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Annabell

Bewertungen

Insgesamt 491 Bewertungen
Bewertung vom 09.05.2021
Fink, Ada

Blütengrab


gut

1993, Ostdeutschland. In einem abgelegenen Waldstück bei Wussnitz wird eine Mädchenleiche aufgefunden. Sie liegt in einem Bett aus Blütenzweigen und ist übersät mit germanischen Runen. Kommissarin Ulrike Bandow und ihr neuer westdeutscher Kollege übernehmen ihren ersten Fall. Die Spuren führen das ungleiche Ermittlerpaar in die deutsch-deutsche Vergangenheit. Sie stoßen auf eine bisher unentdeckte Mordserie und der Täter scheint nun zurückgekehrt zu sein. Um den Fall zu lösen müssen die beiden Ermittler lernen sich zu vertrauen.

Den Erzählstil habe ich teilweise als sehr hart, rau und recht kühl empfunden. Dadurch haben die Protagonisten auch einen recht rauen Tonfall und Umgangsweise miteinander bekommen. Auch wenn ich deswegen nicht so gut eine Bindung zum Buch aufbauen konnte, fand ich den Erzählstil trotzdem der Zeit angemessen. Ich bin zwar erst nach der Wende geboren, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in Ostdeutschland so kurz nach der Wende ein solcher Tonfall geherrscht hat.

Mir haben die unterschiedlichen Perspektiven von den Protagonisten Ulrike, Ingo, Marc und Ingrid gefallen. Je nachdem aus welcher Perspektive die Handlung grade erzählt worden ist war der Erzählstil auch mal ein bisschen weicher oder noch härter. Das hat auf mich sehr authentisch gewirkt.

Der Fall wirkte etwas überladen. Die Autorin hat hier versucht ganz viele Themen wie Mädchenhandel, Pädophilenring, politische Kreise, Nazi, Stasi und RAF unterzubringen. Vieles wurde angeschnitten, aber dann nicht konzentriert ausgeführt. Dafür wurde in meinen Augen unwichtiges unnötig ausgeschmückt und wurde die Handlung wurde dadurch langatmig und nur ein Dahingeplätscher. Spannungsgeladen war es erst am Ende.

Was mir gefehlt hat war der Konflikt zwischen Ost und West. Am Anfang war Ulrike noch sehr abweisen ggü. ihrem neuen Kollegen aus dem Westen und nur kurze Zeit später war das schon ad acta gelegt. Das hätte mehr ausgeprägt sein sollen, dann wäre die Beziehung der beiden auch interessanter geworden.

Interessant fand ich auf jeden Fall die Vermittlung von Wissen über die germanischen Götter sowie ihre Riten und Bräuche aus der Zeit. Das wurde sehr gut in die Handlung mit eingewoben.

Mein Fazit:
Ein kurzweiliger Thriller mit einem interessanten Hintergrund. Er war teilweise etwas überladen und dadurch langatmig, aber lässt sich trotzdem gut lesen.

Bewertung vom 08.05.2021
Mohlin, Peter;Nyström, Peter

Der andere Sohn / Karlstad-Krimi Bd.1


sehr gut

Vermisstenfall: Emelie Bjurwall

In der schwedischen Kleinstadt ist vor 10 Jahren Emelie Bjurwall, die Tochter der CEO von AckWe spurlos verschwunden. Ihre Leiche konnte nie gefunden werden und den einzigen Tatverdächtigen, Billy, musste man laufen lassen wegen Mangel an Beweisen. Doch der Fall ist nie vergessen worden und wird nun als Cold Case neu aufgerollt.
Nach einem missglückten FBI-Einsatz muss sich der FBI-Agent John Adderley eine neue Identität zulegen. Trotz Abraten seines Chefs ist für ihn klar, dass er zurück in sein Heimatland Schweden will. Er hat noch eine alten Schuld zu begleichen. Sein Halbbruder Billy hat ihn angefleht ihm zu helfen. Die Provinzpolizei würde nicht erkennen, dass er unschuldig ist. John geht das Risiko ein, dass die Verfolger aus Baltimore in seine Heimat folgen könnten, und reist nach Karlstadt. Dort wird er Teil des Ermittlerteams.

