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Uli
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86637 Wertingen

Bewertungen

Insgesamt 562 Bewertungen
Bewertung vom 22.04.2023
Wiles, Simona

Sex im Auto Erotische Geschichten


ausgezeichnet

Simona Wiles versteht es wirklich, heiße Bücher zu schreiben, die auch Frauen gerne lesen, da sie weder vulgär noch pornografisch sind. Diesmal wählt sie als Thema Sex im Auto. Und sind wir doch einmal ehrlich, hatten wir nicht alle einemal in unserer Jugend dies auch selbst gemacht. Hier sind es wieder 10 wirklich heiße und total unterschiedliche Geschichten rund ums Auto. Da ist es Dennis, der in einem Linienbus in die höchsten Gefühle katalpultiert wird. Oder in der Autowerkstatt, da liegt der Mechaniker unter einem Auto, als plötzlich High-Heels vor ihm erscheinen und eine unbekannte Frau ihn verwöhnt. Eine Probefahrt endet mit heißem Sex oder im Wald im Cabrio seiner Lust frönen. Hier sind wieder sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft worden, um dem Leser ein sehr interessantes und inspirierendes Buch darzustellen. Das Cover zeigt eine schöne jung Frau mit einem wirklich knackigen Hinterteil. Ein Büchlein, das ma immer gerne zur Hand nimmt und dann eine der Kurzgeschichten liest.

Bewertung vom 21.04.2023
Werrelmann, Lioba

Tod in Siebenbürgen / Paul Schwartzmüller ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Das Buch hat mich mehr aus beeindruckt, da ich vor über 30 Jahren selbst eine Familie aus Siebenbürgen betreut habe und von ihnen viel über die Gebräuche und Sitten der Sachsen in Rumänien erfahren habe. Paul Schwartzmüller hat mit seinem Vater in den 80iger Jahren Knall auf Fall Rumänien verlassen und ist snach Deutschland gekommen. Seither war er nie mehr wieder in diesem Land. Seine ganze Kindheit hat er in den Ferien in einem kleinen Dorf bei seine Tante Zinsi verbracht wo alles gemächlich und langsam vor sich ging. Die meiste Zeit verbrachte er damals mit seinem Freund Sorin. Inzwischen ist Paul ein erfolgreicher Journalist, an Rumänien denkt er nicht mehr viel, bis er einen Brief von einer Anwaltskanzlei erhält, dass die Tante verstorben sei und er der Erbe des kleinen Gehöfts geworden ist. Nun tritt er seine Reise in die Vergangenheit an. Doch bevor er sich richtig einlebt, wird Sorin in Haft genommen, er soll angeblich den Geschäftsmann Günther Huber getötet haben. Maia, die in Tantes Hof lebt, bittet ihn um Hilfe, denn Sorin ist unschuldig. Und Paul beginnt damit in ein Wespennest zu stoßen, wobei er auf Umweltskandale, Diskriminierung der Zigeuner stößt. Aber auch sind noch einige Ceaucescu-Anhänger in die idyllischen Dörfchen. Die Menschen hier sind sehr gastfreundlich und verwöhnen ihn mit den besten rumänischen Spezialitäten, die Paul wieder an seine glückliche Kindheit erinnern. Doch dann gerät er selbst in große Gefahr, es geschehen mysteriöse Dinge, hat Paul jemand mit einem Zauber belegt? Auch Maia scheint mit anderen Mächten in Verbindung zu stehen. Die Autorin beschreibt das Leben in dem kleinen Ort derart detailgetreu, dass man meint, selbst mit dabei zu sein. Man hört die Lämmer mähen, man meint, der Pflaumenschnaps steigt einem zu Kopf und über allem schwebt der Mythos von Dracula. Selten habe ich eine derart gute Beschreibung Rumäniens gelesen, die die Autorin gekonnt mit einem spannenden Krimi vermischt. Nach der Lektüre dieses Buches packt einem das Fernweh nach Rumänien. Der Schreibstil ist sehr gut verständlich und wegen der großen Spannung fliegen die Seiten nur so dahin. Auch das Cover ist mehr als beeindruckend. Zwischen Bäumen auf einem Berg sieht man das sagenumwobene Draculaschloß. Ein Buch, das man unbedingt weiterempfehlen soll.

