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Lesefee23.05
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Stepenitztal

Bewertungen

Insgesamt 323 Bewertungen
Bewertung vom 29.01.2019
March, Meghan

Sinful Queen / Sinful Trilogie Bd.2


sehr gut

„Sinful Queen“ von Meghan March ist ein Erotikroman und der 2. Teil der „Mount-Trilogie“. Die einzelnen Romane knüpfen direkt aneinander an, sodass keiner einzeln gelesen werden sollte und auch die Reihenfolge zwingend beachtet werden muss, damit das Leseerlebnis nicht leidet.
Nachdem Keira Kilgore gezwungen war, sich Mount zur Begleichung ihrer Schulden zu verkaufen, taucht nun ihr verstorben geglaubter Ehemann wieder auf und stürzt Keira in ein neues Dilemma. Plötzlich bedroht nicht nur Mount ihre Familie und Freunde, sondern auch Brett verlangt Geld und droht mit Gewalt an Keiras Familie.
Plötzlich wünscht sie sich die Unterstützung von Mount und beginnt ihn in einem anderen Licht zu sehen. Kann sie ihr Herz vor dem skrupellosen und machtgierigen Mount beschützen? Und ihre Familie vor ihrem wiederauferstandenen Mann? Oder stürzt sie von einer Katastrophe in die nächste und muss erkennen, dass sie den Aufgaben nicht gewachsen ist?
„Sinful Queen“ war für mich der zweite Roman von Meghan March. Er knüpfte direkt an den Cliffhanger von „Sinful King“ an, sodass man als Leser erneut direkt mitten ins Geschehen hineinfiel.
Der wirklich gute und flüssige Schreibstil der Autorin überzeugt auch in diesem Roman. Er vermittelt eine direkte Bindung zu den Charakteren und erlaubt nahezu keine Leseunterbrechungen. Die Spannung aus Band 1 wird direkt in Band 2 übertragen, im Verlauf der Handlung flacht sie kurz ab, um dann zum Ende erneut einen Höhepunkt zu erreichen, der danach schreit sofort zu Band 3 zu greifen… Leider erscheint dieser erst Ende Februar, was mich persönlich vor ein Dilemma stellt, denn die Erwartung und Spannung ist wirklich groß und kaum auszuhalten.
Der Inhalt der Geschichte verändert sich im Vergleich zu Band 1 vollständig. Mit diesem hatte ich während der gesamten Lesezeit meine Schwierigkeiten, denn die Machtdarstellung Mounts und der Umgang mit Keira grenzte für mich an Frauenverachtung und Misshandlung. Wenn ich ihn nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte, hätte ich ihn womöglich gar nicht beendet. Erst das Ende von Band 1 überzeugte mich und Band 2 knüpft hieran zum Glück an. Nun steht allerdings nicht mehr die Erotik im Vordergrund, sondern wirklich die Beziehung von Keira und Mount. Es wird sinnlicher und romantischer, obgleich die Erotik keinesfalls auf der Strecke bleibt.
Dieser Umschwung führt dann auch dazu, dass die sich bildenden Vergleiche zu „Shades of Grey“ vollständig aufhören und die Geschichte einfach runder und – zumindest für mich – angenehmer zu lesen und schöner wurde. Ich konnte mich nun wirklich auf die Geschichte einlassen und mich vom Gedanken der Erpressung und Nötigung befreien.
Mein Fazit: „Sinful Queen“ ist eine gelungene Fortsetzung von „Sinful King“. Meghan March verleiht der Geschichte eine völlig andere Note, bleibt dabei aber ihrem Stil treu. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, die Charaktere sympathisch und authentisch gezeichnet.
Die Handlung ist, wie in einem Erotikroman zu erwarten, nicht unglaublich tiefgründig und hat doch eine ernste Note. Die Entwicklung die die Hauptfiguren selbst und miteinander durchmachen ist nachvollziehbar und großartig gelungen. Der Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass man direkt zum finalen Band der Reihe greifen möchte.
Ich vergebe letztlich 4 von 5 Sternen. Den einen Stern ziehe ich ab, da ich finde, dass eine Aufsplittung der Geschichte in drei Bände nicht notwendig gewesen wäre. Rund 200 Seiten pro Buch hätten sich in einem wirklich guten Roman zusammenfassen lassen, die Aufteilung wirkt für mich ein wenig wie Geldschneiderei.