"Der andere Sohn" ist der Auftakt einer neuen Reihe mit dem ehemaligen FBI-Agent John Adderley.

Den Schreibstil fand ich richtig klasse. Er ließ sich so flüssig, locker leicht lesen, dass die Seiten nur so dahinflogen. Selbst etwas langatmige und zähe Stellen gingen so schnell vorbei.

Die Handlung ist aufgeteilt in zwei Handlungsstränge, die für Abwechslung und Spannung sorgen. In dem einen Handlungsstrang begleitet man John bei seinen Ermittlungen, die immer intensiver werden und packendere Details bekommen. Bei dem anderen Handlungsstrang bekommt man den ein Blick in die Gefühlswelt des Vaters des Verschwundenen Mädchens. Auch die Vergangenheit von Emelie wird hier Stück für Stück beleuchtet. Beide Handlungsstränge ergänzen sich sehr gut auch wenn es für den ein oder anderen Leser dadurch sehr vorhersehbar wird und man schon früh eine Ahnung bekommt wo es hinführen wird. Aber trotzdem gab es zum Schluss noch ein paar gelungene Überraschungen, die nochmal die Spannung angeheizt haben.

Mit John Adderley hat das Autorenduo einen sehr starken und glaubwürdigen Hauptprotagonisten ausgearbeitet. Er hat Ecken und Kanten und erscheint durch seine Selbstverliebtheit und Kühle auf dem ersten Anhieb nicht grade sympathisch. Trotzdem führt er sehr gute Ermittlungen und in brenzligen Situationen habe ich auch mit ihm mitgefühlt.

Mein Fazit:
Ein recht ruhiger aber dennoch interessanter Krimi mit einem fesselnden Schreibstil. Es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.

Bewertung vom 02.05.2021
Berg, Mathias

Der Preis der Rache / Lupe Svensson und Otto Hagedorn Bd.1


sehr gut

Am ersten Praktikumstag beim LKA wird Lupe Svensson mit dem erfahrenden Ermittler Otto Hagedorn zu einem Leichenfund gerufen. Sie soll sich das 30 Jahre alte Skelett ansehen, welches bei den Abrissarbeiten einer Tankstelle gefunden wurde. Die Besonderheit an diesem Skelett: es fehlt ein Fuß. 1975 gab es eine Mordserie, bei dem immer ein Fuß abgetrennt worden ist. Otto Hagedorn hat damals ermittelt, aber der Fall wurde nie gelöst. Nun wird der Fall als Cold Case neu aufgerollt. Finden sie jetzt den Täter und wird es jetzt zu einer Verhaftung kommen? Eine Reise zurück in die 70er Jahre...

"Der Preis der Rache" ist der Auftakt in eine neue Cold-Case-Krimi-Reihe mit einem recht andersartigen Ermittlerduo.

Das Ermittlerduo besteht aus Lupe Svensson, einer Studentin, die gerade ein Praktikum beim LKA macht und dem erfahrenen Ermittler Otto Hagedorn. Die Handlung wird hauptsächlich aus der Sicht von Lupe erzählt. Sie ist eine selbstbewusste und taffe junge Frau, die viel eigenmächtig handelt aber auch eine schwierige Vergangenheit hat und deswegen mit menschlicher Nähe schlecht umgehen kann. Otto Hagedorn strahlt eine Ruhe aus und macht damit Lupes eigenmächtiges Handeln wieder wett. Er scheint mit dem Fall verstrickt zu sein und dadurch wird es auch geheimnisvoll. Mir waren die beiden auf anhieb sehr sympathisch.

Der Schreibstil ist flüssig und mit viel Liebe zum Detail. Durch die vielen Details fühlt man die Gegebenheiten und kann auch den Ermittlungen sehr gut folgen.