Bewertung vom 19.04.2023
Villard, Sophie

Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe


ausgezeichnet

Mit diesem Buch ist der Autorin wirklich wieder Großartiges gelungen. Ich habe auch bereits ihre Bücher Madame Exupery und Peggy Guggenheim gelesen und war von dem neuen Buch wieder total fasziniert, wie fulimant es ist. Bis zur Weltausstellung in Paris 1889 will Gustave Eiffel den höchsten und modernsten Turm aus Stahl und Eisen mit mehr als 300 m Höhe auf dem Champ de Mars erbauen. Dafür hat er knapp zwei Jahre Zeit. Mit seinen besten Ingenieuren, darunter auch sein Schwiegersohn Adi Salles tüffelt er an diesem Bauwerk. Als Gustaves Privatsekretär überraschend stirbt. übernimmt seine Tochter Claire diesen Posten, der sehr zeitintensiv ist. Langsam nimmt der Turm Formen ab, aber ein großer Teil der Pariser Bevölkerung, besonders die Künstler, stellen sich diesem Plan entgegen. Doch dann lernt Claire den Zeitungsverleger Bennet kennen, der großes Interesse an diesem Exemplar zeigt und es auch in seiner Zeitung immer wieder darstellt. Endlich dann nach schwierigen Zeiten, etlichen Einbußen und sogar einem tödlichen Unfall wird der Turm am 6.11.1989 freigegeben. Ein historischer Augenblick. Und was nur für 20 Jahre geplant war ( der Turm sollte danach abgetragen werden) ist heute ein Weltkulturerbe. Die Autorin hat wie üblich sehr umfangreich recherchiert, gekonnt vermischt sie Wahrheit mit Fiktion. In dem Buch greift sie auch das Problem von berufstätigen Müttern auf, denn Claire hatte stets ein schlechtes Gewissen, ihren kleinen Sohn immer der Kinderfrau zu überlassen. In dem Buch wird auch die Liebe und die Eifersucht der Eheleute Salles dargestellt, Sie ist eifersüchtig auf eine junge amerikanische Ingenieurin, mit der er beruflich sehr viel Zeit verbringt und er auf den Zeitungsverleger. Wir bekommen auch Einblick in die Familie Eiffel. Gustave ist schon seit langem Witwer und Claire übernimmt den Posten der Hausfrau und Gastgeberin. Wir schließen auch Bekanntschaft mit den damals bekannten Malern von Paris. Bei der Lektüre erfährt man so einiges über den Eiffelturm, was man bisher eigentlich nicht wußte oder kannte. Der Schreibstil ist sehr flüssig und unterhaltsam, auch die technischen Details werden gut beschrieben und man liest sehr zügig, da die Geschichte sehr interessant ist. Im hinten angehängten Nachwort erklärt uns die Autorin Fakten und Fiktion. Gustave Eiffel hat während seines Baus am Eiffelturmes aber auch bei der Entstehung des Panamakanales mitgewirkt. Ein Buch, das nicht nur zum Vergnügen gelesen wird, sondern es informiert uns auch über geschichtliche Fakten und Personen. Das Cover zeigt uns den Eiffelturn und davor steht die junge Claire Eiffel.

