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Rebecca1120
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Oranienburg
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bin eine absolute Leseratte; besonders gerne lese ich Krimis, Thriller und historische Romane

Bewertungen

Insgesamt 967 Bewertungen
Bewertung vom 03.05.2023
Büttner, Olaf

Die Frau am See (eBook, ePUB)


gut

Emily organisiert mittels Dating-Portal gemeinsam mit ihrer Freundin Lena ein Blind Date für ihren verwitweten Vater. Genau wie Emily ist auch ihr Vater von Vera, ihrem gepflegten Äußeren, ihrer Intelligenz und ihrer Herzlichkeit fasziniert. Doch schon bald wird das Bild dieser Frau sich ins Gegenteil wandeln…
Die Kurzbeschreibung zum Buch hatte mich neugierig gemacht und auch das Cover finde ich voll gelungen. Doch beim Lesen wurden meine Erwartungen bezüglich Spannung und unterhaltsamem Lesevergnügen nicht so ganz erfüllt. Das lag bei mir daran, dass mir die eigenmächtigen Aktionen von Emily und ihrer Freundin nicht glaubhaft vorkamen. Am Wenigsten erschien mir die Müdigkeit von Emily, als die Suche nach Alex gerade auf dem Höhepunkt war, nachvollziehbar. Ist der menschliche Körper nicht so „gestrickt“, dass er im Stressfall massig Hormone ausschüttet, so dass an Schlaf gar nicht zu denken ist?
Sehr gut gelungen fand ich dagegen die geschilderten Wahnvorstellungen von Vera. Die arme Frau hat ja eine totalzerstörte Seele. Sie hat mir im Grunde sehr leidgetan.
Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Das Buch liest sich flüssig, doch so richtig fesseln konnte es mich nicht. Daher gibt’s von mir 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 02.05.2023
Orlowski, Britta

Das Strandbad am Wolzensee (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

In der Villa der Familie Marquard wohnt, bedingt durch die Wohnungsnot nach dem Krieg neben Luisa und ihrem kriegsversehrten Mann, ihrer Mutter und ihrer Schwägerin nebst Sohn Peter auch ihre Schwiegermutter Christiane. Von Harmonie und Zusammenhalten ist leider nicht viel zu spüren. Doch jedes Familienmitglied muss zum Lebensunterhalt beitragen. Dabei hat Luisa einen Lebenstraum. Sie möchte auf dem Grundstück ein Strandbad eröffnen. Dafür brennt sie. Natürlich, denn Geld ist knapp, soll erst ganz klein angefangen werden. Luisas streben ihr großes Ziel entgegen allen Hindernissen zu erreichen, macht das Buch sehr interessant und das Lesen abwechslungsreich.
Überzeugt wurde ich von der Hauptfigur, Luise. Sie ist so lebensecht beschrieben, dass man sie gleich ins Herz schließt und bei den nicht gerade wenigen Schwierigkeiten bei der Planumsetzung mit ihr leidet. Genauso geht es auch ihrem einzigen Angestellten Paul Rößler. Er steht ihr ideenreich und mit großem handwerklichem Geschick zur Seite. Dabei hat auch er sein Päckchen zu tragen.
Wie Luise immer wieder neue Veranstaltungen organisiert, um Einnahmen zu erzielen und damit den Lebensunterhalt zu sichern, fand ich bemerkenswert. Wo ihr doch als Unternehmerin in einer noch immer von Männern dominierten Welt starker Gegenwind entgegenweht. Es gibt aber noch eine zweite Frau im Buch, Luisas Schwiegermutter Christiane, die ich beim Lesen in mein Herz geschlossen habe. Einfach weil sie bei anstehenden Arbeiten immer mit anpackt, sich für nichts zu schade ist und vor allem, weil sie die Seelenpein anderer so gut nachempfinden kann und Trost spenden kann.
Für mich ist das ein sehr lebendiger Roman. Und ja, genauso hätte es sich zugetragen haben können. Darum sind 5 Lese-Sterne absolut verdient, eine 100%ige Leseempfehlung eingeschlossen.