Der Kriminalfall ansich ist sehr interessant. Durch den zweiten Handlungsstrang in die Vergangenheit setzt sich das Puzzle Stück für Stück weiter zusammen. Der Spannungsbogen wurde für einen Cold Case gut gehalten und es gab auch ein spannendes Finale. Die Auflösung erschien logisch durch die gesammelten Indizien und Fakten.

Ein Stern muss ich allerdings abziehen, da mir alles recht vorhersehbar war. Auch im Finale gab es mir zu viele Zufälle, auch was Lupes Vergangenheit an ging. Aber zu Handlung hat es gepasst.

Mein Fazit:
Ein interessanter und spannender Cold Case der in die 70er Jahre zurückführt. Für mich ein wenig vorhersehbar, aber trotzdem spannend. Lesenswert und ich freue mich auf die Fortsetzung mit dem recht andersartigen Ermittlerduo.

Bewertung vom 01.05.2021
Denzau, Heike

Nordseegeheimnis


gut

Der Privatdetektiv Raphael Freersen hat den Auftrag vom Klinikleiter bekommen in dessen Klinik auf Föhr den Verantwortlichen für die Diebstähle zu finden. Raphael wird Undercover in die Klinik eingeschleust. Bei einer nächtlichen Aktion stolpert er im Keller über eine scheinbar blutende Person und verliert das Bewusstsein. Am nächsten Morgen wacht er in seinem Bett auf und nichts deutet auf den Verletzten oder Toten aus der Nacht hin. Hat er alles in seinem Suff nur geträumt oder hat hier jemand eine Leiche verschwinden lassen? Raphael fängt an Nachforschungen anzustellen...

"Nordseegeheimnis" ist der zweite Band mit dem coolen Privatermittler Raphael Freersen. Die Fälle sind aber in sich abgeschlossen, sodass man sie auch gut unabhängig von einander lesen kann.

Raphael ist ein Macho wie er im Buche steht. Er reißt Frauen auf, leistet sich zwei Putzfrauen und lebt ein wenig nur in den Tag hinein. Trotzdem ist er charmant und sehr liebenswürdig. Mit seiner coolen und humorvollen Art hat er immer ein Spruch auf Lager und rettet sich ein ums andere Mal aus den Fettnäpfchen. Bei seinen Nachforschungen kann er sehr hartnäckig sein und geht auch mal unerlaubte Schritte, was mir gut gefallen hat.

Der Lokalkolorit und die geschaffene Atmosphäre auf Föhr kam sehr realistisch und naturgetreu rüber. Ich liebe die Insel und hatte auch gleich wieder die schönen Bilder vor Augen.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig. Aber für mich persönlich war die Handlung etwas lahm. Raphael stellt zwar seine Nachforschungen an, aber für einen Krimi war es mir dann doch etwas zu wenig Ermittlungsarbeit. Es wurde sich für mein Empfinden etwas zu sehr auf das Unwesentliche wie z.B. den Kindergeburtstag von dem Sohn seiner Kollegin, konzentriert. Es war zwar schön zu lesen, aber hat mir dadurch etwas die Spannung genommen.

Mein Fazit:
Wer lieber Verfolgungsjagden, viel Ermittlungsarbeit mag ist bei diesem Krimi eher Fehl am Platz, dafür sorgt er mit viel Lokalkolorit für eine schöne Atmosphäre. Für alle die es eher ruhiger mögen ist der Krimi lesenswert. Meins war er leider nicht so.

