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Chattys Bücherblog
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Bretten

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Insgesamt 698 Bewertungen
Bewertung vom 24.10.2017
Sten, Viveca

Tod im Schärengarten / Thomas Andreasson Bd.2


sehr gut

Die Frauenstimme auf Funkkanal sechzehn zählte langsam rückwärts. (1. Satz)



Da ich mit dem ersten Band so meine Probleme hatte, wollte ich der Reihe aber nun doch nochmal eine Chance geben. Sehr gelungen nimmt VIVENCA STEN immer wieder Bezug auf den Vorgängerband, jedoch ohne zuviel Vorkenntnisse zu verlangen. Kleine Hinweise werden gesetzt, die jedoch auch ohne den ersten Band zu kennen, durchaus verstanden werden. Für den Kenner des ersten Bandes sind es kleine Wiederholungen, um nochmals an die Protagonisten zu erinnern, oder auch den zurückliegenden Fall.



Wer hier einen blutrünstigen Krimi erwartet, wird leider etwas enttäuscht werden. VIVENCA STEN schreibt eher ruhig, aber nicht ohne Spannung, nur eben, dass kein Blut fließt.



Auch das Privatleben der Ermittler, Nora und Thomas, kommt nicht zu kurz. Die Freundschaft zwischen den beiden wird sehr deutlich, überlagert aber nicht die Geschichte.



Man spürt, dass VIVENCA STEN sich im Bereich des Segeln auskennt und viel Wissen mit in die Story legt. So bringt sie zum Beispiel dem Leser Luv und Lee nahe, ohne schulmeisterlich zu wirken.



Durch die vielen Irrungen und Wirrungen wird das Lesen zum Genuss und der TOD IM SCHÄRENGARTEN wird zu einem spannenden Leseerlebnis. Mich hat es jedenfalls so begeistert, dass ich mir unbedingt auch den Nachfolgeband zulegen möchte. Im Gegensatz zu Band 1, fand ich diese Fortsetzung absolut gelungen.

Bewertung vom 20.10.2017
Beaton, M. C.

Hamish Macbeth geht auf die Pirsch / Hamish Macbeth Bd.2


sehr gut

Henry Withering, seines Zeichen Dramatiker, sackte tiefer in den Beifahrersitz des Kombis, nachdem er abermals einen Blick durch das Seitenfenster auf die abweisend Landschaft geworfen hatte. (1. Satz)


Schon zu Beginn entführt M.C.BEATON den Leser in die herrlichen Landschaft Schottlands. Sattes grün, schillernde Regentropfen auf den Blättern, leichter Sonnenschein, Schafe auf der Wiese, kleine schnucklige Häuser..... hm....klingt nach Idylle. Tja, wäre da nicht der Mord.
Nach einigen Irrungen und Wirrungen präsentiert Hamish dann den Mörder.

Auch in HAMISH GEHT AUF DIE PIRSCH wird der Polizist einfach herrlich anders dargestellt. Er wirkt irgendwie sehr ländlich, aber auch sehr volksnah. Und so langsam habe ich auch das Gefühl, dass er bei der Bevölkerung etwas Anerkennung erhält. Denn eigentlich ist er ja auch ganz sympathisch, nur eben sehr zurückhaltend.
Ob er in Priscilla seine große Liebe gefunden hat? Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Das Cover ist absolut stimmig zur Handlung und wurde sehr passend gewählt. Auch die Farben spiegeln sehr gut die Landschaft wieder und auch die ländliche Idylle kann aufgrund des Covers gut nachempfunden werden.

Fazit:

Nachdem mir der erste Band HAMISH FISCHT IM TRÜBEN nicht ganz so gut gefallen hat, bin ich nun absoluter Fan der Serie geworden. Hamish ist einfach sehr sympathisch und man möchte ihn in seiner liebenswürdigen Art gerne unterstützen.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die im November 2017 erscheinen wird.

