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harakiri
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Insgesamt 1195 Bewertungen
Bewertung vom 24.05.2022
Menger, Ivar Leon

Als das Böse kam


sehr gut

Juno ist 16 als sie sich verliebt. In Luca.
Doch dies ist keine Liebesgeschichte. Ganz im Gegenteil. Juno lebt nämlich mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder auf einer einsamen Insel. In der ständigen Angst, dass sie – wie der Vater erzählt – von der italienischen Mafia gefunden und getötet werden.
Was wirklich hinter dem Ganzen steckt – davon handelt dieses Buch. Und das hat es ganz schön in sich. Eigentlich geht es den Kindern gut auf der Insel. Die Eltern lieben sie und behandeln sie gut. Als aber Juno misstrauisch wird und die Geschichte ihrer Eltern hinterfragt, wandelt sich das Bild und die beiden Kinder geraten in Gefahr. Und hier machen die Schilderungen fast atemlos. Die Szene als Juno im Arbeitszimmer ihres Vaters nach Hintergründen forscht, oder als die Kinder im Keller eingeschlossen sind – spätestens hier bekommt man Herzklopfen und kann das Buch nicht mehr weglegen.
Die Schreibweise von Menger fand ich auch sehr angenehm, wenn auch Luca teilweise etwas naiv herüberkam, aber das war authentisch und durchaus nachvollziehbar. Eine große Bindung zu den Charakteren konnte ich allerdings nicht aufbauen, die blieben mir ein wenig zu oberflächlich.
Fazit: ein Buch, das sehr gut unterhält. Jugendlich und Erwachsene gleichermaßen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.05.2022
Völler, Eva

Was das Schicksal will / Die Dorfschullehrerin Bd.2


sehr gut

Dorfschullehrerin Helene ist angekommen. Sie lebt in Berlin bei ihrer Tante und unterrichtet an einer Grundschule. Als sie das Angebot bekommt, als Schulleiterin zurück nach Kirchdorf zu gehen, muss sie nicht lange überlegen. Doch liegt ihre Sehnsucht allein im beruflichen Umfeld?
Bereits nach den ersten paar Zeilen war ich sofort wieder in der Handlung gefangen. Helene ist einfach ein sympathischer Charakter und es macht Spaß, ihrem Werdegang und dem ihrer Familie zu folgen. Völler gelingt es sehr gut, den Zeitgeist des damaligen Lebens einzufangen. Man ist völlig in der Handlung gefangen und kann die Handlungsweisen gut nachvollziehen, auch wenn die damaligen Gesetze, bzw. Denkweisen in der heutigen Zeit nahezu nicht mehr vorstellbar sind.
Man kann diesen Band auch unabhängig vom ersten Band lesen, denn Völler flicht immer wieder kleine Rückblicke ein, die es auch mir leichter gemacht haben, der Handlung nach längerer Zeit gleich wieder zu folgen.
Leider stand am Ende nicht, ob es einen Folgeband der Reihe geben oder ob es bei der Dilogie bleiben wird. Die Handlung ist abgeschlossen und im Epilog vervollständigt, was nahelegt, dass Völler keinen weiteren Band geplant hat, was ich etwas schade finde.
Fazit: wieder ein gelungener Historienroman mit sympathischen Charakteren und einer authentischen Handlung.

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.05.2022
Faber, Henri

Kaltherz


ausgezeichnet

Als Clara nur kurz auf die Toilette muss, verschwindet ihre Tochter Marie spurlos. 4 Monate später nimmt Kim Lansky, Polizistin, die Spur auf und sticht in ein Wespennest.

