Benutzer
Benutzername: 
Leseschneckchen
Wohnort: 
NRW

Bewertungen

Insgesamt 313 Bewertungen
Bewertung vom 25.10.2018
Kauric, Jeannette

Zurückgeträumt


ausgezeichnet

Schmerz und Liebe reichen sich die Hand

In Emilys Leben läuft gerade alles perfekt. Sie hat sich ihren Traum vom eigenen Lesecafé erfüllen können, hat eine herzensgute Clique und ihren lieben Freund Tom, mit dem sie kurz vor der Hochzeit steht. Doch warum begegnet ihr plötzlich Exfreund Chris in einem sehr realen und intensiven Traum? Ist das etwa Panik so kurz vor der Hochzeit? Um der Sache auf den Grund zu gehen, und wieder Klarheit in ihre völlig aus der Bahn geratene Gefühlswelt zu bekommen, reist Emily nach München, um Chris zu treffen. Sie verbringt einen wunderbaren Tag mit ihm, der nicht wirklich viel an dem Wirbelsturm in ihrem Herzen ändert, denn ihr Ex ist noch immer der Traumtyp, der er für Emily immer war. Trotzdem reist sie überstürzt ab und wird zu Hause von einem schweren Schicksalsschlag erwartet.

Allein das verspielt, romantische Cover von Jannette Kaurics zweitem Roman hat mich angesprochen und auf das Lesen freuen lassen. Der Einstieg in das Buch fiel mir ausgesprochen leicht, denn alle Charaktere waren mir sofort sympathisch und wirkten auf mich, wie Freunde. Genauso verhielt es sich mit Emilys Umgebung. Das behagliche Lesecafé, welches sie ihr Eigen nennen kann und die heimelige Dachgeschosswohnung darüber, in der auch ihre drei Katzen leben, strahlten auf mich eine unglaublich gemütliche Atmosphäre aus. Das alles hat mich den schweren Schicksalsschlag, der Emily widerfahren ist, besser ertragen lassen. Ich konnte ihren Schmerz gut mitfühlen und mich in die junge Frau hineinversetzen. Emilys lieben Freunde und das positive Umfeld, nahmen der Tragödie allerdings die Schwere und hinterließen mir als Leser ein leichteres Gefühl.
Das Buch hält Überraschungen bereit, die ich so nicht erwartet hätte, erfüllte aber auch meine Vorahnungen und Wünsche. Manchmal wirkte alles sogar etwas zu rund auf mich, wo ich mir vielleicht mehr Widerstand oder Spannung gewünscht hätte. Das hält mich aber nicht davon ab, dem Buch die verdienten 5 Sterne zu verleihen, denn ich wurde bestens und auf sehr herzliche, liebevolle Weise unterhalten.
Für mich war das Buch ein wunderbares Leseerlebnis mit einem Ende ganz nach meinem Geschmack.

Bewertung vom 18.10.2018
Mondstein, Mira;Wallow, Deva

Alle Antennen auf Empfang


ausgezeichnet

Ist mein Kind hochsensibel?

Bestimmte Reaktionen meines Kindes auf Einflüsse des Alltags rufen in mir immer wieder die Frage auf: „Ist mein Kind hochsensibel?“

Plötzlich wird die Umgebung zu laut, irgendetwas überreizt die Haut oder das Schlafengehen wird zur Herausforderung, weil der Tag mal wieder zu aufregend war. Viele Eltern kennen diese Situationen. Häufen sich diese, können sie ein Hinweis auf Hochsensibilität sein. In diesem Buch kann herausgefunden werden, in wieweit das eigene Kind betroffen ist und wie man damit umgeht.

Mira Mondstein ist mit ihrem Blog zum heimlichen Star für Eltern hochsensibler Kinder geworden. Gemeinsam mit Paar- und Familientherapeut Deva Wallow, gründete sie ein Onlinemagazin und ließ dieses Buch entstehen.

Der Ratgeber ist übersichtlich gestaltet und in viele farbig abgesetzte Abschnitte aufgeteilt. Diese ermöglichen dem Leser überall einsteigen zu können. Auch für einen späteren Zeitpunkt eignet er sich hervorragend als Nachschlagewerk.

Neben zahlreichen Tipps und Anregungen beinhaltet das handliche Taschenbuch aber auch Alltagsberichte betroffener Mütter und Väter, die jede Menge Trost spenden. Es wird klar, dass es nicht selten Eltern mit hochsensiblen Kindern gibt, die versuchen den Alltag mit all dem Stress und den Einflüssen zu meistern.

