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Marie aus E.

Bewertungen

Insgesamt 885 Bewertungen
Bewertung vom 07.10.2021
Blum, Antonia

Jahre der Hoffnung / Kinderklinik Weißensee Bd.2


ausgezeichnet

Auf die Fortsetzung der Reihe um die beiden Schwestern Marlene und Emma Lindow habe ich mich sehr gefreut.
Inzwischen ist Marlene fast fertig mit Ihrer Ärztinnen-Ausbildung, den praktischen Part kann sie in der geliebten Kinderklinik Weißensee absolvieren. Ihre Schwester Emma ist dort nach wie vor als Krankenschwester tätig.

Diesen Band fand ich ganz besonders fesselnd. Es tobt die Spanische Grippe und der Bezug zur jetzigen Pandemie macht das nochmal berührender. Ich fand die Seuche, die Kriegsgreuel, die physische und psychische Last, mit denen die Kriegsheimkehrer zu kämpfen haben, sehr berührend geschildert.

Natürlich hat auch das Drumherum - Marlenes schwerer Kampf als Frau in einem Berufsumfeld von Männern sowie die Liebeskrisen und Dramen das Buch so fesseln gemacht.

Für mich - die ich eigentlich gar nicht so sehr auf historische Romane stehe - ein rundum gelungenes Buch.
Das I-Tüpfelchen war dann noch das Nachwort, das viele Informationen gab. Die Anzahl von Toten durch die spanische Grippe in Relation zu Kriegstoten hat mich erstaunt, das wusste ich nicht.

Ich freue mich jetzt schon auf Band drei und gebe verdiente fünf Sterne.

Bewertung vom 02.10.2021
Messenger, Shannon

Der Aufbruch / Keeper of the Lost Cities Bd.1


ausgezeichnet

Vorab: Sowohl die Elfjährige Leserin als auch ich haben Fantasy aktuell etwas über, wir haben einfach zu viel davon gelesen und (für uns) ähneln sich die Stories doch auf Dauer.
Manchmal klingt der Klappentext aber einfach zu verlockend und wir werden schwach, so geschehen bei diesem Buch.

Und wir sind komplett einer Meinung: das Buch ist absolut gelungen!

Ein wenig erinnert es an Harry Potter, der Grund-Plot ist ähnlich aufgebaut. Kind mit besonderen magischen Fähigkeiten kommt auf eine spezielle Schule und in ein komplett neues, magisches Umfeld.
Es ist aber lange nicht so düster wie HP, aber für uns genauso spannend.
Die Autorin geht trotzdem nicht zimperlich mit uns Lesenden und vor allem mit den Buchhelden um, für ganz zart Besaitete würde ich es nicht empfehlen und auch das vorgeschlagene Lesealter ab elf Jahren einhalten.

Wir mochten die Hauptperson Sophie total gerne, sie muss viel mitmachen und wir konnten uns gut in ihre Lage hineinversetzen.
Auch in der Elfenwelt ist nicht eitel Sonnenschein, es gibt ein Zwei-Klassensystem und Sophie wird in der Schule nicht von allen Lehrern mit offenen Armen empfangen, ganz im Gegenteil.
Wir haben richtig mit gefiebert uns außerdem gefreut, dass es mit 512 Seiten ein richtig schöner dicker Schmöker ist.

Nachdem es ein Reihenauftakt ist, weiß man mit Band 1 noch nicht, wie es weitergeht. Aber wir hatten auch schon üblere Cliffhanger und sind sehr gespannt, was im Elfenvolk bald passieren wird - auch im Hinblick auf Sophies Gefühlswelt. Der attraktive Fitz hat es ihr ja schon angetan, aber da ist ja auch noch... tja, wie gesagt, sehr spannend auf allen Ebenen.

Bewertung vom 01.10.2021
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Morgen, Klufti, wird's was geben


gut

ch mag die Kluftinger-Krimis ja, eine amüsante Mischung aus dem leicht klamaukigen Klufti und einem Krimi.
Deshalb war ich auch bei der Weihnachtsgeschichte am Start.
Ja nuuuuun, vielleicht muss man die vierundzwanzig Katastrophen bzw. Kapitel im Sinne eines Adventskalenders genießen, jeden Tag ein kleines Häppchen, dann hat man unter Umständen mehr Freude daran.