Bewertung vom 29.04.2023
Clough, Patricia

Eine ehrenwerte Frau


gut

Gloucestershire im Jahr 1901. Wir lernen die junge Florence Ada Harris kennen. Die 31jährige Flo führt ein entbehrungsreiches, karges Leben an der Seite ihres Ehemannes, dem Pfarrer der primitiven Methodisten, gemeinsam mit ihren beiden Söhnen. Sie ist jung, möchte auch Freude am Leben haben und lässt sich auf eine Affäre ein. Nur leider wird sie von ihrem Ehemann erwischt und aus dem Haus gejagt. Nur ihren ältesten Sohn Cyril darf sie mitnehmen und mit ihm flieht sie zu ihrer verheirateten Schwester Emily. Doch auch dort wird sie wieder ausgewiesen und muss nun allein für ihren Lebensunterhalt aufkommen……
Ich möchte nicht zu viel von der Geschichte verraten, denn ihr Leben ist sehr turbulent und ihre Entscheidungen konnte ich einfach, bezogen auf ihre Kinder und ihre Liebschaften oft nicht nachvollziehen und schon gar nicht gutheißen. Denn immer hatte ich den Eindruck, dass sie sich zu wenig um das Wohl ihrer Söhne und Töchter gekümmert hat. Was sie gemacht hat, war sie unterzubringen ohne sich dabei für deren neue Lebensbedingungen näher zu erkundigen. Wen wundert es, dass sie später nichts von ihr wissen wollen. In meinen Augen war sie sehr selbstbezogen. Sympathie konnte ich für Flo überhaupt nicht empfinden. So war ich auch nicht traurig, wenn sie wieder einen neuen Schicksalsschlag hinnehmen musste. Ich musste mich regelrecht zwingen das Buch nicht einfach beiseite zu legen, es fehlte einfach an Spannung und der Erzählstil wirkte auf mich stellenweise abgehackt. Auch wenn man an den letzten Kapiteln merkt, wieviel Herzblut die Autorin in die Geschichte, es handelt sich um die Geschichte einer Vorfahrin, hat einfließen lassen, so ist es ihr nicht gelungen mich damit zu fesseln. Deshalb kann ich auch nur 2,5 Lese-Sterne geben.

Bewertung vom 27.04.2023
Eden, Farina

Zwischen Verlust und Liebe / Geteiltes Land Bd.2


ausgezeichnet

Auch wenn ich den ersten Teil nicht gelesen habe, ist es mir leichtgefallen in die Handlung und das Berlin 1964 einzusteigen. Die Familie Richter ist zerrissen. Vater Max und Tochter Gesine sind in Westberlin und Mutter Lotte mit ihren beiden anderen Töchtern in Ostberlin. Treffen werden wegen der Mauer und der Auflagen durch die DDR-Organe verhindert. Gerade wegen der Westkontakte stehen die Ost-Berliner im Fokus der Staatssicherheit und werden genauestens bespitzelt.
Dabei nimmt Lottes Schwester Elise eine traurige Hauptrolle ein. Diese Figur fand ich sehr gut beschrieben. Ihre vollkommene Blindheit gegenüber dem Unrecht, der Zerstörung von Existenzen und Familien sind sehr gut im Buch herausgearbeitet. Wobei es der Autorin auch gelungen ist, mich bei Äußerungen von Elise immer zu fragen, meint sie das ehrlich oder ist das wieder nur ein Trick, um Vertrauen zu schaffen. Auch Sonja hat mir gefallen. Ihre noch jugendliche Naivität, die bedingt durch ihr Umfeld schon recht schnell erwachsen werden muss, mochte ich. Dabei ist ihr Widerspruchsgeist ihr auch oft im Wege. Sie lernt aber recht schnell, dass sie so nicht weitermachen kann. Selbst in der DDR aufgewachsen, fand ich die Handlung dieses 2. Teils recht realitätsnah. Unterhaltsam war er auch jeden Fall. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 25.04.2023
Selvig, Kim

