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harakiri
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Insgesamt 1196 Bewertungen
Bewertung vom 29.03.2022
Jensen, Jens Henrik

Noctis / Oxen Bd.5


weniger gut

Leider fand ich überhaupt keinen Zugang zu dem Buch. Was jetzt nicht am Schreibstil von Jens Henrik Jensen liegt, eher am Thema. Die erste Hälfte zieht sich wie Kaugummi, es kommt überhaupt keine Spannung auf. Erst mit Beginn des zweiten Teils war ich nicht mehr versucht, das Buch nach spätestens zwei Seiten zur Seite zu legen.
Dadurch, dass Oxen in der ersten Hälfte kaum Raum bekommt und die Handlung ja eigentlich von seiner Schläue und seiner tollen Art lebt und auch in der zweiten Hälfte nicht wirklich greifbar ist, konnte ich dem Buch nicht so viel abgewinnen wie den vorherigen Bänden.
Zudem kam die Handlung zu Beginn nur sehr schwer von der Stelle. Am erwähnenswertesten finde ich hier noch Francks Ermittlung im Bereich von Fahnderin Sally.
Aber auch in der zweiten Hälfte muss ich Kritik üben. Was soll die Sache mit der Asiatin, die Oxen in seiner Zelle besucht? Hier habe ich mich total über die SPOILER Vergewaltigung von Oxen (und er kann auch noch) SPOILERENDE geärgert.
Auch Mossmanns Reise konnte ich nicht wirklich nachvollziehen.
Fazit: leider nicht meins. Da ich aber die Reihe (und Oxen) sehr gerne mag, hoffe ich darauf, im nächsten Band wieder mehr auf meine Kosten zu kommen.

Bewertung vom 28.03.2022
George, Elizabeth

Was im Verborgenen ruht / Inspector Lynley Bd.21


ausgezeichnet

Niemals hätte Inspector Lynley sich vorstellen können, dass der Mord an seiner Kollegin Teo so weite Kreise zieht. Seine Ermittlungen führen ihn tief in eine Szene, die ihm unvertraut und dennoch sehr aktuell ist.
Bereits der 21. Fall für Thomas Lynley und sein Team.
Das Buch beginnt mit Tani Bafoke und seiner nigerianischen Familie. Der Vater, Patriarch, beharrt auf den Riten seines Volkes, aber Tani hat andere Interessen. Er hat eine britische Freundin und schon gar nicht will er, dass seine Schwester Simi beschnitten wird.
Seit dem Buch „Wüstenblume“ ist das Thema weibliche Beschneidung kein Tabu mehr und in aller Munde. Leider hat sich in den fast 25 Jahren seit dessen Erscheinen nicht so viel getan, wie Waris Dirie sich das erhofft hatte. Dieses wichtige Thema verarbeitet Elisabeth George nun in einem Kriminalroman, der sehr aufrüttelnd und anschaulich ist.
Zum Schreibstil Georges braucht man nicht mehr viel schreiben, der ist wie gehabt super. Man fühlt sich den Charakteren gleich nahe und wie mitten in der Handlung. George verknüpft den Mord, der hinter dem Thema FGM beinahe in den Hintergrund tritt, mit harten Fakten, von denen man denkt, das sollte es doch in Europa so nicht mehr geben.
Leider tritt der Roman teilweise etwas auf der Stelle. Die Ermittlungen sind zwar sehr interessant, aber auch sehr langwierig. Weil das Lesen aber so viel Spaß macht, verzeiht man der Autorin das sehr gerne.
Fazit. Aufrüttelnd, bewegend, spannend.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.03.2022
Fölck, Romy

Nebelopfer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.5


ausgezeichnet

Ein neuer Fall für Frida Paulsen und ihr Team.
Vor vielen Jahren hat ein Vater scheinbar seine ganze Familie ausgelöscht und wurde dafür verurteilt.
Jetzt, in der Gegenwart, werden die damaligen Zeugen grausam ermordet und mit einem Schild um Hals versehen, mit dem Hinweis, bei ihrer Zeugenaussage gelogen zu haben.
Für Frida Paulsen und ihr Team beginnt eine fieberhafte Jagd nach dem wahren Täter, denn auch einer der Kollegen ist in Gefahr.

