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jam

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Insgesamt 507 Bewertungen
Bewertung vom 06.06.2018
Zimmermann, Antje

Die Zeit, Mein Kind Roman


ausgezeichnet

„Wo bin ich?“ frage ich irritiert. „In Frau Drechslers Wohnzimmer auf der Couch. Du hast hier zwei Stunden tief und fest geschlafen“, klärt mein Mann mich auf. – Was für ein verrückter Tag!

Nein, was für eine verrückte Woche! Denn eine Woche lang, von Montag bis Sonntag, dürfen wir Isabella in ihrem stressigen Alltag begleiten. An ihrer Seite erleben wir alt bekannte Hindernisse, wie Jeans, die einfach nicht passen wollen, verschlafen und eine verspätete Bahn. Aber auch hausgemachte Herausforderungen, wie ruinierte Schuhe, weil keine Zeit fürs Imprägnieren war, oder den verärgerten Ehemann, weil frau sich wieder mal verbummelt hat.

„Die Zeit, mein Feind“ sticht schon allein auf Grund der Sprache heraus. Es ist durchgehend in der Ich-Perspektive geschrieben. In kurzen, abgehackten Sätzen teilt uns Isabella das Nötigste mit, was rund um sie geschieht. Für weitere Erklärungen oder ihre Gefühle dazu ist nur wenige Sätze lang Zeit – dadurch spürt man beim Lesen deutlich die Hektik und den Zeitdruck, der vom Weckerläuten bis zum spätabendlichen Abendessen nicht nachlässt.
Manchmal musste ich das Buch deshalb kurz weglegen und durchschnaufen, so deutlich spürte ich den Druck, der - oft auch selbst verursacht - auf Isabellas Schultern lastet.
Auch das Wochenende wird mit so viel Angenehmen und Nötigem vollgepackt, dass auch die „erholsame“ Zeit zu kurz kommt.
Doch wie das Leben spielt, ist auch Isabellas Alltag durchwachsen von unfreiwillig komischen Erlebnissen und letzten Endes findet sie einen Weg, auf ihre Art „Nein“ zu sagen und zumindest einer Person Grenzen zu ziehen – etwas, was man sich für sie öfter wünschen würde!

„Die Zeit, mein Feind“ ist absolut ein Buch unserer Zeit. Es legt den hektisch-fahrigen Finger auf die Wunde, die wir wohl alle schon mal hatten –und ich wünsche dem Leser, dass er/sie ihr schon Zeit gab, sie verheilen zu lassen!

Fazit: Ein hektisch-unterhaltsames Buch, mit viel Humor dem Alltag entrissen!

Bewertung vom 24.05.2018
Sonntag, Liz

Karma im Kaffee


sehr gut

„Ein durchtanzter Abend, kleine, zwischenmenschliche Dramen und innige Begegnungen, die im Sande verlaufen würden.
Fast wie zu Hause.
Nur heißer!“

Nachdem ihr Arbeitgeber sie freigestellt hat und nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund Tom landet Mona in einer Yoga-Shala auf Bali –zur Trainerausbildung. Blöd nur, dass Mona bisher erst eine Yogastunde absolviert hat. Auch blöd, dass es zwar ein Freiluftzimmer samt Freiluftdusche und –WC gibt – aber keinen Wurstsalat und keinen Kaffee!
Die Ausbildung verlangt der unsportlichen Mona einiges ab –und auch das weitere Bali will erkundet werden! Zwischen Sehenswürdigkeiten, Strandbars, Souvenirshops und Sonnengrüßen findet Mona nicht nur neue Freunde, sondern auch zu sich selbst! Und die Liebe darf natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen!
Denn wie sagt ihr neuer Freund Ingo so schön: „Hör auf dein Herz! Aber nicht zu sehr.“

Angefangen von ihrem Streit mit Tom bis zum Start nach Bali und die dortigen 28 Tage lang dürfen wir Mona begleiten, haben teil an ihren auf und abs.
Die Sehenswürdigkeiten Balis werden dem Leser gut nähergebracht, auch die Zwiespalte, die das Land prägen. Sei es „alles fürs Karma“ auf der einen Seite, aber keine Hilfe für Straßenkatzen, das Müllproblem oder die unterschiedlichen Touristen, die das Land fluten. Man merkt, dass die Autorin selbst das Land erfahren und lieben lernen durfte!

