Benutzername: Lesezeiten
Wohnort: Thüringen
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Danksagungen: 9 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 59 Bewertungen
Bewertung vom 22.01.2017
Flawed - Wie perfekt willst du sein? / Perfekt Bd.1
Ahern, Cecelia

Flawed - Wie perfekt willst du sein? / Perfekt Bd.1


sehr gut

Eigentlich habe ich dieses Buch nur gekauft, um auf der Frankfurter Buchmesse eine Signatur von Cecelia Ahern zu bekommen. Als ich dann noch dazu recht viele negative Rezensionen von Bloggern, denen ich im Allgemeinen vertraue, gelesen habe, waren meine Erwartungen niedrig. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich der Geschichte trotzdem eine Chance gegeben habe und es nicht bereue. Wir haben es hier mit einer erstklassigen Dystopie zu tun, die wirklich in der Lage ist, das Weltbild eines Lesers auf den Kopf zu stellen.

So einige Male kam ich mir vor wie im Ethikunterricht, denn dieses Buch hat nicht nur einiges an Unterhaltungswert sondern auch komplexe Überlegungen bezüglich moralischen Wertevorstellungen zu bieten. Die Gilde ist ähnlich wie unsere Polizei, nur dass sie den Charakter von Menschen beurteilt und verhindern möchte, dass untugendhafte Menschen in Führungspositionen gelangen. Wer von ihnen verurteilt wird, dem steht schlimmeres als eine Gefängnisstrafe, die für wirklich illegale Dinge verhängt wird, bevor. Fehlerhaften ist jeder Luxus verboten und sie werden ein Leben lang von der Gesellschaft ausgestoßen und diskriminiert. Aktuelle Themen wie Sterbehilfe oder Schönheitsoperationen, aber auch Fragestellungen wie 'Kann sich ein Mensch ändern?', 'Hat nicht jeder eine zweite Chance verdient?' und 'Wer kann beurteilen, was Humanität bedeutet?' werden aufgegriffen. Während des Lesens habe ich sehr viel darüber nachgedacht und war froh, Mitglied in einer Leserunden zu sein und mich mit anderen austauschen zu können.

Celestine war mir durchaus sympathisch. Natürlich ist sie die klassische Protagonistin, die eigentlich nur sie selbst sein will, aber von ihrer Umwelt als Heldin angesehen wird. Trotzdem waren ihre Gedankengänge und Entwicklungen einleuchtend und greifbar. Sie ist selbstkritisch, schonungslos ehrlich und man spürt besonders zu Beginn, wie klug sie ist. Einzig und allein ihre angeblich existierende Verbindung zu Carrick hat mich gestört. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass dieser Junge im ganzen Buch gerade einmal drei Sätze spricht und Celestine trotzdem hoffnungslos verknallt ist.

Der Schreibstiel gefiel mir hingegegen sehr gut. Die Atmosphäre ist von Anfang an geladen und nervenaufreibend. Es gibt einige sensationelle Szenen, die ich gerne auch noch ein zweites oder drittes Mal gelesen habe. Außerdem versteht sich Cecelia Ahern darauf, alltägliche Situationen, die jeder kennt, mit einfachen Worten zu beschreiben, weshalb ich schnell voran gekommen bin und bis zu 250 Seiten an einem Tag las. Nur das Ende ist ihr meiner Meinung nach nicht allzu gut gelungen. Die letzten Kapitel wirken zu vollgestopft und es tauchen zu viele Verbündete auf, die plötzlich auf Celestines Seite stehen. Deshalb reizt es mich erstmal nicht, direkt weiterzulesen, aber trotzdem freue ich mich auf den Abschluss "Perfect - Willst Du die perfekte Welt?".

Fazit:
Dieses Buch ist nicht perfekt und hat einige kleine Fehler. Ausgerechnet eine Bestsellerautorin von Liebesroman hat es nicht geschafft, die Romanze zwischen Celestine und Carrick glaubhaft darzustellen. Das letzte Drittel des Buches ist zu überladen und einige Verbindungen sind an den Haaren herbei gezogen. Trotzdem vergebe ich eine Leseempfehlung, denn die dystopischen Anteile sind einzigartig und regen zum Denken an. Moralische und ethnische Maßstäbe werden vollkommen umgekrempelt und beschäftigten mich noch lange nach dem Umschlagen der letzten Seite.