Vielschichtige Charaktere, jeder anders interessant machen die Handlung zu einem Vergnügen. Nichts ist wie es scheint und alles hängt zusammen. Kim war mir als Protagonistin fast etwas zu übermotiviert, aber ihre Art hat mir dann doch gefallen.
Faber schreibt einfach klasse. Spannend, auf den Punkt, mit überraschenden Twists und mit einer guten Prise Humor, die er seiner Protagonistin verpasst, macht das Lesen einfach Spaß.
Die Handlung wird aus der Sicht von 4 Charakteren beschrieben: Kim Lansky, die unangepasste Kommissarin, Clara Lipmann, die am Boden zerstörte Mutter, Jakob Lipmann, der Vater für den die Karriere über alles steht und – am bewegendsten: Marie.
Mit dem Ende habe ich so nicht gerechnet und auch auf die Wendung mit Marie wäre ich im Leben nie gekommen. Chapeau Herr Faber.
Fazit: wieder ein Thriller der Extraklasse, der dafür sorgt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Bewertung vom 21.05.2022
Haller, Elias

Der Rätselmann


ausgezeichnet

Ein mysteriöser Leichenfund und eine ebenso mysteriös verfasste Postkarte an der Leiche rufen den Kryptologen Arne Stiller zu Ermittlungen auf. Schnell stellt er fest, dass es sich bei dem Rätsel auf der Karte um einen Enigma-Code handelt, den man kaum entschlüsseln kann. Als weitere Morde geschehen und weitere Rätsel gefunden werden, wird klar: der Täter spielt Katz und Maus mit den Ermittlern.
Endlich schwerere Rätsel. Wie Haller selbst im Nachwort schreibt, waren seine Leser oft enttäuscht von den Chiffren, die in seinen Büchern vorkamen. Ich selbst auch, waren die doch oft auch ohne Kryptologie entschlüsselbar. Ganz anders in seinem neuen Buch. Sicher ist man wieder selbst dabei und versucht die zu lösen, aber das kann kaum gelingen.
Mir hat Hallers Sprachstil wieder sehr gut gefallen. Richtige Spannung kam aber erst gegen Ende auf, als klar wurde, was der Täter wirklich bezweckt. Vorher lebte die Handlung von den Rätseln, was mir auch sehr gut gefallen hat.
Der Band ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.
Fazit: Haller versteht es, seinen Leser außer Atem zu bringen, nur durch Worte. Aber die haben es meist in sich.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.05.2022
Engel, Henrike

Ein Leben für das Glück der Kinder / Die Hafenärztin Bd.2


sehr gut

Anne Fitzpatrick, die Hafenärztin, arbeitet neben ihrer Praxis in den Auswandererhallen von Hamburg. Als ein Kind unter mysteriösen Bedingungen stirbt, will sie dem nachgehen und gerät selbst in Gefahr. Ihre Freundin Helene Curtius unterrichtet die Auswandererkinder als Teil ihrer Ausbildung und hilft Anne bei ihren Nachforschungen.
Ich habe mich sehr über einen neuen Teil der Hafenärztin gefreut. Bereits den ersten Band habe ich verschlungen und mochte die Charaktere sehr gerne. Anne kämpft immer noch um Anerkennung. Denn im Jahre 1911 hatten Frauen noch nicht dieselben Rechte wie heute. Diesen Kampf nimmt die Autorin auf und flicht ihn unterhaltsam in die Handlung mit ein.
Besonders interessant finde ich auch die Schilderung der Fortschritte der Kriminaltechnik. Das Fingerabdrucknehmen steckt noch in den Kinderschuhen und ist sehr mühsam. Was heute selbstverständlich ist, muss erst noch aufgebaut und verfeinert werden.
Das Buch ist zwar in sich abgeschlossen, aber man sollte den ersten Band gelesen haben, weil im zweiten schon die Auflösung des ersten steckt.
Fazit: wieder ein sehr unterhaltsamer historischer Roman mit sympathischen Charakteren und am Ende sehr spannender Unterhaltung.

