Benutzername: Lesezeiten
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Danksagungen: 9 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 66 Bewertungen
Bewertung vom 12.03.2017
Glimmernächte
Gurian, Beatrix

Glimmernächte


gut

Zuallererst will ich klarstellen, dass dieses Cover wirklich in die Irre führend ist. Wen es so wie mich an "Selection" erinnert hat, den muss ich leider enttäuschen: Von Glanz, Glamour und traumhafter Stimmung ist hier leider nicht viel zu merken. Es gibt zwar ein großes Schloss mit wunderschönem Garten, aber das Hauptaugenmerk hat Beatrix Gurian eindeutig auf die Verschwörungstheorien gelegt. Das ist jetzt erstmal nicht so schlimm, kann einen aber auf dem falschen Fuß erwischen.

Wie schon angedeutet, hat das Buch einiges an Intrigen und Komplotten zu bieten, die zum Glück nicht zu offensichtlich und leicht zu durchschauen sind. Die Familie Ravens hat einige Machenschaften am Laufen, was für Spannung und Action sorgt. Lange Zeit habe ich sogar gedacht, es hier mit einer Fantasygeschichte zu tun zu haben, denn ich konnte mir beim besten Willen keine gewöhnliche Erklärung für all die seltsamen Geschehnisse zusammenreimen. Insgesamt fühlte ich mich also gut unterhalten und konnte auch über den ein oder anderen Logikfehler hinwegsehen.

Wäre da nicht Pippa gewesen, wäre meine Rezension an dieser Stelle beendet und ich hätte 4,5 Sterne vergeben. Zu meinem Bedauern hat mir aber leider die Hauptprotagonisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich wurde einfach nicht warm mit ihr und das ist beim Lesen nun mal sehr wichtig. Die Romanze zu Niels entwickelt sich typischerweise viel zu schnell und hätte für meinen Geschmack auch einfach weggelassen werden könne. Aber ganz ehrlich gibt es irgendein ungeschriebenes Gesetz, dass in Jugendbüchern auf Teufeln komm raus, eine Liebesgeschichte dabei sein muss? Schade, aber von mir gibt's nur 3,5 Sterne.

Bewertung vom 07.03.2017
Nächstes Jahr am selben Tag
Hoover, Colleen

Nächstes Jahr am selben Tag


ausgezeichnet

Wie vielen Mädchen meines Alters ist auch mir Colleen Hoover ein Begriff. Bis vor einer Woche hatte ich vier ihrer Bücher gelesen und auch wenn ich sie alle mochte, konnten sie mich nie komplett überzeugen. Ich wollte mich bis jetzt nicht den schreienden Fans anschließen, die Colleen als Queen bezeichnen, und fand zum Beispiel die deutsche Autorin Kira Gembri genauso gut, wenn nicht sogar noch besser in Sachen Liebesroman. Ich will nicht sagen, dass sich meine Meinung jetzt um 180 Grad gedreht hat, aber doch habe ich nun ein neues Lieblingsbuch.

Die "Will & Layken"-Trilogie war mir nicht sensationell genug und "Hope Forever" empfand ich als sehr vorhersehbar. Aber diesmal, diesmal gibt es wirklich einen perfekten Mix! Die Idee eines Paares, dass erstmal seine beruflichen Träume erfüllen und richtig erwachsen werden möchte, bevor es seine Liebe auslebt, gefiel mir auf Anhieb. Ein wenig kompliziert habe ich mir die Zeitsprünge vorgestellt, aber auch die funktionieren überraschend gut in Buchform. Wir tauchen wirklich nur an einem Tag des Jahres in die Köpfe von Ben und Fallon ein und verfolgen ihre Emotionen abwechselnd mit.

Dabei begegnen uns keine Klischees, nein, ganz im Gegenteil: Sowohl Ben als auch Fallon wirken von vorne bis hinten echt. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll, aber ich hatte das Gefühl, sie schon ewig zu kennen, kaufte ihnen ihre Art uneingeschränkt ab. Besonders Fallon musste in der Vergangenheit schreckliche Dinge durchleben, die sie geprägt haben und noch heute ihr Denken und Handeln bestimmen. Erst bei Ben ist sie wirklich sie selbst, lernst sich überhaupt erst einmal kennen. Themen wie Selbsterfindung, Krankheit und der Prozess des Verzeihens werden angesprochen, wirken durch eine ordentliche Packung an Humor und Schlagfertigkeit aber keinesfalls zu erdrückend. Die Dialoge waren teilweise wirklich so lustig, dass ich nicht nur schmunzeln, sondern laut lachen musste.

