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Petra Sch.
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Gablitz

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Insgesamt 572 Bewertungen
Bewertung vom 19.01.2022
Frennstedt, Tina

Das gebrannte Kind / Cold Case Bd.3


sehr gut

"Fegefeuer". Der 3. Teil der Cold Case Reihe

3,5 Sterne

Eine Brandstifter geht in Schonen um, bereits 4 Menschen sind in den Flammen gestorben. Der Täter hat zuvor die Brandmelder entfernt und die Häuser nummeriert.
Bis Tess Hjalmarsson aufgrund der Zeugenaussage einer Überlebenden erkennt, dass diese Fälle mit einem alten Fall aus der Vergangenheit zusammenhängen, denn auch damals wurde bei einem Brand, in dem die Mutter des 5jährigen Tim starb, dieselbe Musik gehört. Der damalige Täter wurde nie gefasst.
Tess und ihr Cold Case Team ermitteln unter Hochdruck bis Tess erkennt, dass auch sie im Visier des Täters steht...


Meine Meinung:
"Das gebrannte Kind" ist der dritte Teil der Cold Case Reihe um Tess Hjalmarsson, in dem man wieder viele bekannte Personen trifft. Der Fall ist jedoch in sich abgeschlossen und kann daher eigenständig gelesen werden. Alles wichtige aus Tess' privatem Leben sowie ihrer bisherigen Fälle werden kurz angeschnitten.
Tess ist wieder sehr nahbar beschrieben, sie ist nicht nur ein Super-Cop, sondern ein Mensch mit Fehlern und Ängsten, wodurch man sich gut in sie hineinversetzen kann. Die Polizeiarbeit, das Zusammentragen von Fakten und Beweisen, ist wieder sehr interessant und authentisch dargestellt.

Tina Frennstedt fesselt wieder mit einem packenden Schreibstil und hohem Spannungsbogen, auch wenn recht bald vorhersehbar war, wer der Täter ist; jedoch gibt es diesmal einige Dinge, die nicht so gut ausgearbeitet waren.
Es gab lose Enden, und es blieben einige Fragen offen, nicht nur, was die Motivation des Täters betrifft, sondern auch andere Dinge, Kleinigkeiten, die eigentlich gar nicht hätten erwähnt werden müssen. Auch wurde einiges nicht aufgelöst, das einem im Verlauf der Geschichte wichtig erschien. Und auch das Motiv des Täters, und dass sich ein 5jähriges Kind an so viele Dinge erinnern kann, war für mich nicht nachvollziehbar. Und bzgl. der Morde auch einige Logikfehler.
Auch über den deutschen Titel bin ich nicht glücklich, der Originaltitel "Fegefeuer" hätte viel besser gepasst und nicht zu viel verraten.
Weiters wurde der "Fall Jenny" anfangs angesprochen, in dem Tess eigentlich ermitteln sollte und wo man dachte, um diesen Fall geht es in diesem Buch, welcher jedoch bald in Vergessenheit geriet und erst am ende wieder - als Cliffhanger für nächsten Band - angeschnitten wurde.
Und Tess sowie ihre Partnerin Sandra verhielten sich manchmal total unverständlich, zum Beispiel als der Hund einen Giftköder gefressen hat oder ein unbekannter Bauarbeiter auf dem Grundstück war. Das war ihnen quasi total egal, und das konnte ich absolut nicht nachvollziehen.
Aber alles in allem wieder ein spannender Cold Case aus der Feder von Tina Frennstedt.

Hilfreich ist wie bei den Vorgängerbänden der Plan von Schonen in der vorderen Klappe, in dem ich sehr gerne Tess Einsatzorte nachschlage. Leider sind diesmal viele Handlungsorte, die in diesem Band vorkommen, nicht eingezeichnet.