Unterhaltsam sind die vielschichtigen Menschen, die wir dort kennenlernen dürfen – die eingefleischten Yogis, die Surfertypen, die Aussteiger – und natürlich die Balinesen, die zwar immer schön ja sagen, deshalb aber selten verstehen, was man von ihnen will. Da nimmt der unbedarfte Taxifahrer schnell mal Ingos Angebot für eine heiße Nacht an, ohne überhaupt zu wissen, wovon die Rede ist ;)

Auch die Gruppe, in der Mona ihre Yogakenntnisse „aufbessern“ darf, könnte bunter nicht sein. Angefangen von veganen Musterschülern über Blogger bis zum Oberguru, der zu Fleischlust mit Unterstützung seiner Assistentin einlädt ist alles vertreten.
Vor allem in der Schwäbin Evi habe auch ich eine neue Freundin gefunden, die ich gerne noch ein bisschen begleiten würde!

Auch für mich war es ein auf und ab, teilweise unglaublicher Witz, der mich gut unterhalten hat, dann wieder einige Längen.
Alles in allem habe ich mich mit all den durchaus unterhaltsam geschriebenen Erlebnissen der bunten Truppe gut unterhalten, auch wenn ich mir ein bisschen mehr Yoga und mehr Entwicklung von Mona gewünscht hätte.

Fazit: Ein unterhaltsamer Bali-Roman für Zwischendurch!

Bewertung vom 15.05.2018
Covi, Miriam

Sommer in Atlantikblau


ausgezeichnet

„Kann das sein? (…) Mein Verstand ruft mir jedes Mal, wenn ich mir diese Frage stelle, energisch „Nein!“ zu. Aber wer hört schon immer auf seinen Verstand?“



Lotte steht kurz vor ihrer Hochzeit – als ihre geliebte Tante Charlie überraschende stirbt. Ihr Abschiedsgeschenk: Flugtickets nach New York für Lotte, ihre Mutter und ihre beiden Schwestern.

Doch auf dem Heimflug muss die Maschine aufgrund einer Aschewolke notlanden und die vier unterschiedlichen Frauen landen mit Hilfe des mürrischen Connor in Nova Scotia – Kanada, in einem entzückenden B&B.

Vor der malerischen Kulisse des Atlantik lernen die Selinger-Frauen sich gegenseitig wieder kennen – und auch ihre geheimen Wünsche…



Sommer in Atlantikblau ist ein absolutes Wohlfühlbuch! Über 400 Seiten begleiten wir Lotte auf ihrem Weg von Deutschland über NY nach Kanada – und zu sich selbst! Immer wieder „erscheint“ ihr ihre Tante Charlie und es sieht so aus, als würde diese aus dem Jenseits Lottes Schritte in die richtige Richtung lenken…



Da Lotte gerne ein Buch veröffentlichen möchte, macht sie aus Alltagssituationen in Gedanken kleine Romanabsätze, die sehr auflockernd und unterhaltsam zu Lesen waren. Gerade zu Beginn dürfen wir oft an Lottes „Romangedanken“ teilhaben.

Generell ist Lotte eine sehr sympathische und lebensnahe Protagonistin – von ihrem Vater zu einem BWL Studium und in einen Job im elterlichen Betrieb gedrängt, ist sie es gewohnt, ihre eigenen Bedürfnisse hintanzustellen und die Wünsche anderer wichtiger zu nehmen als die eigenen. Sie und ihre Mutter und Schwestern haben bei ihrem Zwangsaufenthalt in Nova Scotia unerwartet Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, was sie wirklich wollen und woran ihr Herz hängt.