Am Stück konsumiert ist das halt nur Klamauk-Klufti und für mich war das eindeutig zu viel des Guten.
Es ist auch kein kleines Etwas Krimi-Element dabei, es geht ausschließlich um Weihnachten bei Kluftingers.

Das Buchformat ist winzig - und die Seitenanzahl mit 144 Seiten auch sehr übersichtlich (wobei ich auch nicht mehr davon gebraucht hätte).
Dafür finde ich den Preis aber schon happig.

Aber jetzt genug geschimpft! Es ist kein schlechtes Buch, ich habe schon auch stellenweise grinsen müssen.
Meine Empfehlung wäre aber wirklich, sich das Buch in vierundzwanzig kleinen Dosen im Advent zu gönnen, damit es nicht überdosiert wird.
Oder eben für die 1000%-igen Kluftinger Fans.

Bewertung vom 01.10.2021

Fahr mit!: Auf der Baustelle


ausgezeichnet

Das Mitmach-Bilderbuch ab achtzehn Monaten hat eine Besonderheit: die Faszination von Baustellen lädt hier zum aktiven Mitspielen ein.
Auf sechs dicken Doppelseiten (hier geht bestimmt so leicht nichts kaputt) entdeckt man nicht nur ganz viel rund um die Baustelle (Löffelbagger, Planierraupe,...), man kann Fahrzeuge und Objekte auch selbst über die Baustelle lenken oder navigieren.
Das ist für grobmotorische Kleinkind-Hände allerdings gar nicht so leicht, hier braucht es schon etwas Geduld und trainiert ganz nebenbei die Feinmotorik.

Richtig gefeiert habe ich die Autorin dann, also ich Kranführerin Nelly und Ladekransteuerin Paula entdeckt habe, die ganz selbstverständlich neben Bruno und Paul agieren.

Ein Buch, bei dem es viel zu entdecken gibt und das auch noch Spielspaß bietet. Besonders toll: hier können sich auch Mädchen identifizieren.

Bewertung vom 27.09.2021
Funk, Kristin

Ein Buch, vier Jahreszeiten


ausgezeichnet

Schon wenn man das Buch in die Hand nimmt, beginnt der Genuss.
Es fühlt sich mit dem Leineneinband einfach schön an, liegt schwer in der Hand und das Cover spiegelt das Jahreszeitenthema wunderschön wider.

Innendrin lädt das Buch zum Blättern und Genießen ein.
Ich habe mit dem Herbst begonnen, es gibt Gedichte, Gedanken, Herbstmomente in Fotos, Garten und Natur im Herbst einschließlich einer kleinen To-Do Liste, viele Rezept- und Bastel- bzw. Dekoideen, eine kleine Herbstmeditation, ein Herbstmärchen, viele wunderschöne Zeichnungen.
Das alles großformatig und mit viel Platz, ein Genuss! Nichts überfüllt, nichts noch irgendwo hingequetscht, das Layout begeistert mich total.

Jetzt habe ich nur noch ein Problem: Soll ich einen warmen Apple Crumble machen, Zimtschnecken oder doch lieber ein Kartoffel-Kürbis-Gratin?

Ein wunderschönes Buch, das sich auch sehr gut als Geschenk eignet.

Bewertung vom 27.09.2021
Mayer, Gina

Mathe, Deutsch und Wolkenkunde / Die Schule für Tag- und Nachtmagie Bd.2


ausgezeichnet

Wir haben schon viele Bücher von Gina Mayer gelesen und waren von allen begeistert, deshalb haben wir uns auf die neue Reihe sehr gefreut.
Wir sind mit Band 2 gestartet - das war überhaupt kein Problem, man muss nicht unbedingt der Reihe nach lesen und kann trotzdem folgen.

Lucy und Nora sind Zwillinge und gehen in eine magische Schule, die im Zwei-Schicht-Betrieb funktioniert. Es gibt die Tag-Magier und die Nacht-Magier. In Band zwei begleiten wir überwiegend Lucy, sind also tagaktiv.

Ein wenig neidisch sind wir schon, denn Lucy erlebt so tolle Dinge. Sie darf in einem Lichtschwimmbad schwimmen lernen. Das muss sich toll anfühlen, lest selbst!