Da sich das Buch hauptsächlich auf das Baby-, Kindergarten- und Grundschulalter bezieht, war das Lesen für mich eine interessante und aufschlussreiche Reise in die Vergangenheit. Meine Kinder sind bereits größtenteils diesem Alter entwachsen. Ich konnte sie aber in einigen Situationen ganz klar wiedererkennen. Für mich war die Thematik nicht neu, das Buch jedoch hat mir einen tieferen Einblick in die Hochsensibilität verschafft. Gerade für junge Eltern, die sich zum ersten Mal mit diesem Thema auseinandersetzen, finde ich diesen Ratgeber sehr empfehlenswert. Besonders gefallen hat mir die Aufteilung der unterschiedlichen Arten von Hochsensibilität. Hier können Eltern erkennen, in welchen Bereichen die Sensibilität ihres Kindes besonders ausgeprägt ist.

Im Nu war das Buch gelesen, denn der Schreibstil ist locker, gut verständlich und nicht zu fachlich ausgedrückt. Die letzten Seiten beinhalten schöne Meditations- und Yogaübungen zur Entspannung der Kinder. Ebenso Kopiervorlagen für Lehrer und Erzieher, sowie einen abschließenden Test „Ist mein Kind hochsensibel?“.

Ein wunderbares Nachschlagewerk, welches einem die Welt der hochsensiblen Menschen näherbringt und eine gute Hilfe sein kann.

Bewertung vom 18.10.2018
Hoffmann, Lilo

Das Glück ist selten pünktlich


gut

Wer ist der Richtige?

Plötzlich steht Julia vor einem Scherbenhaufen. Ihr Mann Steffen beichtet ihr, dass er sie verlässt, weil er eine andere hat. Zwar ist Julia Psychotherapeutin, aber auch sie kann mit diesem Schlag ins Gesicht nicht so einfach fertig werden. Kurzerhand schmeißt sie Steffen raus, der sowieso schon seine Sachen packen wollte. Sie sucht sich Rat bei Anne, die stets ein offenes Ohr und ein gutes Wort für ihre beste Freundin hat. Viel Zeit zum Trauern bleibt Julia allerdings nicht, denn ihre Patienten warten und ihre pubertierende Tochter Lena ist schließlich auch noch da.

Auch wenn es der alleinerziehenden Mutter noch so schwerfällt, geht das Leben weiter und Julia beginnt sich langsam zu öffnen, für andere Männer und einen neuen Versuch die Liebe fürs Leben zu finden. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn es gibt einige Männer, die ihr Leben kreuzen. Wer mag da wohl der Richtige sein?

Da gibt es den Patienten Sascha, der zwar einige Jährchen jünger ist als sie, aber verdammt gut aussieht. Der unglaublich freundliche und sympathische Nachbar Hannes, der immer da ist, wenn man ihn braucht. Oder aber sollte die perfekte Liebe tatsächlich durch eine Partnerbörse zu finden sein? Die Qual der Wahl beginnt. Wenn doch nicht immer die Gedanken an Exmann Steffen ihr Herz erschütterten….





Schon die Leseprobe zu diesem Roman hat mir unglaublich gut gefallen. Der Einstieg fiel mir leicht und der lockere Erzählstil hat mich angesprochen. Ich konnte mich genau in Julia hineinversetzen und ihre Reaktionen auf die Trennung von Steffen sehr gut nachvollziehen. Es dauerte nicht lange, da erhielt ich jedoch einen kleinen Dämpfer, denn Julias Verhalten in einigen Situationen, gefiel mir gar nicht. Leider änderte sich diese Tatsache auch im weiteren Verlauf des Buches nicht. Julia kam mir oft unreif vor. Sie nahm sich, meines Erachtens, selbst zu wichtig und schüttelte die Sorgen ihrer Patienten als Lappalie ab oder zog sie gar ins Lächerliche. Verhält sich so eine Psychotherapeutin? Trotzdem wurde ich aber irgendwie warm mit Julia und konnte mich mit ihr freuen. Ihr Glück, was die Männerwahl anging, hielt sich allerdings in Grenzen, denn immer wieder machten ihr die Gedanken an ihren Exmann Steffen zu schaffen. Es fiel der Psychotherapeutin nicht leicht, diese langjährige Beziehung hinter sich zu lassen und sie wirkte manchmal sehr verzweifelt.

