Benutzer
Benutzername: 
hapedah

Bewertungen

Insgesamt 767 Bewertungen
Bewertung vom 13.07.2021
Albertalli, Becky

Kate in Waiting (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Zuckersüße Teenagergeschichte

Kate und ihr bester Freund Anderson teilen nicht nur ihre Leidenschaft für Musicals, sie verlieben sich auch regelmäßig in den selben Jungen. Bisher sind daraus nie Probleme entstanden, denn sie haben das jeweilige Objekt der Begierde immer nur von Weitem angehimmelt. Doch als sie im Sommercamp Matt kennen lernen, der kurz darauf neu an ihrer High-School auftaucht, gerät die jahrelange Freundschaft erstmals in Gefahr.

"Kate in Waiting" von Becky Albertalli ist eine zuckersüße Teenagergeschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite ganz wunderbar unterhalten hat. Es macht Spaß Kate, Anderson und ihre Freunde durch ihren Alltag, der hauptsächlich von den Musical-Proben an der High-School bestimmt wird, zu begleiten. Die gesamte Handlung wird aus Kates Blickwinkel beschrieben, so dass ich die Protagonistin gut kennen lernen konnte. Aber auch die Figuren in ihrem Umfeld waren meiner Meinung nach umfassend genug beschrieben, und obwohl natürlich auch an dieser Schule nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen war, hatte die Atmosphäre schon einen leichten Hauch von rosa Zuckerguss.

Ganz besonders hat mir der Umgang mit Diversität im Buch gefallen, es waren verschiedene queere Personen im Freundeskreis vorhanden, was allgemein akzeptiert und dabei nicht übertrieben thematisiert wurde, so sollte es sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Geschichte selbst als Stoff für ein Musical verwendet wird, die leicht überdrehte Erzählweise hat dazu beigetragen, dass die Handlung wie eine Art Musikfilm vor meinem geistigen Auge ablaufen konnte. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur wie erwartet der Umgang mit der ersten Liebe, sondern ganz besonders die Freundschaft zwischen Kate und Anderson. Insgesamt habe ich mich von dem Roman prächtig unterhalten gefühlt und spreche dafür mit Freude eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Die wunderbare Geschichte um Freundschaft und erste Liebe spielt nicht nur vor dem Hintergrund der Musical-Proben, sondern könnte auch selbst auf einer Bühne musikalisch dargestellt werden. Leicht überdreht und mit einer Atmosphäre wie rosa Zuckerwatte ist dieses Buch für Teenager und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam und ich empfehle es gern weiter.

Bewertung vom 12.07.2021
Benkau, Jennifer

A Reason To Stay / Liverpool-Reihe Bd.1


sehr gut

Sanfte Liebesgeschichte mit ernster Hintergrundthematik

Als Billy dem gut aussehenden Cedric sprichwörtlich in die Arme fällt, ist es für sie nur ein flüchtiger Flirt. Schon bald vertiefen sich ihre Gefühle - Cedric macht allerdings sofort klar, dass mehr als eine Nacht für ihn nicht in Frage kommt. Darauf möchte Billy sich nicht einlassen, doch auch Cedric kann sie nicht so einfach vergessen und taucht immer wieder in ihrer Nähe auf. Wären da nicht die Probleme, die sowohl Cedric als auch Billy hinter ihrer Fassade verstecken und auf gar keinen Fall nach Außen hin zeigen wollen....

"A Reason To Stay" von Jennifer Benkau hat mich emotional schnell in seinen Bann gezogen und bis auf wenige kleine Längen auch beinahe durchweg gefesselt. Ein Großteil der Handlung kreist um Cedrics psychische Erkrankung, betroffene Personen sollten unbedingt die im Buch enthaltene Triggerwarnung beachten. Auch Billy trägt Lasten aus der Vergangenheit mit sich, doch um ihre Schwierigkeiten wird ein großes Rätsel gemacht, was mir beim Lesen weniger gefallen hat. Sie ist eine sympathische Protagonistin, empathisch und liebevoll gegenüber Cedric, da passt es für mich einfach nicht, dass sie seine rückhaltlose Ehrlichkeit mit dieser Geheimniskrämerei beantwortet. Dennoch habe ich die Geschichte bis zur letzten Seite hin genossen, es hat Spaß gemacht, Billy und Cedric zu begleiten.