Immer wieder kreuzt der verschlossene und oft grantig wirkende Connor ihren Weg, ein ganz außergewöhnlicher Mann mit einer traurigen Geschichte, die wir nach und nach erfahren dürfen.



Obwohl von Anfang an ziemlich klar ist, wie das Buch enden wird, ist es doch zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die oft überraschenden Wendungen und vor allem Charlies Einfluss machen es zu etwas Besonderem! Was davon Einbildung ist und was real? Das zu beurteilen bleibt dem Leser überlassen!

Der Stil ist flüssig und lockerleicht, die Absätze fliegen nur so dahin und hinterlassen eine tiefe Sehnsucht nach dem Atlantik… Die vielen kleinen Ortsbeschreibungen machen beim Lesen Sehnsucht nach Kanada.

Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und Euch wird es genauso gehen!


Fazit: Ein mitreißender Liebesroman über alte Einflüsse und neue Entscheidungen!

Bewertung vom 13.05.2018
Qunaj, Sabrina

Die fremde Prinzessin / Geraldines-Roman Bd.4


ausgezeichnet

„Gorau adnabod, d´adnabod dy hun, betonte er stets: Weise ist der, der weiß, wer er ist.“

Wir befinden uns im Wales des 12. Jahrhunderts. Basilia ist die legitime Tochter Richard de Clares, des legendären Strongbow. Im Schatten seiner Burg Striguil als Bastard geschimpft, darf sie später etwas entfernt im ländlichen Raum zu voller Kraft und Stärke finden.
Als ihr Vater sie nach Irland nachholt, lernt sie dort die geheimnisvolle Prinzessin Aoife kennen, ihre Schwiegermutter. Lia liebt ihre neue Heimat, doch die irischen Clans wollen sie ihrem Vater immer wieder streitig…

Wir begleiten Lia ab ihrem achten Lebensjahr, sie ist ein ungestümes, wildes Mädchen, das kaum ihren Mund halten kann und sein Herz auf der Zunge trägt. Ihre Lebensreise ist eine weite, wir folgen ihr zu Schafherden, wo sie lernt, körperlich zu arbeiten und dabei auch psychisch sehr reift weiter nach Irland.
Dort bringt ihr Wissensdurst und ihr großes Herz sie weit. Unter Aoife lernt sie, manchmal auch ihr Gemüt zu zügeln und aus dem Hintergrund in die Politik einzugreifen.

Es war eine wunderbare Reise, auf der ich diese unglaubliche Frau kennenlernen durfte. Es war schön, sie beim Wachsen und Reifen zu beobachten, ich habe mit Lia mitgelitten und –gekämpft!
Mir persönlich haben die ersten Jahre an ihrer Seite besser gefallen als die blutigen Schlachten im weiteren Verlauf, die aber untrennbar mit dem Mittelalter verbunden sind.
Die Geschichte ist unglaublich gut recherchiert, es kommen kaum fiktive Figuren vor und sogar ein entscheidendes Dokument wurde wörtlich übernommen und in die spannende und mitreißende Handlung eingebaut!
Die Autorin schafft es immer wieder, wahre Gänsehautmomente zu schreiben und auch Nebenfiguren so viel Leben einzuhauchen, dass sie einem im Herzen bleiben!

Fazit: Ein gut recherchierter, spannender Roman im Mittelalter, getragen von einer großen Liebe!

Bewertung vom 07.05.2018
Niequist, Shauna

Einfach ich sein


sehr gut

„Wenn Sie es zulassen, wird die Welt Ihnen sagen, wie Sie leben sollen. Lassen Sie es nicht zu. Nehmen Sie den Raum wirklich ein, in dem sie leben. Erheben Sie Ihre Stimme. Singen Sie Ihr Lied!“



Shauna Niequist hat ihr Leben gefüllt, erst als aktives Mitglied ihrer Gemeinde, dann als Autorin, die Vorträge hielt. Bis sie merkte, dass sie all das machte, weil sie glaubte, es tun zu müssen, nur weil sie es kann – und nicht weil sie wollte!