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Bewertung vom 11.01.2017
Hier musst du glücklich sein
Heathfield, Lisa

Hier musst du glücklich sein


sehr gut

Schon vor einiger Zeit habe ich dieses Buch in einer Verlagsvorschau entdeckt und sofort war klar: Ich muss es haben! Es geht es um das wirklich interessante und jederzeit aktuelle Thema Sekten. Bisher kannte ich dazu nur Filme und daher freute ich mich auf ein schriftliches Projekt. Zu Recht, wie sich im Nachhinein herausstellte, denn endlich konnte ich mal ein wenig besser verstehen, wie solche Sekten Mitglieder an sich binden, und wie schwer es ist, davon los zu kommen.

Zu meiner Überraschung konnte ich feststellen, dass die Geschichte keinesfalls langweilig beginnt und es gleich zu Beginn einen großen Knall gibt, der das Leben unsere Protagonisten auf den Kopf stellt. Beachtlich ist, dass ich danach zu keinem Zeitpunkt mehr eine Idee hatte, wo die Geschichte hinführen soll und ich mich so unglaublich gut fallenlassen und auf die Handlung einlassen konnte. Der Schreibstil ist rasant und eher undetailliert, es gibt große Zeitsprünge und einige Gänsehaut-Momente, was bei mir zu einer Art Sogwirkung führen konnte. Besonders ist auch die unterschwellige Atmosphäre, die jeden Moment Gefahr erwarten lässt.

Die hierarchische Glaubensgemeinschaft besteht aus ungefähr 15 Mitgliedern, die gemeinsam in einem idyllischen Haus umgeben von fantastischer Natur leben. Es gibt seltsame Rituale und Papa S. verbreitet mit seinen Paten abwegige Theorien über die "Außenwelt" unter ihnen. Das Verlassen des Geländes und das Reden mit nicht involvierten Menschen ist unerwünscht, ärztliche Behandlung nicht erlaubt und so etwas wie Technik oder Schulbesuche gibt es nicht. Außerdem nimmt sich Papa S. regelmäßig eine neue Gefährtin, die mit ihm das Bett teilen "darf", und bestraft seine Angehörigen beim kleinsten Verstoß gegen eine seiner vielen Regeln.

Wie im Titel schon anklingt, erwartet Papa S., dass alle Mitglieder glücklich und zufrieden sind. Sie leben als große Familie zusammen, schlechte Gedanken oder negative Gefühle wie Scham oder Eifersucht hat angeblich keiner von ihnen. Bisher hat Pearl diese Vorstellung geliebt und auch nach ihr gelebt, nur eines störte sie: Sie weiß nicht, wer ihre Mutter und ihre Geschwister sind. Sie ist wie viele Mitglieder in Saat geboren und als Kind der Natur aufgewachsen. Die Frauen haben kein Recht auf ihre Babys, sie werden ihnen genommen und gehören dann allen Angehörigen der Gemeinschaft. Obwohl Pearl ein unheimliche Bedürfnis hat, herauszufinden, wer ihre leibliche Familie ist, bringt sie Ellis anfangs nur Unglauben entgegen. Ihre Entwicklung ist realistisch dargestellt, denn sie beginnt nur zögerlich an ihren Grundwerten zu zweifeln und steht immer wieder im Konflikt mit sich selbst. Sie ist nicht die typische Rebellin sondern überdenkt jede Entscheidung zwei Mal.

Wie Ihr sicher schon aus dem Klappentext - der meiner Meinung nach, viel zu viel verrät - herauslesen konntet, gibt es auch eine Liebesgeschichte. Die Beziehung zwischen Pearl und Ellis entwickelt sich langsam und gefühlsbetont, nimmt daher also viel Platz ein. Ich persönlich habe das nicht als störend empfunden, aber vielleicht ist das nicht unbedingt das, was hier jeder erwartet.