Bewertung vom 30.04.2021
Haller, Elias

Der Kryptologe


ausgezeichnet

In der Kanalisation unter der Semperoper wird eine Frauenleiche in einem Galakleid gefunden. In ihren Händen und Füßen wurden rätselhafte Zahlenkombinationen geritzt. Sie ist die Frau eines Sensationsreporters. Ihre Tochter Liliana wird noch vermisst. Arne Stiller ist nach seiner einjährigen Suspendierung zurück im Polizeidienst und soll den Fall übernehmen. Das Besondere an ihm, er ist Kryptologe und soll die rätselhaften Zahlenkombinationen lösen. Handelt es sich um das Spiel eines Psychopathen oder hängt es mit einer Skandalinzenierung an der Oper zusammen. Arne Stiller muss die Zahlenrätsel lösen und das vermisste Kind finden bevor es zu spät ist.

"Der Kryptologe" ist der Auftakt in eine neue Reihe von Autor Elias Haller wieder mit einem recht schrägen und eigensinnigen Ermittler.

Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig und durch die kurzen Kapitel schnell zu lesen. Der Spannungsbogen wurde bis zum Schluss gehalten. Immer wieder gab es rätselhafte und unerwartete Wendungen bis zum Schluss. Immer wieder hab ich gedacht, ich wüsste endlich wer es ist, aber dann wurde mir doch wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Bis zum Schluss war ich also ahnungslos und immer wieder auf die falschen Fährten reingefallen. Das fand ich klasse.

Arne Stiller finde ich sehr faszinierend. Er ist schräg, eigenbrötlerisch und hat seinen eigenen Willen. Mir hat auch seine humorvolle Art gefallen. Ein ums andere Mal musste ich echt schmunzeln.

Das Abtauchen in die Welt der Zahlen fand ich ebenso faszinierend. Ich selbst kann auch gut mit Zahlen umgehen, aber bei weitem nicht so wie der Kryptologe Arne Stiller es kann. Deswegen fand ich es interessant auch gleichzeitig etwas über Taschenrechnerworte zu erfahren. Ich wusste zwar das es welche gibt, aber doch nicht so viele.

Die verschiedenen Handlungsstränge haben für Abwechslung und Spannung gesorgt. Die Erzählungen und Rückblenden zu Täter und Opfer und deren Erlebnissen und Gefühlen haben die Handlung auch sehr realistisch gemacht.

Mein Fazit:
Elias Haller ist hier wieder ein klasse Thriller mit einem schrägen neuen Ermittler gelungen. Humorvoll und spannend bis zum Schluss. Für Thriller-Fans auf jeden Fall ein Lesemuss.

Bewertung vom 29.04.2021
Lorne, Mac P.

Der englische Löwe


weniger gut

In diesem historischen Roman begleitet der Leser den berühmten Herrscher Englands, Richard I. auch König Löwenherz genannt. Nach seiner Freilassung bleibt Richard Löwenherz nur wenige Zeit in seiner Heimat vergönnt. In der Normandie und Aquitanien besetzt der französische König Philipp II. Gebiete, die eigentlich Löwenherz zustehen, die er von seinem Vater geerbt hat. Nachdem er die Rebellion seines Bruders niedergeschlagen hat, bricht er mit seinem kleinen Heer nach Frankreich auf. Obwohl Löwenherz' Heer zahlenmäßig dem von Philipp unterlegen ist, schlägt er sie trotzdem ein ums andere Mal. Weil seine Kriegskassen so gut wie erschöpft sind, stimmt er einem Waffenstillstand zu. Doch als beide den Friedensvertrag unterzeichnen, ist ihnen klar, dass es niemlas Frieden zwischen ihnen gibt...

Ich war voller Vorfreude dieses Buch zu lesen, denn mich interessiert die englische Geschichte mit ihren Herrschern sehr. Doch leider wurde ich hier sehr enttäuscht. Ich bin nur schwer bis eigentlich gar nicht in die Handlung gekommen. Anfangs hatte ich auch das Gefühl es wäre Teil X einer Serie, obwohl "Der englische Löwe" ein alleinstehender Band ist. Es fing irgendwie mittendrin an und mir fehlte etwas an der Vorgeschichte.