In wunderbar leichtem Schreibstil ist es der Autorin gelungen, mich auf der Gefühlsebene anzusprechen. Das Kennenlernen der Figuren bietet einen guten Einstieg in die Handlung und das ernste Hintergrundthema ist einfühlsam mit dem Ablauf des Geschehens verflochten, so dass ich mich auf jeder Seite wohl gefühlt habe. Da die Kapitel abwechselnd aus Billys und Cedrics Sicht dargestellt sind, konnte ich mich gut in Beide hinein versetzen und habe sie schnell gemocht. Auch die Figuren in ihrem Umfeld waren ausreichend beschrieben, so dass ich sie Alle als lebensecht empfunden habe. Dieses angenehme Leseerlebnis empfehle ich gern weiter.

Fazit: Die sanfte Liebesgeschichte hat mich berührt, das Thema psychische Erkrankung war sensibel im Handlungsverlauf eingebracht und das Ende hat mich schließlich rundum zufrieden zurück gelassen. Deshalb spreche ich für dieses Buch gern eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 08.07.2021
Pieper, Tim

Tiefe Havel (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Auf dem Havelkanal wird der Kapitän eines Frachtschiffs tot an Bord gefunden, die Spuren deuten auf einen Profi-Killer hin. Obwohl es für Toni Sanftleben privat gerade nicht so gut läuft und ihm auch sein Vorgesetzter regelrecht Steine in den Weg legt, konzentriert er sich auf die Suche nach dem Mörder und ahnt dabei nicht, wie sehr dieser Fall Einfluss auf seine persönliche Zukunft nehmen wird.

"Tiefe Havel" von Tim Pieper ist Toni Sanftlebens dritter Fall, der mich wieder auf ganzer Linie fesseln und begeistern konnte. Den Schreibstil des Autors kenne und mag ich schon aus einigen anderen Regionalkrimis und sein Protagonist Toni ist für mich längst zu einer vertrauten Figur geworden, über die ich immer wieder gern lese. Obwohl jeder Fall in sich abgeschlossen ist, die Bücher also auch einzeln und ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden können, empfehle ich, die gesamte Reihe in chronologischer Folge kennen zu lernen. Denn neben der eigentlichen Krimihandlung lässt Tim Pieper seine Leser stets auch an Tonis privatem Leben teilhaben, dabei wird mir der sympathische Ermittler von Buch zu Buch immer vertrauter und ich bin emotional jedes Mal an seinen persönlichen Belangen beteiligt.

Die Ermittlungen sind äußerst spannend beschrieben, bis zur letzten Seite hin mochte ich den E-Book-Reader kaum aus der Hand legen. Wie ich es bereits aus anderen Bänden kenne, gibt es immer wieder kleine Rückblenden, die die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und mir beim Lesen Hinweise auf mögliche Täter und Motive geliefert haben. Auch der regionale Hintergrund kommt nicht zu kurz, immer wenn ich an Tonis Seite durch das Havelland streife, erwacht in mir die Lust auf ein paar Urlaubstage in dieser idyllischen Landschaft. Damit hat der Regionalkrimi alles gehalten, was ich mir von dem Leseerlebnis versprochen habe, so dass ich den Roman sehr gerne weiter empfehle.

Fazit: Auch Toni Sanftlebens dritter Fall glänzt durch die für mich perfekte Mischung aus Spannung und Teilhabe am privaten Leben des Ermittlers, den Rahmen bildet die immer wieder eingeflochtene Darstellung des Havelgebiets. Deshalb spreche ich für diesen Regionalkrimi mit Freude eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 07.07.2021
Möller, Dirk

Im Westen ist Amerika


sehr gut

Im Jahr 1792 wird das Leben in Paderborn durch Armut und scheinheilige Frömmigkeit bestimmt. Der siebzehnjährige Johannes Bargfeld ist auf Wilderei angewiesen, um nicht zu verhungern, als er eines Tages dabei erwischt wird und in Notwehr den Sohn des Oberforstmeisters erschießt, beginnt eine regelrechte Hetzjagd auf den jungen Mann. Seine Flucht führt ihn zunächst nach Amsterdam und schließlich nach Amerika - doch auch dort liegen Glück und Leid dicht beieinander und Johannes ahnt nicht, dass ihm ein Verfolger seit Paderborn immer noch auf der Spur ist.