Julias 17jährige Tochter Lena hatte, genau wie ihre Mutter, mit Herz-Schmerz und Liebesdusel zu kämpfen. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter und deren regelmäßige Gespräche haben mir gefallen. Julia legte zwar oft eine, ihrem Alter entsprechende, Trotzigkeit an den Tag, kam mir aber in anderen Situationen vernünftiger vor, als ihre Mutter.

Anne, die beste Freundin von Julia ließ mich auch an ihrem Leben teilhaben und es bereitete mir Spaß, den Dialogen der beiden Freundinnen zu folgen.

Auf einen Blick in Julias Berufsalltag war ich besonders gespannt. Ich lernte zwar einige der Patienten kennen, aber alles in allem überraschte mich keiner von ihnen. Es war interessant ihren Geschichten zu lauschen, aber mehr auch nicht.

Am spannendsten waren die Liebesbekanntschaften von Julia. Ich konnte mir alle Männer wunderbar vorstellen und auch Julias Entscheidungen oder Gewissensbisse in vielen Situationen sehr gut nachempfinden. Es war ein Erlebnis, mit ihr die Männerwelt zu durchforsten.

Am Ende jedoch passierte wieder etwas, was die Geschichte in meinen Augen unglaubwürdig erscheinen ließ und somit mein positives Gefühl, welches ich im Laufe der Geschichte entwickelte, wieder abschwächte.

Eine Liebesgeschichte, mit der ich leider hin und wieder Probleme hatte und die mich nicht vollends überzeugen konnte.

Bewertung vom 18.10.2018
Cohen, Leslie

Ab morgen für immer


ausgezeichnet

Ein Leseerlebnis der besonderen Art

Eve und Ben kennen sich vom College. Sie sehen sich, laufen sich immer mal wieder über den Weg und es passiert nichts. Eve, die eine ganze Menge Ballast mit sich herumträgt steht auf Typen, die auffallen und am besten so wie sie, irgendein Problem mit sich herumschleppen. So auch Jesse, mit dem Eve eine sonderbare und ein klein wenig verrückte Beziehung führt. Doch eines Tages kommt das, was kommen musste. Die Beiden ziehen sich gegenseitig runter und ihre Verbindung ergibt keinen Sinn mehr. Eve verlässt für einen neuen Job die Stadt und kehrt erst Jahre später nach New York zurück. Wieder einmal trifft sie auf den ruhigen Ben und dieses Mal passiert etwas. Es funkt zwischen ihnen und sie verbringen die Nacht zusammen. Während Eve immer wieder zweifelt und nach einem Makel an Ben sucht, beginnt ein holpriger Start in eine Beziehung. Doch es ist alles andere als einfach, diese aufrecht zu erhalten.

Der Roman wird aus zwei Perspektiven erzählt, und zwar aus der von Eve und der von Ben, und gewährt zusätzlich noch einen Einblick in Eves bizarre Gedankenwelt. Der Einstieg fiel mir ganz und gar nicht leicht und ich befürchtete schon, dass ich mit diesem Buch nicht warm werden könnte. Es ließ sich zwar flüssig lesen, aber alles schien so eigenartig, konfus und sogar ein wenig weltverloren. Die Beziehung von Eve und Jesse empfand ich als verrückt, kreativ und emotionslos. Die Beiden gaben sich keinen Halt und keine Sicherheit, stattdessen zogen sie sich gegenseitig in den Abgrund. Ihre Lebensweise und ihr Verhältnis wirkten verwirrend und düster. Je weiter ich aber mit dem Lesen voranschritt, desto besser fand ich mich zurecht. Eve erzählte aus ihrer Kindheit und man erhielt ein klares Bild von ihr. Der Erzählstil bekam eine ganz neue Farbe und es war interessant, Eves Geschichten zu lauschen. Als schließlich Ben in ihrem Leben auftauchte und eine eindeutige Rolle zu spielen schien, kamen auch die Emotionen endlich bei mir an, die mir so sehr in der vorherigen Beziehung, zwischen Eve und Jesse, gefehlt hatten.