Fazit:
Der dritte Teil der Cold Case-Reihe. Wieder spannend und lebendig geschrieben; doch war der Täter schnell klar, und es gab einige losen Enden und Fragen, die offen blieben, daher diesmal nur 3,5 Sterne. Ich bin trotzdem schon sehr auf den nächsten Band gespannt, in dem diesmal hoffentlich der "Fall Jenny" aufgeklärt wird!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.01.2022
Scrivan, Maria

nICHt genug Bd.1


sehr gut

wichtige Botschaft in witzigem Comic-Stil verfasst

Als Natalie auf die neue Schule kommt, freut sie sich schon, ihre beste Freundin Lily wiederzusehen. Die ist in den Ferien nämlich ans andere Ende der Stadt gezogen und hatte keine Zeit mehr für sie.
Doch gleich am ersten Schultag wird Natalie enttäuscht, sie sieht Lily mit einem anderen, stylischen Mädchen. Ein Mädchen, das all das ist, was Natalie nicht ist: cool, talentiert, sportlich.
Wie kann sie ihre beste Freundin wieder zurückgewinnen?

Das Buch spricht viele Dinge an, die Kinder beschäftigen: Schule, Freunde, Alltag. Aber vor allem: nicht "genug" zu sein.
Verpackt ist die Story in einem farbenfrohen Comic, in dem Natalie ihre Geschichte erzählt.
Durch diesen Comic-Stil ist das Buch auch sehr gut für Lesemuffel geeignet.

Zuerst lernt man Natalie kennen, sie beschreibt sich, ihre Familie und Haustiere, Hobbys und ihre beste Freundin Lily.
Und dann beobachtet man Natalie dabei, wie sie verzweifelt versucht, Lily mit allen möglichen Mitteln zurückzugewinnen, doch alles geht schief. Und sie bemerkt nicht einmal, wie sie dabei neue Freunde findet.
Zoe tat mir sogar richtig leid, denn alles, woran Natalie denken kann, ist, wie sie Lily zurückgewinnen kann und merkt dabei nicht einmal, dass sie Zoe weh tut. Obwohl die ihr immer wieder sagt, dass Natalie doch genau so, wie sie ist, gut ist, und dass Lily sie gar nicht verdient hat.

Jedenfalls ist es, wie immer in Büchern, doch eher "einfach", glücklich zu werden; das reale Leben sieht oft leider anders aus. Aber Kinderbücher brauchen auf jeden Fall ein Happy End und dieses hier war besonders schön!
Aufgelockert wird die Geschichte mit den Einschüben über Natalies Hund und Katze, die wir sehr witzig fanden! Überhaupt den Tagesablauf einer Katze ;)
Und am Schluss darf man Natalies Comic-Buch lesen, in dem sie eine Geschichte über einen Frosch schreibt-quasi über sich selbst, ihre Nerdigkeit, Tollpatschigkeit. Und dass sie dann irgendwann doch gemerkt hat: sie ist froh, sie selbst zu sein! Einfach nur toll!


Fazit:
Die wichtige Botschaft "Du bist so, wie du bist, genau richtig" wird hier in einem Comic-Buch mit viel Humor, aber auch viel Ernst in witzigen Illustrationen interessant und spannend dargestellt.

Bewertung vom 09.01.2022
Cavanagh, Steve

Thirteen / Eddie Flynn Bd.4


ausgezeichnet

Der Mörder in der Jury. Ein Gerichtsthriller.

4,5 Sterne

Der aufstrebende Schauspieler Bobby Solomon ist wegen Mordes an seiner Frau und seinem Leibwächter angeklagt; angeblich hat er beide im Bett überrascht und aus Eifersucht getötet. Doch er beteuert seine Unschuld.
Der Promi-Anwalt Rudy Carp bittet den gerissenen Strafverteidiger Eddie Flynn um Mithilfe.
Doch was niemand weiß: der Mörder sitzt in der Jury...


