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Sommer
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Bewertungen

Insgesamt 463 Bewertungen
Bewertung vom 18.07.2017
Thiesler, Sabine

Und draußen stirbt ein Vogel


gut

Geht besser

Da ich schon einige Bücher von Sabine Thiesler gelesen habe, waren die Erwartungen ziemlich hoch. Ich mag ihre Art still und leise mit den Ängsten zu spielen, auch der Hintergrund in der Toskana war bei den mir bekannten Titeln immer passend. Bei diesem Thriller:Und draußen stirbt ein Vogel habe ich Thieslers gekonnte Art vermisst. Die Handlung verfolgte sehr interessante Stränge die nicht komplett ausgereizt wurden.

Rina Kramer ist eine bekannte Schriftstellerin. Sie lebt die meiste Zeit mit ihrem Mann, einem Regisseur, in der Toskana. Der gemeinsame Sohn Fabian besucht in Deutschland ein Internat und ist nur in den Ferien bei seinen Eltern.
Dies hört sich alles bezaubernd an, doch der Schein trügt. Rinas Mann Eckart vergnügt sich bei Dreharbeiten lieber mit seiner Gehilfin, darunter leidet Rina sehr, versucht alles um ihm das Leben bei ihr schön zu machen.
Derweil hat Manuel Gelting eine Obsession im Kopf. Er ist davon überzeugt,Maß Rina ihm seine Ideen gestohlen hat und nun seinen Erfolg auskostet. Dank ihrer detailreichen Ortsinformationen im Buch, von denen sie auf einer Lesung preisgibt, dass sie die Gegend in ihren Büchern gut kennt, findet Manuel Rina in der Toskana. Er mietet sich sogar in ihrem Gästehaus ein.......

Dies ist die Haupthandlung, aber nebensächlich geht es im Buch ebenso um eine Dieberei, und um einen Pater der allerhand Spekulationen mitbringt. Von Pater Johannes und dessen Geschehen hätte ich gern mehr erfahren, dies hätte der Handlung in meinen Augen insgesamt mehr Spannung gebracht.

Der Schreibstil war flüssig, so ließ sich das Buch gut und flott lesen. Es hat mir gefallen, aber der Funke flog einfach nicht über. Leider muss ich sagen, dass dies der erste Thriller der Autorin ist, der mir persönlich nicht zugesagt hat. Nett reicht nun einmal nicht. Von daher vergebe ich 3 Sterne für: Und draußen stirbt ein Vogel!

Bewertung vom 17.07.2017
Montanari, Richard

Shutter Man / Balzano & Byrne Bd.9


ausgezeichnet

Devil's Pocket

Shutterman ist ein Thriller von Richard Montanari aus der Balzano/Byrne Reihe

In Devil's Pocket hat die Familie Farren das Sagen. Die Einwohner fürchten die Farrens, nicht ohne Grund, denn nicht nur Erpressung und Diebstahl gehen auf ihr Konto.

Kevin Byrne, verbrachte seinerzeit die Sommer in diesem Städtchen, ist nun Detective des PPD. Als er zu dem schrecklichen Mord an Laura Rousseau und Ihrer Familie gerufen wird, wird schnell klar, dass seine Vergangenheit ihn einholt.
Damals in seiner Jugend hatte er schon mit den Farrens zu tun, musste mitbekommen wie der Tod der kleinen Catriona Daugherty die Stadt vor Angst lahmlegte. Es wurde behauptet, dass Desmond Farren das Mädchen getötet hat. Dieser wurde kurz darauf getötet im Fluss gefunden. Jimmy Doyle, angehender Bezirksstaatsanwalt von Philadelphia, wollte sich an Desmond rächen, ob er dies wirklich getan hat weiß Kevin nicht, dennoch lässt ihn dieser Verdacht nicht los.

Byrne und die Staatsanwältin Jessica Balzano, die ehemalige Partnerin Kevins, müssen nun schnell sein, denn ein weiteres Opfer taucht auf. Auch hier wurde, wie bei Laura Rousseau, die Geburtsurkunde entwendet und dem Opfer wurde die Gesichtshaut entfernt.