Und sie lernte und lernt oft schmerzhaft, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen: Sich selbst und ihre Familie.



Eines vorneweg, dies ist ein christliches Buch in dem es um unter anderem um die Liebe Gottes und Jesus geht.

Die Autorin nimmt uns mit auf ihre Reise, gleich zu Beginn des Buches zeigt sie uns die Abgründe, in denen sich ihr Seelenleben befand. Mich persönlich hat sie ein Stück zu weit mit hinuntergezogen, ich hatte wirklich zu kämpfen, mich von ihrem Selbsthass nicht anstecken zu lassen.

Stück für Stück in kleinen Kurzgeschichten, Begebenheiten und Anekdoten rund um ihre Lieblingsplätze und Wasser, ihr Element, zeigt sie uns, wie sie den Weg zurück zu sich selbst gefunden hat. Sie betont selbst immer wieder, dass sie noch lange nicht am Ende ist und das spürte ich auch beim Lesen.

Das Buch ist sehr biografisch, wir erfahren viel über ihre Familie und ihre Gemeinde. Vielleicht etwas zu biografisch, manchmal hätte ich mir etwas Leichteres, Bunteres gewünscht. Etwas Konkreteres, Anleitungen zu mehr Unperfektheit ;)


Ich hatte beim Lesen manchmal das Gefühl, dass die Autorin teilweise jetzt noch tiefer unten ist, als ich es bin, und von daher gab es kaum etwas, was ich mitnehmen konnte. Das Buch liest sich leicht und flüssig, die Geschichten sind oft sehr nett, aber das große Gefühl zum in sich weitertragen, der Gedanke, dem man dann noch ein wenig hinterher hängt, habe ich nicht gefunden!

Bewertung vom 07.05.2018
Grementieri, Sabrina

Eine Liebe in Apulien


gut

Um sechs Uhr morgens läutet das Telefon… Violas geliebte Oma Adele ist gestorben, die Familie muss sofort nach Apulien reisen, um ihr Begräbnis zu regeln. Gemeinsam sortieren sie die Hinterlassenschaft, bis Adeles Testament einschlägt wie eine Bombe – und nicht nur Violas Leben gründlich auf den Kopf stellt…

Was erwarte ich von einem italienischen Liebesroman? Wellen, die an den Strand schlagen, Sand, eine salzige Meeresbrise und vor allem italienische Leidenschaft. Eine Brise Humor und Charaktere, die authentisch und greifbar sind. Eine interessante Grundhaltung und dazu noch einen Schuss Romantik – fertig!

Und irgendwie habe ich vieles davon bei diesem Buch vermisst…

Gefallen hat mir, dass die für eine Hinterlassenschaft notwendigen diversen Amtswege interessant erwähnt wurden, der Zeitablauf ein realistischer war – sonst wird bei solchen Dingen in Büchern ja gerne übers Knie gebrochen.

Mir waren die Charaktere zu unausgewogen, hatten zu wenig Tiefe, obwohl ich bei einem Liebesroman gar nicht viel Tiefe brauche. Viola, die bis zur letzten Seite treibt wie ein Blatt im Wind, Sara und ihre Motivation und Taten, Aris, der fürchterlich stur in eine Richtung geht, einziges Highlight ist der besondere Junge Nico, er ist mir echt ans Herz gewachsen!

Adeles Tätigkeit als Heilerin versprach einen interessanten Aspekt, leider wird diese nur kurz angedeutet. Schade, das hätte mehr hergegeben.

Obwohl bis zum Schluss wohl kaum ein Klischee ausgelassen wurde, kam dann doch eine für mich sehr unerwartete Wende – die leider in weiten Teilen nicht glaubwürdig war.

Fazit: Ein leichter-seichter Liebesroman mit klischeehaften Charakteren und einem starken Hang zur Dramatik!