Spannung wird dadurch aufgebaut, dass wir nie wissen, wie das Wiedersehen verlaufen wird: Kommen überhaupt beide zum vereinbarten Treffpunkt? Inwiefern haben sie sich verändert? Funkt es zwischen ihnen noch? Hat vielleicht einer von beiden einen anderen Partner gefunden? ...

Das Buch spielt über sechs Jahre hinweg, was natürlich den Vorteil bietet, dass es keine einzige langweilige oder unnötige Szene gibt. Wir wissen grob, was Ben und Fallon jedes Jahr erleben, weil sie es sich gegenzeitig erzählen, aber es gibt auch Leerstellen, in denen man der Fantasy freien Lauf lassen kann. Besonders interessant fand ich dabei, wie sich ihre Künstlerkarrieren entwickeln, denn Fallon will Schauspielerin und Ben Schriftsteller werden.

Als letztes möchte ich noch Euch noch sagen, wieso mir der Schreibstil so gut gefallen hat: Colleen Hoover schafft es alltägliche Situationen zu beschreiben und zwar mit ganz einfachen, schlichten Worten. Solche Momente, die wir alle kennen, aber überhaupt nicht erklären könnten. Die wirkliche Meisterleistung sehe ich aber vor allem darin, eine authentische und emotionale Beziehung zwischen einem Jungen und Mädchen zu schaffen, die sich gerade einmal drei Stunden kennen. Ich habe unendlichen Respekt vor dieser Leistung!

Fazit:
Ich trat mit diesem Buch eine Reise an, die mich verändern und mitreißen konnte und am Ende war ich nur noch ein kleines Häufchen meiner Selbst. Alles in allem möchte ich eine riesengroße Leseempfehlung aussprechen, denn die Geschichte von Ben und Fallon ist herzerwärmend romantisch, wunderbar geschrieben, tiefgründig und auch mitfühlend. Dies ist definitiv das beste Buch, dass ich 2017 bisher gelesen habe!

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Bewertung vom 26.02.2017
Perfect - Willst du die perfekte Welt? / Perfekt Bd.2 (2 MP3-CDs)
Ahern, Cecelia

Perfect - Willst du die perfekte Welt? / Perfekt Bd.2 (2 MP3-CDs)


gut

3,5 Sterne

Erst vor zwei Wochen habe ich "Flawed - Wie perfekt willst Du sein?" beendet und obwohl es keinen großen Cliffhanger gab, musste ich die Chance nutzen, dass ich das Hörbuch kostenlos zur Verfügung habe. Leider muss ich sagen, dass es kontinuierlich auf dem gleichen Niveau wie das Ende von Band 1 blieb und es einfach keine Steigerung gab.

Mein größter Kritikpunkt ist, dass es einfach keine klare Linie gab. Celestine weiß nicht richtig was sie will und verfolgt ständig neue Ziele. Das ganze Buch ist voll von einem ständigen Hin und Her und ist einfach zu vollgepackt mit Fluchtszenen. Durch etwaige Rückblenden habe ich auch überhaupt keine Übersicht, was wann und in welcher Reihenfolge passiert ist.

Einige Szenen für sich allein betrachten waren natürlich große klasse und stürzten mich ins Gefühlschaos. Die Verbindung zu Carrick hingegen konnte ich weiterhin nicht nachvollziehen und der männliche Hauptprotagonist bleib für mich einfach blass und unsympathisch.

Immerhin das Ende war befriedigend und zum Glück nicht zu offen. Wenn ich nur allein die Dystopie betrachte, kann ich eine klare Leseempfehlung für diese Reihe aussprechen und hoffen, dass Cecelia Ahern nochmal eine so tolle Idee hat.