Der Täter ist überaus intelligent und macht es den Ermittlern sehr schwer. So manche Szene weckte in mir das Mitleid des Opfers und durch einige Wendungen und überraschende Kniffe bleibt die Spannung auf hohem Niveau.
Das Team hat sich ganz schön verändert, einige gehen in den Ruhestand, einige tauchen ab und es kommen neue Personen dazu. Also frisches Blut für die Krimis. Und das finde ich gar nicht schlecht. Mit Bootz und Anja bringt die Autorin zwei Charaktere ins Spiel, die für Abwechslung sorgen.
Sehr ausgewogen ist auch wieder das Verhältnis von Privatleben und Ermittlung. Denn auch in Fridas Privatleben geht es hoch her. Torben hadert mit seinem Schicksal und macht es seinem Umfeld schwer, bis er eine REHA beginnt und seine Hände wieder besser nutzen kann. Seine Stimmungsschwankungen treiben Frida fast in die Arme ihres neuen Kollegen.

Fazit: ein überaus gelungener Kriminalroman, der durch sympathische Charaktere und einen kniffligen Fall punktet

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.03.2022
Miles, Terry

RABBITS. Spiel um dein Leben


gut

Ein Spiel, das dein Leben auf den Kopf stellt.
K, seines Zeichens Gamer, ist süchtig nach einem Spiel namens Rabbits. Doch gibt es dieses Spiel wirklich oder ist alles nur ein Gerücht? Als immer mehr Spieler verschwinden, begibt sich K auf die Suche nach Antworten. Und stößt auf ein Szenario, das er sich nie hätte ausmalen können.
In das Buch musste ich mich erst einmal einlesen, weil es teilweise recht technisch gestaltet war und das Spiel an sich nie recht erklärt wurde. Erst durch Rückblenden taucht die Erzählung weiter in das Geschehen ein. Zudem war die Sprache sehr jugendlich gehalten, was ein wenig verwirrend war, weil die Protagonisten ja Erwachsene waren.
Ich fand den Gedanken, ein rasantes Versteckspiel mit kniffligen Rätseln zu lesen sehr spannend. Leider entwickelte sich das Buch in eine ganz andere Richtung, wurde teilweise mystisch, mit Parallelwelten und abstrusen Theorien und die eigentliche Jagd wurde mir immer unverständlicher.
K und Chloe waren mir als Charaktere aber sehr sympathisch und vor allem K mit seiner Auffassungsgabe mochte ich besonders. War mir auch total gut gefallen hat, waren die vielen Zufälle und die Rätsel, die K und Chloe lösen und die ich überaus raffiniert fand. Durch intelligente Twists hält der Autor die Spannung hoch und teilweise konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen. Auch als Leser weiß man nie, was man glauben kann, wer ist real, wer gut und wer böse?
Fazit: mir hat das Buch sehr gut gefallen, bis auf die mystische Komponente, das hat in meinen Augen in einem Thriller nichts verloren.

Bewertung vom 25.03.2022
Almstädt, Eva

Ostseekreuz / Pia Korittki Bd.17


ausgezeichnet

Nach ihrem schrecklichen Erlebnis mit Albrecht Lohse braucht Pia etwas Zeit für sich, die sie in einem Kloster verbringen will. Doch die ersehnte Ruhe findet sie leider nicht. Stattdessen werden 3 Tote gefunden und Pia steckt wieder mitten in einem Fall.
Gleichzeitig begibt sich Pias Freund Marten auf die Suche nach dem geflüchteten Lohse. Doch der ist ihm immer einen Schritt voraus und schreckt auch vor fiesen Tricks nicht zurück.
Auch der mittlerweile 17. Fall für Pia Korittki hat es wieder in sich. Die Handlung spielt auf zwei Ebenen: im Kloster und die Jagd von Marten nach Lohse. Was zur Steigerung der Spannung beiträgt, aber die Handlung auch etwas auflockert. Denn ein Schauplatz nur im Kloster wäre für mich etwas eintönig gewesen.
Vor allem die Flucht Lohses hat mich begeistert, auch wenn ich irgendwann mal dachte, „das gibt’s doch nicht“, der Mann ist nicht zu fassen. Dreist war auch die Postkarte, die er an Pias Sohn schrieb, das zeigte erneut seinen überaus miesen Charakter.
Auch Pia im Kloster hat es nicht leicht. Immerhin darf sie nicht als Polizistin erkannt werden, gerät aber mitten in die Ermittlungen. Und auch der Fall hat es in sich. Der Verdächtigenkreis ist sehr begrenzt, aber Mönche lügen doch nicht – und schon gar nicht töten sie!
Fazit: Wieder ein sehr gelungener Krimi rund um meine Lieblingskommissarin. Und endlich wird auch das Geheimnis um die Vaterschaft von Pias Sohn Felix gelüftet.

