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bolie
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Langscheid

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Insgesamt 960 Bewertungen
Bewertung vom 20.03.2023
Glattauer, Daniel

Die spürst du nicht (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Eltern der 14jährigen Sophie-Luise sind sehr beschäftigt. Sie als Politikerin und er ebenfalls in führender Position. Also erfüllen sie ihrer Tochter (fast) jeden Wunsch. Und mal ehrlich. Wie gut kommt es an, wenn eine „Grüne“ sich als „Gutmensch“ offenbart, und einem Flüchtlingskind aus Somalia einen Urlaub in der Toskana schenkt? Das Mädchen ist schüchtern und alle Beteiligten sind davon überzeugt: „Die spürst du nicht“. Welches Drama sich dann allerdings im Feriendomizil ereignet, das sprengt alles Vorstellbare.

Ayana, so heißt das Mädchen aus Somalia, besucht die gleiche Klasse, wie Sophie-Luise. Ihre Eltern sprechen kaum Deutsch. Nur ihr Bruder und sie selbst können sich einigermaßen verständigen. Dass sie mit in die Toskana reisen soll, das gefällt den Eltern überhaupt nicht. Der Bruder überredet sie dann doch noch und vielleicht freut sich Ayana ja auch auf die Zeit. Neben den Eltern Sophie-Luises fährt noch ein befreundetes Ehepaar mit in den Urlaub. Chillen am Swimmingpool, Sekt trinken und über Nebensächlichkeiten plaudern, das gefällt den vier Erwachsenen. Wichtig für sie: vor den Freunden so gut wie möglich dazustehen und mit ihrem Reichtum zu prahlen. Wie sich diese Freundschaft allerdings entwickelt, als zu dem Unglück kam, das ist vorauszusehen.

Ein Buch, welches den Finger in etliche Wunden legt. Wie fühlen wir uns, wenn wir mit Menschen aus fernen Landen kommunizieren? Denken wir, dass wir besser seien? Oder sind wir sogar dankbar, dass wir nicht vor Krieg und Misshandlung fliehen müssen? Erkennen wir die Furcht unserer Mitmenschen an, oder setzen wir uns darüber hinweg? Kann man Recht mit Geld und/oder dem Zutun von Freunden kaufen?

Besonders gut gefielen mir die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. Diese fiktiven Kommentare auf Facebook sind perfekt getroffen. Dann diese Furcht vor gesellschaftlichem und finanziellem Absturz, wenn gewisse Dinge an die Öffentlichkeit kommen. An die Eltern Ayanas wird dabei nicht gedacht. Die Sprache wechselt je nach Charakter und ist bildgewaltig. Und die Charaktere optimal herausgearbeitet. Klare Empfehlung und einen Sternenregen gibt es von mir.

Bewertung vom 16.03.2023
Harris, C. S.

Die Toten der King Charles Street


ausgezeichnet

Und erneut muss Sebastian einen Mordfall klären, der nur von ihm selbst und seinem Freund als solcher erkannt wurde. Der Verdächtigen sind viele und sogar der künftige Schwiegervater Sebastians gehört zwischenzeitlich dazu. Als er zudem auch noch angegriffen wird, während er die Wohnung des Toten betritt, kommt St. Cyr ins Grübeln. Leider bleibt es nicht bei diesem einen Mordfall….

Die Geschichte um den sympathischen Hobbydetektiv Sebastian St. Cyr verfolge ich seit dem ersten Band. Und bisher wurde mir nie langweilig beim Lesen. Auch die private Geschichte des Mannes ist abwechslungsreich geschrieben. Besonders gefällt mir, dass immer wieder auch historische Fakten in die Story eingebunden werden. Ich bin also nicht nur gut unterhalten, sondern lerne noch etwas dazu.

Spannend war für mich nicht nur der Kriminalfall mit all seinen Wendungen. Die Darstellung der unterschiedlichen Charaktere ist besonders gelungen. Wie verhält sich ein türkischer Diplomat gegenüber einem russischen? Welche Sorte von Spionen gab es damals? Realistisch und kurzweilig werden nicht nur diese Fragen beantwortet.