Den Schreibstil habe ich als sehr schwer empfunden. Es war sehr trocken und nicht wirklich lebendig. Die verschachtelten Sätze fand ich sehr schwer zu lesen. Zeitweise hatte ich durch das Trockene Gefühl, ich befinde mich in einer geschichtlichen Dokumentation, die einfach die Fakten aneinander reiht. Selbst z.B. eine Schlacht glich in dem Roman eher einer Dokumentation. Spannung war hier Fehlanzeige. Es wurde nur ganz kurz abgehandelt.

Durch das schnelle Abhandeln der Fakten wirkte alles auch sehr unnahbar. Die Protagonisten und Handlungsorte wurden kaum beschrieben und dadurch bildlich dargestellt. Bei mir wollten dadurch einfach keine Bilder im Kopf entstehen und ich konnte auch keine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen.

Was mir aber gut gefallen hat, war die ausführliche Recherchearbeit. Durch diesen Roman habe ich nun ein ganz anderes Bild von König Löwenherz im Kopf. Für mich war er immer als Held im Kopf, aber er war wie jeder andere König auch nur auf Macht aus.

Mein Fazit:
Leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllt. Es konnte mich nicht packen und ich habe mich beim Lesen gelangweilt. Daher gibt es leider keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung vom 28.04.2021
Schwiecker, Florian;Tsokos, Michael

Die siebte Zeugin / Eberhardt & Jarmer ermitteln Bd.1


sehr gut

Fall vor Gericht

Es ist ein Sonntagmorgen wie jeder andere auch. Nikolas Nölting, Verwaltungsbeamter, verlässt das Haus, winkt noch seiner kleinen Tochter Lily zu und begibt sich auf den Weg zur Bäckerei. Dort angekommen überwältigt er erst einen Streifenpolizist und schießt dann in der Bäckerei ohne Vorwand aus heiterem Himmel um sich. Zwei Verletzter und ein Toter. Nikolas schweigt. Seine Frau beauftragt Anwalt Rocco Eberhardt mit dem Fall. Verzweifelt versucht Rocco hinter das Motiv von Nikolas zu kommen. Was hat ihn dazu getrieben aus heiterem Himmel um sich zu schießen? Auch der Rechtsmedizinier Justus Jarmer stößt bei der Obduktion auf eine Überraschung. Sie stoßen in ein Wespennest aus Korruption und Geldwäsche der Berliner Unterwelt. Nimmt alles ein gutes Ende?

"Die siebte Zeugin" ist der erste Teil einer neuen Justiz-Krimi-Reihe von dem neuen Autorenduo Florian Schwiecker und Michael Tsokos.

Ich bin eher durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Daher bin ich erstmal ohne große Erwartungen gestartet. Schnell wurde es für mich recht interessant. Man merkt, dass die beiden Autoren hier ihr Fachwissen mit einfließen haben lassen. Für einen Laien ist es sehr verständlich geschrieben und es ist interessant zu erfahren wie es vor Gericht abläuft und wie ein Anwalt sich für seinen Mandanten einsetzen kann.

Aber es wurde nicht nur der Gerichtsfall abgehandelt, sondern die Protagonisten selbst hatten eine Geschichte. Durch die familiäre Situation von den Protagonisten wurde hier eine familäre Atmosphäre geschaffen.

Der Schreibstil ist klar strukturiert und ließ sich flüssig lesen. Die kurzen Kapitel lassen einen quasi nur so durch das Buch fliegen, weil man sich immer sagt "komm ein Kapitel geht noch".

Man hat hier zwar kaum Spannung, da es ja kein Kriminalfall ist, wo der Täter noch unbekannt ist und noch ermittelt werden muss, aber es ist trotzdem auf eine andere Art und Weise spannend, weil hier der Anwalt Rocco Eberhardt mit seinen eigenen Möglichkeiten versucht hinter das Motiv der Tat zu kommen.

Mein Fazit:
Es war jetzt nicht unbedingt ein Highlight, aber doch mal eine ganz interessante Lektüre für zwischendurch.

