zu einem einfallsreichen Fantasy-Roman mit frischen Ideen, einer wehrhaften Protagonistin und unverhofften Wendungen. So wie Mailin nach Lyaskye hineingerissen wird, saugt das Buch die Leserin förmlich zwichen die Seiten. Obwohl es sich um den ersten Band handelt, endet er glücklicherweise nicht mit dem schon beinahe üblichen Cliffhanger, sondern kommt zu einem recht runden Abschluss. Natürlich möchte ich trotzdem unbedingt wissen, wie es mit Mailin, Liam und Lyaskye weitergeht. Hoffentlichen kommt auch der nächste Teil mit einem so märchenhaft schönen Buchumschlag daher.