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Leseigel
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Villingen

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Insgesamt 1135 Bewertungen
Bewertung vom 11.11.2025
Pfister, Astrid

Das Verhör Ein psychologischer Kriminalroman (eBook, ePUB)


gut

Ein Bankraub und ein Täter ohne Motiv
Der Titel des Buches und die Inhaltsangabe haben mich dazu gebracht, den Krimi zu lesen. Ich liebe das Katz- und Mausspiel zwischen Ermittler und Täter . Hier war es dann aber ganz anders und ich dadurch eher enttäuscht.

Lehmann ist der Verhörspezialist bei der Kripo. Er brennt für seinen Beruf und stellt ihn allzu oft über sein Privatleben. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an sein Können . Zu meinem Erstaunen und wachsenden Ärger fand ich Lehmann einfach nur schlecht. Ständig hat er Szenarien aufgrund seiner eigenen Vorstellungswelt im Kopf entworfen und dem Täter und möglichen Zeugen nicht wirklich zugehört. Man muss ihm zugute halten, dass es Probleme in seinem Privatleben gibt, die seine rationale Sichtweise trüben.

Was für den Krimi spricht, es deutet sich eine echte Tragödie hinter dem Bankraub ab. Es sind viele Emotionen im Spiel. Aber auch hier fand ich das Szenario eher übertrieben und nicht wirklich überzeugend , genauso wie das Ende.

Bewertung vom 09.11.2025
Koppel, Benjamin

Großmutters Geheimnis


gut

Familiengeschichte gestern und heute
Meine Meinung zum Buch ist zweigeteilt wie der Roman selbst. Es gibt zwei eigenständige Erzählstränge, die nebeneinander herlaufen.

Für mich ein Grund der Freude und der Teil, der mich gefesselt, berührt und gut unterhalten hat, ist die Lebensgeschichte von Ruth, die Großmutter von Alexander, der die Hauptrolle in der Gegenwart innehat. Ruth ist Jüdin und lebte zur Zeit des Nationalsozialismus in Dänemark. Sie war eine begnadete Sängerin. Doch eine Karriere war ihr durch die politischen Umstände verwehrt. Sie wird nach Theresienstadt deportiert und schildert die erschütternden, unmenschlichen Bedingungen dort. Sie überlebt das Lager , bekommt eine Tochter, Alexanders Mutter und emigriert zusammen mit ihrem Mann, aber ohne Tochter, nach Amerika. Die Schilderungen des Lagers waren sehr eindrücklich und kaum auszuhalten. Was mir sehr gut gefallen hat, obwohl ich keine so engen Bezug zur Musik habe, waren die Beschreibungen, wie Ruth Musik empfindet und was sie für sie bedeutet.

Die Handlung in der Gegenwart hat mich zu Beginn interessiert, aber dann immer wütender gemacht. Alexander lebt zusammen mit seiner langjährigen Partnerin Gry in Dänemark. Sie wünscht sich ein Kind, konnte aber wegen medizinischen Problemen bei Alexander nicht auf natürlichem Weg schwanger werden. Nun versuchen sie es mit medizinischer Hilfe, was sehr ausführlich thematisiert wird. Alexander war mir unsympathisch. Er ist Musiker, aber mit seinem Broterwerb in einer Fernsehband unglücklich. Er möchte selbst komponieren. Er konsumiert Drogen, Alkohol und versinkt in Selbstmitleid. Schuld gibt er dafür auch seiner Mutter, die ihn nie geliebt habe. Der Autor bietet ererbte Traumata als Erklärung für Alexander Verhalten an. Das hat mich nicht wirklich überzeugt. Auch Gry blieb mir fremd, da sich bei ihr alles um ihren unerfüllten Kinderwunsch dreht.

Das Ende ist fast schon kitschig und konnte mich nicht für sich einnehmen. Wäre nicht Ruths aufwühlende Erzählstrang gewesen, hätte ich das Buch vermutlich nicht zu Ende gelesen.

