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Benutzername: 
weinlachgummi
Wohnort: 
Leipzig

Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 05.01.2023
How do I tell them I love them?
Callender, Kacen

How do I tell them I love them?


gut

"Manche Menschen dürfen auf dieser Welt Raum einnehmen, während von anderen erwartet wird, dass sie verschwinden. "

Lark möchte Autor*in werden, doch dey bekommt nur Absagen, so konzentriert sich Lark mehr auf Twitter, dort hat dey schon eine beachtliche Anzahl an Followern, doch die magische Grenze von 50.000 ist noch nicht geknackt. Ab 50.000 Followern soll es nämlich viel leichter sein, einen Buchvertrag zu bekommen. Doch dann geht einer von Larks Tweets über unerwiderte Liebe Viral, der gar nicht von Lark ist.

Das Buch beinhaltet so viele Themen, dass man sich zuweilen davon etwas erschlagen fühlt. So sollte man sich Zeitnehmen beim Lesen, sodass man auch sein eigenes Verhalten und Denken reflektieren kann. Es geht zwar sehr viel um Gefühle, aber die reine Lovestory ist eher kurz und wirkte für mich gegen Ende gehetzt bzw. in Bezug auf eine Person zu schnell abgehandelt.

Themen wie Adultismus, Ableismus, Mobbing, Rassismus, Neurodiversität, Depressionen, Diskriminierung, Gaslighting und noch einige mehr werden angeschnitten und zum Teil aber zu kurz behandelt finde ich. Hetze im Internet ist auch noch ein zentrales Thema. Allgemein geht es viel um Twitter und soziale Medien.

Mich konnte die Geschichte leider nicht abholen. Ich wurde mit Lark nicht warm, dey hat eine besondere Einstellung, die mir manchmal zu viel war, so redet dey oft von Liebe, wie überall liebe ist und jeder jeden liebt und wir alle aus Liebe bestehen. Das mit dem Lügen und dem unreflektierten Verhalten hat es auch nicht besser gemacht. Trotzdem würde ich das Buch empfehlen, wenn man sich mit vielen wichtigen und ernsten Themen auseinandersetzen möchte, die viel öfters in Büchern vorkommen sollten. Wer aber eine lockere Liebesgeschichte möchte, sollte die Hände von dem Buch lassen.

Bewertung vom 22.12.2022
Anatomy
Schwartz, Dana

Anatomy


ausgezeichnet

Tote beißen nicht.
Sie tun dir gar nichts.
Es sind die Lebenden, die einem wehtun.

Hazel hat das Pech, in eine Zeit geboren worden zu sein, die noch nicht bereit für sie ist. Eine junge Frau, die sich für Anatomie interessiert, Ärztin und Chirurgin werden möchte, unvorstellbar. Doch das Schicksal meinte es auch gut mit ihr, so wird sie in eine reiche Familie geboren und hat dadurch einige Möglichkeiten.

Die Geschichte spielt in Edinburgh 1817 und die Autorin hat das Zeitgefühl Richtung gut eingefangen. Ich fühlte mich in diese Zeit versetzt. Und konnte mich auch gut in Hazel hineinversetzen. Sie ist sehr neugierig und klug, möchte unbedingt lernen und Menschen helfen, doch ihr Geschlecht steht ihr im Weg. Die Nebencharaktere waren auch gut dargestellt, sodass ein schönes Kopfkino entstand, da alles realistisch und authentisch wirkte.

Zu Beginn nimmt sich die Autorin viel Zeit alles zu beschreiben und man lernt Hazel richtig gut kennen. In manchen Kapiteln begleitet man auch Jack, er bleibt aber eher ein bisschen undurchsichtig. So ist der Kontrast groß, als gegen Ende dann alles sehr schnell passiert. Hier hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht. Es wird nämlich auf den letzten Seiten richtig spannend.

Spannend fand ich aber auch den Anfang der Geschichte, wenn man noch nicht genau weiß, wo sie einen hinführen möchte. Allgemein empfand ich den Schreibstil der Autorin als sehr angenehm, so habe ich das Buch innerhalb von 2 Tagen verschlungen.

Fazit:

Ein spannender Auftakt, der mit kleinen Thriller-Elementen, einer zarten Romance und einer Brise übernatürlichem daherkommt. Spannend und flüssig geschrieben, habe ich das Buch durchgesuchtet. Das Anatomie-Thema ist ungewöhnlich und vortrefflich eingebracht. Für mich eine echte Überraschung.