"Im Westen ist Amerika" ist das Belletristik-Debüt von Dirk Möller, das mich bis zur letzten Seite hin gefesselt hat. Schonungslos direkt beschreibt der Autor das düstere Leben, zu dem arme Menschen wie Johannes und seine Familie gezwungen waren, dabei hatte ich stets das Gefühl, mitten in der Handlung versunken zu sein, anstatt die Ereignisse "nur" mit Abstand zu beobachten. Emotional bin ich an Johannes´ Seite durch Paderborns Gassen, Gräben und Wälder gehetzt, auch später in Amsterdam war der Schmutz und Gestank für mich beim Lesen äußerst greifbar dargestellt, dadurch hatte ich den Eindruck, nur so durch die Seiten zu gleiten.

Dem Buch ist anzumerken, dass der Autor die historischen Fakten gründlich recherchiert hat, ich habe seine Schilderungen als sehr authentisch empfunden, die düstere Grundstimmung der Geschichte passt meiner Meinung nach gut zum alltäglichen Leben in jener Zeit. Lediglich der Abschnitt nach Johannes´ Ankunft in Amerika hat sich leicht in die Länge gezogen, aber kurz darauf hatte mich die Spannung wieder fest im Griff und ich mochte das Buch bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen. Einer meiner ersten Gedanken nach Beendigung dieses Leseerlebnisses war: "Wann erscheint die Fortsetzung?", dennoch ist die Handlung in sich abgeschlossen und kann so auch als Einzelband stehen bleiben. Für den fesselnden historischen Roman spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Nach wenigen Sätzen war ich schon tief in die Geschichte eingetaucht, die Spannung hat mich beinahe durchgängig gefesselt, so dass ich das Buch trotz der recht düsteren Grundstimmung mit Begeisterung weiter empfehle.

Bewertung vom 06.07.2021
Pieper, Tim

Kalte Havel (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Am Havelufer wird die Leiche eines jungen Mannes aufgefunden, einer seiner Freunde, mit dem das Mordopfer in der Nacht unterwegs war, wird vermisst. Dessen Mutter, die Staatsanwältin Caren Winter, überredet Toni Sanftleben, in den aktiven Dienst zurück zu kehren, um die Suche nach ihrem Sohn zu leiten. Neben den Ermittlungen halten den Kommissar auch seine privaten Probleme auf Trab, zwar lebt seine lange verschollene Frau Sofie inzwischen bei ihm auf dem Hausboot, doch zwischen den Eheleuten hat sich eine Distanz aufgebaut, die Toni trotz aller Bemühungen nicht überwinden kann.

"Kalte Havel" von Tim Pieper ist der zweite Fall um den sympathischen KHK Toni Sanftleben, der mich, wie schon sein voriger Band auf ganzer Linie begeistert hat. Tim Piepers Schreibstil kenne und mag ich schon aus zwei anderen Regionalkrimis (ich bin mit Tonis fünftem Fall in die Reihe eingestiegen und lese nun die Vorgänger in chronologischer Folge). Daher hat der Ermittler schon einen Stammplatz in meinem Herzen und ich genieße es, mehr über sein privates Leben zu erfahren. Meiner Meinung nach gibt das dem Charakter Tiefe, so dass Toni für mich keine flache Papierfigur ist, sondern sich real und lebendig anfühlt, ich hoffe, bange und leide beim Lesen mit ihm mit.

Auch seine Ermittlungen sind spannend geschildert, immer wieder gibt es kleine Rückblicke, die das Geschehen aus der Sicht des Opfers und einige Male sogar aus dem Blickwinkel des Täters beleuchten. Dabei bin ich willig allen Spuren gefolgt, die der Autor für seine Leser ausgelegt hat, dennoch war ich von der Auflösung des Falles sehr überrascht. Auch in diesem Roman wird der Hintergrund im idyllischen Havelgebiet umfassend und bildlich beschrieben, im Rahmen der Handlung habe ich unter Anderem die Beelitzer Heilstätten erkundet und einiges über die regionale Geschichte erfahren. Damit hat Tim Pieper die für mich perfekte Mischung aus spannender Krimihandlung, Einblick in das persönliche Leben des Ermittlers und Beschreibung der Umgebung geschaffen, so dass ich dieses wunderbare Leseerlebnis gern weiter empfehle.

