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Marie aus E.

Bewertungen

Insgesamt 887 Bewertungen
Bewertung vom 20.07.2022
Vassena, Mascha

Mord in Montagnola / Moira Rusconi ermittelt Bd.1


sehr gut

Auf dem Buchrücken wird mit "Hochspannung und Reiselust garantiert" geworben.
Letzteres stimmt - ich war noch nie im Tessin und das Buch macht wirklich Lust auf eine sofortige Reise.
Was die Hochspannung angeht: hier wurde m. E. zu viel versprochen. Es ist ein eher gemächlicher Krimi, wirklich spannend war nur der Prolog.

Das Buch lebt eher von seinen Charakteren.
Zuerst natürlich Moira, die Hauptperson, die frisch getrennt nach vielen Jahren zurück ins Dorf kehrt, um den alternden Vater zu besuchten.
Dann die sympathische Polizistin Chiara und der Gerichtsmediziner, den Moria noch aus der Jugend kennt und viele weitere Dorfbewohner.

Das Buch hat mir trotz der fehlenden Hochspannung gut gefallen, denn die privaten Verstrickungen samt Katzenidylle waren gut geschrieben.
Ein schöner Sommerkrimi, zum ins Tessin träumen.
Und ein Reihenauftakt, der Lust auf weitere Bände macht.

Bewertung vom 16.07.2022
Penner, Sarah

Die versteckte Apotheke


sehr gut

Große Coverliebe: ich finde das Cover traumhaft schön und passend zum Inhalt. Es wirkt so geheimnisvoll und durch die Farbkombination auch edel und magisch.
Dann weitere Freude: auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch ein Schmuckstück.
Schon optisch hat das Buch damit große Chancen auf einen dauerhaften Platz im Bücherregal.

Aber auch die Story hat mich sofort gepackt.
Die zwei Perspektiven, Carolin in der Gegenwart und die Apothekerin im 18. Jahrhundert, die sich miteinander verweben, das hat das Lesen sehr abwechslungsreich und lebendig gemacht und den Spannungsbogen hoch gehalten.
Bei manchen Büchern stören mich ständige Perspektiven/Zeit/Personen- Wechsel, sie bringen mich aus dem Lesefluss.
Das war hier überhaupt nicht der Fall, das Buch hat mich gefesselt und es gab keine Orientierungsprobleme, das war gut gemacht.

Ich mochte sowohl die Hauptperson der Gegenwart, Carolin, als auch die zwei Hauptpersonen in der Vergangenheit und konnte mich in alle hineinversetzen. O.k., bei der Apothekerin manchmal nicht, es gab da insbesondere eine "Starrköpfigkeit", die für mich unplausibel ist.

Bis etwa zwei Drittel des Buches war ich völlig begeistert - so ein tolles Buch. Dann hat es für mich nachgelassen, ich kann gar nicht so genau sagen, warum. Es verlor an Spannung und wurde etwas schleppend, vielleicht, weil dann doch ein paar für mich nicht plausible Stränge dabei waren. Irgendwie war die Luft etwas raus.
Aber geschenkt, Jammern auf hohem Niveau, trotzdem war es ein echter Lesegenuss. Nur für fünf Sterne hat es dann doch nicht ganz gereicht.

Bewertung vom 10.07.2022
Kaspari, Carla

Freizeit (eBook, ePUB)


weniger gut

Franzi ist in ihren Zwanzigern, das Studium inzwischen beendet, sie verdient ihren Lebensunterhalt und schreibt immer wieder an ihrem Buch, in dem sie ihr Leben und das ihrer Freunde beschreibt.

Das war für mich leider vollkommend uninteressant. Die Tage plätschern so dahin, wir lesen über ihren Alltag, ihre Social-Media-Kommunikation, aber alles aus einer Distanz, die mir keine Nähe zu den Figuren ermöglichte.

Mag sein, dass das Leben in dieser Generation widerspiegelt, aber es hat für mich weder einen Erkenntnisgewinn noch einen Unterhaltungswert.

