Benutzer
Benutzername: 
MirjS
Wohnort: 
Essen

Bewertungen

Insgesamt 97 Bewertungen
Bewertung vom 09.11.2025
Billy, Gina

Missing in New York


sehr gut

Hier macht Englisch lernen Spaß!

Erst kleine Rätsel lösen zu müssen, um in Erfahrung zu bringen wie es mit der spannenden kleinen Geschichte „Missing in New York“ weitergeht und dabei auch noch auf A2 Niveau Englisch zu lernen, nenne ich mal ein großartiges Konzept, das Gina Billy da in diesem Escape Buch umgesetzt hat.

Wie versprochen, handelt es sich bei diesem Buch wirklich um ein interaktives Leseabenteuer, das hier mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde. Das Layout der Seiten ist nicht nur schön anzuschauen, sondern auch abwechslungsreich. Auf den einzelnen Seiten sind jeweils Vokabelangaben zu finden, zudem gibt es interessante Infokästen (sowohl zur Sprache, als auch zu New York) und jedes Kapitel endet mit einem Rätsel, das es zu lösen gilt, um zum nächsten Kapitel zu finden. Da muss ich allerdings sagen, dass ich das ein oder andere Rätsel recht unlogisch fand und selbst nicht auf die Lösung gekommen wäre. Vielleicht bin ich aber auch einfach kein „Brain“ und konnte die Lösungen dann hinten im Buch nachschlagen, wo sich zudem auch ein sehr umfangreiches Glossar. Schön fand ich auch den Bonusteil, der schon mehr an einen kleinen Reiseführer erinnert und obendrein noch mehr Rätsel inne hat.

Ich hatte mir auch vor diesem Buch schon seit Langem vorgenommen, mein Englisch mal wieder etwas aufzubessern. Wollte meine englischen Bücher lesen, die ich mir extra dafür gekauft habe, doch ist es dann leider jedes Mal an der Umsetzung gescheitert. Dieses Buch hat mir nun jedoch so viel Spaß bereitet, dass ich richtig motiviert bin, danach weiter zu machen und hoffe, dass es zukünftig noch weitere dieser Bücher geben wird. Wobei ich andererseits 12 Euro für ein so dünnes, kleines Buch doch schon ziemlich happig finde.

Fazit: Trotz meiner kleinen Kritikpunkte, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Eine wirklich tolle Idee mit Lernfaktor und auf jeden Fall empfehlenswert!

Bewertung vom 08.11.2025
Hohleiter, Vera

Jenseits der Dinge


ausgezeichnet

Meditation und Wissenschaft

Lässt sich die positive Einflussnahme von Meditation auf das menschliche Gehirn anhand einer Studie mit Messungen der Gehirnaktivität belegen? In „Jenseits der Dinge“ von Vera Hohleiter geht dieser Frage ein ziemlich unausgeglichenes Schweizer Forscherteam nach, indem sie in die Köpfe ihrer Testpersonen - einer Gruppe buddhistischer Mönche - „blicken“, während die Konflikte in den eigenen Köpfen zu eskalieren drohen.

Von Jibong, dem alten koreanischen Mönch einmal ganz abgesehen, sind es auch genau diese „unausgeglichenen“ Mitglieder des Forscherteams, die das Buch so interessant, fesselnd und einzigartig machen. Die einzelnen Charaktere sind wahnsinnig vielschichtig - jeder von ihnen ist durch seine Vergangenheit geprägt, hat sein Päckchen zu tragen und eben genau dadurch seinen „unausgeglichenen“ Charakter entwickelt.

Ich weiß gar nicht so recht, wie ich dieses Buch am Besten beschreiben soll, es ist jedenfalls kein normaler, reißerischer Roman, soviel ist klar. Vielmehr ist es eine - in einen Roman mit interessanter Story verpackte - Anleitung, für die Suche nach mehr Gelassenheit, bei der Meditation eine große Rolle spielt. Durch die Einbringung von fundiertem Fachwissen ist es gleichwohl interessant, wie spannend, verleitet zum Nachdenken und verschafft zudem Aha-Momente, indem Regulierungsmethoden wie selbstverständlich in den Alltag einzelner Protagonisten einfließen. Für mich, die ich diese Techniken für mehr Achtsamkeit und Resilienz zwar wegen meiner Angststörung bereits kenne, aber immer wieder vergesse sie im richtigen Moment einzusetzen, war es ein wirklich toller Reminder und eine Motivation mich mit der Meditation näher auseinanderzusetzen.