Bewertung vom 19.10.2017
Heiden, Christoph

Tod in Jena


sehr gut

Mit gesenktem Kopf dämmert Ben Schilling dahin. (1. Satz - Seite 7)

Im Umfeld eines Theater Ensemble ermitteln die Kommissare Henry Kilmer und Linda Liedtke, in Zusammenarbeit mit Lennart Mikowski. Neben einigen etwas egozentrischen Charakteren, lässt der Autor, CHRISTOPH HEIDEN seine Ermittler sehr natürlich erscheinen. Henry Kilmer, bekennenden Zopfträger, mit dem Spitznamen Samurai scheint ein ziemlich gewiefter, aber liebeswürdiger Kommissar zu sein.

Mit seiner Kollegin Linda Liedtke bildet er eine sehr glaubhafte Einheit. Die Handlungen wirken natürlich und nachvollziehbar. Auch Henrys Privatleben harmoniert perfekt zu seinem Charakter.

Als dritten Ermittler schickt er Autor Lennart Mikowski ins Rennen. Schon durch seine äußere Erscheinung: ausgelatschte Turnschuh und Kapuzenpull, weicht er ein bisschen von der Norm ab, zeigt sich aber sehr bemächtigt und teilweise auch etwas überlegen.

Obwohl es sich bereits um den zweiten Band der Henry Kilmer Reihe handelt, hatte ich keine Schwierigkeiten, mich mit den Protagonisten auseinanderzusetzen. Der locker, leichte Schreibstil trägt dazu bei, der Geschichte in TOD IN JENA schnell folgen zu können. Manchmal hätte ich mir jedoch ein bisschen mehr Spannung erhofft. Ich hatte das Gefühl, dass am Spannungsbogen gearbeitet wurde, aber kurz vor dem Erreichen des Höhepunkte, ließ sie leider wieder nach.

Erwähnen möchte ich noch, dass es einige Stellen gab in denen mit kurzzeitig wirklich der Atem stockte z.B. die Foltermethoden mit dem Leder auf der Glatze. Brrrrrrr..... furchtbare Vorstellung.

Bewertung vom 18.10.2017
Laymon, Richard

Das Auge


sehr gut

Bodie rutschte und zappelte auf dem Stuhl mit der steinharten Rückenlehne herum, um irgendwie eine bequeme Sitzposition zu finden. (1. Satz)

Wie von seinen bisherigen Hardcore Romanen gewohnt, lässt RICHARD LAYMON den Leser auch dieses Mal nicht lange zappeln und konfrontiert ihn direkt mit dem Grauen. Dieses Mal in Form von Visionen.

Es ist Melanie. Bei ihrer letzten Vision ist ihre Mutter gestorben. Und nun ....?

Schnell wird dem Leser klar, worauf alles abzielt. Enge familäre Bindung, Angst verlassen zu werden, Gewalt. Und ab und zu spritzt auch mal wieder Blut. Na ja, ein echter LAYMON eben.

Die geringe Anzahl der Protagonisten sind charakterlich gut aufeinander abgestimmt, wenngleich ihre Handlungen auch nicht immer wirklich schlüssig erscheinen. Auch das Umfeld wird gut und ausreichend beschrieben.

Auffällig ist, dass es in DAS AUGE eher etwas gesetzter zugeht. Die brutalen Szenen sind deutlich minimierter, als in anderen seiner Werke. Es ist eher ein etwas gemächlicher Thriller. Als Hardcore würde ich ihn auf keinen Fall beschreiben.

Nicht so ganz schlüssig ist mir das Coverbild. Irgendwie kann ich keine Verbindung zur Story finden.

Oder soll der Türspion nur ein Auge darstellen?

Fazit

Der Verlag bietet DAS AUGE als Roman an. Hier sollte man sich auf keinen Fall täuschen lassen. Denn "nur" ein Roman ist es auf keinen Fall. Als Hardcore würde ich ihn aber auch nicht beschreiben. Für mich ist es ein Thriller mit eignen deftigen Szenen.


Ich bin gespannt, wie viele Bücher des Autors noch erscheinen werden.