Mutterliebe


ausgezeichnet

Heike Holland, von allen nur Kiki genannt, ist Journalistin und sie ist gut in ihrem Job. Im Moment recherchiert sie als Gerichtsreporterin zum Mord an Linus Bentz. Die Mutter ist angeklagt ihren dreijährigen Sohn erwürgt zu haben. Kiki verfolgt das Verfahren sehr aufmerksam und nicht alles, was sie im Gericht hört erscheint ihr plausibel. Zu viele Fragen bleiben ihrer Meinung nach offen. Damit ist sie nicht zufrieden. Sie wäre nicht die legendäre Holland, wenn sie nicht eigenen Recherchen nachgehen würde. So sieht sie sich den Tatort am einsamen Waldsee mit eigenen Augen an. Nicht dass sie hofft dort nach einem Jahr noch irgendwelche Beweise zu finden. Nein, hier kommen ihr Gedanken zum möglichen Tatablauf, Fragen zum Motiv in ihr auf, indem sie alles auf sich einwirken lässt. Ihr Einfallsreichtum um an weiterführende Informationen zu kommen, hat mich beeindruckt. Aber nicht auf alle Fragen findet sie Antworten. Dadurch bleibt es spannend ihre Arbeit weiterzuverfolgen. Zunehmend gerät sie selbst in Gefahr. Es gibt Leute, denen ihre Fragerei gar nicht gefällt. Diese quirlige Frau mit ihrem weit verzweigten Netzwerk mochte ich sehr. Herrlich find ich auch ihre innige, bedingungslose Freundschaft zu Torte, dem schwulen Tätowierer. Für mich sind die beiden ein Dreamteam.
Die Autorin hat im Buch immer wieder Rückblenden zum Leben und Denken der Mutter eingearbeitet. Ihre Antriebslosigkeit, ihre Überforderung mit allem sind dabei sehr gut zum Ausdruck gekommen. Dabei ging Kim Selvig, obgleich immer ein Zeitstempel vorangestellt wird, nicht chronologisch vor. Das fand ich sehr gut, hat es doch bei mir dadurch eigene Spekulationen aufkommen lassen. Denn diese Rückblenden sind und bleiben immer sehr vage, Spannungsanstieg eingeschlossen. Nie hätte ich erraten, welche Hintergründe Kiki noch aufdecken wird. Dieser Justiz-Krimi ist absolut gelungen und hat darum 5 Lese-Sterne verdient.

Bewertung vom 24.04.2023
Bauhaus, Ben

Im Auge des Killers / MK4 Berlin Bd.1 (eBook, ePUB)


gut

MK4 nennt sich die neu gegründete Mordkommission 4. Dessen Leiter Craig Bishop hat neben der Aufklärung eines Doppelmordes in der Hasenheide zusätzlich die Aufgabe seine beiden Mitarbeiter, Marika Kleemann und David Brenner, zu einem Team zu entwickeln. Keine leichte Aufgabe. Beide hatten bereits in anderen Abteilungen der Berliner Mordkommissionen Erfolge, doch beide sind auch eigen. Bishop geht dabei in meinen Augen sehr geschickt vor, geht auf die Kollegen ein, lässt Feed Back zur eigenen Handlungsweise zu und schafft es schlussendlich, dass seine Abteilung MK4 im Team zusammenarbeitet und sich ergänzt. Das hat der Autor gut hergeleitet, nur hat sich das über einen sehr langen Zeitraum gezogen, hatte mit der eigentlichen Aufklärung nicht wirklich etwas zu tun. Dadurch kam bei mir auch lange keine richtige Spannung auf. Schade eigentlich, denn die enthaupteten Opfer und die Suche nach dem Täter hätten da so einiges an Potential gehabt.
Interessant fand ich die Beschreibungen, was eine moderne Drohne in der heutigen Zeit alles kann. Schon beängstigend, wie schnell man da ins Visier geraten kann. Man merkt beim Lesen auf jeden Fall, dass der Autor hier so einiges an Wissen aufgebaut hat.
Die Mordermittlung hat mich erst im letzten Drittel so richtig gepackt. Da kam bei mir etwas Spannung auf, wenn ich auch das Vorgehen von Bishop, seinen Alleingang bei der Verfolgung eines dringend Tatverdächtigen, echt unprofessionell fand. Insgesamt gebe ich diesem Thriller 3 Lese-Sterne, denke aber, dass der Folgeband, wo das Team nun zusammengefunden hat, sicher spannender wird.