Merete Brettschneider als Sprecherin hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn sie nicht die angenehmste Stimmfarbe besitzt, kann sie Spannung und Action super rüberbringe. Ich wusste immer, ob jemand und wer gerade spricht, weshalb ich diesem Hörbuch insgesamt 3,5 Sterne gebe.

Bewertung vom 26.02.2017
Die Heimsuchung / Sunshine Girl Bd.1
McKenzie, Paige; Sheinmel, Alyssa

Die Heimsuchung / Sunshine Girl Bd.1


gut

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, denn es ist eigentlich recht unbekannt. Ohne Rezensionen gelesen zu haben, hatte ich hohe Erwartungen und aufgrund des Untertitels "Die Heimsuchung" auf etwas Ähnliches wie "Lockwood & Co" gehofft. Tja, das bereue ich im Nachhinein ein wenig, denn vielleicht wäre ich begeisterter, hätte ich gewusst, auf was ich mich einlasse und wäre in der richtigen Stimmung für dieses Buch gewesen.

Fakt ist nämlich, dass die Geschichte nicht besonders gruselig ist! Es gibt vielleicht ein bis zwei schaurige Szenen, aber selbst die konnte ich problemlos mitten in der Nacht lesen. Ansonsten ist zwar das gewisse unheimliche Feeling da, es entwickelt sich im Laufe des ganzen Buches aber kein Stück weiter. Ich weiß auch gar nicht, ob dies wirklich das Ziel von Paige McKenzie war, aber falls ja, hat sie leider kein Talent dafür, Angst zum Leser zu transportieren.

Stattdessen entwickelt sich die Geschichte sehr in die fantastische Richtung. Der Plot ist wirklich nicht schlecht und so noch nicht da gewesen, aber ich wollte eben eine andere Genre. Ein bisschen vorhersehbar war das Ganze durch die Zwischenkapitel aus der Sicht einer anderen Person. Es wurde zwar nie gesagt, wer sie ist, aber man kann es sich ganz schnell denken.

Mehr gibt es eigentlich auch gar nicht zu sagen. Sowohl die Charaktere, als auch die Kulissen sind mir weder besonders positiv noch negativ in Erinnerung geblieben. Immerhin ließ sich die Geschichte schnell lesen, sodass ich 3 Sterne vergeben kann. Ich glaube nicht, dass ich Band 2 eine Chance geben werde, aber bitte denkt daran, dass das nur meine Meinung ist. Diese Rezension hier ist vielleicht noch subjektiver als all die anderen normalerweise.

Bewertung vom 26.02.2017
Dornen und Rosen / Das Reich der sieben Höfe Bd.1
Maas, Sarah J.

Dornen und Rosen / Das Reich der sieben Höfe Bd.1


gut

3,5 Sterne

Oh je, es wird wirklich kompliziert dieses Buch zu bewerten. Es gibt wohl kaum eine Saga, die im englischsprachen Raum so gehypt und deren Übersetzung so sehnsüchtig erwartet wurde. Ich sage es nur ungern, aber heute muss ich mal gegen den Strom schwimmen ...  Glaubt mir, mir selbst gefällt das am allerwenigsten, denn hohe Erwartungen, die nicht erfüllt werden, sind einfach nur schrecklich. Noch dazu wo mich die "Throne of Glass"-Reihe der Autorin von der ersten Sekunde an geflasht hat und ich keine Worte mehr für diese Genialität finden konnte.

Wo wir gerade bei der anderen Reihe von Sarah J. Maas sind, muss ich einfach den Vergleich ins Bild ziehen. Ich weiß, dass sollte man eigentlich nicht tun, aber es bietet sich an. Feyre war mir wirklich sympathisch, denn sie steht für ihre eigene Meinung ein und sieht das Schöne in der Welt. Ihre Familiensituation ist besorgniserregend und trotzdem zeigt sie ein hohes Maß an Empathie. Das alles macht eine gute Protagonistin aus, aber keine Heldin. Caelena ist eine unglaublich starke Frau, nicht nur psychisch sondern auch physisch. Sie entwickelt sich im Verlauf zu einer Legende und irgendwie macht das für mich einen großen Reiz aus.
Die männlichen Charaktere können im Übrigen aber durchaus mithalten, es gibt wieder mal nicht nur einen Traumtypen sondern mehrere und eine ordentliche Portion an Romantik.

