Benutzer
Benutzername: 
Tuppi
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 984 Bewertungen
Bewertung vom 25.04.2017
Köster, Gaby

Ein Schnupfen hätte auch gereicht


ausgezeichnet

Schlaganfall - und nichts ist mehr wie es war.

Gabi Köster, quirlige Allrounderin, steht immer unter Volldampf. Zeit zum abschalten und erholen gibt es kaum. In diesem Buch beschreibt sie schonungslos ihren Alltag und den tiefen Fall. Hätte sie die Vorzeichen besser bemerken können? Hätte sie dadurch das Schicksal aufhalten können? Fragen, auf die es im Nachhinein keine Antworten gibt.

Und dann der Tiefpunkt: Schlaganfall. Und der schwere Weg danach zurück ins Leben. Schonungslos geht sie mit sich selbst um und kann ihr Schicksal dadurch verarbeiten. Und vielleicht kann sie damit auch anderen Menschen helfen.

Mit 47 steht sie ja eigentlich mitten im Leben, eine erfolgreiche Karriere und viele Freunde. Und dann am 8. Januar 2008 der Absturz: nach langem Krankenhausaufenthalt hat sie nur noch wenig Freunde - aber jede Menge sensationslüsternde Geier, die ihr auflauern. Als sie am 30.07.2008 die Klinik wieder verlässt, ist sie auf Hilfe angewiesen - ein Umstand, den sie nicht kennt und erst lernen muss. Und auch 2010 nach dem Schreiben dieses Buches ist der Weg noch steinig.

Sie geht schonungslos auch mit sich selbst ins Gericht und erzählt auch von ihrer Scheidung. Aber nur dass sie kam, mehr nicht. Denn ihre Wäsche, ob schmutzig oder nicht, wäscht sie alleine. Das geht niemanden etwas an. Diese Privatsache hat in der Öffentlichkeit nichts verloren - aber ansonsten gibt sie sehr viel Persönliches preis.

Dieser Frau, die mir schon immer sehr sympathisch war, zolle ich nach diesem Buch noch mehr Respekt! Ein großes Kompliment an Gaby Köster, dass sie das Erlebte in dieser Art und Weise auf- und verarbeitet! Das Buch hat mich tief berührt.

Bewertung vom 18.04.2017
Kiwull, Harald

Die Trüffel-Connection


sehr gut

Ein Richter auf Spurensuche.

Maximilian Knall ist Richter am Landgericht Karlsruhe. Bei der Verhandlung einer Fahrerflucht fällt ihm im Zuschauerraum ein Mann auf.
Bei der erneuten Sachbeschädigung seines Autos hat die Spurensicherung keine Ergebnisse.
Und dann wird er abends auch noch niedergeschlagen und in einem Kofferraum entführt...

Das Buch ist interessant geschrieben. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Maximilian war mir sympathisch und ich konnte seine Handlungen nachvollziehen. Als er zu einem Kongress musste, machte er eine Beobachtung, die er überprüfte und dadurch eine erste Erklärung hatte. Seine Vorgehensweise war ungewöhnlich, aber nachvollziehbar.

Das Ende war überraschend und hat mir gefallen. Ein ungewöhnliches Buch, das eigentlich in kein Schema passt, absolut lesenswert. Zum Schluss gibt es auch noch ein 3-Gänge-Trüffel-Menue.

Bewertung vom 04.04.2017
Geissel, Sabine

Der Igel im Meer


sehr gut

Spannend bis zum Schluss.

Der verrückte Alfred, ein Obdachloser, hat im Karlsruher Schlosspark die Leiche eines Engels gefunden. Sofia Stern war 28, rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz - aber nicht vergiftet, sondern an den Füßen aufgehängt und regelrecht geschlachtet worden. War sie das vierte Opfer des "Vampirs"? Vincent Fassrath und Margareta Sturm ermitteln.

Auf das Buch wurde ich durch die regionale Zeitung aufmerksam. Es gewann die Ausschreibung der Literarischen Gesellschaft zum 300sten Stadtgeburtstag von Karlsruhe. Ich musste es einfach haben - und ich wurde nicht enttäuscht. Die einzelnen Charaktere wurden sehr gut dargestellt und ich konnte mir alles lebhaft vorstellen.

Die Geschichte hat verschiedene Handlungsstränge: Sofia arbeitete nicht nur als Model, sondern auch als Begleitservice - sie hatte einen verheirateten Lover und einen besitzergreifenden Exfreund. Die Journalistin Hannah wirft ihren untreuen Mann aus der Wohnung und lernt Chris kennen. Chris ist Polizist und heißt Vincent und arbeitet mit der verheirateten Margareta zusammen. Und die bekannte Schönheitschirurgin betrügt ihren Mann ebenfalls.