Zwar entwickelte sich zwischen Eve und Ben nicht gleich alles zum Guten und es gab einige Hürden zu meistern, doch es kam ein neues Gefühl in die Geschichte und ich empfand immer mehr Freude beim Lesen. Eves skurrile Gedanken und ihr crazy Charakter sind etwas anderes, sie verändern die Story und heben sich ab von den üblichen Liebesgeschichten. Das gefiel mir im Verlauf des Buches immer mehr. Was anfänglich so deprimierend schien, begeisterte mich schließlich. Ich konnte das Buch kaum noch aus den Händen legen, wollte einfach nur erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Das Ende packte mich schließlich vollends, denn es wurde nicht nur unglaublich spannend, sondern aus meiner Sicht perfekt.



Ich hatte irrsinnig viel Spaß mit dem Buch und ich werde es ganz sicher nicht so schnell vergessen. Was zu Beginn nach nur wenig Sternen aussah, kann ich zum Ende hin nur mit vollen fünf Sternen belohnen.

Bewertung vom 26.08.2018
Kemmerer, Brigid

Worte, die leuchten wie Sterne


ausgezeichnet

Emma und Rev, gemeinsam erträgt es sich leichter…

Emma und Rev sind zwei junge Menschen, die sich durch ihre Sorgen und Gemeinsamkeiten verbunden fühlen. Ein Zufall führt sie bei einem Spaziergang zusammen, als sie versuchen einen freien Kopf zu bekommen. Beide haben Probleme und genau diese scheinen sie einander näher zu bringen.
Emma ist Online-Gamerin, sie hat selbst ein Spiel gebaut und wird plötzlich von einem Troll belästigt, der ihr bedrohliche Nachrichten schickt. Gesprächspartner sind Fehlanzeige, denn ihre Eltern haben entweder keine Zeit oder aus Emmas Sicht, kein Verständnis und ihre beste Freundin verschwendet ihre Energie nur noch in Schminkvideos, die sie online stellt.
Rev, der von seinen Eltern adoptiert wurde, erhält eines Tages einen Brief von seinem leiblichen Vater, der ihn als kleinen Jungen psychisch wie körperlich schwer hat leiden lassen. Rev fällt es ganz und gar nicht leicht, mit den Erinnerungen fertig zu werden. Als plötzlich auch in seiner neuen Familie große Veränderungen anstehen, zieht er sich mehr und mehr in sich zurück.

Dieses unglaublich spannende Jugendbuch wird aus zwei Perspektiven erzählt. Abwechselnd erfahren wir von Emma und Rev, was sie beschäftigt, berührt und worunter sie zu leiden haben. Denn das Leben der Beiden steht auf einmal mächtig auf dem Kopf und ist ziemlich kompliziert geworden.
Emmas Leidenschaft zum Online-Gaming ist nicht ganz ungefährlich, was mir als Leser von Seite zu Seite auf beängstigende Weise immer bewusster wurde. Sie fühlt sich allein, von den Eltern unverstanden, und von der besten Freundin im Stich gelassen. Als sie Kontakt im Internet sucht, spitzt sich die Situation immer weiter zu.
Rev leidet stark unter seiner Vergangenheit. Seine Adoptiveltern sind phantastisch und beeindruckten mich sehr, doch leider verschließt sich Rev und versucht mit seinen Problemen allein klar zu kommen.
Aber auch zwischen Emma und Rev läuft nicht immer alles glatt, denn der belastende Kummer beider, macht den Umgang miteinander oftmals kompliziert. Trotzdem finden sie Gemeinsamkeiten und bauen sich gegenseitig auf.

Die Geschichte hat mich gefesselt und von Beginn in ihren Bann gezogen. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten, etliche Vermutungen angestellt und konnte das Buch nur schlecht weglegen. Zwischendurch gab es aber auch emotionale Momente, die mich sehr berührten. Gerne vergebe ich fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung für dieses wunderbare Buch, denn es hat mich bestens unterhalten.

Bewertung vom 13.08.2018
Stewner, Tanya;Hennig, Simone

Die Magie der Nixen / Alea Aquarius Erstleser Bd.1


ausgezeichnet

Abtauchen und Magie erleben

Alea ist mit ihren Freunden aus der Alpha Cru auf See unterwegs. Nachdem sie und ein paar der Bandenmitglieder von einer Tauchtour wiederkommen und begeistert von der Begegnung mit den Nixen erzählen, ist am nächsten Morgen Sammy verschwunden, das jüngste Mitglied der Alpha-Cru. Schnell macht sich das Team auf die Suche, denn im Wasser treiben sich Gefahren herum. Werden sie ihren Freund finden und können ihnen die anderen Meeresbewohner helfen?