Bewertung vom 07.11.2025
Menzel, Marlene

Inselrennen auf Spiekeroog. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)


sehr gut

Tödliches Kutschenrennen
Erneut darf ich mit den beiden liebenswerten Inselkommissare Anke und Reik auf Tätersuche gehen. Anke besucht zusammen mit ihrem Freund, dem Inselarzt Klaas, das jährliche Kutschenrennen. Da fällt ihr der neue Fall quasi vor die Füße. Matthes, Pferdestallbesitzer und Teilnehmer am Rennen, fällt tot von der Kutsche. Klaas und Anke kümmern sich sofort um den Toten. Das Ganze ist mehr als rätselhaft. Das Opfer hatte eine Kopfwunde, deren Ursprung unklar ist. Vielleicht doch ein Unfall. Anke und Reik vernehmen trotzdem mögliche Zeugen. Der Pferdehof ist hochverschuldet . Es gibt Gerüchte von Tierquälerei. Oder hat ein Konkurrent Matthes aus dem Weg geräumt, um billig an den Hof zu kommen ? Oder war es der Bruder ? Oder vielleicht die enge Bekannte ?

Am Ende wird es dann richtig dramatisch. Reik gerät in große Gefahr. Mich hat der Krimi mal wieder gut unterhalten. Es sind einfach Wohlfühlkrimis mit ordentlich Lokalkolorit. Nur dieses Mal fand ich die Lösung nicht ganz rund, obwohl die Gerechtigkeit siegt.

Bewertung vom 06.11.2025
Ernst, Matthias

Die Professorin - Die letzte Erinnerung Ein spannender Psychothriller (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Eine Kommissarin, eine Psychologin - ungewöhnlich und spannend
An diesem Krimi ist alles ungewöhnlich und nichts ist , wie es scheint . Schon der Einstieg hat mich ratlos und sehr neugierig gemacht. Abwechselnd erzählen die Kommissarin Olivia und die Neuropsychologin Susanna , was gerade in ihrem Umfeld geschieht,. Susanna wird bei einem Patienten durch einen ehemaligen , uns beiden unsympathischen Studienkollegen und sein Medium ausgebootet. Olivia kümmert sich um eine unbekannte Frau, die verletzt aus der Themse gezogen wurde und seitdem im Koma liegt. Überschattet werden diese Ereignisse durch die Entführung der Tochter der Oppositionsführerin. Wie passt das alles zusammen ? Erste Verbindungen entstehen, als Olivia und Susanna zusammenarbeiten, um die Identität der verletzten Frau zu klären und das Medium der Scharlatanerie zu überführen, das nun behauptet, auch die entführte Politikertochter finden zu können.

Es liest sich unglaublich spannend., die beiden Frauen auf Spurensuche zu begleiten. Die Ergebnisse passen nicht zusammen, bis die beiden das Undenkbare in Betracht ziehen. Die Auflösung war super gemacht und hat noch einigen Nervenkitzel und Überraschungen im Gepäck gehabt. Das Motiv für die ganzen Verbrechen war im Grunde unsäglich banal und hat dadurch meine Fassungslosigkeit noch gesteigert. Für mich war die Geschichte ein unterhaltsamer, überzeugender Thriller mit hohem Spannungsfaktor.

Bewertung vom 02.11.2025
Breidenbach, Ursi

Christmas Cake und Glitzerschnee


ausgezeichnet

Eine wunderschöne, gefühlvolle Liebesgeschichte
Jenny ist ein echter Grinch. Für sie ist Weihnachten Konsumterror, Resourcenverschwendung und einfach überflüssig. Also treffen zwei Welten aufeinander , als sie Mitte Dezember beruflich nach Edinburgh muss und dort Callum kennenlernt. Callum ist ihr Stiefcousin und sie macht seine Bekanntschaft bei ihrer Großmutter Ingrid, die sie zum ersten Mal trifft. Ingrid hat vor ihrer Geburt ihren Sohn, Jennys Vater, verlassen und dieser lehnt seit diesem Ereignis jeden Kontakt voller Groll ab. Nun gerät Jenny immer mehr in einen Zwiespalt, denn sie findet ihre gerade gefundene Großmutter und deren Familie sehr sympathisch . Und Callum, der sie für Weihnachten begeistern will, bereitet ihr Herzklopfen.

Das Buch hat mich verzaubert. Die Autorin schafft Wohlfühlsituationen, in denen man immer mehr in die festliche Stimmung von Weihnachten eintaucht. Auch weil sie deutlich macht, wofür Weihnachten steht . Familie, Heimat, Geborgenheit und Liebe.