Meine Meinung:
Steve Cavanagh weiß es gekonnt, von der ersten Seite an mit einer mitreißenden und lebendigen Schreibweise zu fesseln.
Als Leser weiß man von Anfang an, dass der eigentliche Mörder alles versucht, in die Jury zu gelangen, um einen Schuldspruch zu erwirken.
Die Story wird einerseits aus Sicht des Mörders Joshua Kane in der dritten Person erzählt, andererseits verfolgt man alle Ermittlungen und das Gerichtsverfahren hautnah in ich-Form aus Sicht von Eddie Flynn, der total sympathisch ist.
Und obwohl man von Anfang an ja weiß, wer der Mörder ist und was er für ein perfides Spiel spielt - oder vielleicht gerade deswegen - ist man von Anfang an gefesselt und von der Geschichte in den Bann gezogen und rätselt mit, welcher der Geschworenen nun unser Mörder ist.
Besonders authentisch macht die Geschichte die Ermittlungen von Eddie, der seine anfängliche Intuition bzgl. der Unschuld von Bobby Solomon auch mit Fakten zu unterlegen versucht. Es gibt Erfolge, aber auch viele Rückschläge, wie im echten Leben. Ebenso der Rückzug des Promianwalts, als sich das Filmstudio, das ja sein eigentlicher Auftraggeber ist, von Bobby distanziert und die Kosten nicht mehr übernimmt.
Doch Eddie ist ein Mann, der zu seinen Prinzipien steht, und nachdem er sicher ist, dass Bobby unschuldig ist, will er das unbedingt beweisen. Denn er ist Bobbys einzige Chance.

Man muss sich jedoch bewusst sein, dass dies ein Gerichtsthriller ist: man fiebert zuerst bei der Auswahl der Jury mit, danach beim Verfahren selbst, hört Zeugenaussagen und lauscht den Experten, und kann nur immer wieder den Kopf schütteln, wie der Ankläger auf Bobbys Schuld pocht, obwohl die Beweise mMn ja eindeutig gegen ihn als Mörder sprechen.
Zum Glück hat er den vifsten Anwalt von ganz New York, der mit Intuition und gutem Riecher weiß, wie er die Unschuld seines Mandanten beweisen kann - als Eddie nämlich auf ein außergewöhnliches Merkmal an einem Beweisstück aufmerksam wird, schaltet sich plötzlich das FBI ein, und die Sache wird viel größer als gedacht.
Leider gibt es ein Detail, was mir überhaupt nicht gefallen hat und weshalb ich einen halben Stern abziehen muss. Ich fand den “Gendefekt” des Killers total übertrieben. Das hätte es mMn absolut nicht gebraucht.


Fazit:
Überraschend anderer Thriller-Plot in fesselnder Schreibweise und zwei Erzählperspektiven. Mega spannend, mitreißend und außergewöhnlich.

Bewertung vom 07.01.2022
Schulz, Dennis

Nummer Neunzehn


ausgezeichnet

Sie ist seine Nummer Neunzehn...

Larissa ist vor ihrem gewalttätigen Mann nach Hamburg in ein Frauenhaus geflüchtet und hat dort in Jessica eine gute Freundin gefunden. Nie wieder Gewalt, ist ihr Motto. Trotzdem hat sie noch immer Angst vor Männern.
Doch sie merkt nicht, dass sie monatelang genauestens beobachtet wird. Bis er sie eines Tages schnappt. Sie wird seine Nummer Neunzehn.


Meine Meinung:
Die Spannung ist von der ersten Seite da! Zuerst lernt man den "Fleischer" kennen - Gänsehaut pur. Vor allem, als man liest, was er mit seinen Opfern anstellt: jede "spendet" ihm zwei Knochen, und das aus einem ganz speziellen Grund...

Larissas Angst vor Männern kann man aus den Seiten heraus fühlen und nachvollziehen. Jessica ist ihr eine gute Freundin und wichtige Stütze.
Man fiebert und trauert mit Larissa mit, denn ich fand - genauso wie sie - womit hat sie das verdient? Zuerst ein gewalttätiger Ehemann, vor dem sie endlich flüchten kann; und kaum hat sie ihr Leben und ihre Ängste wieder halbwegs im Griff, kommt sie in die Gewalt eines perfiden Entführers, der sie in eine kleine Zelle im Keller sperrt, ankettet, und dem sie alles nach dem Mund reden muss, weil er sonst austickt?! Einfach nur schrecklich. Sie entwickelt jedoch aus ihrer Angst heraus Kraft und Mut und das in einer glaubbaren Art und Weise, wofür ich sie bewundere.

Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor es geschafft hat, die kranke Psyche des Bösewichts gut auszuarbeiten; dessen Ringen als Jugendlicher zwischen seinem Drang zu töten und seiner Scham, da er weiß, dass er etwas Verbotenes begehen will. Hennings Innenleben ist so zwiegespalten dargestellt, dass man über die Gefühle zu ihm ständig schwankt. Einerseits hasst man ihn aufgrund seiner blutigen Taten und seiner Aggressivität, andererseits kommt er einem (später) so lieb und hilflos vor, dass man das Gefühl hat, ihn umarmen und beschützen zu müssen.
Perfide ist jedoch, wie er seinen Hund als Waffe einsetzt und ein grausames Spiel aus Belohnen und Bestrafen mit seinen Knochenspenderinnen spielt.
Mithilfe von falscher Freundlichkeit erkauft er sich das Vertrauen seiner Opfer, um ihnen so viele Infos wie möglich zu entlocken, um seine Entscheidung treffen zu können.
Als Henning endlich aus Larissa alle Infos rausholt, erfährt er jedoch etwas, das alles verändert; das hat mich ebenso wie ihn überrascht!

Das einzige, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war der Showdown am Schluss, denn ich finde es etwas unglaubwürdig, wenn ein Halbtoter plötzlich so schnell rennen kann... ;)
Ansonsten war ich positiv überrascht, wie es gelingen kann, den Spannungsbogen trotz nur drei handelnder Personen und weniger Tage Handlungszeit konstant aufrecht zu halten.


Fazit:
Ein fesselnder, mitreißender, blutig-psycho-Thriller, der Gänsehautfeeling verursacht und dem ich spannungsgeladene 4,5 Sterne gebe.

Bewertung vom 03.01.2022
Ware, Ruth

Das Chalet


sehr gut

Tod in Eis und Schnee

Die Mitarbeiter eines britischen Start-Ups treffen sich in einem französischen Chalet, um über die Zukunft der Firma zu sprechen. Soll das Übernahmeangebot angenommen werden oder die App doch ausgebaut werden?
Alle haben etwas zu verlieren bzw. zu gewinnen, die Stimmung ist angespannt... bis die Chefin beim Schifahren verunglückt. Und kurz darauf weitere Mitarbeiter sterben.
Da das Chalet aufgrund eines Schneesturms und Lawinenabgangs eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten ist, muss der Mörder unter ihnen sein...


Meine Meinung:
Die Geschichte fesselt von Anfang an durch eine atmosphärische, beklemmende Schreibweise und einem von Beginn an hohen Spannungsbogen, der einen mitreißt. Man kann sich sowohl den Handlungsort, als auch die Personen alle genau vor seinem inneren Auge vorstellen.
Zuerst muss man sich aber erstmal in die vielen Personen einfinden. Eine hilfreiche Übersicht der acht Mitarbeiter und Geschäftspartner der App "Snoop" findet man zu Beginn; doch man muss erst herausfinden, wer die beiden Ich-Erzählerinnen sind, aus deren Sicht man häppchenweise die Geschehnisse präsentiert bekommt.
Es wird nämlich einerseits aus Sicht von Erin berichtet; sie ist die Angestellte und Gastgeberin im Chalet, gemeinsam mit Danny, dem Koch.
Und dann ist da Liz, die ebenfalls dem Leser über die Geschehnisse berichtet. Liz ist eine ehemalige Mitarbeiterin von Snoop, die aber 2% der Anteile besitzt und somit ausschlaggebend ist für die Abstimmung über den Verkauf oder nicht.

Die Autorin schafft es hervorragend, dass man die Beklemmung und Angst nach dem Verschwinden von Eva und der darauffolgenden Erkenntnis eines Schiunfalls nachvollziehen kann. Und als dann auch noch 2 andere Mitarbeiter sterben und ein weiterer verschwindet und ein Schreiben hinterlässt, in dem er den anderen mitteilt, dass es ihm leid tut, ist man mittendrin im Rätseln, wer wohl der Mörder ist und warum.

Nach einem Lawinenabgang, der die Seilbahn zerstört, und auch noch Stromausfall ist, machen sich die übriggebliebenen Sechs auf den Weg, um Hilfe zu holen.
Dass ausgerechnet die beiden ich-Erzählerinnen, die verletzt im Chalet zurückbleiben, macht es noch spannender, weil man auch nicht weiß, wie die beiden Gruppen vorankommen. Und der Stromausfall und die Kälte macht alles nochmal beklemmender.