Und nach all diesen positiven Dingen jetzt das große Aber: Die letzten zwei Kapitel. Ich gebe ehrlich zu, dass ich bis 20 Seiten vor dem Ende gedacht habe, dass ich fünf Sterne vergeben werde, und mich erst dann der große Schlag getroffen hat. Nicht nur das alles viel zu schnell geschieht und ich nur noch verwirrt war, war dann mittendrin Schluss! Es gibt keine logische Erklärung für das Verhalten aller Personen auf den letzten Seiten und einfach alles wird offen gelassen. Und wisst ihr was? Zu meinem Entsetzen ist keine Fortsetzung in Aussicht. Was hat man sich dabei nur gedacht?

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Bewertung vom 19.12.2016
Die Weiße Rose / Das Juwel Bd.2
Ewing, Amy

Die Weiße Rose / Das Juwel Bd.2


ausgezeichnet

Der Einstieg in diese Fortsetzung fiel mir leicht, denn die Handlung schließt direkt an den ersten Band an. Durch einen genialen Schreibstil, entsteht schnell wieder ein Wahnsinnstempo, dem man nicht entfliehen kann, und es eigentlich auch gar nicht will. So soll es sein!

Violetts "Kräfte" entwickeln sind und ihr Kampfgeist ist faszinierend. Die Liebesgeschichte überzeugte mich diesmal mehr und ich konnte endlich auch Ash ins Herz schließen. Außerdem erfährt der Leser mehr über Ravens Strapazen und die Vergangenheit der Stadt selbst. Der Cliffhanger am Ende ist unvorhersehbar und wirklich fies. Ich freue mich auf das Finale!

Insgesamt war dieser Teil nicht ganz so gut wie der erste, da die Atmosphäre nun nicht mehr so speziell ist, aber nichtsdestotrotz extrem angenehm zu lesen. Ich war erneut hin und weg und kann Euch diese Reihe - auch wenn sie brutal ist - einfach empfehlen!

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Bewertung vom 19.12.2016
Die Gabe / Das Juwel Bd.1
Ewing, Amy

Die Gabe / Das Juwel Bd.1


ausgezeichnet

Schon auf den ersten Seiten dieses Romas wurde mir klar: Amy Ewing weiß zu fesseln. Und wie! Die Geschichte nahm mich gefangen und entführt mich in eine Welt die ebenso spektakulär wie schockierend ist. Die Idee der Leihmutterschaft, der Auspizien und der in Ringe gegliederten Stadt ist originell und neu. Violett ist eine weibliche Heldin: Stark, mutig und klug, aber trotzdem mädchenhaft. Sie trägt auch gerne einmal Kleider und bringt ein wenig Glanz in das Buch.

Das Besondere dabei ist eindeutige die ansonsten düstere und eindringliche Stimmung. Selten wird das menschliche Wesen in Büchern so grausam dargestellt. Die Geschichte besticht außerdem durch so viel Spannung und Ideenreichtum, dass man gar nicht anders kann, als das Buch innerhalb von weniger Stunden in einem Zug durchzulesen. Seite um Seite vergingen und ich vergaß die Zeit um mich herum.

Mein einzige Kritikpunkt ist die zu abrupte Liebesgeschichte am Ende des Buches. Sie sollte wohl zwischen der geheimnisvollen Atmosphäre für eine wenig Hoffnung sorgen, aber für mich war sie einfach unauthentisch. Der Zufall war zu groß und Violet wirkte plötzlich sehr naiv und kindisch.

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Bewertung vom 19.12.2016
Gläsernes Schwert / Die Farben des Blutes Bd.2
Aveyard, Victoria

Gläsernes Schwert / Die Farben des Blutes Bd.2


ausgezeichnet

Noch nie habe ich so sehnsüchtig auf ein Buch gewartet, wie auf dieses! Ich habe sogar versucht auf Englisch weiterzulesen, aber leider habe ich da einfach nichts verstanden. Als die deutsche Ausgabe dann endlich bei mir ankam, ließ ich alles stehen und liegen und beendete das Buch noch am darauffolgenden Tag. Und zum Glück hat sich alles so entwickelt, wie ich gehofft hatte.

Die Spannung bricht erneut an keiner Stelle des Buches ab und ich wurde Zuschauer von unzähligen Verstrickungen. Wie oft habe ich mich dabei erwischt, wie ich Zeilen übersprang oder ganze Seiten überblätterte, nur weil ich den Nervenkitzel nicht mehr länger aushalten konnte. Trotzdem gab es auch kurze Ruhephasen, um ausreichend über das Getane nachzudenken.