Fazit: Ein wirklich tolles, informatives und kluges Buch! Ich konnte für mich jedenfalls sehr viel daraus mitnehmen. Daher kann ich es Interessierten an den Themen Meditation, Achtsamkeit und Resilienz nur wärmstens ans Herz legen.

Bewertung vom 07.11.2025
Schäfer, Stephan

Jetzt gerade ist alles gut


gut

Vom Sammeln kostbarer Momente

Im Hause des Erzählers herrscht eigentlich Vorfreude auf den kurz bevorstehenden Familienurlaub. Dann, ein kleiner, zunächst nicht beachteter, Schnitt in den Finger und plötzlich hängt das Leben des Familienvaters, dank einer Sepsis, am seidenen Faden. Dieses ebenso beängstigende, wie einschneidende Erlebnis, das Stephan Schäfers Erzähler in „Jetzt gerade ist alles gut“ widerfährt, veranlasst ihn nicht nur sein Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und bewusster wahrzunehmen, sondern auch etwas zu verändern.

Der Schreibstil des Buch ist unaufgeregt und doch startet es mit einer spannenden, starken und gut nachfühlbaren Erzählung, in deren Verlauf, intensiv auf die lebensbedrohliche Situation und die einhergehenden Ängste des Erzählers eingegangen wird, in dessen Leben nun ein Wendepunkt stattfindet. Er verinnerlicht, dass ihm ein neues Leben geschenkt wurde. Was darauf folgt, ist eine Sammlung aneinandergereihter, kurzer Geschichten - ein buntes Potpourri kostbarer Momente, bestehend aus Gedanken, Beobachtungen, Erinnerungen und Erlebnissen des Erzählers. Ich kann nicht genau ausmachen woran es liegt, doch konnte mich das Buch trotz seiner Sinnhaftigkeit nicht so richtig erreichen. Vielleicht sind mir die Geschichten einfach zu oberflächlich und flach gehalten, zu wenig in die Tiefe gehend, als das sie es geschafft hätten mich nachhaltig zu berühren.

Fazit: Ich finde das Buch weder schlecht, noch richtig gut. Es ist ein nettes, kurzweiliges Buch, welches sicherlich dem ein oder anderen „Anfänger“ etwas wertvolles vermitteln kann, zum Innehalten motiviert und auch zum Nachdenken anregt. Mir persönlich war es einfach nur irgendwie zu platt.

Bewertung vom 06.11.2025
Pomare, J P

Seventeen Years Later


ausgezeichnet

Grandioser, spannender & wendungsreicher Thriller!

Siebzehn Jahre zuvor wurde Familie Primrose grausam in ihrem Haus ermordet. Für die Tat verurteilt wurde Bill Kareama, der ehemalige, maorische Privatkoch der Familie. Heute, siebzehn Jahre später, möchte True Crime Podcasterin Sloane Abbot den Fall neu aufrollen und begibt sich mit TK, dem ehemaligen Gefängnispsychologen Kareamas - der die Tat bis heute bestreitet - auf eine gefährliche Suche nach neuen Hinweisen.

Selten hat mich ein Autor, fast ein gesamtes Buch lang, immer wieder auf falsche Fährten schicken können und mich permanent falsche Schlussfolgerungen ziehen lassen, so wie es der neuseeländische Thriller-Autor J.P. Pomare in „Seventeen years later“ zustande gebracht hat. Von der ersten bis zur letzten Seite herrscht neben der Spannung, Rätselraten und eine gewisse Verunsicherung. Hinzu kommen die vielschichtig geschaffenen Protagonisten, die alle auf ihre Art sympathisch sind, authentisch und sehr überzeugend rüberkommen.