Nur die Erzählungen am Schluss waren mir etwas zu viel und zu langatmig; nach dem Showdown hätte man die Zukunft der Personen für meinen Geschmack auch einkürzen können.
Dass ich schon recht bald wusste, wer der Mörder war, hat dem Lesespaß keinen Abbruch getan, weil ich immer noch am Motiv rätseln musste.


Fazit:
Zu Beginn ein klassischer Whodunit-Krimi mit beklemmender Atmosphäre, polarisierenden Persönlichkeiten und einem rasanten Showdown.

Bewertung vom 31.12.2021
Brosche, Heidemarie

Sing mit dem Rentier


ausgezeichnet

ein weihnachtliches Mitmach-Abenteuer mit dem Rentier

4,5 Sterne

Das Rentier träumt vom allerschönsten Weihnachtsbaum. Also macht es sich auf die Suche nach einem Traum-Baum. Ob es wohl im Wald einen findet?

Dieses Mitmachbuch für Kinder ab 3 Jahren (ich finde es aber schon ab 2 Jahren geeignet) überzeugt durch liebevolle, ganzseitige Farbillustrationen, auf denen es viel zu entdecken gibt. Das Rentier ist einfach zuckersüß gezeichnet!
In zweizeiligen eingängigen Reimen erfährt man die Gedanken des Rentiers, und dann gibt es kurze Anweisungen für die Kids, um dem Rentier zu helfen: beim Aufstehen, beim Schlittenfahren, den Schnee vom Kopf zu pusten und um den schönsten Baum zu finden - was großen Spaß macht!

Besonders toll ist, dass hier das Rentier den Schlitten nicht ziehen muss, sondern selbst drauf fahren darf! :D
Und dass es ein Tutu anhat, finden wir auch total witzig. ;)
Ganz besonders schön ist, dass am Ende alle möglichen Tiere dem Rentier helfen, den Baum zu schmücken und dann mit ihm gemeinsam ein Weihnachtslied singen.


Fazit:
Ein liebevolles Mitmach-Buch, in dem man dem Rentier hilft, den allerschönsten Weihnachtsbaum zu finden. Mit wunderschönen Illustrationen.

Bewertung vom 28.12.2021
Mayer, Gina

Mathe, Deutsch und Wolkenkunde / Die Schule für Tag- und Nachtmagie Bd.2


ausgezeichnet

Teil 2 der Schule für Tag- und Nachtmagie: Lucys Tagmagie

4,5 Sterne

Die Zwillingsschwestern Nora und Lucy Lichtblau sind ganz unterschiedlich: Lucy hat helle Locken, dunkle Haut und ist tagsüber putzmunter. Nora hingegen hat dunkle, glatte Haare, eine helle Haut und kann tagsüber kaum die Augen offenhalten, ist dafür des nachts total fit.

Im zweiten Teil der Schule für Tag- und Nachtmagie stehen Lucy und ihre Tagmagie im Mittelpunkt.
Die Geschichte beinhaltet natürlich viel Magie, und Lucys Unterrichtsfächer Wolkenkunde und Lichtschwimmen finde ich total interessant! Besonders Lichtschwimmen würde ich sehr gerne auch einmal ausprobieren! ;)
Es geht auch überall anders magisch zu: die Gegenstände im Zimmer der Direktorin schweben an der Decke, die Tische und Stühle in der Kantine schweben auf Wolken, und der Aufzug zum Wolkenzimmer, das sich hoch oben im Himmel, im Inneren einer Wolke befindet, lässt sich nur auf magische Weise bedienen.
Lucys Klasse bekommt nicht nur eine neue Lehrerin für Wolkenkunde, sondern auch einen siebten Schüler. Alle sind in heller Aufruhr, da nur 6 Kinder je Klasse bleiben dürfen. Doch Elias kommt Lucy eigenartig bekannt vor. Hat sie ihn schonmal gesehen?
In Sinje findet Lucy eine tolle und mutige Freundin.
Es gibt einen spannenden Showdown am Schluss und gegen Ende erfährt man auch endlich, warum die Eltern der Schwestern vor einigen Jahren untertauchen mussten.

