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Isabel
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Bietigheim-Bissingen

Bewertungen

Insgesamt 367 Bewertungen
Bewertung vom 23.05.2023
Burseg, Katrin

Adas Fest


ausgezeichnet

Neben dem Klappentext, der eine spannende Geschichte verspricht, sprang mir bei diesem Buch auch gleich sein wunderschönes Cover ins Auge, das sich angenehm von der Masse abhebt. Und so wollte auch ich eintauchen in den Ozean der Geheimnisse, der die Familie des berühmten - inzwischen leider verstorbenen - Malers Leo Kwant zu umspülen schienen. Gleich zu Beginn lerne ich Ada kennen, die mit ihrem angekündigten Fest einen Schlusspunkt setzen will. Einen Schlusspunkt zu dem Sommerhaus Les Vagues aber auch zu den Lügen, die ihre Familie all die Jahre begleitet haben. Ihr Freund Vincent, Restaurantbesitzer vor Ort, steht ihr zur Seite. Die beiden kennen sich seit guten 50 Jahren, bildeten sie doch gemeinsam mit ihren jeweiligen Partnern Leo und Mathilde ein inniges Freundschaftsquartett. Mit von der Partie sind Adas und Leos drei Töchter Adas, Esther, Imme und Kiki, die unterschiedlicher nicht sein könnten, denn jede für sich trägt ihr eigenes Sorgenpäckchen auf dem Rücken. Es sollte geordnet ablaufen, ein letztes rauschendes Fest sollte gefeiert werden bevor die Tatsachen auf den Tisch kommen, doch durch eine vermeintliche Verleumdung Leos gegenüber, läuft die wohlgemeinte Planung schnell aus dem Ruder ...
Mit Wort- und Bildgewalt saugt mich die Autorin Katrin Burseg in ihren Roman und lässt mich nicht mehr los. Schnell befinde ich mich selbst in einem Strudel der Gefühle, die mich aktiv teilhaben lassen an der Vergangenheit aber auch Gegenwart der Protagonisten. Ich versuche Ada zu verstehen, die ihrem Mann - dem großen Zampano - stets den Rücken freihielt und selbst im Hintergrund zu versinken schien. Ich leide mit den drei Töchtern, die zwar als Kinder ein scheinbar buntes und glückliches Leben hatten, die aber alle drei einen Rucksack voller Probleme mit in ihr Erwachsenendasein getragen haben. Und vor allem rieche ich den Ozean und spüre seine Kraft, die dem Sommerhaus wohl bald den Garaus machen wird.
Auf wunderbare Weise verknüpft die Autorin alle ihre gesponnen Fäden. Viele Tabuthemen kommen auf den Tisch ohne jedoch den Roman damit zu überfrachten. Ein schlüssiges, wunderschönes Ende ließ mich schließlich erleichtert ausatmen. Die Emotionsarbeit der Familie ist noch lange nicht zu Ende aber die Weichen in eine richtige Richtung sind gestellt. Von mir gibt es begeisterte fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung an alle, die wie ich, mal wieder abtauchen wollen. Nehmt euch Zeit und Ruhe für dieses Buch und ihr werdet belohnt werden, versprochen! Für mich ist "Adas Fest" bestimmt nicht das letzte Buch Katrin Bursegs, das ich in die Hand nehmen werde.