Dabei wird der Fall „Kareama“ aus drei Perspektiven neu aufgerollt - auf der einen Seite erzählt Bill seine Geschichte, auf der anderen Seite der Gefängnispsychologe TK, der sich jahrelang an Bills Seite für dessen Berufung eingesetzt, sich dann aber von ihm distanziert hat und dann wären da noch Sloan Abbot und ihr Podcast-Team, die bereits neue Beweise ausfindig machen konnten. Jede Seite für sich stellt Theorien auf und legt den anderen gegenüber zunächst Skepsis an den Tag, bevor sie schließlich doch alle an einem Strang ziehen. Neben den ganzen Wendungen und Scharaden haben mir auch die eingebrachten gesellschaftlichen Themen, wie die der gesellschaftlichen Klassen, auch in Anbetracht der kolonialen Geschichte Neuseelands, und des verdeckten Rassismus sehr gut gefallen, da diese den ganzen Thriller Weg von Oberflächlichkeiten getragen haben.

Fazit: Ich bin rundum begeistert! Für mich ein absolut grandioser Thriller, den ich kaum aus der Hand legen konnte. J.P. Polare werde ich definitiv im Auge behalten und hoffe zutiefst, dass dies nicht sein letzter, auch in Deutschland veröffentlichter, Thriller bleiben wird.

Bewertung vom 06.11.2025
Waldl, Michaela

Meine zauberhafte Dekowelt


ausgezeichnet

Zauberhafte Ideen für Deko, Natur und Blumenliebhaber!

Auf Social Media teilt Michaela Waldl bereits seit Langem ihre ebenso liebevollen, wie kreativen DIY und Floristik-Deko-Ideen mit ihren Followern. Nun hat sie mit „Meine zauberhafte Dekowelt“ auch ihr erstes Buch veröffentlicht.

Prima, dachte ich mir, das ist genau das richtige Geschenk für meine, nicht so Social Media firme, Mutter… naja und für mich, da ich dank der vielen tollen und einladenden Bilder einfach nicht anders konnte, als es vorab gründlich auf seine Qualitäten zu prüfen ;-)

Im Buch werden nicht nur kreative Ideen für den Innen- und Außenbereich - aus allerlei leicht zu beschaffenden Naturmaterialien - vorgestellt, sondern ebenso nützliche Anleitungen und Tipps gegeben. Zudem werden für DIY Einsteiger auch die verwendeten Werkzeuge erklärt und darauf verwiesen, woher man die Materialien denn nun am Besten bekommt. Für jede Jahreszeit ist etwas dabei - mit dem Buch ist man also rundum gut aufgestellt und motiviert direkt loszulegen. Besonders gut haben mir die Upcycling-Ideen gefallen, da es wohl kaum jemanden gibt, der im Keller keine alten Schätzchen rumstehen hat, die zwar nutzlos sind, von denen er sich aber dennoch nicht trennen mag. Auch die kreativen Vorschläge zum Arbeiten mit Holz fand ich sehr inspirierend. Auf jeder einzelnen Seite ist Michaela Waldls Liebe zur Natur, zu den Blumen und Pflanzen, sowie deren phantasievollen Inszenierung, in Wort und Bild, einfach spürbar und präsent.

Fazit: Ein wirklich wundervolles, buntes, lohnenswertes Buch mit allerlei kreativen Ideen und Anregungen, die nicht nur schön anzuschauen sind, sondern auch Lust darauf machen selbst loszulegen. Und die begeisterte Rückmeldung meiner Mutter kam nun auch schon :-)

Bewertung vom 01.11.2025
Clegg, Brian

Durchblick Künstliche Intelligenz


sehr gut

Informativ, interessant, übersichtlich!

KI (Künstliche Intelligenz), insbesondere ChatGPT, ist mittlerweile in aller Munde. Doch wie funktioniert sie eigentlich, woher kommt sie und in welche Richtung wird sie gehen? Diesen und noch vielen anderen Fragen widmet sich „Künstliche Intelligenz“ von Brian Clegg in der Reihe „Durchblick“ aus dem KOSMOS Verlag.