Bewertung vom 17.10.2017
Perry, Sarah

Die Schlange von Essex


sehr gut

Schon zu Beginn versetzt die Autorin den Leser in eine melancholische Stimmung. Man spürt die Verzweiflung und möchte einfach nur wissen, was geschehen ist. Und genau in dieser Stimmung geht es weiter. Der Leser lernt Cora kennen, die jahrelang ihrem Mann fast schon unterwürfig gedient hat. Sehr schön wird hier die Gefühlslage beschrieben, in der sich Cora befindet. Man empfindet selbst beim Lesen Wut, Zorn, aber auch Verzweiflung. Ja, ich wollte Cora teilweise wirklich aus dieser Krise befreien. Cora möchte ihrem Leben entfliehen und lernt den Pfarrer William Ransome kennen. Zwischen beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die auch wieder den Leser mit einbezieht. Man spürt förmlich, wie sich Cora langsam öffnet. Alle fühlt sich irgendwie gut an.

Die Autorin legt wirklich sehr viel Wert darauf, dass der Leser die Gefühle wahrnimmt. Wer hier also einen mitreißenden Roman erwartet, wird schnell merken, dass es hierbei um etwas ganz anderes geht. Etwas gefühlvolleres, etwas vertrautes.

Auch auf die Probleme im viktorianischen England wird eingegangen. Zwar hätten diese an manchen Stellen noch etwas vertieft werden können, aber im großen und ganzen war dann doch ein Querschnitt, der die Zeit einfach verdeutlicht hat.

Fazit:

Ich muss zugeben, dass ich etwas komplett anderes erwartet habe und wirklich überrascht wurde. Überraschung im positiven Sinn.

Bewertung vom 16.10.2017
Conway, Martha

Das Schiff der Träume


sehr gut

Ich hielt ihr das Taschentuch hin. (1. Satz)

Schon bei der Vorankündigung des Goldmann Verlags ist mir das Cover sofort ins Auge gestochen. Lag es an diesem Schiff? An der Frau? Am Titel? oder war es eine Mischung aus allem, was mich so neugierig machte? Ich wusste auf jedenfall, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Alles beginnt 1838 in Cincinnati, Ohio. Dort lernt der Leser die 22-jährige May kennen. May ist eine grundehrliche Person, die von ihrer Cousine gerne mal als etwas dümmlich hingestellt wird. Dann schlägt das Schicksal bitter zu und May heuert selbst auf einem Schiff an. Einem Theaterschiff, um genau zu sein.

Sehr einfühlsam beschreibt MARTHA CONWAY einen Lebensabschnitt einer wirklich großartigen Frau. Sie lässt sich einfach nicht unterkriegen und versucht immer das Beste aus allem zu machen. Man erlebt die Höhe und Tiefen hautnah und fast schon spürbar mit. Ich war von der Geschichte so gefesselt, dass ich DAS SCHIFF DER TRÄUME kaum aus der Hand legen wollte. Auch durch das großzügige Schriftbild sind die Seiten nur so dahin geflogen. Ich wollte, nein, ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen.

Sowohl die Protagonisten, als auch das Umfeld war sehr detailliert beschrieben, so dass ich oftmals das Gefühl hatte, inmitten des Geschehens zu sein. Sei es die Schiffexplosion, das Schwimmen ans rettende Ufer, die Verzweiflung plötzlich allein zu sein, der Hoffnungsschimmer auf eine sichere Zukunft oder auch die Bühnenauftritte....alles schien mir sehr realistisch und absolut nachvollziehbar.

Fazit:

Mit einem tiefen Seufzen habe ich das Buch beendet. Ein Seufzen voller Zufriedenheit und Dankbarkeit für die angenehmen und unterhaltsamen Lesestunden.

Bewertung vom 14.10.2017
Parzefall, Edith

Meister Frantz und die Perlen der Zahlmeisterin


gut

Kathi graut schon vor dem Besuch im Henkerhaus, aber es half nichts. (1. Satz)

Sehr gut gefällt mir die Karte von Nürnberg zum Einstieg in die Geschichte. Ich finde, dass es durch solch kartografischen Beiwerk alles viel echter, authentischer wirkt und ich mich auch schneller in das Umfeld einlesen und einleben kann.

Auch die Auflistung der Personen zu Beginn finde ich sehr passend und wecken ein gewisses Interesse.