Mare macht eine große Entwicklung durch. Das Besondere: Sie verändert sich nur bedingt hin zum Positiven. Denn unsere Hauptprotagonistin zerbricht innerlich, verliert immer mehr von sich selbst, wird zu einer egoistischen Märtyrerin und versucht dabei doch nur, die, die sie liebt und noch übrig sind, vor ihren Feinden zu schützen. Ich fand es richtig inspirierend mal über keine perfekte Heldin, sondern eine authentische zu lesen!

Und zu guter Letzt dieser Schreibstil, dieser so spezielle Schreibstil. Alles ist so bildgewaltig, poetisch und gedankenreich beschrieben. Wer so erzählen kann, dem gebührt wahrlich große Ehre!

Mit ungebändigter Neugier und grenzenloser Fassungslosigkeit sehe ich nun dem dritten Band entgegen.

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Bewertung vom 19.12.2016
Die rote Königin / Die Farben des Blutes Bd.1
Aveyard, Victoria

Die rote Königin / Die Farben des Blutes Bd.1


ausgezeichnet

Ich gebe es ja zu: Von jeher faszinieren mich Bücher mit
dystopischen Gesellschaft-Systemen. In Mares Welt wird dieses System nur durch einen einzigen Unterschied im Dasein der Menschen bestimmt: Der Farbe des Blutes. Ich fühlte mich Mare von Anfang an sehr nah. Sie wirkt so unfassbar glaubwürdig, dass man meinen könnte, sie sei eine Figur des echten Leben!. Sie ist gedankenlos und naiv, macht unzählige Fehler und hat dennoch das Herz am rechten Fleck.

Selbst die Antagonisten sind Victoria Aveyard wunderbar gelungen: Sie alle sind unterschiedlich in Charakter und Motivation und nicht nur böse. Sie spinnen ihr eigenen Fäden und sorgen für eine lebendige, geradezu knisternde Atmosphäre. Auch die Dreiecksbeziehung, die unvorstellbare Silber-Fähigkeiten und das glamouröses Palastleben bieten ein unheimliches Potenzial.

"Jeder kann jeden verraten", das ist der Leitsatz der Geschichte. Nicht zu wissen wer Freund oder Feind ist. Zutiefst angsteinflößenden, aber sehr passend! Denn noch selten habe ich ein Buch mit so vielen Intrigen und solch einer großen, überraschenden Wendung zwei Kapitel vor dem Ende gelesen. Zu diesem Zeitpunkt ging ich die komplette Handlung im Geiste noch einmal durch und sah sie mit ganz anderen Augen.
Alles in allem ist dieses Buch fantastisch, facettenreich, emotional, fesselnd und alles andere als vorhersehbar. Dies ist mein Lieblingsbuch - auch noch über ein Jahre nach dem Lesen!

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1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.12.2016
Die Herrschaft der Masken / Elias & Laia Bd.1
Tahir, Sabaa

Die Herrschaft der Masken / Elias & Laia Bd.1


ausgezeichnet

Was hat dieses Buch zu bieten? Eine Schule, die wahre Krieger ausbildet. Ein Wettstreit, der den Stärksten von allen belohnen soll. Eine Rebellengruppe, die versucht, das Imperium zu stürzen. Wenn das nicht nach Action und Spannung klingt!

Ein weiterer Pluspunkt ist eindeutig die Liebe zum Detail. Eine Welt, die dem alten römischen Reich ähnelt, bietet einzigartige Kulturen, geniale Handlungsort und eine eigene magische Note. Sabaa Tahir schafft es mit ganz viel Kreativität Dschinns, Irfirts und sogar Geister in eine sonst recht politische Geschichte einzuweben. Die Liebe kam ebenfalls nicht zu kurz und passte perfekt zur Handlung. Nicht zu kitschig und dennoch gefühlvoll.

Auch die facettenreichen Charaktere sind mehr als faszinierend: Ob Elias, der wie durch ein Wunder an einem so brutalen und herzlosen Ort wie Schwarzkliff freundlich geblieben ist, oder Laia, ein unglaublich mutiges Mädchen; Ob die Kommandantin, die keine Gnade kennt oder zu guter Letzt Helena, die einfach nur versucht, ihre moralische Integrität und Emanzipation zu behalten. Ich habe allen neuen Informationen entgegen gefiebert und es zu jeder Zeit genossen, über sie zu lesen.