5/5 Sternen

Bewertung vom 20.11.2022
Lightlark Bd.1
Aster, Alex

Lightlark Bd.1


ausgezeichnet

Zuerst das positive, das Buch ist echt schön. Und die Plot Idee hat sich super angehört. Ein Jahrhunderte alter Fluch, ein Wettkampf auf Leben und Tod, ja da kommen Panem Vibes hoch. Aber Stopp, geht überhaupt nicht in eine Panem Richtung. Es gab auch einige gute Ideen, in meinen Augen. Aber an der Umsetzung scheiterte es oft. Manches erschien einfach nicht logisch, nicht zu Ende gedacht. Mir fehlte hier und dort eine Begründung bzw. Hintergrund wissen, damit es runder wird und somit auch nachvollziehbar. Manche Charaktere haben besondere Fähigkeiten z.B. Lügen zu erkennen, was echt praktisch ist, würde diese Fähigkeit nicht nur in der Story auftauchen, wenn es gerade passt und ansonsten in Vergessenheit geraten.

Die Charaktere sind absolut okay, nicht mehr, nicht weniger. Ich konnte zu niemanden eine engere Beziehung aufbauen und unsere Protagonistin Isla nervte mich manchmal mit ihrer Art. Dazu muss ich auch sagen, dass es mir wohl sehr geholfen hätte, wenn das Buch aus der Ich Perspektive erzählt hätte. So wirkte es auf mich distanziert. Ich habe mich außen vor gelassen gefühlt.

Die Lovestory hat mich auch kaltgelassen. Wer auf Dreiecksgeschichten steht, wird hier seine Freude haben. Grüße gehen raus an das Reich der Sieben Höfe, an welches ich mich öfters erinnert gefühlt habe, was die Love Interest und die Lovestory angeht.

Auf eine gewisse Art hat mich das Buch ab der Hälfte dann doch gepackt und ich wollte wissen, was noch passiert und die Geschichte endet. Ich werde nicht spoilern, aber gegen Ende wird echt viel enthüllt, was auf mich etwas konstruiert wirkte.

Fazit:
Vielleicht bin ich einfach zu alt für dieses Buch. Ich kann nicht abstreiten, dass das Buch einen gewissen Reiz hat und ich es trotz allem weiter lesen wollte und ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Aber so viele Ungereimtheiten in einem Buch hatte ich selten.
3/5 ⭐

Bewertung vom 08.11.2022
Book of Night
Black, Holly

Book of Night


ausgezeichnet

Holly Black steht auf der Liste der Autor:innen, deren Bücher ich blind kaufe. Und ich war sehr gespannt auf Book of Night, da es einer erwachsenen Leserschaft zugeordnet wird. Hier eine kurze Anmerkung, ich denke, die Geschichte wäre auch was für ältere Teenager.

Charlie ist taff, sie schlägt sich mit Diebstählen und Trickbetrügerei durchs Leben. Ich mochte sie sehr, sie hat ihre Schwächen und Stärken und diese Menschlichkeit macht sie sympathisch. Vince war mir auch sympathisch, er ist eher mysteriös, man weiß nicht so recht was man von ihm halten soll, doch möchte man ihn für seine Art einfach gerne haben. Posey hingegen, die kleine Schwester von Charlie hat mich einige Nerven gekostet.

Die Geschichte konnte mich nicht dauerhaft fesseln, manchmal verlor sie mich etwas. Ich habe die Schattenmagie, mit all den von Holly kreierten Begrifflichkeiten nicht zu 100 % verstanden und mir fiel es etwas schwer da durchzublicken. Doch gerade als ich dachte, puuhh, was habe ich da gerade nochmal gelesen? Kam der BÄM und ich war so geflasht von der Geschichte. Holly hat mich mal wieder überrascht, habs echt nicht kommen sehen. Und das Ende ist genau in ihrem Stil. Kann ich bitte Band 2 haben, jetzt.

Die Idee wie die Schattenmagie funktioniert bzw. der ganze Hintergrund fand ich sehr interessant und war für mich ein neues Konzept. Wobei ich sagen muss, dass es eine tolle Mischung war aus, Magie, Charakterentwicklung bzw. Begleitung, dezenter Lovestory und ein bisschen Crime. Denn Charlie muss ein paar Dinge herausfinden, um ihren Hals zu retten. Wer mich kennt weiß, dass Lovestory bei mir keinen so guten Stand haben, aber diese hier, Daumen hoch.