Die Geschichte beginnt im August 1580. Sehr anschaulich beschreibt die Autorin das Leben und Wirken eines Scharfrichters in Nürnberg. Von der Gesellschaft als unehrbar gemieden, sogleich von der Gesellschaft als Heilkundiger anerkannt. Eine sehr widersprüchliche Haltung, die die Autorin in den Vordergrund stellt.

Der Leser erfährt vieles über die Tätigkeiten des Scharfrichters bzw. Henkers. Leider wurden nicht alle Tätigkeiten erklärt, so dass hier manche Lücken blieben.

Auch einige Foltermethoden werden im Buch genannt, aber auch hier wäre eine ausführliche Erklärung wünschenswert gewesen z.B. wurde das Rädern erwähnt, aber nicht beschrieben.

Wer wie ich, historische Romane liest, wird einiges bekannte entdecken. Aber klar, was sollte es in diesem Berufsstand auch neues geben. Viele Unterlagen sind bei den Stadtfeuern verlorenen gegangen. Zudem war es ein Berufsbild, über das niemand gerne sprach. Dennoch hätte ich mir an machen Stelle einige Ausführungen gewünscht. Auch erscheint mir der Roman noch etwas unausgereift. Mal wird sehr schnell erzählt, als ob die Autorin dieses oder jenes unbedingt erzählen wollte, dann wiederum erscheinen Passagen etwas träge, als hätten hierzu Informationen gefehlt oder man wollte sie nur als Lückenfüller bis man das nächste !ichtige unbedingt erzählen wollte.

Durch den lockerleichter Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin und man könnte sich fast als Zuschauer fühlen. Tja, wären da nicht die kleinen holprigen Stellen, die sich durch den gesamten Roman zogen. Ich habe mich mehrfach gefragt, weshalb die Berufe bzw. Berufsstandes nicht erklärt wurden. Wo war die Beschreibung der peinlichen Befragung? Wo war die Information über das Menschenfett, welches als Heilmittel eingesetzt wurde? Einige Begriffen werden zwar im Glossar erklärt, aber da ich das Buch von vorne nach hinten lese, wusste ich von dem Glossar erst nach dem Lesen. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Aufklärung innerhalb der Geschichte gewünscht.

Sehr positiv habe ich das Cover empfunden. Allein durch die Farbgebung macht es schon neugierig. Und auch neugierig auf die Fortsetzung, die ich bei Gelegenheit lesen möchte, da mich die Geschichte des Henker von Nürnberg sehr interessiert. Wie geht alles weiter? Tritt evtl. sein Kind in die Scharfrichter Dynastie ein? Wird aus dem Unehrbaren vielleicht doch irgendwann ein Ehrbarer?

Bewertung vom 13.10.2017
Edelmann, Gitta

Canterbury Requiem


sehr gut

Der Wind schlug Ella den kalten Regen ins Gesicht. (1. Satz - Seite 7)

Ella zieht für ein halbes Jahr nach Canterbury, um einen Liebesroman zu schreiben. Während sie sich langsam mit den Bewohnern, den Örtlichkeiten und den Besonderheiten bekanntmacht, stirbt eine Bekannte. Aileen wurde überfahren. Aber irgendwas kommt Ella dabei seltsam vor. Sie beginnt zu ermitteln.

Wer England liebt, wird an dieser Reihe wohl kaum vorbei kommend. Ein landschaftlich hervorragend ausgearbeiteter Krimi gepaart mit einer sympathischen Protagonistin.... was will man mehr, Nun ja, vielleicht etwas mehr Spannung?

Wer hier Action, Blut, Mord und Totschlag erwartet, wird leider enttäuscht werden, da die Autorin sich lieber den leisen, sanften Tönen widmet. Teilweise habe ich mich gefühlt, als würde ich einen alten Schwarzweiß Krimi sehen, dann aber wiederum erschien er mir sehr modern.

Mich hat der erste Band jedenfalls total davon überzeugt, dass ich diese Reihe wohl weiter verfolgen werde.