Kommen wir jetzt mal zur Story selbst: Keine Frage, es gibt Action, Fantasy und Überraschungen. Trotzdem konnte sie mich nicht vom Hocker reißen! Die Hintergrundgeschichte erschien mir nicht vollständig ausgearbeitet bzw. erzählt, Beziehungen wurden unlogisch dargestellt und die Dialoge in einigen wenigen Szenen wirkten auf mich grob und plump. Versteht mich nicht falsch, ich mochte die Geschichte trotzdem, aber sie ist eben nicht episch sondern nur ein bisschen besser als mittelmäßig.

Als Letzten muss ich noch sagen, dass der Anfang wirklich langwierig ist. Die ersten 50 Seiten sind sehr spannend, aber danach kommt eine lange Durststrecke. Das Buch konnte mich lange Zeit kaum fesseln, weshalb ich über eine Woche zum Lesen gebraucht habe.

Bewertung vom 20.02.2017
Wir zwei in fremden Galaxien / Ventura-Saga Bd.1
Ling, Kate

Wir zwei in fremden Galaxien / Ventura-Saga Bd.1


sehr gut

Noch selten hat mir die Psychologie eines Buches so gut gefallen, noch selten war ich so begeistert von einer geschaffenen Welt. Die Menschheit hat sich eine Lösung einfallen lassen, wie sie weit entfernte Ziele erreichen kann: Ein autonomes Generationenschiff, auf dem momentan 2000 Personen wohnen, deren einziger Lebenssinn darin besteht, sich fortzupflanzen. Sie werden nie etwas anderes sehen als Metall und Glas, dürfen keine eigene Kultur gründen und müssen sich stattdessen durch Bücher, Filme usw. immer wieder vorhalten, wie toll es auf der Erde ist. Ihre Vorfahren haben entschieden und ließen ihren Nachfahren somit keine Chance. Sie wissen ja noch nicht einmal, ob ihr Endstation noch existiert und wenn ja, was sie dort vorfinden werden. Diese Vorstellung fand ich wirklich erschreckend! Ich fühlte mich oftmals an meinen Astronomieunterricht in der Schule zurückversetzt, wo wir gelernt haben, wie langsam selbst modernste Spaceshuttle sind und wie unendlich groß das Universum ist. Das Licht von Sternen oder anderen Himmelskörpern, das wir heute empfangen, wurde ja schon vor Jahrhunderten losgesendet.

Natürlich ist es da nur logisch, dass einige Passagiere unglücklich, ja fast schon lebensmüde sind. So auch Seren, denn sie kann mit ihrer eintönigen und sinnlosen Situation nicht umgehen, was ich gut nachvollziehen konnte. Für mich war sie eine ganz besondere Hauptprotagonistin, denn sie ist eigensinnige und kritisch. Sie sagt, was sie denkt und haut oftmals Bemerkungen raus, bei denen ich mir nur dachte "Oh nein, das hat sie jetzt nicht wirklich gesagt - oder?!". Da konnte ich doch glatt darüber hinwegsehen, dass sie gleichzeitig manchmal sehr naiv und unüberlegt handelt.

Auch wenn man es bei dem Klappentext nicht vermutet, lernt Seren Domingo erst am Anfang des Buches kennen und der Leser kann bzw. muss live dabei sein, wie sie sich verlieben. Ab jetzt liegt der Fokus auf ihrer Liebesgeschichte und ich muss zugeben, dass mich das etwas gestört hat. Es gibt genügend tolle Liebesromane und dafür hätte Kate Ling keine so überwältigende Kulisse gebraucht. So sehr ich auch versucht habe, ist es mir nicht immer gelungen, die beiden auszublenden und mich mehr auf die Ventura zu konzentrieren. Noch dazu wo ihre Dialoge zu übertrieben und dramatisch, zu kitschig und oberflächlich sind - ich war einfach nicht in der Lage, sie ernst zu nehmen. Außerdem blieb mir Dom zu blass. Ich weiß nicht wieso, aber ich konnte ihn kein bisschen einschätzen. Gerade deshalb habe ich mich nicht "mitverliebt", obwohl das so wichtig gewesen wäre.