Bewertung vom 14.03.2023
Caspian, Hanna

Hinter dem falschen Glanz / Schloss Liebenberg Bd.2


ausgezeichnet

Ist es Hass gegenüber der Gräfin, der Adelheid umtreibt? Auch wenn sie eigentlich eine junge Frau ist, die Gehorsam und Demut lebt? Ja, das zeigt sich spätestens dann, als sie von einem Bekannten des Journalisten Harden angesprochen wird. Die Ereignisse überschlagen sich in diesem zweiten Band um Schloss Liebenberg und auch gegen den miesen Opitz wollen einige Bedienstete vorgehen.

Der zweite Band schließt nahtlos an das erste Buch an. Wieder ist es eine gute Mischung aus Erzählung und historischen Fakten, die mir gut gefällt. Sehr bewegend fand ich die Beschreibung der Situation von Kindern aus Arbeiterfamilien. Sie hatten kaum Chance, eine gute Schule zu besuchen. Wurden sie krank, waren sie auf die Gnade vom Adel oder anderen reichen Nachbarn angewiesen. Kein Wunder, dass so viele starben. Es kümmerte kaum jemanden.

Ja, und dann war da noch dieser Skandal, der auch den Kaiser nicht unbehelligt ließ. Interessant zu sehen, dass schon damals das Wort „Rückgrat“ nicht für jedermann galt. Freunde wurden zu Gegnern und jeder versuchte, für sich Ausreden zu finden, die auch vor Gericht anerkannt wurden. Das Thema Kolonien spielt in dem Buch ebenfalls eine Rolle. Und alles, was geschrieben steht, kann in guten historischen Sachbüchern nachgelesen werden.

Wieder einmal überzeugte mich die Autorin Hanna Caspian durch ihre akribische Recherche. Sie überlässt nichts dem Zufall oder ihrer Phantasie. Danke für die abwechslungsreichen Stunden, die Sie mir mit dem Buch beschert haben. Jetzt freue ich mich sehr auf den letzten Band und das große Finale. Es sind ja noch einige Fragen offen.

Bewertung vom 14.03.2023
Kestrel, James

Fünf Winter


ausgezeichnet

Sehr spät am Abend wird Joe Mc Grady zu einem Haus gerufen. Dort findet er einen völlig verstörten und gleichzeitig über die Maßen alkoholisierten Mann, der behauptet, in seiner Hütte hinge ein Toter Mensch. Joe glaubt das nicht wirklich und möchte sich selbst ein Bild von dem angeblichen Tatort machen. Dort findet er nicht nur die Leiche eines Mannes. Der Zustand des Toten ist es, der bei ihm Gänsehaut hervorruft. Während seiner Einsätze in den vergangenen Jahren sah er viele Leichen. Diese hier toppt alles bisher dagewesene. Und es ist nicht die einzige, die in diesem Mordfall eine Rolle spielt.

Es dauerte eine Weile, bis ich voll in das Geschehen eintauchen konnte. Aber die Ausdauer lohnte sich, denn dieser Roman ist tatsächlich einzigartig. Nicht nur die Geschehnisse in den 1940er Jahren beschreibt der Autor sehr genau. Und ja, es ist wirklich ein Krimi im Breitbildformat. So lebendig, farbenfroh und bildhaft ist die Sprache von James Kestrel. Der Übersetzer Stefan Lux hat zudem hervorragende Arbeit geleistet.

Wer nicht nur Spannung mag, sondern ebenfalls in die Historie von Japan, Hawaii und USA eintauchen möchte, der muss dieses Werk lesen. Es zeigt gut die Hintergründe zu den Geschehnissen, das Zusammenspiel von Geheimdiensten und Polizeibehörden. Für mich besonders bemerkenswert, dass die Ermittler und weitere Beteiligte so ganz ohne Handy, PC und Skype auskamen. Ein wirklich fantastisches Buch, das viele Leser in seinen Bann ziehen wird.