Bewertung vom 20.05.2023
Storks, Bettina

Die Kinder von Beauvallon - Der Spiegel-Bestseller nach wahren Begebenheiten


ausgezeichnet

Es ist doch immer wieder beeindruckend, welche wahren Geschichten in der Öffentlichkeit so gar keine Aufmerksamkeit bekommen haben, obwohl sie doch ihresgleichen suchen. Umso schöner ist es, dass die wunderbare Autorin Bettina Storks sich dieser Ereignisse angenommen hat, die das Leben so vieler Menschen nicht nur beeinflusst, sondern schlichtweg erhalten hat. Bettina nimmt mich mit an den kleinen Ort Dieulefit in Frankreich, in dem durch die selbstlose Hilfe der Einwohner so viele Menschen – besonders eben auch Kinder - der grausamen Judenverfolgung der Nazis entkommen konnten. In den sechziger Jahren, zwanzig Jahre nach Kriegsende, bekommt die junge Radiomoderatorin Agnes von ihrem Chef unter der Hand den Auftrag, genau dieser Geschichte nachzugehen. Noch ahnt niemand, dass dies nicht nur ihre geheimste, sondern wohl auch auch ihre persönlichste Geschichte werden wird. Ihre damalige Kindheitsfreundin Lily gehörte nämlich zu den aus ihrem Heimatort bei Nacht und Nebel verschleppten Juden, deren Schicksal bis dato oft im Ungewissen liegt. Agnes begibt sich auf Spurensuche und ist dabei nicht immer ein gern gesehener Gast …

Inzwischen kenne ich den großartigen Schreibstil der Autorin, von der ich fast alle ihre Werke gelesen und geliebt habe. Diesmal jedoch hat Bettina sich selbst übertroffen, denn ihr auf realen Fakten basierender Roman „Die Kinder von Beauvallon“ scheint eine besondere Herzensangelegenheit zu sein. Man spürt beim Lesen der Zeilen nicht nur die akribische Recherche, sondern auch die Liebe zu ihrem Projekt. Die Autorin denkt sich in die Figuren und erweckt sie damit zum Leben, was mich beeindruckt, gerührt und betroffen zurückgelassen hat. Von mir gibt es uneingeschränkte fünf von fünf Sternen verbunden mit einer unbedingten Leseempfehlung um ein weiteres kleines, leider nicht feines Kapitel unserer Geschichte unvergessen zu machen. Liebe Bettina … Chapeau!

Bewertung vom 20.04.2023
Frank, Arno

Seemann vom Siebener


sehr gut

An einem heißen Tag im Sommer finde ich mich als Leserin in einem Freibad in einem kleinen hessischen Dorf wieder. Es ist keines dieser Erlebnisbäder, es gibt noch die alte Langnese Karte und das dazu passende Eis am Kiosk, weder die Liegewiese noch die Umkleidekabinen haben sich in all den Jahren geändert und auf strenge Anweisung von Kiontke duscht man sich, bevor man das Becken betritt! Eine Veränderung springt dem Besucher jedoch gleich ins Auge … der Siebener Sprungturm ist durch eine Kette mit einem „Betreten verboten“ Schild abgesperrt, denn hier geschah einmal ein tragisches Unglück …

Beim Lesen erhalte ich die Chance sie alle kennenzulernen, die, die schon damals ins Bad kamen, die, die dazugehörten. Die altgewordene Isobel, die bereits den halben Ort in ihren Schulklassen unterrichtet hat, das Mädchen und ihr Bruder, die den Sprung vom Turm wagen wollen, Kiontke, den Bademeister, Sergej den Kioskbesitzer und viele andere, die mehr oder weniger große Rollen im Gesamtgeschehen innehaben.

Es war für mich nicht ganz einfach, in das Buch, das der Autor in drei Abschnitte aufgeteilt hat, reinzufinden. Während ich im ersten Abschnitt noch etwas im Dunkeln tappte und mich fast mit Abbruchgedanken trug, schaffte es Arno Frank mich im zweiten Abschnitt abzuholen, um mich im dritten Abschnitt dann absolut angekommen zu lassen. Der Autor, der mich mit seinem autobiografischen Buch „Und jetzt kommst du“ vor einiger Zeit begeistern konnte, hat mich auch dieses Mal, trotz der Anfangsschwierigkeiten überzeugt. Ich vergebe hier gerne vier von fünf solide Sterne und eine Empfehlung an all die Leser, die sich mal ein wenig abseits des Mainstreams bewegen möchten. Traut euch und taucht ein ins Becken, am besten mit einem Seemann vom Siebener …