Dieser Thriller ist für mich der erste aus dieser Reihe. Für das Verständnis dieses Teils war dies kein Problem, dennoch bin ich gespannt auf weitere Details die die Vergangenheit von Kevin Byrne betreffen.
Die Handlung empfand ich durchgehend spannend. Die Spannung blieb konstant erhalten. Das Ende dieses Thrillers war sehr überraschend, die Entwicklung am Ende brachte nochmal den richtigen Kick und machte mir persönlich jetzt schon Lust auf einen weiteren Teil.

Die Charktere waren sehr gut beschrieben. Allen voran Kevin Byrne und auch Jessica Balzano bereicherten die Story. Ihre gemeinsame Vergangenheit brachte eine gewisse Vertrautheit mit, die mir sehr gut gefallen hat. Aber Kevin schleppt auch Lasten mit sich herum, er ist nicht nur der perfekte Ermittler, das gefällt mir und macht es somit authentischer.

Absolute Leseempfehlung, frage mich, warum mir der Autor bisher entgangen ist.

Bewertung vom 11.07.2017
Monninger, Joseph P.

Liebe findet uns


sehr gut

Jack Vermont

Liebe findet uns von J.P. Monninger ist ein Roman der den Leser mitnimmt auf eine Reise. Eine Reise in der Heather die Liebe findet.

Heather reist mit ihren zwei Freundinnen Amy und Constanze quer durch Europa. Die drei wollen nach ihrem Abschluss etwas von der Welt sehen, bevor das Berufsleben sie voll und ganz einnimmt.
In Frankreich fühlt Heather sich besonders, dort ahnt sie noch nicht, wen sie im Zug auf dem Weg nach Amsterdam kennenlernt. Jack hat eine lockere Art und verwickelt Heather direkt in aberwitzige Gespräche, die beiden fühlen sich direkt zueinander hingezogen. Weitere gemeinsame Unternehmungen folgen, die beiden kommen sich immer näher. Jack besucht auf seiner Reise Orte die er aus dem Tagebuch seines Großvaters kennt. Eine Reise die er nun mit Heather gemeinsam bestreitet.

Die Story ist niedlich verpackt, man fühlt mit Heather mit, sowohl ihre große Enttäuschung als Jack einfach weg ist, als auch die Herzklopfmomente die beschrieben werden. Die Neckereien zwischen den beiden sind sehr lustig und lockern die gesamte Handlung dadurch gekonnt auf.
Nebenbei passiert auch Heathers Freundinnen hier und da etwas aufregendes oder spektakuläres. Die arme Amy steht beispielsweise kurz nach der Ankunft in Amsterdam ohne Geld und Papiere da.
Und Hemingway ist auch dabei, der Autor findet oft Erwähnung, taucht wie ein stiller Begleiter ab und an auf.

Die Charaktere gefielen mir, ich konnte sehr schnell einen Bezug aufbauen, vor allem zu Heather, aus deren Sicht das Buch beschrieben ist.

Dieser Roman hat mich gut unterhalten, aber trotzdem fehlte mir manchmal das gewisse Etwas. Hierbei wurde ich aber von dem flüssigen Schreibstil wieder vertröstet, so dass ich Liebe findet uns dann doch gern 4 Sterne gebe.

Bewertung vom 02.07.2017
Shepherd, Catherine

Engelsschlaf / Laura Kern Bd.2


ausgezeichnet

Ewig schön

Laura Kern ermittelt wieder. Als in Berlin eine junge Frau, liebevoll mit einem Kissen und einer Decke versorgt, gefunden wird, wirkt es fast wie ein Wunder, als die totgeglaubte plötzlich atmet. Der Täter hat das Opfer so stark betäubt, dass keine Lebenszeichen erkennbar waren.
Laura und ihr Kollege Max sind ratlos, wer macht so etwas und vor allem warum? Das Opfer, Isabel Wittmann, trainiert in einem Fitnessstudio, und genau dort setzen die beiden Ermittler an, auch Isabels Freund Victor Frantzen wird befragt. Ein schwieriger Fall, zumal schon bald ein ähnlich gearteter Fall auftaucht, wieder eine bewusstlose Frau die liebevoll abgelegt wurde........