Und das - genau wie angekündigt - leicht verständlich, einfach erklärt und mit vielen tollen, zum Thema passenden und selbsterklärenden, Illustrationen versehen. Ich bin ein sehr optisch versierter Mensch, weshalb das Buch auch überhaupt erst meine Aufmerksamkeit erregt hat. Die Aufmachung ist nicht nur optisch attraktiv, sondern ebenso klar strukturiert und dank Inhaltsverzeichnis sehr übersichtlich, so dass man sich auch einzelne Themen leicht für sich rauspicken kann. Die einzelnen Kapitel sind logisch aufgebaut und reichen von den Anfängen der KI, über die einzelnen KI Beteiche, bis hin zum heutigen Fortschritt. In den Kapiteln werden mehrere Fragen - jeweils auf einer Seite plus einer illustrierten Seite pro Frage - zum Thema beantwortet. Auch diese Art der Wissensvermittlung in kleinen, nicht gleich überfordernden Häppchen, hat mir sehr gut gefallen. Allerdings fand ich, dass sich einiges mehr oder minder wiederholt hat, deshalb auch nur vier Sterne.

Fazit: Was Sachbücher angeht, bin ich grundsätzlich ein großer Fan von Büchern aus dem KOSMOS Verlag. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht, denn „Durchblick Künstliche Intelligenz“ war für mich zum grundsätzlichen Verständnis und Einstieg in die Hintergründe der KI überaus interessant und informativ. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der etwas mehr über KI wissen möchte, ohne aber tiefer in das Thema einzusteigen.

Bewertung vom 01.11.2025
Huth, Peter

Aufsteiger


gut

Zeitgemäßer Gesellschaftsroman

Felix Licht hat nur einen Traum - nach jahrelanger harter Arbeit möchte er endlich den Posten des Chefredakteurs antreten. Doch dann, kurz vor dem langersehnten Höhepunkt seiner Karriere kommt alles anders, die Wahl für den Posten fällt auf eine Frau. Eine ganz besondere Frau. Bis auf die Grundmauern erschüttert, sind nicht nur seine besten Jahre seiner Karriere zum Opfer gefallen, sondern ebenso seine Ehe und echte Freundschaften.

Mit „Aufsteiger“ ist Peter Huth eine sehr pointierte und vielumfassende Gesellschaftskritik in unterhaltsamer Romanform gelungen. Einmal mehr führt er uns, unsere skrupellose Welt vor Augen, wobei er sich hauptsächlich auf das Medien - und Verlagswesen bezieht. Dabei greift er u.a. Themen wie Feminismus, Cancel Culture, Transsexualität, Rechts - Links Positionen, Klimakleber, Diskriminierung auf, was für meinen Geschmack etwas viel auf einmal war. Sein Schreibstil ist vielgestaltig, ironisch und lebendig, wobei die von ihm gezeichneten Akteure eher klischeebehaftet dargestellt sind und mir nicht ans Herz wachsen konnten. In Sachen Spannung beinhaltet die Story interessante Plot-Twists und hält sich eigentlich durchweg konstant, wobei sich die Ereignisse zum Ende hin dann extrem überschlagen und mir etwas zu dramatisch und überspitzt waren.

Fazit: Alles in Allem ein empfehlenswerter, unterhaltsamer und zudem absolut zeitgemäßer Gesellschaftsroman, der mich zwar nicht vollends packen konnte, jedoch einen interessanten Einblick in die Verlags- und Medienbranche verleiht, zum Nachdenken anregt und Fragen aufwirft.

Bewertung vom 29.10.2025
Bähr, Julia

Hustle


sehr gut

Sozialkritisch, humorvoll, spritzig!

Was, wenn Du nach Deinen eigenen Moralvorstellungen handelst und in einer teuren Stadt wie München das Geld einfach nicht reicht? Als Leonie sich mit drei Münchner Frauen anfreundet, hat sie sehr schnell die passende Antwort und ein unkonventionelles Geschäftsmodell gefunden, doch mit dem Geld kommen auch die ersten Zweifel.