Bewertung vom 20.05.2022
Patterson, James;Paetro, Maxine

Die 17. Informantin / Der Club der Ermittlerinnen Bd.17


ausgezeichnet

Eine Mordserie an Obdachlosen hält Lt. Lindsay Boxer in Atem. Staatsanwältin Yuki Castellano kämpft hingegen in einem neuen Fall um die Wahrheit: war es eine Vergewaltigung oder ein Fake? Beide Frauen geraten dabei an ihre Grenzen.
Bereits der 17. Fall für den Womens murder Club. Wobei Claire und Cindy weit in den Hintergrund geraten. Im Mittelpunkt des neuen Buches stehen eindeutig Yuki und Lindsay. Wobei Yukis Fall noch mehr Raum bekommt und auch sehr interessant geschrieben ist. Ich bin froh, dass ich weder Anwältin noch Richterin bin, denn ich hätte auch nicht gewusst, wem ich glauben soll.
Patterson schreibt gewohnt bildgewaltig und man kann sich die Szenen sehr gut vorstellen. Die Charaktere sind sehr sympathisch und auch das Privatleben spielt eine Rolle, ohne die beiden Fälle zu stören.
Wie beim letzten Band laufen wieder zwei Fälle parallel ab, die man gut hätte trennen und in ein eigenes Buch packen können. Ich mag es immer mehr, wenn die 4 Frauen gemeinsam an einem Fall arbeiten.
Fazit: wie immer bei Patterson: rasant geschrieben und spannend zu lesen. Ich freue mich bereits auf Band 18. Auf Englisch geht die Reihe schon bis Band 22 und ich hoffe, dass diese Bände auch bald auf Deutsch erscheinen.

Bewertung vom 15.05.2022
Kellerman, Faye

Im Leben wie im Tod / Peter Decker & Rina Lazarus Bd.26


sehr gut

Ein neuer Fall für Lazarus und Decker.
Wobei Lazarus eher zur Randfigur wird.
Ein Mann mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten verschwindet bei einem Ausflug spurlos. Eine fieberhafte Suche nach dem Mann beginnt. Als eine Leiche gefunden wird, sind Decker und sein Partner gefragt und müssen alles geben, um den 10 Jahre zurückliegenden Mord aufzuklären.
Ich verfolge Lazarus und Decker schon seit dem ersten Band und freue mich über jedes neue Buch mit den beiden. Die Charaktere und ihre Familie sind einfach sympathisch und man fühlt sich als Leser beinahe schon als Teil der Familie. Leider kommt die in diesem Band etwas zu kurz.
Einen Cold Case aufzuklären ist nicht einfach und so mühen sich Decker und sein Partner durch zähe Zeugenbefragungen und suchen Puzzleteil für Puzzleteil das Gesamtbild. Viele kleine Hinweise verdichten sich zu einem Ergebnis und das macht es auch für den Leser spannend, der Handlung zu folgen. Kellermans Krimis sind nicht blutrünstig, sie leben durch die Ermittlungen und die damit einhergehende Spannung. Als Leser weiß man nie mehr als die Ermittler und das eignet sich hervorragend mit Mitraten.
Leider sind die Fälle irgendwie ein wenig durcheinander aufgebaut und von dem ursprünglichen Fall gibt es einen großen Sprung zum Nächsten ohne den ersten komplett aufzuklären. Das Buch endet dann auch mit einem Cliffhanger, der wiederum Lust auf das nächste Buch macht.
Fazit: mir hat das Buch gut gefallen, wenn es auch nicht das stärkste aus der Reihe ist. Ich freue mich bereits jetzt auf ein Wiedersehen mit den Charakteren im Herbst 2022 wenn es heißt „Der Zorn sei dein Ende“