Bewertung vom 01.05.2018
Matt, Irene

Der Augenblick


ausgezeichnet

„Alle sind so gut zu mir, das habe ich nicht verdient. Ich habe ihn gefragt, warum er sich die Mühe für mich, eine Mörderin; macht. Daraufhin hat er gesagt: „(…) Es ist nicht der Hass, sondern es ist die Liebe, die uns rettet.“

Die Ermittlerin Alexandra Keller kommt gerade von einer Auszeit zurück, da landet der Fall Marcel auf ihrem Tisch. Ein Säugling, der ermordet aufgefunden wurde. Als die Täterin bekannt wird, wirft das mehr Fragen auf, als es beantwortet.
Wie ist es möglich, dass ein Mensch, dessen Leben in geordneten Bahnen lief, von einem Augenblick auf den anderen ein schweres Verbrechen begeht?
Um diese Frage zu beantworten, tritt ihr ehemalige Ausbildner Hermann Rau an Alexandra heran. Er möchte eine Gruppe bilden, die sich eingehend mit solchen Fällen und den Tätern beschäftigt, ihnen hilft, diese Frage für sich selbst zu beantworten! Und herauszufinden, ob sie es wieder tun könnten…

Das Buch beginnt packend und gruselig, wir erleben hautnah mit, was mit Marcel geschieht… Und schon hier habe ich mich gefragt, was kann der Grund sein, warum geschieht das?
Im weiteren Verlauf beschäftigen wir uns mit genau dieser Frage. Der Leser ist stiller Beobachter der Gruppe, die sich aus einem Pfarrer, Hermann, Alexandra, einer Analytikerin und Nikolaus Kleeberg, einem forensischen Psychiater sowie fünf Tätern zusammensetzt. Alle außer Nikolaus Kleeberg sind sehr bemüht, den Tätern eine sichere Umgebung zu bieten, in der sie sich öffnen können. Um zu ergründen, was in genau jenem Augenblick passierte, der ihr Leben und das weiterer Betroffener so dramatisch verändert hat.
Und zwangsläufig stellt man sich selbst die Frage, was davon könnte mir passieren, unter welchen Umständen wäre ich zu einer irrationalen Tat fähig, die tragisch enden könnte?

Einen wichtigen Part übernimmt Nikolaus Kleeberg, er stört die Runde und meine Überlegungen immer wieder mit sarkastischen Kommentaren. Für ihn ist das alles nur Theater der Täter, um einer gerechten Strafe zu entkommen. Und damit sprach er – zwar in übertriebener Sprache – Gedanken aus, die auch durch meinen Kopf geistern. Gibt es noch eine andere Stufe als die Unzurechnungsfähigkeit? Kann jemand zurechnungsfähig sein und dennoch in einem Moment so von seinen Gefühlen überwältigt, dass er eine Straftat begeht?

„Der Augenblick“ ist ein Roman, der mich tief in die Psyche von Menschen wie du und ich es sind, geführt hat. Der mich über Schuld und Strafe nachdenken ließ, über schlechte Träume und gute Menschen. Über Vergangenheit, die oft präsenter ist als die Gegenwart…

Ein Buch, das sich nicht auf das laute Verbrechen konzentriert sondern auf den Moment der Stille, der ihm vorausgeht.

Ob ich für mich eine Antwort gefunden habe? Nein, aber ich werde weiter darüber nachdenken…

Bewertung vom 01.05.2018
Menzel, Dana;Fraczek, Julia

Die Botanicas - Waldgeflüster


sehr gut

Ferien! Die fünf Freundinnen Ida, Isabell, Trixie, Litchi und Chitchi machen es sich vor dem Fernseher gemütlich. Da entdeckt Trixie etwas Merkwürdiges vor dem Fenster… Haben sich die Pflanzen bewegt? Ihre Neugierde ist geweckt! Und als sie am nächsten Tag mit ihren Freundinnen durch den Wald streifen, kommen sie einem großen Geheimnis auf die Spur!