Bewertung vom 13.03.2023
Heubner, Christoph

Als wir die Maikäfer waren (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Wer schwimmen kann, hat etliche Vorteile. Wie viele Flüchtende aus afrikanischen Ländern ertrinken, weil sie sich nicht über Wasser halten können. Wie wichtig es ist, wusste bereits der Vater von Eva. Immer wieder nahm er sie mit ins Wasser und hemmte so ihre Scheu davor. Und das wiederum rettete ihr das Leben. Als sie nämlich mit zwei weiteren Mädchen, alle drei jüdischen Glaubens, ins kalte Nass der Donau katapultiert wurde. Durch Seile verbunden, mussten die drei ans Ufer treten, die Mittlere wurde erschossen und riss die beiden Anderen mit ins Wasser. Wie grausam können Menschen sein.

„Als wir die Maikäfer waren“ ist die Niederschrift von Zeitzeugen, die hier ihre unvorstellbaren Leiden schildern. Es beginnt mit dem Hinweis auf das „Schuhdenkmal“ an der Donau. Ein Künstler platzierte Schuhe aus Metall, die an das Massaker der Pfeilkreuzler erinnern. Für mich nicht vorstellbar, dass dieses Denkmal vor wenigen Jahren geschändet wurde. Daher immer wieder: Wehret den Anfängen und vergesst niemals.

Neben dem Erleben der Mädchen gibt es weitere Schilderungen von Überlebenden des Holocaust. Einfühlsam berichtet Christoph Heubner davon und gibt damit nicht nur denen eine Stimme, die mit dem Leben davonkamen. „Als wir Maikäfer waren“ ist der dritte Band einer Trilogie und das Lesen und Verstehen jedes einzelnen Buches sollte ein Muss für jeden Menschen sein.

Bewertung vom 13.03.2023
Loeser, Karl Alfred

Requiem (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Arthur Eberle, Onkel von Fritz Eberle, gibt Unterricht in Musik. Fritz spielt Cello und überschätzt seine Fähigkeiten enorm. Sein Spiel ist nicht einmal dürftig. Der Ehrgeiz seines Vaters liegt allerdings darin, dass der Filius einmal im städtischen Orchester auftritt. Hier ist Erich Krakau seit Jahren der erste Cellist und das nicht ohne Grund. Er ist ein begnadeter Musiker, der nur einen „Makel“ hat. Er ist Jude. Wie es in den 1930er Jahre halt war, die braune Uniform machte jeden zum Herrn über „Randgruppen“. Eine Union von rechten Genossen, der „Kampfbund für Deutsche Kultur“, wird unter anderem in „Requiem“ näher beschrieben.

Für mich war das Lesen dieses Mal etwas ganz Besonderes. Es ist ein Unterschied, ob ich einer Story folge, die von Dritten erzählt wurde, oder eine Geschichte lese, die tatsächlich vom Autor selbst erlebt wurde. Karl Alfred Loeser schrieb den Roman in den 1930er Jahren und er wurde nie veröffentlicht. Erst 1999 fand die Familie von ihm verfasste Manuskripte. Dazu gehört auch
„Der Fall Krakau“ beziehungsweise „Requiem.

Nein, eine Autobiographie ist der Roman nicht. Viel mehr eine Beschreibung, wie es damals den Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland ging. Wie sie angefeindet wurden, wie sie schuldlos im Gefängnis landeten und keinerlei Gesetz oder Recht für sie galt. Das erlebte Loeser hautnah bei seinen Freunden und Bekannten. Er floh schweren Herzens zunächst nach Holland und dann nach“ Brasilien. Aber auch hier musste er wachsam sein. Der Antisemitismus war auch in diesem Land stark vertreten. Es wird vermutet, dass er aus dem Grund seinen Roman nicht veröffentlichen wollte. Er mochte nicht als Jude erkannt werden.

Bereits auf der ersten Seite wurde ich von der Erzählung gefesselt. Die gehobene Sprache und die vielen Bilder, die im Laufe des Lesens in meinem Kopf entstanden, gaben den Ausschlag. Wie sich die Charaktere, hier besonders die Ehefrau von Krakau, im Laufe der Geschichte entwickelten, grandios. Und der Spannungsbogen, der sich nur langsam straffte und bis zur letzten Seite gespannt blieb, ebenfalls bewundernswert. Ganz klare Leseempfehlung und fünf Sterne plus.