Also wenn einem 500 Seiten nicht annähernd wie 500 Seiten erscheinen, ist es Zeit für eine 5-Sterne-Bewertung!


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Bewertung vom 19.12.2016
Im Schatten der Welten / Das Licht von Aurora Bd.2
Jarzab, Anna

Im Schatten der Welten / Das Licht von Aurora Bd.2


ausgezeichnet

Dass ich den Vorgänger dieses Buches gelesen habe, ist schon über ein dreiviertel Jahr her und dementsprechend konnte ich mich nicht mehr an alle Details erinnern. Leider machte es mir Anna Jarzab auch alles andere als einfach, denn Rückblenden und Erinnerungsstützen gibt es so gut wie nie. So schleppte ich mich z.B. über 100 Seiten lang mit der Frage durch, wer Callum und Luca sind oder was Sascha schon über das Paraband herausgefunden hat.

Nach diesem relativ deprimierenden Einstieg stellte ich aber erstmal ein paar positive Dinge fest: Sascha und Thomas wirken in diesem Band weitaus sympathischer! Sie werden ganz sicher nie meine Lieblingsprotagonisten sein, aber ich hatte nicht mehr bei jedem Satz das Wort "unauthentisch" im Kopf. Außerdem ist Celene ein sehr geheimnissvoller neuer Charakter und die Erzählungen über ihr Heimatuniversum wirkungsvoll. Die Vorstellung dreier Analoge, die gemeinsam Großes vollbringen können, ist mehr als genial.

Hingegen verwirrend war für mich die Suche nach dem Ziel: Was versucht die Autorin zu erreichen? Wohin soll die Handlung führen? Was erfährt man Neues? Ich hatte das Gefühl, dass sich hier gar nichts entwickelt und alle nur passiv handeln. Inhaltlich kommt man einfach nicht voran, woran die Spannung leidet. Mit Blick auf diesen Übergangsband kann ich also leider nur 3 Sterne vergeben.

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Bewertung vom 18.12.2016
Entschlafen / Die Dreizehnte Fee Bd.3
Adrian, Julia

Entschlafen / Die Dreizehnte Fee Bd.3


ausgezeichnet

REIHENREZENSION


Im November begann ich den ersten Teil zu Lesen und noch im selben Monat beendete ich auch den dritten. Diese Reihe war ganz anders als erwartet, aber so wunderschön. Wieso? 
Sie spielt nicht - wie ursprünglich von mir angenommen - in unserer Welt sondern in Pandora, einem magischen Reich mit Elfen, Meerjungfrauen, Drachen und vielem mehr. Beherrscht wird Pandora von den Hexen. Sie tyrannisieren die Menschen und spielen mit ihren Leben. Eine dieser Hexen ist Lillith. Doch ihre Macht wurde ihr zum Verhängnis: Aus Angst stellten ihr ihre zwölf Schwestern eine Falle und sie sollte eigentlich nie wieder erwachen. Als sie es dann doch tut, ist ihre Magie verschwunden und nur noch der Wunsch nach Rache geblieben.

Im ersten Band bereist Lillith Pandora, immer auf der Suche nach der nächsten Schwester, die sie töten kann. Dabei lernen wir nach und nach die Kinderfresserin, die Giftmischerin, die Meerhexe und weitere kennen. Was ich wirklich gut fand, alle Hexen haben ihre eigene Geschichte. Ursprünglich lebten sie als Feen mitten unter den Menschen. Sie besaßen eine Familie und einen richtige Namen. Durch die verschiedensten Einflüssen, wurden sie alle zu Hexen, manche weniger schlecht als andere. Als Leserin habe ich jeder neuen Hexe entgegengefiebert: Ist sie eine von den Besseren? Wie reagiert sie auf Lillith? Welche besondere Magie kann sie beherrschen? Wie sah ihre Kindheit aus? Aber vor allem, welches Märchen spiegelt sich in ihr wieder? Beginnend bei Gretchen, deren Bruder Hans hieß, bis hin zu Marie, die in einem Brunnen lebt. Denn das ist das besondere an dieser Reihe: Überall finden sich Geschichten und Sagen wieder! Es gab so unglaublich viele Anspielungen, dass mir viele erst im Nachhinein bewusst geworden sind und trotzdem wurde es nicht "too much". Alles passt perfekt zusammen und machten das Lesen wirklich zu einem einzigartigen Erlebnis. Ein großes Lob für diese Detailliertheit!

