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Elohym78
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Horhausen

Bewertungen

Insgesamt 407 Bewertungen
Bewertung vom 26.02.2011
Marion, Isaac

Mein fahler Freund


ausgezeichnet

R und M sind Freunde, wenn auch eher ungewöhnliche, denn am meisten Spaß macht es den beiden, am Flughafen zu stehen und zu stöhnen. Ein weiteres Highlight: Rolltreppe fahren, auch wenn diese sich nicht immer bewegt. Tja, und natürlich auf die Jagd nach frischem Menschenfleisch zu gehen, denn die beiden sind Zomies und verspüren eben hin und wieder mal einen Anflug von Hunger. Bei einem ihrer Beutezüge findet R Julie und verliebt sich auf den ersten Blick in die schöne, junge, aber leider menschliche Frau. Julie muss natürlich von dieser unsterblichen Liebe erst überzeugt werden. Denn sie hat von Kindesbeinen an gelernt, wie man Zombies tötet, da diese den Fluch in sich tragen.

Das Cover zeigt den Zombie R und seine Julie. Es ist einem Comicstil gehalten, der mir leider nicht zusagt. Es führt zu dem Gedanken, dass das Buch nicht ernst genommen werden kann. Gut gefallen hat mir die rote Krawatte und die Wunde an der Stirn, da sie den Inhalt wiederspiegeln. Die Augenfarbe hingegen ist falsch gewählt, wenn man das Buch gelesen hat und fällt sofort unangenehm auf. Die anatomischen Zeichnungen, die die einzelnen Kapitel schmücken sind interessant, aber eine Übersetzung von englisch auf deutsch wäre stellenweise hilfreich gewesen.

Die beiden Protagonisten werden authentisch geschildert. Man entwickelt sofort Sympathien für den stöhnenden R, der sich zu gerne an seine Vergangenheit erinnern würde und Julie, die einzelgängerische Kämpferin, die sehr viel seelischen Balast mit sich rumträgt. Aber auch die besten Freunde der beiden, M und Nora, passen gut in die Geschichte und verleihen dem Buch Leben und Authentizität. Die Charaktere wachsen langsam mit der Erzählung des Buches. Der Autor spannt einen zarten Spannungsbogen, der die ganze Zeit konstant hoch gehalten wird und keine Schwachpunkte vorzuweisen hat.

Isaac Marion hat ein sehr ungewöhnliches Werk geschaffen. Verblüffend fand ich, dass man das Buch unter zwei Gesichtspunkten lesen kann. Zum einen als leichte Zombie-Horror-Lektüre, aber auch als gesellschaftskritisches Werk. Zwei Seelen verlieben sich in einander. Ob die dazu gehörenden Körper nun schwarz und weiß, oder Christ und Moslem, oder eben tot und lebendig sind, tritt für R und Julie völlig in den Hintergrund. Die sie umgebende Gesellschaft sieht allerdings einen Affront! Gefühlvoll, aber auch mit einwenig selbstkritischem Spott schildert der Autor dieses Ungleichgewicht. Aber auch die Horrorkomponete kommt bei weitem nicht zu kurz, dank der detaillierten Schilderungen der Gemezel zwischen Mensch und Untoten und der sehr ausführlichen Beschreibung der Zombies.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist der Schluss. Er kam zu plötzlich und viele Fragen blieben offen. Ich denke, dass 100 Seiten mehr dem Werk gut getan hätten.

Mein Fazit: Die Mischung aus Zombie-Horror und gesellschaftskritischem Roman ist phänomenal! Rollbahn frei für die wohl ungewöhnlichste Liebesgeschichte 2011!

Bewertung vom 15.02.2011
Pearlman, Ann

Der Christmas Cookie Club


ausgezeichnet

Marnie ist eine Cookie-Hexe. Jedes Jahr, am ersten Montag im Dezember trifft sie sich mit ihren besten Freundinnen. Sie tauschen Kekse und ihr Leben aus. Mann, Kinder, Liebhaber, Leben und Tod, alles wird besprochen und die Freundinnen helfen sich gegenseitig. Eine starke Gemeinschaft, die absolut bewundernswert ist.