Fazit: Spätestens mir diesem Buch steigt Tim Pieper in die Ränge meiner liebsten Krimiautoren auf, seine Fälle sind spannend und Toni Sanftleben ist ein Ermittler, den ich mittlerweile sehr mag. Auch die Havelregion, in der die Geschichte spielt, ist einladend geschildert, so dass ich immer mehr Lust bekomme, mir die Schauplätze einmal selbst anzusehen. Für den fesselnden Regionalkrimi spreche ich mit Freude eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 01.07.2021
Lippe, Jürgen von der

Nudel im Wind


gut

Gregor ist eigentlich eine gute Partie, dennoch klappt es nicht mit den Frauen - was wohl auch mit seinen gewollt albernen Anmachsprüchen zu tun hat. Als er im Supermarkt versucht, die hübsche Visagistin Lisa anzusprechen, eilt ihr Privatdetektiv und Hobbyboxer Justus zu Hilfe. Doch schon kure Zeit später sind die drei ein gutes Team und arbeiten zusammen an einer Abnehm-Show, für die Lisa Gregors Idee an einen Fernsehsender vermarktet hat. Dabei läuft natürlich nicht alles nach Plan und es ergeben sich einige recht skurrile Wendungen.

"Nudel im Wind" ist das erste Buch, das ich von Jürgen von der Lippe gelesen habe und leider war es nicht dazu angetan, mein Interesse an weiteren Werken des Autors zu wecken. Trotz dem es nur knapp 260 Seiten umfasst, dauerte es gefühlte Ewigkeiten, bis ich mich durch die etwas zähe Handlung gekämpft hatte und mit jeder Seite habe ich mich mehr gefragt, warum ich es eigentlich jemals lesen wollte. Dabei enthält die Geschichte tatsächlich genau das, was der Klappentext verspricht, doch obwohl ich die Fernsehauftritte des Autors durchaus mag und somit schon eine gewisse Grundsympathie bei mir vorhanden war, konnte ich dem Humor des Buches absolut nichts abgewinnen.

Den Handlungsverlauf habe ich als parodistisch überspitzt empfunden (oder vielleicht geht es hinter den Kulissen der TV-Produktionen tatsächlich so zu), den Rahmen bildeten kleine Einblendungen , in denen der Autor den Schreibprozess und die Kommentare seiner Frau zu den von ihr gelesenen Abschnitten schildert, Szenen einer Ehe, doch auch hier hat mich die gewollt humorvolle Schreibweise nicht erreichen können. Zugegeben, ein- oder zweimal haben meine Mundwinkel beim Lesen gezuckt, doch dem erwarteten Feuerwerk an Witz hat das eben nicht entsprochen.

Auch die nebenher aufgelisteten Zutaten für allerlei kulinarische Genüsse, in denen die Figuren schwelgen, fand ich wenig ansprechend. Wobei ich mir vorstellen kann, dass das Hörbuch, das Jürgen von der Lippe selbst liest, sein Publikum eher erreicht, wenn er seine ganz eigene Sprechweise wirken lässt. In Papierform gelesen empfand ich die Geschichte eher flach und der Humor konnte mich nicht überzeugen.

Fazit: Ein Buch das man lesen kann, aber nicht muss. Es gab durchaus Stellen an denen ich wissen wollte, wie es weiter geht, aber schlussendlich habe ich mir gefragt, ob die Zeit, die ich zum Lesen verwendet habe, nicht doch verschwendet war.

Bewertung vom 30.06.2021
Terry, Teri

Dark Blue Rising Bd.1


ausgezeichnet

Spannend und fantasievoll, ich bin begeistert

Solange Tabby zurückdenken kann, ist sie mit ihrer Mutter Cate unterwegs, die Regeln sind immer die selben: Sag niemals deinen Namen, schließe keine Freundschaften, verrate nicht, wo wir wohnen. Als das Mädchen nach einem Unfall ins Krankenhaus gebracht wird, beginnt eine neue Flucht, die mit Cates Verhaftung endet. Erst jetzt erfährt Tabby, dass Cate einst ihr Kindermädchen war, das sie aus dem Haus ihrer wirklichen Eltern entführt hatte. Nach der langen Zeit ist es schwierig für Tabby, sich in der neuen Umgebung bei ihren Eltern, an die sie keine Erinnerungen hat, einzugewöhnen - doch das ist bei weitem nicht ihr einziges Problem......

"Dark Blue Rising" ist das erste Buch, das ich von Teri Terry gelesen habe und es wird mit Sicherheit nicht das letzte bleiben. Nicht nur weil es der Auftakt einer Reihe ist und ich aufgrund vieler unbeantworteter Fragen kaum den Erscheinungstermin des Folgebandes erwarten kann, sondern auch weil mich der Schreibstil der Autorin vollständig begeistern konnte. Die Geschichte lässt sich einfach lesen und ich habe sie als so spannend empfunden, dass ich das Buch zwischendurch kaum aus der Hand legen mochte.