Gestört hat mich auch der Aufbau. Wechselnd zwischen Rückblicken in die Zeit ihres Studiums und dann wieder in der Gegenwart fiel mehr die Orientierung während des Lesens nicht leicht.

Den feinen Humor, der im Klappentext angesprochen wird, habe ich auch vermisst.
Aber vielleicht war es ja Franzis Lektorin, die ab und an Feedback zum Buchstand gegeben hat und z. B. das hier sagte:
"Außerdem wirkt die Geschichte nicht sehr straff. Ich frage mich: Was will der Text? Wo genau ist der Zusammenhang? Gell?"

Damit sprach sie mir aus der Seele! Ist das humorvolle Selbstironie der Autorin, die ahnte, dass sie mit ihrem Text nicht alle Lesenden erreicht?

Fazit: Nicht mein Buch, aber ich bin auch nicht aus dieser Generation, vielleicht liegt es daran.

Bewertung vom 01.07.2022
Allende, Isabel

Violeta


sehr gut

Isabel Allende hat wieder ein starkes Buch veröffentlicht. Bis etwa 3/4 des Buches hätte ich auch das Gesamtfazit "meisterhaft" vergeben, sie hat mich mit dem Stoff wieder völlig gefesselt. Leider zog sich das letzte Viertel aber, es kam mir so vor, als ob sie die 100 Jahre der Violeta halt noch unbedingt voll bekommen wollte. Hier wäre eine deutliche Straffung aus meiner Sicht besser gewesen.

Aber egal, über den Großteil des Buches war ich völlig versunken in das Leben Violetas und eigentlich noch viel mehr in das ihres Umfelds.

Geboren während der Spanischen Grippe und dabei einen kurzen Einblick in den damaligen Umgang der Reichen damit gebend (Isolation, Mundschutz,...war spannend aus unserer heutigen Sicht zu lesen, hätte ruhig noch etwas ausführlicher sein dürfen) bis zum Tod mit 100 Jahren während der Corona-Pandemie.

Viel spannender war aber die Zeit dazwischen.
Bewegende Schicksale, insbesondere von Gefährten, die Violeta bereits seit Geburt kennen. Beispielsweise das Kindermädchen oder ein Junge, der Arbeiten im elterlichen Haushalt übernommen hat und welche zu Freunden wurden.

Dazu das politische Umfeld, Krieg, Weltwirtschaftskrise, Militärjunta, Diktatur und Freiheit. Besonders spannend auch aus Frauensicht - Violeta, ihre Tanten und viele der anderen Frauen im Buch waren interessante Persönlichkeiten.

Lange Zeit habe ich gerätselt, in welchem Land das Buch spielt. Es wird nicht explizit genannt, alle angegebenen Orte habe ich anfangs irritiert über das www gesucht und keinen Treffer gelandet. Bei der Autorin müsste es ja Chile sein, im Laufe des Buches wird es zwar nicht explizit ausgesprochen, durch die Handlung dann aber klar. Hingegen wurden alle anderen Länder und Städte im Buch (Miami, New York, Norwegen, Argentinien) klar benannt. Fand ich eigenartig, hier würde mich der Beweggrund der Autorin interessieren.

Fazit: fesselnde Geschichte über ein Jahrhundert und verschiedene Länder. Lesenswert!

Bewertung vom 29.06.2022
Garmus, Bonnie

Eine Frage der Chemie


ausgezeichnet

Elizabeth Zott ist Chemikerin. Blitzgescheit – doch leider haben wir das Jahr 1961 und da löst die Kombination blitzgescheit und Akademikerin alles andere als Freudentaumel bei den Herren des beruflichen Umfelds aus.
Was Elizabeth alles ertragen muss, das macht einen wütend. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und bleibt sich treu.

Das Buch hat mich mitgerissen. Es ist witzig und vergnüglich. Warmherzig und spannend. Und es macht Mut, seinen Weg zu gehen, unabhängig davon was von außen erwartet wird.
Ach ja, es macht auch sehr froh, nicht in den 1960ern zu leben!