Jenny war mir zu Beginn eher unsympathisch. Sie war so nüchtern und nicht bereit, sich dem Zauber des weihnachtlichen Edinburgh zu öffnen. Mir haben die Beschreibungen der Stadt sehr gefallen und haben Bilder in mir wachgerufen. Callum und Ingrid samt Familie habe ich sofort ins Herz geschlossen. Ich bin sicher, so einen Zusammenhalt wünscht sich jeder.

Es wäre keine gute Weihnachtsgeschichte, wenn es kein Happyend gäbe. Bis dahin gibt es einige Momente, die mich sehr berührt haben und ich froh war, ein Taschentuch in Reichweite zu haben. Auch das Ende war ein paar Freudentränen wert. Für mich glitzert und funkelt die Geschichte gepaart mit einer ordentlichen Portion Gefühl und genau das passt für mich zu einer modernen, märchenhaften Weihnachtsgeschichte.

Bewertung vom 02.11.2025
Feilitzsch, Hanna von

DER SCHWARZE OKTOPUS (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein neuer , vielschichtiger Fall für Christina Stratou
Die Touristensaison auf Paros neigt sich dem Ende zu und Police Officer Christina und ihre Kollegen hoffen auf ruhigere Zeiten. Ein guter Zeitpunkt für einen Besuch von Christinas Ehemann und der Tochter Konstantina. Doch das Verbrechen nimmt keine Rücksicht auf private Pläne . Ein Toter wird am Strand aufgefunden. Die Tatumstände deuten auf einen gezielten Mord und das Opfer ist zudem ein angesehener Geschäftsmann. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Beamten auf eine Mauer des Schweigens und der Angst. Dann konzentrieren sich die Nachforschungen auf die Ex-Freundin. Rache, Eifersucht liegen als Motiv nahe. Tatsächlich kommt es zu einer Verhaftung aus dem näheren Umfeld der Freundin. Christina ist nicht überzeugt. Ihr Bauchgefühl sagt etwas anderes. Durch eine zufällige Beobachtung nimmt der Fall plötzlich ganz andere Dimensionen an.

Wer einen reißerischen Thriller erwartet, könnte vom Krimi enttäuscht sein. Wer aber eine fesselnde Geschichte sucht, die sich langsam wie eine Welle aufbaut und dann einem in ihren Strudel mitreißt, wird seine helle Freude haben. Hinzu kommen anschauliche und stimmungsvolle Beschreibungen der Landschaft und Orte. Auch Christinas Privatleben spielt eine Rolle und führt gegen Ende zu einem besonderen Spannungsbogen.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Erzählweise. Immer wieder wird das Geschehen aus der Sicht des unbekannten Täters erzählt. Ich erfahre kleine Details aus seinem Leben und war ständig am Rätseln, wer von den Verdächtigen es sein könnte. Ich hatte zeitweise sogar Mitleid mit ihm, um am Ende festzustellen, dass er es nicht verdient hat . Er war einfach nur erbärmlich.

Die Auflösung hat mich völlig überzeugt und es wurden einige Informationen nachgereicht, die manches in einem anderen Licht erscheinen ließ, das mich zum Teil überrascht hat.

Bewertung vom 31.10.2025
Blackhurst, Jenny

The Final Wife


sehr gut

Was ist Wahrheit und was Lüge ?
Auf den ersten Blick scheint der Fall, zu dem Detective Rebecca gerufen wird, klar zu sein. Ehefrau tötet Ehemann und gesteht sogar den Mord. Auf den zweiten Blick passt nichts zusammen .weder die Spuren am Tatort noch die Alibis möglicher Verdächtiger, deren Kreis immer größer wird. Das Opfer Luke war Schönheitschirurg mit übergroßem Ego, viel Erfolg bei den Frauen und wenig Empathie.

Was mir am Buch sehr gut gefallen hat, das Geschehen wird aus rein weiblichen Blickwinkel geschildert. Die Beteiligten berichten abwechselnd über ihre Sicht der Dinge und ihre Gefühlslagen. So erhalte ich einen Flickenteppich an Informationen, der mir viel Raum lässt für eigene Überlegungen. Am Ende ergibt sich daraus ein stimmiges Ganzes.