Bewertung vom 16.04.2023
Schörghofer, Manuela

Das Gelübde der vergessenen Tochter / Das Bergkloster Bd.1


ausgezeichnet

Ein historischer Roman, der im 12. Jahrundert in den Alpen spielt. Eine junge Frau schleppt sich nach einem Überfall schwerverletzt in das Kloster Tannhöhe. Um vor weiterer Verfolgung sicher zu sein, verheimlicht sie ihren Namen und gibt vor, unter Amnesie zu leiden. Die Oberin gibt ihr den Namen Laya. Sie lebt sich dort ein, findet aber in dem Doppelkolster einen geheimen Gang, Bruder Ansgar, der im Männerkloster weilt, will mit ihr gemeinsam diesen Gang erforschen. Aber dann stellt sich zudem heraus, dass aus den Dörfern junge rothaarige Frauen verschwinden und nie mehr auftauchen. Außerdem unterschlägt im Männertrakt ein Bruder Lebensmittel, das den Nonnen zugestanden hätte, warum, ist unklar. Auch Bischof Odo wird dabei beobachtet, wie er mit dem Abt tuschelt und Heimlichkeiten austauscht. Was geht hier vor? Die Oberin des Klosters beauftragt Laya zusammen mit Ansgar nach den verschwundenen Mädchen zu sucht. Dabei geraten sie selnst in Gefahr. Ein wirklich großartiger Roman, der sich wie ein Krimi liest. Wir werden in die Klostergemeinschaft eingeführt, erfahren so einiges über den strengen Tagesablauf und das karge Leben der Bewohner dort. Aber auch die Armut der Bevölkerung wird hier geschildert und wie gut der Adel lebt und mit welcher Intrige. Die Autorin ist ja dafür bekannt, wie gut recherchiert ihre historischen Romane sind. Sie führt den Leser in die vergangenen Zeiten und läßt das dortige Leben detailgetreu vorüberziehen. Ihre Ausdruckweise ist sehr gut verständlich und in ihren Büchern tritt immer eine gewissen Spannung auf. Beim Lesen lernen wir so nebenbei viel GeschichtlIches kennen, da meist einige darin vorkommende Personen existiert haben und diese vermischt sie gekonnt mit ihrer Fiktion. So hat man immer eine gewisse Wahrheit im Hintergrund, wie z.B. hier Norbert von Xanten, Konrad III, Heinrich; Herzog von Bayern, die in Wirklichkeit gelebt haben. Am Anfang des Buches befindet sich ein Namensverzeichnis und ein Glossar und außerdem ein Plan des Klosters. So kann man sich immer wieder ein wenig orientieren, wenn man etwas nicht so genau verstanden hat. Das Buch endet mit einem Cliffhanger und man hat noch sehr viele offene Fragen. Aber genau das ist ja von der Autorin so gewollt, denn demnächst geht es mit der Fortsetzung weiter.

Bewertung vom 11.04.2023
Steele, Emma

Die Sekunde zwischen dir und mir


ausgezeichnet

Ich muß gestehen, dass ich zuerst mit der Geschichte sehr wenig anfangen konnte. Ein Buch eben, bei der es um wiedergefundene Liebe geht, zumal die verschiedenen Zeitzonen ziemlich schnell gewechselt wurden. Doch dann mußte ich meine Meinung revidieren, denn das Buch nahm mich gefangen. Jenn und Robbie sind nach einer längeren Trennung wieder seit ein paar Tagen zusammen. Jenn ist damals sang- und klanglos aus Robbies Leben verschwunden und hat ihre Zeit in Südamerika und in Australien verbracht. Doch zur Hochzeit ihrer besten Freundin ist sie wieder nach Schottland zurück. Und Jetzt befinden sich Jenn und Robbie auf dem Heimweg, sie will ihm unbedingt etwas wichtiges erzählen, als plötzlich ein LKW ihnen die Vorfahrt nimmt und voll in ihr Auto fährt. Und in diesen Sekunden spielt sich das ganze Leben der Beiden vor ihren Augen ab. Besonders Robbie hat eine besondere Nahtoderfahrung und sieht mit akribischer Genauigkeit, was zwischen ihnen falsch gelaufen ist. Jenn hatte eine sehr schwierige Kindheit, seit der Vater sie und ihre etwas lebensunfähige Mutter, eine Künstlerin, verlassen hat. Das Geld war immer sehr knapp und Jenn hat während ihrer ganzen Schulzeit und wahrend des Studiums immer gearbeitet, sie hat sich kein Vergnügen gegönnt, um so schnell wie möglich als Ärztin arbeiten zu können. Robbie war das Jüngste von drei Kindern und wurde sehr verwöhnt. Er ging viel aus, machte zwar gute Arbeit als Koch, aber er trank sehr gerne und er genoß seine Freizeit in den Clubs, bis sich die Beiden bei einer Geburtstagsfeier kennen und lieben lernten. Die ersten Jahre waren voller Harmonie, doch mit der Zeit entfernte sie sich emotional voneinander, bis Jenn schließlich die Konsequenzen daraus zog. Das Buch ist in einfacher Sprache geschieben und läßt sich schnell lesen. Die einzelnen Kapitel sind kurz und man sieht im Rücklblick das ganze Leben bis hin zur Kindheit,. Und dann erhält Jenn anscheindend einen für sie sehr wichtigen Brief. Aber wir erfahren erst ziemlich am Schluß, was Inhalt des Briefes war und auch das, was Jenn bei der Autofahrt Robbie wichtiges mitteilen wollte, bleibt bis zum Schluß ein großes Geheimnis und so haben wir praktisch bis zum Ende zwei Pageturner, die wir ja erfahren wollen. Die Autorin greift das heikle Thema der Nahtoterfahrung auf und wir erleben mit Robbie, wie er in das Leben der Jenn eingreifen will, aber nicht kann, da er ja nicht leiblich anwesend ist sondern nur auf geistiger Ebene. Wenn man das Buch so liest, kommt man schon ins Nachdenken und macht sich über den Tod Gedanken. Die Geschichte endet sehr sehr traurig, wenn nicht gar traumatisch. Jedenfalls ist das Cover erfreulich gestaltet. Es zeigt eine wunderschöne Frau, wie von einem Expressionisten gemalt, die mit großem Hut sinnend in die Ferne schaut. Soll dieses Bild vielleicht Bezug nehmen auf den Beruf der Malerin, der Mutter Jenns?