Aber natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein, auch dunkle Wolken im übertragenen Sinn ziehen auf und Lucy muss ein spannendes Abenteuer bestehen.

Dazu gibt es noch niedliche Tiere, wie Muckel, den Siebenschläfer und Ava, die Fledermaus.

Das Buch bringt jungen Leser:innen die Magie ins Haus, ab etwa sieben Jahren würde ich das Buch empfehlen, Vorlesen geht auch schon etwas früher.

Fazit: richtig schön & den magischen Regenbogencocktail (Rezept ist dabei) wollen wir auf jeden Fall ausprobieren.

Bewertung vom 15.09.2021
Nicol, Lisa

Vincent und das Großartigste Hotel der Welt


ausgezeichnet

Das Buch beginnt gleich trist. Vincents Eltern müssen sich immerzu um den Bruder Thom kümmern und haben keine Zeit und keine Kraft für Vincent und seine kleine Schwester, die irgendwie - obwohl noch so klein - selbst klarkommen müssen.

Doch dann hat der elfjährige Vincent endlich Glück im Leben: er hat einen Job im großartigsten Hotel der Welt gefunden. Und bald ist das nicht nur ein Job, sondern er hat auch die großartigsten Freunde der Welt gefunden, ganz besonders die allerbeste Freundin.

Das Hotel wird in allen Einzelheiten sehr phantasievoll beschrieben. Was es da nicht alles gibt! Oh ja, da möchte man auf der Stelle hinfahren.
Für mich (als Erwachsene) war das streckenweise schon etwas zu viel des Guten, es waren sehr, sehr viele Aufzählungen, was es dort alles gibt. Aber ich bin nicht die Zielgruppe und die Vertreterin dieser (elf Jahre alt wie Vincent) war davon sehr begeistert!

Das Buch hat dann eine ganz andere Richtung eingeschlagen als erwartet: es blieb nämlich (für uns überraschend) auch ernst und auch traurig. Auch das großartigste Hotel der Welt kann Kummer und Sorgen nicht abschirmen.
Zwischen all den Lamas, Babyelefanten und Taschenhunden und den vielen großartigen Momenten gibt es eben auch schwere Momente.

Aber wie die Tochter so schön sagt: Ich mag das Buch, weil es so lustig und so traurig ist.

Bewertung vom 05.09.2021
Crell, Christopher

Genussvoll gesund bleiben


weniger gut

"Nie wieder krank" - mit dieser doch sehr starken Aussage wirbt der Autor für sein Buch.

Klar ist eine gesunde Ernährung wichtig und mit dem Buch wird eine Ernährungsumstellung als Challenge aufgebaut.

Das mag ich - da wird mein Ehrgeiz geweckt, deshalb gefällt mir der Aufbau des Buches auch.

Es ist als 28-Tage Challenge plus einem Festmahl-Zusatztag aufgebaut, d. h. man bekommt jeden Tag je ein Frühstück, Mittagessen und Abendessen präsentiert.

Wenn man nach Kategorien kochen möchte, muss man also immer etwas blättern - aber das Buch ist sehr übersichtlich aufgemacht, so dass man sich trotzdem schnell zum jeweiligen Ziel kommt.

Das Format ist ungewöhnlich, nämlich klein und kompakt, das hat mich zwar überrascht, gefällt mir aber, da es nicht so viel Platz wegnimmt.

Die Rezepte an sich sind allerdings gewöhnungsbedürftig - aber es ist nun mal eine Challenge und kein Spaziergang.

Aber ein halber Kopfsalat als Frühstück ist trotzdem nichts für mich, genauso wenig wie ein Tomate-Mozzarella Salat.

Wie ich in der Überschrift schon geschrieben habe, beginnt die Herausforderung bereits beim Einkauf.

Für viele Rezepte braucht man Mandelmehl, das hat mein eigentlich gut sortierter Supermarkt nicht und im Bioladen habe ich für 250 g gleich mal knapp 10 € bezahlt. Und so ging es weiter. Verschiedene Zuckeraustauschstoffe, die ich zwar hätte kaufen können, dann aber wieder viel Geld für wenige Löffelchen ausgeben hätte müssen, öfter verwendete Perlhuhnbrust, die ich nicht finden konnte, von Flohsamenschalen bis Kokosfett, von Leinsamen bis Matchapulver - für den kleinen Geldbeutel ist das definitiv nichts.

