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Rebecca1120
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Oranienburg
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bin eine absolute Leseratte; besonders gerne lese ich Krimis, Thriller und historische Romane

Bewertungen

Insgesamt 1011 Bewertungen
Bewertung vom 14.02.2023
Peters, Katharina

Inselmord / Romy Beccare Bd.12


ausgezeichnet

Svenja Bellheim wird geschlagen, missbraucht und erdrosselt in der Nähe des Nonnenlochs gefunden. Um dieses Nonnenloch ranken viel alte Geschichten. Hier sollten vor langer Zeit nicht keusche Nonnen mit dem Tod bestraft worden sein. Will der Täter hier auf die alte Sage hinweisen? Romy und ihr Team beginnen mit den Ermittlungen und stellen dabei fest, dass bereits vor 7 Jahren eine Klassenkameradin von Svenja während einer Klassenfahrt ums Leben gekommen ist. Direkte Zusammenhänge zwischen den beiden lassen sich nicht feststellen und doch ist Romy fest davon überzeugt, dass es sie gibt. So dehnt sie ihre aktuellen Untersuchungen auch auf das Geschehen vor 7 Jahren aus. Sie trifft auf Zeugen, die keine Aussage machen wollen, bei denen Romy überzeugt ist, dass sie etwas verheimlichen. Darum kann Romy nur eines denken: sie kommen damit durch! Romy und ihr Team finden immer mehr Hinweise bei der Ermittlung zu Svenjas Tod, es sind aber nur Hinweise, keine Zeugenaussagen und somit nichts gerichtlich Verwertbares. Der Druck auf die Ermittler ist beim Lesen spürbar, übertrug sich beim Lesen auf mich. Die Autorin hat also alles richtig gemacht, wenn man selbst so sehr in die Handlung einsteigt. Das liegt sicher auch daran, dass mir die Ermittler so ans Herz gewachsen sind. Allen voran Max, der im Hintergrund brillante Recherchen macht, aber in Panik verfällt, wenn er zu einem Außeneinsatz eingeteilt wird. Aber auch wie Romy es versteht ihre Vorgesetzten und den Staatsanwalt von ihren nicht immer geradlinigen Ermittlungsansätzen überzeugt, finde ich immer sehr gut beschrieben.
Für mich ist das wieder ein absolut gelungener Ostseekrimi, dem ich 5 Lese-Sterne gebe und eine 100%ige Leseempfehlung ausspreche. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass die Krimis dieser Autorin von Band zu Band immer spannender werden. Hier ist es der nicht zu erwartende Schluss, der mich überrascht und vollständig überzeugt hat.

Bewertung vom 13.02.2023
Grünig, Michaela

Licht und Schatten / Blankenese - Zwei Familien Bd.1


ausgezeichnet

Dieser historische Roman um die zwei so unterschiedlichen Familien hat mich überzeugt mit seiner geschichtsnahen Einbindung der Deutschlands und der liebevoll ausgearbeiteten Charaktere. Man merkt beim Lesen, wie intensiv die Autorin sich mit diesem Teil deutscher Geschichte auseinandergesetzt hat. Stilistisch perfekt lässt sie dieses Wissen über Dialoge der Hauptfiguren einfließen. Dadurch werden nicht nur die geschichtlichen Fakten vermittelt, nein man lernt auch gleichzeitig Hintergründe kennen und was das für Auswirkungen auf die Bevölkerungsschichten hat.
Spannung entsteht im Buch, weil man nicht weiß in was die Reederei Casparius, insbesondere Veith Casparius, in den Jahren vor 1919 getan hat. Kurze Rückblenden lassen grausames ahnen, wenn Veith Schweigegeld von 10.000 Goldmark an die Kapitänswitwe Irma Hansen gezahlt hat.
Trotz des Wissens stimmt Irma Hansen der Hochzeit ihrer Tochter Irma mit dem reichen Reedereibesitzer John Casparius zu. Anfangs fand ich das merkwürdig, dass John sich die arme Irma als Ehefrau wünscht. Sieht es doch so aus, als wollte er seiner abtrünnigen Verlobten Luise von Tannhausen nur verletzen, aber man wird eines Besseren belehrt. Als Figur habe mich Irma Hansen ins Herz geschlossen. Weil sie als Witwe, mit wenig Mitteln versucht ihren Kindern ein würdiges und vor allen von menschlichen Werten geprägtes Leben zu geben. Leider schafft sie das nicht bei allen Familienmitgliedern. Doch verzagen kommt für sie nicht in Frage. Dafür hat sie, die bereits drei ihrer fünf Jungen zu Grabe tragen musste, einfach zu viel Liebe zu geben. Für mich war dieses Buch spannend, streckenweise auch aufregend und ich habe mich wunderbar damit unterhalten gefühlt. 5 Lese-Sterne sind da absolut verdient.