Ansonsten fand ich den Schreibstil faszinierend. Er ist ernüchternd, melancholisch und total fesselnd. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und es gibt lange Sätzen, in denen Seren ihre Gedanken immer und immer wieder wiederholt, was sie für mich menschlich machte. Außerdem wird Spannung aufgebaut, durch die versteckten Hinweise, das es da noch ein großes Geheimnis geben muss. Die Kapitänin der Ventura hat irgendetwas zu verbergen und was das ist, kommt erst sehr spät ans Licht. Am Ende gibt es noch einen kleinen Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Ich freue mich auf Band 2 dieser Saga!

Fazit:
Eine einzigartige Idee, eine überwältigende Kulisse, eine Hauptprotagonistin mit eigener Meinung und ein faszinierender Schreibstil - all das bietet wirklich viel Potenzial. Trotzdem gibt es einen großen Schwachpunkt: Die Themenauswahl. Ich hätte viel lieber mehr über die Ventura erfahren, doch das Buch dreht sich konsequent fast nur um die Beziehung zwischen Seren und Dom. Liebesgeschichten gibt es wie Sand am Meer und die meisten sind deutlich glaubhafter als diese hier. Schade, aber ich muss leider eineinhalb von fünf Sternen abziehen und erhoffe mir für Band 2 deutlich mehr Action und Science-Fiction.

Bewertung vom 12.02.2017
Girl Online Bd.1
Sugg, Zoe

Girl Online Bd.1


weniger gut

Da dieses Buch von vielen Leserinnen hochgelobt wurde und der dritte Teil "Solo für Girl online" vor Kurzem erschienen ist, ging ich sehr neugierig und erwartungsvoll an die Geschichte ran. Im Nachhinein war das vielleicht falsch, zu hohe Erwartungen versauen Bücher oftmals. Da es so viele Fans des Buches (und der jungen Autorin) gibt, möchte ich auch mal eine negative Meinung loswerden. Schließlich kann es nie falsch sein positive und negative Eindrücke vor dem Kaufen eines Buches zu lesen. Und außerdem kenne ich die amerikanische YouTuberin Zoella nicht und meine Meinung zum Buch wurde nicht von der Meinung zu ihrer Person getrügt ;)

Apropos YouTube: Das ganze Buch schreit nur so vor schrecklichen YouTuber-Klischees! Ein tollpatschiges Mädchen, das scheinbar von niemandem gemocht wird, kommt in eine andere Stadt und schwupps, der Junge ihrer Träume steht direkt an der nächsten Ecke. Ein Gespräch reicht und sie verlieben sich ineinander. Sie stellt sich ihren Ängsten und ihren Mobbern und alles geht gut aus. Innerhalb von ein paar Tagen erfindet sich das Mädchen komplett neu und ist glücklich bis an ihr Lebensende ... Außerdem betreibt sie noch einen mega erfolgreichen Blog, mit den aller tollsten Followern und hat die verrückteste und liebenswürdigste Familie der Welt. Habe ich noch etwas vergessen? ... Ach ja, den schwulen besten Freund, den sensationellen Sänger und noch so einiges an Plaplapla ...

Wie ihr schon erkennen könnt, bin ich alles andere als begeistert. Was mich am meisten gestört hat, ist die unsympathische Hauptprotagonistin Penny. Es ist gut, wenn Charaktere nicht zu perfekt sondern lebensnah und authentisch dargestellt werden, aber hier wurde eindeutig übertrieben. Penny ist zu Beginn unsicher, überängstlich und total naiv. Sie jammert die ganze Zeit nur rum und suhlt sich wegen ihrer Panikattacken im Selbstmitleid. Und okay, sicherlich gibt es Menschen die tollpatschiger sind als andere, aber Penny scheint ja vom Katastrophengott persönlich verfolgt zu werden. Sorry, aber das kauf ich so nicht ab!