Zwar hatte ich schon viel positives gehört, trotzdem war ich beim Lesen des Klappentextes dann doch eher skeptisch und habe mit einer ziemlich oberflächlichen Story gerechnet, die da so vor sich hin plätschert. Zu Unrecht, denn mit ihrem Roman „Hustle“ ist Julia Bähr wirklich eine clevere, unterhaltsame Mischung aus Humor und Tiefgang geglückt, in der sie sich wortwitzig u.a. mit sozialkritischen Themen wie Moral, Konsum und Kapitalismus auseinandersetzt. Dabei ist ihr Schreibstil modern und lebendig, teils witzig und direkt, aber auf jeden Fall tiefgründig und auf den Punkt gebracht, so dass es beim Lesen keinesfalls langweilig wird. Zudem sind die Charaktere des Buches allesamt sehr authentisch und glaubhaft dargestellt. Ebenso wie Hauptprotagonistin Leonie, die auf mich nicht nur frech, sondern ebenso „echt“ wirkte. Trotz ihrer moralisch zweifelsohne sehr fragwürdigen Aktionen kam sie mir nicht verkorkst vor, vielmehr konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen und fand sie äußerst kreativ. Jedenfalls hatte ich sie - nicht zuletzt ihres Haferflocken fressenden Schleimpilzes wegen - sehr schnell in mein Herz geschlossen :-)

Fazit: Ein sehr angenehm zu lesendes, ebenso kluges wie kurzweiliges Buch mit Witz und Charme. Das Lesen lohnt sich auf alle Fälle!

Bewertung vom 28.10.2025
Marie, I. V.

Immortal Consequences / Blackwood-Academy-Trials Bd.1


weniger gut

Für mich zu wirr und zickig um überhaupt hineinzufinden

Um verlorene Seelen auf die andere Seite zu geleiten, ist Wren nach ihrem Tod an der Blackwood Academy gelandet, in einer Welt zwischen Leben und Tod um dort ihren „Ewigen Pflichten“ nachzukommen. Um diesem Schicksal zu entfliehen gibt es nur eine Chance - sie muss sich für den magischen Wettkampf, der nur alle zehn Jahre stattfindet, nominieren und sie muss die vier Prüfungen bestehen. Doch mit diesem Wunsch und Vorsatz ist sie an der Academy natürlich nicht allein und die Regeln haben sich geändert…

Welch eine spannende Idee für einen Fantasyroman! Ein vielversprechender Klappentext und ein traumhaftes Cover samt Farbschnitt. Und dann das. Ich muss sagen, es kommt bei mir wirklich mehr als selten vor, dass ich ein Buch mal komplett abbreche. Doch habe ich bei Band 1 der Immortal Consequences Dilogie von I.V. Marie - für mich - wirklich keinen Anreiz gefunden weiterzulesen. Ich habe mich wirklich bemüht, es mehrmals probiert, doch habe ich einfach nicht in die unstrukturierte Story hineinfinden können und war jedes Mal einfach nur von den Protagonisten genervt. Bei Seite 140 habe ich es dann schließlich aufgegeben und abgebrochen. Zum Einen, weil das ganze, komplexe Magiesystem und auch die -welt nur häppchenweise und sehr schleppend erklärt werden, ich mir also auf vieles keinen Reim machen und nicht folgen konnte - ich verstehe halt ganz gerne Zusammenhänge und worum es im Ganzen geht. Zum Anderen, wird die Geschichte aus insgesamt 6 Perspektiven erzählt, die, gefühlt einfach nur nacheinander oberflächlich angerissen und abgearbeitet werden. Dadurch fehlten mir einfach sämtliche Hintergründe und auch die Tiefe. So konnte ich mich in keinen der Protagonisten auch nur ansatzweise hineinversetzen und fand sie obendrein auch noch durchweg - alle - ziemlich unsympathisch, ja fast schon abstoßend. Irgendwie hatte ich aufgrund des interessanten Klappentextes etwas anderes erwartet, so z.B. dass auch die Geleitung der Seelen aus der Zwischenwelt beschrieben und einzelne verfolgt werden, um überhaupt ein Gefühl für diese frustrierende, düstere Arbeit zu bekommen. Doch bis Seite 140 gab es für mich irgendwie nur Gezicke, erzwungenes Geplänkel, Arroganz und sich gegenseitig zugefügte Verletzungen, die sowieso wieder von alleine heilen. Für meinen Geschmack alles ziemlich verwirrend, unstrukturiert, nichts sagend und oberflächlich.