Bewertung vom 25.03.2022
Pötzsch, Oliver

Das Mädchen und der Totengräber / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.2


sehr gut

Gleichzeitig muss Inspektor Leo von Hertzfeld den Mord an den Teilnehmern einer ägyptischen Ausgrabung aufklären. Da empfiehlt sich doch für ihn die Mithilfe des Totengräbers Augustin Rothmaier, der wiederum selbst gerade einen Kampf gegen die Behörden führt.
Leider hat dieses Mal der Totengräber nur eine kleinere Rolle, Protagonist Leo rückt dafür in den Vordergrund. Da ich Leo auch sehr gerne mag, fand ich das jetzt nicht ganz so schlimm, allerdings finde ich, dass der skurrile Totengräber schon einen ganz eigenen Reiz auf die Reihe hat.
Ermittlungen im 19. Jahrhundert waren für die Polizei ja ungleich schwieriger als heute. Es gab noch keine Fingerabdrücke und keine DNA-Untersuchungen. Und gerade das macht die Handlung so spannend. Müssen sich die Ermittler doch noch ganz auf ihr Bauchgefühl und die Indizien verlassen. So nähert sich Leo nur langsam der Aufklärung. Hier fand ich es sehr gut, wie durch winzige Nebenhandlungen das Auge des Ermittlers plötzlich geöffnet wird.
Durch die beiden parallel verlaufenden Fälle bleibt der Spannungsbogen hoch, ich konnte in beiden Fällen die Auflösung kaum erwarten. Zumindest im einen Fall konnte mich Pötzsch durch eine überraschende Wendung sehr erstaunen.
Zu Anfang jeden Kapitels stehen wieder Auszüge aus dem neuen Buch des Totengräbers. Und im letzten sinniert er darüber, doch bald wieder ein Buch zu schreiben. Dieses Mal über die okkulten Totenriten. Mich jedenfalls würde ein weiterer Band sehr freuen.
Fazit: teilweise etwas morbide zu lesen, aber sehr interessant und anschaulich, mit sehr lebendigen Charakteren. Pötzsch begeistert mich immer wieder.

Bewertung vom 25.03.2022
Mohlin, Peter; Nyström, Peter

Die andere Schwester / Karlstad-Krimi Bd.2


ausgezeichnet

John Adderly hat eigentlich genug mit sich selbst und seinen Problemen zu tun. Als die Inhaberin einer IT-Firma ermordet wird, ermittelt er eher halbherzig, damit sein Geheimnis nicht aufgedeckt wird. Allerdings verstrickt er sich immer weiter in die Geschichte und eine Aufklärung des Falls scheint schier unmöglich.
Wieder ein Buch, das ich nicht aus den Händen legen konnte. Das Buch knüpft beinahe nahtlos an den Vorgängerband „Der andere Bruder“ an und kann zwar unabhängig davon gelesen werden, es macht aber mehr Sinn, wenn man die beiden Bücher hintereinander liest, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.
Eine rasante Handlung, spannende Szenewechsel und eine etwas undurchsichtige Story machen das Buch zu einem spannenden Lesevergnügen. Manche Szenen waren überaus grausam, da sollte man einen starken Magen mitbringen. Und einige Szenen fand ich auch sehr überraschend.
Sehr gut hat mir auch das Ende gefallen, weil ich sonst ein wenig den Glauben an das Justizsystem verloren hätte.
Fazit: Spannung aus dem hohen Norden – wieder voll überzeugend.