Die Blogbeiträge kamen für mich viel zu selten vor. Vier bis fünf Stück über das ganze Buch hinweg und das wars. Dafür dass das Buch "Girl online" heißt, hätte ich deutlich mehr erwartet! Aber klar, alle Welt ist so begeistert von ihren kurzen Posts, dass sie hunderte Kommentare auf allen sozialen Netzwerken bekommt. Und diese Kommentare sind dann so schrecklich kitschig und unglaubwürdige, dass ich einfach nur noch genervt war.

Okay, nicht das ganze Buch ist schlecht. Es gibt viele humorvolle Dialoge, bei denen ich sogar laut lachen musste, was eigentlich selten passiert. Die direkte Ansprache des Lesers und dieser Tagebuch-Schreibstil hat mir gut gefallen. Manchmal waren auch wirklich gute Gedankengänge und Sorgen seitens Penny dabei, die wahrscheinlich jedes Mädchen kennt. Wenn sie sich selbst für unentspannt und nicht unterhaltsam fühlt oder wenn sie darüber nachdenkt, wie viele Smileys in einer SMS angebracht sind. Auch die Randdetails sind schön ausgearbeitet: Eine Downton Abbey- Hochzeit und die Sehenswürdigkeiten von NewYork.
Gegen Ende hin als Noah auftaucht, wird das ganze Buch besser. Penny verändert sich bei Noah, wird stärker, furchtloser und fühlt sich frei, sodass sie mir deutlich weniger auf die Nerven ging. Man freut sich mit ihr, wenn sie plötzlich an sich selbst glaubt und nicht mehr vorgeben muss, cool zu sein, sondern einfach nur sie selbst sein kann.

Fazit:
Ein nettes Buch für Zwischendurch, mit einer süßen Liebesgeschichte und einem unanspruchsvollen Schreibstil. Allerdings fühlte ich mich über große Strecken zu alt für die Hauptprotagonistin Penny. Sie war mir zu ängstlich, naiv und kitschig. Themen wie (Cyber)-Mobbing und Selbsterfindung wurden mir zu ausführlich, aber die Geschichte rund ums Bloggen zu oberflächlich beschrieben. Ein friede-freude-Eierkuchen HappyEnd konnte auch nichts mehr wieder gut machen. Daher kann ich nur 2,5 Sterne vergeben.

Bewertung vom 22.01.2017
Flawed - Wie perfekt willst du sein? / Perfekt Bd.1
Ahern, Cecelia

Flawed - Wie perfekt willst du sein? / Perfekt Bd.1


sehr gut

Eigentlich habe ich dieses Buch nur gekauft, um auf der Frankfurter Buchmesse eine Signatur von Cecelia Ahern zu bekommen. Als ich dann noch dazu recht viele negative Rezensionen von Bloggern, denen ich im Allgemeinen vertraue, gelesen habe, waren meine Erwartungen niedrig. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich der Geschichte trotzdem eine Chance gegeben habe und es nicht bereue. Wir haben es hier mit einer erstklassigen Dystopie zu tun, die wirklich in der Lage ist, das Weltbild eines Lesers auf den Kopf zu stellen.

So einige Male kam ich mir vor wie im Ethikunterricht, denn dieses Buch hat nicht nur einiges an Unterhaltungswert sondern auch komplexe Überlegungen bezüglich moralischen Wertevorstellungen zu bieten. Die Gilde ist ähnlich wie unsere Polizei, nur dass sie den Charakter von Menschen beurteilt und verhindern möchte, dass untugendhafte Menschen in Führungspositionen gelangen. Wer von ihnen verurteilt wird, dem steht schlimmeres als eine Gefängnisstrafe, die für wirklich illegale Dinge verhängt wird, bevor. Fehlerhaften ist jeder Luxus verboten und sie werden ein Leben lang von der Gesellschaft ausgestoßen und diskriminiert. Aktuelle Themen wie Sterbehilfe oder Schönheitsoperationen, aber auch Fragestellungen wie 'Kann sich ein Mensch ändern?', 'Hat nicht jeder eine zweite Chance verdient?' und 'Wer kann beurteilen, was Humanität bedeutet?' werden aufgegriffen. Während des Lesens habe ich sehr viel darüber nachgedacht und war froh, Mitglied in einer Leserunden zu sein und mich mit anderen austauschen zu können.