Bewertung vom 09.02.2023
Hahn, R. P.

Der Riffgeist


sehr gut

Jens Lackner, frisch gebackener Kriminalkommissar bei der Kripo Stralsund, ist sehr ehrgeizig, will alles richtig machen in seinem neuen Dienstbereich. Damit setzt er sich selbst stark unter Druck. Dabei hat er doch gerade jetzt, nach der Fehlgeburt seiner Frau, arge Familienprobleme.
Im aktuellen Fall, der ermordeten jungen Frau in Binz, zeigt er seine Führungsqualitäten. Er bittet kurzerhand seine Kollegen aus anderen Bereichen zum Brainstorming nach Feierabend und in der gemeinsamen Diskussion kommen die Ermittler im festgefahrenen Fall entscheidend weiter. Ganz anders sieht es da mit seiner Ehe aus. Susanne zieht sich immer mehr vom ihm zurück und ertränkt ihre Verlustschmerzen im Alkohol. Bis sie auf Ylsa trifft, das syrische Flüchtlingskind.
Ab da ist im Buch Aktion angesagt. Es wird ein in meinen Augen nicht sehr realitätsnaher Befreiungsplan entwickelt. Trotzdem habe ich mich damit sehr kurzweilig unterhalten gefühlt. Liegt mit Sicherheit daran, dass das Befreiungsteam so unterschiedlich zusammengewürfelt ist. Da sind ein Expolizist, ein suspendierter Polizist, zwei vorbestrafte Schwerverbrecher, zwei friedfertige Frauen und Jens Schulfreund Maiki, ein zwar brillanter aber verkokster, lebensmüder Geist, dabei. Mit so einer Mannschaft kann die geplante Aktion nicht funktionieren. Mir kam das Ganze wie ein Himmelfahrtskommando vor und ich bin sicher, dass jeder Einzelne seinen Tod mit einkalkuliert hat. Das zu lesen, fand ich schon spannend. Gerade die vielen schrägen Figuren machen diesen Krimi aus. Ich gebe 4 Lese-Sterne.

Bewertung vom 06.02.2023
Heubner, Christoph

Als wir die Maikäfer waren


gut

Mich hat der Titel des Buchs dazu gebracht es zu lesen. Grundaussage dieser so unterschiedlichen Überlebenden von Auschwitz ist, ihr seid entkommen, nicht um zu leben, sondern um Zeugnis abzulegen. Ein Zeugnis über die Gräueltaten in den Konzentrationslagern. Deren Auswirkungen jeder einzelne Überlebende anders versucht zu verarbeiten. Denn vergessen kann das keiner. Einer schweigt Jahrzehntelang über das Erlebte, selbst der Familie gegenüber. Ein anderer hilft beim Aufbau der Mahnstätten. Täglich stellt er sich seinen Erinnerungen und dem alten Grauen. Beobachtet, wie die jungen Menschen heute auf die Dokumentationen reagieren. Tadek bewundere ich für seinen Mut dazu. Wieder ein anderer versucht das Erlebte zu verarbeiten indem er darüber schreibt und hofft dadurch viele Menschen zu erreichen, sie wachzurütteln.
Es werden im Buch recht unterschiedliche Erinnerungen von Überlebenden geschildert, die mich auch unterschiedlich stark berührt haben. Eins möchte ich herausstellen. Da gibt es einen Maler, der nach der Befreiung wieder versucht zu malen. Er kann aber nur noch schwarz-weiße Bilder malen. Erst Jahrzehnte später, kehrt auch die Farbe in seine Bilder zurück.
Der Autor gibt diesen Menschen im Buch eine Stimme und dem Leser einen Eindruck wie so eine Barbarei auch noch nach Jahrzehnten die Betroffenen beschäftigt. Leider habe ich beim Lesen der einzelnen Erinnerungen eine durchgehende Struktur im Buch vermisst. Da gibt es zwar Überschriften, doch nicht nach jeder berichtet ein neuer Überlebender. Da bei den Schilderungen immer im Ich-Erzählstil geschrieben sind, hat mich das beim Lesen gestört. Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 05.02.2023
Rotenhan, Hans von