Bewertung vom 09.04.2023
Hess, Megan

Das Kleine Schwarze - Eine illustrierte Hommage an einen Modeklassiker


ausgezeichnet

Jede Frau träumt von dem kleinen Schwarzen, seit es Coco Chanel 1926 entworfen hat. Und so richtig zum Kult wurde es erst durch Audrey Hepburn in dem Film "Frühstück bei Tiffany". Keine Frau trug es vornehmer und edler als Holly Goglightly und plötzlich wollte jeder so ein Kleid besitzen. Und andere Designer zogen nach: Alexander McQueen, Gambattista Valli, Christian Dior, Yves Saint Laurent, um nur einige zu nennen. In den verschiedenstes Ausführungen dieses kleinen Schwarzen sah man Frauen wie Michelle Obama, Sophia Loren, Jacky Kennedy, Prinzessin Diana und und...Das Buch zeigt uns dieses Cocktailkleid in den verschiedensten Ausführungen zu dem jeweiligen zeitlichen Look. Liebevoll beschrieben werden hier die verschiedenen Modestils, deren Designer und vor allem die Trägerinnen. Das Buch ist auf jeder Seite mit wunderschönen Zeichnungen der Mode-Illustratorin Megan Hess versehen. Die Aufmachung ist sehr edel, mit Hochglanzpapier und Goldschnitt. Ein Büchlein, das sich als passendes Geschenk für jede Modefreundin eignet. Eine Hommage für zeitlose Eleganz, die jeder Frau egal welchen Alters oder mit welcher Figur steht, und aus ihr eine Stilikone macht,

Bewertung vom 08.04.2023
Puffpaff, Ellen

Der Rückkehrer (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Dies ist inzwischen der dritte Teil in dem Drama um Anna und Diego und jedesmal meint man, dass es nicht mehr gefährlicher und spannender werden kann, Und wir täuschen uns. Dieses Buch war derart voller Aktionen und Spannungen und die Protagonisten sahen mehrmals dem Tod ins Auge. Diego will nun endlich mehr über sich erfahren, er will seinen Bruder in Mexiko finden. Obwohl Anna davon nicht sehr begeistert ist, will sie ihn begleiten. Doch als Anna aus der Flughafentoilette kommt, ist Diego verschwunden und nun beginnt ihre Suche nach ihm. Dann trifft sie unverhofft auf Rafael, seinen Bruder. Er ist also in Deutschland wieder bei de Streetsurfern. Er will ihr auf alle Fälle helfen, Diego zu finden. Doch spielt er ein falsches Spielt mit ihr? Und warum ist der nette Nachbar plötzlich an ihrem Leben interessiert? Dann wird bei Anna eingebrochen und in deren Wohnung wird Heroin gefunden. Sie weiß plötzlich nicht mehr, wer Freund oder Feind ist. Doch dann bittet sie die Polizei um Hilfe. Sie schaltet Sebastian ein und befindet sich plötzlich im Netz der Mafia und Kindeshändler wieder. Die Autorin versteht es, den Leser derart nervös zu machen, denn man lebt und leidet mit Anna. Gutgläúbig und voller Liebe um Diego rennt sie von einer Falle zur nächsten, wo sie immer nur knapp dem Tod entkommt. Die Streetsurfer und Mafiosi sind nicht zimperlich und für sie zählt ein Menschenleben rein gar nichts. Man kann gar nicht glauben, welche menschliche Abgründe es gibt, wie abgehärtet und gefühlskalt diese Verbrecher sind. Je mehr Anna nachforscht, desto mehr Verbrechen und Geheimnisse kommen zum Vorschein. Ein Thriller, der wirklich nichts für schwache Nerven ist, Wie habe ich um das Leben von Anna gezittert und immer wieder die Hoffnung gehabt, dass sie mit Diego wieder vereint ist. Die Sprache der Autorin ist klar, gut und schnell zu lesen und der Spannungsbogen ist immer mehr als erhöht, was beim Lesen bestimmt auch den Blutdruck in die Höhe treibt. Voller Ungeduld warte ich auf den vierten Teil, um zu sehen, wie die ganze Geschichte weitergeht bzw. endet. Das Cover ist schlicht in weiß gehalten und ein Mann in Scherenschnitttechnik mit einer Pistole in der Hand ist mittig zu sehen.