Bewertung vom 13.04.2023
Fisch, Sabine

Die Ärztin - Der Weg einer unerschrockenen Frau / Amelie von Liebwitz Bd.2


ausgezeichnet

Schon seit einiger Zeit hatte ich mich darauf gefreut mit diesem zweiten Teil der Reihe um Fräulein Dr. Amelie von Liebnitz weiterzumachen. Diesmal ist es eine abenteuerliche Reise, auf die ich sie begleite. Nachdem Amelie durch einen Schwächeanfall im OP eine Patientin verstirbt, scheint es ihr unmöglich weiter dort zu operieren und auch die Pflege ihres Vaters, der durch den Tod seiner geliebten Frau zum Trinker mutiert ist, setzt der jungen Ärztin zusehends zu. Durch Zufall stößt sie auf einen Aufruf des preußischen Militärs, der an Ärztinnen gerichtet ist mit der Bitte um Unterstützung an der Front in Bosnien. Nachdem sie ihren Vater versorgt weiß, sagt sie beherzt zu und macht sich auf den Weg, der sie über die schöne Stadt Wien schließlich an die Front führt. Unter beschwerlichen Bedingungen macht sie sich dort angekommen sogleich an die Arbeit. Doch nicht alle sind ihr wohlgesonnen, denn nicht nur in Berlin gibt es männliche Kollegen, die einer Ärztin nicht über den Weg trauen und in Bosnien ist ihre Odyssee noch lange nicht beendet …

Der Büchermarkt scheint ja derzeit überflutet zu werden mit Büchern, die sich mit weiblichen Medizinkräften befassen und so ist es sicher nicht einfach sich als Autorin in diesem Metier zu behaupten. Doch Sabine Fisch ist es gelungen, mich mal wieder zu begeistern. Ohne Kitsch und Schnörkel, einfach nur spannend lässt sie mich teilhaben am Leben Amelies und all dem Schrecken, den der Erste Weltkrieg der Menschheit gebracht hat. Später darf ich sie und ihren geliebten Ernst Szabo in einer meiner Lieblingsstädte Wien wieder sehen. Doch ich frage mich, ist ihre Geschichte schon zu Ende erzählt, oder darf ich auf einen dritten Band hoffen? Ich vergeben für diesen zweiten Teil auf jeden Fall überschwängliche fünf von fünf Sternen und spreche gerne eine Leseempfehlung aus. Aber bitte, erst den ersten Teil lesen, um in den vollen Genuss zu kommen!

Bewertung vom 12.04.2023
Behrens, Lina

Das Stranddistelhaus


ausgezeichnet

Man glaubt bis weit über die Mitte des Buchs drei völlig voneinander unabhängige Geschichten zu lesen. Fast war ich versucht, bei immer einem Erzählstrang zu bleiben und die drei Stories hintereinander weg zu lesen. Gut, dass ich das nicht getan habe, denn sonst hätte es mir das wunderbare Ende, an dem alle Stränge ineinander laufen, gründlich verhagelt.

Dreimal durfte ich Spiekeroog besuchen: einmal in der Gegenwart mit Rieke, einmal im Jahr 1962 mit Viola und einmal im Jahr 1933 mit Silvia, und alle drei hatten ihre ganz eigenen Gründe, sich auf die Insel zu verkriechen. Wie so oft bei Gegenwarts-/Vergangenheitsgeschichten zogen mich auch diesmal die beiden rückliegenden Abschnitte ein wenig mehr in den Bann, doch gut zu lesen war die ganze Geschichte. „Das Stranddistelhaus“ ist ein Buch zum Abtauchen und sich die Meeresbrise um die Nase wehen zu lassen. Die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen runden das Ganze sehr harmonisch ab. Ich bin mir ganz sicher, dass es einer lieben Buchfreundin, die das Buch nach mir zum Lesen bekommt, gut gefallen wird. Von mir gibt es ein halbes Sternchen Abzug, weil der junge Lover einer der Frauen auch getrost wegbleiben hätte können. Für mich war er etwas zu viel Klischee aber für Rieke kam er wohl genau zur rechten Zeit. Von mir gibt es also viereinhalb von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung.