Allsberg 1871 - Der Glanz der alten Zeit


sehr gut

Adel verpflichtet, so lautet ein altes Sprichwort. In diesem ersten Band hat der Autor ganz wunderbar herausgearbeitet, worin die „Geißel“ der Adelsgeschlechter besteht. Nur alteingesessene Adelsgeschlechter, die über Schloss, Grundbesitz mit darauf ausgelegten Betrieben verfügen, sind in der Welt der Aristokraten angesehen. Nicht die, die zwar einen Titel tragen und in die Politik gehen. Frauen haben hier nur zu repräsentieren und den Namen der Familie durch Söhne weiterzugeben. Aber hier im Roman lernen wir zwei Frauen kennen, die genau darin nicht ihre Rolle sehen. Die ledige Dorothea (Thea) von Tröger zum Beispiel lebt mit ihrem Jäger Hubert in wilder Ehe zusammen. Das ist eine deutliche Missachtung bewehrter Konventionen und damit das Ende der alten Ordnung. So sehen es die Adligen im Umland und verachten Theas Verhalten, meiden sie in der Gesellschaft, grenzen sie aus. Unerwartete Unterstützung findet Thea in ihrer Schwägerin Victoria (Vicky). Sie hat sie selbst für ihren Bruder als Ehefrau ausgesucht. Vicky ist in ihrer angebahnten Ehe mit ihrem durch Abwesenheit glänzenden Ehemann Cord nicht glücklich und sucht sich andere Betätigungsfelder. Dabei gerät sie immer wieder in den Fokus der Gerichtsbarkeit und regt den Tratsch über sie an. Ich fand diese engagierte, nach einem Sinn in ihrem Leben suchende Frau so interessant wie liebenswert. Ihr Verhalten hat nicht nur Adel und Dorfbevölkerung oft geschockt, sondern auch mich. So fand ich es sehr erfrischend, wie sie im Dorf die Bewohner von der Benutzung von Kondomen überzeugen will, um den Kinderreichtum und der damit verbundenen Armut zu entgegnen. Der Autor zeigt dem Leser die Unterschiede großer Familien auf dem Land und in den Industrieregionen auf. Worüber ich noch nie nachgedacht habe. Überhaupt hat er, das merkt man beim Lesen, sich sehr viel Hintergrundwissen angeeignet und dies ins Buch einfließen lassen. Dieser erste Band mit den beiden streitbaren Frauen wider die bestehenden Konventionen hat mich sehr gut unterhalten. Darum gebe ich auch 4 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

Bewertung vom 03.02.2023
Celeste, B.

Vor uns die Dämmerung


ausgezeichnet

Emery weiß nur eines, sie tut ihrer Mutter nicht gut. Durch die Ähnlichkeit mit ihrer vor fast 10 Jahren verstorbenen Zwillingsschwester Logan, wird ihre Mutter nur immer wieder an Logan und ihr viel zu frühes Ende erinnert. Emery bittet ihren Vater sie aufzunehmen. Dabei hat der die Familie damals als es Logan so schlecht ging mit ihren Ängsten und der Trauer allein gelassen. Er hat sogar neu geheiratet und einen Stiefsohn im Alter der Zwillinge dazubekommen.
Ich finde es wunderbar, wie die Autorin uns am Leben und damit auch an der Krankheit von Em teilnehmen lässt. Auch im neuen Heim, mit den ihr im Grunde fremden Menschen, die jetzt ihre neue Familie sind, treten Probleme auf. Ihr Stiefbruder Kaiden, der Sportstar an der Schule, macht es ihr nicht leicht neue Freundschaften zu schließen. Sein Verhalten gegenüber Em ist wie ein Wechselbad. Mal ist er nett, öffnet sich ansatzweise. Dann wieder ist er abstoßend, schroff und sogar aggressiv. Ich habe Emery beim Lesen anfangs als die stärkere Persönlichkeit empfunden. Sie, die sich in der neuen Umgebung zurechtfinden muss, die zu einem Vater gezogen ist, dem sie seine Flucht aus der alten Familie nicht verzeihen kann und die ständig gegen ihre Krankheit kämpfen muss. Sie nimmt die Krankheit an, resigniert nicht. Sie gibt sich stark und dabei ignoriert sie mitunter wichtige Signale ihres Körpers. Die verletzten Seelen, ja Mehrzahl, denn auch Kaiden trauert, zeichnet die Autorin in diesem Roman sehr eindringlich, so dass ich tief berührt war und mitunter auch Tränen kamen. Sie zeigt uns auch auf, wie wichtig es ist über seine Gefühle und Gedanken zu reden. Gerade Kaiden lernt in dieser Hinsicht sehr viel von Emery. Kein Wunder, dass sich die beiden näherkommen. Wie er versucht, nachdem Em ihm recht spät von ihrer Krankheit erzählt, sie zu schützen, ihre Wünsche an die erste Stelle setzt, dafür hätte ich ihn drücken können. Dieses Buch hat 5 Lese-Sterne absolut verdient.