Bewertung vom 05.04.2023
Safier, David

Solange wir leben


ausgezeichnet

Bisher konnte ich mit den überspitzt ironischen Büchern von David Safier nicht viel anfangen. Doch dieser zum Teil sehr authentische Roman hat mich sehr überzeugt und ich habe ihn mit sehr großem Interesse gelesen. Erzählt wird die Geschichte von Davids Vorfahren, die vor vielen Jahren aus Polen nach Wien kamen. Joschis Vater verdiente sich als Schneider mehr recht als schlecht sein Geld, während die Mutter die beiden Kinder Rosl und Joschi betreute. Waltraud, 20 Jahre jünger als Joschi, erlebte den Krieg in Bremen in einer Arbeiterfamilie, nach dem Krieg fristeten sie ihr Dasein in einem Eisenbahnwaggon. Joschis Eltern wurden während des dritten Reiches getötet wie auch fast alle seiner Verwandten in den KZs umkamen. Lediglich eine kleine Cousine überlebte den Holocaust. Rosl und er konnten sich noch rechtzeitig nach Israel absetzen. Dort konnte Joschi nie richtig Fuß fassen, arbeitete als Barmann, als Soldat bis er dann letztendlich zur See fuhr. Seine Ehe mit Dora blieb kinderlos. Noch während seiner Ehe lernte er Waltraud kennen und lieben, die inzwischen eine junge Witwe mit einer kleinen Tochter war. Während seiner Ehe mit Waltraud versuchte er es mit verschiedenen Gaststätten und Bars, er bliebt jedoch ein erfolgloser Geschäftsmann bis hin zum Konkurs. Während dieser Ehe wurde sein langersehnter Sohn David geboren. Das Ehepaar Safier kam allerdings wirtschaftlich nicht mehr auf die Beine. Das Buch beginnt 1937 und endet mit dem Tod von Waltraud 2005. Der Autor läßt uns hier tief in die Seele der jüdischen Familie blicken, er zeigt immer wieder auf, dass sein Vater das Verlassen seiner Heimat nicht verwunden hat und beruflich konnte er nie mehr so richtig Fuß fassen. Seine wunderschöne Mutter war hier die Starke, sie tat alles, damit die Familie es besser hatte, als sie in ihrer Jugend. Joschi liebte seine Frau abgöttisch und auch mit seiner Stieftochter hatte er ein gutes Verhältnis. Hier dürfen wir Zeuge werden, mit welchen Wunden sich die Kriegsgenerationen herumzuschlagen hat und trotz des Wirtschaftswunders immer wieder die Angst zurückblieb. Safier schreibt sehr eindrucksvoll, seine Sprache ist gut zu lesen und zur Unterscheidung von Waltraud und Joschi sind die Seiten in verschiedener Schrift geführt. Mir hat das sehr gefallen. Am Anfang und Ende des Buches sehen wir verschiedene Fotos der Familie Safier. Ich hätte hierzu gerne eine Bildunterschrift gehabt. Nach der Lektüre habe ich noch lange nachgegrübelt. Ein Buch, das Einblick in die deutsche Geschichte gibt.