Bewertung vom 12.04.2023
Teige, Trude

Als Großmutter im Regen tanzte


ausgezeichnet

Zu Norwegen und dem Zweiten Weltkrieg fallen mir unweigerlich die Lebensborn-Heime ein, die unter der Nazidiktatur ins Leben gerufen wurden, denn Himmler befand die norwegische Rasse als besonders arisch und wertvoll: stark, blond und blauäugig, so sollte der Nachwuchs sein. Genau dieses Thema erwartete ich eigentlich auch hinter diesem Buch der norwegischen Autorin Trude Teige, einer bekannten Journalistin und erfolgreichen Kriminalautorin. Doch sie griff mit ihrem neuen Buch das Thema Liebe auf, und zwar der Liebe zwischen einem deutschen Besatzungssoldaten und einer jungen Norwegerin namens Tekla, die wohl von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. „Deutschenmädchen“ oder schlimmer noch „Deutschenflittchen“ wurden sie genannt, die Mädchen, die sich mit einem deutschen Soldaten einließen, und von der norwegischen Bevölkerung im besten Falle nur geschnitten. Der blonde Wehrmachtssoldat und seine Braut lassen davon aber nicht unterkriegen. Schweren Herzens bricht Tekla mit ihrer Familie, um Otto Adler nach Deutschland zu folgen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellen sollte, denn in Ottos Heimat war nichts mehr so, wie es in seiner Erinnerung noch bestand …

Mit dem Roman „Als Großmutter im Regen tanzte“ arbeitet die Autorin ihre eigene Familiengeschichte auf, erschütternd aber dennoch liebevoll beschreibt sie die Odyssee der Großmutter, die um ihr Leben stets ein großes Geheimnis machte. Sie wollte und konnte nicht darüber reden und so kommt die Wahrheit erst nach ihrem Tod ans Licht. Verdrängung und vergessen wollen, kann man es den Opfern übelnehmen? Ich vergebe gerne begeisterte 4,5 von 5 Sternen mit einer absoluten Leseempfehlung. Ich wundere mich immer wieder, was ich alles über den Zweiten Weltkrieg und seine Auswirkungen noch nicht wusste, so auch z. B. über das Schicksal der Bewohner von Demmin. Man kommt beim Lesen nicht umhin an die im Moment tobenden Kriege in unseren Nachbarländern zu denken und wünscht allen Betroffenen von Herzen baldigen Frieden und nichts als Frieden.

Bewertung vom 12.04.2023
Dusse, Karsten

Achtsam morden Bd.1 (6 Audio-CDs)


sehr gut

Durch den doch eher ungewöhnlichen Titel wurde ich auf dieses Hörbuch aufmerksam. „Achtsam morden“, was sollte sich dahinter verstecken? Auch ich will mit achtsamen Augen durchs Leben gehen und so widmete ich der Geschichte meine volle Aufmerksamkeit. Das Setting ist eigentlich gar nicht so ungewöhnlich. Ein Ehemann und Vater, der zu viel arbeitet, eine Frau und Kind, die sich vernachlässigt fühlen und eine Beziehung, die auf Messers Schneide steht. Da Frau Diemel sich eigentlich nicht in der Bringschuld sieht, diese zu retten, nötigt sie ihren Mann Initiative zu zeigen und ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen. Björn geht anfangs eher widerwillig, findet dann jedoch Gefallen daran und lernt so einiges, das sich auch im Arbeitsleben einbauen lässt. Er will sich nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen und als sein Mandant – seines Zeichens ein brutaler Mafiaboss – immer uneinsichtiger wird, bringt er ihn um. Einfach so, ohne viel Aufhebens. Puh, ich war total geschockt zu hören mit welcher Ungerührtheit er dabei vorgeht. So weit so gut, ich war drin in der Geschichte, ich mochte den Humor, doch mit jedem Track wurde das Hörbuch schließlich ein wenig unglaubwürdiger und ich fing an die Spannung zu vermissen. Auch dieses kleine Kind fing an mit seiner altklugen Art an meinen Nerven zu zerren. Versteht mich nicht falsch, schwarzer Humor ist genau mein Ding, daran kann meine schwindende Begeisterung nicht gelegen haben, aber auf weitere Teile der Reihe werde ich verzichten. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und sage es mal so – kann man hören, muss man aber nicht!