Viele schöne schwarz-weiß Illustrationen untermalen das Gelesene; und besonders toll finde ich, dass einige Seiten auf schwarzem Hintergrund gedruckt sind. Die färbige Übersicht aller handelnden Personen im Buchdeckel ist sehr hilfreich.
Nun bin ich auf Band 3 gespannt und ob die Zwillinge endlich ihre Eltern wiedersehen werden.


Fazit:
Magische Fortsetzung über die beiden Zwillingsschwestern in der besonderen Schule mit Schwerpunkt Geschwisterliebe, Freundschaft und Hilfsbereitschaft.

Bewertung vom 20.12.2021
Wagner, Jonas

Böse


sehr gut

ein" idyllisches" Dorf, in dem nichts so ist ist, wie es scheint

Katharina zieht mit ihrer Teenagertochter in das beschauliche Örtchen Hussfeld, weil sie Abstand zu ihrem bisherigen Leben und ihrem Exmann braucht, und sie dort einen neuen Job gefunden hat und sich sicher ist, in Hussfeld ein sicheres und ruhiges Leben führen zu können.
Doch dann verschwindet Fenja eines Tages spurlos und niemand will Katharina glauben, dass Fenja nicht davongelaufen ist.
Ein Alptraum beginnt für Katharina und ein Wettlauf gegen die Zeit - kann sie Fenja finden?


Meine Meinung:
Die Geschichte entwickelt sich zu Beginn nur langsam, in den ersten 100 Seiten lernt man eher nur das kleine Dorf Hussfeld und dessen Einwohner sowie Katharina und ihre Tochter Fenja und deren Leben kennen.
Doch dann steigert sich die Spannung kontinuierlich; man ist entsetzt, wie sich alle in Hussfeld an das "Mantra" halten: dieser Ort ist friedlich, in diesem Ort geschieht nichts Böses; und daher ist die einzige Option, dass Fenja davongelaufen ist. Und sie wird als Flittchen dargestellt, Katharina als Lügnerin.. einfach nur schrecklich, so etwas mitzuerleben - besonders wenn man selbst auch Mutter einer Tochter ist.
In anderen Handlungssträngen lernt man einige Einwohner von Hussfeld kennen, allen voran den Bürgermeister Armin Hutter und dessen Sohn Karl, der von Anfang an auf Fenja steht, und merkt sehr schnell: hier ist nichts so, wie es scheint!
Und immer wieder Einschübe von Fenja in ihrem Gefängnis...

Es ist einfach frustrierend zu verfolgen, wie niemand helfen will - obwohl im Laufe der Zeit immer wieder Teenager verschwunden sind, für die es ähnliche Ausreden wie für Fenja gab. Es ist beängstigend, Fenja und ihren Kampf in ihrem Verlies zu beobachten; und noch schrecklicher, das Verhalten der Einwohner, das oft nicht nachvollziehbar ist; dieses Mauern, und dass niemand Katharina glaubt und niemand helfen will.
Auch wenn für mich recht schnell klar war, wer der eigentliche Bösewicht ist, war es im zweiten Drittel einfach unfassbar fesselnd zu lesen und der Showdown am Schluss war total dramatisch und atemberaubend.


Fazit:
Wenn das Böse unbedingt verhindert werden soll, tun sich menschliche Abgründe auf... Nach kleinen Startschwierigkeiten ein packender Thriller in einer täuschenden Dorfidylle.

Bewertung vom 20.12.2021
Lindemann, Clara

Der schwarze Winter


ausgezeichnet

das Schicksal zweier Schwestern im Hungerwinter 1946/47 in Hamburg unter britischer Besatzung

Hamburg, Winter 1946/47. Die beiden Schwestern Silke und Rosemarie Bensdorf müssen von dem Bauernhof fliehen, auf dem sie als billige Arbeitskräfte untergebracht waren.
Auf ihrer Flucht treffen sie auf Egon Tönnes, der sie trotz Zuzugstopp, den die Briten verhängt haben, nach Hamburg einschleust.
Dort bauen sie sich unter widrigsten Umständen ein neues Leben auf. Doch das ist schwieriger als erwartet, denn sie haben gegen viele Hindernisse zu kämpfen, eine Unterkunft zu finden, Eiseskälte, Lebensmittelknappheit trotz Lebensmittelmarken und der daraus resultierende ständige Hunger.
Als sich Silke mithilfe des Schwarzhändlers Hans Meister sowie des Engländers Alan Wright die Möglichkeit bietet, eine Bar für die Engländer zu betreiben, trifft sie auf rücksichtslose Gegner, die Intrigen spinnen und Verleumdungen anzetteln, um die Frauen aus dem Geschäft zu treiben. Können sie unter diesen widrigen Umständen überleben?