Der berühmte rote Faden zog sich durchs ganze Buch. Die Geschichte war schlüssig und ich konnte den Ablauf nachvollziehen. Durch die verschiedenen Geschehnisse gab es verschiedene Theorien, aber mit dem tatsächlichen Mörder habe ich zu keinem Zeitpunkt gerechnet. Der Fall würde lückenlos aufgeklärt und auch die Nebenschauplätze wurden abgeschlossen. Ich würde mich freuen, wenn ich mit den sympathischen Ermittlern noch weitere Fälle erleben dürfte.

Bewertung vom 27.03.2017
Waxman, Abbi

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen (eBook, ePUB)


sehr gut

Liebe wächst manchmal genau wie Gemüse.

Lilian ist Illustratorin, Mutter von 2 Mädchen und seit über 3 Jahren Witwe. Von Männern will sie nichts wissen, sehr zum Leidwesen ihrer Schwester, die nichts unversucht lässt, um sie zu verkuppeln.
Von ihrer Chefin erhält sie den Auftrag, wegen einer neuen Illustration an einem Gartenkurs teilzunehmen.

Das Buch ist sehr unterhaltsam. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen und am Ende jedes Kapitels gab es interessante Informationen über die Gartenkunst.

Lili ist eine nette junge Frau, deren Leben sich um ihre beiden Kinder und den Job dreht. Den Unfalltod ihres Mannes hat sie auch nach fast 4 Jahren noch nicht überwunden. Ihre 5 und 7 Jahre alten Töchter sind nicht auf den Mund gefallen und sagen, was sie denken. Lili hat vom Gemüsegärtnern keine Ahnung.

Beim Gartenkurs treffen die unterschiedlichen Charaktere, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben, aufeinander und verstehen sich super: Lili mit ihren Töchtern Annabel und Claire, ihre Schwester Rachel, die alleinerziehende Angie mit ihren Sohn Bash, die älteren, lesbischen Lehrerinnen Eloise und France, der jugendliche Surfer Mike und der Rentner Gene. Dazu kommen noch der knackige Kursleiter Edwar, dessen gutaussehender Helfer Bob und Lisa, die sich um die Kinder kümmert.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein schönes Buch über Gemüse, Freundschaft und Liebe!

Bewertung vom 11.03.2017
Clement, Blaize

Tod auf leisen Pfoten


sehr gut

Manchmal trügt der Schein...

Dixie ist Tiersitterin in Florida. Als sie die Katze der verreisten Marilee Doerring füttern möchte, findet sie einen toten Mann in der Küche.
Marilee hat vergessen, ihr eine Notfall-Telefonnummer dazulassen, sodass Dixie nicht wusste, wie Sie sie erreichen sollte. Auch Marilees Freundin und ihre Großmutter wussten nicht, wo sie sich befand.
Selbst nachdem der Mord öffentlich bekannt wurde und die Medien darüber berichteten, meldete sie sich nicht.

Das Buch lässt sich gut lesen und ich konnte mir alles vorstellen. Dixie war mir sympathisch und tat mir leid. Vor 3 Jahren hat sie ihren Mann und ihre Tochter verloren, davon hat sie sich immer noch nicht erholt. Ihren Beruf als Polizistin musste sie danach aufgeben und hat sich 2 Jahre lang vergraben.

Detective Guidry, der für den Fall zuständig ist, war mir auch sehr sympathisch. Seine Versuche, Dixie durch Mitwirkung an der Aufklärung aus ihrem Schneckenhaus zu holen, fand ich super. Auch wenn Dixie sich noch nicht für den Umgang mit Menschen bereit fühlt, so tat es ihr doch gut.

Die Spannung war durchweg vorhanden und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Das Ende hat mich total überrascht. Es wurde alles aufgeklärt und war logisch.

Bewertung vom 07.03.2017
Levin, Anna

Im Schatten des Flammenbaums


ausgezeichnet

Licht und Schatten im Paradies.

Louise ist Mechanikerin und ergreift die Möglichkeit, durch eine Autospende nach Madagaskar zu reisen. Dort trifft sie ihren Bruder, der mit seiner einheimischen Frau eine Tierauffangstation leitet. Von der fremdartigen Insel und den exotischen Tieren ist die Pariserin ebenso begeistert, wie von den Menschen. Als das Schicksal unerwartet heftig zuschlägt, steht sie vor der Frage nach dem Sinn ihres Lebens…

Der Autorin ist es auch mit diesem Buch gelungen, mich zu fesseln. Ich hatte das Gefühl, alles hautnah mitzuerleben und durfte eintauchen in eine atemberaubende exotische Welt. Ich war noch nie auf Madagaskar, hatte aber das Gefühl, alles live vor mir zu sehen.

Louise ist eine sympathische junge Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und für die damalige Zeit als Frau in einer Männerwelt besteht. Doch die Mentalität der Inselwelt nimmt sie gefangen und nach herben Schicksalsschlägen findet sie ihren Weg, der mit der Vergangenheit fast nichts mehr zu tun hat. Sie lernt, dass sie nicht jedem trauen kann und findet am Ende ihr Glück.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Ich bin begeistert und habe das Buch mit Tränen in den Augen beendet. Der Kreislauf des Lebens, laut Schamane ist mit dem Tod nicht Schluss.