Rückblenden lassen den Leser in den Kopf eines Jungen blicken, der in den Katakomben in Palermo eine wunderschöne Mumie bestaunt. Dieser Junge und dessen kleine Schwester Jennifer müssen harte Schicksalsschläge hinnehmen, auch diese erlebt der Leser zwischendurch in kurzen Passagen. Diese Kapitel haben mich enorm fasziniert, sie heizten die Spannung enorm an.

Die Charaktere die die Autorin Catherine Shepherd beschreibt, waren mir bereits durch den ersten Teil "Krähenmutter" bekannt. Auch für Leser ohne Vorkenntnisse dieses Bandes lässt sich Engelsschlaf problemlos lesen. Dennoch hat es mir sehr gut gefallen Laura wieder in Aktion zu erleben. Auch die zarten Bande zu ihrem amerikanischen Kollegen Taylor Field bereichern die Story, ich mag es wenn Charaktere eine Persönlichkeit mitbringen wie hier.

Die Handlung war konstant spannend, auch typisch für Catherine Shepherd. Sie führt den Leser an der Nase herum, lässt ihn zappeln um am Ende mit einer Lösung aufzuwarten, mit der man nicht gerechnet hat. Was soll ich sagen, spannend bis zur letzten Seite. Freue mich auf einen neuen Fall mit Laura Kern! Absolute Leseempfehlung

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.07.2017
Sveen, Gard

Teufelskälte / Kommissar Tommy Bergmann Bd.2


sehr gut

Tiefe Abgründe

Tommy Bergmann wird wieder mit seinem allerersten Mordfall konfrontiert, der mittlerweile 16 Jahre zurückliegt. Die damals 15 jährige Kristiane wurde brutal ermordet, und mit ihr noch einige weitere junge Frauen. Anders Rask sitzt für dieses Verbrechen in einer Hochsicherheitsklinik ein.
Schnell zieht Bergmann die Parallelen zu dem jetzigen Mordfall. Doch wie kann das sein, Anders Rask sitzt nach wie vor hinter Schloss und Riegel. Hatte er damals einen Komplizen, gibt es einen Nachahmungstäter, oder ist Rask unschuldig?
Als Rask die Wiederaufnahme seines Verfahrens beantragt, weiß Bergmann dass er nicht viel Zeit für seine Ermittlung hat, alles wird noch einmal neu aufgerollt.
An seiner Seite fungiert Susanne Bech, Bergmann und die neue Kollegin befinden sich bald selbst am Rande des Wahnsinns.

Wahnsinn auch deshalb, weil der Autor dem Ermittler Tommy Bergmann selbst eine aggressive Art auf den Leib geschrieben hat. Seine Frau Hege hat ihn wegen häuslicher Gewalt angezeigt, die Anzeige aber zurückgezogen, da er sich in Therapie begibt. Aber Tommy zeigt durch seine Gedanken wie schlimm es um ihn steht. Er vergleicht sich teilweise selbst mit den Personen die er selbst jagt. Wirr, aber während des Lesens gefiel mir Bergmann trotzdem.
Susanne Bech ist Alleinerziehende Mutter und sehr engagiert, sie will in ihrem Beruf vorankommen.

Die Handlung wird aus verschiedenen Sichtweisen beschrieben, das machte es manchmal nicht leicht. Auch die Verbindung zwischen den alten und neuen Morden war mir manchmal ein wenig zu unübersichtlich, zu viel hin und her. Dennoch ist die Handlung spannend. Das Ende ist offen, damit verrate ich nicht zu viel, denn es kommt bei diesem Thriller mehr auf den Weg dahin an. Man darf sich also sehr wahrscheinlich auf eine Fortsetzung von Gard Sveen freuen.