Tabby war mir schnell sympathisch, mit ihren sechzehn Jahren sehnt sie sich nach Freunden, die sie wegen des unsteten Lebens an Cates Seite nie haben konnte. Die Protagonistin und auch alle anderen Figuren waren für meinen Geschmack umfassend genug beschrieben, so dass ich sie mir alle gut vorstellen konnte. Dass Tabby zunächst etwas naiv und unbedarft wirkt, habe ich weniger ihrem Alter als der bisherigen Lebenserfahrungen zugeschrieben. Cate hat sie sehr umweltbewusst erzogen, z.B. sind sie Beide Veganer und fahren ein Elektroauto, aber sie hatte kaum Kontakt mit moderner Kommunikationstechnik, die für die meisten Jugendlichen heutzutage selbstverständlich ist.

Die Geschichte ist in viele kurze Kapitel unterteilt, was für mich das Gefühl nur so durch das Buch zu fliegen noch verstärkt hat. Dabei gibt es immer wieder kleinere Cliffhanger, die mich animiert haben, sofort weiter zu lesen. Es hat mir auch Spaß gemacht, zusammen mit Tabby Informationen zu sammeln und dabei mit zu raten, was es damit auf sich hat. Zum Ende hin sind viele Fragen offen geblieben, deren Beantwortung ich mir im Folgeband erhoffe, dennoch hat mich dieser Roman prächtig unterhalten und ich freue mich schon darauf, mehr aus der Feder der Autorin zu lesen. Von mir gibt es für diesen fantasievollen Reihenauftakt eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Fazit: Für mich hat dieser erste Band einen wunderbaren Beginn der fantastischen Buchreihe dargestellt. Trotz dem am Ende viele Fragen offen geblieben sind, habe ich mich ganz wunderbar unterhalten gefühlt und kann die Fortsetzung kaum erwarten.

Bewertung vom 29.06.2021
Bardugo, Leigh

Rule of Wolves - Thron aus Nacht und Silber / King of Scars Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Immer noch wird Ravka von seinen Nachbarländern bedroht, allen voran Fjerda, das zum Krieg rüstet. Zar Nikolai hat alle Hände voll zu tun, sein Land auf die Verteidigung vorzubereiten, zusätzlich versuchen seine Feinde ihn wegen seiner illegitimen Abstammung zu Fall zu bringen. Zoya steht dabei immer an Nikolais Seite, doch auch sie hadert mit den Kräften, die in ihrem Inneren verschlossen sind. Nina Zenik hält ihre Tarnung im Regierungssitz von Fjerda aufrecht und beschafft wertvolle Informationen für Ravka, dabei ist sie innerlich zerrissen zwischen dem Wunsch nach Rache und zarten Gefühlen, die sich anbahnen.

"Rule of Wolves: Thron aus Nacht und Silber" von Leigh Bardugo ist der zweite und abschließende Band der King-of-Scars-Dilogie, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert hat. Zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst den ersten Band "King of Scars" gelesen zu haben, da die Handlung über beide Bücher hinweg fortlaufend erzählt wird. Noch schöner ist es meiner Meinung nach, wenn man die anderen Reihen aus dem Grishauniversum (Grisha-Trilogie und Krähen-Dilogie) bereits kennt, dann wird man beim Lesen viele vertraute und geschätzte Figuren wieder finden.

Leigh Bardugos Schreibstil kenne und liebe ich bereits aus der Grisha-Reihe und auch in der neuen Dilogie ist es der Autorin gelungen, mir ein wunderbares Leseerlebnis zu bereiten. Die Geschichte wird wieder aus verschiedenen Sichten erzählt, hauptsächlich wechseln sich Nikolai, Zoya und Nina ab, später kommt noch eine weitere Figur dazu. Dabei hat sich die Spannung konstant durch die gesamte Handlung gesteigert, oft gab es kleine Cliffhanger am Kapitelende, so dass ich es kaum erwarten konnte, bis der nächste Abschnitt mit der Sichtweise der jeweiligen Person begann. Die von der Autorin geschaffene Grisha-Welt ist sehr umfangreich und detailliert beschrieben, so das sich für mich jedes neue Buch aus diesem Universum anfühlt, wie nach Hause in eine vertraute Umgebung zu kommen. Deshalb spreche ich für diese Dilogie sehr gern eine Leseempfehlung an alle Fantasy-Freunde aus.