Fazit:
Kleine Schwächen im Spannungsboden, dafür eine überraschende Wendung und ein Ende, welches nach mehr verlangt. Tolle Protagonistin und eine schön dezente Lovestory. Die Schattenmagie war interessant und für mich innovativ. Von mir definitiv eine Empfehlung.
4,5/5

Bewertung vom 28.10.2022
Nordlicht 01
Falch, Malin

Nordlicht 01


ausgezeichnet

Peter Pan, angesiedelt in der Mythenwelt Norwegens

Der Teaser mit Peter Pan und nordische Mythologie hat mein Interesse sofort geweckt, genauso wie das schöne Cover. Der Zeichenstil ist, wie auf dem Cover schon zuerkennen, eher in Richtung Zeichentrickfilm gehalten. Da kamen Disney Vibes bei mir hoch. Sich die vielen farbigen Illustrationen anzusehen ist ein Genuss. Sehr schöne, kräftige Farben wurden verwendet. Texte gibt es tendenziell eher weniger, so kommen einige Panels ganz ohne Text aus.

Der Comic ist ab 11 Jahren und ich denke, das passt für die Geschichte, sie ist vielleicht für deutlich jüngere Leser*innen etwas unheimlich und die Textfelder sind doch relativ klein. Peter Pan Gefühle kamen beim Lesen eindeutig auf. Wir begleiten Sonja zu einer Truppe Trollkinder, die einen schon sehr stark an die verlorenen Jungs erinnern. Die Geschichte tut, was sie soll, sie entführt einen in eine magische Welt. Sonja ist dabei eine sympathische Protagonistin und Espen bleibt noch etwas blass. Etwas komisch fand ich es, wie bereitwillig Sonja mit Espen mitgeht und dabei keinen Gedanken an ihre Familie oder an ihr geliebtes Pferd verschwendet und auch im Verlauf nicht.

Fazit:
4/5 Sternen
Nicht nur für junge Leser*innen, die Peter Pan und nordische Mythologie mögen.
Tolle Zeichnungen gepaart mit einer Geschichte, die unterhält, für mich aber mit etwas mehr Tiefe aufwarten dürfte.

Bewertung vom 18.11.2021
Schwarzes Herz
Kuhnke, Jasmina

Schwarzes Herz


ausgezeichnet

Als ich schwarzes Herz das erste Mal gesehen habe, hat mich die Geschichte gleich angesprochen. Zunächst war ich mir unsicher, ob es sich hier um eine autobiografische Geschichte handelt, was ich vermutlich noch interessanter gefunden hätte. Doch so wie ich es verstanden habe, schildert die Autorin durchaus wahre Begebenheiten, die zum Teil hier oder anderen Menschen aus der PoV Community passiert sind. Nur eben nicht einer einzelnen Person in diesem Ausmaß bzw. genau so.

Hier wird eine bewegende und bedrückende Geschichte erzählt, es geht um Rassismus und häusliche Gewalt. Die Protagonistin erzählt aus ihrem Leben, so ist das Buch nicht linear aufgebaut, sondern wir schwenken immer wieder in die Vergangenheit. Besonders die Szenen aus der Vergangenheit haben mich berührt und auch wütend gemacht. Wie dieses kleine Mädchen, dass sich nicht mal richtig darüber bewusst ist, was überhaupt das Problem der anderen ist, immer wieder mit Rassismus konfrontiert wird.

Leichter wurde es aber auch nicht in ihrem Erwachsenenleben. Denn sie ist an den falschen Mann geraten. Hier finde ich es besonders gelungen, wie der innere Twist dargestellt wurde. Es sagt sich so leicht, wenn mein Mann mich schlägt etc. dann verlasse ich ihn, so was würde ich nicht mit mir machen lassen usw. Und es ist auch leicht, der Frau die Schuld zu geben, sie lässt es ja mit sich machen, könnte ihn einfach verlassen. Hier wird realistisch aufgezeigt, wie schwer so etwas fallen kann. Und wie auch eine augenscheinlich starke Frau in einer so toxischen Beziehung landen und auch bleiben kann.

Zu sagen, dass lesen des Buches hat Spaß gemacht wäre falsch. Ich fand das Buch bereichernd und authentisch, sowie berührend.