Das Cover fand ich sehr ansprechend. Es ist in gelb und orange Tönen gehalten, mit Weihnachtssymbolen und Plätzchen verziert. Es strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Allerdings musste ich auch direkt an die Vanillezucker-Päckchen von Dr. Oetker denken, da sie die gleiche Farbaufmachung haben, was warscheinlich auch beabsichtigt war.

Ann Pearlman hat einen flüssigen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt. Die Worte fliegen nur so an einem vorbei. Man lässt sich gefangen nehmen von den kleinen und großen Tragödien der Cookie-Hexen, genießt die weihnachtliche Stimmung und taucht unweigerlich tief in das Buch ein. Die Autorin vermittelt dem Leser das Gefühl, dass er Teil dieser eingeschworenen Gemeinschaft ist. Man fühlt sich nicht außenvor, sondern mittendrin. Ich habe mit ihnen gelacht und geweint, gebetet, gehofft und mich einfach wohlgefühlt.

Aufgelockert wird der Roman durch die eingeschobenen Keks-Rezepte. Diese sind nicht einfach Rezepte, sondern die Charaktere der Frauen fließen in die Backanleitung mit ein, was ich eine sehr schöne Idee fand. Auch gut gefallen haben mir die Erläuterungen über die wichtigsten Zutaten in der Weihnachtsbäckerei.

Mein Fazit: Ich habe selten ein so schönes Buch über das Leben und die Freundschaft gelesen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.02.2011
Ritter, Todd

Das Schweigen der Toten


gut

In der beschaulichen Kleinstadt Perry Hollow, in der eigentlich nie etwas passiert, wird plötzlich ein grausiger Leichenfund gemacht. Sheriff Kat Campbell zögert nicht lange und holt sich Hilfe bei höherer Stelle. Schon bald tritt das Team um Nick Donnelly auf den Plan. Mit einer Mutmaßung, wer der Mörder ist. Die Fakten sprechen dafür, auch wenn kleine Abweichungen da sind. Wie zum Beispiel, dass der Mörder seine Tat vorher per Fax ankündigt. Eine grausige Jagd nimmt ihren Anfang. Eine Jagd, bei der schnell klar wird, dass es um mehr als nur um Leben und Tod geht, denn auch Einzelschicksal drohen zu zerbrechen.

Das Cover zeigt eine in Plastik eingewickelte Leiche. Einen Bezug zu dem vorliegenden Buch konnte ich nicht herstellen. Es sieht zwar grausam aus, ist aber in meinen Augen nicht passend.

Todd Ritter hat einen beklemmenden Thriller geschaffen. Die Bilder, die er dem Leser aufzeichnet sind erschreckend und äußerst brutal. Leider ist dies auch der absolute Höhepunkt in seinem Buch. Der Anfang ist wunderbar. Die Personen werden vorgestellt, die Örtlichkeiten anschaulich beschrieben und ein starker Spannungsbogen aufgebaut. Dieser verläuft während des Buches eher Wellenförmig, was das Buch für mich vorhersehbar macht. Die Ängste der Protagonisten holen sie ein und werden gegen sie ausgespielt. Da jeder irgendwie sein Päckchen zu tragen hat, wirkt dies nicht glaubwürdig und überzogen.

Mein Fazit: Nichts für schwach Nerven, denn dieses Buch lebt vom Kopfkino!

Bewertung vom 04.02.2011
Carver, Tania

Entrissen / Marina Esposito Bd.1


sehr gut

In Entrissen geht es um eine grausame Mordserie. Ein wahnsinniger Killer schlachtet Schwangere ab, um ihnen anschließend ihre Babys aus dem Leib zu reißen. Diese bringt er seiner Frau, damit sie ein richtige Familie werden können. Denn Hester kann nicht Schwanger werden: sie ist ein Mann. Auch wenn sie selber, durch eigene Hand kastriert und durch Schläge und Folter gefügig gemacht, nichts mehr davon weiß. Ein Ermittlerteam um Detective Inspector Phil Brennan und die Psychologin Marina versuchen, den Täter zu fassen. Dabei geraten sie selber ins Blickfeld des Mörders. Ein Strudel aus Gewalt, Angst und Lügen hat das Team fest in seinem Griff und nicht alle kommen lebend aus der Sache heraus.