Bewertung vom 22.06.2017
Strauß, Simon

Sieben Nächte


sehr gut

Sieben Nächte auf dem Weg zur Selbstfindung

Simon Strauss ist von vielen Zweifeln geplagt, viele Ängste manifestieren sich in seinem Kopf. Ständig treibt ihn sein Verstand zwischen Abgrund und Hoffnung hin und her. Als nun an jedem Abend um 7 ihn jemand aufsuchen wird, um ihm die Chance zu geben sich für oder gegen das zu entscheiden was er dort kennenlernen wird, beginnt eine Reise der der des Mister Scrooge nicht gänzlich unähnlich ist, auch an Mephisto musste ich dabei kurz denken. Im Nachhinein könnte man aber eher sagen, dass es eine Vorbereitung aufs Leben ist.

An jedem der sieben Nächte befasst Simon sich mit einer der 7 Todsünden. Hierbei offenbart er in Monolog-Form seine Sorgen, Ängste und beschreibt Dinge die ihm widersprüchlich erscheinen, wiegt pro und contra gegeneinander auf. Interessant war hierbei, wie er den Bezug zur jeweiligen Todsünde stellte.

Die Sprache ist sehr gewählt und es liest sich nicht leicht, der Leser muss sich schon auf die Gedankenwelt von Strauss einlassen, denn einiges wirkte auf mich sehr bizarr aber auch surreal. Hinter allem ist aber immer die Angst vor dem scheitern greifbar, die Angst vor der Zukunft. Bei einigen Passagen war ich mir allerdings selbst nicht ganz sicher, was mir der Autor Simon Strauss eigentlich nun mitteilen wollte.

Der Roman umfasst knapp 150 Seiten, war somit gut in einem Tag zu schaffen, dennoch schwirrt er mir noch nachhaltig im Kopf herum. Bin unschlüssig, was ich vom Buch halten soll. Zum einen ist es interessant das Gefühl zu haben, quasi in den Kopf und in die Gedanken eines anderen zu schauen, andererseits war es für mich schwierig, da ich vieles nicht nachvollziehen konnte.

Bei der Leseempfehlung möchte ich unbedingt erwähnen, dass dieser Roman sehr speziell ist. Vielleicht ist es ratsam im Vorfeld eine Leseprobe zu nutzen, um einen Eindruck zu bekommen, was einen erwartet. Erst war ich der Meinung ich komme über 2 Sterne nicht hinaus, aber nachdem ich alles etwas sacken lassen konnte bin ich der Meinung das Buch hat doch mehr verdient. Als Erklärung kann ich nur anführen, dass der Autor es geschafft hat, dass es mir nicht aus dem Kopf geht, und das schaffen nicht ganz so viele Bücher......

Das Buch wurde mir von Netgalley zur Verfügung gestellt.

Bewertung vom 20.06.2017
Föhr, Andreas

Schwarzwasser / Kreuthner und Wallner Bd.7 (6 Audio-CDs)


sehr gut

Mordsgaudi

"Schwarzwasser" von Andreas Föhr ist für mich der erste dieser mittlerweile 7 teiligen Reihe um den Kripochef Clemens Wallner und seinen Kollegen Leo Kreuthner.

Der Vater von Wallner, Opa Manfred, ist ein Unikat, schon etwas verwirrt, muss man bei ihm mit allem rechnen. So kommt es, dass Manfred mit Leo Kreuthner einen Faschingsball besucht, verkleidet als der Sensemann. Wallner ist zwischenzeitlich schon mehr als besorgt, da er seinen Großvater nirgends finden kann. Als Kreuthner in der Gaststätte mit einer Frau anbändelt, wird aus Ermangelung einer vorzeigbaren Wohnung die Idee geboren, bei einem Bekannten einzukehren. Manfred muss das Gespann fahren, da Kreuthner es mit dem Alkohol am Steuer des öfteren nicht Ernst genug genommen hat. Wieder erwarten heil angekommen, muss Kreuthner feststellen, dass im Schlafzimmer eine Leiche liegt, eine Bekannte, Lara Evers, scheint die Mörderin zu sein. Nun hat Kreuthner ein Problem, wie soll er dieses Chaos seinem Chef Wallner glaubhaft machen. Eine Verkettung von lustigen Dingen passiert, gepaart mit spannenden Elementen, denn der Tote, Klaus Warthberg, ist gar nicht Klaus Warthberg.......