Da ist Detective Rebecca, die voller Ehrgeiz den Fall lösen will. Sie ist eine gute Polizistin, wird aber von ihrem chaotischen Privatleben ausgebremst. Anna, die Ehefrau des Opfers und Hauptverdächtige, kommt aus der sozialen Unterschicht und muss befürchten, dass ihr Mann sich von ihr trennen wollte. und sie damit ihren privilegierten Status verliert. Rose, die Ehefrau vor Anna, liebt ihren Ex immer noch. Hat sie nicht verkraftet, dass er nun eine andere liebt ? Alles ist denkbar und nichts bewiesen.

Mich hat das Buch gut unterhalten und es war richtig spannend, vor allem durch die gelungene Erzählweise. Die Lösung war überzeugend und ich hatte das Gefühl, dass die Gerechtigkeit den Sieg davon getragen hat, wenn auch nicht im herkömmlichen Sinne. Ein wenig gestört hat mich die Fülle an Wendungen, von denen mich einige nicht völlig überzeugen konnten . Das hat dem Lesevergnügen aber nur bedingt geschadet.

Bewertung vom 27.10.2025
Hausladen, Simone

Das Münster-Komplott


sehr gut

Blutiger Neustart für Hauptkommissar Konstantin Dietrich
Dietrich hat eine schwierige Trennung von seiner langjährigen Freundin hinter sich und lässt sich deswegen von München nach Münster versetzen. Gleich am 2. Tag seines Neustartes wird eine Frauenleiche gefunden. Brisant wird der Fall dadurch, dass die Tote, eine Psychiaterin, kurz zuvor beim traditionellen Kramermahl für Aufregung gesorgt hat. Sie hat fünf angesehene Mitglieder der Kaufmannschaft bedroht. Alle fünf waren bei ihr in Behandlung und die gefundenen Behandlungsprotokolle werfen kein gutes Licht auf die Big Five. Dietrich und seine Kollegen sind sich sicher, dass der Täter hier zu finden ist. Nur gibt es keine zwingende Beweise . Als ein ein weiterer Mord geschieht, wächst der Ermittlungsdruck. Wo ist die Verbindung zum 1. Mord ? Muss man das Mordmotiv woanders suchen ?

Die Autorin hat mir den Einstieg nicht ganz leicht gemacht. Den Prolog fand ich sehr gelungen, aber Dietrich war mir erstmal unsympathisch. Ich fand ,seine privaten Probleme zu dominant. Das wird aber schnell durch den packenden Fall wettgemacht .Zuerst sieht es nach einer schnellen Lösung des Mordes aus. Der Kreis der Verdächtigen ist klein. Die Motive präsentieren die Protokolle des Opfers auf dem Silbertablett. Da aber die konkreten Beweise fehlen, beginnt die aufwendige Ermittlungsarbeit, die in meinen Augen gut und spannend beschrieben war, aber zu keinem konkreten Ergebnis führt. Erst der 2. Mord bringt Licht in den Fall. Auf das Ausmaß des kriminellen Hintergrunds des Täters war ich nicht vorbereitet. Trotz schwieriger Umstände wollte sich bei mir kein Mitleid oder Verständnis für ihn einstellen. Ich war einfach froh, dass der gewissenlose Verbrecher festgenommen wurde.

Für mich war der Erzählstil ein wesentliches Spannungselement . Einzelne Kapitel sind dem Täter und seiner Sicht der Dinge vorbehalten. Das hat meinen Ermittlungseifer sehr befeuert, weil ich dadurch eigene Überlegungen zu seiner Identität anstellen konnte. Zu meiner Freude bekommt Dietrich seine persönlichen Probleme am Ende in den Griff, so dass ich gerne zusammen mit ihm und dem sehr sympathischen Team erneut auf Verbrecherjagd gehen würde.

Bewertung vom 27.10.2025
Benedict, Emilia

Schatz im Anflug (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Sehr unterhaltsame Geschichte einer Schwangerschaft
Normalerweise sind Bücher mit dieser Thematik nicht meine erste Wahl. Ich liebe aber die fesselnden Thriller der Autorin und war deshalb bereit, das Wagnis einzugehen. Und tatsächlich war ich am Ende des Buches begeistert.