Der Schreibstil von Tania Carver hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt in einem hohen Tempo und schafft es, dass ganze Buch über eine konstante Spannung aufrecht zu erhalten. Ob die Mordopfer und der Tathergang zu detailiert beschrieben sind, ist Geschmackssache. Von Anfang an hatte ich mir einen Mörder zurechtgebastelt und war von dem Ende angenehm überrascht. Das Buch ist doch nicht so vorhersehbar, wie anfangs gedacht! Vorallem als deutlich wurde, dass der Täter bald nicht mehr aus reinem Nutzten - eine Familie werden - mordete, sondern auf den Geschmack kam. Jagen - quälen - abschlachten. Sein Sinn und Zweck gehen ihm verloren, die Lust siegt.

Die Charaktere in dem Buch sind gut ausgearbeitet und ich konnte mich schnell in die jeweiligen Personen hineinversetzen und dem Geschehen folgen. Schade fand ich, dass alle handelnden Personen ein große Problem mit sich herumtragen. Es wird zwar alles erklärt und ist auch nachvollziehbar, aber ein in sich ruhender Charakter hat mir gefehlt.

Mein Fazit: Wer brutale Thriller mag, wird dieses Buch lieben! Über eine Fortsetzung mit Phil und Marina würde ich mich sehr freuen!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.02.2011
Shriver, Lionel

Liebespaarungen


gut

Das Buch Liebespaarungen hat mir gut gefallen. Vorallem die Idee, die dahinter steht! Lionel Shriver beschreibt das Leben und Leiden von Irina McGovern. Auf ihrem einen Lebensweg ist sie mit Lawrence leiiert. Ein in sich selbst ruhender Mann, dem die tägliche Routine sehr wichtig ist. Irina schätzt seine Bodenständigkeit, seinen Realismus und das Leben mit ihm in immer währenden gleichen Bahnen. Doch es fehlt ihr etwas.

Ihren anderen Lebensweg beschreitet sie mit Ramsey, einem erfolgreichen Snookerspieler. Er ist der typische, ruhelose Lebemann, der Irina ein abwechslungsreiches, aufregendes, aber nicht Sorgen freies Leben ermöglicht. Doch es fehlt ihr etwas.

Irina McGovern hat sich selbst nicht gefunden. Sie ist mit sich und ihrem jeweiligen Leben unzufrieden. Sie will immer gerade das, was sie nicht hat. Je nach Partner leidet ihre eigenen Arbeit als Kinderbuchillustratorin darunter oder schwingt sich zu ungeahnten Höhen herauf. Irina ist eine Frau, die ihr Leben ganz auf ihren Partner ausrichtet, ohne das Wesentliche zu erkennen: Sichselbst.

Lionel Shriver schreibt in einem schönen, ergreifend romantischen Stil, der leider an manchen Stellen etwas langatmig gerät. Teilweise mußte ich mich beherrschen, nicht mal eine Seite zu überspringen. Trotzdem ist es ein lesenswertes Buch, was zum Träumen anregt.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.02.2011
Maurer, Jörg

Hochsaison / Kommissar Jennerwein ermittelt Bd.2


sehr gut

Kommissar Jennerwein hat einen neuen Fall. Denkt er zumindest, als der dänische Skispringer Age Sorensen bei seinem Sprung schwer verunglückt. Kommissar Jennerwein vermutet einen hinterhältigen Anschlag, den er jedoch nicht beweisen kann. Enttäuscht fahren er, Gisela und das restliche Team wieder Nachhause. Zu früh, wie sich herausstellt, denn der vermeintliche Unfall, war doch keiner gewesen. Der Zufall, ein Bekenner und akribische Tüftelein bringen Jennerwein über Umwege endlich an sein hoffentliches Ziel. Ein Ziel, bei dem das bayrische Kulturerbe, die Weißwurst auch seinen Senf weg bekommt!