Bewertung vom 23.04.2023
Weinberg, Juliana

Die Kinder der Luftbrücke


gut

Das Buch führt den Leser in das Jahr 1948 in den Westsektor Berlins. Hier lebt Nora Thalfang mit Mutter Else, jüngerer Schwester und ihren beiden kleinen Kindern. Ihr Mann gilt seit 1943 als vermisst und so muss sie allein täglich kämpfen, um ihre Familie durchzubringen. Lebensmittel sind mehr als knapp und so weiß sie gesamte Familie wie es sich anfühlt mit knurrendem Magen ins Bett zu gehen. Doch dann bietet sich ihr die Gelegenheit als Übersetzerin und Sekretärin für die US-Alliierten auf dem Flughafen Tempelhof zu arbeiten. Ihr Glück ist es, dass sie perfekt englisch spricht.
Ich fand es sehr berührend und nachvollziehbar, wie die Autorin die Heißhungerattacken der Kinder nach Süßem beschreibt. Gerade der erst fünfjährige Jörg, hat mir echt leidgetan. Den vorwitzigen, neugierigen und begeisterungsfähigen Jungen habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Noras Job in Tempelhof fällt genau in die Zeit als die russischen Besatzer die Versorgung Westberlins von der Außenwelt abschneiden. Weder Strom noch Lebensmittel sind nun ausreichend vorhanden. In die Geschichte um Nora bettet die Autorin diese geschichtsträchtigen Ereignisse der Rosinenbomber sehr gut ein und lässt das Chaos und die Entbehrungen der Bevölkerung miterleben. Leider tut sie das mit sehr viel Beschreibungen zur Gefühlvielfalt Noras. Denn sie steht immer im Zwiespalt nicht genug für ihre Kinder da zu sein, ihre Kinder und den Haushalt der Mutter zu überlassen. Außerdem hat sie den zwei Jahre jüngeren amerikanischen Piloten Matthew kennengelernt, entwickelt Gefühle für ihn. Sie fühlt sich dabei schlecht. Verrät sie damit nicht ihren Ehemann? Hierbei kam es zu vielfachen Wiederholungen, die der Handlung nicht guttaten. In meinen Augen wäre hier weniger mehr gewesen. Gleiches gilt für die sich entwickelnde Liebe Noras zu Matthew. Insgesamt gebe ich daher nur 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 16.04.2023
Benedict, Marie

Die einzige Frau im Raum / Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte Bd.4


ausgezeichnet

Hedy Kiesler ist 18, lebt bei ihren Eltern in Wien und ist der gefeierte Star als Sissi-Darstellerin am Wiener Theaterhimmel. Sie besticht ihr Publikum durch ihre Schönheit und ihr Schauspieltalent. So wird auch der wesentlich ältere, reichste Mann Österreichs, Friedrich Mandl, auf sie aufmerksam. Er umwirbt sie, bis sie schließlich auf Anraten ihres Vaters einer Ehe zustimmt. Der Vater hofft dabei, dass dieser einflussreiche Waffenfabrikant seine einzige Tochter vor den Nazis beschützen kann. Schon immer hatte Hedy ein inniges Verhältnis zu ihrem Vater. Mit ihm kann sie über alles reden, zeigt dabei einen wachen Verstand. Also stimmt auch sie der Ehe zu, nicht ahnend wie dominant Fritz ist und welche Zwänge er ihr auferlegt.
Mich hat das Buch, besser gesagt die Figur von Anfang an begeistert. Diese junge Schauspielerin, die um die Sicherheit der Familie zu erreichen ihre Bühnenkarriere an den Nagel hängt, hat sicher bei ihrer Einwilligung zur Hochzeit nicht geahnt, wie grausam Fritz in der Ehe sein wird. Er will sich mit ihr schmücken, wirklich reden mit Gästen ist da eher unerwünscht. Ist ihr Ehemann doch übersteigert eifersüchtig, wird in seiner Wut dann oft auch gewalttätig und was das Schlimmste ist, er nimmt ihr ihre Freiheit. Ich fand das sehr erschütternd. Habe aber auch gleichzeitig Hedy dafür bewundert, wie sie ihr schauspielerisches Talent in ihrer Ehe gegen Fritz eingesetzt hat. Nach langer Planung gelingt ihr die Flucht über England nach Amerika, wo sie bald zum Hollywoodstar wird. Der berufliche Erfolg lässt ihre Zweifel und Schuldgefühle jedoch nicht vergehen. So nutzt sie ihr Wissen, das damals durch den ständigen Austausch mit ihrem Vater wie auch durch gelauschte Gespräche während ihrer Ehe mit Mandl zu Ohren gekommen sind, um eine brillante Neuerung der Millitärtechnologie zu entwickeln. Wie sie hierbei vorgeht und welch kluge, beharrliche Forscherin sie ist, fand ich bewundernswert. Schade, dass ihre Berühmtheit ihr hier im Wege stand.
Dieses Buch ist absolut lesenswert und erhält von mir 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 14.04.2023
Winkler, Franziska