Ich lerne die 35jährige Katarina kennen, die ihre Geschichte aus ihrer persönlichen Sicht erzählt. Ich erfahre viel über ihre Gefühle, Befürchtungen und wie das Handeln anderer auf sie wirkt. Ausgangspunkt ist Katarinas Torschlusspanik, weil sie nicht schwanger wird. Dann der Unglaube und die Freude, als es tatsächlich geklappt hat. Hier hatte ich viel Spaß beim lesen. Es ist sehr anschaulich und realistisch geschrieben und hat dabei meine eigenen Erinnerungen geweckt . Schwierig wird es, als der kleine Schatz beschließt, nicht auf die Welt zu wollen. und Katarina panische Angst vor einem Krankenhausaufenthalt hat. Trotz der Dramatik konnte ich über viele Vergleiche lachen und wurde erneut an ähnliche Ereignisse erinnert. Die Geburt selbst hat mich emotional berührt und kurz hatte ich echte Sorge. Meine Lachmuskeln werden erneut in Aktion gebracht, als die Verwandtschaft im Krankenhaus einfällt. Die Situation wurde für mich absolut treffend beschrieben und ich bin sicher, viele können sich hier wieder finden. Das Buch endet mit der Heimkehr in die eigene Wohnung.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Es war nie zu gefühlsduslig, sondern immer mit einer guten Portion Humor geschrieben, hat aber die schwierigen Momente nicht ausgespart und auch hier die richtigen Worte gefunden.

Bewertung vom 23.10.2025
Anour, René

Der Doktor und der liebe Mord


ausgezeichnet

Liebenswerte Figuren, humorvoll und spannend

Severin tritt seine erste Stelle in der Tierarztpraxis des berühmten Professors und Inhaber eines Gnadenhofs , Siegfried Thalheim an . Die Stelle entwickelt sich nicht wie erhofft und zu allem Überfluss bringt Severin seinen Chef durch unglückliche Umstände um. Hinzu kommt, dass der Professor gesammelte Spendengelder veruntreut hat und nun der Gnadenhof vor dem Ruin steht. Severin will dies nicht hinnehmen, aber woher das Geld nehmen. Da erhält er das Angebot als Auftragskiller zu arbeiten. Trotz erheblicher Bedenken willigt Severin zum Wohle der Tiere ein. Allerdings hat er eine Bedingung, er will überprüfen, ob die Zielperson abgrundtief böse und damit den Tod verdient hat. Und dies bringt Severin in lebensbedrohliche Situationen, denn das Böse weiß, sich zu tarnen.

Ich kenne alle Krimis des Autors , die ausnahmslos spannend und lesenswert sind, egal ob sie im historischen Wien oder im sonnigen Grasse spielen. Deshalb war ich ausgesprochen neugierig, wie sich der neue Krimi mit einem Tierarzt als Hauptperson schlägt. Was schon nach den ersten Seiten auffällt, das Buch ist sehr humorvoll und Severin mit seiner Schüchternheit nicht das Ideal eines Helden. Aus diesem Grund schlittert er völlig unbedarft in einige gefährliche Situationen. Und das macht die Geschichte auch so spannend . denn ich war immer in Alarmstimmung, was als nächstes passiert. Durch seine Unerfahrenheit war Severin zudem unberechenbar. Unterstützung erhält er durch die Putzfee Jedna , die mehr auf dem Kasten hat, als es scheint und aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht. Meine Lieblingsperson war der neu eingestellt Tierarzthelfer Tristan. Er hat keine Ausbildung, dafür Herzensbildung, ist liebeswert, zart besaitet, ein guter Freund und immer für eine Überraschung gut. Gerade dadurch sorgt er für viele heitere Momente . Für ihn ist das Glas immer halb voll.

Was wäre ein Gnadenhof ohne Tiere und deshalb tragen eine ganze Reihe von ihnen zu unterhaltsamen Episoden bei. Dabei war ich mir immer bewusst, dass ein Unbekannter Severin nach dem Leben trachtet und das Rätsel, ob die Zielperson das personifizierte Böse ist, wartete auch noch auf seine Lösung. Das Ende war in meinen Augen absolut genial. Severin zeigt bisher unbekannte Seiten und ließ mich ihn in einen völlig neuen Licht sehen . Besonders gut gefallen hat mir, dass viele Kleinigkeiten , die in die Handlung einfließen, Eingang in die Lösung finden. Der Roman ist für mich kein klassischer Krimi , kann es aber locker mit ihnen aufnehmen. Er ist voller Humor und dabei spannend, gerade auch weil die üblichen Wege verlässt. Figuren, humorvoll und spannend