Die Bücher bleiben auch so spannend, aufgrund von Lilliths Erinnerungslücken. Sie hat tausend Jahre lang geschlafen und kann sich nun nicht mehr an alles, was sie in der Vergangenheit erlebt und getan hat, erinnern. Gemeinsam mit dem Leser versucht sie herauszufinden, was ihre Schwestern angetrieben hat und wie ihr Leben nun weiter gehen soll. Es gibt immer wieder Rückblicke, die mich neue Vermutungen anstellen ließen. Manche Hinweise waren Ablenkungen und führten zu Sackgassen, doch andere wurden immer wieder aufgegriffen. Noch 50 Seiten vor Ende des dritten Bandes gibt es Flashbacks, die zur Rätsellösung beitragen.

Der Schreibstil ist durchweg sehr atmosphärisch und emotionsgeladen. Julia versteht sich darauf, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln und des Öfteren zu Tränen zu rühren. Besonders wenn Lillith an den Tod ihrer Mutter denkt, konnte ich unglaublich gut mitfühlen und mittrauern. 
Die "Persönlichkeitsspaltung" Lilliths ist sehr authentisch beschrieben. Immer wieder kommt die grauenvolle und unmoralische dreizehnte Fee in ihr durch, egal wie sehr sie sich versucht zu ändern.
Auch keiner der anderen Charaktere wirkt unsympathisch, blass oder langweilig. Selbst die Liebesgeschichte empfand ich als sehr angenehm und keineswegs störend, obwohl das oft mein Problem bei Fantasyromanen ist.

Ich habe mich eher spontan für diese Trilogie entschieden und wurde komplett umgehauen. Schon nach den ersten 100 Seiten des ersten Bandes war ich so begeistert, dass ich mir die beiden Folgebände bestellen musste. Insgesamt war der zweite Band meiner Meinung nach ein wenig schwächer, da es hier zu viele Rückblenden gab und die gegenwärtige Geschichte nicht ausreichend fortgeführt wurde. Hier vergebe ich nur 4,5 Sterne, der erste und dritte Band bekommen aber volle Punktzahl.


Die vollständige Rezension und weitere Bewertungen gibt es auf meinem Blog: http://lauras-lesezeiten.blogspot.de/ Ich freue mich über jeden Besucher :)

Bewertung vom 18.12.2016
Schatten über Falkenstein
Thomas Staack

Schatten über Falkenstein


sehr gut

Unser Hauptprotagonist Nepomuk ist ein drei Steine kleiner Mukling, der in seinen jungen Jahren noch nicht viel erlebt hat. Als er aus Mukland verband wird, muss er sich alleine, in einer ihm vollkommen unbekannten Welt durchschlagen. Mit Witz und Humor lernt er die Menschen kennen, wächst mit seinen Aufgaben und wird zu einem richtigen Held.

Der Charme dieses Buches liegt eindeutig bei den sympathischen und liebeswerten Charakteren. Nicht nur den kleinen Muk, sondern auch Anna, Darius Flint und Marten Ambros konnte ich sofort ins Herz schließen, wo sie dank der verschiedenen Erzählperspektiven auch blieben.

Die von Thomas Staack geschaffenen Kampfszenen sind sehr beeindruckend und es gibt auch genügend fantastische Anteile: Ob  Zauberei, Kobolde oder Tiere, die sich mithilfe von Gedanken verständigen können, alles ist gut durchdacht und hat zusammen gepasst.

Neben all diesen lobenswerten Dingen muss ich jedoch auch einen kleinen negativen Kritikpunkt ansprechen: die fehlende Spannung. Leider passiert für mich vor allem in zweiten Viertel des Buches zu wenig und ich musste das Buch für einige Tage weglegen. Das Ende ist dann wieder mehr als gelungen, weshalb ich insgesamt 4 von 5 Sternen vergebe.