Bewertung vom 08.03.2023
Peer, Günther

Der Teufel von Rom (eBook, ePUB)


gut

Vinzenz ist Mönch und lebt in einem Kloster der Dominikaner. Mit sich und der Welt zufrieden hätte er niemals gedacht, dass ein Mensch so böse und ohne Skrupel sein könnte. Bis er den Kardinal Rodrigo Borgia kennenlernt. Da Vinzenz ihm den Gehorsam verweigert und das immer wieder, wird er verhaftet und in einen Kerker unterhalb der Engelsburg gebracht.
„Der Teufel von Rom“ beschreibt das Leben des Widerlings Rodrigo, der am 03. August 1482 zum Papst gewählt wurde und als Alexander VI in die Geschichte einging.

Bevor Vinzenz Mönch wurde, erlebte er bereits Entbehrung, Tod und schwerste Arbeit. Nachdem sein Vater starb und die Not in der Familie immer größer wurde, schickt ihn die Mutter in ein Kloster. Da war er 12 Jahre alt. Der gottesfürchtige Junge verlor nie seine Bescheidenheit und predigte immer wieder gegen die Genusssucht von Lateran und Adel. Die Feinde ließen nicht lange auf sich warten und sein ärgster war dieser Rodrigo Borgia. Sein unerschütterliches Gottvertrauen war es wohl, was ihn so stark machte, dass Vinzenz Borgia die Stirn bieten konnte.

Die Schilderung der Machenschaften des späteren Papstes ließen mich sprachlos und erschüttert zurück. Alles in lebendiger und bildhafter Sprache geschrieben und kurzweilig. Bei der Sprache waren diese Kraftausdrücke, teilweise ins Vulgäre abdriftend, so gar nicht mein Fall. Auch die minutiöse Beschreibung der Geschlechtsakte haben in einem historischen Roman nichts verloren. Das Cover wiederum passt ausgezeichnet zum Genre.

„Mein Leben liegt in der Hand Gottes, nicht in der Macht eines raffgierigen Papstes.“

Bewertung vom 03.03.2023
Mattioli, Aram

Zeiten der Auflehnung


ausgezeichnet

Es begann etwa zur Zeit des ersten Weltkriegs, als die „First People“ von Amerika und Kanada sich endlich den Mächtigen entgegenstellten. Das geschah nicht immer gewaltlos aber stets zum Wohle der Gemeinschaft. Der Autor Aram Mattioli beschreibt in seinem Buch „Zeiten der Auflehnung“ welche unterschiedliche Maßnahmen die Menschen im Kampf ihrer Identität und Kultur ergriffen. Ob es Tom Bee mit seiner Band XIT oder der erste indigene Autor Charles Eastman war. Alle bekommen von Aram Mattioli eine Stimme.

Unfassbar traurig fand ich die Ungerechtigkeit gegenüber den Crow. Sie lebten mit und von ihren Mustangs. Die mussten ihr Dasein nicht in Ställen fristen, sondern durften als Wildpferde mit ihren Menschen zusammen sein. Bis, ja bis die Amerikaner meinten, dass diese Tiere ihren Schafen und Rindern das Gras wegfressen würden. Und ohne Federlesen wurden die Pferde zum Abschuss freigegeben. Was mag in den Köpfen der First People vorgegangen sein? Tausende Mustangs verloren ihr Leben. Und das einzig durch Arroganz des „weißen Mannes“.

Und dann gab es diese unsäglichen Boarding oder Residential Schools unter „christlicher“ Leitung. Ausschließlich Kinder der Ureinwohner lebten und lernten hier. Sie wurden von den Eltern ferngehalten und ihrer Kultur beraubt. Unglaubliches Leid erfuhren sie in diesen Internaten. Die Folgen sind bis heute spürbar. Aber auch hier konnten Mutige erkämpfen, dass den Betroffenen zumindest ein wenig Hilfe zuteil wird. Das sind zwei Beispiele für die Schilderungen in diesem Buch.