Besonders meine siebenjährige Tochter war sehr neugierig auf dieses Buch, denn sie kannte Alea Aquarius schon von Erzählungen ihrer älteren Schwestern, die immer mit großer Begeisterung von den Büchern rund um Alea Aquarius geschwärmt haben. Deshalb hat es uns umso mehr gefreut, dass es die Alea Geschichten nun schon für Erstleser gibt. Da meine Tochter noch ein Jahr unter das empfohlene Lesealter fällt, haben wir hin und wieder kleine Stocker beim Lesen gehabt. Für Achtjährige finde ich das Buch aber sehr passend. Die Kapitel sind nicht zu lang, die Schrift schön groß und alle Seiten sind mit coolen Zeichnungen rund um die Meeresbewohner und die Alpha Cru geschmückt. Sehr gut hat mir die Einleitung zu Beginn der Geschichte gefallen. Hier werden alle Cru-Mitglieder und die magischen Bewohner der Unterwasserwelt vorgestellt. So können die jungen Leser auch während der Geschichte immer wieder zurückblättern und nachlesen, wenn etwas unklar ist. Die wichtigsten Fakten sind geklärt und der Leseanfänger kann sich voll und ganz auf das Lesen des Textes konzentrieren. Dieses Abenteuer mit all seinen zauberhaften Meeresbewohnern strahlt schnell eine gewisse Magie auf die Kinder aus, es bleibt spannend und man möchte immer mehr erfahren.
Freundschaft, Zusammenhalt und Gemeinschaft sind ganz groß geschrieben in der Erzählung. Alea erkennt, was ihr wichtig ist und wo sie hingehört. So erwartet den Leser ein schönes schlüssiges Ende. Meiner Tochter hat die Geschichte sehr gut gefallen und wir freuen uns auf das zweite Buch aus der Erstleser-Reihe von Alea Aquarius, welches im April 2019 erscheinen wird.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.08.2018
Armentrout, Jennifer L.

Und wenn es kein Morgen gibt


ausgezeichnet

Liebe und Schmerz so intensiv es nur geht

Seit ihrer ersten Begegnung sind Sebastian und Lena beste Freunde. Bis Lena klar wird, dass da mehr ist, als eine intensive Freundschaft, viel mehr. Doch was empfindet Sebastian? Ist ihr Bündnis zerstört, wenn sie ihm ihre Liebe gesteht? Das ist Lenas größte Angst. Als sie es schließlich doch tut, überschlagen sich die Ereignisse. Etwas Schreckliches passiert. Nichts ist mehr, wie es war und Lena hat mit großen Schuldgefühlen zu kämpfen. Ist ihre Chance auf Liebe nun für immer gestorben?
Die herzzerreißende Geschichte von Lena, Sebastian und ihren Freunden ist in drei Abschnitte gegliedert. Das Gestern, das Heute und das Morgen. Im ersten Teil, dem Gestern, lernen wir Lena, Sebastian, ihre Freunde und ihr Umfeld kennen. Lena erzählt von ihrer Freundschaft zu Sebastian und den intensiven Gefühlen zu ihm, die nach und nach in ihr gewachsen sind. Wir erfahren von ihren Ängsten, ihn zu verlieren, wenn sie ihm ihre Liebe gesteht. Geistige Unterstützung erhält sie zum Glück von ihren drei Freundinnen Magan, Abby und Dary. Lena selbst kommt sehr zurückhaltend und manchmal distanziert rüber. Sie denkt viel und redet wenig. Manchmal möchte man sie einfach schütteln und ihr helfen sich zu öffnen. Aber genau das macht sie so sympathisch. Man kann ihre Gefühle sehr gut verstehen und nachempfinden. Den Schmerz, der ihr im Laufe der Geschichte widerfährt, teilt man mit ihr und er berührt zutiefst. Ein Held des Romans war für mich besonders Sebastian. Er kommt nicht nur unglaublich verständnisvoll, einfühlsam und süß rüber, sondern hat sich im Laufe der Zeit regelrecht als Traumtyp entwickelt. Er hat mich genau wie Lena vom ersten Augenblick an überzeugt und ich konnte gar nicht genug von den Beiden bekommen.
Der zweite Abschnitt, der sich im Heute abspielt, wird von einem fruchtbaren Schicksalsschlag überschattet. Die Erzählung nimmt eine so rasche Wendung an, dass man erst einmal einen Moment zum Verarbeiten benötigt, aber gleichzeitig nicht aufhören kann zu lesen. Die Geschichte zog mich immer mehr in ihren Bann und ich hatte mehrfach mit den Tränen zu kämpfen. Plötzlich sind Lenas Gefühle zu Sebastian nur noch Luftschlösser und man leidet mit Lena, anstatt mit ihr auf rosa Wolken zu schweben.
Im letzten Teil, dem Morgen, geht es um Lenas Schmerzbewältigung. Sebastian überzeugt durch Geduld und Einfühlungsvermögen. Lena durchlebt eine wichtige Entwicklung und lernt das Leben wieder zu leben und mit sich selbst und ihrem Umfeld ins Reine zu kommen.
Diese Story ist unglaublich emotional und hat mich sehr berührt. Schon ab der Hälfte der Erzählung war mir klar, dass dies nicht das letzte Buch sein wird, welches ich von der Autorin lesen werde. Für mich ein Highlight in diesem Sommer und ein Erfolg auf ganzer Linie.