Bewertung vom 06.04.2023
Nielsen, Maiken

Ein neuer Horizont


ausgezeichnet

Ich möchte hier in meiner Rezension anmerken, dass ich ein Weilchen brauchte, bis ich mich eingelesen hatte. Es sind doch einige Personen und Sprünge von Korea nach Berlin und dann wieder zurück in die Vergangenheit der Zwillingsmädchen Nellie und Laura, das musste ich gedanklich erstmal für mich sortieren. Als ich dann aber vollends eingetaucht war in dieses wunderbare Buch, konnte ich es gar nicht mehr zur Seite legen. Während ich mich im Berlin der frühen 50er Jahre dank voran gegangener Literatur ein wenig auskannte, war mir Korea während des Krieges in all seiner Grausamkeit ziemlich unbekannt. Ist es doch ein Thema, das in deutschen Büchern eher selten zu finden ist, deshalb aber nicht weniger erschüttert. Mein erster Schwiegervater (ein Amerikaner) wurde damals zu den dortigen Kampfhandlungen eingezogen und muss wohl Schlimmes erlebt haben. Nun habe ich ein viel besseres Verständnis für ihn, leider weilt er nicht mehr unter uns.

Alles in allem bin ich jedenfalls mehr als begeistert von deinem tollen Roman, liebe Maiken, der ja durchaus ein paar biografische Elemente aufweist, wie du im Nachwort preisgibst. Mit einer ungeheuren Sprachgewalt packst du die sensiblen Themen wie Verlust eines Zwillings und dessen Verarbeitung, Kriegsgräuel, die Teilung Deutschland, die große Liebe und den Bruch der Beziehung der eigenen Eltern in einen großen Topf, schüttelst ihn gehörig durch und heraus kommt diese zarte und zugleich mächtige Geschichte, die ihresgleichen sucht. Ich freue mich so, dass ich das Buch nun endlich vom SUB befreit habe und vergebe an dieser Stelle gerne begeisterte fünf Sterne mit einer absoluten Leseempfehlung. Freue mich auf weitere Bücher von dir, liebe Maiken. Eines – Und unter uns die Welt – schlummert schon im realen Bücherregal. Das werde ich bald mal in die Hand nehmen.

Bewertung vom 03.04.2023
Franke, Christiane;Kuhnert, Cornelia

Frisch ermittelt: Der Fall Kaltwasser / Heißmangel-Krimi Bd.2 (2 MP3-CDs)


ausgezeichnet

Martha ist nicht zimperlich, ganz bestimmt nicht. Als sie aber dann ihren armen Schwager so ermordet auf dem Friedhof findet, wird ihr doch ein bisschen mulmig. Und als dann kurze Zeit später die nächste Leiche auftaucht, findet sie es gar nicht mehr lustig. Haben die Leeraner es hier etwa mit einem Serientäter zu tun? Und warum ist dann die Witwe Kaltwasser – also ihre eigene Schwester – so wenig traurig? Steckt sie etwa mit dem oder den Tätern unter einer Decke? Neugierig geworden beginnt Martha mal wieder mit ihrer ganz eigenen Aufklärungsmethode …

Wie schon im ersten Teil, wurde auch im Fall Kaltwasser die Atmosphäre der späten 50er Jahre wunderbar eingefangen. Ich kenne sie nur aus den Erzählungen meiner Eltern, doch die beiden sympathischen Autorinnen scheinen mal wieder ins Schwarze getroffen zu haben mit dem nun zweiten Fall für die Heißmangelbetreiberin Martha Frisch. Spannend und doch locker leicht erzählt mir die Hörbuchsprecherin Jutta Seifert eine neue Geschichte aus Leer, die definitiv Lust auf mehr macht. Bin schon gespannt, welche Verbrechen für Martha und ihren Neffen bei der Polizei als nächstes auf dem Programm stehen werden. Von mir gibt es diesmal verdiente fünf von fünf Sternen!