„Zeiten der Auflehnung“ berührte mich sehr. Der Autor schreibt klar und leicht verständlich. Also auch für Menschen ohne Hochschulabschluss und Studium gut nachvollziehbar. Obwohl ich schon einige Werke zum Thema las, erfuhr ich hier viel Neues über die Ureinwohner der USA und Kanada.

Bewertung vom 01.03.2023
Schneider, Anna

Grenzfall - In der Stille des Waldes / Jahn und Krammer ermitteln Bd.3 (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein alter Fall, bei dem die Ermittler wohl den Falschen inhaftierten. Ein Tierpräparator, der verschwunden ist und seinen Sohn bei sich hatte. Die Ehefrau des Vermissten, die ebenfalls seit einiger Zeit nicht mehr gesehen wurde. Ereignisse, die sich in unterschiedlichen Städten aber alle nahe an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland ereigneten.
„Grenzfall - In der Stille des Waldes“ nimmt den Leser mit in abwechslungsreiche Ermittlungen.

Das war mein erstes Buch dieser Reihe. Auch ohne Vorwissen konnte ich dem Geschehen gut folgen. Nur die persönlichen Angelegenheiten der Hauptfiguren kannte ich nicht und das warf mitunter doch Fragen auf. Die Story ist aus etlichen Begebenheiten zusammengefasst. In kurzen Kapiteln wechseln Orte und Grund der Ermittlung. Auch die Teams treten getrennt voneinander auf. Da war es mitunter nicht einfach zu folgen.

Der Spannungsbogen baut sich langsam auf und durch die nicht vorhersehbaren Wendungen, bleibt er bis zum Schluss erhalten. Das große Finale war mir dann doch ein wenig übertrieben. Gut gefiel mir aber, dass die Autorin klar herausstellte, dass latenter Rassismus selbst vor der Staatsgewalt nicht haltmacht. Wer spannende Unterhaltung mit dramatischen Einflüssen mag, wird den Kriminalroman mögen. Und das sehr schöne Cover verdient es, erwähnt zu werden.

Bewertung vom 26.02.2023
Ryan, Anthony

Der Paria / Der stählerne Bund Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Was ist Deckin Scarl für Alwyn? So richtig weiß er es wohl selbst nicht. Aber eins ist gewiss. Alwyn bewundert ihn und würde alles für ihn tun. Als Deckin verraten und kurz darauf ermordet wird, sinnt Alwyn auf Rache. Vorher muss er aber noch etliches Ungemach ertragen. So wird er zur Arbeit in einer Erzmine verdonnert. Einzig die Begegnung mit einer gelehrten Frau ist für ihn vorteilhaft. Sihlda bringt ihm das Lesen und Schreiben bei und das ist so viel mehr wert, als der kärgliche Lohn des Besitzers der Mine. Bei allen Widrigkeiten vergisst er nie, was er seinem Freund und Vorbild Deckin schuldig ist.

Das Genre Fantasy ist eigentlich so gar nicht mein Fall. Da ich aber viel Gutes von dem Buch
„Der Paria“ las, wagte ich mich doch mal wieder an ein von mir nicht gerade bevorzugte Thematik. Und ich bin beeindruckt. Das Buch fesselt. Es beschreibt das Leben von Alwyn, der als „Bastard“ geboren wird. Der Autor lässt ihn in der Ich-Form von seinem Leben erzählen. Es gibt Rückblicke, die sein Leben im Hurenhaus und den Misshandlungen des Zuhälters seiner Mutter beschreiben. Das Kennenlernen der Gemeinschaft von Gesetzlosen und deren Leben im Wald machen aus dem schüchternen Jungen einen wehrhaften Mann.

Alwyn berichtet von Ungerechtigkeit, der Willkür des Adels und der ständigen Gefahr Gesetzloser. Aber auch von Erfolgserlebnissen und dem mal mehr, mal weniger guten Zusammenhalt unter den Geächteten. Die Sprache beeindruckte mich. Auch die Charaktere baute der Autor langsam auf, bis sie mir absolut präsent waren. Die Spannung entwickelte Anthony Ryan langsam und übertrieb dabei nicht. Ja, ich freue mich auf die weiteren Bücher der Reihe, dies ist nämlich der erste Band.