Dieser Alpenkrimi fängt schon beim Vorwort unglaublich an. Jörg Maurers Schreibstil ist eigentlich kein Stil, denn er spiegelt das Sein des Autors wieder. Herz erfrischend anders, zum Schreien komisch und die detektivischen Fähigkeiten des Lesers werden auch gefordert. Ein rundum perfektes Werk! Trotz all seiner Komik spiegelt das Werk den Urbayer, viel mehr den eigenbrödlerischen Dorftypus wieder, mit all seinen Vorurteilen, aber auch seinen guten Seiten. Auch die Managergattung kommt nicht zu kurz. Der Autor hält dem Leser quasi einen Spiegel vor die Nase. Es wirkt nicht als bissiger Spott, sondern satirisch.

Seine Figuren hat der Autor feinsinnig, lebensnah und sympathisch beschrieben. Jede Figur, auch Gisela, erhält einen eigenen Charakter, der unnachahmlich komisch, aber auch interessant ist. Irgendwie ist alles in einander verwoben und erst am Schluss platz der Knoten und bekommt einen Sinn für Jennerwein.

Mein Fazit: Absolut lesenswert! Auch wenn ich Föhnlage noch einen Ticken besser fand.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.02.2011
Löhnig, Inge

So unselig schön / Kommissar Dühnfort Bd.3


ausgezeichnet

In einer abrissreifen alten Brauerei findet die junge Fotografin Vicki die Leiche einer Frau. Sie informiert die Polizei und das Team um Kommissar Dühnfort übernimmt die Ermittlungen. Vicki hat jedoch nicht alles Information weiter geleitet und beginnt auf eigene Faust mit den Ermittlungen. Bald wird klar, dass sie sich in einer gefährliche Situation begeben hat und schaltet doch noch die Polizei ein. Ein rasantes, sehr interessantes Katz und Mausspiel nach dem brutalen Täter beginnt. Schnell wird klar, dass der Mörder nur eine Person sein kann!

Das Cover besticht mit seiner morbiden Einfachheit. Ein toter Vogel in knalligem grün, der Titel in blutrot. Mich spricht es sofort an und ist in Verbindung mit dem Klapptext ein Garant dafür, dass ich es kaufen würde.

Inge Löhnig hat wieder mal einen spannenden Krimi geschaffen, der den Leser ab der ersten Seite in seinen Bann schlägt. Die Protagonisten werden ausführlich und nah beschrieben. Man kann sich sofort in ihr Handeln hineinversetzen und ihr Aggieren nachvollziehen. Sie hat einen flüssigen, gut zu lesenden Schreibstil, der auch die Gefühl nicht zukurz kommen lässt. Inge Löhnig kreiert zwar einen brutalen Täter, lässt ihn aber immer noch menschlich bleiben und erschafft kein brutales Monster. Der Roman lebt durch seine Gefühle. Sie wagt sich an ein sehr schlimmes Thema - Gewalt in der Kindheit - heran, ohne zu urteilen. Das überlässt sie dem Leser. Neben der Mordermittlung schildert die Autorin das Leben von Kommissar Dühnfort. Sie vermenschlicht ihren Protagonisten und bringt ihm dem Leser nahe.

Positiv ist mir aufgefallen, dass der vorliegende Band zwar der dritte Teil ist, aber man muss die vorhergehenden nicht gelesen haben, um die Handlung ansich und das Aggieren der Personen untereinander zu verstehen. Inge Löhnig knüpft einen leichten Faden an die Vorhergegangenen und die Rückblicke sind angenehm kurz.