Die Botanicas wurden von den beiden 16jährigen Autorinnen Dana Menzel und Julia Fraczek ins Leben gerufen.

Das Cover zeigt eine Steinwand, an der sich eine Pflanze hinaufschlängelt. Auf der Mauer sitzen die Mädchen, wir sehen sie von hinten und schon hier wird deutlich, wie unterschiedlich sie sind. Dahinter erkennen wir den Wald und die Natur, die eine große Rolle in dem Buch spielen.
Die Botanicas – Waldgeflüster ist ein nettes Buch für Kids, über den Wald, Umweltschutz und Freundschaft. Und darüber, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten. Ihre Charaktere sind herzig und sehr unterschiedlich gezeichnet und immer wieder finden sich kleine Wortspiele, die mich zum Schmunzeln gebracht haben! Da werden die Maiglöckchen aufgrund ihres schrecklichen Geläutes als „Rasselbande“ bezeichnet, eine Pflanze nimmt sich „kein Blatt vor den Mund“…
In einem spannenden Showdown gelingt es den Mädchen dann mithilfe ihrer neu gewonnenen Freunde dieses Abenteuer zu einem guten Ende zu bringen – und ich habe das Gefühl, dass es nicht das letzte für die fünf Freundinnen sein wird!

Mit 99 Seiten ist es ein sehr kurzes Buch, das macht sich auch teilweise in der Handlung bemerkbar, es gibt Elemente, die man länger ausführen könnte. Da ich mich auf den wenigen Seiten aber sehr gut unterhalten habe, gebe ich dem Buch 4 Sterne.
Ich freue mich auf eine Fortsetzung und hoffe, dass die Handlungsstränge und Charaktere deutlicher ausgebaut werden.

Fazit: Zwei Jung-Autorinnen haben ein kleines Buch mit einer großen Botschaft geschaffen!

Bewertung vom 26.04.2018
Stevens, Chevy

Ich beobachte dich


ausgezeichnet

„Bereust du etwas?“
„Mehr als ich zählen kann. (…) Aber so ist das Leben. Dieser Moment zählt. Manchmal ist atmen alles, was du tun kannst.“

Unter dramatischen Bedingungen ist Lindsey mit ihrer Tochter Sophie die Flucht vor ihrem tyrannischen Mann gelungen. Sie hat sich ein neues Leben aufgebaut, weit weg von ihrer Vergangenheit.
Mittlerweile sind 11 Jahre vergangen, manchmal sehnt sich Sophie nach einem Vater.
Und jetzt kommt Andrew aus dem Gefängnis frei, und Lindsey weiß, er wird sie finden!

Die Geschichte beginnt im November 2005, kurz vor Lindseys Flucht und sie gibt gleich einen schaurigen Einblick in die Hölle, die ihr ihr Mann bereitet.
Im ersten Teil wechselnd die Kapitel immer zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wir reisen weiter zurück und erleben das erste Kennenlernen von Lindsey und Andrew, seine Veränderung. Und wie er es geschafft hat, sie immer weiter zu manipulieren und unterdrücken, bis ihr endlich die Flucht gelingt.
Auch in der Gegenwart spitzt sich die Lage zu, man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen!

Gerade der Wechsel zwischen den Zeiten hat den Einstieg wahnsinnig interessant und spannend gemacht, ich habe mitgefiebert und mitgelitten! Die Kapitel sind in der Ich-Perspektive von Lindsey und Sophie geschrieben, ihre Gedanken und Beweggründe erlebt der Leser mit. Was Andrew denkt und fühlt, kann man nur aus seinen Taten erahnen… Und so wie es aussieht, kann man nur vom Schlimmsten ausgehen!

Chevy Stevens ist ein packender Psychothriller gelungen, der den Leser mitreißt, in die Irre führt und in einem spannenden Showdown überrascht zurücklässt!