Fazit: Von dem was ich gelesen habe bin ich ziemlich enttäuscht. Ich habe in der letzten Zeit so viele gute Bücher gelesen, dass mir meine Zeit einfach echt zu schade war, um mich bis zum Schluss weiter von Kapitel zu Kapitel zu quälen ohne in die Geschichte hineinfinden oder sie wirklich nachvollziehen zu können, ohne Sympathie. Vielleicht habe ich etwas verpasst, vielleicht wurde es besser, ich kann nur das beurteilen was ich gelesen habe und das hat mich nicht gefesselt oder gefallen. Allerdings tue ich mich immer schwer damit, die harte Arbeit von Autoren schlecht zu bewerten oder beurteilen - schließlich ist alles nur eine Frage des individuellen Geschmacks - daher gibt von mir für die wunderschöne Buchgestaltung und die echt interessante Idee zumindest zwei Sterne.

Bewertung vom 25.10.2025
Schreiber, Jasmin

Da, wo ich dich sehen kann


ausgezeichnet

Schwarze Löcher

Emma wird im Rahmen häuslicher Gewalt von ihrem Ehemann brutal ermordet. Sie hinterlässt ihre neunjährige Tochter Maja, die sie morgens erdrosselt auffindet, sowie ihre fassungslosen Eltern und ihre beste Freundin Liv. Emma hinterlässt ein schwarzes Loch. Für Maja, die von heute auf morgen aus ihrem Leben gerissen wird und sich für das Geschehen die Schuld gibt, aber auch für alle Anderen, denn „wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt.“

Jasmin Schreibers neuer Roman „Da, wo ich dich sehen kann“ ist sicherlich keine leichte Kost, behandelt er doch das wichtige Thema der extremen, geschlechtsspezifischen Gewalt gegenüber Frauen, der sogenannten Femizide. Dabei lenkt die Autorin den Blick - durch verschiedene Erzählperspektiven - sowohl auf das Opfer, als auch auf die Fassungslosigkeit, Trauer und den Verlust der Hinterbliebenen und macht ebenso aufkommende Schuldgefühle, sowie strukturelles Versagen zum Thema. Beeindruckend finde ich, wie sie das Ganze dann als Naturwissenschaftlerin auch noch gekonnt mit dem Thema der Astrophysik verbindet und obendrein noch wissenschaftliche Fakten vermittelt, was ihren Roman für mich nicht nur hochinteressant, sondern auch wieder zu etwas ganz Besonderem macht.

Ich mag Jasmin Schreibers wort- und bildgewaltigen, eindringlichen Schreibstil einfach unheimlich gerne. Das was und wie sie schreibt ist authentisch, nachvollziehbar und gleichzeitig wahnsinnig ergreifend. Zwar hatte es nichts mit häuslicher Gewalt zu tun, doch habe auch ich meine beste Freundin vor ein paar Jahren durch Suizid verloren und konnte mich in den Beschreibungen und ganz besonders in diesem Satz zu einhundert Prozent wiederfinden: „Menschen hinterlassen mehr als Erinnerungen, sie hinterlassen Schwarze Löcher.“

Fazit: Dieses Buch ist gleichermaßen unterhaltsam, wie wichtig, informativ und bedeutsam. Es hat mich nachhaltig überaus bewegt, nachdenklich gestimmt und gehört auf jeden Fall zu meinem diesjährigen Lesehighlight!