Die Mischung aus humorvollen Einlagen und der Ermittlung waren so in dem Stil neu für mich. Es war auf der einen Seite herzlich erfrischend, aber trotzdem hätte ich mir in Bezug auf die Handlung manchmal mehr Ernst gewünscht. So stand der Krimi für mich leider nicht im Vordergrund. Wobei die Handlung um Klaus Warthberg, gepaart mit der Vergangenheit, die sich um den Anwalt Sitting dreht, der durch wenig Erfolg gezeichnet, in die Hände eines manipulativen Geschäftmannes namens Gregor Nolte gerät, der Sittings Kenntnisse zu seinem Vorteil nutzte, wobei ihm egal war, ob alles legal zugeht, doch sehr interessant war.

Das Duo Wallner und Kreuthner bringt auch privates in die Handlung ein. Wallners Vergangenheit ist dabei sehr interessant, doch hier habe ich leider nicht alle wünschenswerten Antworten bekommen, die spart Autor Andreas Föhr sicherlich für weitere Fälle auf.
Durch die Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, den verschieden Handlungssträngen, die erst spät zusammenlaufen. und sehr vielen verschiedenen Charakteren muss man genau zu hören um alles zu verstehen, dies besserte sich im weiteren Verlauf des Hörbuches aber.

Insgesamt hat mir das Hörbuch gut gefallen, der Sprecher schaffte es mir die Charaktere sehr gut näher zu bringen und machte die humorvollen Einlagen zu einem Erlebnis. Diese Mischung entschädigt mich , so dass ich dem Hörbuch dann doch 4 Sterne gebe. Das Duo Wallner und ganz besonders Kreuthner mit seiner starrköpfigen Art haben mir gut gefallen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.06.2017
Roehrig, Caleb

Niemand wird sie finden


sehr gut

Flynn findet seinen Weg

Niemand wird sie finden ist der Titel des Jugendthrillers von Caleb Roehrig, dieser ist Autor und TV-Producer.

January, die Freundin des 15 jährigen Flynn Doherty wird vermisst. Als die Polizei ihn befragt, verstrickt er sich in Widersprüche. Es ist ihm peinlich vor der Polizei zugeben zu müssen, dass January an ihrem letzten gemeinsamen Abend mit ihm Schluss gemacht hat, noch dazu weil er keinen Sex mit ihr wollte. Flynn ist sich fast sicher, dass er homosexuell ist, ein Mädchen erregt ihn nicht auf diese Art. Seine Beziehung zu January zeigte ihm dies mittlerweile, trotzdem mag er sie und ist enttäuscht, als sie die Beziehung beendet.
Nun schwebt ihr Verschwinden über allem. Flynn begibt sich auf die Suche nach Antworten. Doch dabei muss er erfahren, dass January auch eine andere Seite zu haben scheint. Denn Mitschüler ihrer neuen Schule, auf die sie seit der Heirat ihrer Mutter mit dem Politiker Jonathan Walker besucht, erzählen Flynn gänzlich gegensätzliche Geschichten, als er sie von January gehört. Das schlimme daran ist, dass sie ihn in einem schlechten Licht dastehen lassen. Genauso verhält es sich mit Januarys Arbeitskollegen Kaz.

Die Handlung wird durch Erzählungen in Gegenwart und Vergangenheit sehr aufgelockert, lässt sich so sehr flüssig lesen. Die eigentlichen Thrillerelemente waren recht spannend, aber die Nebenhandlung, die sich um die Homosexualität von Flynn dreht, fand ich fast gelungener als die Haupthandlung.