Bewertung vom 02.04.2023
Rusch, Veronika

Die Bahnhofsmission


ausgezeichnet

Das Buch kann die Leserschaft faszinieren, hat es dich alles zu bieten, was man sich nur vorstellen kann: Lebensgeschichte, Liebesroman und dann schweift es in einen grandiosen Kriminalfall um.1908. Alice und ihre schwangere Schwester Constanze sind mit dem Zug auf dem Heimweg nach Berlin. Da fällt Alice eine kranke junge Frau auf, die auf dem Boden des Abteils sitzt. Sie nimmt sie mit ihn die 1. Klasse und ein mitfahrender Offizier bezahlt sogar das Ticket. Die junge Frau ist aus dem Land und auf den Weg zu einer Stellung in Berlin. Als sie am schlesischen Bahnhof aussteigt, sieht Alice, wie die junge Frau von einem Mann bedrängt wird. Doch dann kommt ihr eine energische Frau mit einer weißen Armbinde zu Hilfe. Dies läßt Alice keine Ruhe und sind geht am nächsten Tag heimlich zum Bahnhof. Hier trifft sie auf Natalie, die für die Bahnhofsmission arbeitet. Alice ist derart fasziniert und möchte helfen. jedoch nur heimlich, denn sie stammt aus einer gut bürgerlichen Familie, wo sich das nicht geziemt. Natalie ist ein Kind eines fahrenden Schaustellers. Die Unterschiede könen nicht größer sein. Was alles so gemächlich beginnt, wächst zu einem interessanten Krimi aus. Die junge Frau aus dem Zug ist am nächsten Tah plötzlich verschwunden, wurde sie von dem Schlepper eingefangen?Denn diese Männer lassen es sich nicht gefallen, dass die Mission ihnen die jungen Mädchen abspenstig macht, sie brauchen diese Frauen, damit sie als Prostituierte arbeiten. Natalie will dagegen ankämpfen und sie macht sich auf ins Rotlichtmilieu und nimmt den Kampf auf, was für sie sehr gefährlich wird. Zumal sie dort auch ihren früheren Geliebten trifft, der in der Unterwelt eine Größe ist. In diesem Buch lernen wir die sonderbarsten Gestalten kennen: Da ist die alte Baba, wirr im Kopf, die Gräfin, Heinrich, den Verlobten von Alice, Maxim, die Unterweltgröße, Leo, den Polizisten, Pavel, einen Handlanger. Den Dechanten der Mission, dem das alles über den Kipf wächst. Alle diese Personen werden von der Autorin sehr authentisch beschrieben, sie stellt diese in den schillernsten Farben mit alle ihren Guten Seiten und den Hang zum Bösen dar. Wir erleben die Verwandlung der im Reichtum und von Bediensteten umgebenen Alice, wie sie plötzlich einer alten Frau die eitrigen Füße verbindet, sich voll für die Gestrandeten in der Mission einsetzt. Wir erleben ein Berlin der Gegensätze, die Frauen hatten nichts zu melden, kein Wahlrecht, aber die ersten Suffragetten rufen zum Kampf auf und halten Versammlungen ab. Leider endet das Buch mit einem Pageturner und man will wissen, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass sich die Autorin einen zweiten Band einfallen läßt. Die Sprache ist sehr klar, man liest leicht und verständlich und die 450 Seiten fliegen nur so dahin. Auch das Cover ist sehr gut gestaltet, es zeigt eine Frau an einem Bahnhof.

Bewertung vom 01.04.2023
Hess, Megan

Audrey Hepburn


ausgezeichnet

ch bin schon allein durch die Aufmachung dieses Buches mehr als begeistert. Ein wunderschöner fast möchte ich sagen Kunstband. Der Seitenschnitt glänzt in sattem Gold, das Buch selbst ist türkis mit goldfarbener Bordüre und darauf ist die Hepburn gezeichnet, typisch im kleinen Schwarzen mit viel Schmuck und der Zigarette im langen Halter, eben Frühstück bei Tiffany. Die Autorin beschreibt hier das ganze Leben der Künstlerin, beginnend mit ihrem schweren Kindheit bis hin zum Tod. Es sind alle Fakten in Kürze zusammengefaßt, und jede Seite ist mit dazu passenden wirklich glamourösen Zeichnungen versehen. Dazwischen sind Seiten mit ihren Aussprüchen. Das ganze Buch ist edel und es paßt unheimlich gut zu der Eleganz und Persönlichkeit dieser Stilikone. Megan Hess hat es ausgezeichnet verstanden, uns diese Frau näherzubringen und auch zu begreifen. Hat denn nicht jeder von uns den Wunsch, so sein zu wollen? Gerade in unserer hektischen Zeit ist dies ein Buch zum Träumen, darin zu versinken und sich in eine mondäne Welt zu denken. Die Seiten dieses Buches sind aus wunderbarem Hochglanzmaterial und verleihen dem Buch seine Einzigartigkeit.