Bewertung vom 13.03.2022
Berg, Eric

Die Toten von Fehmarn / Doro Kagel Bd.3


ausgezeichnet

Doro Kagel, Gerichtsreporterin, kehrt an den Schauplatz ihrer Kindheit zurück. Hier auf Fehmarn hat sie ihre ganzen Sommerferien verbracht und Freunde gefunden. Doch diese werden aktuell einer nach dem anderen ermordet. Es scheint, dass es einen Zusammenhang mit einem Geheimnisspiel gab, das die Freunde in der Vergangenheit gespielt haben. Doch der Täter hat allen Grund zu lügen und so fällt es Doro sehr schwer, den wahren Täter zu finden.
Wie der Titel bereits beinhaltet, sterben in diesem neuen Krimi von Eric Berg mehrere Personen. Wenn man es genau nimmt, ganz schön viele. Und nein, es ist keine Serienmördergeschichte.
Zuerst fand ich ein wenig schwer in die Handlung, da es sehr viele Charaktere gibt, die man alle im Kopf behalten muss, weil sich die Protagonisten auch noch weiter verzweigen. Doch bald hatte mich die Handlung gefangen. Vor allem die 8 Geheimnisse, hier habe ich selbst versucht, diese den jeweiligen Charakteren zuzuordnen und hatte die immer ein wenig im Hinterkopf.
Doro ist mir schon seit vielen Büchern sympathisch und auch hier konnte sie wieder punkten. Ziemlich viel Privates erfährt man in diesem Band, denn Doros Recherchen werfen sie weit in ihre Vergangenheit zurück. Das Ende des privaten Teils mit der Mutter fand ich ein wenig weichgespült, aber das Ende mit dem Mörder hat mich schon sehr überrascht.
Fazit: In diesem Band taucht Doro tief in die Vergangenheit ein, was das Buch teilweise etwas langatmig werden lässt, vor allem, weil ganz viele Charaktere nicht aufrichtig sind. Dennoch kann das Buch überzeugen durch einen Kriminalfall, der es in sich hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.03.2022
Barreau, Nicolas

Die Frau meines Lebens


ausgezeichnet

Als Antoine in einem Café sitzt, wird er auf eine Frau am Nebentisch aufmerksam. Es ist Liebe auf den ersten Blick und Antoine überglücklich als ihm die Fremde eine Visitenkarte mit ihrer Telefonnummer zusteckt. Doch bevor Antoine die Frau anrufen kann, geht ihm die Nummer verloren. Nun hat er nur noch eine Chance: die 10 möglichen Telefonnummern auszuprobieren, um die Frau seines Lebens wiederzufinden.
Eine herrliche Idee von Barreau. Besonders amüsant waren die Anrufe – einer abwechslungsreicher als der andere. Und für Antoine fast unmöglich, seine geliebte Fremde wiederzufinden. Doch dann winkt der Zufall und ich habe fieberhaft mit Antoine mitgelitten, als seine Schnitzeljagd wieder und wieder mit einer Enttäuschung endet. Das Ende fand ich ein wenig unglaubwürdig, aber zu der Geschichte sehr passend.
Wieder mochte ich Barreaus‘ Charaktere sehr gerne. Viel Zeit, sie zu entwickeln gibt er sich nicht, dafür ist das Buch zu kurz, dennoch spürt man in allen ihre Geschichte, die der Autor mit wenigen Worten skizziert und die kurz hinter die Kulissen schaut, was die Personen sehr gut charakterisiert und sie liebenswert macht.
Genau so sollen Liebensgeschichten sein: leicht, etwas verrückt, aber sehr zauberhaft.
Fazit: eine schöne (Kurz)geschichte, die 24 Stunden umfasst und eine rasante Schnitzeljagd beinhaltet.

Bewertung vom 13.03.2022
Barreau, Nicolas

Du findest mich am Ende der Welt


ausgezeichnet

Jean-Luc Champollion ist Galerist in Paris. Eines Tages erreicht ihn ein außergewöhnlich schöner Liebesbrief von einer Unbekannten. Auf einmal sieht er in jeder Frau in seiner Nähe die geheimnisvolle Briefeschreiberin und versucht, das Geheimnis ihrer Existenz zu lüften. Doch die Frau ist nicht einfach zu erobern.
Ein zauberhafter Roman. Was habe ich die Briefe zwischen Jean-Luc und der Principessa geliebt. Wie die beiden miteinander flirten, sich immer näherkommen, teils auch erotische Gedanken teilen und sich doch nicht treffen.
Barreau gelingt es wieder einmal, den Zauber von Paris in seiner Erzählung aufleben zu lassen. Seine Charaktere haben Esprit und Charme und man muss sie einfach mögen. Zudem bezaubert Jean-Lucs Suche nach der geheimnisvollen Briefeschreiberin und ich habe beim Lesen förmlich mitgebangt, wann er sie denn endlich findet.
Fazit: Immer wieder tauche ich gerne ein in Barreaus Schilderungen der französischen Lebensart.