Das Ende war nicht ganz so meins. Mit vielen Aspekten konnte ich mich bei näherem hinterfragen nicht anfreunden. Es blieben für meinen Geschmack zu viele Fragen offen, dies alles machte es dadurch unglaubwürdig für mich.

Die Charaktere waren soweit gut gelungen. Nur von January habe ich nach wie vor widersprüchliche Eindrücke im Kopf, das ist den offen Fragen geschuldet. Die Frage die sich mir dabei stellt ist, ob der Autor dies beabsichtigt hat, oder ist ihm dies nicht bewusst gewesen?

Dieses Buch hat mich zwar gut unterhalten, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen. Von daher tendiere ich zu 3,5 Sternen.

Bewertung vom 14.06.2017
Winterberg, Linda

Solange die Hoffnung uns gehört


sehr gut

Ein Stück Zeitgeschichte

Solange die Hoffnung uns gehört von Linda Winterberg

Die Sopranistin Anni Kluger ist Jüdin, die aber durch die Konvertierung ihrer Eltern als Protestantin erzogen wurde. Sie arbeitet 1933 an der Frankfurter Oper. Sie ist Witwe, und muss allein für sich und ihre 6 jährige Tochter Ruth sorgen. Die Oper ist wie eine Familie für die beiden, vor allem zum Garderobier Georgina, eigentlich Norbert Baum, haben die zwei ein inniges Verhältnis.
Die Lage in Deutschland beginnt schwierig zu werden, auch wenn Anni sich nicht als Jüdin sieht, kann sie ihre Wurzeln nicht verleugnen. Ruth muss bereits in der Schule mit Anfeindungen leben.

Bei Familie Sommer, die im Nachbarhaus wohnt, ist Anni mit ihrer Tochter ein gern gesehener Gast. Deren Sohn Walter ist nur wenig älter als Ruth, die beiden verbindet die Liebe zur Musik. Die Kinder stützen sich sehr aufeinander, geben sich gegenseitig halt, denn auch Familie ist jüdischer Abstammung.

1939, die Reichskristallnacht, die Lage spitzt sich zu. Nun muss Anni ernsthaft um das Leben ihrer Tochter bangen. Sie entschließt sich schweren Herzen sie mit der Kinderverschickung nach England Reisen zu lassen. Sie hegt die Hoffnung ihrer Tochter bald folgen zu können, doch leider macht das Schicksal da nicht mit.

Eine Odysee für Mutter und Tochter beginnt. Linda Winterberg beschreibt deren Lebensweg über die Jahre sehr anschaulich. Sie schönt nichts, im Gegenteil, dem Leser wird überzeugend real beschrieben, durch was für eine schlimme Zeit die Menschen damals gehen mussten. In der Geschichte gibt es aber auch Menschen die für andere einstehen, ohne sie wäre die Handlung fast nicht auszuhalten gewesen.

Die Charaktere sind teilweise in Anlehnung wahrer Personen entstanden. Als Vorbild für die Figur der Ruth, diente beispielsweise Eva Heymann, die 1924 in Berlin geboren wurde. Sie war musisch sehr begabt und wurde 1939 mit einem Kindertransport verschickt. Sie verstarb 2016 im Alter von 91 Jahren. Diese Tatsache hat mich sehr berührt, es führte mir noch deutlicher vor Augen, dass dieses Schicksal nicht abwegig ist.

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, er brachte mir eine Seite des Krieges näher, die immer einen bitteren Beigeschmack behalten wird. Es ist gut, sich auch in der heutigen Zeit mit diesem Thema zu beschäftigen. In dem ich mich mit allem auseinandersetze, wird mir immer wieder klar, wie sehr wir dafür kämpfen müssen, dass solche Dinge nicht wieder geschehen. Und wenn man sich in der Welt mal umschaut, haben wir immer noch ein großes Stück Weg vor uns.

Dieser Roman wurde mir von Netgalley zur Verfügung gestellt.