Meine Meinung:
Die Geschichte ist von Anfang an mitreißend und fesselnd geschrieben; gleich im Vorwort liest man eine Szene, die sich später zuträgt, in der Rosemarie ein Mädchen aus dem Heim aus den Händen von Zuhältern befreien will. Somit ist man gleich im Bann der Erzählung.
De fiktive Lebensgeschichte zweier Schwestern, die in historische Tatsachen gebettet ist, ist lebendig und lässt einen mitfiebern und mitfühlen. Die Emotionen kochen immer hoch.
Die damaligen Zustände sind so authentisch und mitreißend beschrieben, sodass man sich mittendrin im Hamburg fühlt.
Die Hungersnot, Lebensmittelknappheit und die Eiseskälte lassen die Bewohner Hamburgs um ihr Leben kämpfen.
Lebensmittel gibt es fast nur noch über den Schwarzmarkt zu beziehen und sind sehr teuer. Und dann gibt es Händler, die die Not der Menschen ausnutzen und vor allem auch keine Frauen im Geschäft haben wollen.
Somit wird ein Stück Nachkriegsgeschichte ausdrucksstark erzählt, man fühlt die Hoffnungslosigkeit der Menschen, spürt aber auch immer wieder einen Funken Hoffnung. Nur die Beklemmung durch die Kälte hätte für mich ein bisschen mehr rüberkommen können, die Kälte wurde zwar öfter erwähnt, dieses Gefühl kam aber nicht so bei mir an.
Als Leser ist man so froh, dass Silke und Rosemarie gute Freunde und Unterstützer in Form von Hans und Alan gefunden haben, auch wenn es für die auch nicht immer leicht ist. Wer der Bösewicht ist, war für mich rasch klar, dennoch war es spannend zu lesen und den Weg und Kampf von Silke und Rosemarie zu verfolgen.
Das ganze Mitzittern lohnt sich, denn am Ende gibt es ein schönes Happy-End :D


Fazit:
Eine mitreißende, fiktive Geschichte im Rahmen von geschichtlichen Fakten. Eine Mischung aus Krimi und Romanze. Einfühlsam und emotional geschrieben, authentische Figuren, sehr bewegend und ergreifend.

Bewertung vom 17.12.2021
Ohlsson, Sara

Fanny und die Liebe


sehr gut

über das erste Verliebtsein und Freundschaft

In diesem Buch geht es um Fanny, die ihre Geschichte munter drauflos in ich-Form erzählt. Dadurch kann man sich noch besser in das Mädchen hineinversetzen. Fannys Gedanken sind manchmal einfach zu witzig!
Die Schreibweise ist leicht verständlich, liebevoll und humorvoll, auch wenn die Geschichte einen ernsten Nachklang hat.
Die große Schrift und kurzen Kapiteln sind auch perfekt für Leseanfänger geeignet.
Und die vielen schwarz-weiß Illustrationen von Jutta Bauer sind wundervoll und untermalen nochmal das Gelesene.

Eines Tages sagt Fannys beste Freundin Ester zu ihr, dass sie in Fanny verliebt ist. Doch Fanny will nicht in Ester verliebt sein, sie will nur ihre beste Freundin sein. Und mit ihr Pferd spielen. Daraufhin wird Ester abweisend.
Was kann Fanny tun, damit Ester sie wieder mag? Sie fragt ihre Mama und Oma um Hilfe, doch dann kommt ihr selbst die beste Idee.

Kinderalltag und -sorgen werden auf humorvolle Weise aufgearbeitet, und außer dem Thema Liebe, Liebeskummer und Eifersucht werden noch andere, für Kinder wichtige Themen angeschnitten: Freundschaft, Familie, Kunst/Basteln, Aufräumen.

Fazit:
Das Thema "Liebe" kindgerecht aus Kindersicht erzählt; und viele andere Dinge aus dem Alltag humorvoll eingearbeitet.