Bewertung vom 12.05.2022
Moeller, Cathrin

Todesglut / Akademie des Verbrechens Bd.1


sehr gut

„Denkt wie ein Mörder“. Das ist die Devise von Henry Zornik, einem ehemaligen Kriminalpolizisten, der nun an einer Kriminalakademie seinen Schülern das Lösen von Verbrechen unterrichtet. Grundlage ist ein 3 Jahre zurückliegender Todesfall, der als Selbstmord durchgeht. Henry und seine Schüler sind nicht davon überzeugt und beginnen zu ermitteln. Einzeln und doch gemeinsam gehen sie den Fall an und bringen sich selbst in Lebensgefahr. Denn der Täter ist ihnen immer einen Schritt voraus.
Ich war sehr schnell in der Handlung drin, der Autorin ist es gelungen, mich von Anfang an an die Seiten zu fesseln. Besonders gefesselt hat mich die Herangehensweise der jungen Leute und dass jeder einen anderen Ansatzpunkt hatte, um etwas herauszufinden. Der Wettbewerb hat dann alles noch mehr aufgestachelt und spannend gemacht.
Die Charaktere mochte ich auch sehr gerne. Auch wenn sie nicht richtig vertieft wurden, gelang es Moeller, sie mit kurzen Worten gut zu skizzieren, so dass man ihr Handeln gut verstehen und eine gewisse Bindung zu ihnen aufbauen konnte.
Auch der Fall war sehr gut aufgebaut und anfangs nahezu unlösbar dargestellt. Durch winzige Hinweise können die Ermittler dann irgendwann das Puzzle überschauen.
Einen kleinen Kritikpunkt muss ich aber dennoch anbringen. Mich hat Zorniks ständiges „verfluchte“ total genervt. Davon abgesehen, dass ich das „e“ am Ende nicht verstanden habe, flucht Zornik gefühlt auf jeder Seite wie Marten S. Snejder, der vielleicht ein wenig als Vorbild dient.
Fazit: Ich kannte die Autorin bisher nicht, bin jetzt aber ganz heiß auf den nächsten Fall mit Zornik und seinen Schülern.

Bewertung vom 01.05.2022
Horowitz, Anthony

Der Tote aus Zimmer 12


ausgezeichnet

Susann, die ehemalige Verlegerin der Atticus Pünd-Romane, ist nach dem Tod ihres Autors und dem Verlust des Verlages nach Griechenland gezogen und führt dort ein Hotel. Aus Geldsorgen nimmt sie das Angebot eines Paares an, dessen Tochter verschwunden ist, nachdem sie herausgefunden hatte, dass ein Mörder unschuldig im Gefängnis sitzt.
Fand ich „Die Morde von Pye Hall“ teilweise etwas langgezogen, war ich bei „Der Tote aus Zimmer 12“ von Anfang an geflasht. Horowitz versteht es, seine Leser zu fesseln, seine Schreibweise ist einfach einmalig. Ich kenne keinen anderen Autor, der seine Handlungen so raffiniert aufbaut und verschachtelt und somit am Ende für einen AHA-Effekt sorgt, der es in sich hat.
Er lässt die Leser mit raten, gibt ihnen auch die Chance, selbst auf den Täter zu kommen, allerdings sind deine Hinweise so perfide und oft erst am Ende des Buches zu verstehen, dass man eigentlich gar nicht damit rechnet, den Täter selbst entlarven zu können, sondern sich gleich dem Genuss hingibt und seinen Worten begierig folgt.
Ähnlich wie beim Vorgängerband gibt es wieder ein Buch im Buch, aber dieses Mal sogar einen kompletten Pünd-Roman, der zur Lösung des Verbrechens beitragen soll. Auch hier versucht man beim Lesen die Parallelen zu finden oder gar Hinweise auf den Täter. Ich fand diese Idee sehr gelungen. Auch ganz am Ende, Susans Jagd, bei der Horowitz den Leser noch über viele versteckte Hinweise aufklärt, fand ich genial.
Fazit: bei Horowitz ist jedes Wort und jedes Satzzeichen im Buch wichtig. Versteckte Andeutungen und überraschende Lösungen sind seine Spezialität und setzen den I-Punkt für die gloriose Auflösung.