Das Buch hat so viele starke Momente (die Hundeszenen mochte ich besonders gern), es darf definitiv in mein Regalfach der Lieblingsbücher einziehen.
Im letzten Drittel flacht es leider etwas ab, es wurde mir zu kitschig und ich hatte fast den Eindruck, dass hier eine andere Autorin bzw. ein anderer Autor am Schreiben war.

Trotzdem: ich kann dafür keinen Stern abziehen, weil mich die ersten zwei Drittel so begeistert haben, da verzeihe ich auch die Schwächen zum Schluss.
Ich bereue es ja nach dem Buch sehr, dass ich Chemie in der Schule keine Chance gegeben habe. Es war mein Hassfach, aber jetzt hätte ich tatsächlich Interesse und wäre gerne noch mal Schulkind.
Verblüffend, was ein Buch bewirken kann!

Bewertung vom 29.06.2022
Läckberg, Camilla;Fexeus, Henrik

Schwarzlicht / Dabiri Walder Bd.1


sehr gut

Mina ist Kriminalkommissarin. Außerdem hat sie Angst vor Keimen, weit über ein normales Maß hinaus. Die Schilderung der krankhaften Angst und die daraus resultierenden Zwangshandlungen fand ich faszinierend und sehr überzeugend.

Der Zweite im Bunde ist der Mentalist Vincent, der zur Fallklärung hinzugezogen wird. Damit es nicht langweilig wird, hat er autistische Züge…

Das nimmt schon sehr viel Raum ein - wenn man den Lese-Fokus auf den reinen Fall legt, dann wird man hier vermutlich nicht glücklich.
Ich fand es allerdings gerade interessant.

Auch das Thema Zauberkunst und Illusion hat mir gut gefallen.

Der Thriller an sich ist düster und spannend. Aber auch sehr brutal. Keine Ahnung, warum die Skandinavier da immer so extrem sein müssen? Der Anfangsplot hat mich jedenfalls einige Tage lang verfolgt, für Zartbesaitete also vielleicht nicht die beste Einschlaflektüre.

Trotzdem: ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und werde auch die weiteren Bände lesen!

Bewertung vom 27.06.2022
Reid, Taylor Jenkins

Die sieben Männer der Evelyn Hugo


sehr gut

Hier war ich mal wieder vom Cover fasziniert, der Klappentext klang gar nicht so überragend, schillerndes Hollywood-Leben interessiert mich eigentlich ja nicht wirklich.

Anfangs war es dann auch wenig glamourös, sondern etwas zäh.
Die gealterte Filmikone Evelyn Hugo möchte eine Biographie über ihr schillerndes Leben haben und beauftragt dazu seltsamerweise eine No-Name Journalistin.
Es plätschert etwas dahin, mit Privatproblemen der Autorin, die sich völlig uninteressant lesen.
Doch Seite um Seite wird es interessanter.

Bei den Blick hinter die Kulissen der Reichen und Schönen habe ich völlig vergessen, dass das hier ein fiktionaler Roman ist.
Evelyn wird so real geschildert, die ganze Geschichte so gar nicht erfunden, am liebsten hätte ich mir nach dem Lesen einen ihrer Filme angesehen...nur gibt es die ja gar nicht.

Den Storyaufbau fand ich bis auf das Plätschern eingangs auch gut und das gut gewählte Ende hat mich dann mit dem etwas schwachen Start sehr versöhnt.

Bewertung vom 21.06.2022
Mattera, Julia

Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach


weniger gut

Ich mag ruhige Bücher mit etwas schrulligen Charakteren ja sehr gerne und habe mich sehr auf den Koch aus dem Elsass gefreut.
Bekommen habe ich aber ein schwülstiges Buch, bei dem ich mich sehr oft gefragt habe, ob das jetzt wirklich ernstgemeint ist. Wertschätzung gegenüber Nahrungsmitteln ist wichtig, ja, aber ernsthaft so etwas?