Celestine war mir durchaus sympathisch. Natürlich ist sie die klassische Protagonistin, die eigentlich nur sie selbst sein will, aber von ihrer Umwelt als Heldin angesehen wird. Trotzdem waren ihre Gedankengänge und Entwicklungen einleuchtend und greifbar. Sie ist selbstkritisch, schonungslos ehrlich und man spürt besonders zu Beginn, wie klug sie ist. Einzig und allein ihre angeblich existierende Verbindung zu Carrick hat mich gestört. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass dieser Junge im ganzen Buch gerade einmal drei Sätze spricht und Celestine trotzdem hoffnungslos verknallt ist.

Der Schreibstiel gefiel mir hingegegen sehr gut. Die Atmosphäre ist von Anfang an geladen und nervenaufreibend. Es gibt einige sensationelle Szenen, die ich gerne auch noch ein zweites oder drittes Mal gelesen habe. Außerdem versteht sich Cecelia Ahern darauf, alltägliche Situationen, die jeder kennt, mit einfachen Worten zu beschreiben, weshalb ich schnell voran gekommen bin und bis zu 250 Seiten an einem Tag las. Nur das Ende ist ihr meiner Meinung nach nicht allzu gut gelungen. Die letzten Kapitel wirken zu vollgestopft und es tauchen zu viele Verbündete auf, die plötzlich auf Celestines Seite stehen. Deshalb reizt es mich erstmal nicht, direkt weiterzulesen, aber trotzdem freue ich mich auf den Abschluss "Perfect - Willst Du die perfekte Welt?".

Fazit:
Dieses Buch ist nicht perfekt und hat einige kleine Fehler. Ausgerechnet eine Bestsellerautorin von Liebesroman hat es nicht geschafft, die Romanze zwischen Celestine und Carrick glaubhaft darzustellen. Das letzte Drittel des Buches ist zu überladen und einige Verbindungen sind an den Haaren herbei gezogen. Trotzdem vergebe ich eine Leseempfehlung, denn die dystopischen Anteile sind einzigartig und regen zum Denken an. Moralische und ethnische Maßstäbe werden vollkommen umgekrempelt und beschäftigten mich noch lange nach dem Umschlagen der letzten Seite.


Weitere meiner Rezensionen finden Sie hier: http://lauras-lesezeiten.blogspot.de/p/rezensionen.html Ich freue mich über jeden Besucher :)

Bewertung vom 11.01.2017
Hier musst du glücklich sein
Heathfield, Lisa

Hier musst du glücklich sein


sehr gut

Schon vor einiger Zeit habe ich dieses Buch in einer Verlagsvorschau entdeckt und sofort war klar: Ich muss es haben! Es geht es um das wirklich interessante und jederzeit aktuelle Thema Sekten. Bisher kannte ich dazu nur Filme und daher freute ich mich auf ein schriftliches Projekt. Zu Recht, wie sich im Nachhinein herausstellte, denn endlich konnte ich mal ein wenig besser verstehen, wie solche Sekten Mitglieder an sich binden, und wie schwer es ist, davon los zu kommen.

Zu meiner Überraschung konnte ich feststellen, dass die Geschichte keinesfalls langweilig beginnt und es gleich zu Beginn einen großen Knall gibt, der das Leben unsere Protagonisten auf den Kopf stellt. Beachtlich ist, dass ich danach zu keinem Zeitpunkt mehr eine Idee hatte, wo die Geschichte hinführen soll und ich mich so unglaublich gut fallenlassen und auf die Handlung einlassen konnte. Der Schreibstil ist rasant und eher undetailliert, es gibt große Zeitsprünge und einige Gänsehaut-Momente, was bei mir zu einer Art Sogwirkung führen konnte. Besonders ist auch die unterschwellige Atmosphäre, die jeden Moment Gefahr erwarten lässt.