Bewertung vom 06.08.2018
Hülsmann, Petra

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen / Hamburg-Reihe Bd.5


ausgezeichnet

Nicht nur im Sommer ein Lesevergnügen

Die junge Lehrerin Annika fühlt sich wohl an ihrer Schule, dem Werther Gymnasium. Auch wenn der Beruf als Lehrerin nicht ihr Lebenstraum ist, so bietet er ihr doch ein unkompliziertes Leben. Das alles ändert sich aber schlagartig, als sie von ihrem Vorgesetzten die bittere Nachricht der Zwangsversetzung erhält. Das neue Schuljahr soll für sie an der ALS beginnen, der verrufenen Schule in Hamburgs absolutem Problembezirk. Plötzlich steht sie nicht mehr strebsamen Höchstleistungsschülern, sondern antriebslosen, unmotivierten Schülern ohne Zukunft gegenüber. Keine leichte Aufgabe für Anni, aber wenn’s einfach wär, würd’s schließlich jeder machen und so setzt sie noch einen oben drauf. Sie gründet eine Musical-AG, mit der sie es auf eine Preisverleihung abgesehen hat. Binnen kurzer Zeit muss sie eine Theatergruppe aufstellen und aus Ghetto-Kids Theater-Profis zaubern. Allein ist das nicht zu schaffen, deshalb bittet sie neben ein paar Kollegen tatsächlich ihre große Liebe Tristan den Regisseur um Hilfe. Ihren Nachbarn Christian, mit dem sie sehr viel Zeit verbringt, heuert sie für das Bühnenbild an. Letztendlich spielt sich das Theater mehr vor, als hinter der Bühne ab, denn die beiden Männer werfen Anni ganz schön aus der Bahn und es wird für Anni gar nicht so einfach die richtige Spur zu finden.

Die Autorin Petra Hülsmann hat es auch in ihrem fünften Roman wieder einmal geschafft, so viele Emotionen unterzubringen, dass es einfach eine Freude ist, ihren Geschichten zu folgen.
Mit Annis Arbeit an der neuen Schule wird ein ernstes Thema humorvoll wiedergegeben, ohne dabei herablassend zu wirken. Die Sprüche der Schüler brachten mich regelmäßig zum Lachen. Ebenso fand ich emotionale Szenen, die mich sehr berührten und mein Mitgefühl weckten. Anni durchlebt in ihrer Rolle als Lehrerin eine tolle Entwicklung und es wird ihr nicht nur auf beruflicher, sondern auch auf privater Ebene vieles klarer. Sie erkennt, dass ihre Kindheitsträume nicht mehr den gleichen Wert wie früher haben, und lernt Menschen kennen, die ihr das geben, was sie sich immer gewünscht hat.
Wer die Autorin kennt, weiß mit welcher Lebensenergie sie Geschichten schreibt und wie real sie Gefühle wiedergeben kann. Wie in allen ihren Romanen habe ich mitgefiebert, gehofft und genossen. Ich habe die schönen Seiten Hamburgs erlebt und mich gefreut, auf alte Bekannte zu treffen. Denn Knut und seine Irina gehören schon zu festen Stammgästen in Petra Hülsmanns Büchern.
Meine Freude auf diesen Roman wurde nicht enttäuscht und so zählt die Autorin auch weiterhin zu meinen Liebsten. Eine lockere und leichte Lektüre, die nicht nur in den Sommer passt.