Träume aus Eis


gut

Erna und Josef haben einen Traum, sie wollen einen Eissalon in München eröffnen. Dafür setzt sich die gesamte Familie ein, nebst Fanny der Küchenmamsell. Doch der Neuanfang ist schwer. Nur zögerlich finden Kunden den Weg in ihren Laden. Aber Josef gibt nicht auf, kreiert die absonderlichsten Eissorten bis ihm dann die zündende Idee fürs Steckerl-Eis bekommt, das hatte er in Berlin gesehen. Dieses Eis am Stiel soll den Ausweg aus fehlenden Einnahmen bringen soll….
Die Autorin stellt den Kapiteln immer ein Datum voran. Als Orientierung für den Leser war der Zeitstempel recht angenehm. Doch kam es durch diesen Wechsel in meinen Augen immer zu Brüchen in der Handlung. Oftmals fehlte mir am Ende der Kapitel noch einige weiterführende Sätze. Da trifft beispielsweise Frieda, nachdem Erich ihr vor allen Leuten im Restaurant einen Heiratsantrag macht und erstmals auf ihre Schwiegereltern. Ende. Kein Wort wie die erste Begegnung war, nichts. Die Geschichte wirkte dadurch an mehreren Stellen recht holprig und ließ diese Familiengeschichte nicht rund erscheinen. Oftmals wurden neue Ereignisse anhand des Datums herausgearbeitet, ohne im Folgenden eine Entwicklung darauf aufzubauen. Was gut herausgearbeitet wurde, war der Zusammenhalt der Familie. Familie Pankower hat ein sehr großes Herz und so dass sie auch Fanny und Ludwig, den Stammkunden, miteinschließt. Auch die teilweise im bayrischen Dialekt geführten Dialoge haben mir gefallen. Die habe ich als Preuße sogar problemlos verstanden. Insgesamt betrachtet gebe ich für diesen Familienroman nicht mehr als 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 11.04.2023
Reiter, Max

Erinnere dich!


gut

Dr. Arno Seitz ist Dozent an der Humboldt-Uni in Berlin. Ursprünglich kommt er aus Wendling, einem Ort am Rande der Alpen, dem er aber den Rücken gekehrt hat, da dieser Ort mit zu traurigen Erinnerungen aus seiner Jugend verbunden ist. Hier ist vor 20 Jahren Maja seine Jugendliebe während einer gemeinsamen Bergtour verschwunden und danach nie wieder aufgetaucht. Nun erhält er eine Einladung genau dorthin zum 20-jährigen Abi-Treffen. Soll er hinfahren, seine alte Klicke wiedertreffen? Die Klicke, bei der Maja nun fehlen wird. Als ihm ein billiges Handy zugeschickt wird und darauf immer wieder die Aufforderung „Erinnere dich!“ erscheint, entschließt er sich am Klassentreffen teilzunehmen, sich seinen Erinnerungen zu stellen.
Dem Autor gelingt es sehr gut Arnos Schmerz über den Verlust seiner Jugendliebe zu beschreiben. Dabei entwickelt er, wie Arnos Ohnmacht sich zu erinnern, langsam verändert. Getriggert die Handynachrichten und -bilder in denen er beschuldigt wird Maja etwas angetan zu haben, tauchen Erinnerungen aus der Vergangenheit wieder auf. Kann er den neuen Erinnerungen trauen oder sind sie nur ein Spiegel der Anschuldigungen? Glaubt Arno in einem Moment sich selbst in der Erinnerung völlig neu zu entdecken, so kommen kurz danach wieder Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner neuen Erinnerungen auf. Es ist ein ständiges hin und her, das mich anfangs gepackt hat, weil wissen wollte was damals mit Maja passiert ist. Als dann die Verwirrung bei mir zu groß wurde, konnte ich mich nicht mehr auf das Buch einlassen. War zu abgelenkt von der Frage, ob man wirklich Erinnerungen suggeriert bekommen kann, um diese dann für wahr zu halten? Auch wenn dieser Thriller geschickt Gegenwart und Vergangenes verbindet, Lug in Trug verwandelt, hat der Autor mich auf dem Weg zum Schluss irgendwann verloren. Überzeugen konnte das Buch mich leider nicht. Von mir gibt’s daher nur 3 Lese-Sterne.