Die hierarchische Glaubensgemeinschaft besteht aus ungefähr 15 Mitgliedern, die gemeinsam in einem idyllischen Haus umgeben von fantastischer Natur leben. Es gibt seltsame Rituale und Papa S. verbreitet mit seinen Paten abwegige Theorien über die "Außenwelt" unter ihnen. Das Verlassen des Geländes und das Reden mit nicht involvierten Menschen ist unerwünscht, ärztliche Behandlung nicht erlaubt und so etwas wie Technik oder Schulbesuche gibt es nicht. Außerdem nimmt sich Papa S. regelmäßig eine neue Gefährtin, die mit ihm das Bett teilen "darf", und bestraft seine Angehörigen beim kleinsten Verstoß gegen eine seiner vielen Regeln.

Wie im Titel schon anklingt, erwartet Papa S., dass alle Mitglieder glücklich und zufrieden sind. Sie leben als große Familie zusammen, schlechte Gedanken oder negative Gefühle wie Scham oder Eifersucht hat angeblich keiner von ihnen. Bisher hat Pearl diese Vorstellung geliebt und auch nach ihr gelebt, nur eines störte sie: Sie weiß nicht, wer ihre Mutter und ihre Geschwister sind. Sie ist wie viele Mitglieder in Saat geboren und als Kind der Natur aufgewachsen. Die Frauen haben kein Recht auf ihre Babys, sie werden ihnen genommen und gehören dann allen Angehörigen der Gemeinschaft. Obwohl Pearl ein unheimliche Bedürfnis hat, herauszufinden, wer ihre leibliche Familie ist, bringt sie Ellis anfangs nur Unglauben entgegen. Ihre Entwicklung ist realistisch dargestellt, denn sie beginnt nur zögerlich an ihren Grundwerten zu zweifeln und steht immer wieder im Konflikt mit sich selbst. Sie ist nicht die typische Rebellin sondern überdenkt jede Entscheidung zwei Mal.

Wie Ihr sicher schon aus dem Klappentext - der meiner Meinung nach, viel zu viel verrät - herauslesen konntet, gibt es auch eine Liebesgeschichte. Die Beziehung zwischen Pearl und Ellis entwickelt sich langsam und gefühlsbetont, nimmt daher also viel Platz ein. Ich persönlich habe das nicht als störend empfunden, aber vielleicht ist das nicht unbedingt das, was hier jeder erwartet.

Und nach all diesen positiven Dingen jetzt das große Aber: Die letzten zwei Kapitel. Ich gebe ehrlich zu, dass ich bis 20 Seiten vor dem Ende gedacht habe, dass ich fünf Sterne vergeben werde, und mich erst dann der große Schlag getroffen hat. Nicht nur das alles viel zu schnell geschieht und ich nur noch verwirrt war, war dann mittendrin Schluss! Es gibt keine logische Erklärung für das Verhalten aller Personen auf den letzten Seiten und einfach alles wird offen gelassen. Und wisst ihr was? Zu meinem Entsetzen ist keine Fortsetzung in Aussicht. Was hat man sich dabei nur gedacht?

Die vollständige Rezension und weitere Bewertungen finden Sie hier: https://lauras-lesezeiten.blogspot.de/p/rezensionen.html Ich freue mich über jeden Besucher :)

Bewertung vom 19.12.2016
Die Weiße Rose / Das Juwel Bd.2
Ewing, Amy

Die Weiße Rose / Das Juwel Bd.2


ausgezeichnet

Der Einstieg in diese Fortsetzung fiel mir leicht, denn die Handlung schließt direkt an den ersten Band an. Durch einen genialen Schreibstil, entsteht schnell wieder ein Wahnsinnstempo, dem man nicht entfliehen kann, und es eigentlich auch gar nicht will. So soll es sein!

Violetts "Kräfte" entwickeln sind und ihr Kampfgeist ist faszinierend. Die Liebesgeschichte überzeugte mich diesmal mehr und ich konnte endlich auch Ash ins Herz schließen. Außerdem erfährt der Leser mehr über Ravens Strapazen und die Vergangenheit der Stadt selbst. Der Cliffhanger am Ende ist unvorhersehbar und wirklich fies. Ich freue mich auf das Finale!

Insgesamt war dieser Teil nicht ganz so gut wie der erste, da die Atmosphäre nun nicht mehr so speziell ist, aber nichtsdestotrotz extrem angenehm zu lesen. Ich war erneut hin und weg und kann Euch diese Reihe - auch wenn sie brutal ist - einfach empfehlen!

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