Bewertung vom 20.04.2021
Cross, Ethan

Die Stimme der Rache / Ackerman & Shirazi Bd.2


sehr gut

November McAllister konnte dem Black Rose Killer entkommen. Nun wird sie in einem abgelegenen Farmhaus von der Polizei versteckt. Francis Ackermann jr. und seine Partnerin Nadia Shirazi vom FBI sind auf dem Weg dorthin, um November zu übernehmen. Doch so schnell sie auch sind, Black Rose ist schneller als sie. Er hat November schon wieder in seine Gewalt gebracht und die Polizisten umgebracht. Die Jagd ist eröffnet. Black Rose schneint immer einen Schritt voraus zusein auch gegenüber Ackermanns genialen Schachzügen.

"Die Stimme der Rache" ist der zweite Teil mit dem FBI-Duo Francis Ackermann jr. & Nadia Shirazi. Den ersten Teil kenne ich noch nicht, aber auch ohne Vorkenntnisse konnte ich das Buch sehr gut lesen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl mir würde Vorwissen fehlen.

Den Schreibstil habe ich als angenehm und flüssig lesbar empfunden. Durch die unterschiedlichen Handlungsstränge und Erzählperspektiven wurde für Abwechslung gesorgt. Nur die Spannung war mal da und dann auch mal wieder weg. Die Handlung fing spannend an, ist dann aber schnell abgeflacht und war dann eher nur ein Dahingeplätscher. Nach der Hälfte nahm die Spannung wieder zu und blieb auch.

Den Charakter Francis Ackermann jr. finde ich einfach nur cool. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Serienkiller sympathisch finde, aber allein durch seine Art und seine Sprüche mit seinem schwarzen Humor habe ich ihn in mein Herz geschlossen. Nur seine Handlungen als FBI-Agent scheint vielleicht ein wenig unrealistisch, aber sie passen widerum zu ihm als ehemaligen Serienkiller.

Schade fand ich es, dass schon früh bekannt ist, wer der Black Rose Killer ist. Ich hatte gerne mitgerätselt, wer denn dahintersteckt, aber dafür bekommt der Leser ein spannendes Katz und Maus-Spiel mit brutalen Szenen, die nichts für schwache Nerven sind, geboten.

Mein Fazit:
Trotz einiger Längen am Anfang, ist das ein klasse Buch mit einem sehr außergewöhnlichen Protagonisten. Lesenswert.

Bewertung vom 11.04.2021
Conrad, Alex

Tod auf der Finca


gut

Nach ihrer Beförderung zum Sargento wird Carmen Munar von Palma nach Inca versetzt. An ihrem ersten Arbeitstag bekommt sie es gleich mit einem Todesfall durch einen Schweinebiss zu tun. Alles deutet darauf hin, dass der Zuchteber seinem Züchter in den Oberschenkel gebissen hat und er dadurch verblutet ist. Ihr Ex-Mann Peter äußert Zweifel, da er den Zuchteber kennt und weiß, dass er niemals sein Herrchen angeriffen hätte. Auch wenn Carmen die Einmischung nicht gefällt, wird sie misstrauisch und fängt an zu ermitteln. Während der Ermittlungen muss sie sich bei ihren neuen Kollegen beweisen, aber nicht nur das, auch ein alter Fall holt sie wieder ein und es wird brenzlig.

Anfangs war es sehr langatmig. Die Einführung um die Hauptprotagonistin Carmen Munar, ihre Beförderung und dem anstehenden Umzug nach Inca wurden sehr viele Seiten und Zeit gewidment ohne dass etwas wirklich Interessantes passiert ist. Gefühlt waren die Protagonisten mehr mit Essen und Kaffee trinken beschäftigt als alles Andere. Das fand ich recht lahm und langweilig und ich hatte Mühe weiterzulesen, weil meine Gedanken immer abgeschweift sind.

Als dann aber die Einführung zu Ende war und auch endlich der Ermittlungsfall begonnen hat wurde es dann auch spannend und man wurde als Leser eingeladen mitzurätseln. Auch was den alten Fall angeht, welcher Carmen nun wieder eingeholt hat.