Fazit: Dieser Band übertrifft seinen Vorgänger noch an Spannung und Ideenreichtum, mich hat das Buch bis zu letzten Seite hin blendend unterhalten, so dass ich es mit Freude weiter empfehle.

Bewertung vom 28.06.2021
Harmon, Amy

A Different Blue


sehr gut

"A Different Blue" ist das erste Buch, das ich von Amy Harmon gelesen habe und der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Nach wenigen Sätzen war ich in Blues Welt eingetaucht und mochte den Ebook-Reader bis zum Ende hin kaum aus der Hand legen. Blue war eine Protagonistin, die ich trotz ihrer zunächst schroffen und überheblichen Art gemocht habe. Auch Wilson war mir schnell sympathisch und dennoch habe ich dieses Buch nicht wirklich als zufrieden stellendes Leseerlebnis empfunden. Das liegt hauptsächlich daran, dass manche Handlungsstränge und Figuren zu knapp abgehandelt wurden, so als ob einige Personen aus Blues Umfeld nur dem Zweck gedient haben, dramatische Momente in die Geschichte zu bringen und nachdem sie ihren Auftritt hatten, sind sie auf Nimmerwiedersehen von der Bühne verschwunden. Dadurch wirkte die Handlung stellenweise recht oberflächlich, sicher geht es um Blues Entwicklung und mir gefiel es durchaus, mit zu erleben, wie sie sich verändert und lernt, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Doch manchmal schien es mir, als ob sie sich in einer Art Blase befindet, so distanziert habe ich die Figuren um sie herum wahr genommen, beinahe als würden sie wie eine Fernsehszene vorbei flimmern. Auch die zeitliche Raffung fand ich unglücklich dargestellt, nach einer dramatischen Begebenheit sind plötzlich Monate vergangen ohne das der Leser erfährt, was aus den beteiligten Personen geworden ist und wie das Geschehen sich auf Blue und ihr Umfeld ausgewirkt hat.

Außerdem muss ich sagen, dass der Klappentext eine völlig falschen Eindruck über das zu erwartende Buch hinterlässt. Wer (wie ich) zu der Annahme kommt, dass es in der Geschichte um eine verbotene Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin geht, liegt völlig daneben. Sicher wird am Anfang erwähnt, dass Blue, wie viele ihrer Mitschüler, den neuen Lehrer anziehend findet, irgendwann erfährt der Leser, dass sie sich Wilson gegenüber trotz seiner faszinierenden Unterrichtsmethoden besonders kratzbürstig verhält, um nicht zu zeigen, dass sie ihn in Wirklichkeit mag. Aber das war auch alles was in dieser Hinsicht passiert, die Freundschaft zwischen den Beiden entwickelt sich erst nach Blues Schulabschluss. Und auch dann ist es ein ewiges Hin und Her, hauptsächlich erzählt dieses Buch von Blues Selbstfindungsprozess - was ich durchaus mochte, aber es hat eben nichts mit der Geschichte zu tun, die der Klappentext andeutet. Deshalb kann ich keine uneingeschränkte Leseempfehlung geben, obwohl der angenehme Schreibstil für die Gesichte spricht. Positiv habe ich auch einige geschichtliche Informationen empfunden, die die Autorin nebenher vermittelt - sowohl in Wilsons Unterrichtseinheiten über Julius Cäsar, als auch die aktuelleren Ereignisse um den Stamm amerikanischer Ureinwohner, von denen Blues Mutter abstammt und für deren Rechte sich ihre Großmutter einst politisch stark engagiert hat. Das Ende hat mich versöhnlich zurück gelassen, so dass ich die Lesezeit nicht als verschwendet empfinde und doch hat das Buch meine Erwartungen leider nicht erfüllt.

Fazit: Der Schreibstil ist bezaubernd, doch inhaltlich konnte mich das Buch leider nicht so ganz begeistern. Erschwerend kommt hinzu, dass der Klappentext eine völlig andere Handlung suggeriert, der Roman dreht sich hauptsächlich um Blues Entwicklung und in dieser Hinsicht war das Leseerlebnis durchaus angenehm, während die Liebesgeschichte sich seltsam, stellenweise lang gezogen, im Hintergrund sehr sehr leise angebahnt hat.