Bewertung vom 02.02.2023
Härtl, Cornelia

Tod auf Föhr Ein aufregender Nordseekrimi über dunkle Geheimnisse auf der Insel (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Dieser Nordseekrimi beinhaltet zwei Spannungsfelder. Einmal ist da die Sache mit Karis Lürsens Suspendierung beim BKA Berlin. Immer wieder Andeutungen, dass sie beim Einsatz als verdeckte Ermittlerin versagt hätte. Da fing mein Kopf an selbst Hypothesen dazu aufzustellen, was da vorgefallen sein könnte. Und dann der Selbstmord von Karis Jugendfreundin Wiebke. Deren Persönlichkeit hatte sich in den letzten Monaten vor ihrem Freitod stark verändert. Was steckt dahinter? In meinen Augen gelingt es Cornelia Härtl in diesem Krimi sehr gut die Spannung aufzubauen und auch zu halten. Dabei werden dem Leser immer neue Ansatzpunkte, wie es wirklich gewesen sein könnte, aufgezeigt. Ansätze, die Kari im Laufe ihrer beharrlichen Suche nach der Wahrheit entdeckt, die aber nicht immer zielführend sind. Auf mich hat diese Polizistin sehr lebendig gewirkt und ich habe oftmals gestaunt, wie sie bei ihrer Recherche immer wieder neue Ansätze gesucht und gefunden hat. Da merkte man die engagierte Polizistin. Dass die Auflösung schlussendlich aber ganz anders aussieht als anfangs angenommen und so nicht vorhersehbar war, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand das Buch super spannend und gebe daher 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 01.02.2023
Oetker, Alexander;Nguyen, Thi Linh

Die Schuld, die uns verfolgt / Schmidt & Schmidt Bd.1


gut

Adam Schmidt und Linh-Thi sind ein sehr unterschiedliches Paar. Beide arbeiten bei der Polizei. Linh ist Leiterin des Polizeireviers in Rheinsberg, während Adam Kriminalhauptkommissar in Berlin ist, der Stadt in der sie auch wohnen. Beiden steht ein ereignisreicher Tag im Dienste der Sicherheit bevor, in der jeder der beiden mitunter recht eigenwillige Entscheidungen trifft…
Am Anfang war ich etwas orientierungslos. Gleich trifft man auf 5 Ermittler, die unterschiedlichen Polizeirevieren angehören und somit auch zu unterschiedlichen Einsätzen gerufen werden. Linh wird zusammen mit ihrem Kollegen zu einem Sparkassenüberfall in der kleinen Filiale in Flecken-Zechlin gerufen, während Adam zu einer Kita gerufen werden, weil ein zweijähriges Mädchen entführt wurde. Ich fand das Team um Adam Schmidt recht seltsam. Eine italienischstämmige Kriminalkommissarin, die Adam anhimmelt und tief traurig ist, da sie unter Heimweh nach Italien leidet. Dann der sportliche Polizeiodermeister, Thilo Kupferschmidt, den man durchaus als Heißsporn bezeichnen kann und der unbedingt in der Karriereleiter aufsteigen will. Adam selbst hat mit alten Dämonen zu kämpfen. Die erfährt der Leser Schritt für Schritt über die Rückblenden, was mir durchaus gefallen hat. So richtig spannend fand ich nur die Stellen im Buch, wenn Adam zum nächsten Einsatz fährt und nicht einzuschätzen ist, wie kontrolliert er dabei vorgehen wird. Eines wird beim Lesen deutlich: der Mann ist eine tickende Zeitbombe. Das Ende des Buchs ist voll unerwarteter Wendungen. Hat man gerade eine verdaut, so legt der Autor noch einmal nach. Sehr gut gemacht. Das konnte aber meinen Gesamteindruck nicht wesentlich verbessern. Insgesamt vergebe ich 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 30.01.2023
Maly, Beate