Mein Fazit: Absolut lesenswert, auch für nicht Krimifans!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.02.2011
Freidank, Julia

Die Gauklerin von Kaltenberg


ausgezeichnet

Anna lebt als Leibeigene mit ihren Eltern zu den Füßen der Burg Kaltenberg. Die junge Frau verliebt sich in den Burgherren Ulrich. Als ihr Dorf von Plünderern überfallen wird, flüchtet sie zu ihm. Ulrichs Ehefrau sieht die Verbindung der beiden kritisch und setzt alles daran, Anna von der Burg zu entfernen. Anna wird als Hexe verurteilt, ihr kann allerdings die Flucht gelingen mit Hilfe ihres Erzfeindes Raoul. Von da an lebt sie auf der Straße und verdingt sich als Gauklerin. Immer auf der Flucht und auf der Suche nach dem Verfasser des Liedes, das ihr die Anklage als Hexe einbrachte. Während dieser harten Jahre ist einzig die Hoffnung, eines Tages Ulrich wieder in den Armen zu halten, das einzige, was Anna aufrecht hält und ihr die Kraft gibt, weiter zu kämpfen. Bis sie entdeckt, dass in einer kleinen Ecke ihres Herzens plötzlich auch Platz für den verhassten Raoul ist. Zwei Männer, eine Frau, ein Kampf um die Liebe, um die Ehre und das Glück.

Das Cover zeigt eine junge Frau, die in der Abenddämmerung am Fenster sitzt und auf eine Kirche blickt. Das Bild symbolisiert Sehnsucht und gleichzeitig Hoffnung. Es ist schön gestaltet, aber passt nicht gut zum Buch. Anna wird als lebenslustige Frau dargestellt. Schöner hätte ich ein lebhafteres Bild gefunden, in dem ihre außergewöhnlichen roten Haare und die Kluft der Gauklerin mehr im Vordergrund gestanden hätten.

Julia Freidank hat einen sehr guten, spannenden historischen Roman geschaffen. Der Leser taucht ab der ersten Seite in eine vergessene Welt ein. Dies ist möglich, da die Autorin nicht nur die Örtlichkeiten sehr gut beschreibt, sondern auch die Lebensumstände und die Kleidung detailgetreu wieder gibt. Sie schildert die Armut der Landbevölkerung, die Exzesse der Reichen, die Engstirnigkeit der Kirche, kurz man hat das Gefühl, dass die Autorin von etwas berichtet, was sie selber erlebt hat. Sie verliert sich nicht in langatmigen Beschreibung, es passt einfach immer in die jeweilige Szene des Buches. Gut finde ich, dass Julia Freidank auch die tatsächlichen historischen Hintergründe mit einfließen ließ, was dem Buch einen realen Hintergrund gibt.

Die Protagonisten, speziell Anna, Ulrich und Raoul werden lebensnah beschrieben. Durch den flüssigen Schreibstil kann man die Handlungen nachvollziehen und in die Geschichte abtauchen. Auch die Nebencharaktere werden anschaulich und lebendig geschildert.

Mein Fazit: Nicht nur die ärmlichen Verhältnisse der Landbevölkerung werden dargestellt, sondern auch die pure Lebenslust der Gaukler. Gerade diese Gegensätze machen das Buch für mich so lesenswert!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.02.2011
Grodstein, Lauren

Die Freundin meines Sohnes


gut

Die Freundin meines Sohnes erzählt das Leben von Pete Dizinoff. Ein Teil seiner Jugend und seines erwachsen werdens, wie er seine Frau kennlernte und wie sein Leben langsam aber sich aus dem Ruder läuft, als sein Sohn Alec sich in die zehn Jahre ältere Laura, die Tochter seines besten Freundes Joe verliebt. In Laura, die mit dem Verdacht leben muss, ihr eigens Kind umgebracht zu haben.

Das Cover zeigt Vater und Sohn vor einem typisch amerikanischen Einfamilienhauses. Die beiden schauen in den blauen Himmel, hinein in eine ungewisse Zukunft. Der eine etwas besorgt, ob er sein Kind schützen kann vor den Unbilden des Lebens, der andere hoffnungsfroh, voller Erwartung, was das Leben für ihn bereit hält. Nah und doch getrennt.