Bewertung vom 08.01.2019
March, Meghan

Sinful King / Sinful Trilogie Bd.1


sehr gut

„Sinful King“ von Meghan March ist ein Erotikroman und der Auftakt der „Mount-Trilogie“, Band 2 und 3 erscheinen im Frühjahr 2019.
Keira Kilgore ist eine stolze und selbstbewusste Frau. Nachdem ihr Ehemann bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, kümmert sie sich um die Whiskybrennerei, welche schon lange im Besitz ihrer Familie ist. Die Destillerie am Laufen zu halten gestaltet sich allerdings immer und immer schwieriger. Keira sitzt auf einem Haufen Schulden und als ob diese nicht schon hoch genug wären, steht plötzlich Lachlan Mount, der „König“ von New Orleans, bei ihr im Büro und verlangt entweder eine halbe Millionen Dollar oder Keira als Ersatz für das Geld. Keira ist hilflos. Was soll sie bloß tun? Niemand ihres Standes würde sich im Normalfall mit Mount abgeben. Er gilt als skrupellos und gefährlich, in New Orleans passiert nichts, ohne dass er davon weiß. Wo soll sie ½ Million Dollar herbekommen? Kann sie einen Ausweg finden, ohne sich selbst an Mount zu verkaufen?
„Sinful King“ war für mich der erste Roman von Meghan March. Von Beginn an ist man als Leser*in mitten in der Handlung. Die Autorin schafft es mühelos, dass ich mich sofort mit der Hauptfigur Keira identifizieren konnte und mich mit ihr verbunden fühlte.
Keira hat ein tolles Auftreten und ein großartiges Selbstbewusstsein. Sie befindet sich in einer Situation, die viele so nicht meistern könnten. Sicherlich hat auch sie schwache Momente, in diesen hat sie aber Freunde und Angestellte, welche ihr zur Seite stehend und sie unterstützen. Ihr Ex-Ehemann Brett hat ihr einen Schuldenberg und Schutthaufen hinterlassen, sie muss nun von Vorne beginnen und alles neu aufbauen. Gerade scheint sie einen Fuß in die Tür zu bekommen, da steht Mount vor ihr und überbringt ihr die Horrornachricht von weiteren Schulden.
Die Autorin beschwört eine sinnliche und zugleich düstere Atmosphäre herauf, die Mount umgibt. Er ist der mächtigste Mann der dunklen Seite von New Orleans und damit der „König“ der Stadt. Er hat alles, darf alles, bekommt alles. Was sucht er also? Eine Ablenkung von der Tristesse des Alltags, denn für ihn gibt es keine Überraschungen.
Die Aufmachung der Charaktere und auch die Darstellung der späteren Beziehung Sexspielzeuge und Aussagen wie: "Ich versohle dir den Hintern" und "Ich will, dass du dich mir hingibst, freiwillig", erinnert mich leider stark an Shades of Grey. Natürlich ist die grundsätzliche Situation eine andere und ich habe auch noch nicht so viel Erfahrung auf dem Gebiet der Erotik- und BDSM-Romane. Trotzdem lässt sich die Handlung erstmal zusammenfassen mit "Widerspenstige Frau, die sich nichts sagen lässt", trifft auf "machtgeilen und kontrollsüchtigen, dominanten Mann". Freiwillig scheint allerdings hier nichts zu sein. Obwohl Mount darauf beharrt, dass Keira sich freiwillig für den Handel entscheiden muss, bleibt ihr letztlich kaum eine Wahl, von Freiwilligkeit kann eigentlich keine Rede sein.
Dies ist auch der Grund, weshalb ich mich lange Zeit sehr schwer mit dem Roman getan habe. Obwohl der Schreibstil wirklich flüssig und mitreißend war, habe ich mich die gesamte Zeit gegen die Handlung gewehrt. Ich konnte mich nur schlecht auf die Szenen einlassen und empfand sie über weite Strecken als zu extrem und zu gewollt. Ich weigere mich zu glauben, dass solche Dinge in der heutigen Zeit geschehen können und müssen. In einer Zeit, in der Frauen nicht mehr nur als Sexobjekte gesehen werden sollten und in der jeder Mensch eine Wahl hat mit wem er wann schläft. Oder eben auch nicht… Freiheitsberaubung, Nötigung und Erpressung bekommen bei „Sinful King“ leider eine für mich nicht akzeptable Legalisierung.
Trotzdem gelang es Meghan March dann zum Ende des Buches doch, mich zu überzeugen. Die zunächst eintönig erscheinende Handlung entwickelt sich plötzlich in eine vollständig andere Richtung, die Beziehung zwischen Keira und Mount scheint sich zu verändern und der Schluss des Romans zwingt einen zum Weiterlesen.