Die Kinder von Schönbrunn / Schönbrunn-Saga Bd.2


sehr gut

Greta lernt ganz zufällig Melanie im Schlosspark Schönbrunn kennen. Melanie ist Künstlerin, eine sehr lebhafte und kontaktfreudige junge Frau. Spontan lädt sie auch Greta ein, sich um einen Ausbildungsplatz als Erzieherin zu bewerben. Wenn man ehrlich ist, hat Melanie Greta regelrecht überrumpelt mit ihrer Einladung. Doch aus dieser Bekanntschaft wird eine innige Freundschaft. Melanie tut Greta, die noch immer wegen ihrem vermissten Ehemann trauert, gut. Holt Greta aus ihrem Trauertief heraus. Beide bestehen den Einstellungstest und können mit dem Studium beginnen. Ein erster Rundgang durch das Kinderheim lässt Greta ihre Entscheidung zur Ausbildung aber schnell infrage stellen…
Dieser zweite Band liest sich auch wieder sehr flüssig und ich fand ihn unterhaltsam. Doch vielfach war die Entwicklung der Geschichte vorhersehbar. Gut herausgearbeitet fand ich sind die Abweichungen zwischen Theorie und Praxis bei der Kindererziehung. Das stellt Greta auch sehr schnell fest und versucht für sich und ihre Arbeit mit den Heimkindern einen goldenen Mittelweg zu finden. Da sie selbst Mutter ist, fällt es ihr sehr schwer die zweckgerechte Unterbringung, von liebevoller Einrichtung der Schlafsäle im Heim kann keine Rede sein, der Kinder zu akzeptieren. Es sind nur kleine Veränderungen, die den Kindern jedoch auffallen und ein Lächeln auf ihre Lippen zaubert. Gretas Einarbeitung bei der Aufsicht der Kinder klappt mir zu reibungslos. Da hätte ich mir mehr Dramatik gewünscht. Insgesamt ist das aber ein lesenswertes Buch, dem ich 3,5 Lese-Sterne gebe.

Bewertung vom 26.01.2023
Jordan, Jack

Die Herzchirurgin


ausgezeichnet

Einen hochrangigen Parlamentsabgeordneten soll Dr. Anna Jones bei seiner Herz-OP umbringen. Warum sie sich darauf einlassen sollte? Ganz einfach, die Erpresser haben ihren achtjährigen Sohn Zack entführt und drohen ihn umzubringen, wenn sie es nicht macht. Wie ihre Entscheidung ausfällt, sollte jeder selbst nachlesen. Dieser Thriller lässt den Leser hautnah bei der Entscheidungsfindung dabei sein, was wirklich spannend zu lesen ist. Anna tat mir leid und ich habe sie gleichzeitig bewundert. Durch die Entführung ihres Sohnes ist sie mit den Nerven am Ende, findet kaum Schlaf und doch verfolgt sie unbeirrt ihrem Plan. Bei dem enormen auf ihr lastenden Druck durch die Fragen und Nachforschungen der Polizei, ihres Exmannes, des Krankenhauses und ihrer Kollegen findet sie meist plausible Antworten. Da gehört schon einiges an Willensstärke dazu. Sie ist sich auch dessen bewusst, dass wer lügt auch ein sehr gutes Gedächtnis haben muss. Was aber das Schlimmste für sie ist, sie darf sich niemandem anvertrauen. Ob sie das bis zum Ende durchhält, sollte jeder selbst nachlesen. Kribbelnde Spannung gibt es mit dazu.
Mir hat es gefallen, wie der Autor den Kapiteln immer die darin enthaltene Hauptfigur vorangestellt hat. Es gibt in diesem Buch auch noch Margot, Dr. Jones OP-Schwester. Sie hat es aus eigener Kraft aus dem Milieu ihrer Kindheit herausgeschafft, der asozialen Familie den Rücken gekehrt und sich ein neues Leben aufgebaut. Leider steht das auf wackligen Beinen. Sie ist schwanger, hat keinen Partner mehr, dafür aber beachtliche Schulden. Ihr Leben gleicht einem Drama. Doch so richtig Mitleid konnte ich nicht für sie empfinden. Schließlich ist sie wegen der Schulden sehenden Auges in das Schema ihrer Familie zurückgefallen. Insgesamt betrachtet vergebe ich für diesen Thriller 5 Lese-Sterne, eine 100%ige Lese-Empfehlung eingeschlossen.