Bewertung vom 11.10.2017
Albom, Mitch

Das Wunder von Coldwater


sehr gut

Als der erste Anruf vom Himmel die Welt erreichte, packte Tests Rafferty gerade eine Packung Teebeutel aus. (1. Satz - Seite 7)

Mit den Worten "Die wichtigsten Nachrichten des Lebens werden durchs Telefon verbreitet. Die Geburt eines Kindes, die Verlobung eines Paares, ein tragischer Unfall auf nächtlicher Straße [...] kündigen sich durch das Läuten eines Telefons an" beschreibt der Autor eine fast unglaubliche Geschichte. Warum ich "fast" schreiben? Nun, die Gedanken sind frei. Jeder kann glauben was er will. Aber viel Wahrheit steckt auf jeden Fall in diesem Satz.

Mit durchaus gemischten Gefühlen habe ich dieses Buch zur Hand genommen. Das Cover versprach etwas fröhliches, gute Unterhaltung eben. Aber schon nach den ersten Sätzen bemerkte ich, wie sehr mich diese Geschichte ergreifen würde. Ein Anruf vom Himmel. Wie sehr konnte ich mich in diesen Gedanken reinversetzen? Bis ich auf einmal merkte, dass ich Tränen in den Augen hatte. tränen, weil ich auch einen geliebten Menschen verloren hatte und mit dem Verlust immer wieder kämpfe. Was würde sein, wenn ich eines Tages solch einen Anruf erhalten würde? Ich glaube, dass mein neu aufgebautes Leben kräftig ins Wanken geraten würde.

In dieser Geschichte geht es um Glauben an das Leben danach und leider auch die gnadenlose weltliche Sichtweise, wie man Gefühle vermarkten kann. Ich fand den Medienrummel, der durch diese Anrufer in Coldwater, entstand, sehr bedrückend. Klar, es ist die Sensationslust die die Menschen trägt, Aber was ist mir den Menschen selbst? Mit der Botschaft des Anrufs?

Obwohl mir der Gedanke der Geschichte sehr gut gefallen hat, blieb jedoch Sully für mich eher fremd. Ich konnte mich mit seinem Charakter einfach nicht so gut anfreunden, deshalb legte ich auch den Fokus mehr auf das Thema.

Fazit:

Dieses Buch beschäftigt sich zwar mit dem Thema Glauben, ist jedoch nicht als religiöse Literatur einzustufen. Es ist ein Roman, der tiefe Emotionen anspricht. Und ob man die Dinge nun glaubt oder nicht beschreibt schon das Lied: Die Gedanken sind frei.

Bewertung vom 08.10.2017
Denzau, Heike

Tod in Wacken


ausgezeichnet

Schwarz. Würde der Tod, wenn er seine Farbe wählen müsste, sich wirklich dafür entscheiden? (Die ersten Sätze - Seite 7)

Obwohl es sich bereits um den dritten Band der Lyn Harms Reihe handelt und ich die Vorgänger nicht kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten mich mit den Protagonisten bzw. dem Umfeld einzulassen.

Die Autorin beschreibt mit einem Wortwitz und auch kleinen Spitzen und Seitenhieben die Ermittlungen eines Mordsfalls. Na ja, genau genommen sind es mehrere Mordfälle, deutschlandweit.

Lyn Harms, mittlerweile mit ihrem Kollegen, Oberkommissar Hendrik Wolff, liiert fahndet nach dem Täter. Weshalb reist er deutschlandweit und mordet immer mit der gleichen Masche?

Besonders haben mir die kleinen dialektischen Einlagen gefallen. Sie bringen das Umfeld dem Leser näher und lassen ihn besser in den Ort und das Geschehen eintauchen.

Auch die kleinen privaten Nebenschauplätze kommen nicht zu kurz, so dass auch das Privatleben der Oberkommissarin voranschreitet und man gespannt ist, was dort noch weiter passiert.

Mir hat die kriminalistisches Idee sehr gut gefallen. Der Schauplatz war gut gewählt, die Protagonisten agierten stimmig und ab und an ertappte ich mich bei einem leichten Schmunzeln.

Fazit:

Ich muss sagen... ich bin nun auf den Geschmack gekommen. Auf den Geschmack, mehr von Lyn lesen zu wollen. Aus diesem Grund werde ich mir die beiden Vorgänger und auch den bereits erschienenen Nachfolgeband auf jeden Fall besorgen.