Man kann zwar sagen, bei einer Ernährungsumstellung verwendet man das dann ja dauernd, aber naja, ob es dann so kommt, das sei mal dahingestellt.

Die Gelingsicherheit der Rezepte war durchwachsen. Mein Einstieg war das Tomaten-Olivenbrot, das man durchgängig während der Challenge als Brot essen soll.

Das war gleich ein großer Flop. Der Teig war viel zu flüssig, an ein Formen war gar nicht zu denken, es entstand ein platter Fladen, der aber geschmacklich gut war.

Gut gelungen sind hingegen die Pancakes, die uns allerdings durch die Verwendung des Mandelmehls überhaupt nicht geschmeckt haben. Wer kein Marzipan mag, kann diese nicht essen, denn es schmeckt sehr stark danach. Bei einem Mehlpreis von 10 € (und auch so) kann man aber ja nicht einfach alles wegwerfen, deshalb also ohne jeglichen Genuss gegessen und alle Mandelmehlrezepte für immer von der Kochliste gestrichen.

Die einfachen Rezepte wie Glasnudelsalat und Omelette waren hingegen geling sicher, an die komplexeren habe ich mich nach der Broterfahrung noch nicht herangetraut. Für Kochanfänger halte ich das Buch für völlig ungeeignet.

Die Rezepte sind immer für eine Person, das finde ich sehr praktisch. Man kann hier gut als Single danach kochen oder auch einzeln als ein Familienmitglied, weil meistens ja der Rest der Familie bei Ernährungsexperimenten nicht so mitspielen will. Falls doch, könnte man die Rezepte problemlos mit der Personenanzahl multiplizieren.

Für Familien mit Kindern ist es aber eher nichts, da die ganzen Zuckeraustauschstoffe und eine Low-Carb-Ernährung zumindest aus meiner Sicht nichts in einer kindlichen Ernährung zu suchen haben.

Mein Gesamtfazit ist durchwachsen. Die Rezeptauswahl hat mich nicht begeistert, gestört hat mich der teure, aufwändige Einkauf und die sehr knapp gehaltene Zubereitungsbeschreibung.

Wer sich aber mit einer low-Carb Ernährung schon angefreundet hat, kann hier glücklich werden.

Bewertung vom 02.09.2021
Veronesi, Sandro

Der Kolibri - Premio Strega 2020


weniger gut

So ein wunderschönes Cover, ich habe mich sofort verliebt. Bei mir dürfen nur noch Lieblingsbücher bleiben, ich hatte nach dem Cover und dem Klappentext die große Hoffnung, dass das Schmuckstück meinen Bücherschrank langfristig zieren darf - aber: leider nein.

Marco Carrera ist Augenarzt und seine Lebensgeschichte - samt die seiner Familie wird hier erzählt. Die ersten Seiten waren spannend.
Der Psychoanalytiker seiner Frau besucht ihn, um ihn zu warnen. Marco wäre in großer Gefahr. Doch was so spannend begann, entwickelte sich leider nicht dementsprechend weiter.
Man hätte es ahnen können, denn auch bereits in diesen ersten Seiten wird lang und breit ausgeholt. Der Analytiker tritt ein, der Plattenspieler, der läuft, wird beschrieben, der Verstärker, die Lautsprecherboxen, das Regal, sogar die Plattenhülle.
Diese Detailtreue nimmt großen Raum im Buch ein, insbesondere auch was die Möblierung der Zeit angeht (für Innenarchitekten wahrscheinlich ein Highlight, für mich allerdings sehr ermüdend), aber nicht nur diesbezüglich.
Ein echter Lesefluss hat sich hier bei mir nicht eingestellt.

Dazu noch jede Menge Zeitsprünge - die Einordnung war für mich schwierig.

Auch die eigentliche Geschichte - vielmehr die vielen Geschichten, da es ja eine Familiengeschichte ist, hat mich nicht fesseln können. Jede Menge Therapeuten, Analytiker und passive Familienmitglieder, die ihr Schicksal nicht ändern, sondern so vor sich hinleben. Oder auch nicht.

Ein Buch über Unglück - und es hat leider nicht meinen Lese-Geschmack getroffen.