Ich muss jetzt einfach zitieren, damit man weiß, was ich meine:
"Die Möhren erbeben in seinem warmen Atem. Sie wirken ungeduldig. (...). Die Möhren durchfährt ein angenehmes Schaudern. Sie sind gespannt und akzeptieren es gerne, dass Hassan an der Ernte mitwirkt. Robert hat gewusst, dass er auf sie zählen kann."

Das ist kein Einzelfall. Dazu kommt, dass die ganze Handlung nur so von Klischees trieft. Der Eigenbrötler, der niemanden als Hilfe an seiner Seite akzeptiert, aber selbstverständlich dann den ebenfalls ausgegrenzten Hassan findet. Und so weiter.

Fazit: Schon lange hat ein Buch so einen guten ersten Eindruck auf mich gemacht und mich dann so enttäuscht.
Die zwei Sterne sind wohlwollend, es gibt sie für das hübschen Cover und den vielversprechenden Titel.

Bewertung vom 19.06.2022
Welk, Sarah

Zusammen sind wir unschlagbar! / Pfeffer & Minze Bd.1


ausgezeichnet

Sarah Welk mögen wir sehr, ob "Ziemlich beste Schwestern" oder "Sommer mit Opa" - wir haben bislang alle Bücher verschlungen.

Klar, dass wir uns über ein neues Buch sehr gefreut haben und auch hier wurden unsere Erwartungen wieder voll und ganz erfüllt.

Millie und Juna sind beste Freundinnen. Am liebsten hängen die beiden nach der Schule im Imbiss von Rosi ab. Da gibt es voll leckere Currywurst und Pommes! Yummi! Wenn es da nur nicht so viele Probleme gäbe: zum Beispiel Mathe und Mietschulden. Beherzt stellen sich die Mädels den Herausforderungen...

Das ist sehr, sehr lustig! Millie verwendet die Mathehefte als Tagebücher und schreibt aus der Ich-Perspektive - das ist super, das mag das Kind nämlich am liebsten.
Besonders gut gefällt uns, dass Millie und Juna so denken und fühlen, wie "echte" Zehnjährige. Millie liebt ein bestimmtes Computerspiel, findet Vollkornbrot grässlich und zusammen kommen die beiden auf richtig blöde Ideen. Dass es quasi für eine dieser Ideen gleich noch die Anleitung gibt, findet das Kind sehr lustig, ich nicht ganz so...Außerdem haben die Zwei ein großes Herz, das ist sehr schön.

Ein echtes gute-Laune-Buch, perfekt für das empfohlene Lesealter ab zehn Jahren. Über Freundinnen, bei denen man auch mal verschiedener Meinung sein darf...und Currywurst...und vegane Pancakes...und gebrechliche Kampfhündchen.
Unbedingt Lesen!

Bewertung vom 18.06.2022
Grue, Anna

Tod im Trödelladen


sehr gut

Die Werbung für das Buch hat mit "die dänische Miss Marple" den Mund ganz schön voll genommen.
Das ist sie sicherlich nicht, die Rentnerin Anne-Maj, die ehrenamtlich in einem Trödelladen hilft.
Auch der Spannungsbogen im Buch ist weit entfernt von dem der Meisterin.

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen.
Es lebt von den Beziehungen seiner Charaktere untereinander. Es menschelt sehr im Trödelladen. Obwohl es ja um nichts geht, ist der Konkurrenzkampf hoch, das war sehr amüsant zu lesen und ist auch gar nicht weit hergeholt.

Auch die Familiensituation der drei Generationen Frauen und Mädchen um Anne-Maj ist nicht ganz unproblematisch und hat noch Potential für evtl. Fortsetzungen.

Was mich bei meiner Print-Ausgabe gestört hat, war der Buchdruck. Die Seiten waren mit unterschiedlicher Intensität von Schwarz gedruckt, das hat beim Lesen irritiert, zumal der blasse Schwarzton auch schwer zu lesen war.

Mein Fazit: man darf sich nicht von der Buchwerbung täuschen lassen und einen ausgefeilten Krimiplot erwarten. Wenn man aber leichte Kost mit gutem Unterhaltungswert sucht, dann ist man hier genau richtig.