Lauren Grodstein hat einen etwas anderen Roman geschaffen. Sie schildert das Leben von Pete Dizinoff in etwas verworrenen Zügen. Die Autorin springt in der Zeit, was ich nicht immer nachvollziehen konnte. Beginnen tut die Geschichte im heute und springt zwischen dem letzten Jahr, vor drei und fünf Jahren und der längeren Vergangenheit wild hin und her. Ich für meinen Teil muss sagen, dass eine Gliederung in mehrere Kapitel dem Buch eine bessere Übersicht gegeben hätte. Direkt zu Anfang wird klar, dass Petes Leben ein Scherbenhaufen ist. Das Buch möchte erklären, wie es soweit kommen konnte. Der Schreibstil wechselt zwischen flüssig und träge, wie das Leben auch schon mal in unterschiedlichen Bahnen laufen kann. Ihre Protagonisten stellt die Autorin authentisch vor. Der Leser kann die Handlungen nachvollziehen, aber nicht immer verstehen. Vermutlich ist das gewollt, denn auch wir handeln manchmal unüberlegt, wenn wir ein Ziel vor Augen haben und pertu nicht vom Weg abkommen wollen. Petes ganzes Handeln ist auf seinen Sohn ausgerichtet, dem er eine Zukunft bereiten möchte, die gut für ihn ist, auch wenn Alec das nicht möchte.

Gut gefallen hat mir die Beschreibung der Freundschaft zwischen Pete und Elaine, und Joe und Iris. Die vier Freunde gehen gemeinsam durch das Leben, jeder auf seine eigene Weise, aber immer in Freundschaft verbunden. Der gesellschaftliche Unterschied der beiden Familien wird zwar beschrieben, aber herrscht in dem Buch nicht vor.

Mein Fazit: Ein leider etwas verworrener Roman über das Leben und die Liebe zwischen Vater und Sohn. Kein Buch für Zwischendurch, da der Leser ansonsten mit den ganzen Zeitsprüngen durcheinander gerät.

Bewertung vom 02.02.2011
Corbi, Inez

Das Lied der roten Erde


sehr gut

Die junge Irin Moira wird gegen ihren Willen mit dem älteren Arzt McInyre verheiratet. Mit ihm begibt sie sich auf die lange Reise nach Australien, wo ihr Mann als Arzt in einer Strafkollonie arbeiten soll. Während ihr eher eintöniges Leben an der jungen Frau vorbeirauscht, verliebt sie sich in den Strafgefangenen Duncan. Eine Liebe gegen jede Konvention. Der Kampf um ein wenig Glück beginnt.

Das Cover zeigt eine junge Frau, die auf einen Weg ins Irgendwo blickt. Sonnenuntergang, die Wildnis Australiens leuchte in einem betörenden Rot und läd zum Träumen ein. Zusammen mit dem Klapptext verspricht das Buch ein Reise in eine andere Welt.

Der Schreibstil von Inez Corbi ist flüssig und leicht zu lesen. Direkt nimmt sie den Leser mit ihren Worten gefangen und führt ihn behutsam in eine längst vergessene Zeit. Anschaulich schildert die Autorin die damals herrschenden Lebensumstände zum einen in Australien selber und zum anderen auch die Grausamkeiten in einer Strafkollonie und deren Rechtsprechung und Bestrafungen. Auch einen leider eher flüchtigen Eindruck der Ureinwohner erhält man.

Die Protagonisten, speziell Moira und Duncan sind gut ausgearbeitet. Man kann sich in sie hineinversetzen und ihr jeweiliges Handeln nachvollziehen. Die Liebe zwischen den beiden wächst und es macht Spaß, ihnen dabei zuzusehen und mit ihnen zu bangen und zu hoffen. Natürlich darf auch ein Bösewicht nicht fehlen, der in der Rolle des Major Penrith hartherzig und unnachgiebig gut getroffen wurde.

Mein einziger kleiner Minuspunkt ist, dass die Autorin die berauschende Landschaft Australiens mehr hätte beschreiben können. Man erhält einen kurzen Einblick, aber es ist mehr das Nötigste, um der Phantasie einen Hintergrund bieten zu können.

Mein Fazit: Ein lesenswertes Buch!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.