Dennoch war es recht vorhersehrbar. Es gab kaum unerwartete Wendungen und man hatte gleich zu Beginn schon eine Ahnung wer dahintersteckt, die sich dann am Ende auch bestätigt hat. Auch wurden einige Aspekte bzw. Auffälligkeiten angesprochen, die dann im weiteren Verlauf aber auf der Strecke geblieben sind und nicht mehr zur Sprache gekommen sind. Das Aftershave von Carmens Verfolger ist mir hier besonders im Gedächntis geblieben.

In der Handlung gab es viele Personen, die alle einen Namen bekommen haben und auch der Zuchteber, der hier mit im Vordergrund stand hatte einen Namen. Sie tauchten aber alle Nacheinander in der Handlung auf, sodass es zu keinem Durcheinander gekommen ist.

Gefallen hat mir aber der schöne Lokalkolorit durch die schönen Umgebungsbeschreibungen und der gute Schreibstil, der sich angenehm und flüssig lesen lässt.

Mein Fazit:
Ein guter und ein bisschen außergewöhnlicher Kriminalfall, der aber erst spät in die Gänge kommt. Hier ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Bewertung vom 10.04.2021
Strobel, Arno

Die Spur der Mädchen / Max Bischoff - Mörderfinder Bd.1


sehr gut

Nachdem Max Bischoff beim KK11 in Düsseldorf sein Dienst niedergelegt hat und an der Polizeihochschule in Köln angefangen hat, um dort auszubilden, hofft er auf ein ruhigeres Leben. Doch die Fälle finden ihn trotzdem. Der Vater von Leni Benz, die seit 6 Jahren verschwunden ist, bittet ihn um Hilfe. Max will ablehnen, aber irgendwie kann er es doch nicht. Zu viele ungeklärte Fragen. Warum steht Lenis Ranzen auf einmal wieder in der Wohnung? Wie kommt der nach all der Zeit dort hin? Aktuell sind auch wieder Mädchen spurlos verschwunden und es gibt Parallelen zu Lenis Verschwinden. Wie hängt das zusammen?

"Mörderfinder" ist der erste Band einer neuen Reihe mit Fallanalytiker Max Bischoff, bekannt aus der "Im Kopf des Mörders"- Trilogie. Die Trilogie kenne ich bislang noch nicht und so habe ich mich anfangs etwas verloren gefühlt, was die Vergangenheit von Max angeht. Doch Arno Strobel hat es ganz gut hinbekommen, dass man sich auch ohne Vorkenntnisse sehr schnell zurecht findet. Aber durch die fehlenden Vorkenntnisse ist Max für mich etwas blass geblieben.

Auch in diesem Buch findet man wieder den tollen fesselnden Schreibstil. Durch den fesselnden Schreibstil und den psychisch nervenaufreibenden Parts in der Handlung entwickelt sich der Fall recht rasant, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Dazu kommen noch die unterschiedlichen Perspektiven zwischen den einzelnen Protagonisten, mit denen er bei mir für Abwechslung und Spannung gesorgt hat.

Einziges Manko war, dass mir die Story hier etwas zu flach war. Das brisante Thema, welches ich hier ohne spoilern nicht verraten möchte, wurde super verwebt. Leider war es aber für mich sehr vorhersehbar und ich habe schon früh die Rätsellösung gehabt. An der Stelle hätte ich mir noch einige unerwartetete Wendungen und Verwobenheiten gewünscht. Auch das Ende hat mir nicht so ganz gefallen, ich habe mir hier mehr erhofft.

Mein Fazit:
Eine tolle Mischung aus Psychothriller und Ermittlungen mit einem brisanten Thema. Ein fesselnder, psychisch nervenaufreibender Schreibstil und rasantem Tempo machen "Mörderfinder" zu einem sehr guten Buch. Ein MUSS für alle Thriller-Fans.